Der Gesamtmarkt schlägt die meisten aktiven Fondsmanager. Doch gibt es eine passive Strategie, die den Gesamtmarkt langfristig übertreffen kann? Factor Investing verspricht genau das. Wir stellen die fünf am besten belegten Faktorprämien vor, zeigen welche wirklich überzeugen – und welche im Langzeitvergleich enttäuschen.
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Faktorbasiertes Investieren, Smart Beta Investing oder eben Factor Investing ist eine Anlagestrategie, die sich auf Wertpapiere mit bestimmten Eigenschaften – sogenannte Faktoren – ausrichtet. Zahlreiche wissenschaftliche Studien, die auf Untersuchungszeiträumen von oft mehreren Jahrzehnten basieren, belegen, dass diese Faktoren in der Vergangenheit zu höheren Renditen geführt haben. Faktorbasiertes Investieren bedeutet also das gezielte Übergewichten von Faktorprämien in einem Portfolio gegenüber einer marktneutralen Gewichtung. Diese bildet den Gesamtmarkt nach Marktkapitalisierung ab und ist der Klassiker unter den passiven Anlagestrategien.
Factor Investing eignet sich dabei weniger als vollständiger Ersatz eines marktneutralen Weltportfolios, sondern vielmehr als gezielte Beimischung – im Sinne eines Core-Satellite-Ansatzes: Der Kern des Portfolios bleibt ein breit diversifiziertes Aktienportfolio, während Faktor-ETFs als Satelliten gezielt beigemischt werden. Ein ausschliessliches Faktorportfolio birgt zu grosse Risiken: Vergangene Überrenditen sind keine Garantie für die Zukunft, einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein, und der damit verbundene Anlagestress ist nicht zu unterschätzen.
Der Finanzbuchautor Larry Swedroe und andere Experten haben folgende sieben Kriterien identifiziert:
Gerd Kommer erwähnt in seinem Standardwerk «Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs» zudem folgende Eigenschaften von Faktorprämien:
Nachfolgend werden fünf wissenschaftlich gut belegte Faktorprämien der Anlageklasse «Aktien» vorgestellt:
Zur Veranschaulichung wird jeweils der entsprechende MSCI-Faktorindex mit einem geeigneten Vergleichsindex gegenübergestellt sowie die langfristige Überrendite seit Auflegung ausgewiesen. Ein weiterer Faktor – der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French – wird im Rahmen des Quality-Faktors kurz erläutert, aber mangels geeigneter ETF-Produkte nicht separat behandelt.
Der Small-Size-Effekt besagt, dass kleine Aktiengesellschaften (Nebenwerte) statistisch höhere Renditen haben als grosse. Als Berechnungsbasis dient jeweils die Marktkapitalisierung bzw. der Börsenwert einer Unternehmung. Der Index-Hersteller MSCI definiert die Grössenverhältnisse wie folgt: Die grössten Firmen, die 70% der Marktkapitalisierung einer Index-Region ausmachen, gehören zu den Large Caps. Die nächsten 15% sind Mid Caps. Für weitere 14% folgen die Small Caps, während sich die verbleibenden 1% auf Micro Caps verteilen. Der Median-Börsenwert eines Small Caps gemäss MSCI World Small Cap Index betrug im Februar 2026 immerhin rund 1,580 Mia. USD.
Mit anderen Worten: Nur wer mehr als 14% Small Caps in seinem Portfolio hat, kann von einem faktorbasierten Investment sprechen. Denn 14% entspricht der marktneutralen Gewichtung.
Grösste Position im MSCI World Small Cap Index per 27.2.2026 ist die US-Techfirma Sandisk.


Die Daten zeigen ein gemischtes Bild: Langfristig seit Dezember 2000 erzielte der MSCI World Small Cap mit 9,72% p.a. eine Überrendite von rund 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Gesamtmarkt MSCI ACWI IMI (8,01%). Über die letzten 10 Jahre hingegen hat Small Cap mit 11,77% den Gesamtmarkt mit 13,32% um 1,55 Prozentpunkte underperformt – ein anschauliches Beispiel für die langen Durststrecken, mit denen du bei einem faktorbasierten Investment rechnen musst.
Wenn du in den Size-Faktor investieren möchtest, haben sich insbesondere folgende beiden Produkte auf dem Markt gut etabliert:
Der iShares-ETF wurde im März 2018 aufgelegt, verfügt mit 5’916 Mio. CHF über ein deutlich höheres Fondsvolumen und überzeugt mit einer tieferen TER von 0,35% p.a. gegenüber 0,45% beim State Street-Produkt. Auch bei der Performance seit März 2018 liegt der iShares mit +49,90% vs. +47,64% leicht vorne. Der State Street-ETF punktet einzig mit der längeren Markterfahrung seit November 2013. Transparenzhinweis: Wir sind in das iShares-Produkt selbst investiert.

Value-Aktien im wissenschaftlichen Kontext (und nicht Stock-Picking à la Warren Buffett) weisen relativ zu ihren Fundamentaldaten einen besonders niedrigen Aktienkurs auf. Diese Unterbewertung wird üblicherweise anhand des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV), des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), der Dividendenrendite und des freien Cashflows ermittelt.
Grösste Position im MSCI World Value per 27.2.2026 ist – durchaus überraschend – die Google-Aktie Alphabet. Der Tech-Gigant gilt trotz seines Wachstumscharakters aufgrund eines im Branchenvergleich vergleichsweise günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) als Value-Aktie.


Die Daten zeichnen ein ernüchterndes Bild: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Value den marktneutralen MSCI World deutlich underperformt – getrieben durch die Dominanz von US-Technologieaktien. Im Langzeitvergleich seit 1974 resultiert zwar eine marginale Überrendite von 0,38 Prozentpunkten (11,61% vs. 11,23%), die jedoch vor Kosten und Steuern liegt. Zieht man die höheren Produktkosten sowie die steuerliche Mehrbelastung durch Dividendenausschüttungen ab, schwindet die Prämie weitgehend – weshalb wir den Value-Faktor nach wie vor skeptisch beurteilen.
Wenn du dennoch in den Value-Faktor investieren möchtest, lohnt sich ein Blick auf folgende zwei Produkte:
Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +117% gegenüber +108% beim iShares-Produkt besser ab – bei allerdings tieferem Fondsvolumen (CHF 3’381 Mio. vs. CHF 4’508 Mio.).

Aktien, die sich in der Vergangenheit besser als der Markt entwickelt haben, weisen auch für die nahe Zukunft höhere Renditen auf. So lautet vereinfacht ausgedrückt die grundlegende Überlegung hinter der Momentum-Prämie. Sie basiert also auf relativen Renditen und umfasst Aktien, die sich in den letzten 6 und 12 Monaten durch überdurchschnittliche Performance auszeichneten.
Grösste Position im MSCI World Momentum per 27.2.2026 ist das kalifornische Halbleiter- und Softwareunternehmen Broadcom.


Die Daten sprechen eine klare Sprache: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Momentum den marktneutralen MSCI World mit 664 vs. 478 Punkten deutlich übertroffen. Auch im Langzeitvergleich seit 1994 überzeugt der Momentum-Faktor mit einer annualisierten Rendite von 11,69% gegenüber 8,90% beim MSCI World – eine Überrendite von 2,79 Prozentpunkten über rund 32 Jahre. Damit ist der Momentum-Faktor wissenschaftlich einer der am besten belegten und in der Praxis überzeugendsten Faktoren.
Zu beachten ist jedoch, dass auch beim Momentum-Faktor längere Durststrecken auftreten können. Während des Corona-Crashs 2020 verloren zwar beide Indizes massiv an Wert – in der anschliessenden Erholungsphase hinkte der Momentum-Index dem Gesamtmarkt jedoch deutlich hinterher
Die Produktauswahl für Momentum-ETFs ist überschaubar – die folgenden zwei Produkte überzeugen jedoch von den Eckdaten her:
Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der iShares-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +209% gegenüber +202% beim Xtrackers-Produkt etwas besser ab – bei ebenfalls deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’070 Mio. vs. CHF 1’432 Mio.).

Quality-Aktien weisen typischerweise drei Merkmale auf: eine hohe Eigenkapitalrendite (ROE), stabile und vorhersehbare Gewinne sowie eine geringe Verschuldung. Da es keine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt, variiert die genaue Messung je nach Anbieter – der MSCI World Quality Index orientiert sich beispielsweise an eben diesen drei Fundamentalvariablen.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French: Er beschreibt die Beobachtung, dass Unternehmen mit konservativem Investitionsverhalten langfristig besser abschneiden als aggressiv expandierende. Da er inhaltlich eng mit dem Quality-Faktor verwandt ist und kaum eigenständige ETF-Produkte existieren, behandeln wir ihn nicht als separaten Faktor.
Grösste Position im MSCI World Quality per 27.2.2026 ist Meta – Betreiber von Facebook, Instagram und WhatsApp.


Der Quality-Faktor überzeugt mit einer der stärksten langfristigen Prämien in diesem Vergleich: Seit 1994 schlägt der MSCI World Quality den Gesamtmarkt um 3,15 Prozentpunkte jährlich. Besonders bemerkenswert ist, dass Quality-Aktien dank ihrer soliden Bilanzen und stabilen Gewinne in Krisenzeiten tendenziell widerstandsfähiger sind als der breite Markt. Die Prämie ist wissenschaftlich gut dokumentiert und gilt als robuster als etwa der Value- oder Size-Faktor.
Für den Quality-Faktor stehen zwei überzeugende Produkte zur Auswahl:
Beide ETFs wurden im Oktober 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +161% gegenüber +160% beim iShares-Produkt marginal besser ab – der iShares überzeugt mit deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’587 Mio. vs. CHF 2’109 Mio.).

Diese Faktorprämie bezieht sich auf Aktien aus den Emerging Markets bzw. Schwellenländern. Sie erklärt sich im Wesentlichen mit einer Entschädigung für ein höheres Risiko, das u.a. aus politischer Instabilität, Korruption oder einem mangelhaften Rechtssystem bzw. fehlender Gewaltenteilung resultiert.
Im Unterschied zu den bisherigen Faktoren – Size, Value, Momentum und Quality – basiert Political Risk nicht auf Fundamentaldaten der Unternehmen selbst. Die Selektion erfolgt einzig aufgrund der geografischen Herkunft: Ein Unternehmen gilt als relevant, weil es in einem Schwellenland beheimatet ist – unabhängig von seiner Grösse, Bewertung oder Qualität.
Ob Emerging Markets als eigenständiger Faktor gelten, ist in der Wissenschaft nicht abschliessend geklärt – in den bekannten Faktormodellen von Fama und French tauchen sie nicht auf. Gerd Kommer, Buchautor des Standardwerks «Souverän investieren mit ETFs», behandelt das erhöhte politische Risiko dieser Märkte jedoch als eigenständige Risikoprämie – wir schliessen uns dieser Einordnung an.
Grösste Position im MSCI Emerging Markets ist per 27.2.2026 der asiatische Chip-Gigant Taiwan Semiconductor – ein Weltkonzern, der bei MSCI allein aufgrund seines Domizils als Emerging-Markets-Titel gilt. Index-Konkurrent FTSE hingegen klassifiziert Taiwan bereits als Developed Market.


Der Political-Risk-Faktor überzeugt langfristig: Seit Auflegung des MSCI Emerging Markets Index im Dezember 1987 übertrifft er den globalen MSCI ACWI um 1,62 Prozentpunkte jährlich. Die Prämie existiert also – sie erfordert jedoch aussergewöhnlich viel Geduld.
Denn Emerging Markets neigen zu langen und schmerzhaften Durststrecken. Der 15-Jahres-Chart zeigt eindrücklich, dass Aktien von Schwellenländern von 2011 bis Ende 2024 nahezu durchgehend hinter den Developed Markets zurückblieben – eine Underperformance von über einem Jahrzehnt. Wer in dieser Phase die Nerven verlor und ausstieg, verpasste die anschliessende Erholung. Die annualisierte 5-Jahres-Rendite von 6,79% gegenüber 12,23% beim MSCI ACWI unterstreicht, wie hartnäckig solche Phasen sein können.
Wer ein globales Portfolio nach Marktkapitalisierung anstrebt, sollte ohnehin rund 10% in Emerging Markets investiert haben – das ist schlicht die Gewichtung, die dem globalen Aktienmarkt entspricht. Wer zusätzlich an die Faktorprämie glaubt, kann diesen Anteil bewusst übergewichten – sollte aber die langen Durststrecken einkalkulieren und einen entsprechend langen Anlagehorizont mitbringen.
Das Angebot an Emerging-Markets-ETFs ist erfreulich gross und vielfältig. Geeignete Produkte für Schweizer Anleger:innen findest du in unserem grossen Testbericht Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…
Der einzige, aber gewichtige Vorteil von Factor Investing ist die Überrendite. Dies trifft – (sehr) langfristig betrachtet und in unterschiedlichem Masse – auch auf unsere oben beschriebenen fünf Faktoren zu. Die untenstehende Tabelle zeigt die Überrendite je Faktor und während unterschiedlichen Zeitspannen..
| Zeitraum | Anzahl Jahre | Size-Prämie | Value-Prämie | Momentum-Prämie | Quality-Prämie | Political-Risk-Prämie |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1975–2020 | 46 | 3,3% | 0,4% | – | – | – |
| 1975–1994 | 20 | 5,4% | 2,1% | – | – | – |
| 1995–2020 | 26 | 1,7% | -0,5% | 4,3% | 3,4% | 0,6% |
| 1975–1990 | 16 | 7,1% | 2,1% | – | – | – |
| 1991–2000 | 10 | -3,1% | 0,5% | – | – | 2,3% |
| 2001–2010 | 10 | 6,4% | 1,4% | 1,8% | -0,2% | 15,4% |
| 2011–2020 | 10 | 0,5% | -1,5% | 4,0% | 3,4% | -6,1% |
Dabei fallen folgende interessante Aspekte auf:
Doch bevor du dich für Factor Investing entscheidest, solltest du auch über die wichtigsten Nachteile Bescheid wissen.
Alle fünf analysierten Faktoren haben folgende Nachteile:
Zusätzlich schlagen beim Value-Faktor noch folgende Aspekte negativ zu Buche
Die vorgestellten Faktor-ETFs sind bei den meisten etablierten Online-Brokern erhältlich. Besonders gut aufgehoben bist du bei den folgenden vier, die wir ausführlich getestet haben und empfehlen:
Saxo | Swissquote | DEGIRO | Interactive Brokers
Hinweis: Für iShares ETFs ist Saxo besonders attraktiv: Über die ETF-Sparpläne lassen sich ausgewählte iShares-Produkte ohne Kaufgebühren erwerben – darunter beispielsweise der iShares Edge MSCI World Quality Factor ETF. Ein klarer Vorteil für alle, die automatisiert und kosteneffizient in Faktorprämien investieren möchten.
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Auf unserer kompakten Empfehlungsseite findest du die wichtigsten Informationen unserer bevorzugten Online-Broker, einschliesslich Startbonus.
Unsere Schlussfolgerungen fassen wir in folgende fünf Punkte zusammen:
2026-03-26: Kleinere Anpassungen eingefügt.
2026-03-18: Text und Charts umfassend aktualisiert.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Bester Broker Schweiz? Ja, es gibt ihn – aber nicht für alle ist er derselbe. Denn die passende Brokerwahl für deine Wertschriften hängt stark von deinen individuellen Bedürfnissen und Erwartungen ab. In diesem Artikel stellen wir dir sechs entscheidende Faktoren vor, damit du sicher deinen persönlichen Favoriten findest – oder gleich mehrere. Dafür vergleichen wir sechs führende Broker, die wir in separaten Reviews sorgfältig getestet haben.
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Wir haben in einem unserer meistbeachteten Artikel Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is… anhand von acht Kriterien schrittweise die Top-ETFs in unterschiedlichen Kategorien auserkoren. Mit diesem Artikel widmen wir uns nun den Plattformen, worüber diese und andere Wertschriften gehandelt werden können. Im Gegensatz zu den ETFs, wo es unseres Erachtens möglich ist, nach rationalen, allgemeingültigen Kriterien die wirklich besten Produkte zu bestimmen, ist das Vorgehen, um zum besten Broker zu gelangen, komplexer.
«Den perfekten Broker gibt es nicht.»
Denn der perfekte Broker für alle böte die tiefsten Preise, das grösste Angebot an Wertschriften, den besten Service und noch vieles mehr, was dein Anlegerherz begehren würde. Doch leider gibt es einen solchen «Über-Broker» nicht. Vielmehr sind grundsätzlich alle Betreiber von Handelsplattformen, egal ob es sich um in- oder ausländische Anbieter handelt, einem starken Wettbewerb ausgesetzt, welcher sie zwingt, sich auf dem Markt klar zu positionieren bzw. von den Mitbewerbern abzugrenzen.
Das heisst für dich als Schweizer Anleger:in, dass du bei der Brokerwahl deine diesbezüglichen Bedürfnisse kennen solltest. Also was ist mir bei der Verwaltung meiner Wertschriften besonders wichtig? Aber auch: Wo bin ich zu Kompromissen bereit?
Wenn du also beispielsweise wie Toni nur in eine Handvoll bekannter «Brot-und-Butter»-ETFs investieren möchtest, benötigst du keinen Broker, welcher mit einem riesigen Angebot an alternativen Nischenprodukten punktet. Oder wenn du (fast) keine Gebühren zahlen möchtest, akzeptierst du womöglich längere Wartezeiten beim Kundenservice und/oder dass der «Billig-Broker» deines Vertrauens zwecks Erschliessung einer zusätzlichen Einnahmequelle, die dich nichts kostet, deine Wertschriften verleiht.
«Eine geeignete Plattform kann dir viel Geld und Ärger sparen!»
Um dir die Wahl des passenden Brokers zu erleichtern, vergleichen wir in diesem Artikel sechs führende Anbieter. Eine kluge Plattformwahl kann dir langfristig viel Geld und Ärger ersparen – deshalb haben wir alle selbst umfassend geprüft und jeweils in einem ausführlichen Testbericht dokumentiert.
Saxo Bank | Swissquote | DEGIRO | Interactive Brokers | Yuh | neon
Wenn für dich ein Startbonus eine Rolle spielt, findest du in den jeweiligen Testberichten die aktuellen Angebote für den Einstieg.
Um die teils deutlichen Preisunterschiede greifbarer zu machen, ziehen wir stellenweise auch drei in der Schweiz sehr bekannte Banken zum Vergleich heran: Migros Bank, PostFinance und UBS – sie gelten als populär, sind aber oft deutlich teurer.
Nachfolgend gehen wir nun die sechs wichtigsten Faktoren durch, die du für die Wahl des richtigen Brokers unbedingt kennen solltest. Wenn du jedoch direkt erfahren möchtest, welche Anbieter sich für welche Anlegerprofile besonders eignen, kannst du gleich zum Schlussfazit springen.
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Mit einem Klick auf unsere Empfehlungen unten kommst du direkt zu den Steckbriefen führender Online-Broker wie DEGIRO, Interactive Brokers, Saxo und Swissquote sowie Neobanken wie Yuh und neon, welche – abhängig von deinen individuellen Bedürfnissen – mit interessanten Angeboten einschliesslich Startbonus aufwarten.

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Und wenn du dich nicht mit einzelnen Wertschriften herumschlagen möchtest, sondern dir lieber automatisiert ein ganzes Anlageportfolio aufbaust, dann benötigst du überhaupt keinen Broker, sondern einen guten Robo-Advisor.
Die wichtigsten Facts & Figures etablierter Robo-Advisors findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Dieser Faktor dürfte niemanden kalt lassen. Denn jeden einzelnen Franken, den du für Gebühren & Co. ausgibst, geht dir von deiner Rendite ab. Nachfolgend haben wir dir die wichtigsten Kosten aufgelistet, welche dir der Broker verrechnen kann:
Diese wiederkehrende Gebühr fällt zugunsten des Brokers an – unabhängig davon, ob du handelst oder nicht. Du bezahlst damit für die Verwahrung und Verwaltung deiner ETFs und anderer Wertschriften. Die Kosten richten sich dabei häufig nach der Höhe deines Portfolios.
Ein Negativbeispiel ist die Grossbank UBS: Sie verlangt pauschal 0,35% pro Jahr – bei einem Depot von 100’000 CHF also stolze 350 CHF, Jahr für Jahr. Auch die Migros Bank verfolgt mit 0,23% eine lineare Preisstruktur, ab 750’000 CHF wird’s dann minim günstiger (0,21%).
Andere Anbieter setzen immerhin ein Kostendach: Der führende Schweizer Online-Broker Swissquote verrechnet 0,1% pro Jahr, mindestens jedoch 60 CHF und maximal 200 CHF. Bei PostFinance, die ebenfalls die Plattform von Swissquote nutzt, fällt unabhängig von der Depotgrösse eine fixe Jahresgebühr von 72 CHF an.
Besonders attraktiv sind Plattformen wie Saxo, Interactive Brokers und DEGIRO sowie Neobanken wie Yuh und neon: Bei ihnen fallen gar keine Depotgebühren an – dein Guthaben bleibt also vollständig investiert und wird nicht durch jährliche Fixkosten geschmälert.
Depotgebühren kannst du also mittlerweile ganz vermeiden – das lohnt sich vor allem bei kleineren Vermögen. Falls du dich dennoch für einen Anbieter mit Gebühren entscheidest, achte wenigstens darauf, dass ein klares Kostendach besteht.
Dies ist die transaktionsbedingte Provision zugunsten des Brokers, die bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie ETFs anfällt. Das entsprechende Pricing fällt je nach Broker sehr unterschiedlich aus. Grundsätzlich gibt es folgende Preismodelle:
Bei diesem Preismodell variieren die Gebühren in Abhängigkeit des Transaktionswertes: Dieses Preismodell gilt häufig bei etablierten Schweizer Brokern wie PostFinance und teilweise Swissquote. (Beide verfügen über dieselbe Swissquote Plattform. Im Gegensatz zu PostFinance bietet Swissquote auch relativ günstige Fixprovisionen an, vgl. nächster Punkt.) Oft nehmen die Gebühren dabei mit zunehmendem Transaktionswert prozentual ab.
Nicht so bei Saxo: Dort gilt in der Basiskontolösung «Classic» generell 0,08% (Mindestgebühr 3 CHF / 1$ pro Trade), also betraglich ebenfalls variable Provisionen – allerdings zu einem vergleichsweise tiefen, konstanten Prozentsatz. Da es jedoch kein Kostendach gibt, ist Saxo vor allem bei kleineren bis mittleren Beträgen bis rund 10’000 CHF attraktiv. Bei hohen Beträgen wird der absolute Betrag zunehmend spürbar (z.B. 80 CHF Provision bei Trades im Wert von 100’000 CHF).
Ebenfalls mit einem linearen Preismodell unterwegs, aber mit 0,50% deutlich teurer, sind die beiden führenden Schweizer Neobanken Yuh (Mindestgebühr 1 CHF) und neon (keine Mindestgebühr). Damit sind sie preislich nur für Trades im dreistelligen Bereich akzeptabel – etwa bei automatisierten ETF-Sparplänen. Bei grösseren Beträgen werden diese Gebühren wegen des fehlenden Kostendachs schnell unattraktiv (z.B. 50 CHF Provision bei Trades im Wert von 10’000 CHF).
«Heutzutage sind zweistellige Provisionsbeträge für einen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.»
Dabei werden dir Pauschalgebühren unabhängig des Transaktionsbetrages verrechnet. Dieses Preismodell gilt generell bei DEGIRO (pauschal max. 2€ plus 1€ Bearbeitungsgebühr) sowie teilweise bzw. je nach ETF bei Swissquote (9 CHF). Einige Anbieter wie Cash (29 CHF via Partnerbank Zweiplus) oder die Migros Bank (40 CHF online und 100 CHF über Kundenberater) werben regelmässig für ihr vermeintlich attraktives Fixgebührenmodell. Doch seien wir ehrlich: Heutzutage sind zweistellige Provisionen für einen simplen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.
Manche Plattformen wie DEGIRO und Interactive Brokers verzichten bei gewissen ETFs ganz auf Provisionen, andere wie Saxo, Yuh oder neon schenken dir die Kaufgebühren, wenn du einen automatischen ETF-Sparplan einrichtest. (Wer bei den Sparplänen die Nase vorn hat, schauen wir uns später genauer an.) So oder so: Dahinter stecken meist Vereinbarungen zwischen den Brokern und den ETF-Anbietern, welche bestimmte ETFs pushen möchten und deshalb die Provisionen übernehmen bzw. den Brokern rückvergüten.
Wichtig: Provisionsfreie Trades sind für dich nur dann wirklich interessant, wenn es sich bei diesen sogenannten «Gratis-ETFs» um attraktive und bereits etablierte Produkte handelt, deren laufende Produktkosten (TER) und weitere Eigenschaften mit jenen von Top-ETFs vergleichbar sind.
«Provisionsfrei bedeutet nicht gratis.»
Ein besonders grosses Angebot an attraktiven und provisionsfreien ETFs bietet der europäische Marktführer DEGIRO an. Aber Achtung: Provisionsfrei ist nicht gleichbedeutend mit gratis. Auch bei DEGIRO nicht. So verrechnet der europäische Marktführer bei jedem Trade pauschal 1€ Bearbeitungsgebühr (vgl. Kapitel unten «Weitere Kosten»).
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DEGIRO bietet ein sehr einfaches Gebührenmodell mit Pauschalpreisen an, welches insbesondere bei grösseren Summen kaum zu schlagen ist. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung mit Bonusangebot.
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Diese Gebühr fällt immer dann an, wenn du für den Wertschriftenhandel Währungen tauschen musst.
«Die Kosten für den Währungstausch werden allgemein unterschätzt, obschon sie bei den Trades oft am stärksten zu Buche schlagen.»
Die damit verbundenen Kosten werden leider von vielen unterschätzt, auch weil sie oft gut versteckt bzw. separat abgerechnet werden. Schade, denn betragsmässig können gerade die Kosten für den Währungstausch bei deinen Trades am stärksten zu Buche schlagen.
Bei Swissquote beispielsweise zahlst du 0,95% Währungswechselgebühren, was dich bei einer Transaktion im Wert von 10’000 CHF stolze 95 CHF kostet! Immerhin: Bei der Schweizer Marktführerin kannst du (fast) beliebig viele Fremdwährungskonten führen. So könntest du etwa bestehende Euro-Bestände auf dein Multiwährungskonto bei Swissquote transferieren, um bei deinem nächsten ETF-Trade in Euro die Währungswechselgebühren einzusparen. Yuh funktioniert hier ähnlich wie ihre Muttergesellschaft Swissquote.
Deutlich günstigere Währungswechselgebühren von 0,25% bieten Saxo und DEGIRO.
Unsere Erfahrung zeigt: Beim Währungstausch ist Interactive Brokers kaum zu schlagen: 0,002% (Mindestgebühr 2$) – und obendrein gibt es Multiwährungskonten.
Am günstigsten fährst du aber definitiv, wenn du den Währungstausch vermeidest, indem du deine ETFs in deiner Referenzwährung CHF handelst.
Eine Sonderposition nimmt diesbezüglich neon ein: ETFs sind hier nur an der Berner Börse BX Swiss mit Handelswährung CHF verfügbar, womit der Währungswechsel entfällt.
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Interactive Brokers machen Vorzüge wie extrem tiefe Währungswechselgebühren für viele Anleger:innen sehr attraktiv.


