Bester Broker Schweiz: 6 entscheidende Faktoren, die du kennen musst

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Bester Broker Schweiz

Bester Broker Schweiz? Ja, es gibt ihn! Aber nicht für alle ist er derselbe. Denn die richtige Brokerwahl für deine Wertschriften hängt vor allem von deinen individuellen Bedürfnissen und Erwartungen ab. In diesem Artikel stellen wir dir sechs entscheidende Faktoren bei der Brokerwahl vor, damit du sicher deinen persönlichen Favoriten findest.

Kurz & bündig

  • Den besten Broker für Herrn und Frau Schweizer gibt es nicht. Alle Anbieter haben ihre Stärken und Schwächen. Welcher dein bester Broker Schweiz ist, hängt massgeblich von deinen individuellen Bedürfnissen ab.
  • Diese sechs Faktoren solltest du bei der Brokerwahl unbedingt prüfen bzw. mit deinen Bedürfnissen spiegeln: die Kosten, das Wertschriftenangebot, die Benutzerfreundlichkeit der Plattform, die Sicherheit, der Kundendienst sowie die Zusatzservices.
  • Die ausländischen Schwergewichte DEGIRO und Interactive Brokers bieten in der Regel günstigere Preise als beispielsweise die heimische Marktführerin Swissquote an. Letztere trumpft jedoch mit Swissness auf, sei es bezüglich des Kundensupports, der Reportings oder des riesigen Wertschriftenangebots an der Schweizer Börse SIX.
  • Wenn du dich nicht für einen Broker entscheiden möchtest, dann wählst du eine «Multi-Broker-Strategie», womit du dir das Beste aus unterschiedlichen «Broker-Welten» zusammenstellst.

Bester Broker Schweiz: Sei kompromissbereit!

Wir haben in einem unserer meistbeachteten Artikel «Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…» anhand von acht Kriterien schrittweise die Top-ETFs in unterschiedlichen Kategorien auserkoren. Mit diesem Artikel widmen wir uns nun den Plattformen, worüber diese und andere Wertschriften gehandelt werden können. Im Gegensatz zu den ETFs, wo es unseres Erachtens möglich ist, nach rationalen, allgemeingültigen Kriterien die wirklich besten Produkte zu bestimmen, ist das Vorgehen, um zum besten Broker zu gelangen, komplexer.

«Den perfekten Broker gibt es nicht.»

Denn der perfekte Broker für alle böte die tiefsten Preise, das grösste Angebot an Wertschriften, den besten Service und noch vieles mehr, was dein Anlegerherz begehren würde. Doch leider gibt es einen solchen «Über-Broker» nicht. Vielmehr sind grundsätzlich alle Betreiber von Handelsplattformen, egal ob es sich um in- oder ausländische Anbieter handelt, einem starken Wettbewerb ausgesetzt, welcher sie zwingt, sich auf dem Markt klar zu positionieren bzw. von den Mitbewerbern abzugrenzen. 

Das heisst für dich als Schweizer Anleger:in, dass du bei der Brokerwahl deine diesbezüglichen Bedürfnisse kennen solltest. Also was ist mir bei der Verwaltung meiner Wertschriften besonders wichtig? Aber auch: Wo bin ich zu Kompromissen bereit?

Wenn du also beispielsweise wie Toni nur in eine Handvoll bekannter «Brot-und-Butter»-ETFs investieren möchtest, benötigst du keinen Broker, welcher mit einem riesigen Angebot an alternativen Nischenprodukten punktet. Oder wenn du (fast) keine Gebühren zahlen möchtest, akzeptierst du womöglich längere Wartezeiten beim Kundenservice und/oder dass der «Billig-Broker» deines Vertrauens zwecks Erschliessung einer zusätzlichen Einnahmequelle, die dich nichts kostet, deine Wertschriften verleiht.

«Eine geeignete Plattform kann dir viel Geld und Ärger sparen!»

