Ein einziger ETF, rund 10’000 Aktien, 0,07% Gebühren pro Jahr. Was man vor zehn Jahren für einen Druckfehler gehalten hätte, ist seit dem 20. August 2026 unter dem Kürzel VALL an der SIX handelbar. Vanguard hat mit dem FTSE Global All-Cap UCITS ETF den bislang breitesten Welt-ETF für Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz lanciert, und zugleich den günstigsten seiner Kategorie – begleitet von zwei weiteren Produkten am selben Tag. Was hinter dem Vorstoss steckt, warum er ausgerechnet jetzt kommt und für wen sich die Neulinge eignen, erfährst du in diesem Artikel.
Kurz & bündig
- Vanguard hat am 20. August 2026 drei neue globale Aktien-ETFs an der SIX und vier weiteren Börsen kotiert.
- Das Flaggschiff der Neulancierungen ist der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (Ticker VALL) mit einer TER von 0,07% – der günstigste Welt-ETF, der auch Small Caps enthält.
- Der zugrunde liegende Index umfasst rund 10’000 Titel und deckt damit etwa 99% der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung ab.
- Drei Wochen zuvor hatte Vanguard bereits die Kosten der beiden All-World-Flaggschiffe VWRA und VWRL von 0,19% auf 0,14% gesenkt.
- Wir gehen davon aus, dass es sich nicht um Lockvogelangebote handelt – im Gegenteil, der Trend zeigt weiter nach unten.
- Wer bereits investiert ist, hat keinen Grund zur Eile: Der ETF ist noch nicht überall handelbar, und die Sparrate umzulenken ist günstiger als umzuschichten.
Contents
- Von Bogle zur Genossenschaft: eine kurze Geschichte von Vanguard
- Was Vanguard genau lanciert hat
- Warum jetzt? Vanguard nimmt den Marktführer ins Visier
- Und die Vanguard-Flaggschiffe VWRA und VWRL?
- Der Preiskampf: TER gegen null
- Bleiben die 0,07% bestehen?
- Warum VALL noch nicht in unserem ETF-Vergleich steht
- Soll ich jetzt meine bestehenden ETFs verkaufen?
- Fazit
- Das könnte dich auch interessieren
- Updates
- Disclaimer
Von Bogle zur Genossenschaft: eine kurze Geschichte von Vanguard
Um zu verstehen, warum diese Lancierung mehr ist als eine Produktmeldung, lohnt ein Blick zurück. 1975 legte John C. Bogle den ersten Indexfonds für Privatanlegerinnen und Privatanleger auf. Die Fachwelt reagierte mit Spott – ein Fonds, der gar nicht erst versucht, den Markt zu schlagen, galt als Kapitulation vor der Mittelmässigkeit. Heute ist die passive Anlage der Standard, und Vanguard ist nach BlackRock der zweitgrösste Vermögensverwalter der Welt – mit einer Eigentümerstruktur, die sinkende Kosten nicht zum Marketinginstrument macht, sondern zum Normalzustand. Warum das so ist, klären wir weiter unten.
In Europa war davon lange wenig zu spüren – Vanguard rief hier deutlich höhere Preise auf als im Heimmarkt. Das lässt sich am eigenen Sortiment zeigen: Der Vanguard Total World Stock ETF (VT) bildet in den USA denselben Index ab wie der neue VALL, also Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien weltweit, und kostet dort 0,06%. Ein europäisches Gegenstück dazu gab es schlicht nicht, und wo Alternativen bestanden, zahlte man ein Vielfaches. Mit der jüngsten Lancierung schliesst sich diese Lücke: Der Abstand beträgt noch einen einzigen Basispunkt – 0,06% gegenüber 0,07%.
