ETF kaufen: So einfach geht’s

Abbildung 9: ETFs kauft man am einfachsten und günstigsten online an der Börse

Im letzten Artikel haben wir erläutert, worauf bei der Wahl eines ETF zu achten ist. Nach der Wahl ist vor dem Kauf: Wie du ein für deine Ansprüche geeignetes Trading-Depot findest und darüber online in wenigen Minuten einen ETF kaufen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.  

Bevor wir ins Thema einsteigen, gehen wir davon aus, dass wir uns für folgenden ETF entschieden haben: “iShares Core MSCI World UCITS ETF”. 

Wie wir im letzten Artikel aufgezeigt haben, erfüllt dieser ETF – wie auch diverse andere – einige wichtige Mindestanforderungen bezüglich Kosten, Tracking Difference und Fondsgrösse.

Dennoch: Unsere Absicht für die Wahl dieses ETF besteht einzig darin, dir mittels eines auf dem Markt existierenden Produkts die nachfolgenden Ausführungen möglichst konkret und verständlich aufzuzeigen. (Selber sind wir nicht in dieses Produkt investiert.)

1  Die Wahl eines geeigneten Trading-Depots

Zum Kauf eines ETF benötigst du zuerst ein Depot bei einem Online-Broker oder einer klassischen Bank. Mittels Vergleichsdienst, z.B. Moneyland, erhältst du eine gute Übersicht über die Konditionen der wichtigsten Anbieter von Trading-Depots in der Schweiz. Folgende Punkte solltest du als Anleger besonders beachten:  

  • die Kosten
  • die Leistungen
  • die Grösse

1.1  Die Kosten

“Höhere Kosten bedeutet weniger Rendite für dich.”

Gemäss Moneyland sind die teuersten Handelsplattformen mehr als viermal so teuer wie die günstigsten Online-Broker. Höhere Kosten bedeutet weniger Rendite für dich.

Es lohnt sich also, die Gebühren der einzelnen Anbieter sorgfältig zu vergleichen.

Im Wesentlichen geht es um folgende drei Kostenblöcke: (Die unten erwähnten Konditionen sind den Produktinformationen der Anbieter entnommen und ändern laufend. Alle Angaben ohne Gewähr.)

  • Courtagen: Dies ist die Transaktionsgebühr, die bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie ETFs anfällt. Bei den meisten Anbietern steigen die Courtagen mit zunehmendem Transaktionsvolumen. Einige Anbieter wie Cash (29 CHF) oder Migros Bank (40 CHF) bieten Pauschalen, sogenannte Flat-Fees an. Bezüglich der Courtagen solltest du dir also folgende Fragen stellen: Wie oft handle ich? Wie hoch ist üblicherweise mein Transaktionsbetrag? Faustregel: Die Courtagen sollten idealerweise weniger als 1% des Transaktionsbetrags ausmachen.
  • Depotgebühren: Diese Gebühr bezahlst du für die Verwahrung und Verwaltung deiner Wertpapiere bzw. ETFs. Die Preise sind in der Regel von der Depotgrösse abhängig, wobei gewisse Anbieter Unter- und Obergrenzen festlegen. So verlangt der führende Online-Broker Swissquote für ein Depot 0,1% pro Jahr, mindestens jedoch 60 und maximal 200 Franken. Bei PostFinance hingegen fällt unabhängig von der Depotgrösse eine jährliche Pauschalgebühr von 90 Franken an. Andere Trading-Plattformen wie diejenige von Cornèr Trader verlangen gar keine Depotgebühren. Bezüglich der Depotgebühren solltest du dir also folgende Frage stellen: Wie gross ist mein Depot bzw. in welcher Grössenordnung wird es sich mittelfristig bewegen?  Faustregel: Die jährlichen Depotgebühren sollten nach oben gedeckelt sein und nicht mehr als 0,1% des Depotwerts betragen.
  • Weitere Kosten: Für Transaktionen in der Schweiz fällt die Eidgenössische Umsatzabgabe an. Diese sogenannte Stempelsteuer beträgt 0,075% des Transaktionswertes für inländische und 0,15% für ausländische Wertpapiere. Ferner belasten die Börsen den Banken und Brokern Börsengebühren. Die meisten Anbieter verrechnen Umsatzabgabe und Börsengebühren den Anlagekunden weiter. Allgemein kann festgehalten werden, dass diese beiden Gebühren in der Regel kaum ins Gewicht fallen. Wer regelmässig Wertpapiere in Fremdwährung handelt, darf auch die Kosten für die damit verbundenen Devisengeschäfte nicht vernachlässigen. Denn auch in diesem Bereich gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Unser Tipp: Bei unverschämten Wechselkursen und/oder Gebühren empfehlen wir, das Angebot von Transferwise zu prüfen. Transferwise ist bekannt für niedrige und transparente Gebühren. Zudem wird jeweils der tatsächliche Wechselkurs, d.h. ohne Zuschläge, verwendet. 

