Der Gesamtmarkt schlägt die meisten aktiven Fondsmanager. Doch gibt es eine passive Strategie, die den Gesamtmarkt langfristig übertreffen kann? Factor Investing verspricht genau das. Wir stellen die fünf am besten belegten Faktorprämien vor, zeigen welche wirklich überzeugen – und welche im Langzeitvergleich enttäuschen.
Factor Investing ist eine wissenschaftlich belegte Methode, um langfristig eine Mehrrendite gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen – aber kein Muss, und wenn, dann nur als Beimischung zum Kernportfolio.
Momentum und Quality überzeugen mit den stärksten Prämien: rund 3 Prozentpunkte jährlich seit 1994.
Der Value-Faktor enttäuscht: Nach Kosten und Steuern ist von einer spürbaren Prämie kaum mehr die Rede.
Factor Investing erfordert einen langen Anlagehorizont und eiserne Disziplin – einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein.
Ein einfacher Weltmarkt-ETF bleibt die günstigere und stressfreiere Alternative.
Faktorbasiertes Investieren, Smart Beta Investing oder eben Factor Investing ist eine Anlagestrategie, die sich auf Wertpapiere mit bestimmten Eigenschaften – sogenannte Faktoren – ausrichtet. Zahlreiche wissenschaftliche Studien, die auf Untersuchungszeiträumen von oft mehreren Jahrzehnten basieren, belegen, dass diese Faktoren in der Vergangenheit zu höheren Renditen geführt haben. Faktorbasiertes Investieren bedeutet also das gezielte Übergewichten von Faktorprämien in einem Portfolio gegenüber einer marktneutralen Gewichtung. Diese bildet den Gesamtmarkt nach Marktkapitalisierung ab und ist der Klassiker unter den passiven Anlagestrategien.
Factor Investing eignet sich dabei weniger als vollständiger Ersatz eines marktneutralen Weltportfolios, sondern vielmehr als gezielte Beimischung – im Sinne eines Core-Satellite-Ansatzes: Der Kern des Portfolios bleibt ein breit diversifiziertes Aktienportfolio, während Faktor-ETFs als Satelliten gezielt beigemischt werden. Ein ausschliessliches Faktorportfolio birgt zu grosse Risiken: Vergangene Überrenditen sind keine Garantie für die Zukunft, einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein, und der damit verbundene Anlagestress ist nicht zu unterschätzen.
Wann handelt es sich um eine Faktorprämie?
Der Finanzbuchautor Larry Swedroe und andere Experten haben folgende sieben Kriterien identifiziert:
Bestätigung von mindestens einigen Dutzend voneinander unabhängigen Wissenschaftlern
Hohe Beständigkeit, also über mehrere Jahrzehnte (je gleichmässiger verteilt die Faktorprämie desto überzeugender)
Globale Nachweisbarkeit, d.h. nicht auf bestimmte Länder oder Branchen fokussiert
Eindeutiges Filterkriterium, d.h. keine Anpassungen in der Definition der Faktorprämie
Kosteneffiziente Realisierung, d.h. auch nach Kosten sollte eine Faktorprämie resultieren
Nachvollziehbarkeit, d.h. es liegt eine sachlogisch einleuchtende Erklärung zugrunde
Einmaligkeit der Faktorprämie, d.h. keine blosse Variation einer bereits existierenden Faktorprämie
Gerd Kommer erwähnt in seinem Standardwerk «Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs» zudem folgende Eigenschaften von Faktorprämien:
Faktorprämien können stark schwanken und sind kurz- und mittelfristig nicht zuverlässig prognostizierbar.
Faktorprämien sind nicht «additiv»: Es ist daher nicht möglich, die einzelnen Faktorprämien in einem Multi-Factor-Portfolio einfach aufzuaddieren.
Die meisten Faktorprämien werden nach ihrer wissenschaftlichen Entdeckung schwächer, oft jedoch immer noch hoch genug, dass nach Kosten eine Überrendite resultiert.
Factor Investing verursacht höhere Kosten als vergleichbare einfache ETFs.
Factor Investing funktioniert nur statistisch bzw. nach dem Gesetz der grossen Zahlen – nicht auf Einzelwertbasis.
Factor Investing ist mit der Effizienzmarkthypothese (EMH) vereinbar.
Factor Investing kann als «aktivere» Variante des «passiven» Investierens bezeichnet werden. Die Hauptmerkmale wie Kostenminimierung, Buy-and-Hold, strikte wissenschaftliche Orientierung und mechanische Regelbasierung gelten weiter.
Die wichtigsten Faktorprämien bei Aktien
Nachfolgend werden fünf wissenschaftlich gut belegte Faktorprämien der Anlageklasse «Aktien» vorgestellt:
Quality-Faktor: Qualitätsstarke Unternehmen schlagen den Markt
Political-Risk-Faktor: Schwellenländer als eigenständige Risikoprämie
Zur Veranschaulichung wird jeweils der entsprechende MSCI-Faktorindex mit einem geeigneten Vergleichsindex gegenübergestellt sowie die langfristige Überrendite seit Auflegung ausgewiesen. Ein weiterer Faktor – der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French – wird im Rahmen des Quality-Faktors kurz erläutert, aber mangels geeigneter ETF-Produkte nicht separat behandelt.
Size-Prämie
Der Small-Size-Effekt besagt, dass kleine Aktiengesellschaften (Nebenwerte) statistisch höhere Renditen haben als grosse. Als Berechnungsbasis dient jeweils die Marktkapitalisierung bzw. der Börsenwert einer Unternehmung. Der Index-Hersteller MSCI definiert die Grössenverhältnisse wie folgt: Die grössten Firmen, die 70% der Marktkapitalisierung einer Index-Region ausmachen, gehören zu den Large Caps. Die nächsten 15% sind Mid Caps. Für weitere 14% folgen die Small Caps, während sich die verbleibenden 1% auf Micro Caps verteilen. Der Median-Börsenwert eines Small Caps gemäss MSCI World Small Cap Index betrug im Februar 2026 immerhin rund 1,580 Mia. USD.
Mit anderen Worten: Nur wer mehr als 14% Small Caps in seinem Portfolio hat, kann von einem faktorbasierten Investment sprechen. Denn 14% entspricht der marktneutralen Gewichtung.
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Small Cap, MSCI ACWI Small Cap und dem marktneutralen MSCI ACWI IMI. Small Cap bleibt dabei hinter dem Gesamtmarkt zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 2000) übertrifft MSCI World Small Cap den Gesamtmarkt mit spürbaren 1,71 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)
Lohnt sich der Size-Faktor?
Die Daten zeigen ein gemischtes Bild: Langfristig seit Dezember 2000 erzielte der MSCI World Small Cap mit 9,72% p.a. eine Überrendite von rund 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Gesamtmarkt MSCI ACWI IMI (8,01%). Über die letzten 10 Jahre hingegen hat Small Cap mit 11,77% den Gesamtmarkt mit 13,32% um 1,55 Prozentpunkte underperformt – ein anschauliches Beispiel für die langen Durststrecken, mit denen du bei einem faktorbasierten Investment rechnen musst.
So investierst du in den Size-Faktor
Wenn du in den Size-Faktor investieren möchtest, haben sich insbesondere folgende beiden Produkte auf dem Markt gut etabliert:
iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF Acc | IE00BF4RFH31
State Street SPDR MSCI World Small Cap UCITS ETF USD Unhedged (Acc) | IE00BCBJG560
Der iShares-ETF wurde im März 2018 aufgelegt, verfügt mit 5’916 Mio. CHF über ein deutlich höheres Fondsvolumen und überzeugt mit einer tieferen TER von 0,35% p.a. gegenüber 0,45% beim State Street-Produkt. Auch bei der Performance seit März 2018 liegt der iShares mit +49,90% vs. +47,64% leicht vorne. Der State Street-ETF punktet einzig mit der längeren Markterfahrung seit November 2013. Transparenzhinweis: Wir sind in das iShares-Produkt selbst investiert.
Performance-Vergleich beider ETFs seit 2018, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)
Value-Prämie
Value-Aktien im wissenschaftlichen Kontext (und nicht Stock-Picking à la Warren Buffett) weisen relativ zu ihren Fundamentaldaten einen besonders niedrigen Aktienkurs auf. Diese Unterbewertung wird üblicherweise anhand des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV), des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), der Dividendenrendite und des freien Cashflows ermittelt.
Grösste Position im MSCI World Value per 27.2.2026 ist – durchaus überraschend – die Google-Aktie Alphabet. Der Tech-Gigant gilt trotz seines Wachstumscharakters aufgrund eines im Branchenvergleich vergleichsweise günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) als Value-Aktie.
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Value und dem marktneutralen MSCI World. Value bleibt dabei leicht hinter dem Gesamtmarkt zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 1974) übertrifft MSCI World Value den Gesamtmarkt mit 0,38 Prozentpunkten jährlich kaum. (Quelle: MSCI)
Lohnt sich der Value-Faktor?
Die Daten zeichnen ein ernüchterndes Bild: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Value den marktneutralen MSCI World deutlich underperformt – getrieben durch die Dominanz von US-Technologieaktien. Im Langzeitvergleich seit 1974 resultiert zwar eine marginale Überrendite von 0,38 Prozentpunkten (11,61% vs. 11,23%), die jedoch vor Kosten und Steuern liegt. Zieht man die höheren Produktkosten sowie die steuerliche Mehrbelastung durch Dividendenausschüttungen ab, schwindet die Prämie weitgehend – weshalb wir den Value-Faktor nach wie vor skeptisch beurteilen.
So investierst du in den Value-Faktor
Wenn du dennoch in den Value-Faktor investieren möchtest, lohnt sich ein Blick auf folgende zwei Produkte:
Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF 1C | IE00BL25JM42
iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF| IE00BP3QZB59
Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +117% gegenüber +108% beim iShares-Produkt besser ab – bei allerdings tieferem Fondsvolumen (CHF 3’381 Mio. vs. CHF 4’508 Mio.).
Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)
Momentum-Prämie
Aktien, die sich in der Vergangenheit besser als der Markt entwickelt haben, weisen auch für die nahe Zukunft höhere Renditen auf. So lautet vereinfacht ausgedrückt die grundlegende Überlegung hinter der Momentum-Prämie. Sie basiert also auf relativen Renditen und umfasst Aktien, die sich in den letzten 6 und 12 Monaten durch überdurchschnittliche Performance auszeichneten.
Grösste Position im MSCI World Momentum per 27.2.2026 ist das kalifornische Halbleiter- und Softwareunternehmen Broadcom.
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Momentum und dem marktneutralen MSCI World. Momentum schlägt dabei den Gesamtmarkt deutlich. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug.Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Juni 1994) übertrifft MSCI World Momentum den Gesamtmarkt mit deutlichen 2,79 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)
Lohnt sich der Momentum-Faktor?
Die Daten sprechen eine klare Sprache: Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World Momentum den marktneutralen MSCI World mit 664 vs. 478 Punkten deutlich übertroffen. Auch im Langzeitvergleich seit 1994 überzeugt der Momentum-Faktor mit einer annualisierten Rendite von 11,69% gegenüber 8,90% beim MSCI World – eine Überrendite von 2,79 Prozentpunkten über rund 32 Jahre. Damit ist der Momentum-Faktor wissenschaftlich einer der am besten belegten und in der Praxis überzeugendsten Faktoren.
Zu beachten ist jedoch, dass auch beim Momentum-Faktor längere Durststrecken auftreten können. Während des Corona-Crashs 2020 verloren zwar beide Indizes massiv an Wert – in der anschliessenden Erholungsphase hinkte der Momentum-Index dem Gesamtmarkt jedoch deutlich hinterher
So investierst du in den Momentum-Faktor
Die Produktauswahl für Momentum-ETFs ist überschaubar – die folgenden zwei Produkte überzeugen jedoch von den Eckdaten her:
iShares Edge MSCI World Momentum Factor UCITS ETF Acc| IE00BP3QZ825
Xtrackers MSCI World Momentum UCITS ETF 1C| IE00BL25JP72
Beide ETFs wurden 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der iShares-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +209% gegenüber +202% beim Xtrackers-Produkt etwas besser ab – bei ebenfalls deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’070 Mio. vs. CHF 1’432 Mio.).
Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)
Quality-Prämie
Quality-Aktien weisen typischerweise drei Merkmale auf: eine hohe Eigenkapitalrendite (ROE), stabile und vorhersehbare Gewinne sowie eine geringe Verschuldung. Da es keine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt, variiert die genaue Messung je nach Anbieter – der MSCI World Quality Index orientiert sich beispielsweise an eben diesen drei Fundamentalvariablen.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Investment-Faktor aus dem 5-Faktor-Modell von Fama und French: Er beschreibt die Beobachtung, dass Unternehmen mit konservativem Investitionsverhalten langfristig besser abschneiden als aggressiv expandierende. Da er inhaltlich eng mit dem Quality-Faktor verwandt ist und kaum eigenständige ETF-Produkte existieren, behandeln wir ihn nicht als separaten Faktor.
Grösste Position im MSCI World Quality per 27.2.2026 ist Meta – Betreiber von Facebook, Instagram und WhatsApp.
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI World Quality und dem marktneutralen MSCI World. Quality schlägt dabei den Gesamtmarkt deutlich. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Juni 1994) übertrifft MSCI World Quality den Gesamtmarkt mit starken 3,15 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)
Lohnt sich der Quality-Faktor?
Der Quality-Faktor überzeugt mit einer der stärksten langfristigen Prämien in diesem Vergleich: Seit 1994 schlägt der MSCI World Quality den Gesamtmarkt um 3,15 Prozentpunkte jährlich. Besonders bemerkenswert ist, dass Quality-Aktien dank ihrer soliden Bilanzen und stabilen Gewinne in Krisenzeiten tendenziell widerstandsfähiger sind als der breite Markt. Die Prämie ist wissenschaftlich gut dokumentiert und gilt als robuster als etwa der Value- oder Size-Faktor.
So investierst du in den Quality-Faktor
Für den Quality-Faktor stehen zwei überzeugende Produkte zur Auswahl:
Xtrackers MSCI World Quality UCITS ETF 1C | IE00BL25JL35
Beide ETFs wurden im Oktober 2014 aufgelegt und überzeugen mit einer fairen TER von 0,25% p.a. Der Xtrackers-ETF schneidet seit Auflegung bei der Performance mit +161% gegenüber +160% beim iShares-Produkt marginal besser ab – der iShares überzeugt mit deutlich höherem Fondsvolumen (CHF 3’587 Mio. vs. CHF 2’109 Mio.).
Performance-Vergleich beider ETFs seit Auflegung, inkl. Dividenden und nach Kosten. (Quelle: justETF)
Political-Risk-Prämie
Diese Faktorprämie bezieht sich auf Aktien aus den Emerging Markets bzw. Schwellenländern. Sie erklärt sich im Wesentlichen mit einer Entschädigung für ein höheres Risiko, das u.a. aus politischer Instabilität, Korruption oder einem mangelhaften Rechtssystem bzw. fehlender Gewaltenteilung resultiert.
Im Unterschied zu den bisherigen Faktoren – Size, Value, Momentum und Quality – basiert Political Risk nicht auf Fundamentaldaten der Unternehmen selbst. Die Selektion erfolgt einzig aufgrund der geografischen Herkunft: Ein Unternehmen gilt als relevant, weil es in einem Schwellenland beheimatet ist – unabhängig von seiner Grösse, Bewertung oder Qualität.
Ob Emerging Markets als eigenständiger Faktor gelten, ist in der Wissenschaft nicht abschliessend geklärt – in den bekannten Faktormodellen von Fama und French tauchen sie nicht auf. Gerd Kommer, Buchautor des Standardwerks «Souverän investieren mit ETFs», behandelt das erhöhte politische Risiko dieser Märkte jedoch als eigenständige Risikoprämie – wir schliessen uns dieser Einordnung an.
Grösste Position im MSCI Emerging Markets ist per 27.2.2026 der asiatische Chip-Gigant Taiwan Semiconductor – ein Weltkonzern, der bei MSCI allein aufgrund seines Domizils als Emerging-Markets-Titel gilt. Index-Konkurrent FTSE hingegen klassifiziert Taiwan bereits als Developed Market.
15-jähriger Index-Vergleich zwischen MSCI Emerging Markets, dem globalen MSCI ACWI und dem reinen Developed-Markets-Index MSCI World. Emerging Markets bleibt in diesem Zeitraum deutlich hinter beiden Indizes zurück. Bruttorendite in USD, inkl. Dividenden und vor Quellensteuerabzug. (Quelle: MSCI)Annualisierte Bruttorenditen per 27. Februar 2026. Seit Auflegung des Index (Dezember 1987) übertrifft MSCI Emerging Markets den globalen MSCI ACWI mit 1,62 Prozentpunkten jährlich. (Quelle: MSCI)
Lohnt sich der Political-Risk-Faktor?
Der Political-Risk-Faktor überzeugt langfristig: Seit Auflegung des MSCI Emerging Markets Index im Dezember 1987 übertrifft er den globalen MSCI ACWI um 1,62 Prozentpunkte jährlich. Die Prämie existiert also – sie erfordert jedoch aussergewöhnlich viel Geduld.
Denn Emerging Markets neigen zu langen und schmerzhaften Durststrecken. Der 15-Jahres-Chart zeigt eindrücklich, dass Aktien von Schwellenländern von 2011 bis Ende 2024 nahezu durchgehend hinter den Developed Markets zurückblieben – eine Underperformance von über einem Jahrzehnt. Wer in dieser Phase die Nerven verlor und ausstieg, verpasste die anschliessende Erholung. Die annualisierte 5-Jahres-Rendite von 6,79% gegenüber 12,23% beim MSCI ACWI unterstreicht, wie hartnäckig solche Phasen sein können.
Wer ein globales Portfolio nach Marktkapitalisierung anstrebt, sollte ohnehin rund 10% in Emerging Markets investiert haben – das ist schlicht die Gewichtung, die dem globalen Aktienmarkt entspricht. Wer zusätzlich an die Faktorprämie glaubt, kann diesen Anteil bewusst übergewichten – sollte aber die langen Durststrecken einkalkulieren und einen entsprechend langen Anlagehorizont mitbringen.
So investierst du in den Political-Risk-Faktor
Das Angebot an Emerging-Markets-ETFs ist erfreulich gross und vielfältig. Geeignete Produkte für Schweizer Anleger:innen findest du in unserem grossen Testbericht Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…
Wie performen die fünf Faktoren?
Der einzige, aber gewichtige Vorteil von Factor Investing ist die Überrendite. Dies trifft – (sehr) langfristig betrachtet und in unterschiedlichem Masse – auch auf unsere oben beschriebenen fünf Faktoren zu. Die untenstehende Tabelle zeigt die Überrendite je Faktor und während unterschiedlichen Zeitspannen..
Zeitraum
Anzahl Jahre
Size-Prämie
Value-Prämie
Momentum-Prämie
Quality-Prämie
Political-Risk-Prämie
1975–2020
46
3,3%
0,4%
–
–
–
1975–1994
20
5,4%
2,1%
–
–
–
1995–2020
26
1,7%
-0,5%
4,3%
3,4%
0,6%
1975–1990
16
7,1%
2,1%
–
–
–
1991–2000
10
-3,1%
0,5%
–
–
2,3%
2001–2010
10
6,4%
1,4%
1,8%
-0,2%
15,4%
2011–2020
10
0,5%
-1,5%
4,0%
3,4%
-6,1%
Wissenschaftlich bestätigte Überrenditen bei fünf Faktoren; alle Daten vor Steuern und Kosten. (Quelle: Gerd Kommer, «Factor Investing – die Basics», aktualisiert November 2021)
Dabei fallen folgende interessante Aspekte auf:
Size und Value sind bisher wissenschaftlich am gründlichsten und über die längsten Zeiträume untersucht worden – die Datenreihen reichen bis 1975 zurück. Dies bestätigen auch die MSCI-Daten, die für Value bis Dezember 1974 verfügbar sind.
Die Schwankungen sind teilweise beträchtlich. So wiesen Political-Risk-Aktien zwischen 2011 und 2020 eine Minderrendite von 6,1% auf, während sie in der Dekade davor eine jährliche Outperformance von 15,4% erzielten. Unsere MSCI-Daten bestätigen dieses Bild: Seit Dezember 1987 beträgt die langfristige Prämie immerhin 1,62 Prozentpunkte jährlich – erkauft mit extremer Geduld.
Die Momentum-Prämie bleibt mit 4,3% über 26 Jahre (1995–2020) die attraktivste in diesem Vergleich. Auch unsere MSCI-Daten bestätigen dies: Seit Juni 1994 übertrifft der MSCI World Momentum den Gesamtmarkt um 2,79 Prozentpunkte jährlich. Auf der anderen Seite des Spektrums rutschte der Value-Faktor in der aktualisierten Tabelle gar ins Negative (–0,5% über 26 Jahre) – ein Befund, der sich in unseren MSCI-Daten widerspiegelt: Seit 1974 beträgt die Prämie lediglich knappe 0,38 Prozentpunkte jährlich.
Quality überzeugt mit stabilen 3,4% über 26 Jahre – ein Befund, der durch unsere MSCI-Daten eindrücklich bestätigt wird: Seit Juni 1994 schlägt der MSCI World Quality den Gesamtmarkt um starke 3,15 Prozentpunkte jährlich.
Welche Nachteile gibt es beim Factor Investing?
Doch bevor du dich für Factor Investing entscheidest, solltest du auch über die wichtigsten Nachteile Bescheid wissen.
Alle fünf analysierten Faktoren haben folgende Nachteile:
Höhere Kosten (TER), auch wenn die Preise in den letzten Jahren stark rückläufig waren und sich die meisten Faktor-ETFs mittlerweile bei 0,25–0,35% p.a. eingependelt haben
Kleines Produktangebot – insbesondere beim Momentum-Faktor ist die Auswahl an ETFs nach wie vor überschaubar
Längere Renditedurststrecken als mit einem marktneutralen Investment erfordern ein erhöhtes Mass an Leidensfähigkeit und Durchhaltevermögen – wie die Kommer-Tabelle eindrücklich zeigt, können einzelne Faktoren über eine ganze Dekade negativ sein
Zusätzlich schlagen beim Value-Faktor noch folgende Aspekte negativ zu Buche
Keine nennenswerte Überrendite in den letzten drei Jahrzehnten feststellbar – unsere MSCI-Daten bestätigen: Seit 1974 beträgt die langfristige Prämie lediglich knappe 0,38 Prozentpunkte jährlich – nach Kosten faktisch null
Überdurchschnittliche Steuerbelastung für Schweizer Anleger:innen, da bei Value-Titeln der ausschüttende Anteil an der Gesamtperformance höher ist als beim Gesamtmarkt und bei den anderen vier Faktoren (vgl. Artikel Dividenden-Strategie lohnt sich nicht!).
Wo gibt es Faktor-ETFs zu kaufen?
Die vorgestellten Faktor-ETFs sind bei den meisten etablierten Online-Brokern erhältlich. Besonders gut aufgehoben bist du bei den folgenden vier, die wir ausführlich getestet haben und empfehlen:
Hinweis: Für iShares ETFs ist Saxo besonders attraktiv: Über die ETF-Sparpläne lassen sich ausgewählte iShares-Produkte ohne Kaufgebühren erwerben – darunter beispielsweise der iShares Edge MSCI World Quality Factor ETF. Ein klarer Vorteil für alle, die automatisiert und kosteneffizient in Faktorprämien investieren möchten.
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Auf unserer kompakten Empfehlungsseite findest du die wichtigsten Informationen unserer bevorzugten Online-Broker, einschliesslich Startbonus.
Fazit
Unsere Schlussfolgerungen fassen wir in folgende fünf Punkte zusammen:
Factor Investing kann langfristig zu einer Überrendite führen und ist grundsätzlich prüfenswert – jedoch kein Muss. Wer sich dafür entscheidet, sollte Faktor-ETFs zudem nur als Beimischung zum Kernportfolio einsetzen, nicht als vollständigen Ersatz für einen breiten Markt-ETF. Eine einfachere und günstigere Alternative bleibt ohnehin ein Investment in den Gesamtmarkt.
Momentum und Quality stechen als mit Abstand attraktivste Faktoren hervor: Seit 1994 übertreffen beide den Gesamtmarkt um rund 3 Prozentpunkte jährlich. Political Risk und Small-Size sind ebenfalls positiv, die Prämien fallen jedoch bescheidener aus. Der Value-Faktor enttäuscht: Nach über 50 Jahren Forschung liegt die langfristige Prämie nach Kosten und Steuern faktisch bei null – von einer spürbaren Prämie kann damit kaum mehr die Rede sein.