Nachfolgend gehen wir also die sechs relevantesten Faktoren durch, die du für die richtige Brokerwahl kennen solltest. Um dieses wichtige Thema – ja, eine geeignete Plattform kann dir viel Geld und Ärger sparen! – zu konkretisieren, werden wir uns immer wieder auf fünf von uns umfassend getestete in- und ausländische Anbieter von Wertschriftenplattformen beziehen, die für den entsprechenden Faktor besonders geeignet sind oder eben nicht. Die ausführlichen Reviews dieser Anbieter findest du hier: Swissquote | DEGIRO | Interactive Brokers | Yuh | neon

– P a r t n e r a n g e b o t –

Mit einem Klick auf unsere Empfehlungen unten kommst du direkt zu den Steckbriefen führender Online-Broker wie DEGIRO, Interactive Brokers und Swissquote sowie Neobanken wie Yuh und neon, welche – abhängig von deinen individuellen Bedürfnissen – mit interessanten Angeboten einschliesslich Startbonus aufwarten. 

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Und wenn du dich nicht mit einzelnen Wertschriften herumschlagen möchtest, sondern dir lieber automatisiert ein ganzes Wertschriftenportfolio aufbaust, dann benötigst du überhaupt keinen Broker, sondern einen guten Robo-Advisor.

Wir haben in diesem Artikel «Robo-Advisor Schweiz: 3 Anbieter im Vergleich» drei innovative Schweizer Anbieter genauer unter die Lupe genommen. Die wichtigsten Facts & Figures (inkl. Aktionscodes mit Startbonus) findest du ebenfalls auf unserer Empfehlungsseite

Bester Broker Schweiz Faktor #1:
Gebühren und Kosten

Dieser Faktor dürfte niemanden kalt lassen. Denn jeden einzelnen Franken, den du für Gebühren & Co. ausgibst, geht dir von deiner Rendite ab. Nachfolgend haben wir dir die wichtigsten Kosten aufgelistet, welche dir der Broker verrechnen kann:

Depotgebühren

Diese wiederkehrende Gebühr zugunsten des Brokers fällt unabhängig davon an, ob du handelst oder nicht. Du bezahlst sie für die Verwahrung und Verwaltung deiner ETFs und anderer Wertschriften. Die Preise sind oft vom Wert deines Portfolios abhängig, wobei gewisse Anbieter Unter- und Obergrenzen festlegen. So verlangt der führende Schweizer Online-Broker Swissquote für ein Depot 0.1% pro Jahr, mindestens jedoch 60 und maximal 200 CHF. Bei PostFinance hingegen, welche ebenfalls die Plattform von Swissquote einsetzt, fällt unabhängig von der Depotgrösse eine jährliche Pauschalgebühr von 72 CHF an.

Andere Trading-Plattformen wie diejenigen von Interactive Brokers und DEGIRO sowie von Neonbanken wie Yuh und neon verlangen überhaupt keine Depotgebühren.

Bezüglich der Depotgebühren solltest du dir also folgende Frage stellen: Wie gross ist mein Depot bzw. in welcher Grössenordnung wird es sich mittelfristig bewegen? 

Courtagen (Provisionen)

Dies ist die transaktionsbedingte Provision zugunsten des Brokers, die bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie ETFs anfällt. Das entsprechende Pricing fällt je nach Broker sehr unterschiedlich aus. Grundsätzlich gibt es folgende Preismodelle: 

  • Variable Provisionen
  • Fixe Provisionen
  • Keine Provisionen

Variable Provisionen

Bei diesem Preismodell variieren die Gebühren in Abhängigkeit des Transaktionswertes: Dieses Preismodell gilt häufig bei etablierten Schweizer Brokern wie PostFinance und teilweise Swissquote. (Beide verfügen über dieselbe Swissquote Plattform. Im Gegensatz zu PostFinance bietet Swissquote auch relativ günstige Fixprovisionen an, vgl. nächster Punkt.) Oft nehmen die Gebühren dabei mit zunehmendem Transaktionswert prozentual ab.