ETF kaufen

1.2  Die Leistungen

“Services wie die Anlageberatung sind für selbstbestimmte Investoren unerwünscht.”

Bei den Leistungen sind für dich als Privatanleger das (ETF-)Angebot, die einfache Handhabung, der kompetente Support sowie ein technisch einwandfreier und sicherer Betrieb prüfenswerte Kriterien.

Services, welche in Richtung Anlageberatung gehen, sind bei selbstbestimmten Investoren jedoch unerwünscht.

Bei vielen Anbietern kannst du unverbindlich und kostenfrei ein Demo-Konto einrichten, was dir die Entscheidung für oder gegen einen Anbieter erleichtern wird.

1.3  Die Grösse

Bei der Grösse des Anbieters geht es primär um seine Etablierung am Markt. Bei Neueinsteigern ist Vorsicht geboten, weil das Risiko relativ gross ist, dass sie sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Schweizer Markt zurückziehen oder ganz verschwinden.

Da ETFs als Sondervermögen gelten, sind deine diesbezüglichen Investitionen auch bei einer Pleite des Anbieters geschützt. Mühsam ist ein solches Prozedere aber allemal.

Angebot: Pionierin und CH-Markführerin auf dem Gebiet des reinen Online-Trading ist die 1999 gegründete Swissquote. Wer sich für diesen Anbieter entscheidet, hat die Möglichkeit, ein Startguthaben von 100 Franken spendiert zu erhalten. (Den gleichen Betrag erhalten wir als Kunde.) Bei Interesse ist einfach die  Freundschaftswerbenummer ykhwl1 unten im Eröffnungsformular einzugeben. 

2  Trading-Portal einrichten und kennenlernen 

Bevor der ETF gekauft werden kann, solltest du noch einige Vorbereitungen treffen:

  • Registrierung bzw. Anmeldung beim Trading-Portal
  • Geldüberweisung (für den späteren ETF-Kauf)
  • Mit den wichtigsten Funktionen des Trading-Portals vertraut werden

3  ETF kaufen

Nun geht’s ans Eingemachte. Wir wollen also den eingangs erwähnten ETF “iShares Core MSCI World UCITS ETF” erwerben.

Da ETFs wie Aktien an der Börse gehandelt werden, solltest du sie auch während der normalen Börsenöffnungszeiten ordern. Bei der Schweizer Börse SIX ist dies von 9.00 bis 17.30 Uhr der Fall. 

Für den Kauf sind die folgenden Schritte und Abklärungen nötig: 

  • Wertpapiererkennung: Am einfachsten ist es, den sogenannten Ticker zu verwenden. Dieser besteht in der Regel aus vier Buchstaben und kann auf der ETF-Infoseite justetf.ch oder direkt beim Anbieter in Erfahrung gebracht werden. In unserem Beispiel lautet der Ticker “SWDA”. Alternativ kannst du auch die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) verwenden.
  • Net Asset Value (NAV): Der offizielle NAV oder Nettoinventarwert eines ETF wird einmal täglich auf Basis der letzten Schlusskurse der zugrunde liegenden Wertpapiere berechnet. Ein ETF wird mit einem Aufschlag gehandelt, wenn sein Preis über seinem NAV liegt. Wenn sein Preis unter dem NAV liegt, handelt es ich um einen Abschlag. Bei den meisten ETFs sind die Aufschläge und Abschläge in der Regel sehr gering, können jedoch in volatilen Zeiten hoch sein. Der NAV erfährst du ebenfalls online beim Anbieter. Primär soll dir der NAV bezüglich des Pricing bzw. des “wahren” Werts des ETF eine Orientierungshilfe bieten. Per 13.12.2018 betrug der NAV für unseren Muster-ETF 51.79 USD.  
  • Geld-Brief-Spanne: Dies ist die Differenz (Spread) zwischen Ankauf- und Verkaufskurs. In unserem Beispiel liegen Geld- und Briefkurs mit 51.19 resp. 51.23 USD sehr nahe beieinander. Dies ist positiv und lässt auf eine hohe Liquidität schliessen.
  • Kurslimite: Die Kurslimite ist der Maximalpreis, den du für einen ETF-Anteil zu zahlen bereit bist. Bei der Festlegung dieser Limite solltest du NAV sowie Briefkurs beachten (vgl. oben). Bei unserem Muster-ETF setzen wir die Limite auf 51.30 USD
  • Anzahl ETF-Anteile: Wir entscheiden uns für den Kauf von 100 Anteilen

