ETFs: Worauf du bei der Wahl achten solltest

Abbildung 8: Die Qual der Wahl infolge des rasant steigenden ETF-Angebots

Im letzten Artikel haben wir in allgemeiner Form über ETFs berichtet und aufgezeigt, weshalb dieses Anlagevehikel besonders für Privatanleger so attraktiv ist. Mit dem Erfolg der ETFs ist das Angebot und damit leider auch die Unübersichtlichkeit stetig gewachsen. So werden mittlerweile alleine an der Schweizer Börse SIX weit über 1’000 ETF-Produkte gehandelt. Mit diesem Beitrag wollen wir das ETF-Dickicht entwirren und die Qual der Wahl mittels einer einfachen Entscheidungshilfe lindern.

Nachdem du deine Asset Allocation bestimmt hast (vgl. diesen Beitrag), weisst du, wie du dein Vermögen strukturieren möchtest. Nun geht es darum, basierend auf dieser Struktur geeignete ETF-Produkte zu finden.

Der Einfachheit halber beschränken wir uns auf das entsprechende Angebot an der Schweizer Börse SIX, wo rund 1’300 ETFs gehandelt werden (Quelle: justetf.ch). Selbstverständlich kannst du ETFs auch an ausländischen Börsenplätzen erwerben, was jedoch steuerlich etwas aufwändiger sein kann.

1  Indexwahl bei ETFs

Nach der Festlegung der Asset Allocation ist die Indexwahl die wichtigste Entscheidung. Es gibt ganz unterschiedliche Indizes. Sie fokussieren beispielsweise auf bestimmte…

  • Regionen (z.B. Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Schwellenländer),
  • Länder (z.B. Schweiz),
  • Sektoren / Branchen (z.B. Technologie),
  • Faktoren (z.B. kleine Firmen bzw. „Small Caps“),
  • Strategien (z.B. Dividenden, Nachhaltigkeit) oder
  • Asset-Klassen (z.B. Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Immobilien).

„Für den Aufbau eines Weltportfolios reichen zwei ETFs.“

Um von den positiven Effekten der Diversifikation zu profitieren (vgl. diesen Beitrag), beteiligen wir uns an der globalen Wirtschaft. Demzufolge konzentrieren wir uns auf Aktien-Indizes, welche ganze Regionen abbilden. Gleichzeitig verzichten wir der Einfachheit halber darauf, spezielle Sektoren, Faktoren, Strategien oder alternative Asset-Klassen wie Immobilien oder Rohstoffe zu berücksichtigen.

Für den Aufbau eines Weltportfolios reichen eigentlich zwei ETFs, welche auf folgenden Indizes basieren:

Diese beiden Indizes ergänzen sich prima, da sie sich nicht überschneiden. Zudem decken sie rund 85% der frei handelbaren („free float“) Marktkapitalisierung in jedem der 47 Länder ab.

„Wer eine ausgewogenere Verteilung wünscht, wählt statt dem MSCI World regionale Indizes.“

Die Gewichtung der einzelnen Komponenten bzw. Unternehmen basiert auf der jeweiligen Marktkapitalisierung. Dies hat zur Folge, dass beim MSCI World die US-Firmen mit einem Anteil von rund 60 Prozent sehr stark vertreten sind. Die am stärksten vertretene Firma im MSCI World ist übrigens Apple mit einem Anteil von 2,26 Prozent (Stand: 30.11.2018).

Wer eine ausgewogenere Verteilung wünscht, wählt statt dem MSCI World regionale Indizes wie beispielsweise MSCI North America, MSCI Europe und MSCI Asian-Pacific.

Als Alternative zum US-amerikanischen „MSCI“ eignet sich der englische Index-Anbieter „FTSE“. Die entsprechenden Indizes „FTSE Developed World“ und „FTSE Emerging Markets“ sind ebenfalls breit diversifiziert und werden insbesondere vom ETF-Pionier und Preisbrecher Vanguard bevorzugt. Andere ETF-Anbieter wie Blackrock oder UBS setzen aber vor allem auf Indizes von MSCI (vgl. auch Abbildung 1 unten).

Übrigens ein Anlagemix von je einem ETF basierend auf MSCI World und FTSE Emerging Markets oder FTSE Developed World und MSCI Emerging Markets ist nicht zu empfehlen, da die entsprechenden Märkte von den beiden Indexanbietern teilweise unterschiedlich interpretiert werden. So teilt FTSE Südkorea den entwickelten Ländern zu, während MSCI es den Schwellenländern zuordnet. Südkorea wäre also im ersten Mix-Beispiel gar nicht und im zweiten doppelt vertreten.

„Kosten sind ein sehr wichtiger Faktor, da sie die Rendite längerfristig substanziell schmälern können.“

2  Produktwahl bei ETFs

Nachdem wir uns für die zugrunde liegenden Indizes entschieden haben, geht es zur Produktwahl. Als Privatanleger sollte man insbesondere die folgenden Faktoren prüfen:

  • Kosten: Diese werden jeweils mit der Total Expense Ratio (TER) angegeben und beinhalten die laufenden ETF-Gebühren, welche jährlich anfallen und direkt dem ETF verrechnet werden. Erfreulicherweise sinkt die TER dank des starken Wettbewerbs stetig. Kosten sind ein sehr wichtiger Faktor, da sie die Rendite längerfristig substanziell schmälern können. ⇒ ETFs, deren TER 0,7% 0,4% p.a. (Update 2022: Anpassung an die aktuellen, tieferen Marktpreise) übersteigt, gehören mittlerweile glücklicherweise zu den Exoten. Wir empfehlen auf teurere ETFs zu verzichten.
  • Tracking Error: Dieser zeigt, wie gut oder schlecht es dem ETF-Anbieter gelingt, abzüglich der Kosten den Referenzindex nachzubilden. ⇒ Der Tracking Error sollte max. 0,1% p.a. betragen.
  • Tracking Difference: Aussagekräftiger (aber weniger bekannt) als die TER und der Tracking Error ist die Tracking Difference. Denn diese gibt Auskunft, wie stark der ETF vom Referenzindex abweicht. Sie schliesst also sowohl die TER als auch den Tracking Error mit ein. ⇒ Diese Kennzahl sollte demnach bei max. 0,8% 0,5% p.a. (Update 2022) liegen. Als diesbezüglich wertvolle Informationsquelle empfehlen wir die ETF-Plattform trackingdifferences.com.
  • Fondsgrösse: Ein grosses Fondsvolumen ist wichtig, da dies den Handel in der Regel liquider (geringerer Spread) gestaltet. Zudem besteht kaum Gefahr, dass grosse Fonds liquidiert werden. (Der Anleger verliert durch die Liquidation eines ETF sein Geld nicht. Jedoch können entsprechende Zwangsumschichtungen umständlich sein und zusätzliche Gebühren generieren.) ⇒ min. 200 Mio CHF
  • Auflagedatum: Der Fonds sollte sich bereits einige Jahre am Markt behauptet haben. Dies ermöglicht dem Privatanleger aussagekräftigere Performancevergleiche (vgl. Abbildung 1 unten). Ideal sind ETFs, welche mindestens 5 Jahre auf dem Buckel haben.
  • Replikationsmethode: Da synthetische ETFs ein zusätzliches (Gegenpartei-)Risiko bergen und (deshalb) eine rückläufige Marktentwicklung aufweisen, bevorzugen wir die physische Replikation. Dazu gehören die vollständige Replikation als auch das sogenannte optimized Sampling.
  • Gewinnverwendung: Hier stehen ausschüttende oder thesaurierende ETFs zur Auswahl. Letztlich ist es Geschmacksache, welche Ausschüttungsform man wählt. Versteuert müssen sowohl die ausgeschütteten als auch die thesaurierenden Dividenden. Wen regelmässige Dividendengutschriften auf seinem Konto motivieren, sollte ausschüttende Produkte wählen. Wer sofort und automatisiert die Dividenden reinvestiert haben möchte, der entscheidet sich für thesaurierende Produkte.
  • Währungsabsicherung: Darauf ist bei einen global diversifizierten Portfolio aus Kostengründen zu verzichten.
  • Handelswährung: Ist die Handelswährung nicht Schweizer Franken, dann entstehen beim Währungswechsel Kosten. Diese Kosten kannst du jedoch durch die Nutzung von Online Währungswechselstuben wie Wise (ehem. Transferwise) minimieren.
  • Fondsdomizil: Dieses sollte steuerlich attraktiv sein (vgl. die Themen Verrechnungssteuer und ausländische Quellensteuer in unserem ETF Steuern Schweiz Bericht).

In diesem ausführlichen ETF-Vergleich haben wir die besten Produkte prämiert, welche all die oben aufgeführten Anforderungen erfüllen oder übertreffen.

Wenn dir bei deiner Anlage das Nachhaltigkeitsthema am Herzen liegt, solltest du bei deiner ETF-Wahl zusätzlich ESG-Kriterien berücksichtigen (vgl. hierzu unseren Artikel „Grüne Aktien: 40 ETFs im Vergleich“).

ETFs werden über die Börse erworben. Hierfür benötigst du einen geeigneten Broker.

– P a r t n e r a n g e b o t –

Ein aktuell besonders attraktiver Broker ist gemäss unserer Erfahrung und aufgrund der niedrigen Kosten für ETFs „DEGIRO“ (Link zum DEGIRO Review). Bei Interesse kannst du dich bei DEGIRO über unseren Partnerlink anmelden, womit du unseren Blog unterstützt.

Disclaimer: Investieren beinhaltet Verlustrisiken. 

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2.1 ETFs im Vergleich

ETFs im Vergleich

Abbildung 1: ETFs im Vergleich

Als unverbindliche Entscheidungshilfe erhältst du in Abbildung 1 eine Übersicht von ETFs, welche die oben erwähnten Faktoren bzw. unsere diesbezüglichen Mindestanforderungen erfüllen. Zudem handelt es sich dabei um Produkte, welche über die heimische Börse SIX mittels entsprechendem Onlinebroker zu erwerben sind.

Die Abbildung zeigt, dass nach einer solchen Selektion von den ursprünglich rund 1’300 ETFs eine überschaubare Auswahl von „geeigneten“ und vergleichbaren ETFs übrig bleibt.

Dass die Tracking Difference teilweise unter den Kosten (TER) liegt, hängt vor allem mit Zusatzerträgen aus der Wertpapierleihe sowie den Quellensteuern zusammen. Letztere können von den ETF-Anbietern teilweise zurückgefordert werden. Beide Effekte, Wertpapierleihe und Steueroptimierung, erhöhen die Performance des ETFs bzw. reduzieren die Tracking Difference und sind somit grundsätzlich positiv für den Anleger.

Abbildung 2 zeigt grafisch die Wertentwicklung des ETF „iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)“ (vgl. auch Abbildung 1 oben) und des entsprechenden Vergleichsindex. Wertentwicklung ETF und Fonds

Abbildung 2: Wertentwicklung des ETF „iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)“ und des Vergleichsindex (Quelle: iShares Factsheet vom 31.10.2018)

Die beiden Kurven verlaufen nahezu Deckungsgleich, was aus Sicht des Anlegers positiv ist bzw. für den ETF spricht. Denn ein ETF soll ja den Vergleichsindex möglichst 1 zu 1 abbilden.

– P a r t n e r a n g e b o t –

ETF kaufen

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3  Fazit

ETFs sind für den Privatanleger praktische und kostengünstige Instrumente, um in den globalen Aktienmarkt zu investieren.

Wie unser Beispiel gezeigt hat, reichen für ein Weltportfolio lediglich zwei ETFs, welche auf den Indizes von MSCI oder FTSE basieren.

Bei der Produktwahl empfiehlt es sich, einen physisch replizierenden ETF zu wählen, welcher sich insbesondere durch tiefe Kosten, eine geringe Tracking Difference sowie ein grosses Fondsvolumen auszeichnet.

Im nächsten Blogpost wollen wir aufzeigen, wie man einen ETF online an der Börse erwirbt.

Einen Gesamtüberblick über das Thema „Investieren“ erhältst du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.

22 Kommentare

  1. Simon Recher sagt:

    Super, danke für eure kurze Einführung, genau was ich gesucht habe!

    Frage: Ist das Investieren als Schweizer in zwei ETF, die beide in USD gehandelt sind, nicht ziemlich risikoreich?

    Fragen eines Noobs:
    – gibt es ähnliche Indizes, die auf CHF basieren? Würdet ihr das empfehlen? Weshalb ja, weshalb nicht?

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Simon

      Nein, grundsätzlich erachten wir ETFs, welche in USD gehandelt werden bezüglich des Währungsrisikos als nicht sehr risikoreich. Denn die Handelswährung ist diesbezüglich nicht entscheidend. Vgl. hier auch unseren Artikel ETFs: Die Revolution der Geldanlage, Kapitel 7.

      Falls du in ETFs investieren möchtest, deren Handelswährung CHF ist, so könnte der Anbieter Vanguard eine prüfenswerte Option sein. ETF-Pionier Vanguard bietet nicht nur praktisch all seine ETF-Produkte in CHF an, sondern ist auch bekannt für seine fairen Gebühren.

      Beste Grüsse
      SFB

  2. guguseli sagt:

    kann es sein, dass Vanguard nur ausschüttende ETFs anbietet? Bin auf der Suche nach zwei ETF, welche thesaurierend sind.

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      ja das ist korrekt (vgl. auch Homepage von Vanguard Schweiz).

      LG SFB

  3. Tobi sagt:

    Toller Artikel. Vielen Dank!
    Ich habe ein Konto bei Degiro eröffnet und in den einzigen MSCI World investiert der dort gratis gehandelt werden kann. Dieser wird in Euro geführt. Nun möchte ich gerne noch einen Emerging Markets ETF dazu nehmen.
    Beim Emerging Marktes ETF werde ich wohl eher einen wählen bei dessen Handel Gebühren anfallen, da mich jener der gratis gehandelt werden kann nicht sonderlich überzeugt (DE000ETFL342).
    Was ich mich generell frage ist: Macht es Sinn gleiche ETF’s in verschiedenen Währungen zu haben um sich gegen Kursschwankungen abzusichern? Oder würdet ihr sowieso immer einen ETF wählen, der in CHF gehandelt wird um Wechselgebühren zu sparen?

  4. Friederike sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe eine kurze Frage hinsichtlich eines ETF, dessen Fondwährung USD ist. Macht das einen Unterschied, ob ich in über einen Sekundärmarkt in USD oder EUR investiere? Bsp. ich möchte 5000 CHF in den Fonds investieren und kann über die Xetra in EUR oder über die London Exchange in USD investieren.

    Danke schonmal.

  5. Elino sagt:

    Hallo zusammen
    Vielen Dank für diesen tollen, ausführlichen Artikel.
    Ihr habt bezgl. Diversifikation noch Rohstoffe und Immobilien erwähnt.
    Gibt es hierzu einen weiteren Beitrag? Ich bin seit Tagen am Überlegen ob ich je ein ETF auf Immobilien und ROhstoffe in mein Portfolio zur Diversifikation aufnehmen soll…
    Danke für eine Antwort und liebe Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Eliana

      Ja, zum Immobilien-Thema kommt sicher noch ein Artikel. Immobilien-ETFs sind als Beimischung sicher eine prüfenswerte Option. Die Ausschüttungsquote ist oft überdurchschnittlich hoch, die Kursentwicklung eher moderat. In Rohstoffe sind wir nicht investiert und haben dies auch nicht vor.

      Beste Grüsse SFB

  6. Timo sagt:

    Hallo
    Super hilfreicher Artikel. Danke.
    Ich habe eine Frage u d zwar möchte ich den FTSE EPRA/NAREIT Index besparen. Ich habe zwei ETF‘s zur Auswahl, ein irischer (ausschüttend) oder Luxemburg (thesaurierend). Ich möchte via Degiro Custody eigentlich nur thesaurierende ETF‘s besparen, bin mir aber nicht sicher, ob ich steuerliche Nachteile beim ETF mit Domizil Luxemburg habe.
    Ich bedanke mich sehr für eine Antwort.
    Liebe Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Timo
      Beide Domizile (IE + LU) stehen im Ruf, steuerlich für ETF-Anleger sehr attraktiv zu sein. Es hängt letztlich von der Region der Aktien ab. USA: Vorteile IE; Europa und Schwellenländer = etwa gleich attraktiv (Quelle: Hinder Asset Management)
      Beste Grüsse SFB

  7. Reto sagt:

    Hallo liebes Finanzblog-Team

    Vielen Dank für eure hilfreichen Artikel.

    Ich habe auch eine Frage…

    Was hält ihr von folgenden ETF?
    CSIF FTSE EPRA/NAREIT Developed Green Blue
    ISIN: IE00BMDX0K95

    Er ist ein mittelgrosser ETF und noch jung, da er erst im 2020 aufgelegt wurde.