Das Angebot an Faktor-ETFs hat sich in den letzten Jahren verbessert und die Kosten sind gesunken. Dennoch sind Faktor-ETFs nach wie vor teurer als marktneutrale ETFs – ein Aspekt, den du bei der Entscheidung berücksichtigen solltest.
Die Überrenditen für die fünf untersuchten Faktoren sind wissenschaftlich über lange Zeiträume bestätigt worden. Doch besteht keinerlei Garantie, dass dies auch für die Zukunft gilt – die meisten Faktorprämien haben sich nach ihrer wissenschaftlichen Entdeckung tendenziell abgeschwächt.
Factor Investing erfordert eiserne Disziplin: Einzelne Faktoren können über eine ganze Dekade negativ sein. Wer diese Durststrecken nicht aushält, ist mit einem einfachen Weltmarkt-ETF besser bedient.
2026-03-18: Text und Charts umfassend aktualisiert.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Allzu gerne verdrängen wir sie, doch zu Beginn eines jeden Jahres holt sie uns gnadenlos ein: die Schweizer Steuererklärung. Mit diesem ausführlichen ETF Steuern Schweiz Bericht wollen wir alle relevanten Steueraspekte im Zusammenhang mit ETFs durchleuchten. Zudem stellen wir dir fünf nützliche Steuerspartipps vor, womit du die Besteuerung deines ETF-Portfolios optimieren kannst – selbstverständlich ganz legal.
Als in der Schweiz steuerpflichtige Person kommen für dein ETF-Portfolio folgende Steuerarten in Frage:
Einkommenssteuer
Vermögenssteuer
Stempelsteuer
Verrechnungssteuer
ausländische Quellensteuer
Die nachfolgende Übersicht zeigt für drei im Zusammenhang mit der ETF-Anlage relevanten Steuerobjekte, welche Steuerart betroffen ist und welche Behörde (Steuerhoheit) die Steuer erhebt.
Steuerhoheiten, Steuerobjekte und Steuerarten im Zusammenhang mit ETFs
Steuerarten / Steuerobjekte
Einkommensteuer
Vermögenssteuer
Stempelsteuer
Verrechnungssteuer
ETF-Dividenden
Bund/Kanton/Gemeinde
Bund
ETF-Vermögen
Kanton/Gemeinde
ETF-Handel
Bund
Je nach Steuerobjekt fallen unterschiedliche Steuerarten an, welche von den Steuerhoheiten Gemeinde, Kanton und/oder Bund erhoben werden (Quelle: eigene Recherchen).
Verzicht auf Kapitalgewinnsteuer
Im Unterschied zu den meisten anderen Ländern erhebt die Schweiz bei Kursgewinnen keine Kapitalgewinnsteuer. Im Gegenzug sind Kursverluste aber auch nicht vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig.
Schweizer Steuersystem geprägt vom «Kantönligeist»
Auch wenn die Tabelle oben eine klare und einheitliche Regelung der ETF-Besteuerung suggeriert, ist die eigentliche Steuerbelastung von Person zu Person sehr unterschiedlich, und zwar auch dann, wenn Einkommen und Vermögen auf einem vergleichbaren Niveau sind.
Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass alle 26 Schweizer Kantone ihre eigenen Steuergesetze anwenden. Die Höhe der Abzüge und Steuertarife variiert von einem Kanton zum andern und folglich auch die Steuerbelastung.
In den nachfolgenden Kapiteln nehmen wir die für die ETF-Besteuerung relevanten Steuerarten Einkommenssteuer, Vermögenssteuer, Stempelsteuer, Verrechnungssteuer und ausländische Quellensteuer genauer unter die Lupe.
ETF Steuern Schweiz: Detailbetrachtung der relevanten Steuerarten
Einkommenssteuer
ETF-Erträge in Form von Dividenden (Aktien) und Zinsen (Anleihen) unterliegen der Einkommensteuer. Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob Dividenden ausgeschüttet oder reinvestiert (thesaurierender ETF) werden. Die Einkommensteuer wird durch Bund, Kanton und Gemeinde erhoben.
Da bei der Einkommenssteuer ein progressiver Steuersatz zur Anwendung kommt, erhöht sich die Steuer bei steigendem Einkommen überproportional. (Zwei Ausnahmen: Die Kantone Obwalden und Uri kennen eine sogenannte Flat-Rate-Tax, wodurch die Einkommen prozentual gleich besteuert werden.)
Grenzsteuersatz bestimmt Steuerbelastung
Wie stark die Einkommenssteuer bei Dividenden zu Buche schlägt, hängt vom sogenannten Grenzsteuersatz ab. Er drückt aus, wie stark ein zusätzlicher Franken Einkommen besteuert wird. Beträgt der Grenzsteuersatz beispielsweise 20%, gehen von 1000 CHF Dividenden deren 200 CHF an den Fiskus bzw. es verbleiben dir netto noch 800 CHF.
Wie hoch dein Grenzsteuersatz ist, kannst du mittels Steuerrechner deines Wohnkantons einfach herausfinden, indem du dein bisheriges steuerbares Einkommen um z.B. 1’000 CHF erhöhst und dann die ermittelte Steuerbelastung mit derjenigen gemäss tieferem Ausgangsbetrag vergleichst. Bei 200 CHF Mehrbelastung beträgt dein Grenzsteuersatz also 20%.
Grundsätzlich gilt also, je höher dein Grenzsteuersatz ist, desto weniger Dividenden bleiben dir netto übrig bzw. desto weniger lohnt es sich (auch) aus steuerlichen Gründen, auf eine Anlagestrategie zu setzen, die auf sogenannte Dividendenperlen fokussiert.
ETF Steuern Schweiz Spartipp #1: Sparen von Einkommenssteuern durch Verzicht auf eine Dividendenstrategie
Wie wir später beim ETF Steuern Schweiz Spartipp #5 noch sehen werden, kannst du die Einkommenssteuer zusätzlich reduzieren, indem du die maximal zulässigen Wertschriftenabzüge in deiner Steuererklärung geltend machst.
Steuerfreie Ausnahme
Verfügt ein CH-Unternehmen in einem ETF über Kapitaleinlagereserven (KER) und schüttet aus diesem Topf aus, muss dieser Betrag nicht als Einkommen versteuert werden. Diese Art von Ausschüttung wird in Bankbelegen manchmal etwas irreführend als «Kapitalgewinn» bezeichnet.
Gewinne aus Kapitaleinlagereserven (KER) sind von der Einkommenssteuer befreit (Gutschriftanzeige von PostFinance).
Vermögenssteuer
Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die eine Vermögenssteuer für Privatpersonen kennt. Das in ETFs angelegte Vermögen unterliegt somit der Vermögenssteuer. Sie wird nur auf der Ebene der Kantone und der Gemeinden erhoben – nicht hingegen beim Bund.
Wie bei der Einkommenssteuer kommt auch bei der Vermögenssteuer ein progressiver Steuersatz zur Anwendung, welcher aber deutlich geringer ausfällt. Je nach Kanton können vom Nettovermögen unterschiedliche Freibeträge abgezogen werden. Im Kanton Zürich beispielsweise werden für die Steuerperiode 2025 erst Nettovermögen ab 159’000 CHF bei Verheirateten bzw. 80’000 CHF bei Alleinstehenden besteuert.
Die Vermögenssteuer fällt im Vergleich zur Einkommenssteuer für die meisten in der Schweiz steuerpflichtigen Personen betraglich kaum ins Gewicht.
Stempelsteuer
Die Stempelsteuer ist eine Transaktionssteuer (Umsatzabgabe). Der Bund erhebt sie beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers wie beispielsweise beim Handeln mit ETFs. Sie beträgt 0,75 Promille für in der Schweiz domizilierte Fonds (erkennbar an der inländischen ISIN «CH…») und das Doppelte bzw. 1,5 Promille für im Ausland ansässige Fonds (erkennbar an der ausländischen ISIN wie z.B. «IE…» für Irland).
Die Schweizer Stempelsteuer fällt bei kleineren und mittleren Transaktionsbeträgen betraglich also kaum ins Gewicht. Sie wird direkt eingezogen, wodurch dir eine spezielle Deklaration in der Steuererklärung erspart wird.
Die eidg. Stempelsteuer wird beim Kauf und Verkauf von Wertschriften erhoben, vorausgesetzt es handelt sich wie vorliegend um eine inländische Finanzgesellschaft (ETF-Kaufbeleg von PostFinance).
Ungleiche Spiesse: Während dir inländische Finanzdienstleister von Gesetzes wegen die eidg. Stempelsteuer belasten und direkt dem Fiskus weiterleiten müssen, entfällt diese Steuer bei ausländischen Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO.
Ausländische Broker erheben keine eidg. Stempelsteuer. Bei diesem ETF-Kauf sind dadurch rund 48 CHF (0,15% vom Transaktionswert) eingespart worden. Die Gesamtkosten für diesen Trade betrugen lediglich 2.72 CHF bzw. 3€ (ETF-Kaufbeleg von DEGIRO).
ETF Steuern Schweiz Spartipp#2: Vermeidung der Stempelsteuer durch Wahl eines ausländischen Brokers wie Interactive Brokers oder DEGIRO
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Verrechnungssteuer
Die Verrechnungssteuer (VST) wird vom Bund auf schweizerische Kapitalerträge wie Dividenden und Zinsen erhoben. Die Steuer beträgt hohe 35% und wird direkt durch die Bank oder den Broker an den Bund abgeführt.
Die Verrechnungssteuer wird von der Dividende abgezogen und direkt an den Fiskus abgeführt. Sie kann aber mittels Deklaration in der Steuererklärung vollumfänglich zurückgefordert werden, vorausgesetzt das Fondsdomizil liegt in der Schweiz (Dividendengutschrift von PostFinance).
Diese Steuer verfolgt primär den Zweck, Steuerhinterziehungeinzudämmen. Sie ist eine sogenannte Sicherungssteuer. Denn als in der Schweiz wohnhafte und am entsprechenden Ertrag berechtigen Person kannst du dir die Verrechnungssteuer wieder gutschreiben lassen. Konkret: Bei korrekter Deklaration der Dividendeneinkünfte in deiner Steuererklärung bezahlst du unter dem Strich keinen müden Franken Verrechnungssteuer!
Trotz dieser steuerlichen Vorteile erachten wir aus Rendite-/Risikoüberlegungen bzw. um den aus Anlegersicht schädlichen Home Bias zu vermeiden, ein global diversifiziertes ETF-Portfolio als die bessere Wahl.
Bei ETFs, welche mehrere Länder bzw. ganze Regionen umfassen, könnte die Verrechnungssteuer nur für die im ETF enthaltenen Schweizer Aktien zurückgefordert werden. Zudem müsste der Fonds in der Schweiz domiziliert sein. Eine solche Kombination ist uns nicht bekannt.
Insbesondere bei grösseren Anlagesummen schliesst unsere grundsätzlich skeptische Haltung im Zusammenhang mit dem Home Bias jedoch nicht aus, den einen oder anderen ETF, welcher auf einem CH-Index basiert, im Portfolio zu haben.
Steuerdomizil des Fonds beeinflusst deine Rendite
Aber Achtung: Wählst du einen Schweizer Aktien-ETF mit einem ausländischen Domizil, entfällt der Rückforderungsanspruch der Verrechnungssteuer. Dieser Steuereffekt schlägt sich direkt auf die Performance aus, wie ein langfristiger Vergleich von vier Schweizer Aktien-ETFs, alle basierend auf dem Swiss Leader Index (SLI), eindrücklich zeigt.
Performance-Vergleich (inkl. Dividenden) bei vier ETFs, die alle den Swiss Leader Index (SLI) abbilden. Bei ETFs, die den Schweizer Markt abdecken, schneiden diejenigen mit CH-Domizil (orange und blau) aus steuerlichen Gründen besser ab als ihre Pendants (rot und grau) mit ausländischem Domizil (Chart: justETF).
In der nachfolgenden Gegenüberstellung geht zudem hervor, dass der steuerliche Effekt sogar stärker auf die Perfomance durchschlägt als die laufenden Produktkosten (TER).
Steuereffekte: Beträchtlicher Einfluss des ETF-Domizils auf die Performance
ETF-Bezeichnung
ISIN
Fondsdomizil
Kosten (TER)
Performance
(25.1.2008 – 10.3.2026)
UBS ETF SLI A-dis
CH0032912732
Schweiz
0,20%
+186%
iShares SLI
CH0031768937
Schweiz
0,35%
+172%
iShares SLI UCITS ETF
DE0005933964
Deutschland
0,51%
+154%
Xtrackers SLI UCITS ETF 1D
LU0322248146
Luxemburg
0,25%
+150%
Steueroptimierung dank Rückforderung der Verrechnungssteuer infolge Wahl des geeigneten Fondsdomizils: Fonds, die den CH-Markt abdecken (z.B. SLI) performen mit CH-Domizil deutlich besser als mit ausländischem Fondsdomizil (Datenquelle: justETF).
So performte im 18-Jahresvergleich das teurere iShares-Produkt mit einer TER von 0,35% und CH-Fondsdomizil rund 22 Prozentpunkte besser als der günstigere Xtrackers-ETF mit einer TER von nur 0,25%, aber Fondsdomizil Luxemburg. Als erste Wahl punkto Kosten und Performance sticht das UBS-Produkt mit CH-Fondsdomizil heraus.
ETFs ohne CH-Domizil, welche einen Schweizer Aktienindex wie den «SLI» abbilden, dürften sich aus steuerlicher Sicht also nur für nicht in der Schweiz steuerpflichtige Anleger:innen eignen.
ETF Steuern Schweiz Spartipp #3: Rückerstattung der Verrechnungssteuer bei einem Schweizer Aktien-ETF mittels Wahl eines CH-Fondsdomizils
Ausländische Quellensteuer
Kommen wir zur wohl komplexesten und am wenigsten transparenten Steuer. Damit wir bei der Quellensteuer durchblicken, müssen wir zuerst zwei Beziehungen unterscheiden:
Quellensteuer zwischen Unternehmen und Fonds
Quellensteuer zwischen Fonds und Anleger
Beziehung 1: Quellensteuer zwischen Unternehmen und Fonds
Diese Steuer hängt jeweils von den Domizilen des Unternehmens (z.B. USA für Apple) und des Fonds (z.B. Irland) ab. Wenn ein Fonds also in Irland domiziliert ist, dann sind die entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Irland und den Domizilen der entsprechenden Unternehmen im Fonds entscheidend. Bei einem MSCI World ETF, bei dem Unternehmen von 23 verschiedenen Ländern einschliesslich Irland vertreten sind, gibt es also 22 Doppelbesteuerungsabkommen. Der entsprechende Quellensteuersatz variiert von Land zu Land.
Bevor ein ETF-Anbieter also einen Fonds lanciert, wird er, je nach anvisierter Region (Welt, Europa, Eurozone, Schwellenländer etc.) eine steuerliche Gesamtschau auf Länderbasis vornehmen und basierend darauf das für die anvisierte Zielgruppe (z.B. Privatanleger aus der Schweiz) das attraktivste Fonds-Steuerdomizil auswählen. Dies ist meistens Irland, welches mit den im ETF vertretenen Unternehmensstandorten offenbar vergleichsweise attraktive Steuerabkommen abgeschlossen hat.
Praktisch: Die maximal mögliche Rückforderung der Quellensteuer übernimmt der Fonds, wodurch du als Investor also administrativ entlastet wirst. Zwei Beispiele: Im Falle von US-Unternehmen fordert der in Irland domizilierte Fonds dank Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA direkt 15% der US-Quellenbesteuerung zurück. Die anderen 15% werden nicht ausgeschüttet bzw. verbleiben beim US-Fiskus.
Noch besser fährst du mit einem von US-Unternehmen dominierten Fonds wie beispielsweise einen ETF, welcher den populären MSCI World Index abbildet, wenn das Fondsdomizil USA ist. Denn zwischen US-Firmen und dem in den USA domizilierten Fonds gibt es keine Quellensteuer.
Beziehung 2: Quellensteuer zwischen Fonds und Anleger
Diese Steuer hängt jeweils von den Domizilen des Fonds (z.B. Irland oder USA) und des Anlegers (CH) ab.
Dank zahlreicher Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz werden je nach ETF-Domizil keine Quellensteuern erhoben (z.B. Irland) oder diese können zumindest teilweise zurückgefordert werden (z.B. USA).
Das Fondsdomizil Irland unterhält ein Steuerabkommen mit der Schweiz, welches aktuell keine Quellensteuern auf Dividenden vorsieht. Deshalb ist auch keine Rückforderung durch den CH-Investor möglich/nötig. Das Fondsdomizil Irland kann also aus Sicht des CH-Anlegers sowohl als steuerfreundlich (günstig) als auch als steuereinfach (ohne Aufwand) bezeichnet werden.
Anders sieht es – zumindest was die Steuereinfachheit betrifft – beispielsweise beim Fondsdomizil USA aus: Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA gibt es ebenfalls, welches eine manuelle Rückforderung durch die in der Schweiz steuerpflichtige Person zulässt.
Bei Fonds, welche in den USA domiziliert sind, empfiehlt es sich also, mittels des Steuerformulars DA-1 einen manuellen Rückforderungsantrag zu stellen. Die entsprechenden Rückforderungsbeträge entnimmst du aus der Dividendenabrechnung deiner Bank.
Bei US-Fonds werden Quellensteuer und zusätzlicher Steuerrückbehalt von je 15% von der Brutto-Dividende abgezogen. Mittels Steuererklärung können diese Abzüge teilweise wieder zurückgefordert werden (Dividendengutschrift von PostFinance).
Aus eigener Erfahrung werden auf diesem Weg 15% zurückerstattet, wenn auch zeitlich einige Monate verzögert. Bei den anderen 15% ist zumindest eine teilweise Rückforderung möglich, basierend auf einem recht komplexen Kalkulationsschlüssel der Steuerbehörde.
Neben dem administrativen Mehraufwand ist bei Fonds mit US-Domizil zu beachten, dass im Todesfall Erbschaftssteuern anfallen können.
ETF Steuern Schweiz Spartipp #4: Wahl eines steuerfreundlichen Fondsstandorts ohne Quellensteuern oder mit Rückforderungsmöglichkeit
Entwarnend möchten wir an dieser Stelle festhalten, dass du in aller Regel davon ausgehen kannst, dass die ETF-Anbieter für ihre Produkte und deren Zielgruppe das jeweils steuerlich attraktivste Fondsdomizil auswählen. Dies ist häufig Irland, je nach regionaler Ausrichtung des ETF können aber auch Luxemburg oder andere Domizile, wie beispielsweise die Schweiz für einen ETF, der den CH-Markt abbildet, erste Wahl sein.
Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens
Die bisherigen vier Steuertipps betreffen den Broker oder das ETF-Produkt. Spartipp #5 lässt sich dagegen direkt beim Ausfüllen der Steuererklärung umsetzen – unabhängig davon, wo und was du handelst.
Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Kanton Zürich, dürften aber in den meisten anderen Kantonen sinngemäss gelten.
Bei passiven ETF-Investoren mit Online-Broker fallen in der Regel nur geringe Kosten an, weshalb sich in den meisten Fällen der Pauschalabzug steuerlich mehr lohnt als der Abzug der effektiven Wertschriftenkosten (Quelle: Wegleitung zur Steuererklärung 2025 des Kantons Zürich).
Konkret geht es um den Pauschalabzug für die Verwaltung des Wertschriftenportfolios durch Dritte. Wichtig: Gemäss Steuerpraxis im Kanton Zürich gilt auch die blosse Verwahrung von ETF-Positionen durch einen Broker als «Verwaltung durch Dritte». Der Pauschalabzug kann also geltend gemacht werden, auch wenn du deine ETFs selber handelst.
Alternativ können die effektiven Kosten abgezogen werden – das ist aber administrativ aufwändiger und lohnt sich kaum. Nicht abzugsfähig sind nämlich alle Kauf- und Verkaufskosten sowie die TER, wie uns das Steueramt des Kantons Zürich auf Anfrage bestätigte. Letztlich verbleiben für passive ETF-Investor:innen somit nur noch allfällige Depotgebühren – und selbst diese fallen bei den meisten unserer empfohlenen Anbieter gar nicht erst an.
Der Pauschalabzug beträgt im Kanton Zürich 3‰, maximal 6’000 CHF (ab einem Wertschriftenvermögen von 2 Mio. CHF).
ETF Steuern Schweiz Spartipp #5: Abzug der (höheren) Pauschale statt der (tieferen) effektiven Wertschriftenkosten
Fazit zu ETF Steuern Schweiz
So mühselig das Thema «ETF Steuern Schweiz» sein mag, an der Steuerfront lässt sich viel Geld sparen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten fünf Steuerspartipps für deine ETF-Anlage nochmals zusammengefasst:
ETF Steuern Schweiz Spartipp #1: Sparen von Einkommenssteuern durch Verzicht auf eine Dividendenstrategie
ETF Steuern Schweiz Spartipp #2: Vermeidung der Stempelsteuer durch Wahl eines ausländischen Brokers wie Interactive Brokers oder DEGIRO
ETF Steuern Schweiz Spartipp #3: Rückerstattung der Verrechnungssteuer bei einem Schweizer Aktien-ETF mittels Wahl eines CH-Fondsdomizils
ETF Steuern Schweiz Spartipp #4: Wahl eines steuerfreundlichen Fondsstandorts ohne Quellensteuern oder mit Rückforderungsmöglichkeit
ETF Steuern Schweiz Spartipp #5: Abzug der (höheren) Pauschale statt der (tieferen) effektiven Wertschriftenkosten
2026-03-12: Text, Belege und Tabellen aktualisiert.
2025-03-13: Alle Belege und Tabellen aktualisiert. Auf den Zusammenhang zwischen Steuerbelastung und Grenzsteuersatz hingewiesen.
2024-02-08: Hinweis eingefügt, dass bei Fonds mit Domizil USA Erbschaftssteuern anfallen können.
2024-02-02: Steuerspartipps #5 neu hinzugefügt. Text zu Quellensteuer präzisiert.
2023-02-17: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die ETF Steuern Schweiz nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Über 2’000 ETFs allein an der Schweizer Börse SIX – und es werden laufend mehr. Die richtige Wahl zu treffen, gleicht für viele Anlegerinnen und Anleger einem Blindflug. Genau hier setzt unser unabhängiger Vergleich Beste ETFs Schweiz und global an.
Mit einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren reduzieren wir den ETF-Dschungel konsequent: Mittelmass und unvollkommene Produkte scheiden aus. Übrig bleiben nur ETFs, die unsere klar definierten Qualitätskriterien erfüllen.
Welche Produkte es tatsächlich ganz nach oben aufs Siegertreppchen schaffen – und ob sich in allen 16 Kategorien überhaupt ein überzeugender Sieger finden lässt – erfährst du in diesem grossen ETF-Vergleich.
Ein globales Aktienportfolio lässt sich effizient mit einem bis sechs ETFs abbilden – mit oder ohne Swiss Finish.
Auch die den ETFs zugrunde liegenden Indizes spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle: FTSE- und MSCI-Indizes sind nicht deckungsgleich und können sich sowohl bei der Länderabdeckung als auch bei der Marktbreite unterscheiden. Bei Kombinationen sollte dies berücksichtigt werden.
Allein an der Schweizer Börse SIX stehen über 2’000 ETFs zur Auswahl.
In einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren haben wir dieses Angebot systematisch reduziert.
Das Ergebnis: 15 Sieger-ETFs aus klar definierten Kategorien.
Die meisten Siege gehen an die beiden Marktführer Vanguard und iShares. UBS hat die Kosten zuletzt deutlich gesenkt und rückt den beiden US-Flaggschiffen spürbar auf die Pelle.
Alle Sieger und Finalisten erfüllen zentrale Qualitätskriterien wie tiefe Kosten, überzeugende Tracking Difference, hohes Fondsvolumen, breite Diversifikation und lange Markterfahrung.
ETFs (Exchange-Traded Funds; börsengehandelte Fonds) zählen seit Jahren zu den effizientesten Instrumenten für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie verbinden Einfachheit, breite Diversifikation und tiefe Kosten – und ermöglichen es, mit wenig Aufwand von der Entwicklung der globalen Aktienmärkte zu profitieren.
Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick:
Genial einfach: Mit wenigen Klicks investierst du in die globale Aktienwelt.
Breit diversifiziert: Du legst indexbasiert in hunderte oder tausende Unternehmen an und gehst dadurch kein Klumpenrisiko wie bei Einzeltiteln ein.
Unglaublich günstig: Dank starkem Wettbewerb sind die laufenden Kosten vieler ETFs heute sehr tief – ein klarer Vorteil für die langfristige Rendite.
Sehr liquide: ETFs sind börsentäglich handelbar. Auch bei geringem Handelsvolumen stellen Market Maker in der Regel eine ausreichende Liquidität sicher.
Hoher Anlegerschutz: Die in Europa regulierten und in diesem Vergleich stark vertretenen UCITS-ETFs sind als Sondervermögen geschützt; in der Schweiz domizilierte ETFs unterliegen dem Schweizer Fondsrecht (KAG) mit vergleichbarem Schutzniveau.
Rendite und Risiko grosser Aktienmärkte im historischen Vergleich
Wenn du in ein globales Aktien-ETF-Portfolio investierst, beteiligst du dich an der Entwicklung von tausenden Unternehmen weltweit. Historisch lagen die durchschnittlichen Renditen langfristig bei gut 8% p.a. Dabei zählt neben der Performance auch der Weg dorthin. Die folgende Übersicht zeigt Rendite, Schwankungen und Rückschläge im historischen Vergleich.
Markt
Index
Rendite p.a.*
Volatilität**
Max. Drawdown***
Global
MSCI ACWI
8,78%
14,31%
58,08%
Entwickelte Welt
MSCI World
8,92%
14,54%
57,46%
Schwellenländer
MSCI Emerging Markets
10,29%
16,55%
65,14%
Historisches Rendite- und Risikoprofil dreier zentraler Aktienmärkte
* Annualisierte Rendite seit 31.12.1987 (Gross Return, d.h. inkl. reinvestierter Dividenden, vor Quellensteuern und Produktkosten).
** Typische Schwankungsbreite des Marktes in den letzten 10 Jahren – je höher der Wert, desto desto unruhiger der Verlauf.
*** Grösster Verlust vom jeweils vorherigen Höchststand bis zum folgenden Tiefpunkt seit 31.12.1987.
Quelle: MSCI, Stand: 31.1.2026. Hinweis: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Renditen.
Entscheidend ist daher nicht nur die erwartete Rendite, sondern ob man die zwischenzeitlichen Rückschläge überhaupt durchhält.
Diversifikation vs. Konzentration
Im Umkehrschluss bedeutet dies: Als ETF-Anleger:in begnügst du dich mit der Marktrendite – und kannst diese nicht systematisch übertreffen. ETFs folgen einem Index und bilden dessen Entwicklung konsequent ab.
Zahlreiche Studien zeigen, dass selbst professionelle Fondsmanager langfristig kaum in der Lage sind, nach Kosten eine nachhaltige Überrendite zu erzielen. Die regelmässig veröffentlichten SPIVA-Reports von S&P Dow Jones Indiceskommen seit Jahren zum gleichen Ergebnis: Über 90% der aktiv gemanagten Fondsschlagen ihren jeweiligen Referenzindex über längere Zeiträume nicht.
Wer dennoch bewusst auf eine mögliche Überrendite setzt, kommt um Konzentration nicht herum – etwa durch gezielte Einzelinvestments. Damit steigt jedoch auch das Risiko deutlich: Einzelne Titel können sich ausserordentlich gut entwickeln, ebenso aber massiv an Wert verlieren (Nvidia vs. Credit Suisse).
Mit breit diversifizierten ETFs vermeidest du solche Extremrisiken und setzt stattdessen auf eine stabile Beteiligung an der langfristigen Entwicklung der globalen Aktienmärkte.
Welche Kriterien müssen beste ETFs Schweiz und global erfüllen?
Seit der Lancierung des ersten ETFs im Jahr 1993 ist das Angebot stark gewachsen. Heute existieren weltweit zehntausende ETFs.
Als Grundgesamtheit berücksichtigen wir ausschliesslich ETFs, die an der Schweizer Börse SIX gehandelt werden. Der Handelsplatz selbst ist kein Qualitätskriterium, kann in der Praxis für Anleger:innen aus der Schweiz jedoch gewisse Vorteile bieten – etwa ein breites Angebot sowie bei manchen Brokern günstigere Handelskonditionen.
Inhaltlich beschränken wir uns auf passive Aktien-ETFs, da diese langfristig das attraktivste Risiko-Rendite-Verhältnis aufweisen.
Zudem fokussieren wir uns auf Standard-Produkte (Core- bzw. «Brot-und-Butter»-ETFs), die einen Markt indexbasiert und nach Marktkapitalisierung gewichtet abbilden. Dies führt in der Regel zu einer sehr breiten Diversifikation.
Themen-, Strategie- und Faktor-ETFs schliessen wir bewusst aus. Sie eignen sich eher als Ergänzung, nicht als Basis eines Weltportfolios. Eine Core-Satellite-Strategie erachten wir dennoch als sinnvoll und verfolgen sie auch selbst.
Schliesslich berücksichtigen wir nur ETFs mit steuerlich vorteilhaften Fondsdomizilen aus Sicht von in der Schweiz steuerpflichtigen Personen.
Die folgende Tabelle zeigt unsere acht Auswahlkriterien samt Mindestanforderungen – bewusst sehr streng angesetzt, um aus unserer Sicht die besten ETFs zu identifizieren.
Für den 2026er-Vergleich haben wir die Anforderungen bei zwei Kriterien nochmals verschärft:
Produktkosten (TER): maximal 0,20% (zuvor 0,25%)
Tracking Difference: annualisiert über fünf Jahre maximal 0,25% (zuvor 0,30%)
#
Kriterium
Muss-Anforderung
Begründung
Selektion
(Anteil an der Grundgesamtheit)
1
Handelsplatz
Schweizer Börse SIX
Umfassendes Angebot; bekannt und etabliert; bei Brokern oft günstigere Konditionen
2'088 (100%)
2
Anlageklasse
nur Aktien
Fokus auf den Klassiker mit langjährigem, erfolgreichem Track Record
1'358 (65%)
3
Markterfahrung
Alter mind. 5 Jahre
Performance-Tracking über einen längeren Zeitraum ist möglich
869 (42%)
4
Markterfolg
Fondsvolumen mind. CHF 500 Mio.
Impliziert einen geringeren Spread durch höheres Handelsvolumen; ausgezeichnete Marktetablierung; sehr kleines Risiko, dass ETF geschlossen wird und investiertes Geld umgeschichtet werden muss
384 (18%)
5
Replikationsmethode
Nur physische Replikation (inkl. Sampling); kein Swap
Mit Swap geht ein etwas höheres Risiko einher; Auslaufmodell
335 (16%)
6
Geografie
Fokus auf Regionen; keine länderspezifischen ETFs, ausser Schweiz und Japan (angebotsbedingt)
Rascher Aufbau und einfaches Handling eines Weltportfolios mit wenigen ETFs; möglichst wenig Fragmentierung
235 (11%)
(204 x Region, 16 x Schweiz, 15 x Japan)
7
Produktkosten
Total Expense Ratio (TER) von max. 0,20%
Grundsatz: Je tiefer die Kosten, desto mehr Rendite bleibt übrig
55 (3%)
8
Anbieter-Performance
Tracking Difference von max. 025% annualisiert über die letzten 5 Jahre
Effektive Abweichung vom Index; ein Wert unter der TER bedeutet, dass der ETF einen Teil der Kosten wieder eingespielt hat; ein ETF mit Minuswerten schlägt sogar den Index
45* (2%)
Anforderungskatalog für «Beste ETFs Schweiz und global»; * Anzahl Finalisten, nachdem zusätzlich weitere ETFs (Spezial-ETFs, unzureichend diversifizierte ETFs und steuerlich nicht geeignete ETFs) ausgesiebt wurden. (Quellen: justETF vom 26.1.2026; Anbieter-Factsheets per 31.12.2025)
Tracking Difference als finales Kriterium
Die Tracking Difference wird in der ETF-Diskussion oft unterschätzt. Auf den Factsheets der Anbieter ist sie meist nicht explizit ausgewiesen, weshalb eine manuelle Berechnung erforderlich ist. Dabei handelt es sich um eine der aussagekräftigsten Kennzahlen für dich als ETF-Anleger:in.
Die Tracking Difference misst, wie stark die Wertentwicklung eines ETF über einen bestimmten Zeitraum von jener seines Referenzindex abweicht. Aus Anlegersicht ist es ideal, wenn ein ETF möglichst nahe am Index liegt oder diesen sogar übertrifft.
Die Tracking Difference – ein einfaches Beispiel zur Einordnung
Angenommen, ein Index erzielt über fünf Jahre eine annualisierte Rendite von 10,0%. Der ETF weist eine TER von 0,10% p.a. auf.
Erzielt der ETF 9,80%, beträgt die Tracking Difference +0,20% – die Abweichung ist damit deutlich höher als die laufenden Kosten.
Erzielt der ETF 9,90%, beträgt die Tracking Difference +0,10% – die Abweichung entspricht exakt den laufenden Kosten (TER).
Erzielt der ETF 10,00%, beträgt die Tracking Difference 0,00% – der ETF macht die laufenden Kosten vollständig wett und erreicht den Index.
Erzielt der ETF 10,10%, beträgt die Tracking Difference –0,10% – der ETF entwickelt sich sogar besser als der Index, trotz Kosten.
In unseren Auswertungen gilt dabei folgende Logik:
Positive Tracking Difference: Der ETF performt schlechter als sein Referenzindex.
Negative Tracking Difference: Der ETF performt besser als sein Referenzindex.
Eine schlechtere Wertentwicklung des ETF gegenüber dem Index ist grundsätzlich normal, da dem Fonds im Gegensatz zum Index laufende Kosten (TER) belastet werden. Dennoch gibt es ETFs, die ihren Referenzindex über längere Zeiträume erreichen oder sogar leicht übertreffen.
Möglich ist dies unter anderem durch Zusatzerträge, etwa aus der Wertpapierleihe. Werden diese Einnahmen ganz oder teilweise dem Fonds gutgeschrieben, können sie die laufenden Kosten kompensieren und die Tracking Difference verbessern.
Knallharte Selektion: Nur jeder 46. ETF schaffts ins Finale!
Fassen wir zusammen: Von den ursprünglich 2’088 an der Schweizer Börse SIX handelbaren ETFs verbleiben nach der achtstufigen Filterung gemäss den Kriterien in der Tabelle sowie dem zusätzlichen Ausschluss von
unzureichend diversifizierten ETFs (z. B. SMI oder EURO STOXX 50)
Themen-, Strategie- und Faktor-ETFs (z. B. Branchen-, Dividenden- oder Small-Cap-ETFs)
steuerlich nicht geeigneten ETFs
nur noch 45 Produkte, die unseren Anforderungen an die besten ETFs genügen und sich damit fürs Finale qualifiziert haben.
Das bedeutet: Rund 98 Prozent aller ETFs scheitern an unserem strengen Selektionsverfahren.
Wichtig: Auch wenn wir pro Kategorie jeweils einen Sieger küren, verliefen die Rennen oft sehr eng. Je nach persönlicher Präferenz – etwa bei Handelswährung, Index oder ETF-Anbieter – kann daher auch ein Herausforderer, der sich ebenfalls fürs Finale qualifiziert hat, die passendere Wahl für dich sein. Diese Finalisten stellen wir ebenfalls mit den wichtigsten Kennzahlen vor.
Keine Kompromisse bei Nichterfüllung
In einer von 16 Kategorien («ETF Schweiz thesaurierend») erfüllte kein einziger ETF unsere Anforderungen. Deshalb haben wir in dieser Kategorie bewusst keinen Sieger gekürt.
Heimwährung schlägt Dollar & Co.
Erfüllen innerhalb einer Kategorie mehrere ETFs sämtliche Anforderungen, entscheidet das Gesamtbild. Ausschlaggebend sind dabei unter anderem tiefere Kosten, ein grösseres Fondsvolumen oder eine effizientere Indexabbildung.
Als zusätzlichen Pluspunkt werten wir, wenn ein ETF in Heimwährung CHF gehandelt werden kann. Dadurch lassen sich Gebühren für den Währungswechsel vermeiden. Die Handelswährung ist jedoch kein Muss-Kriterium und kann andere qualitative Vorteile nicht ersetzen.