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Für Transaktionen in der Schweiz fällt die Eidgenössische Umsatzabgabe an. Diese Abgabe, auch Stempelsteuer genannt, fällt linear, d.h. im Verhältnis zum Transaktionswert an, und zwar 0,075% für inländische und 0,15% für ausländische Wertpapiere. Das heisst, bei einem Transaktionswert von 10’000 CHF zahlst du 7.50 bzw. 15 CHF an den Schweizer Fiskus.
Steuerspartipp: Bei ausländischen Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO fallen keine Stempelsteuern an.
Weitere Informationen zum Thema Steuern findest du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio).
Ferner belasten die Börsen den Banken und Brokern Börsengebühren. Diese Gebühren werden je nach Broker, Preismodell oder Börse voll, teilweise oder gar nicht weiterverrechnet.
Bezogen auf den Aktien- und ETF-Handel sind diese Gebühren bei Saxo und Swissquote bereits in den Provisionen enthalten bzw. werden nicht separat verrechnet. Bei Interactive Brokers wiederum sind sie nur beim Preismodell «Fixpreis» inkludiert, während sie bei DEGIRO für CH-Anleger:innen nur bei ausländischen Handelsplätzen verrechnet werden, und zwar als «Gebühren für Handelsmodalitäten» von jährlich 2.50€ pro Fremdbörse und Jahr.
Weitere Kosten, welche einige Broker separat verrechnen, sind Bearbeitungsgebühren. Bei DEGIRO beläuft sich diese Gebühr auf 1€ pro Trade.
Egal, welcher Anlegertyp du bist, dem Kostenfaktor solltest du grosse Bedeutung beimessen. Denn hohe Gebühren bedeuten weniger Rendite für dich.
Bevorzuge also Handelsplattformen ohne laufende Kosten und wenn schon Depotgebühren, dann sollten sie wie bei Swissquote nach oben gedeckelt sein und nicht mehr als 0,1% des Depotwerts betragen.
Die Courtagen wiederum sollten idealerweise (deutlich) weniger als 1% des Transaktionswerts betragen und gleichzeitig 10 CHF nicht übersteigen. Wähle keinen «Gratis-ETF», nur weil er provisionsfrei ist. Die produktspezifischen Konditionen müssen auch stimmen.
Auch Gebühren für den Währungstausch solltest du möglichst tief halten (max. 0,25%) oder besser ganz vermeiden. Letzteres ist mittels Multiwährungskonten möglich oder (einfacher) indem du Wertschriften in Handelswährung CHF handelst.
Zudem kann es sich insbesondere bei hohen Investitionssummen lohnen, auf einen ausländischen, stempelsteuerfreien Broker wie Interactive Brokers oder DEGIRO auszuweichen.
Schliesslich solltest du auch weitere Kosten wie allfällige Börsen- oder Bearbeitungsgebühren, die einige Broker erheben, kennen und bei der Brokerwahl berücksichtigen, auch wenn diese Gebühren in der Regel moderat ausfallen.
Dieser Faktor ist insbesondere dann wichtig, wenn du klare Vorstellungen bezüglich deiner Anlagen hast. Also du möchtest beispielsweise in ganz bestimmte ETFs investieren und diese womöglich auch noch an deiner bevorzugten Börse erwerben. In einem solchen Fall kommt für dich nur ein Broker in Frage, welcher über das entsprechende Angebot verfügt.
Für Schweizer Anleger:innen, welche bevorzugt über die Schweizer Hauptbörse SIX und/oder mit Nischenprodukten handeln möchten, dürfte Swissquote unschlagbar sein. Swissquote bietet auch alle von uns auserkorenen Sieger-ETFs an der Schweizer Hauptbörse SIX an.
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Der Pionier-Broker Swissquote bietet für Schweizer Investor:innen nicht nur die grösste Auswahl an Anlageprodukten. Alle an der CH-Börse SIX gehandelten ETFs erhältst du zudem zum fairen Pauschalpreis. Mit dem Aktionscode MKT_SFB sicherst du dir Trading Credits und unterstützt gleichzeitig unseren Blog. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung.

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Das Wertschriftenangebot ist insofern für dich wichtig, als deine Wunsch-ETFs & Co. an deiner bevorzugten Börse auf der Plattform handelbar sein sollten. Bei all unseren empfohlenen Anbietern können wir bei Bedarf für dich entsprechende Produktabklärungen vornehmen. Schreib’ uns einfach dein Anliegen unten in die Kommentare.
Wenn du es bevorzugst, deine Finanzen wahlweise sowohl über den Desktop als auch übers Handy zu regeln, dann bist du bei klassischen Online-Brokern wie Saxo, Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO bestens bedient. Wir benutzen all diese Plattformen und kommen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit damit problemlos zurecht – so sehr sie sich auch beim «Look & Feel» unterscheiden.
Was aber offensichtlich ist: Das vielfältigste Angebot an Plattformen bietet Interactive Brokers an: Nicht weniger als sieben Plattformen, darunter gleich zwei Handy-Apps, mit unzähligen Features stehen für die Börseneinsteigerin bis zum routinierten Trader zur Auswahl.


Auch Saxo richtet sich mit den beiden Plattformen SaxoInvestor und SaxoTrader, die du im Web, per App und – bei SaxoTrader – zusätzlich als Desktop-Download nutzen kannst, gezielt an unterschiedliche Nutzertypen. Swissquote wiederum arbeitet mit einer einzigen Handelsplattform, die sowohl webbasiert als auch als App verfügbar ist. Diese lässt sich aber über individuelle Layouts und Widgets personalisieren. DEGIRO bietet, ähnlich wie Swissquote, eine einzige Plattform, die sowohl webbasiert als auch als App genutzt werden kann – allerdings ohne nennenswerte Möglichkeiten zur Individualisierung.
Am anderen Ende der Skala sind die Plattformen von Neobanken wie Yuh oder neon, die sich auf das mobile Trading per App beschränken und ganz auf webbasierte Lösungen am grossen Bildschirm verzichten.
Neben dem «Look & Feel» der Plattform steuern nützliche Reports wie Transaktionsbestätigungen, Dividendenabrechnungen oder Steuerberichte auch einen wichtigen Teil zur Benutzerfreundlichkeit der Plattform bei. Beim Reporting punkto Aussagekraft und Komfort haben für uns die einheimischen Anbieter Swissquote und Saxo die Nase vorn.
Während nämlich beispielsweise bei Swissquote Dividendeneingänge einschliesslich allfälliger Steuern separat mittels eines übersichtlichen PDF automatisch im Kundenpostfach landen, müssen diese Informationen bei DEGIRO und Interactive Brokers manuell abgerufen werden.
Saxo wiederum bietet ab dem Steuerjahr 2025 elektronische Steuerauszüge kostenlos an. Praktisch, denn die entsprechenden Wertschriftendaten können dadurch automatisch in die Steuererklärung übertragen werden – was dir insbesondere bei komplexeren Portfolios viel Zeit spart.
Alle Plattformen sind heute grundsätzlich benutzerfreundlich – ob dir eine Oberfläche gefällt, ist wohl einfach Geschmackssache.
Interactive Brokers und Saxo bieten mit mehreren Plattformen und hoher Individualisierung den grössten Funktionsumfang. Swissquote nutzt nur eine Plattform (Web + App), lässt sich aber über Widgets gut personalisieren. DEGIRO bleibt bewusst schlank und bietet kaum Anpassungsmöglichkeiten, ist dafür schnell und übersichtlich. Yuh und neon konzentrieren sich ganz auf mobiles Trading via App und verzichten vollständig auf Desktop- oder Browserlösungen.
Einheimische Broker wie Saxo und Swissquote machen es dir bei Transaktionsbelegen, Steuerunterlagen und anderen Reportings deutlich einfacher als viele ausländische Anbieter.
Bezüglich dieses Faktors solltest du dir insbesondere die folgenden drei Fragen stellen:
Wir beurteilen die Sicherheitsstandards bei all unseren Kooperationspartnern als hoch, auch wenn sich die einzelnen Sicherheitsaspekte stark voneinander unterscheiden. Gemeinsam und ebenfalls der Sicherheit förderlich sind Saxo, Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers gleichermassen das hohe Renommee und die starke Marktstellung.
Saxo, Swissquote (beide CH) und DEGIRO (NL/D) verfügen beispielsweise über Banklizenzen und sind somit staatlich reguliert. Das heisst, dass ETFs als Sondervermögen gelten und somit vor einer Insolvenz des Brokers geschützt sind. Interactive Brokers hingegen verfügt über keine Banklizenz. Folglich werden Barmittel und Wertschriften separat verwahrt, womit deine Vermögenswerte bei einer Insolvenz des Brokers ebenfalls geschützt wären bzw. nicht in die Konkursmasse fielen.
Die bereits seit 1977 existierende Interactive Brokers gewährt überdies eine überdurchschnittlich hohe Einlagensicherung von 500’000 USD, während sie bei Saxo, Swissquote und DEGIRO bei 100’000 CHF bzw. EUR beträgt.
Bei den ETF-Anbietern ist die Wertpapierleihe weit verbreitet. Ob ein ETF verliehen wird, steht jeweils im Kleingedruckten des Produktdatenblatts. Aber auch dein Broker kann deine Wertschriften gegen Sicherheiten an Dritte verleihen, um einen Zusatzverdienst zu generieren. Das damit verbundene Verlustrisiko schätzen wir als sehr gering ein.
Dennoch: Bei Brokern ohne Wertpapierleihe entfällt dieses Risiko. Bei DEGIRO können deine Wertschriften verleiht werden, ob du willst oder nicht. Die generierten Einnahmen daraus verwendet DEGIRO, um ein möglichst tiefes Preisniveau anzubieten. Das heisst, es fliessen keine Gelder direkt an dich zurück. Diesbezüglich ist die Regelung bei Saxo, Swissquote und Interactive Brokers für dich vorteilhafter: Im Gegensatz zu DEGIRO werden deine Wertpapiere nur optional, d.h. mit deiner Zustimmung verleiht. Zudem wirst du am Gewinn beteiligt (vgl. auch Kapitel unten «Zusatzverdienste durch Wertpapierleihe»).
Auch wenn dieses Thema bei Saxo, Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO unterschiedlich ausgestaltet ist, beurteilen wir alle vier renommierten und erfolgreichen Broker als sehr sicher. Wenn du jedoch aus Risikoüberlegungen deine Wertschriften nicht verleiht haben möchtest, fällt DEGIRO raus.
Professionell gemachte Erklärvideos und informative FAQs bieten mittlerweile fast alle Broker an. Der Kundenservice ist besonders dann relevant, wenn dir eine spezifische Frage mit einer gewissen Dringlichkeit und Wichtigkeit unter den Nägeln brennt. Denn in solchen Fällen zeigt sich, wie leistungsfähig der Kundensupport der Plattform wirklich ist.
Als Faustregel gemäss unseren Erfahrungen gilt: Heimische Anbieter wie Saxo und Swissquote, aber auch die hiesigen Neobanken Yuh und neon, bieten oft einen effizienteren Kundenservice an als die internationalen Schwergewichte DEGIRO und Interactive Brokers. Letzterer fällt insbesondere durch lange Antwortzeiten ab, welche teilweise über eine Woche betragen können.
Für manche mag es auch ein relevanter Pluspunkt sein, dass bei den genannten CH-Anbietern die Anliegen direkter (telefonisch) und in vertrautem Rahmen (Muttersprache und besseres Verständnis für CH-spezifische Anfragen wie beispielsweise Steuerthemen) behandelt werden können.
Wem kurze Antwortzeiten, hohe Kompetenz bei CH-spezifischen Anliegen und/oder ein direkter telefonischer Kontakt im vertrauten Rahmen am Herzen liegen, ist in der Regel mit heimischen Anbietern wie Saxo oder Swissquote klar besser bedient als mit ausländischen Playern.
Es gibt unzählige Features, womit sich die Broker von der Konkurrenz abheben wollen. Doch viele davon dürften für dich – wenn überhaupt – nur einen bescheidenen Zusatznutzen bieten. Folgende Zusatzservices betrachten wir als besonders interessant:
Regelmässiges, automatisches Investieren mittels Sparplan ist eine entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Vermögensaufbau. Diesem wichtigen Thema haben wir mit ETF-Sparplan Schweiz: 3 starke Gründe für die Autopilot-Strategie einen separaten Beitrag gewidmet. Besonders attraktiv in Bezug auf Preis und Auswahl präsentiert sich dabei Saxo: Der Broker bietet alle seine über 100 sparplanfähigen ETFs ohne Kaufgebühren an.
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Saxo Bank bietet nicht nur eine grosse Auswahl an sparplanfähigen ETFs ohne Kaufgebühren an, sondern überzeugt allgemein mit einem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung mit Bonusangebot.

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Wenn du ein risikofreudiges und renditeorientiertes Naturell wie Toni bist, dürften Wertpapierkredite bzw. sogenannte Lombardkredite eine prüfenswerte Option für dich sein. Mit einem solchen Kredit hebelst du deine Wertschriften, was zu stärkeren Wertschwankungen deines Portfolios und – im positiven Fall – zu beträchtlich höherer Rendite führen kann. Entscheidend dabei sind möglichst tiefe Zinsen: Toni hebelt sein ETF-Portfolio seit einigen Jahren bei Interactive Brokers aufgrund der vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen für Lombardkredite. Neben den tiefen Zinsen ist ihm als Kreditnehmer eine hohe Flexibilität bezüglich Laufzeit, Verfügbarkeit und Währungen wichtig.
| CHF | EUR | USD | |
|---|---|---|---|
| DEGIRO | 2,50%* – 4,00% | 4,75%* – 6,25% | 5,25%* – 6,90% |
| Interactive Brokers | 1,50%** | 3,451%** | 5,14%** |
| Saxo Bank | 2,00%*** | 3,91%*** | 6,80%*** |
| Swissquote | 3,00% | 4,93% | 6,82% |
Falls du mehr über Lombardkredite einschliesslich Portfolio-Simulationen erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?.
Die Wertpapierleihe haben wir bereits beim Faktor #4 «Sicherheit & Regulierung» erwähnt. Zur Erinnerung: Sie dient der Erzielung zusätzlicher Einnahmen und zum Ausgleich von Kosten. Bei Online-Brokern ist die Wertpapierleihe für dich nur dann interessant, wenn sie optional ist und du an den Einnahmen beteiligt wirst. Dies ist bei Saxo, Swissquote, Interactive Brokers und neu auch bei DEGIRO der Fall. Toni und Stefan partizipieren beide am «Programm zur Optimierung der Aktienrendite» von Interactive Brokers, indem sie ihre Portfolios durch Interactive Brokers verleihen lassen und damit an den «marktüblichen» Zinseinnahmen zu 50% beteiligt werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt anhand des Beispiels von Swissquote, wie die Wertpapierleihe in der Praxis funktioniert.

Swissquote ist nicht nur ein Online-Broker wie Saxo, DEGIRO oder Interactive Brokers, sondern bietet zusätzlich vollwertige Banking-Funktionen. Neben dem Handel können Swissquote Kund:innen Zahlungen tätigen und Karten nutzen – ein klarer Vorteil für alle, die Trading und Banking in einer einzigen Plattform vereinen möchten.
Auch Anbieter wie neon oder Yuh kombinieren Banking und Anlagemöglichkeiten, allerdings in deutlich vereinfachter Form. Während sich diese Lösungen primär an Börsenneulingen richten, positioniert sich Swissquote mit ihrem breiteren Funktionsumfang und der professionellen Handelsplattform klar im Segment der vollwertigen Online-Banken und Broker.
Den perfekten Broker für alle gibt es nicht. Tiefste Preise, grösste Auswahl und bester Service – das wäre die Quadratur des Kreises. Wie wir anhand unserer sechs Faktoren gesehen haben, weist jeder Broker seine eigenen Stärken und Schwächen auf. Entscheidend ist, was dir wichtig ist und wo du bereit bist, Kompromisse einzugehen.
Bezogen auf den Wertschriftenhandel fassen wir nachfolgend die wichtigsten Stärken und Schwächen von vier führenden Online-Brokern – Saxo, Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers – sowie von den beiden grössten Schweizer Neobanken Yuh und neon zusammen.
In separaten Testberichten haben wir diese Anbieter ausführlich getestet, sind von ihnen überzeugt und deshalb eine Kooperation eingegangen. Weitere Informationen über diese Anbieter einschliesslich Aktionscodes und Links zu den Reviews findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Natürlich gibt es noch viele andere Broker auf dem Markt – unsere Auswahl soll dir eine praxisnahe Orientierung bei der Wahl der für dich passenden Plattform bieten.
Nach dem Gebührenstreichkonzert in den vergangenen Jahren bietet Saxo ein für Schweizer Banken sehr attraktives Pricing: keine Depotkosten, faire Handelsgebühren und alle ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen. Wenn dir zudem Vielfalt bei den Plattformen und/oder Sicherheitsaspekte wie eine Schweizer Banklizenz mit Einlagensicherung von 100’000 CHF wichtig sind, dürfte Saxo dein Favorit sein.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem Saxo Bank Testbericht.
Legst du Wert auf einen effizienten Kundenservice mit Verständnis für schweizspezifische Anliegen, ein besonders vielseitiges Angebot verschiedener Anlageklassen und die Kombination von Trading und klassischem Banking – also alles aus einer Hand – und akzeptierst dafür allgemein etwas höhere Preise als bei den günstigsten Online-Brokern, dann ist die heimische Marktführerin Swissquote vermutlich deine erste Wahl.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem Swissquote Textbericht.
Schätzt du hingegen ein einfaches Preismodell ohne Depotgebühren und Stempelsteuern sowie mit unglaublich tiefen Pauschalpreisen – egal, wie hoch deine Investitionen sind – und akzeptierst Einschränkungen bei Produktangebot und bei Features (z. B. keine automatischen Sparpläne), dann wirst du dich beim europäischen Marktführer DEGIRO sehr gut aufgehoben fühlen.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem DEGIRO Testbericht.
Schliesslich wirst du mit Interactive Brokers insbesondere dann glücklich, wenn du von den extrem günstigen Preisen bei Trading (vor allem an US-Börsen), Lombardkrediten, Währungswechseln und dem vielschichtigen Plattformen-Angebot profitieren möchtest. Auf der anderen Seite solltest du dich von der komplexen Gebührenstruktur, den umständlich manuell zu erstellenden Reportings und dem teilweise trägen Kundenservice nicht abschrecken lassen.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem Interactive Brokers Testbericht.
Neobanken wie Yuh oder neon überzeugen mit Übersicht, Kompaktheit und einem gut verständlichen Gebührenmodell, ideal für kleinere Investitionssummen oder automatisierte ETF-Sparpläne, die teilweise ohne Kaufprovisionen verfügbar sind. Das Angebot an Anlageprodukten ist derzeit noch überschaubar, einzelne ETFs sind jedoch durchaus attraktiv. Wer unkompliziert ausschliesslich über die Handy-App starten und erste Erfahrungen im Wertschriftenhandel sammeln möchte, findet hier einen einfachen Einstieg.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unseren Testberichten zu Yuh und neon.
Nein, natürlich nicht. Denn mit Ausnahme von Swissquote fallen weder bei den Online-Brokern Saxo, DEGIRO und Interactive Brokers noch bei den Neobanken Yuh undneon Depotgebühren oder andere laufende Kosten an. Das heisst: Du kannst mehrere Anbieter ohne zusätzliche Kosten parallel nutzen oder sie ganz einfach einmal ausprobieren.
Ein möglicher Ansatz ist daher eine Multi-Broker-Strategie, bei der du gezielt die Stärken verschiedener Plattformen kombinierst und genau die Services nutzt, die dir jeweils am meisten bringen. So stellst du dir nach deinem Gusto das Beste aus unterschiedlichen «Broker-Welten» zusammen. Genau so handhabt es beispielsweise Stefan, der sein Anlageportfolio bewusst auf mehrere Plattformen verteilt hat.
Welcher ist dein bester Broker Schweiz? Teile uns gerne mit, welche Kriterien für dich bei der Wahl deines Wunschbrokers entscheidend sind und welche Erfahrungen du gemacht hast – wir freuen uns auf deine Meinung in der Kommentarspalte.
2026-01-13: Punktuelle Änderungen vorgenommen, Lombardkredit-Tabelle aktualisiert
2025-12-06: Saxo bei optionaler Wertpapierleihe erwähnt.
2025-11-20: Erläuterungen zu den Plattformen SaxoInvestor und SaxoTrader aktualisiert.
2025-10-20: Neuer Abschnitt bei den Zusatzservices eingefügt: «Alles aus einer Hand»
2025-08-22: Umfassende Aktualisierung und Ergänzung um den Online-Broker Saxo Bank (Schweiz).
2025-01-15: Zinssätze für Lombardkredite aktualisiert.
2024-11-11: Erwähnt, dass DEGIRO Fremdwährungskonten eingeführt hat.
2024-07-21: Deutlicher darauf hingewiesen, dass fürs bessere Verständnis ein Broker-Vergleich Schweiz beigezogen wurde.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen «Bester Broker Schweiz…»-Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben und fürs bessere Verständnis einen Broker-Vergleich Schweiz mit sechs zuvor sorgfältig getesteten Anbietern beigezogen. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
B
Gebühren runter, Funktionen rauf: Nach einer umfassenden Neuausrichtung verzichtet Saxo jetzt auf Depotgebühren und bietet erstmals alle ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen an. Entdecke, wie die Plattform mit attraktiven Konditionen, modernen Handelslösungen und Schweizer Regulierung überzeugt – und wo sie noch Luft nach oben hat. Zudem vergleichen wir die aufstrebende Saxo mit der etablierten Schweizer Marktführerin Swissquote und zeigen, welche Plattform sich für wen am besten eignet.
Ein kompaktes Interview mit Oliver Buomberger, COO & Deputy CEO Saxo Bank Schweiz, liefert zusätzlich spannende Einblicke hinter die Kulissen. Dies und noch viel mehr erfährst du in diesem grossen Review – fundiert und basierend auf unseren Saxo Bank Erfahrungen.
Kurz & bündig
Mit substanziellem Gebührenabbau und neuen Funktionen wie ETF-Sparplänen ohne Kaufprovisionen positioniert sich Saxo Bank neu – für die smarte ETF-Investorin ebenso wie für den aktiven Trader. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Unsere Saxo Bank Erfahrungen zeigen: Wer eine kosteneffiziente, regulierte Schweizer Plattform sucht – mit Fokus auf langfristiges Investieren und flexibles Trading – findet hier eine überzeugende Lösung.
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Contents
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📋Teilnahmebedingungen:
🔍 Transparenzhinweis:
Wir empfehlen ausschliesslich Produkte, die wir selbst getestet haben und von deren Qualität wir überzeugt sind. Wenn du über unseren Partnerlink ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision – für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
Wer unseren Blog kennt, der weiss, dass wir die passive, kostengünstige, breit diversifizierte «Buy and Hold»-Anlagestrategie befolgen. Wir sind überzeugt, dass eine solche Strategie am besten mit ETFs umgesetzt werden kann. Deshalb beurteilen wir den Anbieter in diesem Review über unsere Saxo Bank Erfahrungen primär aus der Sicht eines passiven ETF-Investors.
Die Saxo Bank wurde 1992 in Kopenhagen (Dänemark) gegründet und zählt heute zu den führenden Online-Brokern Europas mit internationaler Ausrichtung. Weltweit betreut sie über 1,5 Millionen Kundinnen und Kunden mit einem verwalteten Vermögen von über 100 Milliarden CHF in mehr als 170 Ländern (Stand Januar 2026).
Eine Besonderheit: Saxo kombiniert den Zugang zu globalen Märkten mit einer lokal regulierten Infrastruktur.
Konkret für Schweizer Anleger:innen heisst das: Die Saxo Bank (Schweiz) AG ist ein rechtlich eigenständiges Tochterunternehmen mit Sitz in Zürich und verfügt über eine Banklizenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. Zudem wurde Saxo im Jahr 2023 als systemrelevantes Finanzinstitut (SIFI) eingestuft.
Saxo betreibt in der Schweiz keine Filialen – der gesamte Service läuft digital ab. Das Angebot richtet sich primär an selbstentscheidende Anleger:innen, die Wert auf tiefe Gebühren und professionelle Handelsmöglichkeiten legen.
Saxo wurde in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet, u.a. für ihre Handelsplattformen, Innovationskraft und ihren Kundenservice.