Nicht so bei den beiden führenden Schweizer Neobanken Yuh und neon, welche eine lineare Preisstruktur mit 0.5% Gebühren verfolgen. Eine solches Preismodell ist zwar sehr einfach zu verstehen, ist jedoch wegen des fehlenden Kostendachs nur bei kleineren Trades bis rund 1’000 CHF preislich interessant.

«Heutzutage sind zweistellige Provisionsbeträge für einen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.»

Fixe Provisionen

Dabei werden dir Pauschalgebühren unabhängig des Transaktionsbetrages verrechnet. Dieses Preismodell kommt teilweise bzw. je nach ETF bei DEGIRO (pauschal 2€) und bei Swissquote (9 CHF) zur Anwendung. Einige Anbieter wie Cash (29 CHF via Partnerbank Zweiplus) oder die Migros Bank (40 CHF online und 100 CHF über Kundenberater) werben regelmässig für ihr vermeintlich attraktives Fixgebührenmodell. Doch seien wir ehrlich: Heutzutage sind zweistellige Provisionen für einen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig, ausser es handelte sich um mindestens sechsstellige Transaktionssummen.

Keine Provisionen

Manche Plattformen wie DEGIRO, Interactive Brokers oder neon verzichten für gewisse ETFs ganz auf Provisionen. Dahinter stecken Deals zwischen den Brokern und den ETF-Anbietern, welche gewisse ETFs pushen wollen und deshalb die Provisionen übernehmen bzw. den Brokern vergüten. Provisionsfreie Trades sind für dich nur dann wirklich interessant, wenn es sich bei diesen sogenannten «Gratis-ETFs» um attraktive, auf dem Markt bereits etablierte Produkte handelt, deren wiederkehrende Produktgebühren (TER) und andere Eigenschaften mit denjenigen von Top-ETFs vergleichbar sind. 

«Provisionsfrei bedeutet nicht gratis.»

Ein besonders grosses Angebot an attraktiven und provisionsfreien ETFs bietet der europäische Marktführer DEGIRO an. Aber Achtung: Provisionsfrei ist nicht gleichbedeutend mit gratis. Auch bei DEGIRO nicht. So verrechnet der europäische Marktführer bei jedem Trade pauschal 1€ Bearbeitungsgebühr (vgl. Kapitel unten «Weitere Kosten»).

– P a r t n e r a n g e b o t –

DEGIRO bietet ein sehr einfaches Gebührenmodell mit Pauschalpreisen an, welches insbesondere bei grösseren Summen kaum zu schlagen ist.

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Währungswechselgebühren

Diese Gebühr fällt immer dann an, wenn du für den Wertschriftenhandel Währungen tauschen musst.

«Die Kosten für den Währungstausch werden allgemein unterschätzt, obschon sie bei den Trades oft am stärksten zu Buche schlagen.»

Die damit verbunden Kosten werden leider von vielen unterschätzt, auch weil sie oft gut versteckt sind, d.h. separat abgerechnet wird. Schade, denn betraglich können die Kosten für den Währungstausch bei deinen Trades am stärksten zu Buche schlagen.

Bei Swissquote beispielsweise zahlst du 0.95% Währungswechselgebühren, was dich bei einer Transaktion im Wert von 10’000 CHF stolze 95 CHF kostet! Immerhin: Bei der Schweizer Marktführerin kannst du (fast) beliebig viele Fremdwährungskonten führen. So könntest du beispielsweise bestehende Euro-Bestände auf das Multiwährungskonto von Swissquote transferieren, um so bei deinem nächsten ETF-Trade in Euro die Währungswechselgebühren einzusparen.