3.1  Kurzanleitung – ETF kaufen

Ergänzend zu den bisherigen Erläuterungen dienen dir die nachfolgenden Auszüge der besseren Veranschaulichung. Sie stammen von PostFinance, deren E-Trading Plattform übrigens auf derjenigen von Swissquote basiert. Das “Look & Feel” ist also praktisch identisch, nicht jedoch die Konditionen (vgl. auch oben). 

Abbildung 1: Nach Eingabe des Ticker “swda” erscheint das gewünschte Produkt mit unterschiedlichen Börsenplätzen. Wir wählen die Schweizer Börse SIX.
Abbildung 2: Das Produkt erscheint in der persönlichen Liste. Mit “Trade” starten wir den Kaufvorgang. 
Abbildung 3: In der Detailmaske geben wir bei Transaktion “Kaufen”, bei Anzahl “100” und bei Auftragsart “Limit 51.30 USD” ein. Danach drücken wir auf “Auftrag erstellen”, um  – in einem letzten Schritt – den Auftrag definitiv zu platzieren. 

Bei liquiden Märkten wird der ETF in wenigen Sekunden gekauft und in deinem Depot angezeigt werden. Dort soll er dann auch möglichst lange bleiben. Oder wie es der schillernde und weltberühmte Investor André Kostolany einst ausgedrückt hat: 

“Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.”

André Kostolany, Investor

3.2  Exkurs “Preisparadies” Deutschland

Für Privatanleger, welche regelmässig nur kleinere Beträge in einen oder mehrere ETFs investieren möchten, ist das aktuelle CH-Angebot leider unattraktiv. Denn die anfallenden Gebühren schlagen in solchen Fällen unverhältnismässig hoch zu Buche.

Für Kleinanleger lohnt sich deshalb ein Blick nach Deutschland. Im Gegensatz zum Heimmarkt haben sich bei unserem Nachbarn nämlich sogenannte ETF-Sparpläne etabliert.

Ab einer monatlichen Sparrate von nur 25 Euro können zahlreiche ETFs gekauft werden. Je nach Anbieter fallen dabei weder Depot- noch Ordergebühren an. Justetf hat die entsprechenden Angebote hier verglichen. 

4  Fazit

Bevor du einen ETF an der Börse online kaufst, wählst du einen für deine Bedürfnisse geeigneten Trading-Anbieter aus.

Dabei solltest du insbesondere Kosten, Leistungen und Grösse bzw. Marktstellung sorgfältig prüfen. Denn die Unterschiede in der Schweiz, insbesondere bezüglich der Kosten, sind enorm. 

Für den Kauf eines ETF solltest du den Ticker (um den ETF zu finden), den Net Asset Value (als Orientierung bezüglich Pricing) sowie die Geld-Brief-Spanne (als Orientierung bezüglich Pricing und Liquidität) in Erfahrung bringen. 

Wer regelmässig mittels ETF-Sparplan kleinere Beträge investieren möchte, findet auf dem Heimmarkt (noch) keine attraktiven Angebote. In diesen Fällen lohnt sich der Blick nach Deutschland. 

Einen Gesamtüberblick über das Thema “Investieren” erhältst du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.

39 Antworten

  1. Ich habe mir ein Youtube-Video angesehen, wie man in Deutschland bei TradeRepublic mit dem Smartphone auf einfachster Art und Weise ETF’s kauft oder einen ETF-Sparplan anlegt. Für 1 €, ohne weitere Gebühren!!
    Als gebeutelter Schweizer Anleger kann man nur hoffen, dass solche Fintech’s auch hierzulande schnellstens Fuss fassen. Wie wir hier mit schlechten Angeboten abgezogen werden, ist schon krass!

    1. Hoi Chris

      Danke für den Hinweis. Ja, TrueWealth ist für gewisse Anlegergruppen sicherlich eine Überlegung wert. Zu beachten ist aber, dass bei TrueWealth zu den jährlichen 0.5% Verwaltungsgebühren auch noch die ETF-Produktkosten dazukommen.