Dividenden ausschütten oder reinvestieren?
Auf ein eigenes Ausschlusskriterium zur Ausschüttungsform haben wir bewusst verzichtet. Sowohl thesaurierende als auch ausschüttende ETFs haben ihre Berechtigung – abhängig von den individuellen Zielen und Präferenzen.
Auch bei uns hat sich der Fokus über die Zeit verschoben: Wir bevorzugen heute klar thesaurierende ETFs, weil sie Dividenden automatisch reinvestieren und den Zinseszinseffekt effizient ausschöpfen. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau sehen wir darin klare Vorteile.
Ausschüttende ETFs bleiben dennoch eine valide Option – etwa für Anleger:innen, die regelmässige Cashflows wünschen oder Ausschüttungen gezielt für Rebalancing oder laufende Ausgaben nutzen möchten.
Aus steuerlicher Sicht spielt die Ausschüttungsform für in der Schweiz steuerpflichtige Personen keine Rolle: Dividenden sind in beiden Fällen steuerpflichtig – unabhängig davon, ob sie ausgeschüttet oder automatisch reinvestiert werden.
Wahl der ultimativ besten ETFs Schweiz und global
In einem nächsten Schritt bestimmen wir für die folgenden Hauptkategorien die besten ETFs – jeweils in den Varianten thesaurierend und ausschüttend:
Bester globaler ETF
Bester ETF Entwickelte Welt
Bester ETF Schwellenländer (Emerging Markets)
Beste regionale ETFs
Bester ETF Schweiz
Daraus ergeben sich insgesamt 16 Sieger-Kategorien. Auf dieser Ebene haben wir jeweils jene ETFs ausgezeichnet, die im Gesamtvergleich am überzeugendsten abschneiden.
Die detaillierten Steckbriefe der Gewinner-ETFs findest du in den nachfolgenden Kapiteln. Direkt unter den Steckbriefen sind – falls vorhanden – die Herausforderer aufgeführt, die es ebenfalls ins Finale geschafft haben.
Mit Sieger-ETFs dein bevorzugtes Weltportfolio schmieden
Aus wenigen Siegerprodukten lässt sich mit geringem Aufwand ein individuelles Weltportfolio zusammenstellen. Je nach Präferenz und gewünschter Granularität bieten sich folgende Varianten an:
Weltportfolio mit 1 ETF: Marktkapitalisierungsgewichtet, maximal einfach.
Weltportfolio mit 2 ETFs: Aufteilung in entwickelte Welt und Schwellenländer.
Weltportfolio mit 5 ETFs: Regionale Aufteilung in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik (2 ETFs) und Schwellenländer.
Optional: Swiss Finish Ergänzung um einen Schweiz-ETF als bewusste Beimischung zum Weltportfolio.
Bevor wir die konkreten ETFs auswählen, stellt sich jedoch eine Grundsatzfrage: Welcher Index eignet sich besser als Basis eines Weltportfolios – MSCI oder FTSE?
Die Wahl des geeigneten Index: MSCI vs. FTSE
Die meisten ETFs setzen auf den führenden Indexanbieter MSCI aus den USA, während Vanguard den britischen FTSE Russell bevorzugt.
Die folgende Aufstellung zeigt, dass FTSE Russell breiter diversifiziert ist und ein Index-Mix zu Lücken oder Überschneidungen im Weltportfolio führen kann.
Gegenüberstellung der Indexanbieter MSCI und FTSE Russell: Die aufgeführten Indizes umfassen Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung (Large und Mid Caps). Abweichungen in der Länderzuordnung sind hervorgehoben. (*EMEA = Europa, Mittlerer Osten und Afrika; Datenbasis: MSCI und FTSE Russell, Stand: 31.12.2025)
Bester globaler ETF
In dieser Kategorie suchen wir einen ETF, der sowohl die entwickelten Märkte (Industrienationen) als auch die Schwellenländer abdeckt.
Egal ob der zugrundeliegende Index der MSCI ACWI oder der FTSE All-World ist: Die Gewichtung der einzelnen Positionen basiert auf der Marktkapitalisierung. Das heisst, je höher der Börsenwert eines Unternehmens ist, desto stärker ist es im Index gewichtet. Nvidia ist aktuell das wertvollste börsenkotierte Unternehmen weltweit und entsprechend in beiden Indizes am höchsten gewichtet.
Das Verhältnis zwischen entwickelter Welt und Schwellenländern fällt dabei deutlich zugunsten der Industrienationen aus und liegt aktuell bei rund 9:1.
Der grosse Vorteil: Mit einem einzigen ETF lässt sich ein vollständiges, marktkapitalisierungsgewichtetes Weltportfolio abbilden. Einfacher geht es nicht.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF global thesaurierend»
Bezeichnung
SPDR MSCI All Country World UCITS ETF Acc
ISIN / Börsenticker
IE00B44Z5B48 / ACWI
Auflegungsdatum
13. Mai 2011
Region
Global (Entwickelte Welt und Schwellenländer)
Anzahl Positionen
2’315
Fondsvolumen
6’549 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,12% p.a.
Tracking Difference
–0,05% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Überzeugt mit einem starken Gesamtpaket und den tiefsten laufenden Kosten. Ideal für alle, die mit einem einzigen thesaurierenden ETF in Heimwährung effizient ein globales Aktienportfolio abbilden möchten.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF global thesaurierend». (Quelle: Factsheet State Street Global Advisors, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF global thesaurierend»
Drei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF Acc | IE00B3YLTY66 / IMID Punktet mit der breitesten Diversifikation im Feld (4’415 Positionen) und der besten Tracking Difference (–0,13%). Die höhere TER (0,17%) sowie der Umstand, dass der ETF nicht in Heimwährung CHF, sondern in USD handelbar ist, verhindern den Sieg.
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Acc | IE00BK5BQT80 / VWRA Erstmaliger Finalist, der mit dem grössten Fondsvolumen (24’328 Mio. CHF) und einer breiten Abdeckung (3’794 Positionen) überzeugt. Im direkten Vergleich ist er jedoch weniger effizient: Die TER liegt höher (0,19%) und die Tracking Difference fällt mit 0,02% schwächer aus als beim Sieger.
iShares MSCI ACWI UCITS ETF Acc | IE00B6R52259 / SSACCHF Ein starker Finalist mit grossem Fondsvolumen (19’535 Mio. CHF) und sehr guter Tracking Difference (–0,10%). Für den Sieg reicht es dennoch nicht, da die TER mit 0,20% deutlich höher liegt als beim Sieger.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF global ausschüttend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dis
ISIN/ Börsenticker
IE00B3RBWM25 / VWRL
Auflegungsdatum
22. Mai 2012
Region
Global (Entwickelte Welt und Schwellenländer)
Anzahl Positionen
3’794
Fondsvolumen
16’985 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,19% p.a.
Tracking Difference
0,02% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Unangefochtene Nummer 1 auf dem Markt für alle, die sich bequem in Heimwährung mit einem einzigen ausschüttenden ETF ein Aktien-Weltportfolio aufbauen möchten.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF global ausschüttend» (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF global ausschüttend»
Kein weiterer ETF erfüllte sämtliche Anforderungen und qualifizierte sich damit für das Finale. Die jüngste Kostensenkung per 7.10.2025 auf 0,19% TER (bisher 0,22%) stärkt die ohnehin starke Position des Sieger-ETF zusätzlich.
Hinweis: Auch der ausschüttende Sieger-ETF von Vanguard ist bei Yuh im Sparplan ohne Kaufgebühren verfügbar. Details inklusive Startbonus findest du in unserem Yuh Testbericht.
Bester ETF Entwickelte Welt
ETFs auf die entwickelte Welt bilden das Rückgrat vieler langfristiger Aktienportfolios. Entsprechend gross ist das Angebot – und entsprechend kompetitiv sind Kosten, Fondsvolumen und Produktqualität. Als bekanntester Referenzindex gilt der MSCI World, der Aktien aus den wichtigsten Industrienationen umfasst und von den meisten ETF-Anbietern abgebildet wird.
Im Vergleich zu einem einzigen globalen ETF liegt der Fokus hier bewusst ausschliesslich auf den entwickelten Märkten. Das ermöglicht eine klare Trennung von Schwellenländern, die – falls gewünscht – gezielt über einen separaten ETF beigemischt werden können.
Gerade bei Kombinationen aus entwickelter Welt und Schwellenländern ist Konsistenz wichtig: Wie in der Übersicht weiter oben gezeigt, unterscheiden sich MSCI- und FTSE-Indizes in ihrer regionalen Abgrenzung und Länderklassifizierung. Wer die entwickelte Welt mit einem separaten Schwellenländer-ETF kombiniert, sollte daher idealerweise beim gleichen Indexanbieter bleiben.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend»
Bezeichnung
SPDR MSCI World UCITS ETF
ISIN / Börsenticker
IE00BFY0GT14 / SWRD
Auflegungsdatum
28. Februar 2019
Region
Entwickelte Welt
Anzahl Positionen
1’312
Fondsvolumen
12’553 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,12% p.a.
Tracking Difference
-0,21% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
USD (an der Börse SIX)
Begründung
Behauptet den Sieg knapp dank sehr starker Tracking Difference in einem zunehmend kompetitiven Umfeld.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend». (Quelle: Factsheet State Street Global Advisors, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend»
Vier weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
UBS Core MSCI World UCITS ETF acc | IE00BD4TXV59 / WRDUSWC Überzeugt mit den tiefsten Kosten im Feld (0,06% TER) und dem Handel in Heimwährung CHF. Andere Faktoren, wie die Tracking Difference (0,00%), fallen im Vergleich jedoch weniger stark aus, weshalb es trotz klarer Kostenführerschaft nicht ganz zum Sieg reicht.
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C | IE00BJ0KDQ92 / XDWD Punktet mit einem überzeugenden Gesamtpaket, einschliesslich Handel in Heimwährung CHF. Die Tracking Difference (–0,06%) liegt jedoch deutlich hinter dem Sieger-ETF, was letztlich den Ausschlag gibt.
iShares Core MSCI World UCITS ETF Acc | IE00B4L5Y983 / SWDA Ein etablierter Klassiker mit dem mit Abstand grössten Fondsvolumen im Feld (99’087 Mio. CHF). Die deutlich höhere TER (0,20%) und eine weniger überzeugende Tracking Difference (-0,07%) verhindern jedoch den Sprung ganz nach oben auf das Podest.
L&G Global Equity UCITS ETF | IE00BFXR5S54 / LGGL Ein solider, breit diversifizierter ETF mit attraktiver Kostenstruktur und bester Tracking Difference (-0,28%). Im direkten Vergleich liegt der Herausforderer insbesondere beim Fondsvolumen (856 Mio. CHF) deutlich zurück. Zu beachten ist zudem, dass er auf dem weniger verbreiteten Solactive Core Developed Markets Large & Mid Cap Index basiert.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE Developed World UCITS ETF Dis
ISIN / Börsenticker
IE00BKX55T58 / VEVE
Auflegungsdatum
30. September 2014
Region
Entwickelte Welt
Anzahl Positionen
2’001
Fondsvolumen
3’173 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,12% p.a.
Tracking Difference
-0,14% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Verteidigt den Sieg knapp dank der breitesten Diversifikation und einer über alle Kriterien hinweg starken Leistung. Ideal kombinierbar mit einem Schwellenländer-ETF, der ebenfalls auf einem FTSE-Index basiert.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend»
Drei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
UBS Core MSCI World UCITS ETF dis | IE00B7KQ7B66 / WRDCHY Erstmaliger Finalist, der mit den tiefsten Kosten (0,06% TER) und dem Handel in Heimwährung CHF überzeugt. Andere Faktoren, wie das Fondsvolumen (1’186 Mio. CHF) oder die Tracking Difference (0,00%), fallen im Vergleich jedoch weniger stark aus, weshalb es trotz klarer Kostenführerschaft nicht ganz zum Sieg reicht.
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1D | IE00BK1PV551 / XDWL Punktet mit gleich tiefen Kosten wie der Sieger-ETF und Handel in Heimwährung CHF. Gegenüber dem Vanguard-ETF ist die Diversifikation jedoch geringer, was im engen Rennen den Ausschlag gibt.
HSBC MSCI WORLD UCITS ETF | IE00B4X9L533 / HMWO Verfügt über das höchste Fondsvolumen im Feld (13’397 Mio. CHF) und eine starke Tracking Difference (-0,16%). Die höhere TER (0,15%) sowie der Handel in USD statt CHF verhindern jedoch den Sieg.
Bester ETF Schwellenländer (Emerging Markets)
ETFs auf Schwellenländer ergänzen ein Aktienportfolio um Regionen mit höherem wirtschaftlichem und politischem Risiko, bieten langfristig aber auch überdurchschnittliches Wachstumspotenzial. Entsprechend gelten sie für viele Anleger:innen nicht als alleinige Basis, sondern als gezielte Beimischung zur entwickelten Welt.
Auch hier solltest du auf die Index-Konsistenz achten: Ein MSCI Emerging Markets ETF passt in der Regel am besten zu einem MSCI World ETF, während FTSE Emerging Markets zusammen mit einem FTSE Developed ETF ein stimmiges Doppel bilden.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend»
Setzt sich auch 2026 dank sehr breiter Diversifikation, hohem Fondsvolumen und überzeugender Tracking Difference durch. Der zugrunde liegende MSCI EM IMI Index umfasst neben Large und Mid Caps auch Small Caps.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend»
Gleich fünf weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
UBS Core MSCI EM UCITS ETF acc | LU0950674175 / EMMUSC Überzeugt mit der tiefsten TER im Feld (0,15%) und einem soliden Fondsvolumen (4’107 Mio. CHF). Im Vergleich zum Sieger-ETF ist die Diversifikation jedoch deutlich geringer, da der zugrunde liegende MSCI EM Standardindex keine Small Caps umfasst (1’197 Positionen). Die Tracking Difference fällt mit 0,05% klar schwächer aus. Der ETF ist in USD handelbar.
Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C | IE00BTJRMP35 / XMME Ein starker Finalist mit hohem Fondsvolumen (8’367 Mio. CHF) und Handel in CHF. Gegenüber dem Sieger-ETF verhindern die schwächere Tracking Difference (0,09%) sowie die geringere Diversifikation (1’209 Positionen) den Sieg.
iShares MSCI EM UCITS ETF Acc | IE00B4L5YC18 / SEMA Stammt aus dem gleichen Haus wie der Sieger, bleibt jedoch bei Fondsvolumen (4’964 Mio. CHF), Tracking Difference (-0,02%) und Marktbreite (1’207 Positionen) deutlich zurück. Der ETF ist in USD handelbar.
SPDR MSCI Emerging Markets UCITS ETF | IE00B469F816 / EMRD Erstmaliger Finalist punktet gegenüber dem Sieger-ETF mit längerer Markterfahrung (seit 2011). Bei den entscheidenden Kriterien fällt er jedoch ab: gleiche TER (0,18%), aber schwächere Tracking Difference (0,01%) sowie ein deutlich geringeres Fondsvolumen (1’122 Mio. CHF). Der ETF ist in USD handelbar.
Amundi Core MSCI Emerging Markets UCITS ETF Acc | LU1437017350 / AEME Attraktiv durch Handel in CHF und ein solides Fondsvolumen (3’202 Mio. CHF). Gegenüber dem Sieger-ETF fällt die Tracking Difference (0,14%) jedoch klar schwächer aus, zudem ist die Diversifikation ohne IMI-Ansatz deutlich geringer (1’198 Positionen).
Hinweis: Der ETF von Vanguard (IE00BK5BR733) überschritt erneut unsere strenge Tracking-Difference-Limite von 0,25% (0,41%) und verpasste damit den Finaleinzug.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend»
Bezeichnung
UBS Core MSCI EM UCITS ETF USD dis
ISIN/ Börsenticker
LU0480132876 / EMMCHA
Auflegungsdatum
12.11.2010
Region
Schwellenländer
Anzahl Positionen
1’138
Fondsvolumen
1’769 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,15% p.a.
Tracking Difference
0,06% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Verteidigt den Sieg souverän dank eines attraktiven Gesamtpakets und der jüngsten Kostensenkung.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend». (Quelle: Factsheet UBS, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend»
Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
iShares MSCI EM UCITS ETF Dist | IE00B0M63177 / IEEM Wie so oft mischt Branchenführer iShares ganz vorne mit. Dieses Produkt überzeugt insbesondere mit dem grössten Fondsvolumen und der besten Tracking Difference (0,02%). Da die TER etwas höher ausfällt (0,18%) und der ETF nicht in Heimwährung CHF, sondern in USD handelbar ist, reicht es knapp nicht zum Sieg.
Amundi Core MSCI Emerging Markets UCITS ETF Dist | LU1737652583 / AEMD Auch dieser ETF erreicht das Finale dank eines überzeugenden Gesamtpakets inklusive Handel in Heimwährung CHF, kann aber den Sieger-ETF in keiner Disziplin übertreffen.
Hinweis: Der ETF von Vanguard (IE00B3VVMM84) überschritt erneut unsere strenge Tracking-Difference-Limite von 0,25% (0,41%) und verpasste damit den Finaleinzug. Gleiches gilt für den ETF von HSBC (IE00B5SSQT16), der ebenfalls an dieser Hürde scheiterte (0,31%).
Beste regionale ETFs
In diesem Kapitel betrachten wir eine alternative Möglichkeit, ein Weltportfolio abzubilden. Dabei wird die entwickelte Welt nicht über einen einzigen ETF, sondern regional aufgeteilt.
Konkret erfolgt die Aufteilung in die Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik. Angebotsbedingt sind für Asien-Pazifik zwei ETFs erforderlich, nämlich:
Asien-Pazifik ohne Japan
Japan
Diese regionale Zusammenstellung kann zusätzlich um einen separaten Schwellenländer-ETF ergänzt werden (vgl. unsere Sieger und Finalisten oben). Insgesamt ergibt sich damit ein Weltportfolio aus fünf ETFs.
Diese Lösung ist nicht grundsätzlich besser als ein Weltportfolio mit einem oder zwei ETFs. Sie ist jedoch deutlich komplexer im Handling und erfordert mehr Disziplin bei Gewichtung und Rebalancing.
Der Unterschied liegt vor allem in der Möglichkeit zur individuellen Steuerung der regionalen Gewichtung. So kann beispielsweise die starke US-Dominanz, die nach Marktkapitalisierung aktuell rund 65% des globalen Aktienmarkts ausmacht, bewusst reduziert werden.
Die Gewichtung für dein Weltportfolio mit regionalen ETFs lässt sich frei festlegen, etwa je 30% Nordamerika und Europa sowie je 20% Asien-Pazifik und Schwellenländer – mit oder ohne zusätzlichem Schweizer Akzent.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE North America UCITS ETF Acc
ISIN/ Börsenticker
IE00BK5BQW10 / VNRA
Auflegungsdatum
23. Juli 2019
Region
Nordamerika
Anzahl Positionen
585
Fondsvolumen
1’922 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,08% p.a.
Tracking Difference
-0,15% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Verteidigt den Sieg klar. Die jüngste Kostensenkung unterstreicht seine starke Position. Dieser ETF schneidet bei allen Kriterien sehr gut ab und bleibt aktuell ohne direkte Konkurrenz.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend». (Quelle: Factsheet Vanguard vom 31.12.2025)
Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend»
Kein weiterer ETF erfüllt sämtliche Anforderungen und qualifiziert sich damit für das Finale. Der Sieger-ETF überzeugt in allen relevanten Kriterien und ist zudem in Heimwährung CHF handelbar. Trotz fehlender Alternativen gehst du mit diesem Produkt keine Kompromisse ein.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE North America UCITS ETF Dis
ISIN/ Börsenticker
IE00BKX55R35 / VNRT
Auflegungsdatum
30. September 2014
Region
Nordamerika
Anzahl Positionen
585
Fondsvolumen
2’256 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,08% p.a.
Tracking Difference
-0,15% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Auch 2026 konkurrenzlos. Als einziger Nordamerika-ETF erfüllt er alle Anforderungen und überzeugt – wie das thesaurierende Pendant oben – mit einer starken Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend»
Auch in dieser Kategorie erfüllt kein weiterer ETF sämtliche Anforderungen und schafft den Sprung ins Finale. Der Sieger-ETF überzeugt über alle relevanten Kriterien hinweg und ist zudem in Heimwährung CHF handelbar. Entsprechend gehst du mit diesem Produkt trotz fehlender Alternativen keine Kompromisse ein.
🏆Sieger in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Acc
ISIN/ Börsenticker
IE00BK5BQX27 / VWCG
Auflegungsdatum
23. Juli 2019
Region
Europa
Anzahl Positionen
528
Fondsvolumen
1’889 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,10% p.a.
Tracking Difference
-0,33% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Neuer Sieger-ETF, der sich knapp durchsetzt. Die breiteste Diversifikation, die tiefsten Kosten und die beste Tracking Difference geben letztlich den Ausschlag zugunsten des Vanguard-ETF.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend» (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend»
Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
iShares Core MSCI Europe UCITS ETF Acc | IE00B4K48X80 / IMEA Der Vorjahressieger überzeugt mit sehr guten Werten, unter anderem dem grössten Fondsvolumen. Er ist ebenfalls in Heimwährung CHF handelbar. Im direkten Vergleich liegt er jedoch bei Kosten (0,12%), Tracking Difference (-0,30%) und Marktbreite (403 Positionen) hinter dem Sieger-ETF von Vanguard zurück.
Xtrackers MSCI Europe UCITS ETF 1C | LU0274209237 / XMEU Liefert ein solides Gesamtpaket und verfügt mit einem Auflagedatum von 2007 über die grösste Markterfahrung im Feld. Er ist ebenfalls in Heimwährung CHF handelbar. Im direkten Vergleich zum Sieger-ETF liegt er jedoch bei den Kosten (0,12%), der Tracking Difference (0,26%) sowie der Marktbreite (403 Positionen) zurück, weshalb es nicht an die Spitze reicht.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Dis
ISIN / Börsenticker
IE00B945VV12 / VEUR
Auflegungsdatum
21. Mai 2013
Region
Europa
Anzahl Positionen
528
Fondsvolumen
3’853 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,10% p.a.
Tracking Difference
-0,33% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Verteidigt den Sieg knapp dank der tiefsten Kosten und der besten Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend»
Wenn du eine Alternative zum FTSE-Index suchst, worauf der Sieger-ETF basiert, solltest du diese beiden Finalisten von iShares genauer unter die Lupe nehmen:
iShares Core MSCI Europe UCITS ETF Dist | IE00B1YZSC51 / IMEU Punktet mit dem grössten Fondsvolumen (10’931 Mio. CHF). Er ist ebenfalls in Heimwährung CHF handelbar, liegt jedoch bei Kosten (0,12%) und Tracking Difference (-0,29%) leicht hinter dem Sieger-ETF zurück. Zudem ist er weniger breit diversifiziert (404 Positionen).
iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF DE | DE0002635307 / EXEA Der älteste ETF im Feld (seit 2004) ist zugleich der teuerste (0,20% TER) und der einzige Finalist, der nicht in Heimwährung CHF, sondern in EUR handelbar ist.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend»
Bezeichnung
iShares Core MSCI Pacific ex Japan UCITS ETF Acc
ISIN / Börsenticker
IE00B52MJY50 / CSPXJ
Auflegungsdatum
12. Januar 2010
Region
Asien-Pazifik ohne Japan
Anzahl Positionen
94
Fondsvolumen
2’672 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,20% p.a.
Tracking Difference
0,14% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
USD (an der Börse SIX)
Begründung
Behauptet sich, obwohl ihm erstmals ernsthafte Konkurrenz erwächst. Die längere Markterfahrung und das höhere Fondsvolumen geben den Ausschlag zugunsten des iShares-ETF.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend»
Ein weiterer ETF erfüllt alle Anforderungen und steht ebenfalls im Finale:
L&G Asia Pacific ex Japan Equity UCITS ETF | IE00BFXR5W90 / LGAP Qualifiziert sich erstmals fürs Finale. Der ETF punktet gegenüber dem Sieger mit deutlich tieferen Kosten (0,10% TER), einer besseren Tracking Difference (0,08%) sowie einer breiteren Abdeckung (144 Positionen). Für den Sieg reichen am Ende aber die geringere Markterfahrung (seit 2018) und das deutlich kleinere Fondsvolumen (585 Mio. CHF) nicht aus, um den Leader vom Thron zu stossen. Zudem ist der zugrunde liegende Solactive Core Developed Markets Pacific ex Japan Large & Mid Cap Index noch wenig etabliert. Der ETF ist in USD handelbar.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend»
Bezeichnung
Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF Dis
ISIN/ Börsenticker
IE00B9F5YL18 / VAPX
Auflegungsdatum
21. Mai 2013
Region
Asien-Pazifik ohne Japan
Anzahl Positionen
373
Fondsvolumen
1’186 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,15% p.a.
