Asset Allocation: Das A und O deiner Geldanlage

Abbildung 5: Die Asset Allocation ist der wohl wichtigste Erfolgsfaktor bei der Geldanlage

Im letzten Artikel hast du über die positiven Effekte einer klugen Diversifikation bei der Geldanlage erfahren. Mit diesem Beitrag wollen wir das Thema weiter konkretisieren und widmen uns der Asset Allocation: Der entscheidende Erfolgsfaktor bei deiner Geldanlage! Wie du dein Vermögen deinen Bedürfnissen bzw. deinem Risikoprofil entsprechend strukturierst, erfährst du in diesem Beitrag.

1  Bestimmung deines Risikoprofils

Die Asset Allocation oder Vermögensaufteilung hängt von deinem individuellen Risikoprofil ab. Dieses wiederum wird von folgenden drei Faktoren beeinflusst:

  • Anlagehorizont
  • Risikobereitschaft
  • Risikofähigkeit

1.1 Anlagehorizont

Grundsätzlich gilt: je länger dein Anlagehorizont ist, desto risikoreicher und somit rentabler kannst du dein Geld anlegen. Denn wie wir bereits in diesem Beitrag aufgezeigt haben, können sich beim längerfristigen Anlegen Kursschwankungen und Börsenkorrekturen in der Regel besser ausgleichen. Zudem profitierst du bei einem langem Anlagehorizont vom mächtigen Zinseszins-Effekt.

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Disclaimer: Investieren beinhaltet Verlustrisiken. 

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1.2 Risikobereitschaft

Wichtig ist auch, dass dir bewusst ist, wie viel Risiko du überhaupt eingehen möchtest. Denn selbst der breit diversifizierte Aktien-Index MSCI World mit rund 1600 Aktientiteln hat im Zuge der sogenannten Subprime-Krise in der Zeit vom 31.10.2007 und 9.3.2009 über 57 Prozent (= maximum Drawdown) an Wert verloren (vgl. Factsheet MSCI World).

Wenn du selbst bei solch heftigen Kursverlusten noch ruhig schlafen kannst (und nicht verkaufst), bist du klar der risikofreudige Anleger. Vielleicht bist du aber eher risikoscheu und strebst in erster Linie Werterhalt deiner Anlage an.

1.3 Risikofähigkeit

Die Risikofähigkeit drückt aus, welche Wertschwankungen und Verluste du verkraften kannst, ohne in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Je weniger du also auf das investierte Kapital angewiesen bist, um deinen Verpflichtungen nachzukommen, desto grösser ist deine Risikofähigkeit.

Zur Verdeutlichung: Ein gut situiertes kinderloses Doppelverdienerpaar verfügt in der Regel über eine ungleich höhere Risikofähigkeit als beispielsweise eine alleinerziehende Mutter.

2  Wie du deine Asset Allocation bestimmen kannst

Gehen wir mal von einem fiktiven Vermögen von 100’000 Franken aus, welches zinslos und jederzeit verfügbar auf deinem Privatkonto liegt. Weiter nehmen wir an, dass du über ein geregeltes Einkommen verfügst und die laufenden Kosten im Griff hast. Schliesslich planst du für die nächsten 10 Jahre keine grösseren Anschaffungen wie beispielsweise den Erwerb von Wohneigentum.

Gestützt auf das wissenschaftlich orientierte Portfoliomodell nach Markowitz (vgl. auch diesen Artikel)  empfehlen wir, die 100’000 Franken zuerst in einen risikoarmen und einen risikoreichen Teil aufzugliedern, und zwar basierend auf deinem Risikoprofil (vgl. Abbildung 1).

Risikoprofile

Abbildung 1: Drei unterschiedliche Risikoprofile

Wichtig: Egal welcher Risikotyp du bist, innerhalb der erwähnten Anlagekategorien „risikoarm“ und „risikoreich“ bleiben die Anlagen grundsätzlich gleich zusammengesetzt.

„Im risikoreichen Teil kommst du um Aktien nicht herum.“

Ein Beispiel eines breit diversifizierten Weltportfolios für den risikofreudigen bzw. renditeorientierten Anleger mit langem Anlagehorizont erhältst du in Abbildung 2.

Abbildung 2: Ein Weltportfolio für den renditeorientierten, langfristigen Anleger

Abbildung 2: Ein Weltportfolio für den renditeorientierten, langfristigen Anleger

Im risikoreichen Teil kommst du um Aktien nicht herum. Als Anlagevehikel eignen sich ETFs sehr gut, welche breite Marktindices aller Weltregionen abbilden. Weshalb wir ETFs bei der Geldanlage als besonders attraktiv beurteilen, erfährst du in einem separaten Artikel.

Für eine noch breitere Streuung bzw. ein vorteilhafteres Risiko-/Renditeverhältnis sind Immobilien als zusätzliche Assetklasse  eine interessante Option. Doch auch hier gilt: Statt mit Einzeltiteln oder gar Einzelobjekten („Betongeld“) ein unnötiges Klumpenrisiko einzugehen, investiere besser in einen ETF, welcher global zahlreiche Immobilienfirmen bzw. Real Estate Investment Trusts (REITs) enthält.

Im risikoarmen Teil hingegen wird dein Geld in erster Linie auf dem Privatkonto liegen, worauf du jederzeit verfügen kannst. Obligationen bzw. Anleihen erachten wir in Zeiten historisch tiefer Zinsen als keine interessante Option.

„Die Festlegung deiner individuellen, auf dein Risikoprofil abgestimmten Asset Allocation ist das A und O bei deiner Geldanlage.“

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Apropos risikoarm: Bist du auf der Suche nach einer attraktiven Hausbank ohne Gebühren? Dann solltest du Zak, das kostenlose Online-Konto der Schweizer Bank Cler ernsthaft prüfen. Hier geht’s zu unserem ausführlichen Review. Mit dem Zak Gutscheincode SFBZAK sicherst du dir ein Startguthaben von 50 Franken und unterstützt gleichzeitig unseren Blog.

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3  Fazit

Die Festlegung deiner individuellen, auf dein Risikoprofil abgestimmten Asset Allocation ist das A und O für eine erfolgreiche Geldanlage.

Ausgehend von deinem Risikoprofil wird dein Vermögen zuerst in einen „risikoreichen“ und „risikoarmen“ Teil gegliedert. Danach erfolgt die Gewichtung der einzelnen Assetklassen.

Der risikoreiche Teil entspricht einem breit diversifizierten Weltportfolio, bestehend aus den Anlageklassen „Aktien“ und beispielsweise „Immobilien“. 

Für besagte Assetklassen eignet sich das AnlagevehikelETF“ (Exchange-traded Fund) besonders gut.

Der risikoarme Teil entspricht im Wesentlichen Bankguthaben (Anlagevehikel „Privatkonto“).

Im nächsten Artikel widmen wir uns dem Thema „Rebalancing“ und der Frage, wie du bei unterschiedlicher Wertentwicklung der einzelnen Assetklassen deine ursprüngliche Asset Allocation einfach und kostengünstig wiederherstellen kannst.

Einen Gesamtüberblick über das Thema „Investieren“ erhältst du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.

8 Kommentare

  1. Elino sagt:

    Hallo zusammen
    Ich hätte noch eine Frage: was sagt ihr zu einem Home Bias im Aktien Teil des Portfolios? Z.b. indem man noch 10-20% auf den SPI setzt? Als Währungsabsicherung.
    Danke für eine Antwort 🙂
    Sonnige Grüsse

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Eliana

      Bei 10 bis 20% Beimischung von CH-Aktien hält sich der von dir erwähnte „Home Bias“ in Grenzen. Also alles im grünen Bereich:-) Der SPI ist aus unserer Sicht jedoch ein ausgesprochen schlecht diversifizierter Index (die drei Titel Nestlé, Roche und Novartis sind mit rund 45% (zu) stark gewichtet), weshalb wir darauf basierende ETFs nicht empfehlen. (Der SMI ist bezüglich Klumpenrisiken noch schlechter.) Als bessere Alternative sehen wir den SPI Mid (80 CH-Unternehmungen mit mittlerer Marktkapitalisierung; die drei grössten Positionen machen gesamthaft rund 16% aus). Quelle: https://www.ubs.com/2/e/files/RET/FS_RET_CH0130595124_CH_DE.pdf

      Beste Grüsse SFB

  2. Allen sagt:

    Hallo zusammen

    Wird eigentlich das 3. Säulenkonto, welches auch längerfristig ausgerichtet ist (Bis man halt 65 Jahre alt ist) auch in diese Asset Allocation als „Risikoarmer Teil“ mit eingerechnet werden? Hier bezahle ich den jährlichen Maximalbetrag von 6883 CHF jeweils ein. -> Diese Einlage wird allerdings auch in diverse Anlagen investiert von meiner Bank.

    Danke für eure Rückmeldung und LG

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Allen

      Nein, wir würden die 3. Sàule nicht dem risikoarmen Teil zuordnen, da du ja nicht sofort darauf zugreifen kannst. Vorsorgesparen ist stark reguliert und vorzeitige Auszahlungen sind auf wenige Ausnahmen beschränkt. Aufgrund des oft langen Anlagehorizonts (Pensionsalter) erachten wir es als sinnvoll, die 3. Säule (auch) in Aktien anzulegen. Wichtig: Tiefe Gebühren (<0,5%), wie sie innovative Online-Anbieter wie Viac haben, bedeuten mehr Rendite und im Alter mehr Vermögen.

      Beste Grüsse
      SFB

  3. Lena Ludwig sagt:

    Hallo zusammen

    Gerd Kommer empfiehlt ebenfalls Rohstoffe beizumischen. Was sind hier Eure Erfahrungen? Und was für Rohstoffe würdet Ihr beimischen? Geht das auch über DEGIRO?

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Hoi Lena

      Vorab: Die Asset Allocation ist für uns ein zentrales Element bei der Geldanlage, welches leider bei vielen Anlegerinnen und Anlegern zu kurz kommt. Denn durch die vordefinierten Zielanteile der unterschiedlichen Assetklassen wird ein regelbasiertes und (weitgehend) unemotionales Investieren ermöglicht, was letztlich der Rendite zugutekommt. Deshalb freut uns deine Anfrage zu diesem wichtigen Thema besonders.

      In Kommer’s aktueller 5. Auflage seines Standardwerks „Souverän Investieren…“ nimmt er gegenüber Rohstoffen eine sehr differenzierte bis ablehnende Haltung ein. So kommt er in Kapitel 5.7 zu folgendem Fazit: „Ich persönlich finde mich seit 2016 eher im Lager der Skeptiker (wo ich fast immer bin, wenn es keinen starken Konsens in der Wissenschaft gibt) und würde daher dafür votieren, auf Commodities bzw. Commodity-Futures in der Zukunft zu verzichten.“

      Auch wir vom Schweizer Finanzblog sind nicht in die Assetklasse „Rohstoffe“ investiert – zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. (Stefan ist seit vielen Jahren in den Clean Energy ETF von iShares investiert.)

      Beste Grüsse
      SFB

  4. Lena Ludwig sagt:

    Ich habe nur die 4te Edition des Buches, dort wird es bei der Asset Allocation noch gelistet. Interessant, dass das die 5te Edition nicht mehr listet.

    Demnach sollte man nur in Aktien ETFs und Immobilien ETFs investieren?

    Was ist da so der übliche Split im Portfolio oder was empfehlt ihr/Kommer? 70% ETF entickelte Länder und 30% Emerging Markets? Und mit Immobilien: 60% ETF Entwickelte Länder, 30% ETF Emerging Markets, 10% ETF Immobilien?

    1. Schweizer Finanzblog sagt:

      Ja, bei Kommer stehen beim risikobehafteten Teil der Asset Allocation klar Aktien-ETFs im Fokus. Als Beimischung kommen für ihn (optional) Immobilien-ETFs in Frage. That’s it.

      Der „übliche“ Split und die einfachste Variante ist, wenn du mit einem einzigen ETF (z.B. Vanguard FTSE All-World) die entwickelte Welt und die Emerging Markets abdeckst, und zwar nach Marktkapitalisierung gewichtet, einschliesslich der Mid und Small Caps (Gemäss Kommer ist dies Variante 1). Dazu kannst du beispielsweise 10 Prozent Immobilien-ETFs beimischen (Kommer’s Variante 2). Bei Kommer’s Varianten 3 und 4 spielt das Factor Investing eine zentrale Rolle. Faktorbasiertes Investieren ist also das Übergewichten von Faktorprämien in einem Portfolio gegenüber einer marktneutralen Gewichtung (Variante 1). Bei der marktneutralen Gewichtung machen die Schwellenländer rund 11% aus. Wenn du diesen Faktor („Political Risk“) stärker gewichten möchtest, musst du über diesen Anteil gehen. Stefan und Toni sind innerhalb der risikobehafteten Anlageklassen in Aktien-ETFs (70 – 80%; inkl. Übergewichtung der Faktoren „Small Size“ und „Political Risk“ sowie Toni zusätzlich „Momentum“), Immobilien-ETFs (10-20%) sowie Crowdlending bzw. sog. P2P-Kredite (ca. 10%) investiert. Letztere Anlageklasse empfiehlt Kommer übrigens nicht.

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