      Beste Grüsse
      Stefan von SFB

  2. Vielen Dank für den Beitrag. Ich setze mich erst seit kurzem mit der Finanzwelt auseinander und bin von einem Bekannten auf Interactiv Brokers hingewiesen worden. Habt ihr Interactiv Brokers mal getestet? Würde sich dies eurer Meinung nach als Alternative zu SQ oder anderen Anbietern empfehlen?

    Besten Dank für Euer Feedback.

    Christoph

    1. Hoi Christoph

      Nein, Interactiv Brokers haben wir nicht getestet. Dennoch eine Empfehlung unsererseits: Wähle einen auf dem Markt etablierten Broker, welcher die von dir bevorzugten ETF-Produkte – basierend auf deiner zuvor festgelegten Asset Allocation – im Angebot hat und dessen Courtage pro Transaktion unter 1% liegt. Viele Anbieter, auch Interactiv Brokers, bieten zudem Gratisdemos an, was dich in deiner Entscheidung zusätzlich unterstützen kann.

      Beste Grüsse
      SFB

  3. Hallo Jungs

    Danke für die super informationen. Ich werde dank euch meine ersten Schritte im Bereich ETF wagen. Ich habe mich für Degiro als Broker entschieden. Ich beabsichtige in folgende ETF zu investieren:
    iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)
    iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc)
    iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)

    Was meint ihr dazu? Was meint ihr zu dem BNP Paribas Easy STOXX Europe 600 UCITS ETF?

    Freundliche Grüsse
    Georg

    1. Hoi Georg

      Danke für dein Lob, was uns natürlich sehr freut.

      Positiv: Mit den drei iShares Produkten bist du global investiert. Zu beachten: Der STOXX Europe 600 ist bereits zu grossen Teilen im MSCI World enthalten. Du erreichst also damit nicht eine wesentlich bessere Streuung (bezüglich der Firmenanzahl). Hingegen verleihst du den europäischen Firmen ein stärkeres Gewicht. War dies dein Absicht? (Möglicherweise, denn immerhin dominieren ja die USA den MSCI World mittlerweile mit 63% klar.)

      Bezüglich Produktalternative von BNP (STOXX Europe 600). iShares scheint uns hier bezüglich Kosten (Tracking Difference) und Fondgrösse attraktiver zu sein: https://www.trackingdifferences.com/ETF/Index/STOXX%20Europe%20600%20Index

      Beste Grüsse
      SFB

  4. Danke für eure Antwort. Bezüglich Broker bin ich etwas unsicher. Ich habe mich eigentlich für DEGIRO entschieden. Was ist eure Meinung dazu? Wäre ein Schweizer Broker sicherer?

    Besten Dank und Gruss

    1. Bezüglich Sicherheit: Bitte beachte, dass ETFs Sondervermögen darstellen, womit es vor einer allfälligen Pleite des Brokers geschützt ist. Da wir mit dem niederländischen Discount-Anbieter Degiro bisher keine Erfahrungen gesammelt haben, sind wir nicht in der Lage, “aus erster Hand” für oder gegen diesen Anbieter zu argumentieren. Wir raten jedoch, das Kleingedruckte (insbesonders bezüglich allfälliger “versteckter” Kosten) genau zu lesen. Neben der Einrichtung eines Demo-Accounts empfehlen wir zudem, die Kosten anhand deines Muster-Portfolios inkl. der von dir geplanten Investment-Tranchen je Produkt zu berechnen und anderen Trading-Plattformen gegenüber zu stellen. Und noch etwas: Wichtiger als die “perfekte” Wahl des Brokers erscheint uns, dass man – nach Festlegung der Asset Allocation sowie der Auswahl geeigneter Indizes und der zugrunde liegenden ETF-Produkte – zeitnah mit dem Investieren BEGINNT (Stichwort “Zinses-Zins”).

      LG
      SFB

  5. Super Beitrag! Die Gebühren für ETF Käufe sind in der Schweiz leider immer noch vergleichsweise hoch. Comdirect bietet deutschen Kunden das Besparen der meisten ETFs kostenlos an! Als workarround nutze ich in der Schweiz aktuell Viac oder Selma, oder mein Eurokonto von Consorsbank da ich dadurch viele Gebühren einsparen kann (Kontoführung ebenfalls kostenfrei).

