Das Magische Dreieck der Geldanlage

Das Magische Dreieck der Geldanlage

Im letzten Artikel hast du erfahren, wie unterschiedlich Sparbuch und Aktienanlage in den letzten 30 Jahren rentierten, aber auch schwankten. Weshalb ist dies so? Als Erklärung eignet sich das sogenannte Magische Dreieck der Geldanlage sehr gut. Welche drei Faktoren sind bei deiner Geldanlage entscheidend? Wie hängen sie voneinander ab? Welche Ziele kannst du als Privatanleger für deine Geldanlage gleichzeitig verfolgen? Und welche nicht? Antworten darauf erhältst du in diesem Artikel.

Das Magische Dreieck

Das Magische Dreieck der Geldanlage bezeichnet die bei der Vermögensanlage untereinander konkurrierenden Ziele Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit. Die unten stehende Abbildung symbolisiert diese drei Ziele durch die Eckpunkte des Dreiecks.

Das Magische Dreieck der Vermögensbildung
Abbildung 1: Das Magisches Dreieck der Geldbildung

 

Rendite: Die Rendite beschreibt den Ertrag, der aus einer Investition in eine Anlage resultiert. Erträge können üblicherweise durch Dividenden-, Zinszahlungen oder Wertsteigerungen (Kursgewinne) erzielt werden.

Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit, oft auch Liquidität genannt, einer Anlage drückt aus, wie schnell ein investierter Betrag wieder zu Bargeld oder Bankguthaben “verflüssigt” werden kann. Je kleiner dieser Umwandlungszeitraum ist, desto liquider ist die Vermögensanlage. Allfällige aus der Umwandlung resultierende (Straf-)Kosten sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen.

Sicherheit: Mit der Sicherheit ist der Erhalt des Vermögens gemeint. Höhere Sicherheit kann beispielsweise durch die Streuung des Vermögens (Diversifikation) erreicht werden.

Gleichzeitig sind jeweils nur zwei Ziele erreichbar

Das Magische Dreieck veranschaulicht, dass immer nur zwei von drei Zielen gleichzeitig verfolgt werden können. Oder mit anderen Worten: Das dritte Ziel muss vernachlässigt werden.

Grundsätzlich stehen dir die folgenden drei Varianten zur Auswahl:

Variante 1: Geldanlagen mit hoher Rendite und hoher Verfügbarkeit sind wenig sicher

Aktien - rentabel, aber schwankend
Abb. 2: Aktien – rentabel, aber schwankend

Beispiel “Aktien”: Aktien können eine hohe Rendite abwerfen und sind grundsätzlich täglich handelbar (hohe Verfügbarkeit). Das Risiko von starken Kursschwankungen senkt die Sicherheit dieser Geldanlagen jedoch erheblich.

 

 

 

Variante 2: Geldanlagen mit hoher Verfügbarkeit und hoher Sicherheit sind wenig rentabel

Bankkonto - kaum Rendite, aber sicher
Abb. 3: Bankkonto – kaum Rendite, aber sicher

Beispiel “Bankkonto”: Vom Privatkonto kann täglich Bargeld bezogen werden. Zusätzlich gilt in der Schweiz eine Einlagensicherung für Guthaben bis 100’000 Franken pro Person und Bank. Da jedoch das Vermögen der Bank nicht für einen festgelegten Zeitraum zur Verfügung steht, kann diese nur eingeschränkt damit wirtschaften. Deshalb fällt die Rendite in Form von Zinsen niedrig aus bzw. tendiert aktuell gegen Null.

 

Variante 3: Geldanlagen mit hoher Sicherheit und hoher Rendite sind nicht schnell verfügbar

Kassenobli - im aktuellen Tiefzinsumfeld nicht interesssant
Abb. 4: Kassenobli – im aktuellen Tiefzinsumfeld nicht interesssant

Beispiel “Kassenobligationen”: Diese festverzinslichen Wertpapiere (auch Bonds genannt) profitieren ebenfalls von der Einlagensicherung. Die Zinsen sind dennoch höher als beim Privat- oder Sparkonto. Denn der Anleger “parkiert” sein Geld längerfristig (meistens drei bis zehn Jahre) und nimmt so eine eingeschränkte Verfügbarkeit in Kauf. Der Bank wiederum ermöglicht dies wirtschaftliches Handeln in einem festgelegten Zeitraum, was sie mit höheren Zinsen belohnt. Anmerkung: Aktuell erachten wir diese Variante als wenig attraktiv, da der (magere) Zinsbonus in einem schlechten Verhältnis zur eingeschränkten Verfügbarkeit steht.

Eine prüfenswerte Alternative sehen wir im Crowdlending bzw. in P2P-Kreditvergaben an Schuldner mit hohem Bonitätsrating.

Das spannende “P2P”-Thema werden wir zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich behandeln.

Individuelles Risikoprofil beeinflusst Magisches Dreieck

Wie dein persönliches Magisches Dreieck aussieht, hängt letztlich von deinem Risikoprofil bzw. von folgenden beiden Fragen ab:

Wie viel Risiko möchtest du eingehen (Risikobereitschaft)? Und wie viel Risiko kannst du eingehen (Risikofähigkeit)?

Der erste Faktor ist subjektiver Natur (und beeinflusst von deiner Finanzbildung). Der zweite Faktor ist objektiv und hängt von deiner finanziellen Situation ab.

Ein Beispiel: Wenn du in den nächsten zwei, drei Jahren grosse Ausgaben, z.B. für ein Eigenheim, planst, so wirst du die Priorität bei deinem Vermögen idealerweise auf hohe Verfügbarkeit und Sicherheit (Vermögenserhalt) legen. Selbst wenn du ein risikofreudiger Typ bist bzw. über eine hohe Risikobereitschaft verfügst, wäre es in einer solchen Situation unklug, risikoreich zu investieren.

Der Traum einer hochrentablen, superschnell verfügbaren und obendrein 100% sicheren Anlage ist somit ausgeträumt. Leider.

Fazit

Der Traum einer hochrentablen, superschnell verfügbaren und obendrein 100% sicheren Anlage ist somit ausgeträumt. Leider. Wie in anderen Lebensbereichen kommen wir also auch bei der Geldanlage nicht um Kompromisse herum.

Das heisst, wenn du eine hohe Rendite erwirtschaften willst, musst du entweder über einen langen Anlagehorizont verfügen oder grosse Abstriche bei der Sicherheit in Kauf nehmen bzw. hohe Risiken eingehen.

Wie es mit einer klugen Diversifikation deiner Geldanlage dennoch möglich ist, das Rendite-Risiko-Verhältnis zu optimieren, erfährst du in unserem nächsten Artikel.

Investieren in acht Lektionen lernen

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