    Was mich verunsichert, an keinem Tag an dem ich geschaut habe, wurde er an der Schweizer Börse SIX gehandelt. Da ich bei Degiro keine Gebühr zahlen muss, wenn ich an der SWX anstelle der Xetra kaufe, bevorzuge ich diesen eigentlich an der SIX in USD zu kaufen anstelle in Euro an der Xetra.

    Was ist eure Meinung dazu? Und allgemein zu diesem ETF?

    Ich wäre mega dankbar für eine Antwort.

    Liebe Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Reto

      Hierbei handelt es sich um einen Branchen-ETF „Immobilien“ mit Nachhaltigkeitsfokus und breit diversifiziert über diverse Regionen der entwickelten Welt und mit einem Gesamtnettovermögen von rund 170 Mio. USD. Die TER beträgt gemäss CS Factsheet 0.25%, was wir fair finden. (Interessanter wäre dann die Tracking Difference, wofür dieser ETF aber noch zu jung ist.) Als Beimischung spricht unseres Erachtens nicht viel gegen diesen ETF. Einzig das von dir erwähnte, offenbar geringe Handelsvolumen kann dazu führen, dass der Spread etwas grösser ist und somit die Transaktionskurse etwas weniger vorteilhaft sind. (Durch die Market Makers kommt aber auf alle Fälle eine Transaktion zustande.)

      Wenn du ganz vorsichtig sein möchtest, dann gibst du diesem ETF noch zwei, drei Jahre Zeit, bevor du in ihn investierst. Wenn dich dieser ETF aber grundsätzlich überzeugt und du für dich keine vergleichbaren Alternativen auf dem Markt siehst, dann ist womöglich jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Investment – vorzugsweise in Tranchen. Ob SIX oder Xetra ist für uns nicht matchentscheidend – hier gilt es nach deiner individuellen Präferenz abzuwägen: USD vs. EUR, unterschiedliche Handelsvolumen, (moderate) DEGIRO-Gebühren für ausländische Börsenplätze etc.

      Beste Grüsse SFB

  8. Lars sagt:

    Hallo zusammen

    Wie sieht es mit den Steuern aus, wenn man in einen ETF mit Domizil in Irland investiert?

    Werden die Steuern automatisch beim Kauf abgezogen? (zb bei Swissquote)

    Habit ihr einen Artikel dazu? Habe auf die schnelle nichts gefunden. 🙂

    Besten Dank & Liebe Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Guten Tag Lars

      Gute Idee mit dem Steuerartikel, der aktuell in unserer Sammlung noch fehlt. Steuerlich sind die in der Schweiz stark verbreiteten ETFs mit Domizil Irland sehr „pflegeleicht“. So sind Verrechnungssteuer und Rückforderungsanträge anderer Art, kein Thema. Unabhängig des Domizils des ETFs gilt in der Schweiz hingegen:
      1) Dividenden, unabhängig davon, ob es sich um einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF handelt, sind als Einkommen zu versteuern.
      2) Das in ETFs angelegte Vermögen unterliegt der Vermögenssteuer.
      3) Realisierte Kapitalgewinne aus ETF-Verkäufen sind steuerfrei.

      Beste Grüsse
      SFB

  9. Larissa sagt:

    Hallo zusammen

    Vielen Dank für eure hilfreichen Artikeln!

    Ich versuche euren Hinweis am Anfang des Artikels besser zu verstehen, dass „ETFs auch an ausländischen Börsenplätzen erwerben, was jedoch steuerlich etwas aufwändiger sein kann.“

    – Was bedeutet „steuerlich etwas aufwändiger sein kann“ genau?
    – Was sind Beispiele von Vor- und Nachteilen ETFs an der Schweizer Börse zu kaufen?
    – Was sind Vor- und Nachteile ETFs an den ausländischen Börsen z.B. Euronext Amsterdam (EAM) und Xetra (XET) im Portfolio zu haben?

    Wie würdet ihr die Fragen beantworten um die Auswahl des Börsenplatzes besser verstehen zu können.