    Weiter so und viele Grüsse von http://www.schwiizerfranke.com 🙂 Eric

  6. Hallo zusammen,
    da ich bei uns in der Schweiz ebenfalls nicht fündig geworden bin in puncto kostengünstige ETF-Sparpläne, habe ich in D bei einer Onlinebank ein Konto eröffnet und will dort ETF-Sparpläne für unsere drei Kinder auflegen. Was mich als Laie nun interessieren würde: Wie verhält es sich mit den Steuern? Bei uns in der Schweiz zählen doch Aktien und so auch ETF-Fonds meines Wissens zum Vermögen, unterliegen so der Vermögenssteuer. In Deutschland bezahlt man 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge wie auf Aktiengewinne. Bei Verkäufen kommen Quellensteuern hinzu. Wie vermeidet man nun eine doppelte Besteuerung bzw mit welchen Abgaben muss man letztlich rechnen? Hat hier jemand Erfahrungen gesammelt? Vielen Dank für sachdienliche Hinweise:-)

    Johannes

    1. Hallo Johannes. Ich habe in D auch zwei Konten. Bei Flatex und bei Comdirect. Du musst schauen, dass du als “Steuerausländer” hinterlegt bist. Dann bezahlst du keine Abgeltungssteuer. Und Geld solltest du mit Transferwise überweisen. Sonst kommt dich der Wechselkurs zu teuer zu stehen.

  7. Herzlichen Dank für den super Artikel! Ich habe eine konkrete Frage:
    Neben meinem MSCI World ETF möchte ich als Ergänzung den “iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF” kaufen. Nun haben ich bemerkt, dass der gleiche ETF (ISIN IE00BKM4GZ66) an unterschiedlichen Börsen (SIX: Ticker EIMI, Xetra: Ticker IS3N) unterschiedlich performt. Bei “IS3N” ist die annualisierte Performance positiv und bei “EIMI” ist sie negativ. Wenn man die Factsheets vergleicht sind diese aber total identisch. Wie kann ich mir das erklären? Heisst dies, ich sollte an der Deutschen statt an der Schweizer Börse kaufen? Für eine Antwort wäre ich dir wirklich dankbar!
    Viele Grüsse, Andreas

    1. Hoi Andreas

      Vielen Dank für deine spannende Anfrage. Ja, bei den Factsheets perfomen sowohl EIMI als auch IS3N haargenau gleich. Dies liegt daran, dass hier der “wahre” Wert bzw. der Nettoinventarwert (NIW) beigezogen wird. Die effektive Rendite bei den genannten ETFs variiert von diesem Wert. Und zu allem Überfluss erzielst du mit dem CH-Produkt die schlechtere Rendite als mit dem deutschen Pendant. Wir denken, dass dies einerseits mit der unterschiedlichen Handelswährung (EIMI = USD / IS3N = EUR, gemäss Factsheets v. 31.3.2020) und andererseits mit unterschiedlichen Spreads, d.h. der Geld-/Brief-Spanne zusammenhängt. Grundsätzlich ist ein Wechsel des Börsenplatzes sicherlich eine Überlegung wert. Beachte hierbei insbesondere die Handelsvolumina (je grösser, desto liquider und besser) und die Courtagen (bei CH-Brokern sind die Kosten bei der heimischen Börse oft etwas tiefer).

      Beste Grüsse
      SFB

  8. Hallo zusammen

    Vielen Dank für euren Artikel!
    Ihr habt geschrieben, dass sich Swissquote erst ab höheren Beträgen lohnt. Was würdet ihr als Minimum ansehen?

    Gruss Jerry

    1. Hoi Jerry
      Nein, so haben wir das nicht geschrieben. Aber im Artikel findest du bezüglich Kosten zwei Faustregeln (basierend natürlich auf unserer subjektiven Meinung):
      – Courtagen: <1% von der Transaktionssumme
      - Depotgebühren: nach oben gedeckelt und max. 0,1% des Depotwerts
      Beste Grüsse
      SFB