DEGIRO bietet mit 0.25% deutlich günstigere Währungswechselgebühren an als Swissquote, allerdings keine Multiwährungskonten. Allgemein gilt: Ohne Multiwährungskonto kommt es bei jeder Transaktion in Fremdwährung zu einem gebührenpflichtigen Währungstausch, einschliesslich bei Dividendeneinkünften in Fremdwährungen.

Unschlagbar ist bei den Währungswechselgebühren Interactive Brokers: 0.002% (Mindestgebühr 2$) und obendrein Multiwährungskonten!

– P a r t n e r a n g e b o t –

Vorzüge wie extrem tiefe Währungswechselgebühren machen den traditionsreichen US-Anbieter Interactive Brokers für viele Anleger:innen sehr attraktiv.

Disclaimer: Investieren birgt Verlustrisiken.

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Stempelsteuern

Für Transaktionen in der Schweiz fällt die Eidgenössische Umsatzabgabe an. Diese Abgabe, auch Stempelsteuer genannt, fällt linear, d.h. im Verhältnis zum Transaktionswert an, und zwar 0.075% für inländische und 0.15% für ausländische Wertpapiere. Das heisst, bei einem Transaktionswert von 10’000 CHF zahlst du 7.50 bzw. 15 CHF an den Schweizer Fiskus.

Steuerspartipp: Bei ausländischen Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO fallen keine Stempelsteuern an (vgl. auch unseren Artikel «ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio»).

Weitere Kosten

Ferner belasten die Börsen den Banken und Brokern Börsengebühren. Diese Gebühren werden je nach Broker, Preismodell oder Börse voll, teilweise oder gar nicht weiterverrechnet.

Bezogen auf den Aktien- und ETF-Handel sind diese Gebühren bei Swissquote bereits in den Provisionen enthalten bzw. werden nicht separat verrechnet. Bei Interactive Brokers wiederum sind sie nur beim Preismodell «Fixpreis» inkludiert, während sie bei DEGIRO für CH-Anleger:innen nur bei ausländischen Handelsplätzen verrechnet werden, und zwar als «Gebühren für Handelsmodalitäten» von jährlich 2.50€ pro Fremdbörse und Jahr. 

Weitere Kosten, welche einige Broker separat verrechnen, sind Bearbeitungsgebühren. Bei DEGIRO beläuft sich diese Gebühr auf 1€ pro Trade.

Fazit zu den Gebühren und Kosten

Egal, welcher Anlegertyp du bist, dem Kostenfaktor solltest du grosse Bedeutung beimessen. Denn hohe Gebühren bedeuten weniger Rendite für dich.

Bevorzuge also Handelsplattformen ohne laufende Kosten und wenn schon Depotgebühren, dann sollten sie wie bei Swissquote nach oben gedeckelt sein und nicht mehr als 0.1% des Depotwerts betragen. 

Die Courtagen wiederum sollten idealerweise (deutlich) weniger als 1% des Transaktionswerts betragen und gleichzeitig 10 CHF nicht übersteigen. Wähle keinen «Gratis-ETF», nur weil er provisionsfrei ist. Die produktspezifischen Konditionen müssen auch stimmen.

Auch Gebühren für den Währungstausch solltest du möglichst tief halten (max. 0.25%) oder besser ganz vermeiden. Letzteres ist mittels Multiwährungskonten möglich oder (einfacher) indem du Wertschriften in Handelswährung CHF handelst. 

Zudem lohnt es sich insbesondere bei hohen Investitionssummen auf einen ausländischen, stempelsteuerfreien Broker wie Interactive Brokers oder DEGIRO auszuweichen.

Schliesslich solltest du auch weitere Kosten wie allfällige Börsen- oder Bearbeitungsgebühren, welche einige Broker erheben, kennen und bei der Brokerwahl berücksichtigen, auch wenn diese Gebühren in der Regel moderat ausfallen. 

«Bester Broker Schweiz» Faktor #2:
Wertschriftenangebot

Dieser Faktor ist insbesondere dann wichtig, wenn du klare Vorstellungen bezüglich deiner Anlagen hast. Also du möchtest beispielsweise in ganz bestimmte ETFs investieren und diese womöglich auch noch an deiner bevorzugten Börse erwerben. In einem solchen Fall kommt für dich nur ein Broker in Frage, welcher über das entsprechende Angebot verfügt.

Für Schweizer Anleger:innen, welche bevorzugt über die Schweizer Hauptbörse SIX handeln möchten, dürfte Swissquote unschlagbar sein. Swissquote bietet auch alle von uns auserkorenen Sieger-ETFs an der Schweizer Hauptbörse SIX an.   

– P a r t n e r a n g e b o t –

Der Pionier-Broker Swissquote (zum Review) bietet für Schweizer Investorinnen und Investoren nicht nur die grösste Auswahl an Anlageprodukten an. Alle an der CH-Börse SIX gehandelten ETFs erhältst du zudem zu fairen Gebühren von pauschal 9 CHF. Mit dem Aktionscode «MKT_SFB» sicherst du dir Trading Credits und unterstützt gleichzeitig unseren Blog. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung.

Swissquote Erfahrungen

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Fazit zum Wertschriftenangebot

Das Wertschriftenangebot ist insofern für dich wichtig, als deine Wunsch-ETFs & Co. an deiner bevorzugten Börse auf der Plattform handelbar sein sollten. Bei all unseren empfohlenen Anbietern können wir bei Bedarf für dich entsprechende Produktabklärungen vornehmen. Schreib’ uns einfach dein Anliegen unten in die Kommentare.

«Bester Broker Schweiz» Faktor #3:
Benutzerfreundlichkeit der Plattform

Wenn du es bevorzugst, deine Finanzen wahlweise sowohl über den Desktop als auch übers Handy zu regeln, dann bist du bei klassischen Online-Brokern wie Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO bestens bedient. Wir benutzen all diese Plattformen und kommen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit damit problemlos zurecht – so sehr sie sich auch beim «Look & Feel» unterscheiden.

Was aber offensichtlich ist: Das vielfältigste Angebot an Plattformen bietet Interactive Brokers an: Nicht weniger als sieben Plattformen, darunter gleich zwei Handy-Apps, mit unzähligen Features stehen für die Börseneinsteigerin bis zum routinierten Trader zur Auswahl.

Die Qual der geeigneten Plattformwahl: Nicht weniger als sieben Handelsplattformen bietet Interactive Brokers seinen Privatanleger:innen an.
Unterschiedliche Ansichten bei Interactive Brokers: für den grossen Bildschirm das klassische, webbasierte IBKR Client Portal (links) und die mächtige IBKR Trader Workstation als Download (rechts) sowie als App für die Hosentasche die übersichtliche «IBKR Global Trader» (links) und die umfassende «IBKR Mobile» (rechts).

Am anderen Ende der Skala sind die Plattformen von Neobanken wie Yuh oder neon, welche sich auf das mobile Trading per App beschränken und auf webbasierte Lösungen am grossen Bildschirm verzichten.

Neben dem «Look & Feel» der Plattform steuern nützliche Reports wie Transaktionsbestätigungen, Dividendenabrechnungen oder Steuerberichte auch einen wichtigen Teil zur Benutzerfreundlichkeit der Plattform bei. Beim Reporting punkto Aussagekraft und Komfort hat für uns Swissquote klar die Nase vorn.

Während nämlich beispielsweise bei Swissquote Dividendeneingänge einschliesslich allfälliger Steuern separat mittels eines übersichtlichen PDF automatisch im Kundenpostfach landet, müssen diese Informationen bei DEGIRO und Interactive Brokers manuell abgerufen werden.

Fazit zur Benutzerfreundlichkeit der Plattform

Wir denken, dass heute grundsätzlich alle Plattformen recht benutzerfreundlich sind. Letztlich ist es wohl Geschmacksache, ob einem eine Plattform gefällt oder nicht. Wenn du dein Portfolio jedoch am grossen Bildschirm verwalten möchtest, kommst du um klassische Online-Broker wie beispielsweise der diesbezüglich einzigartig vielfältige Interactive Brokers nicht herum. 

Bei der Berichterstattung wiederum bietet Swissquote erfahrungsgemäss deutlich mehr Komfort an als ihre ausländische Konkurrenz. 

«Bester Broker Schweiz» Faktor #4:
Sicherheit & Regulierung

Bezüglich dieses Faktors solltest du dir insbesondere die folgenden drei Fragen stellen:

  • Ist der Broker von einer renommierten Finanzaufsichtsbehörde reguliert?
  • Wie ist mein Vermögen im Falle einer Insolvenz des Brokers geschützt?
  • Verleiht der Broker meine Wertschriften?

Wir beurteilen die Sicherheitsstandards bei all unseren Kooperationspartnern als hoch, auch wenn sich die einzelnen Sicherheitsaspekte stark voneinander unterscheiden. Gemeinsam und ebenfalls der Sicherheit förderlich sind Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers gleichermassen das hohe Renommee und die starke Marktstellung.

Swissquote und DEGIRO verfügen beispielsweise über Banklizenzen und sind somit staatlich reguliert (CH resp. D). Das heisst in diesen beiden Fällen auch, dass ETFs als Sondervermögen gelten und somit vor einer Insolvenz des Brokers geschützt sind. Interactive Brokers hingegen verfügt über keine Banklizenz. Folglich werden Barmittel und Wertschriften separat verwahrt, womit deine Vermögenswerte bei einer Insolvenz des Brokers geschützt wären bzw. nicht in die Konkursmasse fielen.

Interactive Brokers gewährt überdies eine überdurchschnittlich hohe Einlagensicherung von 500’000 USD, während sie bei Swissquote und DEGIRO bei 100’000 CHF bzw. EUR beträgt.

Bei den ETF-Anbietern ist die Wertpapierleihe weit verbreitet. Ob ein ETF verliehen wird, steht jeweils im Kleingedruckten des Produktdatenblatts. Aber auch dein Broker kann deine Wertschriften gegen Sicherheiten an Dritte verleihen, um einen Zusatzverdienst zu generieren. Das damit verbundene Verlustrisiko schätzen wir als sehr gering ein.

Dennoch: Bei Brokern ohne Wertpapierleihe entfällt dieses Risiko. Bei DEGIRO können deine Wertschriften verleiht werden, ob du willst oder nicht. Die generierten Einnahmen daraus verwendet DEGIRO, um ein möglichst tiefes Preisniveau anzubieten. Das heisst, es fliessen keine Gelder direkt an dich zurück. Diesbezüglich ist die Regelung bei Swissquote und Interactive Brokers für dich vorteilhafter: Im Gegensatz zu DEGIRO werden deine Wertpapiere nur optional, d.h. mit deiner Zustimmung verleiht. Zudem wirst du am Gewinn beteiligt (vgl. auch Kapitel unten «Zusatzverdienste durch Wertpapierleihe»).

Fazit zu Sicherheit & Regulierung

Auch wenn dieses Thema bei Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO unterschiedlich ausgestaltet ist, beurteilen wir alle drei renommierten und erfolgreichen Broker als sehr sicher. Wenn du jedoch aus Risikoüberlegungen deine Wertschriften nicht verleiht haben möchtest, fällt DEGIRO raus. 

«Bester Broker Schweiz» Faktor #5:
Kundendienst & Support

Professionell gemachte Erklärvideos und informative FAQs bieten mittlerweile fast alle Broker an. Der Kundenservice ist besonders dann relevant, wenn dir eine spezifische Frage mit einer gewissen Dringlichkeit und Wichtigkeit unter den Nägeln brennt. Denn in solchen Fällen zeigt sich, wie leistungsfähig der Kundensupport der Plattform wirklich ist.

Als Faustregel gemäss unseren Erfahrungen gilt: Heimische Anbieter wie Swissquote, aber auch die hiesigen Neobanken Yuh und neon, bieten einen effizienteren Kundenservice an als die internationalen Schwergewichte DEGIRO und Interactive Brokers. Letzterer fällt insbesondere durch lange Antwortzeiten ab, welche teilweise über eine Woche betragen können.

Für manche mag es auch ein relevanter Pluspunkt sein, dass bei den genannten CH-Anbietern die Anliegen direkter (telefonisch) und in vertrautem Rahmen (Muttersprache und besseres Verständnis für CH-spezifische Anfragen wie beispielsweise Steuerthemen) behandelt werden können.

Fazit zum Kundendienst und Support

Wem kurze Antwortzeiten, hohe Kompetenz bei CH-spezifischen Anliegen und/oder ein direkter telefonischer Kontakt im vertrauten Rahmen am Herzen liegen, ist in der Regel mit heimischen Anbietern wie der Schweizer Marktführerin Swissquote klar besser bedient als mit ausländischen Playern.

«Bester Broker Schweiz» Faktor #6:
Zusatzservices

Es gibt unzählige Features, womit sich die Broker von der Konkurrenz abheben wollen. Doch viele davon dürften für dich – wenn überhaupt – nur einen bescheidenen Zusatznutzen bieten. Folgende Zusatzservices  betrachten wir als besonders interessant:

Hebelwirkung durch Wertpapierkredite

Wenn du ein risikofreudiges und renditeorientiertes Naturell wie Toni bist, dürften Wertpapierkredite bzw. sogenannte Lombardkredite eine prüfenswerte Option für dich sein. Mit einem solchen Kredit hebelst du deine Wertschriften, was zu stärkeren Wertschwankungen deines Portfolios und – im positiven Fall – zu beträchtlich höherer Rendite führen kann. Entscheidend dabei sind möglichst tiefe Zinsen: Toni hebelt sein ETF-Portfolio seit einigen Jahren bei Interactive Brokers aufgrund der vergleichsweisen attraktiven Zinskonditionen für Lombardkredite. Neben den tiefen Zinsen ist ihm als Kreditnehmer eine hohe Flexibilität bezüglich Laufzeit, Verfügbarkeit und Währungen wichtig.

KreditwährungDEGIROInteractive BrokersSwissquote
CHF5.25%* - 6.90%2.559%**4.20%
EUR5.25%* - 6.90%5.173%**6.77%
USD5.25%* - 6.90%6.830%**8.34%
Unterschiedliche Margin-Konditionen je nach Währung und Anbieter per Stichtag 1.7.2024. *Festvorschuss, d.h. Zinsen fallen auf den gesamten zugeteilten Betrag an, unabhängig davon wie viel tatsächlich verwendet wird. **bis 90'000 CHF/EUR resp. 100'000 USD, danach stufenweise günstiger.

Falls du mehr über Lombardkredite einschliesslich Portfolio-Simulationen erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel «Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?».

Zusatzverdienste durch Wertpapierleihe

Die Wertpapierleihe haben wir bereits beim Faktor #4 «Sicherheit und Regulierung» erwähnt. Zur Erinnerung: Sie dient der Erzielung zusätzlicher Einnahmen und zum Ausgleich von Kosten. Bei Online-Brokern ist die Wertpapierleihe für dich nur dann interessant, wenn sie optional ist und du an den Einnahmen beteiligt wirst. Dies ist sowohl bei Swissquote als auch bei Interactive Brokers der Fall. Toni und Stefan partizipieren beide am «Programm zur Optimierung der Aktienrendite» von Interactive Brokers, indem sie ihre Portfolios  durch Interactive Brokers verleihen lassen und damit an den «marktüblichen» Zinseinnahmen zu 50% beteiligt werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt anhand des Beispiels von Swissquote, wie die Wertpapierleihe in der Praxis funktioniert.

Schema der Wertpapierleihe als optionaler Swissquote Service für passive Zusatzverdienste. (Quelle: Swissquote)

Bester Broker Schweiz: Schlussfazit

Den perfekten Broker für alle gibt es nicht. Tiefste Preise, grösste Auswahl und bester Service wäre die Quadratur des Kreises. Jeder Broker hat Stärken und Schwächen. Entscheidend ist, was dir wichtig ist bzw. wo du bereit bist, Kompromisse einzugehen. Bezogen auf den Wertschriftenhandel haben wir dir nachfolgend die wichtigsten Stärken und Schwächen von den drei führenden Online-Brokern Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers sowie von den beiden grössten Schweizer Neobanken Yuh und neon zusammengefasst.  

Bester Broker Schweiz «Swissquote»

Sind dir ein effizienter Kundenservice mit besonderem Verständnis für Schweiz-spezifische Anliegen und/oder ein möglichst grosses Produktangebot unterschiedlicher Anlageklassen besonders wichtig und gleichzeitig bist du bereit für diese Vorzüge eine Depotgebühr mit Kostendach zu entrichten, dann dürfte Swissquote deine bevorzugte Wahl sein.

Bester Broker Schweiz «DEGIRO»

Schätzt du hingegen ein einfaches Preismodell ohne Depotgebühren und mit tiefen Pauschalpreisen, egal wie hoch deine Investitionen sind und nimmst dafür ein eingeschränktes Produktangebot und die obligatorische Wertpapierleihe in Kauf, dann wirst du dich mit dem europäischen Marktführer DEGIRO sehr gut aufgehoben fühlen.

Bester Broker Schweiz «Interactive Brokers»

Schliesslich wirst du mit Interactive Brokers insbesondere dann glücklich werden, wenn du von den teils extrem günstigen Preisen bei Trading, Lombardkrediten, Währungswechsel und/oder vom einmalig vielschichtigen Plattformen-Angebot profitieren möchtest. Auf der anderen Seite darfst du dich von der vergleichsweise komplexen Gebührenstruktur und dem teilweise trägen Kundenservice nicht abschrecken lassen.

Oder doch die Neobanken?

Neobanken wie Yuh oder neon punkten wiederum mit ihrem einfachen, linearen Gebührenmodell bei kleineren Investitionssummen, z.B. regelmässig mittels eines automatisierten Sparplans. Das Anlageangebot erachten wir allerdings als noch nicht ausreichend, wenn auch einzelne ETFs im Angebot durchaus attraktiv sind.

Muss ich mich überhaupt für einen Broker entscheiden?

Nein, natürlich nicht. Denn mit Ausnahme von Swissquote fallen weder bei den Online-Brokern DEGIRO und Interactive Brokers noch bei den Neobanken Yuh und neon Depotgebühren oder andere laufende Kosten an. Das heisst, du kannst ohne Kostenfolgen mehrere Anbieter miteinander kombinieren bzw. sie einfach mal austesten.

Ein Lösungsansatz könnte für dich also auch eine «Multi-Broker-Strategie» sein, indem du selektiv Services von mehreren Anbietern beanspruchst. Ein solches Vorgehen verfolgt beispielsweise Stefan, indem er sein Wertschriften-Portfolio auf die Plattformen von Swissquote (via PostFinance), Interactive Brokers und DEGIRO aufgeteilt hat.

Welcher ist dein bester Broker Schweiz? Sind für dich bei der Brokerwahl andere Faktoren wichtig? Teile uns gerne deine Meinung unten in der Kommentarspalte mit. 

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Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen «Bester Broker Schweiz…»-Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar. B

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