    Besten Dank und liebe Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Larissa

      Vielen Dank für deine interessante Mitteilung. Vorweg: In Bälde werden wir das Steuerthema in einem separaten Artikel vertiefen. Zu deinen Fragen:

      – Es handelt sich hier um eine Kann-Formulierung und selbst diese scheint uns aus heutiger Sicht zu stark. Steuerlicher Mehraufwand könnte allenfalls resultieren, wenn du an einer Fremdbörse einen ETF kaufst, welcher die Steuerverwaltung (noch) nicht gelistet hat. In diesem Fall ist eine manuelle Eingabe des ETF-Produkts in der Steuererklärung nötig. (Normalerweise ist es ja so, dass die steuerrelevanten ETF-Daten mit Eingabe der Valoren-Nr. automatisch ausgefüllt werden.) Steuerlicher Mehraufwand ist weniger mit der Wahl des Börsenplatzes verbunden, sondern hängt eher mit dem Domizil des ETF zusammen. So werden beispielsweise bei US-ETFs ein Teil der Dividende zurückbehalten, welche mittels Ausfüllen des separatem Steuerformular DA-1 teilweise wieder zurückgefordert werden kann. Voraussetzung für solche Rückerstattungen der Quellensteuern sind Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und dem entsprechenden ausländischen Staat.
      – Vorteile Heimbörse: Handelswährung bei vielen Produkten (insbes. bei Anbieter Vanguard) in CHF möglich, womit die Wechselgebühren entfallen; oft attraktivere Gebühren (z.B. tiefere Courtagen bei Postfinance, keine jährliche Fremdbörsengebühr bei DEGIRO); Nachteil Heimbörse: oft geringeres Handelsvolumen und deshalb grösserer Spread; ETF-Angebot ist zwar mittlerweile umfassend, aber dennoch beschränkt; aktuell keine Gratis-ETFs bei DEGIRO
      – Vorteile ausländische Börsen: Vgl. Punkt oben mit „umgekehrten Vorzeichen“;-)

      Beste Grüsse
      SFB

      1. Larissa sagt:

        An dieser Stelle einfach einmal ein Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt verständlich und ausführlich zu antworten.

        BG, Larissa

  10. Chelsea sagt:

    Vielen Dank für diesen wertvollen Artikel. Leider scheint mir bei eurer Entscheidungshilfe kein einziger nachhaltiger ETF dabei zu sein. Gibt es hier eurerseits auch Auswertungen? Ich denke, es handelt sich hierbei um ein wichtiges Kriterium.

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Chelsea

      Ja, es gibt unsererseits Auswertungen von nachhaltigen ETFs. Schau‘ doch mal in den Artikel „Grüne Aktien: 40 ETFs im Vergleich“ rein. Da wirst du bestimmt deine grünen Wunsch-ETFs finden:-)

      Beste Grüsse
      SFB

  11. Guido sagt:

    Hmmm… man kann selbstverständlich auch zu sehr in die Details gehen, ohne, dass es vermutlich viel bringt. Jedoch bin ich der Meinung, dass mit wenigen (<3-5 Titeln) keine wirklich breite Diversifikation möglich ist; zu sehr gibt es m.E. dann trotzdem Klumpen (z.B. durch zu grossen USA Anteilen). Deshalb gefällt mir dieses Portfolio an ETF mit entsprechenden Portfolio-Anteilen gut und bin gespannt auf eure Meinungen (selbstverständlich erwarte ich keine Anlageempfehlungen, aber kritische Anmerkungen, Alternativvorschläge zur Titelauswahl etc. sind willkommen):

    *Nordamerika (25%) – Vanguard FTSE Emerging Markets
    *Europa (25%) – iShares Core MSCI Europe
    *"Home Bias" (5%) – UBS ETF (CH) SPI Mid (CHF)
    *Asien-Pazifik ohne Japan (10%) – Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan
    *Japan (5%) – iShares Core MSCI Japan IMI
    *Schwellenländer (15%) – Vanguard FTSE Emerging Markets
    *Immobilien ohne USA – (10%) Vanguard Global ex-US Real Estate ETF
    *Immobilien USA (5%) – iShares US Property Yield

    Es sei noch erwähnt, dass weder Courtagen noch Depotführungsgebühren für mich relevant sind, da ich über eine Konzernzugehörigkeit in den Genuss äusserst attraktiver Vorzugskonditionen komme (somit ist das Thema "Trading Bank" auch erledigt)

    Freundliche Grüss, Guido

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      …das scheint uns eine sinnvolle Aufteilung zu sein. Jetzt benötigst du nur noch einen langen Anlagehorizont (>10 Jahre) und die nötige Portion Standfestigkeit bei künftigen Börsenturbulenzen… Viel Erfolg!

      1. Guido sagt:

        Danke. Das wünsche ich uns allen! 🙂

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