  9. Danke für euren interessanten Artikel. Ich habe mich nun ebenfalls entschlossen in ETFs zu investieren und mich für die iShare Produkte zu MSCI World und EM (in USD) entschieden. Hierfür habe ich mir ein Swissquote Depot zugelegt und beachte bei der monatlichen Sparrate darauf die 1% Regel zu beachten. Nachdem ich nun heute meinen ersten Kauf getätigt habe, ist mir aufgefallen, dass mir bei Barsaldo ein „!“ angezeigt wurde, dass mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich ein negatives USD Saldo habe. Mittels Knopfdruck konnte ich jedoch die eingezahlten CHF in USD umtauschen. Der Wechselkurs hat sich dann als „naja“ herausgestellt (wenn ich das richtig interpretiere). Ich bin irgendwie leichtsinnig davon ausgegangen, dass die jeweilige Reportwährung für die Anschaffung irrelevant wäre (dies ist jedoch, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, ausschliesslich für die Performance der Fall, da sich Wertpapier-Kurs und Währungsdifferenz ausgleichen). Aber sehe ich das richtig, dass ich für jede monatliche Anschaffung zunächst USD kaufen muss? Wie ihr ja schreibt mache ich dies dann vermutlich am besten via TransferWise. Dennoch entstehen natürlich zusätzliche Kosten, die sich auf die Rendite auswirken. Wie geht ihr damit um? Anderen ETF nehmen, der auf CHF aufgelegt ist? Habt ihr Vorschläge? Die beiden iShare Produkte sind ja (vor Allem auch unter Einsteigern) sehr beliebt, deshalb wundert es mich, dass ich diesbezüglich noch nichts gelesen habe. Danke für eure Antwort.

    1. Danke Philipp für deine Anfrage.

      Folgende Antwort:

      a) Wenn du – abgesehen von der Handelswährung – überzeugt bist von deinem ETF (vgl. auch unseren Artikel ETFs: Worauf du bei der Wahl achten solltest und du kein vergleichbares Produkt in CHF-Währung auf dem Markt findest, dann bleibe bei deinem gewählten ETF, sorge aber dafür, dass du einen attraktiven Wechselkurs erhältst (z.B. via Drittanbieter wie TransferWise).

      b) Wenn du auf dem Markt einen gleichwertigen ETF findest, welcher an der Börse in CHF gehandelt wird, dann würden wir einen solchen vorziehen. Es spart dir Zeit für Geldwechsel, Kurse checken sowie wohl etwas Kosten. (Letzterer Effekt sollte u.E. aber nicht überschätzt werden.) ETFs des Anbieters Vanguard werden z.B. alle in CHF an der SIX gehandelt und könnten deshalb für dich eine Überlegung Wert sein (unter Berücksichtigung der im oben verlinkten Blogbeitrag erwähnten Kriterien).

      c) Wir haben in unseren Depots sowohl ETFs in Heim- als auch Fremdwährung. Die Wahl bezüglich Handelswährung treffen wir jeweils so, wie in a) und b) beschrieben.

      Beste Grüsse
      SFB

      1. Hallo SFB, ich habe eine Frage bezüglich Währungswechsel bzw. in diesem Zusammenhang. Also angenommen ich habe ein Konto bzw. ein Depot auf Swissquote (habe noch keins aber bald) in CHF und möchte in einen USD ETF investieren. Empfiehlt es sich vorher ggf. durch Transferwise den entsprechenden Betrag in USD auf das Swissquote Konto zu transferieren, um eben ggf. höhere Wechselkurse zu vermeiden? Vielen Dank und viele Grüsse, Luca

        1. Hoi Luca

          Wir finden, du solltest dies selber herausfinden. Deshalb folgenden Vorschlag: Wenn du bspw. CHF 2’000 in einen USD-ETF investieren möchtest, dann lass’ gleichentags die eine Hälfte (CHF 1’000) durch deinen Broker (z.B. Swissquote) in USD wechseln und die andere Hälfte durch Transferwise & Co. So erhältst du eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für künftige USD-Investments. Neben der Kostenfrage sammelst du so auch nützliche Erkenntnisse betreffend das Handling (einfach vs. kompliziert).

          Falls du diesen Vorschlag befolgst, sind wir (und sicherlich auch die SFB-Community) dir für einen kurzen Erfahrungsbericht dankbar.

          Beste Grüsse
          SFB

  10. Hallo SFB Team,

    Hier also mein Erfahrungsbericht bezüglich Transferwise vs. Broker (Swissquote) was das Umtauschen von USD angeht. Ich habe gestern auf Swissquote CHF 2’000.- umgetauscht und dafür USD 2’087.87 erhalten (Kurs 0.95791). Ich kann nicht sagen, ob ich noch irgendwelche zusätzliche Gebühren bezahlt habe. Auf der Abrechnung ist jedenfalls nichts erwähnt. Dann habe ich auf Transferwise ein Konto eingerichtet. Von dort aus habe ich CHF 2’000.- auf das Swissquote-Konto versendet “mit Empfang in USD”. Ich habe total CHF 11.34 an Gebühren entrichtet, so wurden letztlich CHF 1’988.66 umgetauscht. Dafür habe ich 2’096.86 erhalten (Kurs 0.9483). Auf das Swissquote-Konto wurden mir aber schlussendlich CHF 2’076.86 gutgeschrieben. Was ist passiert? Im Nachhinein habe ich erfahren, dass wenn USD in Ländern ausserhalb der USA ausbezahlt werden, SWIFT für den Transfer zur Anwendung kommt. Das hatte zur Folge dass Transferwise dafür grundsätzlich eine um CHF 3.20 höhere Gebühr verlangte. Zudem blieben weitere Gebühren auf der SWIFT-Strecke liegen. Transferwise rechnet sich also nicht. Zumindest nicht für diese Art von Transaktion bzw. wenn USD im Spiel sind, ist Vorsicht geboten. Man muss sich also vorher gut durch die AGB von Transferwise lesen. War trotzdem eine lehrreiche Erfahrung. LG Luca