Was Vanguard genau lanciert hat
Am 18. August 2026 aufgelegt und am 20. August an der London Stock Exchange, der Deutschen Börse, Euronext Amsterdam, der Borsa Italiana und der SIX Swiss Exchange kotiert – drei neue ETFs, jeweils in einer thesaurierenden und einer ausschüttenden Anteilsklasse:
| Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF | Vanguard FTSE All-World ex-US UCITS ETF | Vanguard FTSE Global Small-Cap UCITS ETF | |
|---|---|---|---|
| Ticker | VALL / VALLD | VXUS / VXUD | VSML / VSMLD |
| TER | 0,07% | 0,12% | 0,22% |
| Handelswährung | USD | USD | USD |
| Index | FTSE Global All Cap | FTSE All-World ex US | FTSE Global Small Cap |
| Titel im Index | 10’127 | 3’763 | 5’862 |
VALL: Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF
Das Schwergewicht der drei Lancierungen deckt Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab und enthält mit rund 10’000 Titeln gut doppelt so viele wie der bekannte FTSE All-World. Der Unterschied sind die kleinen Unternehmen: Der All-World hört bei mittelgrossen Firmen auf und erfasst rund 90% der investierbaren Marktkapitalisierung, der Global All Cap kommt auf etwa 99%.
Die Small Caps machen also nur rund 9% des Portfolios aus. Gemessen an ihrer Zahl dominieren sie den Index, gemessen am Gewicht bleiben sie eine Beimischung – entsprechend gering fällt der Renditeunterschied zum All-World in der Praxis aus.
Wie bei breit diversifizierten Welt-ETFs üblich, arbeitet auch Vanguard mit einem Sampling-Verfahren: Der ETF hält nicht sämtliche Indextitel, sondern eine repräsentative Auswahl von über 7’000 Einzelwerten. Das ist kein Nachteil, weil die kleinsten Indexmitglieder so gering gewichtet sind, dass ihr Weglassen die Nachbildung kaum beeinflusst, dafür aber Kosten spart.
Damit eignet sich der ETF besonders für drei Situationen: für ein Portfolio, das die gesamte Aktienquote mit einem einzigen Produkt abdecken soll; für kostenbewusste Anleger:innen und last but not least für alle, die sich das jährliche Rebalancing sparen wollen. Alle Eckdaten samt ISIN beider Anteilsklassen findest du auf der Produktseite von Vanguard.
Die logische Ergänzung zum ESG-Pendant V3AA
Ein Punkt, der in der allgemeinen Aufregung untergeht: Die All-Cap-Abdeckung hatte Vanguard längst im Sortiment – aber nur in der nachhaltigen Variante. Der Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (V3AA) läuft seit März 2021, kostet allerdings 0,24% und schliesst Unternehmen nach Nachhaltigkeitskriterien aus.
Geografisch und bezüglich Unternehmensgrösse sind die beiden ETFs identisch aufgestellt. Wer bisher die grösstmögliche Marktabdeckung wollte, musste also zwingend die ESG-Ausschlüsse mitkaufen. Diese Kopplung ist nun aufgehoben: Der V3AA bleibt für alle, die bewusst nach Nachhaltigkeitskriterien auswählen, der VALL bildet den gesamten Markt ab – zu einem Drittel des Preises.
VXUS: Vanguard FTSE All-World ex-US UCITS ETF
Der ex-US-ETF greift ein Thema auf, das viele derzeit beschäftigt: das Klumpenrisiko USA. In einem klassischen Welt-ETF entfallen gut 60% des Gewichts auf US-Titel. Wer diesen Anteil bewusst selbst steuern will – etwa durch Kombination mit einem separaten US-Baustein –, gewinnt hier Gestaltungsfreiheit.
Interessant ist der ETF zudem als Alternative zum regionalen Portfolio. Wer die entwickelte Welt bisher über drei Bausteine für Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik abgebildet hat und für die Schwellenländer einen vierten brauchte, kommt neu mit zwei aus: einem US-ETF und dem ex-US, der die Schwellenländer bereits enthält. Das reduziert den Aufwand beim Rebalancing spürbar, ohne die Möglichkeit aufzugeben, die US-Quote selbst zu bestimmen. Alle Eckdaten samt ISIN beider Anteilsklassen findest du auf der Produktseite von Vanguard.
VSML: Vanguard FTSE Global Small-Cap UCITS ETF
Der Small-Cap-ETF ist für alle gedacht, die kleinen Unternehmen mehr Platz in ihrem Portfolio geben wollen.
Der Hintergrund: Kleinere Unternehmen haben über lange Zeiträume im Durchschnitt etwas mehr Rendite gebracht als grosse – dafür schwankten ihre Kurse stärker. In der Fachsprache heisst dieser Zusammenhang Size-Faktor. Ob sich ein solcher Faktor-Ansatz überhaupt lohnt, haben wir in einem eigenen Artikel untersucht: Lohnt sich Factor Investing?
Ob du davon überhaupt schon profitierst, hängt von deinem bestehenden ETF ab. In den drei bekanntesten Welt-Indizes – MSCI World, MSCI ACWI und FTSE All-World – kommen Small Caps schlicht nicht vor. Diese Indizes hören bei den mittelgrossen Unternehmen auf. Der MSCI ACWI IMI und der FTSE Global All Cap nehmen kleine Firmen dagegen mit auf, gewichten sie aber nach ihrem Börsenwert. Das ergibt einen Anteil von rund 9% – also genau so viel, wie sie am Weltmarkt tatsächlich ausmachen.
Wer Small Caps neu ins Portfolio nehmen oder stärker gewichten will, als es diesem Marktanteil entspricht, braucht deshalb einen eigenen ETF. Alle Eckdaten samt ISIN beider Anteilsklassen findest du auf der Produktseite von Vanguard.
Handelswährung und Steuern
Zwei Punkte gelten für alle drei Neulinge. Erstens werden sie an der SIX ausschliesslich in US-Dollar gehandelt, nicht in Franken. Falls du also nicht bereits über Dollarguthaben verfügst, fällt bei jedem Kauf eine Wechselgebühr an – je nach Broker oft zwischen 0,2% und 1,5% des Transaktionsvolumens. Anders als die jährliche TER wird sie pro Transaktion fällig und kann den Kostenvorteil mehrerer Jahre aufzehren. Mit dem Währungsrisiko hat das allerdings nichts zu tun: Dieses entsteht durch die Währungen der enthaltenen Aktien und ist identisch, ob du in Dollar oder in Franken kaufst.
Zweitens sind alle drei ETFs in Irland domiziliert – für Anleger:innen in der Schweiz in der Regel die günstigste Variante, weil das Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuer auf US-Dividenden reduziert. Kursgewinne bleiben im Privatvermögen steuerfrei; Dividenden sind als Einkommen zu versteuern, thesaurierend wie ausschüttend. Wie du dein Portfolio steuerlich optimierst, zeigen wir im Artikel ETF Steuern Schweiz.
Warum jetzt? Vanguard nimmt den Marktführer ins Visier
Vanguard lanciert nicht ins Leere. In der Kategorie «ein ETF für die ganze Welt inklusive Small Caps» gab es bereits einen etablierten Platzhirsch: den SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (IE00B3YLTY66) mit einer TER von 0,17%. Er verfolgt praktisch dieselbe Idee und hat gegenüber dem Neuling einen entscheidenden Vorteil: einen Leistungsausweis über Jahre.
Genau deshalb muss Vanguard trotz des starken Markennamens über den Preis kommen. Die laufenden Kosten sind das einzige Argument, das ab Tag eins zählt und sich schwarz auf weiss vergleichen lässt. 0,07% gegen 0,17% – das ist kein feiner Unterschied, das sind 59% weniger Gebühren.
Platzhirsch, Herausforderer und Klassiker im Vergleich
Wie sich VALL gegen den etablierten Konkurrenten und den hauseigenen Klassiker schlägt:
| Platzhirsch: SPDR MSCI ACWI IMI | Herausforderer: Vanguard FTSE Global All-Cap | Klassiker: Vanguard FTSE All-World |
|
|---|---|---|---|
| Börsenticker | IMID | VALL | VWRA |
| ISIN | IE00B3YLTY66 | IE000VAHT5T0 | IE00BK5BQT80 |
| Index | MSCI ACWI IMI | FTSE Global All Cap | FTSE All-World |
| Abdeckung | Large, Mid, Small | Large, Mid, Small | Large, Mid |
| Länder | 47 | 48 | 48 |
| Titel im Index | 8’176 | 10’127 | 4’265 |
| TER | 0,17% | 0,07% | 0,14% |
| Fondsvolumen | 6’831 Mio. CHF | 160 Mio. CHF | 46’819 Mio. CHF |
| Auflegung | 13.5.2011 | 18.8.2026 | 23.7.2019 |
| Replikation | Physisch (Sampling) | Physisch (Sampling) | Physisch (Sampling) |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend | Thesaurierend | Thesaurierend |
| Handelswährung | USD | USD | CHF |
Bei praktisch identischer Marktabdeckung unterbietet der Neuling den SPDR um 10 Basispunkte. Getroffen wird dabei aber auch das eigene Haus: Wer VWRA hält, bekommt weniger Marktabdeckung zum doppelten Preis. Vanguard positioniert den neuen VALL zwar betont als Ergänzung, doch der Angriff auf die Konkurrenz kannibalisiert den hauseigenen Klassiker unweigerlich mit.
Der SPDR punktet dafür mit dem, was VALL erst aufbauen muss: fünfzehn Jahre Handelshistorie, ein Fondsvolumen im Milliardenbereich und eine belegbare Tracking Difference. Diese Faktoren lassen sich nicht mit einem tiefen Preis kompensieren.
Dass Vanguard sich das leisten kann, hat mit Skaleneffekten zu tun. Mit dem Vanguard FTSE All-World betreibt der Anbieter Europas grössten global anlegenden Aktien-ETF. Auf einer solchen Basis lässt sich in einer Nische aggressiv anbieten, ohne das Gesamtgeschäft zu gefährden.
Und die Vanguard-Flaggschiffe VWRA und VWRL?
Drei Wochen vor der Lancierung hatte Vanguard bereits an der bestehenden Palette geschraubt: Per 28. Juli 2026 sank die TER des FTSE All-World UCITS ETF von 0,19% auf 0,14% – und zwar sowohl bei der thesaurierenden Variante (VWRA, IE00BK5BQT80) als auch bei der ausschüttenden (VWRL, IE00B3RBWM25).
Die Reihenfolge ist aufschlussreich. Zuerst wurde der Bestand verbilligt, erst danach folgte der Paukenschlag mit dem neuen ETF. Wer VWRA oder VWRL hält, profitiert damit ebenfalls von einer Verbesserung – ohne einen einzigen Klick – und überlegt sich einen Wechsel vielleicht zweimal.
Der Preiskampf: TER gegen null
Der Schritt steht nicht allein. Auch Xtrackers hat seinen FTSE All-World auf 0,07% gesenkt, bei Welt-ETFs auf Industrieländer unterbietet UBS diese Marke sogar noch, und bei den grossen US-Indizes sind Werte von 0,03% erreicht. Wer heute einen Standardindex abbilden will, zahlt dafür nur noch einen Bruchteil dessen, was vor zehn Jahren üblich war.
Wie konsequent diese Kostenentwicklung verläuft, zeigt das Vanguard-Flaggschiff: Die TER des Vanguard FTSE All-World startete bei Auflegung der ersten Anteilsklasse 2012 bei 0,25%, sank im Oktober 2019 auf 0,22%, im Oktober 2025 auf 0,19% und liegt seit Ende Juli 2026 bei 0,14%. In keinem einzigen Schritt ging es nach oben – und die Abstände zwischen den Senkungen werden kürzer.

Für uns Privatanleger:innen ist das eine erfreuliche Entwicklung – mit einer Einschränkung. Die TER sagt nur, was der Anbieter verlangt, nicht wie gut er den Index tatsächlich abbildet. Diese Qualität zeigt erst die Tracking Difference. Ein ETF mit tiefer TER, der seinen Index schlecht nachbildet, kann dich unter dem Strich mehr Rendite kosten als ein etwas teurerer mit sauberem Tracking. Die Tracking Difference über mehrere Jahre ist deshalb oft aussagekräftiger als die reine TER.
Was die TER dich effektiv kostet
Wenige Basispunkte Unterschied klingen nach wenig – je höher die Anlagesumme, desto stärker fallen sie ins Gewicht. Vier ETFs im Kostenvergleich:
| Anlagesumme | VALL (0,07%) | VWRA (0,14%) | IMID (0,17%) | V3AA (0,24%) |
|---|---|---|---|---|
| 10’000 | 7 | 14 | 17 | 24 |
| 50’000 | 35 | 70 | 85 | 120 |
| 100’000 | 70 | 140 | 170 | 240 |
| 250’000 | 175 | 350 | 425 | 600 |
Bei 100’000 CHF kostet der neue Vanguard also 70 CHF im Jahr – 100 CHF weniger als der SPDR und 70 CHF weniger als das eigene All-World-Flaggschiff. Über einen langen Anlagehorizont summiert sich das, weil die eingesparten Kosten im Depot bleiben und selbst wieder Rendite erwirtschaften.
Auf deinem Kontoauszug wirst du diese Beträge allerdings nie sehen. Die TER wird laufend direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und nirgends separat ausgewiesen – sie ist bereits im Kurs des ETF eingerechnet. Das macht die Kosten unsichtbar, aber nicht weniger wirksam: Sie schmälern Tag für Tag deine Rendite.
Bleiben die 0,07% bestehen?
Bei so tiefen Preisen stellt sich die Frage zu Recht: Wie lange gilt das? Wir halten ein befristetes Lockangebot für unwahrscheinlich – aus drei Gründen.
Erstens die Eigentümerstruktur: Vanguard gehört seinen Fondsanlegerinnen und -anlegern. Es gibt keinen externen Investor, der später eine Margenausweitung verlangt. Passend dazu die Bilanz des Hauses: In den vergangenen zehn Jahren hat Vanguard die Gebühren seiner europäischen Fonds und ETFs nach eigenen Angaben über achtzigmal gesenkt.
Zweitens die kompakte Produktpalette: Vanguard führt in Europa vergleichsweise wenige, dafür sorgfältig positionierte Produkte. Ein Haus, das ein Produkt als strategischen Eckpfeiler lanciert, zieht es nicht nach zwei Jahren zurück oder verteuert es.
Drittens die Marktdynamik: Die Kosten für Standard-Welt-ETFs sinken seit Jahren kontinuierlich, und der Markt hat sich darauf eingestellt. Eine Preiserhöhung würde entsprechend als Bruch mit diesem Trend wahrgenommen und dürfte einen Reputationsschaden nach sich ziehen, der die zusätzlichen Einnahmen deutlich übersteigt.
Das ist unsere Einschätzung, keine Garantie. Vertraglich ist eine TER jederzeit anpassbar. Aber die Anreize zeigen alle in dieselbe Richtung.
Warum VALL noch nicht in unserem ETF-Vergleich steht
Wer jetzt in unseren Artikel Beste ETFs Schweiz und global schaut, wird den neuen All-Cap dort nicht finden. Das ist Absicht, nicht Nachlässigkeit.
Unsere Auswahlkriterien verlangen unter anderem eine Markterfahrung von mindestens fünf Jahren und ein Fondsvolumen von mindestens 500 Mio. CHF. Die fünf Jahre kann ein frisch lancierter ETF naturgemäss nicht erfüllen. Beim Volumen sieht es anders aus: Rund 160 Mio. CHF in knapp zwei Wochen sind ein rasanter Start – die 500-Millionen-Schwelle dürfte VALL innert Jahresfrist locker erreicht haben.
Damit sagen wir nicht, der ETF sei schlecht – wir können es schlicht noch nicht beurteilen. Ein ETF braucht einen Konjunkturzyklus, um zu zeigen, wie sauber er den Index nachbildet und wie eng die Spreads in turbulenten Phasen bleiben. Sobald VALL und VALLD unsere Kriterien erfüllen – und davon sind wir überzeugt –, werden sie im Vergleich auftauchen.
Soll ich jetzt meine bestehenden ETFs verkaufen?
Unsere Antwort: Geduld und Augenmass.
Für die Geduld spricht zunächst ein ganz praktischer Umstand: VALL und VALLD sind noch gar nicht überall erhältlich. Bis ein neues Produkt bei allen hierzulande gebräuchlichen Brokern im Angebot steht und sich per Sparplan besparen lässt, dürften noch einige Monate vergehen.
Entscheidender ist die zweite Frage: Passt der ETF überhaupt zu deiner Strategie? Wer bewusst auf Small Caps verzichtet, gewinnt durch die breitere Abdeckung nichts. Wer Regionen gezielt gewichtet, gibt mit einem einzigen All-Cap-ETF genau diese Steuerung auf. Und wer in Franken handeln will, kann das bei VALL nicht. Die Frage lautet also nicht, ob der ETF günstig ist – sondern ob er die Aufgabe erfüllt, die dein Portfolio ihm zuweist.