Die Sicherheit des investierten Kapitals ist für Anleger:innen zentral – besonders bei rein digitalen Anbietern. Die gute Nachricht: Saxo erfüllt sowohl regulatorisch als auch technisch hohe Sicherheitsstandards.
Konkret zeigen sich diese Standards für Schweizer Anleger:innen in drei zentralen Bereichen:
Je nach investiertem Vermögen werden Kundinnen und Kunden der Saxo Bank automatisch einem der drei Kontomodelle «Classic», «Platinum» oder «VIP» zugewiesen. Während bei «Classic» keine Mindesteinlage erforderlich ist, beträgt sie bei «Platinum» 250’000 CHF und bei «VIP» 1 Mio. CHF.
Getreu dem Motto «Wer hat, dem wird gegeben» profitierst du bei den beiden Premium-Modellen von Vorzugskonditionen in Bezug auf Preise und Serviceleistungen – vereinfacht dargestellt:

Aber Achtung: Ein Upgrade in eine höhere Stufe gilt jeweils nur für ein Jahr – und hängt nicht nur von der Höhe deiner Einlage ab, sondern vor allem davon, wie viele Punkte du durch Trades & Co. sammelst.
Konkret: Je häufiger du handelst und je höher dein Handelsvolumen ist, desto mehr Punkte gibt’s.
Das bedeutet auch: Überzeugte Buy-and-Hold-Anleger:innen, die naturgemäss selten handeln, werden wohl kaum in den Genuss der Privilegien von «Platinum» oder «VIP» kommen.
Mehr zum Punkteprogramm «Saxo Rewards» findest du hier.
Bisher empfanden wir die Saxo Bank aufgrund der vergleichsweise hohen Preise als wenig attraktiv. Mit dem neuen Gebührenmodell – insbesondere der Abschaffung der Depotgebühren per 1. Februar 2025 – hat sich das jedoch grundlegend geändert: Saxo bietet nun wirklich konkurrenzfähige Konditionen.
Zwar sehen wir ausländische Anbieter ohne Schweizer Banklizenz, wie DEGIRO oder Interactive Brokers, preislich nach wie vor vorne – nicht zuletzt, weil sie von der eidgenössischen Stempelsteuer befreit sind. Unter den in der Schweiz regulierten Anbietern hat sich Saxo hingegen dank ihres neuen Gebührenmodells definitiv als potenzielle Preis-/Leistungssiegerin positioniert.
Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die wichtigsten Preisschilder der drei Kontomodelle.
Jahr für Jahr bis zu 100 CHF Depotgebühren plus MWST hinblättern, unabhängig davon, ob gehandelt wird oder nicht? Das war einmal! Saxo hat diese Fixkosten für alle ihre Kontomodelle abgeschafft und dürfte so auch für preisbewusste Anleger:innen erstmals richtig interessant werden.
Ausserdem verrechnet Saxo Bank keine Inaktivitätsgebühren.
Die Handelsprovisionen oder Kommissionen bei Saxo hängen vom Kontomodell ab – und dieses richtet sich nach deinem investierten Vermögen und anderen Faktoren, insbesondere Handelshäufigkeit und Handelsvolumen (vgl. Kapitel über die Kontomodelle oben). Aktuell gelten folgende Konditionen:
Mindestgebühren wie Classic, jedoch tiefere Courtagen von 0,05%. Preisbeispiel: 5 CHF Kommission bei einem Trade im Wert von 10’000 CHF
Mindestgebühren wie Classic, jedoch tiefere Courtagen von 0,03%. Preisbeispiel: 3 CHF Kommission bei einem Trade im Wert von 10’000 CHF
Erfreulich: Bei regelmässigen Investitionen mittels eines ETF-Sparplans («AutoInvest») erhebt Saxo keine Courtagen, und zwar unabhängig davon, wie hoch deine Tranche ist. Auf die Funktionsweise der Sparpläne von Saxo gehen wir später noch detailliert ein.
Die oben angegebenen Courtagen beziehen sich auf die von Saxo erhobenen Handelsprovisionen für die Ausführung der Trades. Zusätzlich fallen pro Transaktion allfällige Währungswechselgebühren (vgl. nächstes Kapitel) sowie die eidgenössische Stempelabgabe an:

Währungswechselgebühren entstehen bei Saxo immer dann, wenn du in einer anderen Währung handelst, als du auf dem Konto verfügbar hast – also z. B. mit US-Aktien tradest, aber nur CHF auf deinem Konto liegen. In diesem Fall wird automatisch ein Währungsumtausch ausgelöst – dabei fällt eine Umrechnungsgebühr von 0,25% auf den Betrag an, der gewechselt werden muss. Diese Marge gilt einheitlich für alle Kontomodelle (Classic, Platinum, VIP).
Um diese Gebühren möglichst gering zu halten, lohnt es sich, Fremdwährungskonten einzurichten – wie das funktioniert, zeigen wir weiter unten im Review.
Wer seine Renditechancen steigern möchte, kann bei Saxo einen Lombardkredit nutzen und bestehende Wertschriften als Sicherheit hinterlegen. Die aktuellen Zinssätze sind nach Kontomodell abgestuft und werden laufend aktualisiert. Sie erscheinen uns im Schweizer Vergleich attraktiv. Mehr zu Funktionsweise und Risiken von Lombardkrediten erfährst du in unserem Beitrag Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?.
Ab dem Steuerjahr 2025 stellt Saxo allen Kunden die Steuerauszüge kostenlos elektronisch über den Posteingang der Plattform zur Verfügung. Damit lässt sich die Schweizer Steuererklärung vereinfachen, da die Daten des E-Steuerauszugs automatisch eingelesen werden und nicht mehr manuell abgetippt werden müssen. Die Zustellung des E-Steuerauszugs erfolgt jeweils spätestens bis Ende März des Folgejahres.
Saxo stellt ihren Kundinnen und Kunden eine moderne und vielseitige Handelsumgebung zur Verfügung, die je nach Bedarf auf dem Desktop oder mobil genutzt werden kann. Seit dem 19. November 2025 bilden SaxoTraderGO und SaxoTraderPRO eine gemeinsame Plattform unter dem Namen SaxoTrader. Nachfolgend stellen wir die beiden verfügbaren Lösungen mit ihrem jeweiligen Funktionsumfang vor:
Beide Plattformen sind kostenlos und für die Schweizer Kundschaft in den drei Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.
Die Plattform für den raschen Einstieg – webbasiert am Desktop oder als App auf iOS- und Android-Geräten nutzbar. Sie bietet eine einfache, übersichtliche Bedienung und eignet sich besonders für Privatanleger:innen, die unkompliziert in Aktien, ETFs (mit oder ohne Sparplan) und andere Anlageklassen investieren möchten.

SaxoTrader richtet sich besonders an Personen, die aktiv handeln möchten. Die Plattform bietet eine breite Auswahl an Instrumenten sowie erweiterte Analyse- und Orderfunktionen. Der Handel mit ETFs, Aktien, Anleihen und Investmentfonds ist standardmässig möglich.
Für komplexere Produkte wie Forex, CFDs oder Futures ist ein zusätzlicher Angemessenheitstest erforderlich – dieser kann direkt online durchgeführt werden.
SaxoTrader ist sowohl webbasiert im Browser als auch in einer mobilen App verfügbar. Zudem steht ein Desktop-Download bereit, der ein Multi-Screen-Setup sowie zusätzliche Risiko- und Handelstools ermöglicht.


Käufe lassen sich auf allen drei Plattformen reibungslos abwickeln und werden konsistent angezeigt. Unser erster Testkauf: 25 Anteile des iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) – direkt aus unserer Watchlist, in der wir alle Siegerprodukte unseres ETF-Vergleichs 2025 gesammelt haben. Getätigt haben wir den Kauf über die SaxoInvestor-App (siehe Screenshots oben im Gebührenkapitel); die Position wird selbstverständlich auch in SaxoTrader angezeigt:

Ein kleiner, aber praxisrelevanter Kritikpunkt: Beim Kauf von Wertpapieren in Fremdwährungen zeigt Saxo keinen ungefähren Gegenwert in Schweizer Franken an. Gerade bei weniger geläufigen Währungen wie dem japanischen Yen ist es dadurch schwierig abzuschätzen, ob das vorhandene Guthaben für den Kauf reicht. Eine automatische Anzeige des CHF-Betrags würde hier für mehr Transparenz sorgen und die Kaufentscheidung deutlich vereinfachen.

Saxo bietet mit ihren beiden Plattformen massgeschneiderte Lösungen – für die smarte, regelbasierte Investorin bis zum aktiven Heavy-Trader (oder umgekehrt).
Aus unserer Sicht als «Buy and Hold»-Anleger ist SaxoInvestor die überzeugendste Wahl, da diese Plattform eine gelungene Kombination aus nützlichem Funktionsumfang (inkl. ETF-Sparpläne) und benutzerfreundlicher Bedienung bietet.
Wer hingegen mit komplexen Produkten handeln möchte oder einfach noch mehr Funktionen und Auswertungen wünscht, z.B. um Stock Picking und Market Timing zu betreiben, ist mit SaxoTrader definitiv besser bedient.
Die Saxo Bank bietet Zugang zu einem breiten Anlageuniversum: Über 7’400 ETFs und rund 23’000 Einzelaktien sind an mehr als 50 globalen Börsen handelbar – darunter auch an der Schweizer Börse SIX.
Wenig überraschend: Alle von uns gekürten Sieger ETFs aus unserem Review Beste ETFs Schweiz und global sind gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen ebenfalls verfügbar.
Ergänzt wird das Basisangebot durch Anleihen, Investmentfonds und Krypto-ETPs.
Wer darüber hinaus in Marginprodukte investieren möchte, findet bei Saxo ebenfalls eine grosse Auswahl: Dazu zählen börsengehandelte Optionen und Futures, Devisen, Devisenoptionen und Krypto-Devisen, CFDs sowie Rohstoffe.
Diese komplexeren Produkte werden allerdings erst nach einer zusätzlichen Eignungsprüfung freigeschaltet.
Wenn du regelmässig in Fremdwährungen handelst, lohnt sich ein Fremdwährungskonto – denn so vermeidest du wiederholte Währungswechsel und sparst Gebühren. Bei Saxo kannst du neben der Referenzwährung CHF zusätzliche Währungskonten (sogenannte Unterkonten mit eigener IBAN) einrichten. Diese müssen für jede gewünschte Währung jedoch einzeln aktiviert werden.

Knackpunkt: Wie der telefonische Support auf unsere Nachfrage bestätigte, lassen sich Währungswechselgebühren vermeiden, wenn Käufe in Fremdwährung gezielt über das passende Unterkonto erfolgen. Dieses muss nicht nur zuvor manuell eingerichtet werden, sondern auch mit genügend Barmitteln ausgestattet sein – denn eine automatische Verrechnung mit dem CHF-Hauptkonto findet nicht statt.
Mit AutoInvest bietet Saxo eine einfache und provisionsfreie Möglichkeit, regelmässig in ETFs zu investieren. Besonders positiv aufgefallen ist uns, dass mehrere ETFs gleichzeitig bespart werden können, was eine breite Diversifikation erlaubt – ganz ohne Kaufgebühren.
Die Ausführung erfolgt jeweils am 5. des Monats, was die Planbarkeit erhöht, aber die Flexibilität einschränkt. Investiert werden nur ganze ETF-Anteile, d.h. kein Fractional Trading. Dadurch kann es vorkommen, dass bei kleinen Sparbeträgen oder wertmässig teuren ETFs ein relativ hoher Restbetrag uninvestiert bleibt. Dieser wird jedoch automatisch für den Folgemonat reserviert.

Wichtig: Jeder Sparplan wird über ein separates Unterkonto mit eigener IBAN geführt. Einzahlungen sollten idealerweise per Dauerauftrag von einem externen Konto (z.B. deiner Hausbank) erfolgen, da keine automatische Abbuchung vom Hauptkonto bei Saxo möglich ist. Diese Besonderheit wurde uns auf Nachfrage vom telefonischen Support der Saxo Bank bestätigt.
Für Sparpläne von Saxo stehen derzeit ETFs von iShares und Amundi zur Auswahl – zwei renommierte Anbieter, auch wenn die Produktpalette noch ausbaufähig ist. Die aktuell sparplanfähigen ETFs bei Saxo Bank findest du hier.
Trotz der genannten Schwachpunkte erachten wir AutoInvest insgesamt als gelungenen Einstieg ins regelmässige Investieren – zumal Saxo auf die üblichen Handelsprovisionen verzichtet.
Optional kannst du bei Saxo das Verleihen deiner Wertschriften direkt über die Plattform aktivieren und dir so ein passives Einkommen sichern.
Der Deal: 50% der Erträge erhältst du, die andere Hälfte behält die Bank. Dabei wird sichergestellt, dass hochwertige Sicherheiten im Gegenwert von mindestens 102% auf einem separaten Schweizer Depot hinterlegt sind.
Wichtig: Deine Handelsfreiheit bleibt uneingeschränkt – du kannst deine Wertschriften jederzeit wie gewohnt kaufen oder verkaufen.
Bei Saxo Bank stehen dir fünf Support-Kanäle zur Verfügung:
Gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen ist der Support insgesamt sehr solide aufgestellt und bietet für unterschiedliche Anliegen passende Kanäle – von schnellen Antworten via Chatbot bis hin zu persönlicher Beratung am Telefon. Besonders positiv fiel uns der kompetente deutschsprachige Telefonsupport auf. Auch wenn der Chatbot bei komplexeren Fragen noch Verbesserungspotenzial hat, überzeugt die Kombination aus Hilfedokumentation, Videos, persönlichem Support und strukturiertem Ticketsystem mit einer guten Erreichbarkeit und klarer Ausrichtung auf Kundenzufriedenheit.
Die Kontoeröffnung bei Saxo läuft komplett digital – und mit einem Bonus obendrauf.
Wichtig: Eröffne dein Konto über unseren Partnerlink, um bis zu 200 CHF Handelsgebühren zu sparen.
Halte für den Prozess dein Smartphone, einen gültigen Pass oder eine ID sowie ein paar Minuten Zeit bereit. Danach geht’s Schritt für Schritt weiter:
In dieser Übersicht vergleichen wir die Herausforderin Saxo mit der etablierten Marktführerin Swissquote – zwei Schweizer Anbieter mit unterschiedlichem Fokus: Saxo auf Investieren und Trading, Swissquote als umfassender Komplettanbieter mit zusätzlichen Bankdienstleistungen wie Karten und Zahlungsverkehr.
| Saxo | Swissquote | |
| CH-Banklizenz | Ja | Ja |
| Einlagensicherung | Bis 100’000 CHF | Bis 100’000 CHF |
| Produktangebot | Fokus auf Investieren und Trading | Sehr breit (alles aus einer Hand: Trading, Karten, Zahlungen, etc.) |
| Depotgebühren | Keine | CHF 60 – 200 pro Jahr (gestaffelt nach Depotwert) |
| Handelsgebühren Preisbeispiele für ETF-Trades: 10’000 CHF an CH-Börse 10’000 USD an US-Börse | 3 – 8 CHF* 3 – 8 USD* | 9 CHF** 30 USD |
| Währungswechsel | 0,25% | 0,95% |
| Sparpläne | Ohne Kaufgebühren | Mit Kaufgebühren ab 3 CHF |
| Bruchstückhandel (Fractional Trading) | Nein | Ja |
Saxo bietet insgesamt deutlich tiefere Gebühren und richtet sich an Anlegerinnen und Anleger mit Fokus auf Investieren und aktives Trading.
Swissquote überzeugt als etablierter Komplettanbieter mit innovativen Features wie Fractional Trading und einem besonders breiten Angebot – von der Geldanlage über Karten bis hin zu umfassenden Bankdienstleistungen.
Beide Plattformen garantieren hohe Sicherheit, verlässliche Regulierung und kompetenten Support. Welche besser passt, hängt von deinen individuellen Anforderungen und Zielen ab.
Seit 2021 verantwortet Oliver Buomberger die operative Weiterentwicklung der Saxo Bank Schweiz. In diesem Interview verrät er, wie die jüngste Preisoffensive bei Schweizer Anlegerinnen und Anlegern angekommen ist, was sie besonders auszeichnet – und mit welchen Innovationen Saxo 2026 aufwarten wird.
Saxo hat in der Schweiz ein regelrechtes Streichkonzert hingelegt: Die Depotgebühren sind weg, und ETF-Sparpläne lassen sich neu ohne Kaufgebühren einrichten. Wie haben die traditionell eher wechselunwilligen Schweizer Anlegerinnen und Anleger auf eure Preisoffensive reagiert?
Oliver Buomberger: Unsere jüngste Preisoffensive hat bei den Schweizer Anlegern sehr positive Resonanz hervorgerufen. Die Abschaffung der Depotgebühren und die neuen ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren sind begeistert aufgenommen worden. Diese Massnahmen haben nicht nur viele neue Anleger angezogen, sondern auch das Vertrauen und die Zufriedenheit unserer bestehenden Kunden gestärkt. Tatsächlich konnten wir die Anzahl der Nutzer unserer Plattformen in zwei Jahren hintereinander verdoppeln. Dank substantieller Fortschritte bei der Kundenzufriedenheit, gemessen durch unseren NPS, zählen wir dort sicher zu den Besten – ein klarer Hinweis darauf, wie sehr unsere Schweizer Kunden unser Angebot schätzen.
Wir sind stolz auf dieses einzigartige Angebot, das den Einstieg ins Investieren erleichtert, und zwar zu minimalen Kosten. Diese erfolgreiche Strategie unterstreicht unser Engagement, innovative und kundenfreundliche Lösungen anzubieten, die den Schweizer Markt nachhaltig beeinflussen.
Ihr seid global unterwegs. Worin unterscheidet sich das Anlageverhalten eurer Schweizer Kundschaft von anderen Märkten?
Das Anlageverhalten unserer Schweizer Kundschaft zeichnet sich durch mehrere interessante Unterschiede gegenüber anderen Märkten aus. Einer der markantesten Aspekte ist das hohe Mass an Finanzwissen, das viele Schweizer Anleger mitbringen. Sie sind oft besser informiert und verfügen über eine ausgeprägte Kompetenz in finanziellen Angelegenheiten, was sich in ihren fundierten Investitionsentscheidungen widerspiegelt.
Zudem zeigt sich die Schweizer Kundschaft als besonders technikaffin. Sie navigiert geschickt durch unsere Plattform und nutzt ihre Funktionen effektiv, was ihnen den Zugang zu komplexeren Finanzprodukten erleichtert und diversifiziertere Portfolios ermöglicht. Ein weiterer Unterschied ist der Fokus auf Stabilität und Sicherheit, was oft zu konservativeren oder risikoärmeren Anlageentscheidungen führt.
Blick auf 2026: Worauf dürfen wir uns freuen – neue Features, weitere Gebührensenkungen oder ganz andere Überraschungen?
Wir werden weitere innovative Lösungen präsentieren, die das Investieren erleichtern und bereichern. Dazu gehören themenbasierte ETPs, die es unseren Kunden ermöglichen, mit nur einem Klick in Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Healthcare, Defense, Krypto & Blockchain oder Cyber-Sicherheit zu investieren – und das zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen.
Ausserdem planen wir den Ausbau unseres erfolgreichen Autoinvest-Produkts und arbeiten an einer Lösung für die Säule 3a. Auch die Saxo Investor Plattform wird weiter verbessert, um den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden und ein noch intuitiveres Nutzererlebnis zu bieten.
Vielen Dank Oliver für die spannenden Einblicke.
(Das Interview mit Oliver Buomberger wurde am 1.12.2025 schriftlich geführt und hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.)
Saxo hat sich mit ihrem überarbeiteten Gebührenmodell ohne laufende Kosten und einem klaren Fokus auf digitalisiertes, selbstbestimmtes Investieren als ernstzunehmender Player unter den Schweizer Online-Brokern etabliert.
Gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen und als passive ETF-Anleger stechen für uns folgende Punkte besonders positiv hervor:
Natürlich gibt es auch Verbesserungspotenzial – diese sind uns insbesondere im Zusammenhang mit dem Sparplan (AutoInvest) aufgefallen: So löblich der Verzicht auf Kaufprovisionen auch ist, die technische Umsetzung wirkt im Detail noch ausbaufähig: keine automatische Belastung des Hauptkontos, kein Bruchstückhandel und keine flexiblen Ausführungsintervalle.
Unsere Saxo Bank Erfahrungen zeigen: Die Plattform eignet sich sehr gut für Anleger:innen, die regelmässig, langfristig und kosteneffizient in ETFs investieren möchten – und dabei auf einen in der Schweiz regulierten Anbieter setzen.
Gerade für passive Investor:innen mit einer Buy-and-Hold-Strategie ist das Gesamtpaket überzeugend: Die Kombination aus regulatorischer Sicherheit, provisionsfreien ETF-Sparplänen und modernen Plattformen ergibt ein starkes Angebot.
Auch aktive Trader:innen dürften Saxo mit Blick auf das breite Produktuniversum und die professionellen Tools spannend finden – dieser Bereich war jedoch nicht Teil unseres Tests.
Um auf die im Titel aufgeworfene Frage zurückzukommen: Verdient Saxo nach dem Gebührenstreichkonzert den Titel «Bester Schweizer Broker»? Für viele langfristige ETF-Anleger:innen dürfte die Antwort klar Ja lauten. Das neue Gebührenmodell, kombiniert mit einem breiten Produktangebot, moderner Technologie und Schweizer Regulierung, macht Saxo derzeit zu einem der attraktivsten Broker am Markt.
Und das Beste zum Schluss: Wer jetzt über unseren Partnerlink in der untenstehenden Anzeige ein kostenloses Anlagekonto eröffnet, erhält 200 CHF Handelsgebühren – ein attraktiver Bonus zum Einstieg.


2026-03-20: Diverse kleinere Aktualisierungen angebracht.
2025-12-03: Interview mit Oliver Buomberger, COO Saxo Schweiz, eingefügt.
2025-11-20: Neue Plattform SaxoTrader als Fusion von SaxoTraderGO und SaxoTraderPro erläutert.
2025-07-24: Präzisiert, dass ein Upgrade auf die Kontomodelle «Platinum» und «VIP» jeweils auf ein Jahr befristet ist und nicht nur von der Höhe der Einlage abhängt, sondern auch von anderen Faktoren wie Handelshäufigkeit und Handelsvolumen.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Saxo Bank Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Transparenzhinweis: Wir sind von dem Angebot der aufstrebenden Schweizer Online-Bank überzeugt und haben daher eine provisionsbasierte Kooperation mit der Saxo Bank abgeschlossen. Unsere Einschätzungen bleiben dennoch unabhängig und basieren auf eigenen Erfahrungen sowie objektiven Kriterien.
Diesmal widmen wir uns einem sehr kontroversen Thema: das Hebeln der Eigenkapitalrendite mittels Aktien-ETFs auf Pump. Ja, mehr noch: Für viele Anleger:innen, einschliesslich der Blogger-Community, stellen kreditfinanzierte Investments ein No-Go dar. Nicht für uns. In diesem Blogbeitrag berichten wir über unsere Erfahrungen mit Lombardkrediten, zeigen dir auf, wie du das Schreckensszenario «Margin Call» souverän umschiffst und wann du unbedingt die Finger von Wertschriftenkrediten lassen solltest.
Kurz & bündig
Beginnen wir mit einem kurzen, verlockenden Gedankenspiel: «Wenn globale ETFs langfristig gut 8 Prozent Rendite pro Jahr abwerfen und die Kreditzinsen deutlich darunter liegen, dann ist es doch ein Bombengeschäft, ja ein No-Brainer, fremdfinanziert zu investieren.»
Contents
Ein Lombardkredit ist ein Wertschriftenkredit. Das heisst, gegen Verpfändung deiner liquiden Wertschriften, wie Aktien (-ETFs) oder Obligationen (Anleihen), erhältst du von deiner Depotbank einen Kreditrahmen, den du flexibel beanspruchen kannst. Die verpfändeten Wertschriften bleiben in deinem Eigentum, und du profitierst weiterhin von allfälligen Wertsteigerungen und Dividendenzahlungen.
Für den beanspruchten Kredit bezahlst du einen Zins. Dieser Zins ist oft deutlich tiefer als bei einem Privat- bzw. Konsumkredit. Denn die Bank erhält mit deinen verpfändeten Wertschriften eine zusätzliche Sicherheit (anlog der Immobilienfinanzierung mittels eines Hypothekarkredits). Damit sinkt das Ausfallrisiko für die kreditgebende Bank beträchtlich. Das heisst, solltest du nicht mehr in der Lage sein, Zinsen und Kredit zurückzuzahlen, kann die Bank dein Pfand in Form von Wertschriften einfach verkaufen. Zusammenfassend weist der Lombardkredit folgende Merkmale auf:
Gemäss unseren Recherchen werden auf dem Schweizer Markt häufig Kontokorrent- und seltener Festvorschuss-Lombardkredite angeboten. Im Gegensatz zum Festvorschuss gibt es bei der Kontokorrent-Variante üblicherweise weder eine fixe Laufzeit, noch einen fixen Kreditbetrag, noch einen fixen Zinssatz. Stattdessen kannst du bei der Kontokorrent-Variante in der Regel den Kredit jederzeit kündigen und den gewährten Kreditrahmen flexibel nach effektivem Bedarf nutzen (und nur darauf Zins bezahlen!). Schliesslich ist auch der Zins flexibel, d.h. er kann je nach Marktlage auf Tagesbasis variieren. In diesem Artikel wollen wir uns auf die Variante «Kontokorrent-Lombardkredit» konzentrieren.
Die Ausführungen im Abschnitt oben stellen eine Vereinfachung des Wertschriftenkreditgeschäfts dar. Vor Aufnahme eines Lombardkredits solltest du die individuellen Vertragsbedingungen und das Kleingedruckte deiner kreditgebenden Depotbank genau zu studieren.
Mit dem Lombardkredit kannst du verschiedene Ziele verfolgen. In jedem Fall erhältst du zusätzliche Liquidität, ohne dass du deine Wertschriften verkaufen musst. Diese zusätzlichen Barmittel kannst du für unterschiedliche Zwecke einsetzen: beispielsweise für eine Weltreise, eine neue Küche oder für zusätzliche Investitionen.
Wir konzentrieren uns auf die zusätzlichen Investitionen (in Aktien-ETFs), denn nur in diesem Fall kannst du deine Eigenkapitalrendite hebeln. Das heisst, wenn du mit einem Hebel oder Leverage investierst, verfolgst du grundsätzlich immer das gleiche Ziel: mit geringem Kapitaleinsatz grosse Geldsummen bewegen.
Nüchtern bzw. finanziell betrachtet lohnt sich ein Lombardkredit immer dann, wenn die Kursgewinne einschliesslich Dividenden über den Kreditzinsen liegen.
Die verpfändeten Vermögenswerte werden zu einem Prozentsatz des jeweiligen Marktwertes belehnt. Dieser sogenannte Belehnungssatz, auch Beleihungssatz oder Loan to Value Ratio (LTV) genannt, variiert je nach Risiko, Handelbarkeit des Wertpapiers und Bank.
Nehmen wir an, du verfügst über ein globales Aktien-ETF-Portfolio mit einem Börsenwert von 100’000 CHF und möchtest einen Lombardkredit aufnehmen. Deine Depotbank nimmt zuerst eine Risikobeurteilung deines Portfolios vor. Darauf basierend ermittelt sie den Belehnungssatz, welcher nicht überschritten werden darf, ansonsten ein Margin Call droht. Dazu aber später.
Je sicherer dein Portfolio von der Bank bewertet wird, desto höher wird der maximale Belehnungssatz sein. In diesem Artikel, einschliesslich des nachfolgenden Beispiels, gehen wir jeweils von einem maximalen LTV von 50% aus, welcher für ein breit diversifiziertes Aktien-ETF-Portfolio realistisch ist.
Dies bedeutet, dass du zu deinen eigenfinanzierten Wertschriften im Wert von 100’000 CHF maximal nochmals 100’000 CHF als Fremdkapital erhältst. Schöpfst du den gesamten Kreditrahmen aus und investierst ihn in Wertschriften, dann verfügst du über einen Hebel von zwei.
Je höher der Belehnungssatz bzw. LTV ist, desto mehr Hebelpotenzial hast du. Die LTV-Formel lautet also:
LTV = Loan / Value = Lombardkredit / Depotwert
Depotwert = 200’000 (aktueller Kurswert bestehend aus Eigenkapital und Kredit)
Eigenkapital = 100’000
Kredit (Loan) = 100’000
LTV = 100’000 / (200’000) = 0,50 = 50%
Ausgehend von einem LTV von 50% zeigt die nachfolgende Grafik das Zusammenspiel zwischen Kursentwicklung und LTV. Grundsätzlich gilt: Steigen die Kurse bzw. der Depotwert, sinkt der LTV und umgekehrt.
Dank der zu Beginn und danach mehrheitlich steigenden Kurse kam der LTV während der gesamten 14-jährigen Periode nie in die kritische Gefahrenzone «Margin Call», was in unserem Beispiel einen LTV von über 50% bedeutet hätte. (Wie wir später noch belegen werden, raten wir dringend ab, gleich zu Beginn den gesamten Kreditrahmen von LTV 50% auszuschöpfen.)

Kurz: Sehr direkt, und zwar sowohl bei steigenden als auch fallenden Kursen. Dieser Leverage ist also ein zweischneidiges Schwert.
Konkret anhand des Zahlenbeispiels oben: Steigt nach einem Jahr dein Wertschriftendepot um 10% auf 220’000 CHF, so verdoppelst du dank des Kredithebels deine Eigenkapitalrendite auf 20% (20’000 Kursgewinne Wertschriften / 100’000 investierte Eigenmittel). Ohne Lombardkredit würde deine Eigenkapitalrendite hingegen nur 10% betragen.
Bei Kursverlusten sieht’s entsprechend düster aus: Bei einem 10% Börsentaucher sinkt dein Depotwert auf noch 180’000 CHF. Deine gehebelte Negativ-Eigenkapitalrendite verdoppelt sich und beträgt somit -20% (20’000 Kursverluste / 100’000 investierte Eigenmittel) statt -10% ohne Lombardkredit.
Die Zinsen für Lombardkredite variieren von Anbieter zu Anbieter sehr stark. Aber auch unter den preislich attraktiveren Online-Brokern können sich die Konditionen recht deutlich voneinander unterscheiden, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:
| CHF | EUR | USD | |
|---|---|---|---|
| DEGIRO | 2,50%* - 4,00% | 4,75%* - 6,25% | 5,25%* - 6,90% |
| Interactive Brokers | 1,50%** | 3,451%** | 5,14%** |
| Saxo Bank | 2,00%*** | 3,91%*** | 6,80%*** |
| Swissquote | 3,00% | 4,93% | 6,82% |
Die jeweils aktuellen Lombardkredit-Konditionen der vier Anbieter kannst du den nachfolgenden Links entnehmen: DEGIRO | Interactive Brokers | Saxo Bank | Swissquote
Auf unserer neuen Empfehlungsseite findest du die wichtigsten Eigenschaften und Konditionen (einschliesslich Bonus-Guthaben) dieser vier Online-Broker.
Gemäss unseren Erfahrungen hat Interactive Brokers auch über längere Betrachtungszeiträume äusserst attraktive Konditionen für Lombardkredite angeboten. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, wenn du deine eigenen Recherchen anstellst und zuerst die Konditionen deiner bestehenden Depotbank prüfst. Denn die zu verpfändenden Wertschriften müssen im Depot der kreditgebenden Bank sein.
Risiko und Lombardkredit sind eng miteinander verbunden, weshalb wir diesem Thema besonders viel Raum geben möchten. Insbesondere die folgenden drei Risiken solltest du verstehen und im Auge behalten:
Das Risiko mit der grössten finanziellen Tragweite sehen wir beim durch den Broker erzwungenen Verkauf der Sicherheiten. Wie kann es soweit kommen? Grundsätzlich immer dann, wenn der Depotwert deines Margin-Kontos (d.h. ein Konto, das teilweise mit Wertschriftenkredit finanziert wird) unter den von der Depotbank geforderten Mindestbetrag (Maintenance Margin) fällt, womit der LTV die maximal zulässige Limite übersteigt.
Obschon der Begriff «Margin Call» nach wie vor gebräuchlich ist und seit dem gleichnamigen Film von 2011 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, wird er schon lange nicht mehr wörtlich umgesetzt.

Dein Bankberater wird also nicht wie früher zum Hörer greifen, sondern dich schriftlich auffordern, innert einer bestimmten Frist, zusätzliches Kapital einzuschiessen oder deine Positionen zu verkaufen.
Andernfalls bzw. wenn du dem Margin Call nicht nachkommst, schliesst dein Bankberater die entsprechenden Positionen selber. Er verkauft also die im Wert gefallenen Sicherheiten zu einem aus Sicht des Anlegers äusserst ungünstigen Zeitpunkt.
Um einen Margin Call zu vermeiden, solltest du folgende präventive Gegenmassnahmen erwägen:

Die Zinsen für Lombardkredite können sich je nach Marktlage und Währung verändern. Massgeblich für die Entwicklung der Lombardkredite in Heimwährung ist der Leitzins, welcher durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) bestimmt und regelmässig überprüft wird.
Je höher der Leitzins, desto höher also der Lombardkreditzins und desto höher die laufenden Zinskosten. Neben dem Leitzins beeinflusst die Marge der kreditgebenden Bank die Zinskosten. Wie wir bereits oben gesehen haben, variieren die Konditionen bei Lombardkrediten von Anbieter zu Anbieter stark.

Trotz dieser Zinsanstiege in jüngster Zeit sind die Zinsen in der Schweiz im Vergleich zum Ausland (USA und Euroraum) aktuell deutlich tiefer und waren es in der Regel auch in der Vergangenheit. Dies schlägt sich in den je nach Währung stark variierenden Lombardzinssätzen nieder.
Nichtsdestotrotz, um das Risiko von übermässigen Zinskosten zu vermeiden, solltest du folgende Gegenmassnahmen erwägen:
Die beiden oben genannten Risiken sind mit einem regelbasierten Vorgehen in den Griff zu bekommen. Davon sind wir überzeugt. Wir werden später noch konkreter darauf eingehen. Ganz anders sieht es aber aus, wenn Emotionen überhandnehmen und sich nach hohen (Buch-)Verlusten Panik ausbreitet.
Das heisst, du solltest dir ehrlich folgende Frage beantworten: Wie habe ich bisher auf Kursverluste reagiert? Wenn du stets cool geblieben bist und jeweils (regelbasiert) dein Portfolio zu tiefen Kursen wieder aufgestockt hast, könnten Lombardkredite eine Option für dich sein.
Wenn du hingegen, wie wohl die meisten Anleger:innen, unter Verlustaversion leidest, solltest du unserer Meinung nach generell die Finger von Lombardkrediten lassen. Eine intakte Lebensqualität, wozu auch guter Schlaf dazugehört, ist definitiv ein wichtigerer Wert als Gewinnmaximierung!
Unabhängig von der allgemeinen Börsenlage stellt sich die Frage, ob das zuvor beschriebene Zinsumfeld über Aufnahme eines Lombardkredits entscheiden soll oder nicht.
Während für Stefan eine Kreditaufnahme nur bei moderaten Lombardkredit-Zinssätzen (unter 3%) in Frage käme, spielt das Zinsniveau für Toni nur eine untergeordnete Rolle bzw. beeinflusst seinen Entscheid über eine Kreditaufnahme kaum.
So oder so, zum Glück handelt es sich bei der Schweiz traditionellerweise um ein Tiefzinsland, weshalb Lombardkredite in Heimwährung vergleichsweise günstig sind.
In der Praxis wird der Lombardkredit oft kurzfristig für spekulative Anlagen eingesetzt. Wer kurzfristig auf Gewinne spekulieren möchte, hebelt also insbesondere in Bullenmärkten bzw. in Börsenhaussen.
Der Spekulant erhofft sich dabei, dass der Kurs einer vielversprechenden Aktie bald durch die Decke gehen wird.
Er nutzt also das Momentum. Im Finanzkontext beschreibt das Momentum die Tendenz, dass Aktien mit vergleichsweise starken Wertsteigerungen in jüngster Vergangenheit auch in naher Zukunft überdurchschnittlich gut performen.
Eine gegenläufige Tendenz wird mit dem Begriff «Regression zur Mitte» aus der Statistik ausgedrückt. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das die langfristige Entwicklung der Rendite von Kapitalanlagen beeinflusst.
Statistisch gesehen ist es nämlich so, dass sich die Rendite bei Aktien und anderen Wertanlagen über einen längeren Zeitraum immer um den sogenannten mittleren Durchschnitt bewegt. Das heisst also, dass die Bruttorendite deiner Geldanlage früher oder später zu einem langfristigen Marktdurchschnitt zurückgeht – ganz egal, ob die Ausgangsrenditen positiv oder negativ waren. Das Ganze gilt allerdings vor allem für mittel- bis langfristige Zeiträume. Für Zeitspannen von weniger als 5 Jahren trifft die Regression zur Mitte nicht zu.
Basierend auf diesem Phänomen erscheint es wiederum sinnvoll, in Bärenmärkten mittels Wertschriftenkrediten zu hebeln. Am besten also, wenn die Kurse beispielsweise eines MSCI World Index deutlich unter dem Allzeithoch liegen.
| Start | Ende | Dauer in Tagen | Drawdown | nach 1 Jahr | +/- Höchststand* |
|---|---|---|---|---|---|
| 20.11.1980 | 12.08.1982 | 630 | -28% | 47% | 6% |
| 27.08.1987 | 26.10.1987 | 60 | -24% | 25% | -5% |
| 04.01.1990 | 28.09.1990 | 267 | -26% | 21% | -10% |
| 20.07.1998 | 05.10.1998 | 77 | -21% | 36% | 7% |
| 27.03.2000 | 09.10.2002 | 926 | -51% | 36% | -33% |
| 31.10.2007 | 09.03.2009 | 495 | -59% | 70% | -30% |
| 21.05.2015 | 11.02.2016 | 266 | -19% | 24% | 0% |
| 26.01.2018 | 25.12.2018 | 333 | -20% | 31% | 5% |
| 12.02.2020 | 23.03.2020 | 40 | -34% | 74% | 15% |
Zwischenfazit: Das kurzfristig orientierte Spekulieren liegt uns fern. Deshalb gilt für uns: Wenn schon ein Lombardkredit, dann nur bei Börsenkursen, die deutlich unter dem Allzeithoch liegen und – was Stefan betrifft – bei einem moderaten Zinsniveau.
Hypothekarschulden werden in der Schweiz üblicherweise nicht vollständig amortisiert. Wie sieht es beim Lombardkredit aus?
Basierend auf der im Zusammenhang mit Lombardkrediten für uns entscheidenden Erkenntnis, wonach in der Vergangenheit nur ein Jahr nach Kurstauchern überdurchschnittlich starke Erholungen an den Märkten einsetzten (vgl. Tabelle oben), haben wir eine strikt regelbasierte Exit-Strategie entwickelt. Dieses Regelwert beinhaltet die folgenden drei Regeln:
Mit diesen drei Regeln stellen wir sicher, dass sogar bei einem extremen Börsencrash von 60% kein Zwangsverkauf zum ungünstigsten Zeitpunkt infolge «Margin Call» droht.
In der nachfolgenden Tabelle haben wir vier Exit-Szenarien S1 – S4 mit den jeweiligen Amortisationszeitpunkten durchgespielt.
Die Tabelle ist wie folgt zu lesen: Folgt eine Kurskorrektur um 25% (bis <40%), so handelt es sich um Szenario 1 (S1). Folgt eine Kurskorrektur um 40% (bis <50%), so handelt es sich um Szenario 2 (S2). Szenario 2 beinhaltet alle oberhalb liegenden weissen Zeilen, also auch die ersten drei von S1. Analog geht es weiter mit den Extrem-Szenarien 3 und 4, welche massive Kursverluste von 50% resp. 60% adressieren und deshalb sehr selten eintreffen werden. Jedes Szenario ist grün hervorgehoben und besteht aus zwei Ereignissen (separate Zeilen): Kurserholung bis Höchststand und Kreditamortisation.
Wir sind wieder davon ausgegangen, dass die Depotbank Lombardkredite bis zum einem maximalen LTV von 50% vergibt. Wird also dieser Schwellenwert überschritten, droht der Zwangsverkauf bzw. es kommt zum Margin Call.

Wer bei einer Kurskorrektur von -60% mehr Sicherheitsmarge haben bzw. den LTV unter 50% drücken möchte, verzichtet auf die 3. Kreditaufnahme bei Kurskorrektur -50%. Mit dieser einfachen Massnahme würde nach einem Börsencrash von 60% ein LTV von 45% resultieren (statt 50% gemäss Tabelle).
Was bedeutet dies nun für deine Rendite? Nachfolgend haben wir die Eigenkapitalrendite von Szenario 1 (S1) mit derjenigen ohne Kredithebel verglichen. Zu beachten ist, dass wir bei beiden Berechnungen dasselbe Eigenkapital einsetzen, und zwar jenes zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme. Wir sind zudem von 3% Kreditkosten und einer Kreditdauer von 1 Jahr ausgegangen.
Eingesetztes Eigenkapital = 75’000 CHF (Depotwert zum gleichen Zeitpunkt wie bei Kreditaufnahme)
Kursgewinn = 25’000 CHF (100’000 CHF – 75’000 CHF)
Eigenkapitalrendite = 33,3% (25’000 CHF / 75’000 CHF = Gewinn / eingesetztes EK)
Eingesetztes Eigenkapital = 75’000 CHF (Wert Eigenkapital zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme)
Kursgewinn = 31’250 CHF (125’000 CHF – 93’750 CHF)
Kreditkosten p.a. = 563 CHF (=18’750 CHF * 3%)
Gewinn nach Kreditkosten = 30’687 (= 31’250 CHF – 563 CHF)
Eigenkapitalrendite = 40,9% (= 30’687 / 75’000 = Gewinn / eingesetztes EK)
Wie erwähnt kannst du die zusätzliche Liquidität, welche du durch den Lombardkredit erhältst, für unterschiedliche Zwecke verwenden. Wenn du beispielsweise den Kredit «verkonsumierst», liegt der Vorteil insbesondere darin, dass du deine Wertschriften nicht verkaufen musst, um an die erforderliche Liquidität zu kommen. Zudem profitierst du in der Regel von tieferen Zinsen als bei einem Privatkredit.
Uns interessieren an dieser Stelle jedoch nur Lombardkredite, welche in zusätzliche Wertschriften investiert werden. Die aufgeführten Vor- und Nachteile entsprechen unserer subjektiven Meinung und sind im Vergleich zu einem klassischen, nicht gehebelten Investment zu verstehen.
Vor- und Nachteile von Lombardkrediten
Nachfolgend stellen wir zwei andere Möglichkeiten vor, wie du mit Hebelwirkung bzw. Leverage-Effekt investieren kannst.
Bei dieser Variante investierst du in spezielle Hebel-ETFs, welche zwar wie klassische ETFs einen Index abbilden, dessen Kursentwicklung jedoch um einen bestimmten Faktor verstärkt wird. Liegt beispielsweise ein Faktor zwei zugrunde und der Referenzindex steigt an einem Tag um 2%, dann schiesst der Leveraged-ETF um 4% in die Höhe. Im Gegensatz zum Lombardkredit erhältst du bei einem Hebel-ETF keine zusätzliche Liquidität und das Angebot ist noch recht bescheiden. Nichtsdestotrotz, das Konzept hinter Leveraged-ETFs finden wir spannend, weshalb wir dieser Anlagemöglichkeit einen separaten Artikel widmen werden.
Strukturierte Produkte mit Hebelwirkung sind komplexe Finanzprodukte, mit denen auf eine Kursbewegung des zugrundeliegenden Wertes reagiert werden kann. Beliebte zugrundeliegende Werte sind einzelne Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen. Strukturierte Produkte mit Hebelwirkung lehnen wir ab, weil sie unserer Meinung nach zu teuer und zu wenig transparent sind. Letzteres zeigt sich insbesondere in ihrer oft undurchsichtigen Konstruktion.
Es liegt auf der Hand: Die Aufnahme eines Wertschriftenkredits eignet sich nur für nervenstarke Anleger:innen und sollte wohlüberlegt sein. Denn der mit der Kreditaufnahme einhergehende Hebel wirkt auf beide Seiten: Kursgewinne als auch -verluste werden verstärkt. Zudem können die Kreditzinsen kurzfristig steigen, was dein Nervenkostüm zusätzlich strapazieren kann.
Überdies solltest du ein Lombardkredit nur dann in Betracht ziehen, wenn du vorhandene Barmittel oder anderes, günstigeres Eigenkapital bereits investiert hast.
Wem diese Punkte bewusst sind, sollte sich nun gegen die Risiken wappnen, welche mit einem Lombardkredit einhergehen.
Und damit kommen wir zurück auf unser einleitendes Gedankenspiel. Leider ist es kein No-Brainer, fremdfinanziert zu investieren, auch wenn die Renditen an der Börse langfristig höher liegen dürften als die Zinsen für Lombardkredite – insbesondere in unserer Heimwährung CHF.
Denn anders als bei eigenfinanzierten ETFs kannst du bei fremdfinanzierten Wertschriften starke Kursverluste nicht einfach in bewährter Buy and Hold Manier aussitzen. Grund dafür ist der Margin Call bzw. das damit verbundene Risiko, wonach du deine Wertschriften zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen musst.
Um die mit dem Margin Call verbundenen finanziellen Verluste zu vermeiden, solltest du den von der Bank gewährten Kreditrahmen nie ganz ausschöpfen. Damit verschaffst du dir eine wichtige Sicherheitsmarge – und ruhigere Nächte.
Zudem solltest du aufpassen, dass dir die Zinskosten nicht aus dem Ruder laufen. Konkret könnte diese zweite Sicherheitsmassnahme darin bestehen, dass du – basierend auf einer seriösen Budgetplanung – die erwarteten Zinskosten vorsichtig kalkulierst (d.h. mit einer Sicherheitsmarge bzw. einem hohen, kalkulatorischen Zinssatz von 5%). Eine weitere Massnahme gegen hohe Zinskosten könnte darin bestehen, dass du dir bei der Kreditaufnahme ein Zinslimit festlegst.
Schlussfazit: Fremdfinanzierte Aktien-ETFs boostern deine Eigenkapitalrendite bei steigenden Kursen. Ein Spiel mit dem Feuer wird ein Lombardkredit für dich dann, wenn du keine regelbasierten Sicherheitsvorkehrungen getroffen hast – und deshalb in einen Margin Call taumelst.
2025-08-17: Margin Sätze für Lombardkredite der Anbieter DEGIRO, Interactive Brokers und Swissquote aktualisiert sowie die Sätze von Saxo Bank neu hinzugefügt.
2025-01-14: Margin-Sätze für Lombardkredite der Anbieter DEGIRO, Interactive Brokers und Swissquote aktualisiert.
2024-07-02: Margin-Sätze für Lombardkredite der Anbieter DEGIRO, Interactive Brokers und Swissquote aktualisiert.
Transparenzhinweis: Im Gegensatz zu Stefan hat Toni zum Zeitpunkt der Publikation dieses Artikels sein Portfolio mit einem Lombardkredit gehebelt, und zwar von Interactive Brokers. Zuvor haben beide erste Erfahrungen mit Lombardkrediten von DEGIRO gesammelt.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Risiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Im letzten Artikel haben wir uns mit Lombardkrediten auseinandergesetzt. In diesem Beitrag beleuchten wir sogenannte Hebel-ETFs, eine weitere Möglichkeit, wie du dein Portfolio renditeträchtiger ausrichten kannst. Du erfährst, wie diese Nischen-ETFs funktionieren, welche Risiken du besonders im Blick haben solltest und wann die Chancen am besten stehen, Traumrenditen zu erzielen.
Kurz & bündig
Contents
Bei Hebel-ETFs oder Leveraged-ETFs handelt es sich um synthetische Spezial-ETFs, welche oft den Strategie-ETFs zugeordnet werden. Bei der synthetischen Indexnachbildung tauscht der entsprechende ETF-Anbieter die vom Fonds gehaltenen Anlagen gegen die des Index, indem er ein Tauschgeschäft (Total Return Swap, ein Derivat) mit einer Drittpartei, z.B. eine Grossbank, abschliesst.
Hebel-ETFs bilden also wie die klassischen Pendants einen Index ab. Dessen Kursentwicklung wird jedoch um einen bestimmten Faktor verstärkt. Liegt also ein Faktor zwei, was üblich ist, zugrunde und der entsprechende nicht gehebelte Basisindex (z.B. MSCI World oder SMI) steigt an einem Tag um 2%, dann schiesst der Leveraged-ETF um 4% in die Höhe.
Das Gegenstück von (Long-) Hebel-ETFs sind sogenannte Short-ETFs, welche sich invers, d.h. umgekehrt zum Basisindex verhalten. Stellvertretend für das spärliche Angebot an Short-ETFs sei hier der Lyxor SMI Daily (-2x) Inverse UCITS ETF erwähnt, welcher die zweifach gehebelte inverse Wertentwicklung des SMI auf täglicher Basis abbildet. Das heisst, sinkt der SMI um 1%, steigt dieser ETF um 2% und umgekehrt.
Short-ETFs stehen in diesem Beitrag nicht im Fokus. Wir lehnen sie ab, weil sie hochgradig spekulativ auf Market Timing bzw. auf sinkende Kurse ausgerichtet sind und wir das damit verbundene Rendite-/ Risiko-Verhältnis als äusserst ungünstig beurteilen.
Die Auswahl an konventionellen ETFs ist mittlerweile riesig geworden und Anleger:innen haben die Qual der Wahl. (Lesetipp: Im Artikel «Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…» haben wir über 1’500 ETFs einem strengen, mehrstufigem Auswahlverfahren unterzogen und 14 Sieger-ETFs auserkoren.)
Im Gegensatz dazu ist das Angebot an Hebel-ETFs, welche in der Schweiz zugelassen sind, noch sehr überschaubar. So werden auf dem Portal «Justetf» gerade mal fünf gehebelte Aktien-ETFs an europäischen Börsenplätzen angeboten. (Börsenplätze ausserhalb von Europa berücksichtigt erwähntes Portal nicht.)
Aber nicht nur quantitativ lässt das Angebot an Hebel-ETFs noch zu wünschen übrig. Auch qualitativ sehen wir zwei Schwachpunkte: Erstens ist kein einziges Produkt global diversifiziert. Und zweitens beurteilen wir die Fondsgrösse als zu gering – mit Ausnahme des Produkts von Amundi. (Fürs bessere Verständnis werden wir diesen Hebel-ETF später noch genauer unter die Lupe nehmen.) Positiv überrascht haben uns hingegen die jährlichen Kosten von rund 0,35% (TER), welche wir für solche Nischen-ETFs als recht moderat beurteilen.

Weiter fällt auf, dass trotz der geringen Fondsvolumen vier der fünf Hebel-ETFs vor über zehn Jahren lanciert worden sind. Treu dem Survivorship Bias dürfte es sich dabei also nur um die Spitze des «Hebel-ETF»-Eisberges handeln. Zahlreiche Produkte sind wohl mangels Markterfolgs laufend eingestellt und somit «unsichtbar» geworden. (Eine Fondsauflösung bedeutet übrigens nicht, dass für dich Totalverluste resultieren. Stattdessen musst du die investierten Mittel (Marktwert) einfach vom Fonds abziehen und nach geeigneten Alternativen suchen.
ETFs, die mittelfristig weniger als 100 Mio. CHF an Fondsvermögen eingesammelt haben, dürften für Fondsanbieter ein Verlustgeschäft sein. Deshalb ist bei solchen ETFs die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass sie früher oder später eingestellt werden.
An US-Börsen haben sich die Hebel-ETFs hingegen deutlich besser etabliert. Doch sind wir auch hier auf kein einziges global diversifiziertes Produkt, welches beispielweise einen gehebelten MSCI World Index abbildet, gestossen.
Das grösste Exemplar, der UltraPro QQQ von ProShares, hat es seit seiner Lancierung im Jahr 2010 geschafft, ein beträchtliches Fondsvolumen von über 20 Mia. USD einzusammeln – trotz einer hohen Gebühr von 0,98% (TER). Dieser weltweit populärste Hebel-ETF gilt als besonders renditeträchtig und risikoreich, bildet er doch den volatilen US-Tech Index Nasdaq 100 gleich mit dem Faktor drei ab.
Dieser Übersicht des ETF-Portals VettaFi kannst du die wichtigsten Eckdaten dieses und anderer gehebelter, an US-Börsen gehandelter ETFs entnehmen. Dabei fällt auf, dass die Produktauswahl klar auf US-Firmen fokussiert, innerhalb dieser es jedoch grosse Unterschiede gibt: So setzen manche Hebel-ETFs auf Standardwerte, einige auf Small Caps und wieder andere auf einzelne Branchen wie Technologie-Aktien oder produktspezifischer wie beispielsweise die Halbleiter-Hersteller.
Damit zeigt sich wieder einmal, dass je stärker ein ETF eine Nische abdeckt, desto attraktiver ist das Angebot an den US-Börsen im Vergleich zu den europäischen Handelsplätzen.
Wer vom breiteren Angebot an US-Börsen gehandelten ETFs profitieren möchte, benötigt eine Plattform, worüber diese Produkte auch gehandelt werden können. Gemäss unserer Erfahrung sind die beiden Broker-Pioniere Swissquote und Interactive Brokers diesbezüglich besonders stark aufgestellt (vgl. unsere Empfehlungsliste).
Wir erwähnt wollen wir nun den Amundi Leveraged MSCI USA Daily UCITS ETF – EUR etwas genauer unter die Lupe nehmen. Denn er scheint uns bezüglich Diversifikation, Fondsgrösse und Preis der attraktivste, an europäischen Börsen gehandelte Hebel-ETF zu sein, welcher für Schweizer Anleger:innen zugelassen ist.
Gemäss dem entsprechenden Factsheet bietet der dem Hebel-ETF zugrunde liegende MSCI USA Leveraged 2x Daily Index ein zweifaches Engagement in der täglichen Entwicklung des MSCI USA Index, der rund 600 führende US-amerikanische Werte umfasst.
Zudem handelt es sich um einen synthetischen ETF, welcher die europäischen UCITS-Anlegerschutzrichtlinien erfüllt. Interessant: Mindestens 75% werden direkt in Wertpapiere investiert. Amundi bestätigt uns auf Anfrage, dass es sich hierbei um Sondervermögen handle, worauf die Anleger:innen auch im Falle eines Konkurses von Amundi zugreifen könnten bzw. welches nicht in die Konkursmasse fallen würde.
Amundi empfiehlt ein Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren, was uns plausibel erscheint. (Die in den sozialen Medien häufig vertretene Auffassung, Hebel-ETFs seien kurzfristige Anlagevehikel teilen wir nicht, insbesondere dann nicht, wenn der zugrundeliegende Index breit diversifiziert ist. Weshalb sollte man solche Hebel-ETFs bezüglich des Anlagehorizonts anders behandeln als ihre konventionellen bzw. ungehebelten Pendants?)

Wie der Chart oben eindrücklich zeigt, kann ein positiv-gehebelter ETF auch über einen sehr langen Anlagehorizont von fast 14 Jahren sehr gut funktionieren und den klassischen ETF deutlich schlagen. Dies rührt daher, dass einerseits in erwähntem Betrachtungszeitraum die Aktienkurse häufiger gestiegen als gefallen sind. (Wie wir später noch sehen werden, ist bei Hebel-ETFs besonders wichtig, dass zu Beginn die Kurse mehrheitlich steigen.) Andererseits hatten die USA mit ihren bedeutenden wachstumsorientierten Tech-Titeln wie Apple & Co. gegenüber der übrigen Börsenwelt einen besonders guten Lauf. Die Perfomance-Daten sind übrigens bereits in unsere harte Heimwährung CHF umgerechnet. In EUR oder USD würden die Wertsteigerungen noch höher ausfallen!
Nimmt man unterschiedliche Einstiegszeitpunkte und Perioden, so bestätigt sich dieses positive Bild zugunsten unseres Hebel-ETF. So performt er mehrheitlich besser als das klassische Produkt des gleichen Anbieters, und zwar selbst dann, wenn zwischendurch deutliche Börsenbaissen durchgestanden werden mussten. Einzig bei zwei kurzfristigen Crash-Szenarien, resultiert bei der Hebel-Variante eine schlechtere Performance (vgl. Tabelle).

Beim Short-ETF verhält es sich genau umgekehrt: In der Regel performt er schlecht, ja katastrophal schlecht. Er ist – wie sein Name schon andeutet – viel spekulativer und fokussiert auf kurzfristige Gewinne in Bärenmärkten (vgl. Chart und Tabelle oben sowie Chart unten). Für uns kommen Short-ETFs deshalb nicht in Frage.

Kommen wir aber nochmals zurück auf die Hebel-ETFs. Wie sieht die Performance aus, wenn wir uns statt des seit der Finanzkrise super laufenden US-Marktes auf das gemächlichere Europa fokussieren? Mangels Auswahl schauen wir uns das zuvor in der Hebel-ETF Übersicht aufgeführte Produkt Lyxor EURO STOXX 50 Daily (2x) Leveraged UCITS ETF (Acc) an. Der zugrundeliegende Basisindex bildet die 50 Unternehmen mit der grössten Markkapitalisierung aus der Euro-Zone ab.

Die Tabelle zeigt, dass die mehrheitliche Überperformance auch auf den EURO STOXX Hebel-ETF zutrifft, wenn auch weniger deutlich als beim ETF-Vergleich zuvor, welcher auf US-Unternehmen gemäss MSCI USA basierte.
Zudem konnten wir dank des weiter zurückliegenden Auflagedatums eine längere Periode von über 16 Jahren (statt rund 14 zuvor) betrachten, was uns zu einer interessanten Erkenntnis führt:
Liegt der Einstiegszeitpunkt kurz vor einem heftigen Börsencrash wie in der Weltfinanzkrise von 2008 kann der Hebel-ETF die Kursverluste auch langfristig nicht mehr wettmachen.
So liegt unser Leveraged-ETF nach über 16 Jahren Haltedauer per 26. Juli 2023 mit rund 44% immer noch massiv im Minus, während der klassische ETF nur noch gut 5% unter der Kursgewinnschwelle steht. Dieses Phänomen nennt sich «Volatility Drag», kombiniert mit dem Renditereihenfolgerisiko. Im nächsten Kapitel erfährst du mehr über diese Risiken.
Keine Frage: Hebel-ETFs sind risikoreicher als konventionelle ETFs. Denn Hebel-ETFs bieten grössere Renditechancen und diese gehen bekanntlich mit mehr Risiko einher. Insbesondere die nachfolgend beschriebenen, besonders für Hebel-ETF geltenden vier Risiken solltest du beachten:
Bei diesem Risiko geht es um schwankungsbedingte Verluste. Der Volatility Drag ist die negative Auswirkung der sogenannten Pfadabhängigkeit. Diese rühren daher, dass Hebel-ETFs täglich neu bewertet werden.
In der nachfolgenden Tabelle zeigen wir anhand eines fiktiven Beispiels, wie der Volatility Drag bei schwankenden Märkten die Rendite stetig etwas nach unten drückt.
| Tag | SMI Index (Punkte) | Veränderung zum Vortag SMI ETF | Wert Investition in SMI ETF (CHF) | Veränderung zum Vortag SMI Hebel-ETF (2x) | Wert Investition in Hebel-ETF SMI (2x) |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 10’000 | 1’000 | 1’000 | ||
| 1 | 9’800 | -2% | 980 | -4% | 960 |
| 2 | 10’000 | 2.04% | 1’000 | 4.08% | 999.17 |
| 3 | 9’700 | -3% | 970 | -6.00% | 939.22 |
| 4 | 10’000 | 3.09% | 1’000 | 6.19% | 997.31 |
Bei moderaten Schwankungen fällt der negative Effekt des Volatility Drag also kaum ins Gewicht. Anders bei heftigen Börsenturbulenzen: Fällt beispielsweise der Basisindex an einem Tag um 25% und steigt er danach wieder um 33% bis zum Ausgangswert, so bleibt der Kurs des Hebel-ETFs deutlich unter dem Ausgangswert.
| Tag | SMI Index (Punkte) | Veränderung zum Vortag SMI ETF | Wert Investition in SMI ETF (CHF) | Veränderung zum Vortag SMI Hebel-ETF (2x) | Wert Investition in Hebel-ETF SMI (2x) |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 10’000 | 1’000 | 1’000 | ||
| 1 | 7’500 | -25% | 750 | -50% | 500 |
| 2 | 10’000 | 33.33% | 1’000 | 66.67% | 833.33 |
Im extremsten (unwahrscheinlichen) Fall kann mit Hebel-ETFs sogar ein Totalverlust eintreten: Wenn nämlich der Basisindex an einem Tag um 50% fallen würde. Für den Hebel-ETF (2x) resultierte dann ein Verlust von 100%. Alle Anteile des ETF wären somit wertlos und blieben es auch nach einer darauffolgenden Börsenerholung, egal wie fulminant diese ausfiele.
Doch der Pfadabhängigkeitseffekt bei Hebel-ETFs ist nicht per se negativ. So gibt es bei stetig steigenden oder fallenden Kursen keinen Volatility Drag. Hebel-ETFs profitieren in solchen Märkten sogar. Das heisst, bei Kurssteigerungen wird der Hebel etwas erhöht, bei Kursverlusten etwas reduziert (vgl. Tabellen unten).
| Tag | SMI Index (Punkte) | Veränderung zum Vortag SMI ETF | Wert Investition in SMI ETF (CHF) | Veränderung zum Vortag SMI Hebel-ETF (2x) | Wert Investition in Hebel-ETF SMI (2x) |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 10’000 | 1’000 | 1’000 | ||
| 1 | 10’200 | 2% | 1’020 | 4% | 1’040 |
| 2 | 10’353 | 1.5% | 1’035 | 3% | 1’071 |
| 3 | 10’612 | 2.5% | 1’061 | 5% | 1’125 |
| 4 | 10’665 | 0.5% | 1’066 | 1% | 1’136 |
| Tag | SMI Index (Punkte) | Veränderung zum Vortag SMI ETF | Wert Investition in SMI ETF (CHF) | Veränderung zum Vortag SMI Hebel-ETF (2x) | Wert Investition in Hebel-ETF SMI (2x) |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 10’000 | 1’000 | 1’000 | ||
| 1 | 9’800 | -2% | 980 | -4% | 960 |
| 2 | 9’653 | -1.5% | 965 | -3% | 931 |
| 3 | 9’412 | -2.5% | 941 | -5% | 885 |
| 4 | 9’365 | -0.5% | 936 | -1% | 876 |
Dieses Risiko gibt es naturgemäss bei allen Investments, einschliesslich ETFs. Doch wie wir oben beim Renditevergleich gesehen haben, kann dieses Risiko beim Hebel-ETF besonders gravierende Folgen haben. Verantwortlich dafür ist der Leverage-Effekt. Konkret: Folgen schärfere Kurkorrekturen zu Beginn der Investition, ist es mit einem Hebel-ETF auch längerfristig kaum mehr möglich, diesen Rückstand aufzuholen.
Mit zwei einfachen Gegenmassnahmen kannst du das Renditereihenfolgerisiko wirksam abmildern:
Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass mit dem Renditereihenfolgerisiko für dich als Anleger:in ebenso grosse Chancen verbunden sind. Steigt nämlich zu Beginn der Investition die Börse stark an, schiessen sie beim Leveraged-ETF dank des Hebels regelrecht durch die Decke. Wie wir oben beim Renditevergleich gesehen haben, bleibt diese Überperformance gegenüber dem klassischen ETF auch nach darauffolgenden Börsenbaissen bestehen.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Hebel-ETFs um synthetische ETFs, welchen ein Tauschgeschäft (Swap) in Form eines Derivats zugrunde liegt. Das Gegenparteirisiko besteht darin, dass die Swap-Gegenpartei ihre Verpflichtungen aus dem Swap-Vertrag nicht mehr erfüllen kann. Dies kann zu Verlusten für den ETF und seine Anleger:innen führen. Bei unserem Muster-ETF von Amundi wird das Gegenparteirisiko durch die Wahl eines finanzstarken Swap-Partners (BPN Paribas) sowie einen hohen Anteil an realen Investitionen in Wertschriften, welche Sondervermögen darstellen, abgemildert.
Dieses Risiko besteht grundsätzlich bei allen risikobehafteten Anlagen, wozu Aktien definitiv gehören. Besonders ausgeprägt ist jedoch dieses Risiko bei gehebelten Aktienanlagen, weil bei dieser Variante, die ohnehin schon nicht geringen Kursschwankungen bei Aktieninvestments durch den Hebel noch zusätzlich verstärkt werden.
Das heisst, du solltest dir ehrlich folgende Frage beantworten: Kann ich mit Kursverlusten von 50% oder mehr noch ruhig schlafen? Wenn du diese Frage bejahst oder noch besser, du in der Vergangenheit bereits heftige Börsencrashs cool weggesteckt hast, dann könnten Hebel-ETFs für dich eine interessante Option mit überdurchschnittlichen Renditechancen sein.
Ansonsten starte oder bleibe bei den guten alten «Brot- und Butter-ETFs», welche weniger volatil sind und dennoch langfristig eine tolle Rendite abwerfen können.
Neben diesen vier besonders für Hebel-ETF relevanten Risiken kommen noch Risiken dazu, welche auch für klassische Aktien-ETFs gelten wie Markt- und Währungsrisiken.
Es liegt auf der Hand bzw. ist eine rechnerische Tatsache: Positiv gehebelte ETFs performen bei steigenden Kursen besser und bei fallenden Kursen schlechter als klassische ETFs. Leider ist es aber nun mal so, dass niemand die künftige Entwicklung an der Börse vorhersehen kann.
Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass eine breit diversifizierte Aktienanlage langfristig steigt.
Ergänzen wir diese Erkenntnis mit dem Phänomen «Regression zur Mitte» aus der Statistik, wonach sich die Rendite bei Aktien und anderen Wertanlagen über einen längeren Zeitraum immer um den sogenannten mittleren Durchschnitt bewegt, so dürften Markphasen nach Börsencrashs besonders interessante Einstiegszeitpunkte sein. (Dies gilt übrigens auch bei den mittels Fremdkapital gehebelten Investments, wie wir hier in unserem Artikel über Lombardkredite erläutert haben.)
Im Gegensatz dazu sind Allzeithochs und insbesondere Kurse vor heftigen Börsentauchern besonders ungünstige Einstiegszeitpunkte. Wie wir oben aufgezeigt haben, lassen sich beim Hebel-ETF starke anfängliche Verluste wegen des Volatility Drag, kombiniert mit dem Renditereihenfolgerisiko, auch langfristig kaum mehr wettmachen.
Da aber auch Bärenmärkte nochmals deutlich nach unten korrigieren können, erachten wir ein gestaffeltes Vorgehen, also in mehreren Tranchen in einen Hebel-ETF investieren, als ein absolutes Muss.
Wir wollen die Pros und Cons jeweils sowohl im Vergleich zu klassischen (ungehebelten) ETFs als auch zu Lombardkrediten bzw. zum Wertschriftenkauf auf Kredit beurteilen.
Vor- und Nachteile von Hebel-ETFs gegenüber klassischen ETFs
Vor- und Nachteile von Hebel-ETFs gegenüber Lombardkrediten
Im Gegensatz zum spärlichen Angebot der Hebel-ETFs stehen dir bei einem Lombardkredit grundsätzlich alle ETFs zur Verfügung. Zu beachten sind jedoch Risiken im Zusammenhang mit einer Unterdeckung («Margin Call») und mit steigenden Zinskosten. Mehr zu Lombardkrediten findest du in unserem Artikel «Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?».
Strukturierte Produkte mit Hebelwirkung sind komplexe Finanzprodukte, mit denen auf eine Kursbewegung des zugrundeliegenden Wertes reagiert werden kann. Beliebte zugrundeliegende Werte sind einzelne Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen. Strukturierte Produkte mit Hebelwirkung lehnen wir ab, weil sie unserer Meinung nach zu teuer und zu wenig transparent sind. Letzteres zeigt sich insbesondere in ihrer undurchsichtigen Konstruktion.
Wir ziehen den Lombardkredit aufgrund der besseren Transparenz und der Wahlfreiheit bezüglich der zu investierenden Anlage den strukturierten Hebel-Produkten vor. Hinweis: Toni hat sein Wertschriftenportfolio zum Publikationszeitpunkt dieses Artikels mittels eines Lombardkredits von Interactive Brokers gehebelt.
Unser erster Eindruck von Hebel-ETFs war ebenso klar wie negativ: «Zu kleines Angebot und das Wenige, was es gibt, ist auf dem Markt nicht etabliert und/oder unzureichend diversifiziert. Hebel-ETFs nein danke!» Unsere anfängliche skeptische Haltung entsprach denn auch dem Blogger-Mainstream.
Doch als wir die Perfomance über unterschiedliche Perioden und Marktphasen genauer betrachtet haben, sind wir versöhnlicher geworden – insbesondere gegenüber diesem näher untersuchten Hebel-ETF von Amundi.
Dennoch: Hebel-ETFs eignen sich nur für nervenstarke Anleger:innen, welche einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont verfolgen. Denn die Schwankungen sind massiv stärker als bei klassischen ETFs.
Doch ein Totalverlust, wie wir ihn im Titel aufgeworfen haben, erachten wir bei Hebel-ETFs als äusserst unwahrscheinlich. Denn dieses Worst Case Szenario würde bei einem zweifach Leveraged-ETF erst bei einem Tagesverlust von mindestens 50% eintreten.
Aber: Ein Investment vor einer scharfen Börsenkorrektur kann die Kursverluste wegen des schwankungsbedingten Volatility Drag, kombiniert mit dem Renditereihenfolgerisiko, auch langfristig kaum mehr wettmachen. Deshalb würden wir nur gestaffelt und vorzugsweise in Bärenmärkten in einen Hebel-ETF investieren.
Und wie sieht es mit den im Titel erwähnten Traumrenditen von 100% und mehr pro Jahr aus? Diese sind je nach Marktphase möglich, erfordern jedoch ein perfektes Timing, was wiederum reines Glück ist.
Doch viel interessanter für uns als überzeugte Buy and Hold-Anleger ist die neu gewonnene Erkenntnis, dass Hebel-ETFs dank Zinseszinseffekt vor allem langfristig super – wenn auch nicht mit jährlich 100% –performen können, vorausgesetzt es steht nicht gerade ein Bärenmarkt oder gar ein Börsencrash bevor.
So erzielte unser Muster-ETF langfristig über rund 14 Jahren – einschliesslich mehrere Börsentauchern – eine imposante Wertsteigerung von über 1600% – fünfmal mehr als sein konservativer Bruder, welcher auf dem Basisindex MSCI USA basiert.
Neben dem eindrücklichen Performance Track Record sind uns bei besagtem ETF die überraschend moderaten Kosten und die ansprechende Fondsgrösse positiv aufgefallen.
Wenn du nervenstark bist, über einen längeren Anlagehorizont verfügst und du nicht davon ausgehst, dass uns bald ein Börsencrash bevorsteht (Dies kann natürlich niemand mit Sicherheit vorhersehen, weshalb du unbedingt gestaffelt und vorzugsweise in Bärenmärkten investieren solltest.), könntest du die Region «Nordamerika» künftig mit dem erwähnten Hebel-ETF abdecken oder – defensiver sozusagen als Versuchsballon, um erste Erfahrungen mit Hebel-ETFs zu sammeln – ergänzen.
Wie auch immer du dich entscheidest: Vor dem Kauf eines Hebel-ETF solltest du dich über das Produkt gründlich informieren, seine spezifischen Risiken verstehen sowie die Tatsache anerkennen, dass Hebel-ETFs immer massiv stärker schwanken als klassische ETFs – sowohl nach oben als auch nach unten.
Und was machen wir? Stefan erwägt bei nächster Gelegenheit bzw. wenn dies im Zuge des Rebalancing angezeigt ist, einen solchen «gehebelten» Versuchsballon steigen zu lassen, während Toni weiter den fremdfinanzierten Hebel mittels eines Lombardkredits bevorzugt bzw. er sein dadurch ohnehin schon sportliches Risikoexposure bis auf Weiteres nicht noch zusätzlich anheizen möchte.
Transparenzhinweis: Zum Zeitpunkt der Publikation sind Toni und Stefan weder in Hebel-ETFs investiert, noch unterhalten wir eine Geschäftsbeziehung zu den im Beitrag erwähnten ETF-Anbietern.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar. test
Wenn du langfristig, selbstbestimmt und erfolgreich Vermögen aufbauen willst, führt kaum ein Weg daran vorbei: In ETFs investieren ist heute die cleverste Art der Geldanlage. Börsengehandelte Indexfonds ermöglichen dir mit einer einzigen Transaktion, kostengünstig und transparent in tausende Unternehmen weltweit anzulegen – ohne teuren Fondsmanager. Was hinter dem Kürzel steckt, warum ETFs die Geldanlage revolutioniert haben und weshalb auch du davon profitieren kannst, erfährst du in dieser 6. Lektion unseres Finanzleitfadens.
< Lektion 5 | Überblick | Lektion 7 >
Kurz & bündig
Contents
ETF steht für Exchange Traded Fund – auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. In diesen drei Worten steckt bereits das Wesentliche.
Indexfonds bedeutet: Ein ETF bildet einen bestimmten Börsenindex nach – etwa den MSCI World mit über 1’000 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der ETF kauft die im Index enthaltenen Aktien und hält sie im selben Verhältnis. Steigt der Index um 2%, steigt auch der ETF um rund 2%. Fällt der Index, fällt der ETF. Kein Fondsmanager entscheidet, welche Aktien gekauft oder verkauft werden – das übernehmen die Indexregeln. Das macht ETFs passiv und unterscheidet sie grundlegend von klassischen Anlagefonds, bei denen ein Managementteam aktiv versucht, den Markt zu schlagen.
Börsengehandelt bedeutet: Du kannst einen ETF jederzeit während der Handelszeiten an der Börse kaufen und verkaufen – genau wie eine Einzelaktie. Im Gegensatz zu klassischen Fonds, die einmal pro Tag einen Kurs berechnen, siehst du bei einem ETF in Echtzeit, was er wert ist.
Und die Kosten? Weil kein Fondsmanager Aktien analysieren und auswählen muss, entfällt ein grosser Teil der Gebühren, die bei aktiv verwalteten Fonds anfallen. Die jährlichen Kosten (ausgedrückt als TER, Total Expense Ratio) liegen bei breit diversifizierten ETFs typischerweise zwischen 0,1% und 0,3% des investierten Kapitals – Tendenz weiter sinkend. Denn der intensive Wettbewerb unter den ETF-Anbietern sorgt dafür, dass die Gebühren buchstäblich erodieren. Was vor zehn Jahren noch 0,5% kostete, gibt es heute für einen Bruchteil. Zum Vergleich: Aktive Fonds verlangen oft das Fünf- bis Zehnfache – und das Jahr für Jahr. Besonders bitter: Die grosse Mehrheit dieser teuren Fonds schafft es nicht einmal, den Markt zu schlagen. Du zahlst also mehr und bekommst weniger.
Die Idee, den Markt nicht zu schlagen, sondern einfach abzubilden, ist älter als viele denken. 1975 gründete John «Jack» Bogle die Investmentgesellschaft Vanguard und lancierte kurz darauf den ersten Indexfonds für Privatanleger:innen – den «Vanguard 500 Index Fund». Die Idee war damals revolutionär und wurde von der Wall Street belächelt: Ein Fonds, der gar nicht erst versucht, den Markt zu übertreffen? Bogle behielt recht.
Es dauerte allerdings noch fast zwei Jahrzehnte, bis die Idee ihren nächsten Evolutionsschritt machte. Am 22. Januar 1993 brachte State Street Global Advisors den ersten börsengehandelten Indexfonds auf den Markt: den «SPDR S&P 500 ETF» (Börsenticker: SPY). Der «Spider», wie er umgangssprachlich genannt wird, bildet die 500 grössten börsenkotierten US-Unternehmen ab – und ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 700 Milliarden US-Dollar heute der grösste ETF der Welt. Zum Vergleich: Bei seiner Lancierung waren es 6,5 Millionen.
Seit den 2000er-Jahren hat sich das Wachstum massiv beschleunigt. Weltweit stecken mittlerweile über 20 Billionen US-Dollar in ETFs – eine Zahl mit 13 Nullen. Der Trend ist kein Hype, sondern die logische Konsequenz einer überlegenen Produktinnovation.
Die Schweizer Börse SIX gehörte zu den ersten in Europa, die ein ETF-Segment einführten – das war im Jahr 2000. Seither ist das Angebot rasant gewachsen: 2026 sind über 2’000 ETFs an der SIX kotiert, verteilt auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien oder – seit einigen Jahren – Kryptowährungen. Zum Vergleich: 2018 waren es noch rund 1’300. Den Löwenanteil machen dabei Aktien-ETFs aus – rund zwei Drittel des gesamten Angebots.
Dominiert wird der Schweizer Markt von den Anbietern UBS und BlackRock (mit dem ETF-Label «iShares»). Global betrachtet sind BlackRock und Vanguard die unangefochtenen Marktführer.
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Ein ETF bildet einen bestimmten Börsenindex möglichst exakt nach. Dafür kauft der ETF-Anbieter die im Index enthaltenen Aktien und hält sie im selben Verhältnis wie der Index. Steigt der Index, steigt der ETF. Fällt der Index, fällt der ETF. Kein Fondsmanager trifft aktive Entscheide – die Zusammensetzung wird allein durch die Indexregeln bestimmt.
Der zugrunde liegende Index ist das eigentliche Herzstück eines ETF. Indizes wie der MSCI World oder der FTSE All-World werden von spezialisierten, unabhängigen Anbietern berechnet – im Fall dieser beiden Beispiele von MSCI (Morgan Stanley Capital International) bzw. FTSE (Financial Times Stock Exchange). Strenge Regeln definieren, welche Unternehmen aufgenommen werden, wie sie gewichtet sind und wann die Zusammensetzung überprüft wird.
Für dich als Anleger:in bedeutet das: Die Wahl des Index bestimmt, in welche Länder, Regionen und Branchen du investierst – und damit einen grossen Teil deiner künftigen Rendite. Ob du den «richtigen» Index und ETF findest, schauen wir uns in Lektion 7 genauer an.
Wer zum ersten Mal einen ETF-Namen liest, fühlt sich leicht erschlagen. Nehmen wir ein Beispiel: «Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating». Das klingt sperrig, folgt aber einer klaren Logik:
Vanguard ist der Anbieter – also die Fondsgesellschaft, die den ETF herausgibt. FTSE All-World bezeichnet den zugrunde liegenden Index – in diesem Fall ein globaler Aktienindex mit über 4’000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. UCITS steht für «Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities» und besagt, dass der ETF den strengen europäischen Anlegerschutzrichtlinien unterliegt. Für dich heisst das: hohe Transparenz, Diversifikationsvorgaben und regulatorische Aufsicht. Praktisch alle in Europa handelbaren ETFs tragen dieses Kürzel. ETF – das kennst du jetzt. Und (USD) Accumulating? USD verrät die Fondswährung – also die Währung, in der das Fondsvermögen berechnet wird. «Accumulating» beschreibt, wie mit Dividenden umgegangen wird. Was diese Begriffe für dich konkret bedeuten, klären wir in Lektion 7.
Du musst dir diese Kürzel nicht merken. Aber wenn du sie einmal durchschaut hast, verliert jeder ETF-Name seinen Schrecken. In unserem Artikel ETF-Abkürzungen verstehen: 1C, UCITS, MSCI & Co. einfach erklärt findest du eine vollständige Übersicht aller gängigen Kürzel.
Ein Punkt, der gerade für Einsteiger:innen beruhigend ist: ETFs sind in der Schweiz rechtlich Sondervermögen (geregelt im KAG). Das bedeutet: Dein investiertes Geld wird getrennt vom Vermögen des ETF-Anbieters und der Depotbank verwahrt. Geht der Anbieter oder die Bank in Konkurs, bleibt dein ETF-Anteil in deinem Besitz.
Das gilt übrigens auch für deinen Broker: Deine ETF-Anteile werden als Wertpapiere separat verwahrt und gehören dir, nicht dem Broker – egal ob du über Swissquote, eine Kantonalbank oder einen ausländischen Anbieter kaufst. Selbst wenn dein Broker in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sind deine Wertpapiere geschützt. Du müsstest sie lediglich zu einem anderen Broker übertragen. Bei Aktien-ETFs auf etablierte Indizes ist ein Totalverlust deines Investments daher praktisch ausgeschlossen.
Genug Theorie – jetzt wird es persönlich. Vor ETFs sah die Welt für Privatanleger:innen so aus: Du konntest dein Geld einem Fondsmanager anvertrauen, der hohe Gebühren kassierte und in der Mehrheit der Fälle schlechter abschnitt als der Markt. Oder du konntest selbst Einzelaktien kaufen – mit dem Risiko, dass eine falsche Wette dein halbes Depot zerlegt. Eine dritte Option gab es kaum.
ETFs haben dieses Spiel grundlegend verändert. Sie ermöglichen etwas, das vorher undenkbar war: In ETFs investieren heisst: Mit einer einzigen Transaktion und ohne Mindestbetrag an tausenden Unternehmen weltweit teilhaben – zu Kosten, die so tief sind, dass du sie kaum spürst.
Wie mächtig das ist, zeigt eine einfache Rechnung. Wer 100’000 CHF in einen aktiven Fonds mit 1,5% Gebühren pro Jahr investiert, verliert über 30 Jahre einen sechsstelligen Betrag an Rendite – durch den Zinseszinseffekt wächst der Schaden weit über die reinen Gebühren hinaus. Bei einem ETF mit 0,2% bleibt dieser Betrag in deinem Vermögen. Wir sagen es deshalb offen: Wer breit diversifiziert und langfristig anlegen will, findet kein besseres Instrument als einen ETF.
Doch es geht nicht nur ums Geld. ETFs bieten eine Kombination von Eigenschaften, die kein anderes Anlageprodukt in dieser Form vereint: volle Transparenz über die enthaltenen Titel, tägliche Handelbarkeit an der Börse, Anspruch auf Dividenden und – wie im vorherigen Kapitel beschrieben – den rechtlichen Schutz als Sondervermögen.

Und was bringt es konkret? Wer in den letzten Jahrzehnten breit in den globalen Aktienmarkt investiert hat, erzielte im Schnitt rund 8% Rendite pro Jahr. Das klingt unspektakulär – bis du den Zinseszinseffekt rechnest: Bei 8% verdoppelt sich dein Vermögen rund alle neun Jahre (Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz). Aus 100’000 CHF werden in 30 Jahren über 1’000’000 CHF. Natürlich sind vergangene Renditen keine Garantie für die Zukunft. Aber die historische Evidenz über mehr als ein Jahrhundert ist eindrücklich.
Dass ETFs und das passive Investieren keine Idee von Aussenseitern ist, sondern eine Strategie, die selbst die erfolgreichsten aktiven Investoren empfehlen, zeigt eine bemerkenswerte Szene aus dem Jahr 2017. An der Jahresversammlung von Berkshire Hathaway – vor 40’000 Aktionär:innen – bat Warren Buffett den damals fast 88-jährigen Jack Bogle aufzustehen. Bogle, der Gründer von Vanguard und Erfinder des Indexfonds, sass im Publikum. Buffett sagte, niemand habe mehr für die amerikanischen Privatanleger getan als Bogle, und dessen Idee werde ihnen über die Zeit Hunderte von Milliarden Dollar sparen.
«Wenn je eine Statue für die Person errichtet wird, die am meisten für Anleger getan hat, ist Jack Bogle die eindeutige Wahl.»
Warren Buffett
Wenn also der wohl berühmteste aktive Investor der Welt seinen Anhänger:innen rät, auf das passive Pendant zu setzen – dann sagt das alles.
Stell dir vor, du gehst zu deinem Raiffeisen-Berater und sagst: «Ich möchte 100’000 CHF in einen einzigen globalen ETF investieren.» Die Wahrscheinlichkeit, dass er begeistert nickt, ist gering. Stattdessen wird er dir vermutlich einen hauseigenen Strategiefonds empfehlen – «Raiffeisen Futura» oder ähnlich –, dazu vielleicht eine Währungsabsicherung und ein regelmässiges Beratungsgespräch. All das klingt vernünftig, kostet dich aber schnell 1,5% oder mehr pro Jahr. Bei 100’000 CHF und 30 Jahren Anlagehorizont reden wir über einen Unterschied von mehreren zehntausend Franken gegenüber einer einfachen ETF-Lösung.
Das Gleiche gilt bei UBS, PostFinance oder deiner Kantonalbank. Das Geschäftsmodell dieser Institute basiert auf Gebühren für Beratung, Verwaltung und hauseigene Produkte. Ein ETF, der 0,2% kostet und keinen Berater braucht, passt schlicht nicht in dieses Modell. Das heisst nicht, dass dein Bankberater dir böswillig schadet – er empfiehlt, was in seinem Sortiment liegt. Aber sein Sortiment ist nicht in deinem Interesse zusammengestellt, sondern im Interesse der Bank.
Stefan hat es während seiner Ausbildung zum Finanzberater selbst erlebt: Strukturierte Produkte, Optionen, Strategiefonds und Lebensversicherungen wurden des Langen und Breiten behandelt – allesamt margenstarke Produkte. ETFs? Eine Randnotiz. Dass wir auf diesem Finanzblog ETFs in den Mittelpunkt stellen, hat einen einfachen Grund: Wir sind unabhängig
Besonders teuer wird es bei vermeintlichen Absicherungen: Währungsabsicherungen, Kapitalschutzprodukte oder «dynamische» Strategien, die bei Turbulenzen in Anleihen umschichten. Was auf den ersten Blick nach Sicherheit klingt, frisst bei einem langen Anlagehorizont vor allem Rendite. Bei diesen Produkten spürst du den Preis gleich doppelt – als geringere Rendite und als saftige Gebühr.
Die Faustregel ist deshalb unbequem, aber ehrlich:
«Der naheliegendste Weg – einfach zur Hausbank gehen und machen lassen – ist oft der teuerste.»
So überzeugend die Vorteile sind – wer ehrlich informieren will, muss auch die andere Seite zeigen. Relevante Nachteile gegenüber aktiven Fonds oder Einzelaktien sehen wir bei ETFs nicht. Aber es gibt Risiken und Eigenheiten, die du kennen solltest.
Das grösste Risiko trägst nicht du wegen des ETF, sondern wegen des Marktes. Wenn die globalen Aktienmärkte um 30% einbrechen, fällt dein ETF um 30% mit – denn er bildet den Markt ab, nicht mehr und nicht weniger. Der entscheidende Unterschied zur Einzelaktie: Ein Totalverlust ist bei einem breit diversifizierten ETF praktisch ausgeschlossen. Und die Erfahrung zeigt, dass sich Weltportfolios selbst nach heftigen Einbrüchen immer wieder erholt haben – wie wir in Lektion 1 anhand historischer Daten gezeigt haben.
Wer Einzelaktien besitzt, darf an der Generalversammlung mitbestimmen. Bei einem ETF entfällt das: Das Stimmrecht wird durch die Fondsgesellschaft wahrgenommen – also durch Anbieter wie BlackRock oder Vanguard. Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt an einer Generalversammlung teilgenommen? Für die allermeisten Privatanleger:innen ist das ein theoretischer Nachteil, der in der Praxis keine Rolle spielt.
Ein ETF auf den MSCI World wird nie die Rendite einer Tesla-Aktie im besten Jahr liefern. Dafür auch nie den Absturz einer Credit Suisse. ETFs sind das Gegenteil von Nervenkitzel – und das ist kein Bug, sondern ein Feature. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht kein Adrenalin, sondern Disziplin und Geduld. Dass ETFs «langweilig» sind, ist vielleicht ihr grösster Vorteil.
Ein letzter Punkt, der Vollständigkeit halber: Bei sogenannten synthetischen ETFs – die einen Index nicht durch den Kauf der enthaltenen Aktien, sondern über ein Tauschgeschäft (Swap) abbilden – besteht ein Gegenparteirisiko. Ebenso bei ETFs, die Wertpapierleihe betreiben. In der Praxis sind diese Risiken regulatorisch eng begrenzt und abgesichert. Synthetische ETFs sind zudem stark rückläufig. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift einfach zu physisch replizierenden ETFs – was wir ohnehin empfehlen. Was genau «physisch replizierend» bedeutet, erfährst du in Lektion 7.
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ETFs haben die Geldanlage demokratisiert. Was früher institutionellen Investoren mit Millionenbudgets vorbehalten war – breit diversifiziert, kostengünstig und regelbasiert in die globalen Märkte investieren –, steht heute jeder und jedem offen. Mit einer einzigen Transaktion. Und es wird immer besser: Die Gebühren sinken laufend, das Angebot wächst stetig – in ETFs investieren ist heute so attraktiv wie nie zuvor.
Die Idee ist dabei so einfach wie wirkungsvoll: Statt einem teuren Fondsmanager zu vertrauen, der den Markt in der Mehrheit der Fälle ohnehin nicht schlägt, bildest du den Markt einfach ab. Du sparst Gebühren, vermeidest unnötige Risiken durch Einzeltitel und profitierst von der vollen Breite der globalen Wirtschaft. Dass selbst Warren Buffett – der wohl erfolgreichste Stockpicker aller Zeiten – genau diesen Weg für Privatanleger:innen empfiehlt, spricht für sich.
Natürlich tragen ETFs das Marktrisiko mit – aber das ist kein Argument gegen ETFs, sondern gegen unrealistische Renditeerwartungen. Wer die Grundlagen aus den bisherigen Lektionen verstanden hat – langfristig denken, breit streuen, Kosten tief halten –, für den sind ETFs das ideale Werkzeug, um diese Strategie in die Praxis umzusetzen.
Bleibt die entscheidende Frage: Welchen ETF sollst du kaufen? In Lektion 7 schauen wir genauer hin: Worauf du bei der Wahl achten solltest.
Einen Gesamtüberblick über alle Lektionen findest du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.
2026-04-17: Artikel vollständig überarbeitet und aktualisiert.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel «In ETF investieren…» nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Immobilien stehen bei Schweizer Investoren als alternative Anlageklasse seit eh und je hoch im Kurs. Medial liegt der Fokus aktuell aber vor allem auf den stetig steigenden Immobilienpreisen und den damit verbundenen (ausgeträumten) Traum vom Eigenheim für den Schweizer Mittelstand.
Weniger bekannt ist, dass Immobilieninvestments nicht zwingend einen hohen Kapitalbedarf erfordern und ein Klumpenrisiko darstellen müssen. Deshalb wollen wir uns in diesem Artikel den Immobilien-ETFs widmen. Wir zeigen dir auf, weshalb Immobilien-ETFs ein interessantes Investment für dich sein können, welche Produkte sich auf dem Schweizer Markt durchgesetzt haben, was es mit den hohen Dividenden auf sich hat und worauf du vor dem Kauf achten solltest.
Contents
Zuerst sollte zwischen direkten und indirekten Immobilienanlagen unterschieden werden. Selbstgenutztes Wohneigentum sehen wir nicht als Immobilienanlage, sondern verbinden es eher mit einer Lifestyle-Entscheidung. Denn anders als bei einem Renditeobjekt wird beim Eigenheim weder ein Cashflow generiert, noch steht die Wertentwicklung im Vordergrund.
Bei einer direkten Immobilienanlage investierst du direkt in eine oder mehrere spezifische Immobilien. Dieses «Betongold», wie Immobilieninvestitionen auch glorifiziert werden, wird üblicherweise mittels einer Kombination aus Eigenkapital und einer Hypothek finanziert. Die Finanzierung kann aber auch im Crowdfunding-Verfahren erfolgen, womit das Eigentum auf mehrere Investoren aufgeteilt wird. Beispiele für direkte Immobilienanlagen sind:
Mit einem solches Direktinvestment gehen oft folgende Aspekte einher:
Als rationale Anleger verzichten wir aufgrund des Aufwands und des Klumpenrisikos auf Direktinvestments in Renditeliegenschaften. Zudem erachten wir die in den letzten Jahren stark steigenden Immobilienpreise in Ballungszentren nicht als ein Naturgesetz. So gab es in der Vergangenheit immer auch Marktphasen, wo Einzelobjekte an Toplagen („Lage, Lage, Lage“) starken Schwankungen ausgesetzt waren und grosse Wertverluste zu verzeichnen hatten.
Bei indirekten Immobilienanlagen beteiligt sich der Investor über einen separaten Rechtsträger (beispielsweise über einen Fonds) an Immobilien. Man wird nicht selbst Eigentümer von Liegenschaften, partizipiert aber an deren Wertentwicklung.
Die beiden wichtigsten indirekten Anlagemöglichkeiten sind:
Mit solchen indirekten Immobilienanlagen gehen oft die gegenteiligen Aspekte als bei Direktinvestments einher:
Indirekte Immobilienanlagen erachten wir nur dann als sinnvoll, wenn ein einfacher, transparenter Marktzugang sichergestellt ist und zusätzlich ein breit diversifizierter Ansatz gewählt wird.
Konkret heisst dies, einfach mit einer Transaktion über die Börse in zahlreiche Immobilienunternehmen unterschiedlicher Länder und Regionen zu investieren. Und da finden wir den Immobilien-ETF als Anlagevehikel unschlagbar.
Wie wir bereits erläutert haben, handelt es sich beim Immobilien-ETF um eine indirekte Immobilienanlage. Investiert wird in einen ETF. In unserem Artikel «ETFs: Die Revolution der Geldanlage» findest du eine detaillierte Beschreibung dieses genialen Anlagevehikels.
Beim Erwerb eines Immobilien-ETF investiert du also ausschliesslich in börsennotierte Unternehmen, welche der Immobilienbranche angehören. Du partizipiert so direkt an deren Wertentwicklung.
Wie bei einem «normalen» bzw. branchenübergreifenden ETF handelt es sich auch beim Immobilien-ETF um eine passive Anlage basierend auf einem Index.
Die beiden wichtigsten Index-Anbieter, woran sich die Immobilien-ETFs bzw. deren Anbieter orientieren, sind FTSE Russel und S&P Global.
Immobilien-ETFs setzen sich hauptsächlich aus Immobilienfirmen zusammen, welche auf dem Markt als sogenannte REITs fungieren.
REITs (Real Estate Investment Trusts) wurden in den USA bereits 1960 lanciert und erfreuen sich seither grosser Beliebtheit bei Privatanlegern. Ziel war und ist es auch heute, breiten Anlegerkreisen leichten Zugang zu Immobilieninvestitionen und damit regelmässige Renteneinkünfte in Form von Dividenden zu ermöglichen.
Gegenwärtig existieren in rund 20 Ländern REIT-Strukturen, neben den USA u.a. in Grossbritannien, Japan, Deutschland und Frankreich. In der Schweiz fehlt die rechtliche Grundlage für REITs.
REITs werden steuerlich begünstigt, weshalb sie aber auch strenger reguliert sind als «normale» Immobilienunternehmen. Die wichtigsten Merkmale von REITs sind:
Es gibt folgende drei Grundformen von REITs:
Falls du dich zu mindestens einer der nachfolgenden Gruppen zählst, sind Immobilien-ETFs eine prüfenswerte Option:
Dividendenjäger: Mit Immobilien-ETFs wird in der Regel eine höhere Dividendenrendite erzielt als mit einem marktneutralen ETF (vgl. dieses Kapitel). Neben branchenspezifischen Gründen spielen bei REITs regulatorische Vorgaben wie die bereits erwähnte Mindestausschüttungsquote von bis zu 90% eine zentrale Rolle.
«Bequeme» Immobilieninteressierte: Immobilien haben zweifellos etwas Faszinierendes. Tagtäglich begegnen wir ihnen, sei es beim Wohnen und Arbeiten oder bei Spiel, Sport und Kultur. Und auch im politischen Diskurs kommen wir nicht um Immobilien herum. Denken wir nur an die omnipräsenten Mietpreisdebatten, die Meinungsverschiedenheiten, was gute Architektur ist, die Schattenwürfe bei Hochbauten…. Mit Anlagen in Immobilien-ETFs partizipierst du indirekt an den Erträgen, welche mit Immobilien unterschiedlicher Nutzungen erwirtschaftet werden, ohne dich mit schwierigen Handwerkern und/oder mühsamen Mietern herumschlagen zu müssen. Einfacher geht’s nimmer!
Rationale Anleger: Wie im Punkt zuvor angedeutet, entfallen bei Immobilien-ETFs sowohl die zwischenmenschlichen als auch die objektspezifischen Emotionen, welche bei Direktinvestitionen in «Betongold» natürlich möglich sind. Dies ist dem rationalen Anleger aber auch egal. Denn er mischt Immobilien-Aktien seinem Portfolio einfach deshalb bei, weil er sich dadurch ein besseres Risiko-/Rendite-Verhältnis erhofft (vgl. auch dieses Kapitel).
An der Schweizer Börse SIX werden gemäss justetf.ch per 12. November 2021 19 Immobilien-ETFs angeboten. Nachfolgend die wichtigsten Fakten dazu:
Innerhalb der Immobilien-ETFs erachten wir die überregionalen als die attraktivsten. Denn so bist du mit nur einem ETF global oder zumindest in den wichtigsten Industriestaaten investiert.
In Abbildung 1 haben wir die fünf grössten überregionalen ETFs (Fondvermögen > 100 Mio. CHF), welche es an der Schweizer Börse SIX zu erwerben gibt, gegenübergestellt.

Auffällig ist, dass alle ETFs auf einem anderen Referenzindex basieren. Ungewöhnlich ist zudem, dass mit den beiden globalen Immobilien-ETFs, welche sowohl auf Industrie- als auch Schwellenländer ausgerichtet sind, in eine geringere Anzahl an Unternehmen investiert wird als bei den drei anderen ETFs (Nr. 3 – 5), welche nur die entwickelte Welt (Industriestaaten) abdecken.
Bei diesen drei Indizes handelt es sich um den Mutterindex «FTSE EPRA/NAREIT Developed Index» (Nr. 3) sowie um die beiden selektiveren Sub-Indizes «FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index» (Nr. 4 mit Dividendenfokus) und «FTSE EPRA/Developed Green Index» (Nr. 5 mit Nachhaltigkeitsfokus bezüglich Green-Building-Zertifizierung und Energienutzung).
Bezüglich der eingesammelten Gelder ist das iShares-Produkt (Nr. 4) mit einem Fondsvolumen von knapp 2 Mia. Franken der mit Abstand erfolgreichste Immobilien-ETF, welches es an der Schweizer Börse zu erwerben gibt. Eigentlich erstaunlich, ist er doch mit einer TER von stolzen 0,59% der teuerste. Möglicherweise finden viele Anleger den zugrunde liegenden Index attraktiv, welcher sich auf Unternehmen mit einer erwarteten Dividendenrendite von mindestens 2% konzentriert. Sicher spielt für das hohe Fondsvolumen aber auch die Tatsache eine Rolle, dass dieser ETF bereits im Jahr 2006 lanciert wurde.
Bezüglich der Performance der vergangenen fünf Jahre (inkl. Ausschüttungen) ist der ETF des holländischen Nischenanbieters VanEck (Nr. 2) mit einem Plus von rund 33 Prozent am erfolgreichsten. Dicht gefolgt vom HSBC-Produkt (Nr. 3), welches bezüglich der Anzahl Indexkomponenten mit 376 am breitesten diversifiziert ist.
Positiv: Die günstigsten überregionalen ETFs gibt es bereits ab einer TER von 0,25% (Nr. 2 + 5) zu haben.
Die CS, welche ihr ETF-Geschäft im Jahr 2013 an Marktführer BlackRock (Anbieter der iShares-Produkte) verkauft hat, bietet – nach einem Strategiewechsel – seit 2020 wieder eigene ETFs an. Dazu gehört auch der im Juni 2020 lancierte Immobilien-ETF (Nr. 5). Es ist das einzige Produkt in unserem Vergleich, welches auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und die Dividenden nicht ausschüttet, sondern reinvestiert.
Bei allen Unterschieden haben die fünf untersuchten ETFs eine starke US-Dominanz (>50%) gemeinsam (vgl. auch Kap. 7.2). Damit unterscheiden sie sich nicht von den branchenneutralen Indizes wie MSCI ACWI oder MSCI World, welche ein ähnlich starkes US-Gewicht aufweisen.
Wem dieser Anteil zu hoch ist, kann auf regionale Immobilien-ETFs ausweichen, wobei das Angebot in der Schweiz– im Gegensatz zu den USA – sehr überschaubar ist und die Emerging Markets aktuell nicht abgedeckt werden.
Alternativ kann sich ein Blick über den Atlantik lohnen. So werden an den US-Börsen zahlreiche sogenannte «ex-US»-ETFs angeboten. Diese decken die ganze Welt ohne USA ab. In Kombination mit einem US-ETF ist so ein globales Investment mit individueller US-Gewichtung sichergestellt. Stefan hat 2016 diesen Weg gewählt und ist zum Zeitpunkt der Publikation dieses Artikels in die folgenden beiden Immobilien-ETFs investiert:
Alle fünf zuvor untersuchten ETFs sind auf dem Schweizer Markt etabliert und verfügen über positive Alleinstellungsmerkmale. Die Wahl hängt letztlich von deinen individuellen Präferenzen ab. Als Entscheidungshilfe könntest du dir folgende Fragen stellen:
– P a r t n e r a n g e b o t –
Ein aus Kostensicht besonders attraktiver Broker für ETFs ist gemäss unserer Erfahrung „DEGIRO“. Alle fünf oben aufgeführten Immobilien-ETFs bietet DEGIRO an. Nr. 1, 2, 4 und 5 über die Schweizer Börse SIX. Nr. 2 und 4 sogar besonders günstig (Kernauswahl) über die Börse Euronext Amsterdam (EAM). Bei Interesse kannst du dich bei DEGIRO mit Klick auf die Anzeige unten anmelden, womit du eine Trading-Gutschrift von 100 CHF erhältst und gleichzeitig unseren Blog unterstützt.
– – – – –
In diesem Kapitel wollen wir den Index «FTSE EPRA/NAREIT Developed Index», worauf der zuvor vorgestellte ETF von HSBC basiert (vgl. Abbildung 1, ETF Nr. 3), etwas genauer unter die Lupe nehmen. Die anderen vier Indizes verfügen über ähnliche Eigenschaften bzw. weichen von den nachfolgenden Ausführungen nicht wesentlich ab.
Abbildung 2 zeigt die nach Marktkapitalisierung bzw. Börsenwert grössten zehn Immobilienunternehmen im Index. Gesamthaft erreichen sie knapp 24 Prozent, wobei die grösste Position bei rund 5 Prozent liegt. Dies werten wir bezüglich der Diversifikation und eines allfälligen Klumpenrisikos als akzeptable Werte.

Branchenprimus bzw. das im Index mit rund 5 Prozent am stärksten gewichtete Unternehmen ist Prologis, globaler Eigentümer, Betreiber und Entwickler von Logistik-Immobilien. Die US-Firma Prologis ist ein REIT und trotz globaler Marktführerschaft in der breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Das nachfolgende Firmenportrait in Form eines (Werbe-)Videos skizziert das Geschäftsmodell von Prologis.
Wie bei branchenneutralen Indizes ist auch im Immobiliensektor eine klare US-Dominanz vorhanden (vgl. Abbildung 3). Im untersuchten Index sind US-Firmen mit über 59 Prozent gewichtet, gefolgt von Japan mit knapp 10 Prozent. Auf den Plätzen drei und vier folgen UK (4,72%) und Deutschland (3,49%).

Die Schweiz mit ihren sieben Immobilienunternehmen im Index vereint lediglich 1 Prozent. Grösster Anbieter ist dabei die Swiss Prime Site mit einem Anteil von 0,4 Prozent.
Nachfolgend sind die sieben CH-Anbieter nach Indexgewichtung sortiert aufgeführt (Quelle: FTSE Russel vom August 2021):
Abbildung 4 zeigt, dass REITs mit rund 84 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Der Rest sind Immobilienfirmen ohne REIT-Status (vgl. die ersten beiden Positionen in der Tabelle). Dazu gehören beispielsweise alle CH-Unternehmen im Index (vgl. Abb. 3).

Innerhalb der REITs fällt eine breite Streuung bezüglich der Nutzung auf, wobei kommerzielle Nutzungen bzw. Gewerbeobjekte dominieren. Investments in reine Wohnliegenschaften («Residential REITs») sind dabei mit knapp 15 Prozent eher marginal vertreten.

Für Dividendenjäger dürften Immobilien-ETFs besonders interessant sein. Im Vergleich zum branchenneutralen Gesamtmarkt resultierten nämlich in den letzten fünf Jahren durchwegs höhere Dividenden (vgl. Abbildung 6).

Mit der grauen und blauen Kurve wird die Dividendenentwicklung zweier Immobilien-Indizes abgebildet, während sich die rote Kurve auf den Gesamtmarkt bezieht. Alle drei Indizes richten sich an die entwickelte Welt, d.h. ohne Schwellenländer, aus.
Zu beachten ist jedoch, dass die effektive, durch den ETF ausgeschüttete Dividende infolge Steuern allgemein etwas tiefer liegt als die Abbildung 6 suggeriert (vgl. auch Abbildung 1).
Immobilien-ETFs können stark schwanken. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass sie an der Börse gehandelt werden. Anderseits sind sie stark von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängig, da es sich – wie wir in Kapitel 7 aufzeigt haben – mehrheitlich um gewerblich genutzte Immobilien handelt.
Die mitunter starke Volatilität hat sich eindrücklich beim letzten, pandemiebedingten Börsencrash im Jahr 2020 gezeigt.
Aus Abbildung 7 geht hervor, dass in den letzten fünf Jahren eine Minderperformance des Immobilien-Index «FTSE EPRA Nareit Developed» gegenüber dem marktneutralen Index «FTSE Developed» resultierte. Zudem fällt auf, dass der pandemiebedingte Kurssturz im Jahr 2020 deutlicher und die darauffolgende Erholung zaghafter ausfiel als im Gesamtmarkt.

Betrachtet man hingegen einen längeren Zeitraum, so präsentiert sich bezüglich der Performance ein anderes Bild.
Abbildung 8 zeigt die realen Kursverläufe einschliesslich Ausschüttungen des Immobilien-ETF «iShares Developed Markets Property Yield» (basierend auf dem Index «FTSE EPRA Nareit Developed Dividend+») im Vergleich zum branchenneutralen ETF «iShares Core MSCI World UCITS» (basierend auf dem «MSCI World Index»).
Dabei fällt auf, dass der Immobilien-ETF von September 2009 bis August 2016 besser performte. Erst danach wendete sich das Blatt zugunsten des branchenneutralen Index.

Ob eine Beimischung der Anlageklasse «Immobilien» sinnvoll ist, hängt neben der langfristigen Renditeerwartung auch davon ab, wie stark Immobilien zum Gesamtmarkt korrelieren.
Diesbezüglich greifen wir auf den von uns häufig zitierten Gerd Kommer zurück, welcher in seiner 5. Auflage des Standardwerks «Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs» folgendes Résumé zieht:
«In den 27 Jahren von 1990 bis 2016 produzierte der S&P Global REIT Index eine höhere Rendite als der Weltaktienmarkt, gemessen am MSCI ACWI. Die Korrelation zwischen den beiden Indizes war mit +0,66 erfreulich niedrig. Alles in allem erscheint eine Beimischung einer global oder wenigstens europaweit diversifizierten Immobilienkomponente im Weltportfolio erwägenswert.»
Wie du konkret dein Vermögen über verschiedene Anlageklassen strukturieren kannst, findest du in unserem Artikel «Asset Allocation: Das A und O deiner Geldanlage».
Im Vergleich zu anderen Immobilienanlagen erachten wir den Erwerb von Immobilien-ETFs als die geeignetste Investition. Einfachheit, tiefe Kosten, hohe Liquidität, breite Diversifikation sowie geringe Kapitalbindung (kein Klumpenrisiko) sind starke Argumente für Immobilien-ETFs.
Im Vergleich zur Anlage in einen globalen, branchenübergreifenden Aktien-ETF fallen die oben genannten Vorteile als Alleinstellungsmerkmale zwar weg. Doch durch die relativ geringe Korrelation zum Gesamtmarkt sehen wir – in Anlehnung an die Portfoliotheorie – die Chance, ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis im Gesamtportfolio zu erreichen.
Angebotsseitig sind wir ebenfalls positiv gestimmt. So gibt es an der Schweizer Börse SIX mittlerweile ein ausreichendes, wenn auch nicht üppiges Angebot an auf dem Markt etablierten, überregionalen Immobilien-ETFs zu fairen Preisen ab einer TER von 0,25%.
Aus den dargelegten Gründen erachten wir Immobilien-ETFs als Beimischung (max. 20%) in einem globalen, branchenübergreifenden Aktien-(ETF-)Portfolio als prüfenswert.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Transparenzhinweis: Das Team vom Schweizer Finanzblog ist zum Zeitpunkt der Publikation in Immobilien-ETFs der Anbieter iShares und Vanguard investiert. Abgesehen von diesen Investments bestehen keine Geschäftsbeziehungen (Provisionen o.ä.) zu allen in diesem Bericht erwähnten Index- oder ETF-Anbietern.
Wie viel deines Vermögens gehört in Aktien – und wie viel bleibt auf dem Bankkonto? Die Antwort darauf ist der wichtigste Entscheid bei deiner Geldanlage. Nicht die Wahl des richtigen ETF, nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt – sondern die Frage, wie du dein Vermögen strukturierst. Wie du deine persönliche Asset Allocation Schritt für Schritt bestimmst und welche Rolle dabei dein Risikoprofil, die Liquiditätsreserve und die 3. Säule spielen, erfährst du in dieser vierten Lektion unseres Finanzleitfadens.
< Lektion 3 | Überblick | Lektion 5 >
Kurz & bündig
Contents
Hinter dem englischen Begriff Asset Allocation steckt eine simple Idee: die Strukturierung deines Vermögens. Konkret geht es um die Frage, wie du dein Geld auf verschiedene Anlageklassen verteilst – wie viel fliesst in Aktien, wie viel bleibt auf dem Bankkonto, wie viel steckst du allenfalls in Immobilien oder andere Anlagen?
Wenn Diversifikation der Bauplan ist, dann ist die Asset Allocation – oder eben deine Vermögensstruktur – das Fundament deines Hauses. Sie bestimmt, wie stabil das Gebäude steht, nicht die Farbe der Wände oder das Modell der Küche. Zahlreiche Studien bestätigen genau das: Nicht die Wahl einzelner Produkte, sondern die Aufteilung deines Vermögens hat den grössten Einfluss auf den langfristigen Anlageerfolg. An deiner Vermögensaufteilung richtest du alle weiteren Anlageentscheide aus.
Bevor wir in die Details gehen, lohnt sich ein Blick auf das Gesamtbild. Dein Vermögen lässt sich in drei Bereiche gliedern, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen:
Zu jeder soliden Finanzplanung gehört eine Liquiditätsreserve – ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Bankkonto. Diese Reserve dient dazu, unvorhergesehene Ausgaben wie Jobverlust, Krankheit oder grössere Reparaturen abzufedern, ohne dass du deine Investitionen antasten musst.
Auch wenn die Liquiditätsreserve ebenfalls risikoarm auf dem Bankkonto liegt – sie ist nicht Teil deiner Asset Allocation. Der Unterschied: Der risikoarme Anteil deiner Anlage ist eine bewusste strategische Entscheidung innerhalb deines Portfolios. Die Liquiditätsreserve hingegen ist eine Voraussetzung, die erfüllt sein muss, bevor du überhaupt ans Investieren denkst. Sie ist reserviert für Notfälle – und damit tabu für Anlagezwecke. Ebenso Vorrang hat die Tilgung allfälliger Konsumkredite – deren Zinsen übersteigen jede realistische Anlagerendite.
Erst was nach Notgroschen und Schuldenabbau übrig bleibt, ist dein frei verfügbares Anlagevermögen. Und genau dieses Vermögen wird nun per Asset Allocation strukturiert.
Wie du dein frei verfügbares Vermögen aufteilst, hängt von deinem individuellen Risikoprofil ab – also vom Zusammenspiel deiner Risikobereitschaft und deiner Risikofähigkeit, die wir in Lektion 2 ausführlich behandelt haben.
Zur Erinnerung: Risikobereitschaft beschreibt, wie viel Kursverlust du aushältst, ohne nachts wach zu liegen oder in Panik zu verkaufen. Risikofähigkeit beschreibt, wie viel Verlust dein Portemonnaie verkraftet, ohne dass du in finanzielle Bedrängnis gerätst – bestimmt durch deine finanzielle Ausgangslage und deinen Anlagehorizont.
Beide Faktoren müssen im Einklang stehen. Ein Beispiel: Du bist jung, gut verdienend und könntest finanziell problemlos 50% Kursverlust verkraften. Aber bei minus 20% wirst du nervös und verkaufst. Dann ist nicht deine Risikofähigkeit entscheidend, sondern deine Risikobereitschaft – sie setzt die engere Grenze. Umgekehrt: Wer sich als risikofreudig einstuft, aber in drei Jahren eine Wohnung kaufen will, sollte sich an die tiefere Risikofähigkeit halten. Kurz: Der vorsichtigere der beiden Faktoren gibt den Rahmen vor.
Basierend auf deinem Risikoprofil teilst du dein frei verfügbares Anlagevermögen in zwei Teile auf: einen risikoreichen und einen risikoarmen Teil. Als Faustregel gilt: Je höher der Aktienanteil, desto risikoreicher – aber auch renditeträchtiger – ist dein Portfolio.
Gehen wir von einem fiktiven Anlagevermögen von 100’000 Franken aus – der Notgroschen ist bereits gesichert. Du verfügst über ein geregeltes Einkommen und hast die laufenden Kosten im Griff. Fünf typische Aufteilungen für dein Vermögen:
| Risikoprofil | Risikoreich* | Risikoarm** | Historische Rendite p.a.*** | Max. Verlust*** | Min. Anlage-horizont |
|---|---|---|---|---|---|
| Defensiv | 0–20% | 80–100% | 1–2% | bis –12% | 0–2 Jahre |
| Konservativ | 20–40% | 60–80% | 2–3% | bis –23% | 3–4 Jahre |
| Ausgewogen | 40–60% | 40–60% | 3–4% | bis –35% | 5–7 Jahre |
| Dynamisch | 60–80% | 20–40% | 4–5% | bis –46% | 7–9 Jahre |
| Offensiv | 80–100% | 0–20% | 5–6% | bis –58% | 10+ Jahre |
Beim offensiven Profil empfehlen wir aufgrund der hohen Schwankungsanfälligkeit einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren. Konservativere Modelle mit tiefem Aktienanteil eignen sich dagegen auch für kürzere Zeiträume.
Der risikoreiche Teil ist der Renditetreiber deines Portfolios – und sein wichtigster Baustein sind Aktien.
«Im risikoreichen Teil kommst du um Aktien nicht herum.»
Konkret erfüllt er vier Aufgaben:
Als Anlagevehikel eignen sich ETFs besonders gut, die breite Marktindizes aller Weltregionen abbilden. Weshalb wir ETFs bei der Geldanlage als besonders attraktiv beurteilen, erfährst du in Lektion 6.
Die einfachste und zugleich eleganteste Lösung: Mit einem einzigen globalen ETF – etwa dem Vanguard FTSE All-World oder einem MSCI ACWI ETF – investierst du in Tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, gewichtet nach Marktkapitalisierung. Ein einziger Kauf, globale Streuung, minimaler Aufwand. Das ist die Kernidee des passiven Investierens – und für die meisten Anleger:innen der optimale Einstieg.
Wer über dieses Fundament hinausgehen möchte, kann den Core-Satellite-Ansatz aus Lektion 3 anwenden. Der Core – 70 bis 100% des risikoreichen Teils – bleibt ein breit diversifizierter Aktien-ETF. Wer möchte, ergänzt den Rest bis maximal 30% im Satellit mit gezielten Beimischungen:
Faustregel: Je exotischer die Anlage, desto kleiner ihre Gewichtung.
Der risikoarme Teil ist der Stabilitätsanker deines Portfolios – und die Beruhigungspille für dein Nervenkostüm. Wenn die Börsen wieder einmal 30% einbrechen, ist es dieser Teil, der dafür sorgt, dass du gelassen bleibst. Konkret erfüllt er drei Aufgaben:
Bankguthaben – auf Spar- oder Privatkonto – sind die einfachste und liquideste Variante. Du kannst jederzeit darauf zugreifen. In der Schweiz sind Guthaben bis 100’000 CHF pro Person und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Die Renditeerwartung ist klar: bestenfalls ein gewisser Inflationsschutz, aber kein reales Vermögenswachstum. Das ist auch nicht die Aufgabe dieses Teils – er soll dir Sicherheit und Handlungsfähigkeit geben.
Obligationen hoher Bonität – etwa Schweizer Staatsanleihen mit Bestnote «AAA» – bieten ebenfalls hohe Sicherheit. Ihre Rendite bewegt sich in der Schweiz aber historisch nahe an der Inflation. Wer nach Abzug der Teuerung auf nennenswerten Ertrag hofft, wird bei Schweizer Obligationen in der Regel enttäuscht. Als Stabilisator im Portfolio können sie dennoch eine Rolle spielen – insbesondere für Anleger:innen mit einem ausgewogenen oder konservativen Profil.
Weitere Optionen wie Kassenobligationen oder Festgeld bieten etwas mehr Rendite als das Sparkonto, binden dafür aber das Kapital für eine feste Laufzeit. Eine Übersicht dazu findest du in Lektion 2.
«Die Festlegung deiner individuellen, auf dein Risikoprofil abgestimmten Asset Allocation ist das A und O bei deiner Geldanlage.»

Eine Frage, die uns immer wieder erreicht: Wo in meiner Asset Allocation gehört eigentlich das 3a-Guthaben hin – risikoarm oder risikoreich?
Unsere Antwort: Weder noch. Dein 3a-Guthaben ist gebundenes Vorsorgevermögen – du kannst es nicht einfach abheben, wenn du willst. Vorzeitige Bezüge sind nur in wenigen Fällen möglich, etwa beim Kauf von Wohneigentum, bei Auswanderung oder beim Schritt in die Selbständigkeit. Deshalb gehört die Säule 3a nicht in dieselbe Schublade wie dein frei verfügbares Vermögen, sondern folgt eigenen Regeln.
Was aber nicht heisst, dass du sie ignorieren solltest – im Gegenteil. Wer noch 10, 20 oder mehr Jahre bis zur Pensionierung hat, sitzt auf einem enormen Zinseszins-Hebel. Und genau deshalb empfehlen wir, die 3. Säule aktienbasiert anzulegen. Der grösste Renditefresser dabei? Die Gebühren. Traditionelle Bankprodukte verlangen oft 1% oder mehr pro Jahr – klingt nach wenig, kann sich aber langfristig zu Zehntausenden Franken an entgangener Rendite summieren. Günstige Online-Anbieter mit Gebühren unter 0,5% machen hier einen gewaltigen Unterschied.
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Die Asset Allocation ist der wichtigste Entscheid bei deiner Geldanlage – wichtiger als die Wahl einzelner Produkte, wichtiger als der Einstiegszeitpunkt, wichtiger als die Frage, ob du ETF A oder ETF B kaufst. Sie ist dein Fixstern, an dem du alle weiteren Anlageentscheide ausrichtest.
Das Prinzip ist einfach: Sichere zuerst deine Liquiditätsreserve. Teile dann dein frei verfügbares Vermögen basierend auf deinem Risikoprofil in einen risikoreichen und einen risikoarmen Teil auf. Im risikoreichen Teil stehen breit diversifizierte Aktien-ETFs im Kern – wer möchte, ergänzt mit Beimischungen nach dem Core-Satellite-Prinzip. Im risikoarmen Teil sorgen Bankguthaben für Stabilität und ruhigen Schlaf. Dein 3a-Guthaben betrachtest du separat – aktienbasiert und kostengünstig.
Notiere deine Ziel-Allokation – damit du sie periodisch überwachen und bei Bedarf gegensteuern kannst. Denn wenn Aktien steigen oder fallen, verschiebt sich die Gewichtung automatisch. Wie du deine ursprüngliche Portfoliostruktur einfach und kostengünstig wiederherstellst, behandeln wir in unserer nächsten Lektion: Rebalancing.
Einen Gesamtüberblick über alle Lektionen findest du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.
2026-05-19: Tabelle mit historischen Renditen und Verlusten auf CH-Verhältnisse (inflations- und währungsbereinigt) angepasst.
2026-04-10: Artikel vollständig überarbeitet und aktualisiert.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die Asset Allocation nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Warum schlägt ein breit gestreutes Portfolio den vermeintlich cleversten Aktientipp? Die Antwort steckt in einem der mächtigsten Konzepte der modernen Finanztheorie – und im einzigen echten «Free Lunch» beim Investieren. Wie du Diversifikation in zwei Stufen wirkungsvoll einsetzt, wo ihre Grenzen liegen und was das für deinen Vermögensaufbau bedeutet, erfährst du in dieser dritten Lektion unseres Finanzleitfadens.
< Lektion 2 | Überblick | Lektion 4 >
Kurz & bündig
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Zugegeben: Einfach ist es nicht, dem vermeintlich sicheren Aktientipp mit rosigen Gewinnaussichten aus dem vertrauten Bekanntenkreis zu widerstehen. Nötig ist es aber allemal!
«Die Jagd nach Einzeltiteln, auch Stock-Picking genannt, kann gründlich nach hinten losgehen.»
Investierst du nämlich in einen Einzeltitel, sind substanzielle Kursverluste ohne Aussichten auf eine nachhaltige Erholung ein leider allzu realistisches Szenario. Und zwar sind davon längst nicht nur exotische Titel betroffen, sondern ebenso bekannte und etablierte Schweizer Unternehmen.
Die Swatch Group, einst ein beliebter Titel an der Schweizer Börse, hat seit ihrem Hoch im November 2013 rund 70% ihres Wertes verloren – wie der Chart eindrücklich zeigt.

Noch drastischer ist der Worst Case: Konkurs. Die Swissair, einst stolze Fluggesellschaft der Nation, musste im Oktober 2001 am Boden bleiben – Aktionäre verloren alles. Nicht viel besser erging es den Anlegern der Credit Suisse: Einst eine der grössten Banken der Welt, wurde sie im März 2023 nach einer Vertrauenskrise für wenig Geld notfallmässig von der UBS übernommen. Aktionäre verloren praktisch alles.
Das Gegenteil von Stock-Picking ist übrigens nicht zwingend passives Investieren – auch aktiv verwaltete Fonds halten oft Hunderte von Titeln und sind damit breit diversifiziert. Das eigentliche Gegenkonzept ist die Konzentration auf wenige Titel. Und genau diese Konzentration erhöht das Risiko – ohne die Rendite zu steigern.
Aber Konzentration zeigt sich nicht nur im Stock-Picking. Wer sein gesamtes Vermögen auf dem Sparkonto hält, konzentriert sich ebenfalls auf eine einzige Anlageform – mit dem Unterschied, dass hier nicht Kursverluste drohen, sondern schleichender Kaufkraftverlust durch Inflation. Und der Zinseszinseffekt, der langfristig den entscheidenden Unterschied macht, bleibt praktisch wirkungslos. Wie gross dieser Unterschied über Jahrzehnte ist, haben wir in Lektion 1 gezeigt.
Wie Diversifikation dieses Risiko löst – und was die Wissenschaft dazu sagt – erfährst du im nächsten Kapitel.
Damit sind wir bei der Modernen Portfoliotheorie (MPT) nach Harry Markowitz angelangt. Für seine bahnbrechende Doktorarbeit hat er im Jahr 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten.
Markowitz führte erstmals einen theoretischen Nachweis über die positive Auswirkung von Diversifikation auf Risiko und Rendite eines Gesamtportfolios. Kern seiner Theorie ist die Unterscheidung zwischen systematischem und unsystematischem Risiko.
Dem systematischen Risiko – also Marktrisiken wie Zinsanstiege, Rezessionen oder politische Instabilitäten – sind alle Wertpapiere am Markt unterworfen. Es lässt sich nicht wegdiversifizieren und ist schlicht der Preis des Investierens selbst.
Das unsystematische Risiko hingegen ist das unternehmensspezifische Risiko – etwa Managementfehler wie beim Abgasskandal von VW. Dieses Risiko lässt sich durch Diversifikation verringern. Und das ist die entscheidende Pointe: Der Markt entschädigt dich für das systematische Risiko – für das unsystematische nicht. Wer auf Einzeltitel setzt, trägt also unnötiges Risiko, ohne dafür mehr Rendite erwarten zu können.
«Das unternehmensspezifische Risiko lässt sich durch Diversifikation verringern – das Marktrisiko nicht.»
Die stärksten Diversifikationseffekte erreichst du, wenn du Anlagen mit möglichst tiefer Korrelation kombinierst. Die Bandbreite erstreckt sich von +1 (gleiche Entwicklung) über 0 (unabhängige Entwicklung) bis –1 (gegenläufige Entwicklung). Innerhalb der Assetklasse Aktien liegen typische Korrelationen zwischen 0.70 und 0.95 – der Effekt ist real, aber begrenzt. Deutlich mehr bringt die Kombination verschiedener Assetklassen, wie wir weiter unten sehen.
Markowitz hat nicht nur gezeigt, dass Diversifikation das Risiko senkt – er hat auch präzisiert, wie viel Risiko für eine gegebene Rendite mindestens eingegangen werden muss. Das Ergebnis ist die Effizienzlinie (englisch: Efficient Frontier).
Die Effizienzlinie entsteht, wenn man alle denkbaren Portfoliokombinationen in einem Diagramm einträgt – mit dem Risiko auf der X-Achse und der erwarteten Rendite auf der Y-Achse.
Portfolios auf der Kurve sind effizient: Sie erzielen für ein gegebenes Risiko die maximal mögliche Rendite. Portfolios darunter sind ineffizient – zu viel Risiko für zu wenig Rendite. Portfolios oberhalb der Kurve sind schlicht nicht erreichbar.

«Diversifikation ist der einzige Free Lunch beim Investieren: gleiche Renditeerwartung – aber weniger Risiko.»
Ein globaler Aktien-ETF wie der FTSE All-World liegt nahe am MEP – dem Maximum-Ertrags-Portfolio am oberen Ende der Effizienzlinie. Ein einzelner Aktientitel wie die Swatch Group hingegen liegt rechts ausserhalb der Kurve: Bei gleicher oder sogar tieferer Renditeerwartung trägst du deutlich mehr Risiko – ohne dafür entschädigt zu werden. Genau das ist der «Free Lunch» der Diversifikation: nicht mehr Rendite, sondern weniger Risiko bei gleicher Renditeerwartung.
Theorie ist schön – aber wie setzt du Diversifikation konkret um? Und wie weit musst du gehen? Die alte Börsenweisheit, wonach man nicht alle Eier in denselben Korb legen soll, kommt in zwei Stufen. Doch zunächst solltest du eine wichtige Voraussetzung erfüllen.
Der Notgroschen. Bevor du investierst, solltest du ein Bankguthaben von drei bis sechs Monatsausgaben als Liquiditätsreserve zurückbehalten. Diese Reserve dient dazu, unvorhergesehene Ausgaben – infolge Jobverlust, Krankheit oder Reparaturen – abzufedern, ohne dass du deine Investitionen antasten musst. Ebenfalls Vorrang hat die Tilgung allfälliger Konsumkredite, denn deren Zinsen übersteigen jede realistische Anlagerendite. Erst wenn du diese Reserve gebildet hast und frei von Konsumschulden bist, kannst du den Rest deines Vermögens wirklich langfristig anlegen.
Beginnen wir mit der wichtigsten Ebene: Aktien breit streuen. Eine einfache Faustregel hilft bei der Orientierung:

Wer einen MSCI World ETF kauft und glaubt, perfekt diversifiziert zu sein, sollte genauer hinschauen: Rund 70% des Index entfallen auf US-Aktien, davon über 20% allein auf die sieben grössten Technologiekonzerne – die «Magnificent Seven» (Quelle: MSCI, Stand April 2026). Zudem deckt der MSCI World ausschliesslich entwickelte Märkte grosser und mittlerer Unternehmen ab – Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien sind nicht enthalten. Wer echte geografische Streuung will, hat zwei Möglichkeiten: entweder den Emerging-Markets-Anteil mit einem separaten ETF ergänzen, oder direkt auf einen MSCI ACWI bzw. FTSE All-World setzen, die Schwellenländer bereits enthalten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, nimmt zusätzlich einen Small-Cap-ETF ins Portfolio – und erfasst damit auch die kleineren Unternehmen.
Auch der Gesetzgeber kennt Diversifikationsregeln: Für UCITS-Fonds – die Standardstruktur der meisten in der Schweiz erhältlichen ETFs – gilt die sogenannte 5-10-40-Regel: Einzelne Positionen über 5% des Fondsvermögens dürfen zusammen nicht mehr als 40% ausmachen. UCITS ist dabei kein Muss, sondern ein Qualitätsmerkmal, das Anleger:innen schützen soll. Andere ETFs – etwa jene, die den bekanntesten Schweizer Index SMI abbilden – erfüllen die Anforderungen nicht, da Nestlé, Novartis und Roche zusammen regelmässig über 50% des Index ausmachen. Wenn du also gut gestreut investieren möchtest, solltest du auf das UCITS-Label achten.
Wenn du global investierst, investierst du automatisch in Fremdwährungen – ein FTSE All-World besteht zu rund 60% aus US-Dollar-Titeln. Entscheidend ist dabei nicht, ob du deinen ETF in CHF oder USD kaufst, sondern in welchen Währungsräumen die Unternehmen im Fonds tätig sind.
Ist das ein Grund, auf globale Diversifikation zu verzichten? Nein. Langfristig überwiegen die Diversifikationsvorteile deutlich, und Währungsschwankungen gleichen sich über die Zeit teilweise aus. Währungsgesicherte ETFs («hedged») gibt es zwar, sie kosten aber mehr und fressen langfristig Rendite. Für die meisten Anleger:innen mit langem Horizont ist das Währungsrisiko schlicht auszuhalten – und Teil des Pakets.
In Kombination mit einer soliden Liquiditätsreserve auf dem Bankkonto bist du mit Stufe 1 bereits gut aufgestellt – ein globaler Aktien-ETF deckt das Wichtigste ab. Wenn du aber noch einen Schritt weitergehen möchtest – Schwankungen reduzieren oder zusätzliche Renditechancen erschliessen –, kombinierst du verschiedene Assetklassen. Das ist Stufe 2.
Noch wirkungsvoller als die Streuung innerhalb von Aktien ist die Kombination verschiedener Assetklassen – weil deren Korrelationen untereinander deutlich tiefer sind als innerhalb der Assetklasse Aktien. Während Aktien aus verschiedenen Märkten noch Korrelationen von 0.70 bis 0.95 aufweisen, liegen die Korrelationen zwischen Aktien und anderen Assetklassen oft deutlich tiefer – teilweise nahe bei null oder sogar negativ. Korrelationen sind allerdings keine fixen Grössen, sondern können sich im Zeitverlauf verschieben. Je tiefer die Korrelation, desto grösser der Diversifikationseffekt.
Obligationen entwickeln sich oft gegenläufig zu Aktien – in Krisenzeiten steigen Anleihepreise, wenn alle nach Sicherheit suchen. Allerdings gilt das nicht immer: 2022 verloren sowohl Aktien als auch Anleihen massiv an Wert, als die Zentralbanken die Zinsen drastisch erhöhten. Anleihen sind also kein Allheilmittel, können aber über lange Zeiträume ein wertvoller Portfolioanker sein.
Ein klassisches Beispiel ist das 60/40-Portfolio: 60% globale Aktien, 40% Anleihen. Es gilt seit Jahrzehnten als bewährter Ausgangspunkt für Personen mit einem ausgewogenen Anlageverhalten – mehr Stabilität, aber auch weniger Rendite als bei der reinen Aktienanlage. Wer einen langen Anlagehorizont hat und auf maximales Wachstum setzt, wird Anleihen als Renditebremse empfinden. Die richtige Gewichtung hängt letztlich vom individuellen Risikoprofil ab – genau das Thema der nächsten Lektion.
Wer sein Portfolio über klassische Assetklassen hinaus erweitern möchte, findet im Bereich der alternativen Anlagen weitere Diversifikationsquellen – mit unterschiedlichen Rendite-, Risiko- und Liquiditätsprofilen.
Alle Assetklassen können das Portfolio sinnvoll ergänzen – aber keine ersetzt das stabile Fundament aus diversifizierten Aktien-ETFs. Die goldene Regel: Je exotischer die Anlage, desto kleiner sollte ihre Gewichtung sein.
Der Core-Satellite-Ansatz löst das scheinbare Dilemma zwischen Diversifikation und Konzentration elegant auf. Die Idee ist simpel:
Der entscheidende Vorteil: Du behältst die Disziplin der Diversifikation im Kern, ohne auf die Freude am aktiven Anlegen zu verzichten. Und du weisst jederzeit, was auf dem Spiel steht.
Hier kommt ein Punkt, den Finanzblogs oft verschweigen, weil er die Hauptbotschaft zu untergraben scheint. Aber er gehört zur Wahrheit:
Aussergewöhnliche Renditen entstehen durch Konzentration, nicht durch Diversifikation.
Warren Buffett erzielte seine Überrenditen, weil er massiv auf wenige sorgfältig ausgewählte Unternehmen setzte. Private-Equity-Fonds outperformen den Markt – sofern sie es tun – ebenfalls durch konzentrierte Wetten. Wer in der Vergangenheit alles auf Nvidia oder Apple gesetzt hätte, wäre heute reich.
Das klingt verlockend – ist aber für die grosse Mehrheit kein realistischer Pfad. Und zwar aus einem einfachen Grund: Konzentration erhöht nicht nur die Chancen, sondern gleichermassen die Risiken. Für jeden Buffett gibt es Hunderte, die auf das falsche Pferd gesetzt haben und Totalverluste erlitten. Überrenditen durch Konzentration erfordern fundierte Analysen, ein robustes psychologisches Profil, viel Zeit – und vor allem ein erhebliches Mass an Glück.
Für die meisten Privatanleger:innen gilt deshalb: Diversifikation ist nicht der Weg zu Superrenditen – aber der Weg zu soliden, risikobereinigten Renditen über Jahrzehnte. Und genau das ist es, was nachhaltiger Vermögensaufbau in der Praxis bedeutet.
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Diversifikation ist kein fauler Kompromiss – sie ist der einzige nachgewiesene «Free Lunch» beim Investieren: gleiches Renditepotenzial, weniger Risiko. Wenn du Einzeltitel häufst, trägst du unnötiges Risiko ohne entsprechende Renditeentschädigung. Und wenn du dein Vermögen auf dem Sparkonto parkierst, vermeidest du zwar Kursschwankungen – zahlst aber einen anderen Preis: schleichenden Kaufkraftverlust durch Inflation und entgangenen Zinseszins.
Bereits die erste Stufe – ein globaler Aktien-ETF kombiniert mit einer soliden Liquiditätsreserve – bildet ein tragfähiges Fundament. Wenn du noch weitergehen möchtest, diversifizierst du zusätzlich über verschiedene Assetklassen hinweg – mit Augenmass.
Der Core-Satellite-Ansatz kombiniert das Beste aus beiden Welten: ein stabiles Fundament dank Diversifikation und Raum für gezielte Positionen dank kontrollierter Konzentration.
In der vierten Lektion dieses Finanzleitfadens setzen wir genau hier an und widmen uns der Asset Allocation – also der Frage, wie du dein Gesamtvermögen abgestimmt auf dein individuelles Risikoprofil auf die verschiedenen Assetklassen verteilst.
Einen Gesamtüberblick über alle Lektionen findest du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.
2026-05-18: Rohstoffe und Kryptowährungen zu den alternativen Anlageklassen hinzugefügt.
2026-04-06: Artikel vollständig überarbeitet und aktualisiert.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die Diversifikation der Geldanlage nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
VIAC was? Der stille Riese mit verwalteten 3a Vorsorgegeldern von über drei Milliarden Franken ist in der breiten Öffentlichkeit noch (zu) wenig bekannt. Wir wollen dies mit diesem exklusiven VIAC Erfahrungsbericht ändern. Dank unserer langjährigen Kundenbeziehung mit VIAC erfährst du aus erster Hand, was den Schweizer Vorsorge-Pionier so einzigartig macht und welche Anlagestrategie wir für unsere eigene 3a Vorsorge verfolgen.
Kurz & bündig
Contents
Wenn du nach diesem VIAC Erfahrungsbericht ebenso überzeugt von VIAC bist, wie wir es seit vielen Jahren sind, dann kannst du von unserer bestehenden Kundenbeziehung profitieren. So funktionierts: Sende uns einfach vor der Kontoeröffnung eine Mitteilung an mail@schweizerfinanzblog.ch – je nach deinem Bedarf – mit Vermerk «VIAC 3a Bonus», «VIAC Freizügigkeit Bonus» oder für das neue Produkt «VIAC Invest Bonus».
Wir senden dir dann umgehend einen «Freunde-Werben-Freunde» Link mit deinem persönlichen Bonus-Code. Diesen gibst du dann bei der Kontoeröffnung ein, womit beide Seiten von einem lebenslangen Gebührenerlass auf einer Vorsorgesumme von 1’000 CHF profitieren. Dieses Angebot ist limitiert.