    1. Hallo zusammen
      Ich habe vor zwei Wochen ebenfalls testweise USD 2000 von meinem TransferWise-Konto auf mein Swissquote-Konto überwiesen und die gleiche Erfahrung gemacht. Die TW-Gebühr lag mit CHF 11.18 wegen der obligatorischen SWIFT-Überweisung höher als normal. Dumm aber nur, dass eine “Zwischenbank” nochmals USD 20 einbehalten hat. So kamen USD 1980 auf dem Konto an. Ich werde in Zukunft mal einen noch höheren Betrag überweisen. Wenn es bei den USD 20 bleibt, könnte sich eine solche Überweisung aufgrund des viel besseren Wechselkurs von TW trotzdem lohnen.
      ot: mit Swissquote bin ich auch in anderen Belangen nicht wirklich zufrieden. Teilweise hohe Gebühren, keine Sparpläne, vergleichsweise mühsames Loginverfahren und noch einiges mehr. Aber vor allem stört mich die unübersichtliche Website. Da sind die Deutschen Anbieter viel besser.

  11. Guten Tag
    Du hast geschrieben, dass sich bezüglich ETF-Sparplan der Blick nach Deutschland lohnt. Mit welchem Trick kann ich denn ein Konto bei Trade Republic mit Wohnsitz Schweiz eröffnen?
    Herzlichen Dank und viele Grüsse
    Andreas

    1. Das geht leider nicht. Aber bei Comdirect kannst du legal Konto und Depot eröffnen. Du wirst dann als Steuerausländer geführt, d.h. du bezahlst keine Gewinnsteuer.
      In der Schweiz würde ich bei Degiro Schweiz ein Konto eröffnen. Der Aktien- und ETF-Kauf ist extrem viel günstiger als bei Swissquote. Zum Teil im Rappenbereich.

  12. Ich habe einige Anbieter ausprobiert. Am meisten überzeugt mich Degiro. Mit den Gebühren kann kein Anbieter sonst mithalten. Für eine US Aktien Ordner zahle ich als Flatrate bei der Migrosbank Fr. 40.- und bei cash.ch Fr. 29.- plus jeweils noch Gebühren wie “Ausländische Transaktion” etc. Bei Degiro zahle ich 0,5 $ plus 0,004%. Das ist wirklich Unschlagbar. Wenn ich einen ETF kaufen will, zahle ich entweder 2€ oder gar nichts. (200 ETF’s kann man kostenlos kaufen und somit auch sehr gut einen Sparplan erstellen). Depotgebühren gibt es auch nicht.
    Die meisten Aktien habe ich bei cash.ch bzw. Bank Zweiplus. Was mich ebenfalls sehr stört: Neben den hohen Gebühren ist die Broker-Plattform einfach nur billig und völlig veraltet. So erhalte ich die Kurse vom Vortag und die Bedienung ist wie in den 90er Jahren.
    Degiro ist tausendmal moderner und einfacher zu bedienen. Wie gesagt: Ich kann es sehr empfehlen.

  13. Ein Freund ist mit CapTrader sehr zufrieden wo man auch ein Konto in CHF führen kann. Ich selbst habe aber keine Erfahrungen mit diesem Anbieter.

  14. Hallo,
    Ich bin ein Greenhorn in Sachen ETFs, und habe ein Frage betreffend Handelswährung, mit
    folgendem Fonds als konkretem Beispiel:

    UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) [ISIN: LU0629459743].