Dazu kommen die Kosten des Wechsels: Handelsgebühren auf beiden Seiten, Spread und gegebenenfalls Wechselgebühr. Gerade bei kleineren Depots frisst das die Ersparnis der tieferen TER über Jahre auf.
Der elegantere Weg führt über die Sparrate: Statt das bestehende Portfolio aufzulösen, lenkst du künftige Einzahlungen in den neuen ETF und lässt die bisherige Position liegen. So profitierst du bei jedem neuen Franken vom tieferen Preis, ohne einen einzigen Rappen an Verkaufskosten – und das Portfolio verschiebt sich über die Jahre von selbst. Umschichten kannst du später immer noch, dann aber mit besserer Informationslage.
Ein neuer ETF ist selten ein Grund für Eile: Wer bereits breit und günstig investiert ist, verliert durch Abwarten fast nichts – durch überstürztes Handeln dagegen möglicherweise mehr, als er spart. Bevor wir zusammenfassen, ein kurzer Hinweis auf unsere Partnerangebote.
– Partnerangebote –
Noch auf der Suche nach dem passenden Broker für deine ETF-Käufe? Unsere Empfehlungen – mit attraktiven Startboni.

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Fazit
Mit dem Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF ist in der Schweiz erstmals nahezu das gesamte investierbare Aktienuniversum zu einem Preis verfügbar, wie man ihn bisher nur von ETFs auf dem US-Markt kannte. Wer mit einem einzigen Produkt global einschliesslich Small Caps investieren möchte, findet derzeit keine konsequentere Lösung.
Bemerkenswert ist nicht nur der Preis, sondern die Bereitschaft dahinter: Vanguard unterbietet mit VALL das eigene Flaggschiff, das Milliarden verwaltet. Wer so handelt, rechnet nicht mit einem kurzen Werbeeffekt, sondern mit einem Markt, in dem die Kosten weiter fallen.
Ein neuer ETF bleibt trotzdem ein Versprechen, kein Leistungsausweis. Wie sauber VALL seinen Index abbildet, zeigt sich erst über mehrere Jahre – und richtig geprüft wird er erst im nächsten Abschwung.
Die eigentlichen Gewinner dieses Preiskampfs sind nicht die Anbieter, sondern wir, die investieren.
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Updates
2026-08-31: Erstpublikation
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Transparenzhinweis: Das Team von Schweizer Finanzblog ist zum Zeitpunkt der Publikation in die folgende im Artikel erwähnte Anlage investiert: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWRA). Abgesehen von diesem Investment bestehen keine Geschäftsbeziehungen (Provisionen o.ä.) zu allen in diesem Bericht erwähnten Index- oder ETF-Anbietern.
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3 Kommentare
Top Beitrag – danke für den Tipp! Ich bespare nach mehreren Jahren FTSE All World nun den All Cap. In der willbe App ist er bereits gelistet und besparbar.
Bester Beitrag den ich bislang zu diesem Thema und zur Einführung des neues ETFs gelesen habe. Super Überblick und sehr gut der Vergleich zum Allworld und SPDR ETF. Danke dafür. Für mich ist es tatsächlich die Handelswährung, welche mich vom Wechsel abhält. Grundsätzlich würde ich gerne den All Cap besparen, aber eben nur in CHF. Der Allworld kommt so trotz doppelter TER, aber fehlender Währungsgebühren, günstiger. Warten wir ab. Denkst du, die Handelswährung für den All Cap wird sich auch einmal von USD zu CHF an der SIX ändern?
Liebe Grüsse
Vielen Dank für das positive Feedback – freut uns sehr!
Deine Rechnung teilen wir: Die Wechselgebühr kann den TER-Vorteil über Jahre aufwiegen. Ob eine Franken-Linie dazukommt, lässt sich nicht seriös vorhersagen. An der Börse London führt Vanguard oft zwei Währungen, für den kleineren Schweizer Markt meist nur eine. Entscheidend dürfte das Handelsvolumen sein – und das wird unseres Erachtens rasant wachsen. Wir behalten es im Auge.
Beste Grüsse
SFB