Transparenzhinweis: Abgesehen von einer normalen Kundenbeziehung als Privatpersonen und dem damit verbundenen «Freunde-Werben-Freunde» Programm bestehen keinerlei Kooperationen oder Provisionsmodelle mit VIAC.
Dieses Kapitel ist jenen gewidmet, welche sich unser Vorsorgesystem im Allgemeinen und die 3. Säule im Speziellen nochmals in Erinnerung rufen wollen. Alle anderen springen direkt zu unserem VIAC Erfahrungsbericht.
Während die 1. Säule eine staatliche Rentenversicherung (AHV) ist, die allen Bürgern der Schweiz eine Altersrente garantiert, handelt es sich bei der 2. Säule um eine berufliche Vorsorge (BVG), bei welcher sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer regelmässig Beiträge in eine Pensionskasse einzahlen.
Die 3. Säule als private Vorsorge wiederum soll die beiden erstgenannten Säulen ergänzen. Dabei wird zwischen der Säule 3a und 3b (freies Sparen ohne Maximalbeiträge und ohne Bezugslimit) unterschieden. Die Säule 3a zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
Zum funktionierenden Wettbewerb hat massgeblich Vorsorgepionier VIAC beigetragen. Denn zuvor zeichneten sich die 3a Anlagelösungen insbesondere durch hohe Kosten und wenig Rendite aus.
Weitergehende Informationen über die gebundene Selbstvorsorge, wie die Säule 3a offiziell bezeichnet wird, hat das zuständige Bundesamt für Sozialversicherung BSV hier publiziert.
Die nachfolgenden Bedingungen gelten allgemein, also auch für eine Kundenbeziehung mit VIAC bzw. ihrem «VIAC 3a» Produkt.
Grundsätzlich kann jede Person über 18 Jahre ein 3a Konto eröffnen. Damit aber eine 3a Einzahlung möglich ist, muss AHV-pflichtiges Einkommen erzielt werden. Ohne Einkommen ist lediglich ein Übertrag von bestehendem 3a Vermögen möglich.
Angestellte, die einer Pensionskasse angehören, dürfen maximal 7’056 CHF pro Jahr in die Säule 3a einzahlen (Stand 2024). Selbstständigerwerbende, die keiner Pensionskasse angehören, und Arbeitnehmende, die sich keiner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen haben (z. B. Personen mit sehr niedrigen Einkommen), können 20% ihres jährlichen Einkommens einzahlen, maximal 35’280 CHF (Stand 2024).
Die Idee von VIAC entstand im Jahr 2015 mit der Vision einer Säule 3a Lösung, die man den besten Freunden mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Die Gründer waren überzeugt, mit der bis ins kleinste Detail optimierten Lösung einen Weg aufzuzeigen, wie sich unsere Generation gegen die drohenden Probleme der Altersvorsorge wappnen kann.
« Die Idee entstand aus dem eigenen Bedürfnis nach einer einfachen, verständlichen und vor allem effizienten Vorsorgelösung. Die private Vorsorge wird in der Zukunft unabdingbar und muss ohne Hürden für die Masse zugänglich sein. »
Daniel Peter, Initiant von VIAC
Folgende Meilensteine prägten die noch junge Geschichte von VIAC:
Kurz: VIAC hat die bislang träge und überteuerten Vorsorgelösungen in der Schweiz punkto Pricing, Einfachheit und Transparenz revolutioniert. Dies ohne grosses Werbegetöse wie die finanzstarken VIAC Nachahmer, aber sehr erfolgreich: Das 3a Vorsorgevermögen, welches von der Terzo Anlagestiftung der WIR Bank verwaltet wird, beträgt mittlerweile über 3 Mia. CHF.
Seit Bestehen von VIAC ist ihre Produktepalette stetig erweitert worden. Sie präsentiert sich aktuell wie folgt:

Eine Anlageplattform fürs freie Sparen und Investieren wie bei anderen Robo-Advisors (3 CH-Anbieter im Vergleich) oder à la Swissquote (unsere Swissquote Erfahrungen) bietet VIAC seit anfangs Dezember mit «VIAC Invest» an. Wir stellen dieses neue Produkt am Schluss dieses Beitrags vor.
Nachfolgend legen wir den Fokus auf «VIAC 3a», welches das populärste Produkt von VIAC ist und grundsätzlich allen erwachsenen Personen mit AHV-pflichtigem Einkommen zur Verfügung steht.
– Partnerangebot –

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Wir, Toni und Stefan, sind treue VIAC Kunden der ersten Stunde. Wir führen beide mehrere 3a Konten, was uns später eine gestaffelte Entnahme zu einem geringeren Steuersatz erlaubt. Jahr für Jahr zahlen wir den jeweils höchst möglichen Betrag auf eines unserer 3a Konten mit dem jeweils höchsten Risikoprofil ein. Wöchentlich bzw. jeweils dienstags am sogenannten Trading Day werden die neu zugeführten Barmittel in die der ausgewählten Anlagestrategie zugrundeliegenden Wertschriften investiert.
Du siehst also, wir verfügen über einen hohen «Skin-in-the-Game» Faktor, womit einem glaubwürdigen VIAC Erfahrungsbericht aus erster Hand nichts mehr im Wege steht.
VIAC bietet ein vergleichsweise grosses Angebot an 3a-Anlagelösungen an, womit VIAC für die meisten Personen in Frage kommen dürfte. Einzig aktives Investment, was wir aufgrund der hohen Kosten ohne zu erwartende Mehrrendite ablehnen, gibt es bei VIAC nicht. So besteht das wissenschaftlich basierte VIAC Anlageuniversum ausschliesslich aus passiven Indexfonds und ETFs. Die grosse Vielfalt von VIAC zeigt sich an folgenden Fakten:
VIAC Anlagestrategien werden von der Handelszeitung regelmässig zum Testsieger erkoren. Bei diesem jährlichen Vergleich werden 3a Fonds zahlreicher Anbieter zuerst nach Risiko (Aktienanteil) gruppiert und dann bezüglich Kosten und Performance über drei und fünf Jahre bewertet.

Im Beispiel oben haben wir mit der Anlagestrategie «Global 60» eine bezüglich der Risiken und Renditeerwartung recht ausgewogene Standardstrategie gewählt. Die Gesamtkosten betragen 0.40% pro Jahr. Mit dieser Strategie, die du übrigens bei Bedarf jederzeit selber ändern kannst, bist du in folgende fünf Assetklassen mit unterschiedlicher Gewichtung investiert:
Bei jeder Standardstrategie stehen dir jeweils zwei Untervarianten zur Wahl:
Swisscanto ist als Produktanbieter erst 2023 – wohl aufgrund der damaligen Schieflage von Credit Suisse und des damit verbundenen Kundendrucks – dazugestossen. Beide VIAC Partner bieten ausschliesslich kostengünstige Indexfonds an, welche nahezu identisch sind bzw. sich nur punktuell unterscheiden.
Ergänzend dazu bietet VIAC auf dem Markt etablierte ETFs der beiden internationalen Schwergewichte UBS und iShares (Blackrock) an. Diese teureren, oft spezialisierten Produkte (z.B. Clean Energy, Bitcoin) stehen für die VIAC Standardstrategien nicht zur Verfügung, sondern können ausschliesslich für die «Eigene Strategie» gewählt werden.
Die hier öffentlich einsehbare Titelliste (ganz nach unten scrollen) repräsentiert das gesamte VIAC Anlageuniversum, einschliesslich aller Indexfonds und ETFs der zuvor erwähnten VIAC Partner.

Tipp: Wenn dich diese Produkte- und Strategievielfalt verunsichert, dann wähle einfach die von VIAC vorgeschlagene Standardstrategie aus. Diese basiert auf deinem Profil bzw. auf den von dir bei der Kontoeröffnung gemachten Angaben.
Ergänzend dazu kannst du dich an folgende Faustregel halten: Je länger dein Anlagehorizont und je grösser deine Risikobereitschaft sind, desto höher kann der Aktienanteil gewählt werden.
Aufgrund unserem noch langen Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren verfolgen sowohl Toni als auch Stefan eigene Strategien der höchsten Risikostufe. Im Unterschied zur ebenfalls höchsten Risikostufe angehörigen VIAC Standardstrategie «Global 100», welche Stefan ergänzend verfolgt, fällt bei unseren individuell zusammengestellten Portfolios der CH-Aktienanteil geringer aus. Damit wollen wir dem «Home Bias» entgegenwirken. Mehr zum «Home Bias» und anderen psychologischen Fallstricken erfährst du in unserem Artikel Behavioral Finance: Wie du die 13 grössten Denkfehler bei deiner Geldanlage vermeidest.
Wichtig: Du kannst jederzeit deine einmal festgelegte Strategie mit ein paar Klicks wieder ändern. Die neue Strategie tritt jeweils am darauffolgenden Dienstag am sogenannten Trading Day in Kraft. Um die damit verbundenen Wertschriftentransaktionen kümmert sich VIAC. Sie werden dir transparent auf der Plattform angezeigt.
Egal, welche Strategie(n) du auch wählst, bei VIAC kannst du bis zu fünf unterschiedliche 3a Konten führen, was dir später einen gestaffelten Bezug zu einem geringeren Steuersatz ermöglicht bzw. dazu führt, die geltende Steuerprogression zu «brechen».
Die «Eigene Strategie» ist für dich dann sinnvoll, wenn du zusätzliche Assetklassen berücksichtigen (z.B. Alternative Anlagen), innerhalb einer Assetklasse breiter diversifizieren (z.B. mit Small Caps Aktien), eine andere regionale Gewichtung bevorzugen (z.B. weniger CH-Anteil) und/oder das Portfolio zumindest teilweise gegen Währungsrisiken absichern möchtest.
Doch «anything goes» ist auch bei der eigenen Strategie nicht möglich. Denn für jede der rund 70 angebotenen Wertschriften legt VIAC ein Limit fest. So ist es beispielsweise nicht möglich, hohe Anteile in besonders risikobehaftete Anlagen wie Emerging Markets Aktien oder den neu aufgenommenen Bitcoin-ETF von iShares zu investieren. VIAC und insbesondere der staatliche Regulator möchten dich also vor allzu wilden Spekulationstrips schützen.

Die Gesamtkosten, bestehend aus Verwaltungsgebühren und Produktkosten, belaufen sich je nach Strategie und Anlagefokus von 0.00% bis maximal 0.44% pro Jahr. Darin enthalten sind
Kostenlos sind bei allen Anlagefokussen die beiden risikoarmen Strategien «3a Konto» und «Konto Plus» (Bargeld mit 5% Aktienanteil). Fair: Anders als bei anderen Anbietern ist bei VIAC unabhängig der gewählten Strategie der Bargeldanteil immer gebührenfrei.
Ferner bezahlst du keine Grundgebühr, Retrozessionen, Performancegebühr, Saldierungsspesen sowie Gebühren für Ein- und Auszahlungen.
Mit einem Gebührenspektrum von 0.00% bis 0.44% ist VIAC zweifellos einer der günstigsten Anbieter auf dem Markt. Insbesondere klassische Vorsorgeanbieter mit einem aktiven Anlageansatz kosten oft ein Mehrfaches von VIAC.
So betragen die Gesamtkosten bei UBS und Swiss Life für ihre Vorsorgefonds «UBS Vitainvest – World 100% Sustainable» und «Swiss Life BVG-Mix 75» horrende 1.62% resp. 1.64% pro Jahr (Stand April 2024).
Selbst, wenn man die gegenüber diesen Extrembeispielen tieferen, durchschnittlichen Kosten auf dem Markt von 1.09% beizieht, resultiert langfristig dank des Zinseszinseffekts ein riesiges Plus im Vorsorgevermögen, wie Abbildung unten eindrücklich zeigt.

Falls du mit überhöhten Gebühren konfrontiert bist, solltest du nicht nur einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen (für künftige Einzahlungen), sondern gleich einen Übertrag deines bestehenden 3a Vermögens. Diesen Prozess kannst du einfach über die VIAC App starten und ist in wenigen Schritten erledigt (vgl. Erläuterungen in Abbildung unten).

VIAC geizt nicht mit Informationen. Im Gegenteil: VIAC zeichnet sich durch hohe Transparenz und informative Reportings aus:
Neben der jährlichen Steuerbescheinigung liefert dir VIAC in dein digitales Postfach ein umfassendes Semester-Reporting einschliesslich eines Marktrückblicks.

Ergänzend dazu kannst du dir jederzeit über dein 3a-Vorsorgelösung auf dem Laufenden halten, und zwar bis in die Tiefe der einzelnen Transaktionen:

Machen wir es kurz: Der Support von VIAC ist schlicht phänomenal und allen anderen von uns bisher getesteten Finanzanbietern weit überlegen!
Und wir wissen, wovon wir sprechen: Denn über die Jahre sind bei uns zahlreiche knifflige Fragen zusammengekommen, welche wir jeweils via Chat an das VIAC-Supportteam stellten. Egal, ob wir von Carl, Christian, Darius, Emir, Jonas, Lionel, Marco oder Simon betreut wurden: Nie gab es etwas zu beanstanden. Basierend auf unseren langjährigen VIAC Erfahrungen möchten wir zusammenfassend folgende zwei Punkte zum Support positiv herausstreichen:
Was auf den ersten Moment vielleicht überrascht, ist, dass die digitalaffine VIAC beim Support keine Bots einsetzt, sondern nur Berater aus Fleisch und Blut (mit Beraterinnen hatten wir bisher noch nie Kontakt). Gut so, denn sind wir realistisch: Diese Support-Bots taugen leider meist nur bei trivialen Standardanfragen etwas bzw. sind allzu oft schlicht überfordert.

VIAC gibt es als App auf deinem Smartphone, als auch klassisch übers Internet auf dem Desktop. Gemäss unseren VIAC-Erfahrungen bieten dir beide Ansichten dieselben nützlichen Funktionen wie beispielsweise:
Im Jahr 2023 lancierte VIAC ein umfassendes Redesign, was das Erscheinungsbild und die Benutzerfreundlichkeit («Look & Feel») nochmals deutlich verbesserte.
Sämtliches Geld, das nicht investiert wird, liegt bei der VIAC Partnerbank «WIR». Ihre Vorsorgestiftung Terzo verwaltet bereits über 3 Mia. CHF an 3a Vorsorgevermögen. Wenn also die WIR Bank in finanzielle Schieflage geraten sollte, ist es Aufgabe der Vorsorgestiftung die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um das Vorsorgevermögen zu schützen (dies kann bspw. einen Wechsel der Depotbank zur Folge haben).
Wichtig: Mit dem Konkursprivileg wird dein Kontovermögen bis 100’000 CHF im Falle einer Insolvenz der kontoführenden Bank bevorzugt behandelt. Privilegierte Gelder landen in der Konkursklasse 2. Als zusätzliche Sicherheit muss die Depotbank im Umfang von 125% ihrer privilegierten Einlagen inländische Forderungen oder übrige in der Schweiz belegene Aktiven halten (in der Regel Hypotheken).
Die Wertschriften, also im Fall von VIAC sind dies Indexfonds und ETFs, gelten als Sondervermögen, werden separat verwahrt und fallen bei einer Insolvenz der Depotbank nicht in die Konkursmasse. Mehr Infos dazu findest du unter Esisuisse.
Die VIAC Anmeldung erfüllt denselben Sicherheitsstandard wie das e-Banking von diversen Schweizer Banken. Der Zugang zum VIAC Konto ist mit deinem persönlichen Passwort geschützt. Sobald du wesentliche Änderungen vornehmen willst, wird dir für maximale Sicherheit zusätzlich per SMS einen Code geschickt, den du zur Bestätigung eingeben musst. Dein Konto ist also durch eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung gut gegen unberechtigte Zugriffe geschützt.
Dieses Risiko hängt nicht mit VIAC oder deren Depotbank zusammen, sondern mit deiner Portfoliozusammensetzung («Asset Allocation») und deinem Anlagehorizont. Je höher dein risikobehafteter Vermögensanteil (z.B. in Form von Aktien) und je geringer dein Anlagehorizont sind, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Risiko eintritt.
Das Worst Case Szenario wäre also, wenn du kurz vor Entnahme deines Vorsorgevermögens immer noch über hohe Aktienanteile verfügen würdest und es gleichzeitig zu einem heftigen Börsencrash käme. Deshalb erachten wir es aus Risikoüberlegungen als absolut notwendig, dass du die risikoreichen Anteile bereits mehrere Jahre vor Bezug sukzessive reduzierst bzw. in risikoärmere Anlagen wie Barmittel und/oder Obligationen umschichtest.
Bei VIAC bist du diesbezüglich sehr flexibel, d.h. wöchentlich am sogenannten Trading Day kannst bei Bedarf mittels ein paar Klicks eine neue, beispielsweise risikoärmere Strategie verfolgen.
Vor der Kontoeröffnung: Wenn du als VIAC Neukunde von einem Gebührenrabatt profitieren möchtest, dann folge einfach unserer Einladung, womit VIAC für dich die ersten 1’000 CHF kostenlos verwaltet, und zwar lebenslang. Die entsprechende Einladung mit deinem persönlichen Bonus-Code erhältst du, wenn du uns eine Nachricht mit Vermerk «VIAC 3a Bonus», «VIAC Freizügigkeit Bonus» oder «VIAC Invest Bonus» an mail@schweizerfinanzblog.ch schickst.
Danach kommst du in wenigen Minuten rein digital zu einer wirklich attraktiven Vorsorgelösung: Einfach App runterladen oder unter www.viac.ch den Eröffnungsprozess («Registrieren») starten, deine ID oder deinen Pass bereithalten und – wenn gewünscht – am Schluss der Registrierung unseren Bonus-Code eingeben.
Bitte nicht erschrecken: Im Zuge des Onboardingprozesses wird mittels sechs einfachen Fragen dein Anlagetyp ermittelt. Basierend darauf wird dir eine VIAC Standardstrategie (Konto, 20, 40, 60, 80, 100) vorgeschlagen. Wenn du mit der von VIAC vorgeschlagenen Anlagestrategie nicht einverstanden bist, kannst diese natürlich jederzeit übersteuern.
Der Vorsorgemarkt ist lukrativ und mit zahlreichen Anbietern hart umkämpft. Wie soll sich da VIAC abgrenzen? Wir denken, dass bei VIAC nicht einfach ein einzelner Aspekt positiv heraussticht, sondern vielmehr ihr Gesamtpaket überzeugt. Dieses Gesamtpaket besteht gemäss unseren VIAC Erfahrungen aus einem Bündel von Vorzügen. Die für uns wichtigsten fünf Argumente für eine «VIAC 3a» Vorsorgelösung haben wir nachfolgend zusammengefasst:
Das Preismodell von VIAC beurteilen wir als sehr fair: Für Barmittel in deinem Portfolio zahlst du überhaupt keine Gebühren. Im Gegenteil: Du erhältst Zinsen von 1.15% (Stand April 2024). Gebühren werden dir nur für den investierten Teil deines Portfolios verrechnet (Aktien, Obligationen, Immobilien usw., nicht aber auf dem Konto liegenden Barmitteln), und zwar mit einem Kostendach bis maximal 0.44%. Damit ist VIAC im Durchschnitt rund 65% günstiger als vergleichbare Angebote. Zudem erhältst du dank dem kostenlosen Life Basic bei Invalidität oder Todesfall bis zu 25% zusätzlich zu deinem angesparten 3a Vermögen ausbezahlt.
Das aus passiven Indexanlagen bestehende Anlageuniversum von VIAC präsentiert sich äusserst vielfältig. Nicht weniger als 70 Produkte unterschiedlicher Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Immobilien, Rohstoffen sowie neuerdings Bitcoins stehen dir zur Verfügung.
Du kannst dir jederzeit ein Bild über Kosten und Performance deiner Vorsorgelösung machen, und zwar sowohl konsolidiert als auch auf die einzelne Anlage bezogen. Zudem hast du jederzeit Zugang zu deinen Konten und kannst deine Anlagestrategien anpassen, wenn sich deine Bedürfnisse ändern.
Die VIAC App beurteilen wir nach dem letzten umfassenden Release im Jahr 2023 als äusserst benutzerfreundlich und informativ. Sämtliche Transaktionen sind einfach über die App zu tätigen. Wer Strategieänderungen & Co. nicht übers Smartphone vornehmen möchte, der oder die kann alternativ die ebenso überzeugende Desktop-Version von VIAC nutzen.
Die sonst recht zutreffende Faustregel, dass je günstiger die Preise sind, desto schlechter der Service ist, gilt bei VIAC definitiv nicht. Im Gegenteil: Bei VIAC ist der Kundensupport wirklich top. Und wir wissen, wovon wir sprechen. Denn während unserer langjährigen Kundenbeziehung mit VIAC sind viele knifflige Anfragen zusammengekommen, die alle innert weniger Minuten geklärt werden konnten.
VIAC wartete bereits zu Beginn im Jahr 2017 mit einem einzigartigen Angebot auf, das den damals trägen und überteuerten Vorsorgemarkt gehörig aufmischte.
Gemäss unserer VIAC Erfahrungen ist ihre Vorsorgeplattform über die Jahre laufend noch besser geworden. Deshalb sind wir aktuell eigentlich rundum zufrieden mit VIAC und müssen schon das Haar in der Suppe suchen oder uns in andere Bedürfnisse versetzen, um folgende vermeintlich kritische Punkte zu finden:
Falls es für dich noch zusätzliche Pros und Cons gibt und/oder du besondere Vorzüge bei einem anderen 3a Anbieter schätzt, schreibe es uns doch gerne in die Kommentare unten rein.
Es liegt auf der Hand: Im hartumkämpften Markt des freien, privaten Sparens bzw. Investierens wird es für jeden neuen Player sehr herausfordern sein, erfolgreich zu bestehen. Mit anderen Worten: Auf den 17. Robo-Advisor hat niemand gewartet. Deshalb erstaunt es uns nicht wirklich, (auch weil es zu VIAC passt) dass VIAC mit einem attraktiven Pricing punkten will und kann:

Die wählbaren Anlagestrategien mit unterschiedlichen Aktienanteilen und vier Anlagefokussen «Global», «Schweiz», «Nachhaltig» und «Eigene Strategie» sind so vielfältig wie bei «VIAC 3a».
Hingegen besteht das ebenfalls passiv verwaltete Anlageuniversum aus deutlich weniger Anlagefonds (vgl. «VIAC Invest» Titelliste), welche zudem alle neu aufgelegt wurden und somit noch über keinen Track Record verfügen. So fehlen beispielsweise Fonds mit Small Caps oder Rohstoffen (ausser Gold).
Wie uns der VIAC Support auf Anfrage mitteilte, hängt dieses kleinere, von den anderen VIAC Produkten unterschiedliche Anlageangebot mit den hohen regulatorischen Anforderungen der Finma zusammen (z.B. zu erreichende Mindestvolumen nach 12 Monaten pro neu lancierten Fonds).
Mehr zum neuen Produkt «VIAC Invest», welches dir bereits ab 1 CHF vollautomatisches Investieren mittels Sparplan in dein Wunschportfolio erlaubt, erfährst du auf der VIAC Webpage.
2024-12-09 Anlageuniversum von «VIAC Invest» erläutert und diverse Abbildungen aktualisiert.
2024-12-07 Neues Produkt «VIAC Invest» vorgestellt.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere VIAC Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.