    Der Kauf würde durch einen Online-Broker in der Schweiz getätigt, mit CHF aus einem Schweizer Konto. Etwaige Gewinne würden in das erwähnte Schweizer Konto, das in CHF geführt ist, eingezahlt.
    Nun ist dieser Fond, dessen Grundwährung der USD ist, in der Schweiz sowohl in USD wie auch in CHF zu kaufen, und beide Versionen werde an der Schweizer Börse (SIX) gehandelt. Welchen Unterschied macht es für mich, ob ich den Fonds in USD oder CHF kaufe?
    Mit bestem Dank!

    1. Hoi Peter
      Der Unterschied erachten wir als relativ gering. Wir tendieren zur CHF-Variante, da dir damit bei Einzahlungen das Wechseln in USD (zu oft wenig attraktiven Kursen) erspart bleibt. Auf der SIX Page kannst du übrigens auch das gehandelte Volumen und den Spread bei beiden Varianten entnehmen. Auch diesbezüglich spricht u.E. nichts gegen die CHF-Variante.
      Beste Grüsse
      SFB

  15. Guten Tag

    Ich will bei SQ einen Fond von WisdomTree kaufen, dann kommt:

    Ich akzeptiere die rechtlichen Bedingungen betreffend die nicht in der Schweiz zum Vertrieb bewilligten Anlagefonds und namentlich die Tatsache, dass die NACH-Fonds in der Schweiz nicht vertrieben werden können.

    Das kann man dann bestätigen und gut ists,

    Hat das irgendwelche Nachteile wenn die trotzdem kauft? oder ist das nur zu Absicherung von SQ?

    heinz

  16. Besten Dank für den guten Beitrag.
    Ich bin noch Anfänger und wollte mal fragen, ob es möglich ist nur sehr kleine Beiträge (in ETF’s) zu investieren? Ich denke hier wirklich gerade mal an 50.-. Habe viele Youtube-Videos gesehen, dass man in Deutschland bereits mit 25 Euro anfangen kann zu investieren.

    Wenn ja, welchen Online-Broker würden Sie hier in der Schweiz empfehlen?

    Vielen Dank schon einmal.

  17. Guten Morgen,
    meine Ausgangslage sieht folgendermassen aus: von meinem Sparkonto möchte in ETFs investieren bin aber ein absoluter Neuling, und im Pensionsalter. Frage: – macht das noch Sinn betreffend Alter? – und bei Swissquote anstelle der Raiffeisen Bank?
    Besten Dank für Eure Antwort.

    1. Guten Tag
      Falls Sie einen Anlagehorizont von 10 Jahren oder mehr haben, sind Investments in Aktien-ETFs auf alle Fälle eine prüfenswerte Option. Wenn Sie bereits während der Anlagezeit Einnahmen in Form von Dividenden generieren wollen, dann wählen Sie vorzugsweise ausschüttende ETFs. Welche Bank Sie letztlich wählen, ist Geschmacksache. Wir empfehlen Ihnen, sich zuerst über die ETF-Produkte, in die Sie investieren möchten sowie über die Höhe der zu investierenden Tranchen im Klaren zu sein. Basierend auf diesen Informationen vergleichen Sie dann die Konditionen der Banken und wählen die für Sie geeignete Trading-Plattform aus.
      Beste Grüsse SFB

  18. Guten Tag,
    ich bin Deutsche mit Wohnsitz Schweiz und möchte gerne einen ETF Sparplan von 10K CHF Anfangskapital plus monatlich 1K CHF anlegen (thesaurierend). Da ich komplett neu in dem Thema bin wollte ich Euch fragen welchen (Schweizer?) Broker Ihr empfehlen könnt und potentiell auch welchen ETF Sparplan. Ihr hattet ja erwähnt, dass man für ETF Sparpläne vielleicht besser in D schaut. Besten Dank für Eure Hilfe.

  19. Servus Stefan & Toni,

    danke für diesen hilfreichen Beitrag zum Thema ETF kaufen aus Schweizer Perspektive. Wie ihr sagt, ist das insgesamt in CH nicht gerade günstig und vor allem gar nicht so leicht, insbesondere mit den ETF Sparplänen.

    Habe mir in meinem Blog deshalb mal die Mühe gemacht und ein paar Online Broker, die vor allem im deutschsprachigen Raum aktiv sind und ETFs anbieten, miteinander verglichen: https://brokerverglei.ch/etf/. Eventuell ganz interessant für den ein oder anderen Leser.

    Was haltet ihr von den sogenannten Discount oder Neo Brokern? Welche Broker nutzt ihr für euer Depot? Cash und Cornèr Trader finde ich noch recht gut. Sollte ich mir mal genauer anschauen.

    Viele Grüße,
    Nils

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen