Der Gesamtmarkt schlägt die meisten aktiven Fondsmanager. Doch gibt es eine passive Strategie, die den Gesamtmarkt langfristig übertreffen kann? Factor Investing verspricht genau das. Wir stellen die fünf am besten belegten Faktorprämien vor, zeigen welche wirklich überzeugen – und welche im Langzeitvergleich enttäuschen.

Stefan & Toni | 15 Kommentare
aktualisiert am 26.3.2026

Kurz & bündig

Was bedeutet Factor Investing?

Faktorbasiertes Investieren, Smart Beta Investing oder eben Factor Investing ist eine Anlagestrategie, die sich auf Wertpapiere mit bestimmten Eigenschaften – sogenannte Faktoren – ausrichtet. Zahlreiche wissenschaftliche Studien, die auf Untersuchungszeiträumen von oft mehreren Jahrzehnten basieren, belegen, dass diese Faktoren in der Vergangenheit zu höheren Renditen geführt haben. Faktorbasiertes Investieren bedeutet also das gezielte Übergewichten von Faktorprämien in einem Portfolio gegenüber einer marktneutralen Gewichtung. Diese bildet den Gesamtmarkt nach Marktkapitalisierung ab und ist der Klassiker unter den passiven Anlagestrategien.

Factor Investing eignet sich dabei weniger als vollständiger Ersatz eines marktneutralen Weltportfolios, sondern vielmehr als gezielte Beimischung – im Sinne eines Core-Satellite-Ansatzes: Der Kern des Portfolios bleibt ein breit diversifiziertes Aktienportfolio, während Faktor-ETFs als Satelliten gezielt beigemischt werden. Ein ausschliessliches Faktorportfolio birgt zu grosse Risiken: Vergangene Überrenditen sind keine Garantie für die Zukunft, einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein, und der damit verbundene Anlagestress ist nicht zu unterschätzen.

Wann handelt es sich um eine Faktorprämie?

Der Finanzbuchautor Larry Swedroe und andere Experten haben folgende sieben Kriterien identifiziert:

  1. Bestätigung von mindestens einigen Dutzend voneinander unabhängigen Wissenschaftlern
  2. Hohe Beständigkeit, also über mehrere Jahrzehnte (je gleichmässiger verteilt die Faktorprämie desto überzeugender)
  3. Globale Nachweisbarkeit, d.h. nicht auf bestimmte Länder oder Branchen fokussiert
  4. Eindeutiges Filterkriterium, d.h. keine Anpassungen in der Definition der Faktorprämie
  5. Kosteneffiziente Realisierung, d.h. auch nach Kosten sollte eine Faktorprämie resultieren
  6. Nachvollziehbarkeit, d.h. es liegt eine sachlogisch einleuchtende Erklärung zugrunde
  7. Einmaligkeit der Faktorprämie, d.h. keine blosse Variation einer bereits existierenden Faktorprämie

Gerd Kommer erwähnt in seinem Standardwerk «Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs» zudem folgende Eigenschaften von Faktorprämien:

Die wichtigsten Faktorprämien bei Aktien

Nachfolgend werden fünf wissenschaftlich gut belegte Faktorprämien der Anlageklasse «Aktien» vorgestellt:

Zur Veranschaulichung wird jeweils der entsprechende MSCI-Faktorindex mit einem geeigneten Vergleichsindex gegenübergestellt sowie die langfristige Überrendite seit Auflegung ausgewiesen. Ein weiterer Faktor – der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French – wird im Rahmen des Quality-Faktors kurz erläutert, aber mangels geeigneter ETF-Produkte nicht separat behandelt.

Size-Prämie

Der Small-Size-Effekt besagt, dass kleine Aktiengesellschaften (Nebenwerte) statistisch höhere Renditen haben als grosse. Als Berechnungsbasis dient jeweils die Marktkapitalisierung bzw. der Börsenwert einer Unternehmung. Der Index-Hersteller MSCI definiert die Grössenverhältnisse wie folgt: Die grössten Firmen, die 70% der Marktkapitalisierung einer Index-Region ausmachen, gehören zu den Large Caps. Die nächsten 15% sind Mid Caps. Für weitere 14% folgen die Small Caps, während sich die verbleibenden 1% auf Micro Caps verteilen. Der Median-Börsenwert eines Small Caps gemäss MSCI World Small Cap Index betrug im Februar 2026 immerhin rund 1,580 Mia. USD.

Mit anderen Worten: Nur wer mehr als 14% Small Caps in seinem Portfolio hat, kann von einem faktorbasierten Investment sprechen. Denn 14% entspricht der marktneutralen Gewichtung.

Grösste Position im MSCI World Small Cap Index per 27.2.2026 ist die US-Techfirma Sandisk.

15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Small Cap, MSCI ACWI Small Cap und dem marktneutralen MSCI ACWI IMI. Small Cap bleibt dabei hinter dem Gesamtmarkt zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)
Small Caps / Size
Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 2000) übertrifft MSCI World Small Cap den Gesamtmarkt mit spürbaren 1,71 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)

Lohnt sich der Size-Faktor?

Die Daten zeigen ein gemischtes Bild: Langfristig seit Dezember 2000 erzielte der MSCI World Small Cap mit 9,72% p.a. eine Überrendite von rund 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Gesamtmarkt MSCI ACWI IMI (8,01%). Über die letzten 10 Jahre hingegen hat Small Cap mit 11,77% den Gesamtmarkt mit 13,32% um 1,55 Prozentpunkte underperformt – ein anschauliches Beispiel für die langen Durststrecken, mit denen du bei einem faktorbasierten Investment rechnen musst.

So investierst du in den Size-Faktor

Wenn du in den Size-Faktor investieren möchtest, haben sich insbesondere folgende beiden Produkte auf dem Markt gut etabliert:

Der iShares-ETF wurde im März 2018 aufgelegt, verfügt mit 5’916 Mio. CHF über ein deutlich höheres Fondsvolumen und überzeugt mit einer tieferen TER von 0,35% p.a. gegenüber 0,45% beim State Street-Produkt. Auch bei der Performance seit März 2018 liegt der iShares mit +49,90% vs. +47,64% leicht vorne. Der State Street-ETF punktet einzig mit der längeren Markterfahrung seit November 2013. Transparenzhinweis: Wir sind in das iShares-Produkt selbst investiert.

Performance-Vergleich beider ETFs seit 2018, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)

Value-Prämie

Value-Aktien im wissenschaftlichen Kontext (und nicht Stock-Picking à la Warren Buffett) weisen relativ zu ihren Fundamentaldaten einen besonders niedrigen Aktienkurs auf. Diese Unterbewertung wird üblicherweise anhand des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV), des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), der Dividendenrendite und des freien Cashflows ermittelt.

Grösste Position im MSCI World Value per 27.2.2026 ist – durchaus überraschend – die Google-Aktie Alphabet. Der Tech-Gigant gilt trotz seines Wachstumscharakters aufgrund eines im Branchenvergleich vergleichsweise günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) als Value-Aktie.

15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Value und dem marktneutralen MSCI World. Value bleibt dabei leicht hinter dem Gesamtmarkt zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)
Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 1974) übertrifft MSCI World Value den Gesamtmarkt mit 0,38 Prozentpunkten jährlich kaum. (Quelle: MSCI)

Lohnt sich der Value-Faktor?

Die Daten zeichnen ein ernüchterndes Bild: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Value den marktneutralen MSCI World deutlich underperformt – getrieben durch die Dominanz von US-Technologieaktien. Im Langzeitvergleich seit 1974 resultiert zwar eine marginale Überrendite von 0,38 Prozentpunkten (11,61% vs. 11,23%), die jedoch vor Kosten und Steuern liegt. Zieht man die höheren Produktkosten sowie die steuerliche Mehrbelastung durch Dividendenausschüttungen ab, schwindet die Prämie weitgehend – weshalb wir den Value-Faktor nach wie vor skeptisch beurteilen.

So investierst du in den Value-Faktor

Wenn du dennoch in den Value-Faktor investieren möchtest, lohnt sich ein Blick auf folgende zwei Produkte:

Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +117% gegenüber +108% beim iShares-Produkt besser ab – bei allerdings tieferem Fondsvolumen (CHF 3’381 Mio. vs. CHF 4’508 Mio.).

Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)

Momentum-Prämie

Aktien, die sich in der Vergangenheit besser als der Markt entwickelt haben, weisen auch für die nahe Zukunft höhere Renditen auf. So lautet vereinfacht ausgedrückt die grundlegende Überlegung hinter der Momentum-Prämie. Sie basiert also auf relativen Renditen und umfasst Aktien, die sich in den letzten 6 und 12 Monaten durch überdurchschnittliche Performance auszeichneten.

Grösste Position im MSCI World Momentum per 27.2.2026 ist das kalifornische Halbleiter- und Softwareunternehmen Broadcom.

15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Momentum und dem marktneutralen MSCI World. Momentum schlägt dabei den Gesamtmarkt deutlich. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug.
Momentum Factor
Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Juni 1994) übertrifft MSCI World Momentum den Gesamtmarkt mit deutlichen 2,79 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)

Lohnt sich der Momentum-Faktor?

Die Daten sprechen eine klare Sprache: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Momentum den marktneutralen MSCI World mit 664 vs. 478 Punkten deutlich übertroffen. Auch im Langzeitvergleich seit 1994 überzeugt der Momentum-Faktor mit einer annualisierten Rendite von 11,69% gegenüber 8,90% beim MSCI World – eine Überrendite von 2,79 Prozentpunkten über rund 32 Jahre. Damit ist der Momentum-Faktor wissenschaftlich einer der am besten belegten und in der Praxis überzeugendsten Faktoren.

Zu beachten ist jedoch, dass auch beim Momentum-Faktor längere Durststrecken auftreten können. Während des Corona-Crashs 2020 verloren zwar beide Indizes massiv an Wert – in der anschliessenden Erholungsphase hinkte der Momentum-Index dem Gesamtmarkt jedoch deutlich hinterher

So investierst du in den Momentum-Faktor

Die Produktauswahl für Momentum-ETFs ist überschaubar – die folgenden zwei Produkte überzeugen jedoch von den Eckdaten her:

Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der iShares-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +209% gegenüber +202% beim Xtrackers-Produkt etwas besser ab – bei ebenfalls deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’070 Mio. vs. CHF 1’432 Mio.).

Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)

Quality-Prämie

Quality-Aktien weisen typischerweise drei Merkmale auf: eine hohe Eigenkapitalrendite (ROE), stabile und vorhersehbare Gewinne sowie eine geringe Verschuldung. Da es keine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt, variiert die genaue Messung je nach Anbieter – der MSCI World Quality Index orientiert sich beispielsweise an eben diesen drei Fundamentalvariablen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French: Er beschreibt die Beobachtung, dass Unternehmen mit konservativem Investitionsverhalten langfristig besser abschneiden als aggressiv expandierende. Da er inhaltlich eng mit dem Quality-Faktor verwandt ist und kaum eigenständige ETF-Produkte existieren, behandeln wir ihn nicht als separaten Faktor.

Grösste Position im MSCI World Quality per 27.2.2026 ist Meta – Betreiber von Facebook, Instagram und WhatsApp.

15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Quality und dem marktneutralen MSCI World. Quality schlägt dabei den Gesamtmarkt deutlich. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)
Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Juni 1994) übertrifft MSCI World Quality den Gesamtmarkt mit starken 3,15 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)

Lohnt sich der Quality-Faktor?

Der Quality-Faktor überzeugt mit einer der stärksten langfristigen Prämien in diesem Vergleich: Seit 1994 schlägt der MSCI World Quality den Gesamtmarkt um 3,15 Prozentpunkte jährlich. Besonders bemerkenswert ist, dass Quality-Aktien dank ihrer soliden Bilanzen und stabilen Gewinne in Krisenzeiten tendenziell widerstandsfähiger sind als der breite Markt. Die Prämie ist wissenschaftlich gut dokumentiert und gilt als robuster als etwa der Value- oder Size-Faktor. 

So investierst du in den Quality-Faktor

Für den Quality-Faktor stehen zwei überzeugende Produkte zur Auswahl:

Beide ETFs wurden im Oktober 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +161% gegenüber +160% beim iShares-Produkt marginal besser ab – der iShares überzeugt mit deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’587 Mio. vs. CHF 2’109 Mio.).

Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)

Political-Risk-Prämie

Diese Faktorprämie bezieht sich auf Aktien aus den Emerging Markets bzw. Schwellenländern. Sie erklärt sich im Wesentlichen mit einer Entschädigung für ein höheres Risiko, das u.a. aus politischer Instabilität, Korruption oder einem mangelhaften Rechtssystem bzw. fehlender Gewaltenteilung resultiert.

Im Unterschied zu den bisherigen Faktoren – Size, Value, Momentum und Quality – basiert Political Risk nicht auf Fundamentaldaten der Unternehmen selbst. Die Selektion erfolgt einzig aufgrund der geografischen Herkunft: Ein Unternehmen gilt als relevant, weil es in einem Schwellenland beheimatet ist – unabhängig von seiner Grösse, Bewertung oder Qualität.

Ob Emerging Markets als eigenständiger Faktor gelten, ist in der Wissenschaft nicht abschliessend geklärt – in den bekannten Faktormodellen von Fama und French tauchen sie nicht auf. Gerd Kommer, Buchautor des Standardwerks «Souverän investieren mit ETFs», behandelt das erhöhte politische Risiko dieser Märkte jedoch als eigenständige Risikoprämie – wir schliessen uns dieser Einordnung an.

Grösste Position im MSCI Emerging Markets ist per 27.2.2026 der asiatische Chip-Gigant Taiwan Semiconductor – ein Weltkonzern, der bei MSCI allein aufgrund seines Domizils als Emerging-Markets-Titel gilt. Index-Konkurrent FTSE hingegen klassifiziert Taiwan bereits als Developed Market.

Faktor Political Risk
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI Emerging Markets, dem globalen MSCI ACWI und dem reinen Developed-Markets-Index MSCI World. Emerging Markets bleibt in diesem Zeitraum deutlich hinter beiden Indizes zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)
Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 1987) übertrifft MSCI Emerging Markets den globalen MSCI ACWI mit 1,62 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)

Lohnt sich der Political-Risk-Faktor?

Der Political-Risk-Faktor überzeugt langfristig: Seit Auflegung des MSCI Emerging Markets Index im Dezember 1987 übertrifft er den globalen MSCI ACWI um 1,62 Prozentpunkte jährlich. Die Prämie existiert also – sie erfordert jedoch aussergewöhnlich viel Geduld.

Denn Emerging Markets neigen zu langen und schmerzhaften Durststrecken. Der 15-Jahres-Chart zeigt eindrücklich, dass Aktien von Schwellenländern von 2011 bis Ende 2024 nahezu durchgehend hinter den Developed Markets zurückblieben – eine Underperformance von über einem Jahrzehnt. Wer in dieser Phase die Nerven verlor und ausstieg, verpasste die anschliessende Erholung. Die annualisierte 5-Jahres-Rendite von 6,79% gegenüber 12,23% beim MSCI ACWI unterstreicht, wie hartnäckig solche Phasen sein können.

Wer ein globales Portfolio nach Marktkapitalisierung anstrebt, sollte ohnehin rund 10% in Emerging Markets investiert haben – das ist schlicht die Gewichtung, die dem globalen Aktienmarkt entspricht. Wer zusätzlich an die Faktorprämie glaubt, kann diesen Anteil bewusst übergewichten – sollte aber die langen Durststrecken einkalkulieren und einen entsprechend langen Anlagehorizont mitbringen.

 So investierst du in den Political-Risk-Faktor

Das Angebot an Emerging-Markets-ETFs ist erfreulich gross und vielfältig. Geeignete Produkte für Schweizer Anleger:innen findest du in unserem grossen Testbericht Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…

Wie performen die fünf Faktoren?

Der einzige, aber gewichtige Vorteil von Factor Investing ist die Überrendite. Dies trifft – (sehr) langfristig betrachtet und in unterschiedlichem Masse – auch auf unsere oben beschriebenen fünf Faktoren zu. Die untenstehende Tabelle zeigt die Überrendite je Faktor und während unterschiedlichen Zeitspannen..

ZeitraumAnzahl JahreSize-PrämieValue-PrämieMomentum-PrämieQuality-PrämiePolitical-Risk-Prämie
1975–2020463,3%0,4%
1975–1994205,4%2,1%
1995–2020261,7%-0,5%4,3%3,4%0,6%
1975–1990167,1%2,1%
1991–200010-3,1%0,5%2,3%
2001–2010106,4%1,4%1,8%-0,2%15,4%
2011–2020100,5%-1,5%4,0%3,4%-6,1%
Wissenschaftlich bestätigte Überrenditen bei fünf Faktoren; alle Daten vor Steuern und Kosten. (Quelle: Gerd Kommer, «Factor Investing – die Basics», aktualisiert November 2021)

Dabei fallen folgende interessante Aspekte auf:

Welche Nachteile gibt es beim Factor Investing?

Doch bevor du dich für Factor Investing entscheidest, solltest du auch über die wichtigsten Nachteile Bescheid wissen.

Alle fünf analysierten Faktoren haben folgende Nachteile:

Zusätzlich schlagen beim Value-Faktor noch folgende Aspekte negativ zu Buche

Wo gibt es Faktor-ETFs zu kaufen?

Die vorgestellten Faktor-ETFs sind bei den meisten etablierten Online-Brokern erhältlich. Besonders gut aufgehoben bist du bei den folgenden vier, die wir ausführlich getestet haben und empfehlen:

Saxo | Swissquote | DEGIRO | Interactive Brokers

Hinweis: Für iShares ETFs ist Saxo besonders attraktiv: Über die ETF-Sparpläne lassen sich ausgewählte iShares-Produkte ohne Kaufgebühren erwerben – darunter beispielsweise der iShares Edge MSCI World Quality Factor ETF. Ein klarer Vorteil für alle, die automatisiert und kosteneffizient in Faktorprämien investieren möchten.

– Partnerangebot –

– – – – –

Auf unserer kompakten Empfehlungsseite findest du die wichtigsten Informationen unserer bevorzugten Online-Broker, einschliesslich Startbonus.

Fazit

Unsere Schlussfolgerungen fassen wir in folgende fünf Punkte zusammen:

  1. Factor Investing kann langfristig zu einer Überrendite führen und ist grundsätzlich prüfenswert – jedoch kein Muss. Wer sich dafür entscheidet, sollte Faktor-ETFs zudem nur als Beimischung zum Kernportfolio einsetzen, nicht als vollständigen Ersatz für einen breiten Markt-ETF. Eine einfachere und günstigere Alternative bleibt ohnehin ein Investment in den Gesamtmarkt.
  2. Momentum und Quality stechen als mit Abstand attraktivste Faktoren hervor: Seit 1994 übertreffen beide den Gesamtmarkt um rund 3 Prozentpunkte jährlich. Political Risk und Small-Size sind ebenfalls positiv, die Prämien fallen jedoch bescheidener aus. Der Value-Faktor enttäuscht: Nach über 50 Jahren Forschung liegt die langfristige Prämie nach Kosten und Steuern faktisch bei null – von einer spürbaren Prämie kann damit kaum mehr die Rede sein.
  3. Das Angebot an Faktor-ETFs hat sich in den letzten Jahren verbessert und die Kosten sind gesunken. Dennoch sind Faktor-ETFs nach wie vor teurer als marktneutrale ETFs – ein Aspekt, den du bei der Entscheidung berücksichtigen solltest.
  4. Die Überrenditen für die fünf untersuchten Faktoren sind wissenschaftlich über lange Zeiträume bestätigt worden. Doch besteht keinerlei Garantie, dass dies auch für die Zukunft gilt – die meisten Faktorprämien haben sich nach ihrer wissenschaftlichen Entdeckung tendenziell abgeschwächt.
  5. Factor Investing erfordert eiserne Disziplin: Einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein. Wer diese Durststrecken nicht aushält, ist mit einem einfachen Weltmarkt-ETF besser bedient.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-03-26: Kleinere Anpassungen eingefügt.

2026-03-18: Text und Charts umfassend aktualisiert.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.