Tracking Difference
0,09% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Gewinnt auch 2026 dank des höheren Fondsvolumens und der besseren Tracking Difference. Zudem ist der FTSE-Index deutlich breiter diversifiziert als das MSCI-Pendant.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend»
Auch in dieser Kategorie hat sich ein weiterer ETF fürs Finale qualifiziert:
HSBC MSCI Pacific ex Japan UCITS ETF | IE00B5SG8Z57 / HMXJ Dieser ETF ist vor allem dann eine Option, wenn der FTSE-Index für dich nicht infrage kommt, etwa aus Gründen der Index-Konsistenz im Portfolio. Im direkten Vergleich fällt er gegenüber dem Sieger-ETF bei der Tracking Difference (0,12%), beim Fondsvolumen (940 Mio. CHF) sowie bei der Diversifikation (94 Positionen) zurück. Zudem ist der ETF nicht in Heimwährung CHF, sondern in USD handelbar.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend»
Bezeichnung
iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETFAcc
ISIN / Börsenticker
IE00B4L5YX21 / SJPA
Auflegungsdatum
25. September 2009
Region
Japan
Anzahl Positionen
956
Fondsvolumen
5’587 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,12% p.a.
Tracking Difference
0,10% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
JPY (an der Börse SIX)
Begründung
Erfüllt alle Anforderungen und siegt erneut dank eines überzeugenden Gesamtpakets, bestehend aus dem grössten Fondsvolumen und einem klaren Indexvorteil. Der zugrunde liegende MSCI Japan IMI Index umfasst auch Small Caps und sorgt damit für eine besonders breite Diversifikation. Einziger Wermutstropfen: Der ETF ist nicht in Heimwährung handelbar.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend»
Vier weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
Vanguard FTSE Japan UCITS ETF Acc |IE00BFMXYX26 / VJPA Starker Herausforderer, der im direkten Vergleich mit leicht tieferer TER (0,10%), gleicher Tracking Difference sowie Handel in Heimwährung CHF punktet. Bei Fondsvolumen (1’038 Mio. CHF) und Marktbreite (486 Positionen) bleibt er jedoch klar hinter dem Leader zurück.
Xtrackers MSCI Japan UCITS ETF 1C | LU0274209740 / XMJP Der erfahrenste Finalist (seit 2007) mit der besten Tracking Difference (0,08%). Aufgrund der deutlich geringeren Markbreite (180 Positionen) reicht es dennoch nicht zum Sieg. Der ETF ist in JPY handelbar.
UBS Core MSCI Japan UCITS ETF acc | LU0950671825 / JPNA Solider Finalist, der jedoch im direkten Vergleich zurückbleibt: schwächere Tracking Difference (0,13%), geringere Marktbreite (181 Positionen) sowie geringeres Fondsvolumen (3’067 Mio. CHF). Der ETF ist in JPY handelbar.
SPDR MSCI Japan UCITS ETF | IE00BZ0G8B96 / JPJY Liegt im direkten Vergleich in mehreren Punkten hinter dem Leader zurück: geringeres Fondsvolumen (681 Mio. CHF), schwächere Tracking Difference (0,15%) und eine deutlich schmalere Abdeckung (181 Positionen). Der ETF ist in JPY handelbar.
Hinweis: Branchenprimus iShares scheitert mit dem thesaurierenden Japan-ETF (IE00B53QDK08) an der zu hohen Tracking Difference von 0,31% und verpasst damit das Finale – trotz ansonsten überzeugender Werte.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend»
Bezeichnung
Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D
ISIN / Börsenticker
LU0839027447 / XNJP
Auflegungsdatum
25. Januar 2013
Region
Japan
Anzahl Positionen
225
Fondsvolumen
1’723 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,09% p.a.
Tracking Difference
-0,06% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (vollständig)
Handelswährung
JPY (an der Börse SIX)
Begründung
Verteidigt den Sieg dank der tiefsten Kosten und der besten Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend». (Quelle: Factsheet DWS Xtrackers, Stand: 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend»
Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:
Vanguard FTSE Japan UCITS ETF Dis | IE00B95PGT31 / VJPN Erster Verfolger, der mit dem grössten Fondsvolumen (2’096 Mio. CHF), der breitesten Diversifikation (486 Positionen) sowie Handel in Heimwährung CHF punktet. Die leicht höheren Kosten (0,10% TER) und die deutlich schwächere Tracking Difference (0,10%) verhindern jedoch den Sieg.
UBS Core MSCI Japan UCITS ETF dis | LU0136240974 / JPNCHA Der erfahrenste Finalist (seit 2001) fällt im direkten Vergleich unter anderem bei Kosten (0,12% TER) und Tracking Difference (0,14%) hinter den Sieger-ETF zurück. Positiv hervorzuheben ist der Handel in Heimwährung CHF.
Hinweis: Auch beim ausschüttenden Japan-ETF von iShares (IE00B02KXH56) reicht es nicht fürs Finale: Die Tracking Difference liegt mit 0,38% deutlich über unserem Grenzwert (0,25%) und führt zum Ausschluss im letzten Selektionsschritt.
Bester ETF Schweiz
Auch wenn ein ausgeprägter Home Bias aus wissenschaftlicher Sicht bei der Geldanlage kritisch beurteilt wird, bevorzugen viele Anleger:innen Aktien aus dem eigenen Land. Dieses Verhalten ist keineswegs eine Schweizer Besonderheit, sondern lässt sich international beobachten.
Vor diesem Hintergrund widmen wir uns in diesem Kapitel dem besten ETF Schweiz. Für alle interessant, die ihr Portfolio bewusst um einen Schweizer Akzent erweitern möchten.
Unabhängig davon kann ein Engagement in Schweizer Aktien das Währungsrisiko reduzieren. Zudem fällt bei in der Schweiz domizilierten ETFs nur die halbe Stempelsteuer an. Diese Aspekte sind aus unserer Sicht nicht matchentscheidend, können bei Bedarf jedoch mitberücksichtigt werden.
Kein Sieger in der Kategorie «ETF Schweiz thesaurierend»
In dieser Kategorie konnte auch 2026 kein Sieger gekürt werden, da kein Produkt sämtliche Anforderungen erfüllte. Offenbar gehen die ETF-Anbieter davon aus, dass Schweizer Anleger:innen im Heimmarkt ausschüttende ETFs gegenüber thesaurierenden Varianten bevorzugen.
🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schweiz ausschüttend»
Bezeichnung
iShares Core SPI CH
ISIN / Börsenticker
CH0237935652 / CHSPI
Auflegungsdatum
28. April 2014
Region
Schweiz
Anzahl Positionen
200
Fondsvolumen
5’007 Mio. CHF
Produktkosten (TER)
0,10% p.a.
Tracking Difference
0,10% (5 Jahre, annualisiert)
Replikationsmethode
Physisch (optimiert)
Handelswährung
CHF (an der Börse SIX)
Begründung
Erfüllt sämtliche Anforderungen mit Bravour und setzt sich insbesondere dank hohem Fondsvolumen und solider Tracking Difference durch. Trotz breiter Abdeckung mit über 200 Positionen bleibt der Schweizer Aktienmarkt stark konzentriert: Die zehn grössten Titel machen rund 60% des Index aus.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schweiz ausschüttend». (Quelle: Factsheet iShares vom 31.12.2025)
Herausforderer in der Kategorie «Schweiz ausschüttend»
Ein weiterer ETF erfüllt alle Anforderungen und steht ebenfalls im Finale:
UBS Core SPI ETF dis | CH0131872431 / SPICHA Meistert das mehrstufige Selektionsverfahren problemlos, kann den Sieger-ETF jedoch – abgesehen von der leicht tieferen TER (0,09%) und der etwas längeren Markterfahrung (seit 2011) – in keiner weiteren Disziplin übertreffen.
Übersicht «Beste ETFs Schweiz und global»
Für die insgesamt 16 untersuchten Sieger-Kategorien konnten wir also 15 Gewinner-ETFs auserkoren, die du in dieser Übersicht findest:
Kategorie
Sieger-ETF
ISIN
ETF Global thesaurierend
SPDR MSCI All Country World UCITS ETF Acc
IE00B44Z5B48
ETF Global ausschüttend
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dis
IE00B3RBWM25
ETF Entwickelte Welt thesaurierend
SPDR MSCI World UCITS ETF
IE00BFY0GT14
ETF Entwickelte Welt ausschüttend
Vanguard FTSE Developed World UCITS ETF Dis
IE00BKX55T58
ETF Schwellenländer thesaurierend
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF Acc
IE00BKM4GZ66
ETF Schwellenländer ausschüttend
UBS Core MSCI EM UCITS ETF dis
LU0480132876
ETF Nordamerika thesaurierend
Vanguard FTSE North America UCITS ETF Acc
IE00BK5BQW10
ETF Nordamerika ausschüttend
Vanguard FTSE North America UCITS ETF Dis
IE00BKX55R35
ETF Europa thesaurierend
Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Acc
IE00BK5BQX27
ETF Europa ausschüttend
Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Dis
IE00B945VV12
ETF Asien-Pazifik ohne Japan thes.
iShares Core MSCI Pacific ex Japan UCITS ETF Acc
IE00B52MJY50
ETF Asien-Pazifik ohne Japan aussch.
Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF Dis
IE00B9F5YL18
ETF Japan thesaurierend
iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF Acc
IE00B4L5YX21
ETF Japan ausschüttend
Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D
LU0839027447
ETF Schweiz thesaurierend
Kein Sieger, da kein ETF alle Anforderungen erfüllt.
–
ETF Schweiz ausschüttend
iShares Core SPI CH
CH0237935652
Gesamtübersicht mit 16 Sieger-Kategorien und 15 Gewinner-ETFs.
Wo gibt es die Sieger-ETFs zu kaufen?
Die 15 Sieger-ETFs sowie deren Herausforderer sind breit verfügbar. Besonders gut aufgehoben bist du bei den folgenden vier etablierten Online-Brokern, die wir ausführlich getestet haben und empfehlen:
Hinweis: Für iShares ETFs – auch aus diesem Vergleich – ist Saxo besonders attraktiv: Über die ETF-Sparpläne lassen sich diese ohne Kaufgebühren erwerben und flexibel kombinieren. Ein klarer Vorteil für alle, die automatisiert und kosteneffizient investieren möchten.
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Fazit zum Vergleich «Beste ETFs Schweiz und Global»
Ein globales Aktienportfolio lässt sich einfach und effizient mit einem bis sechs ETFs umsetzen – mit oder ohne Swiss Finish. Mehr brauchst du nicht, um breit diversifiziert an der globalen Aktienmarktentwicklung teilzuhaben.
Bei der Auswahl spielt der Indexanbieter eine zentrale Rolle: FTSE- und MSCI-Indizes sind nicht deckungsgleich und unterscheiden sich sowohl bei der Länderabdeckung als auch bei der Marktbreite. Kombinierst du mehrere ETFs, solltest du daher auf eine konsistente Indexbasis achten.
Aus über 2’000 an der Schweizer Börse SIX handelbaren ETFs haben wir das Angebot in einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren systematisch reduziert. Übrig blieben 45 Finalisten, aus denen wir 15 Sieger-ETFs bestimmt haben.
Die meisten Siege gehen erneut an die beiden Marktführer Vanguard und iShares. UBS hat die Kosten zuletzt deutlich gesenkt und rückt den US-Anbietern spürbar näher. Auch SPDR und Xtrackers konnten sich in einzelnen Kategorien durchsetzen.
Alle Sieger und Finalisten erfüllen hohe Qualitätsanforderungen wie tiefe Kosten, eine überzeugende Tracking Difference, hohes Fondsvolumen, breite Diversifikation und lange Markterfahrung. Die Unterschiede liegen im Detail – weshalb je nach persönlicher Präferenz auch ein Finalist die passendere Wahl für dich sein kann.
2025-03-10: Rubrik «Kurz & bündig» als einleitende Zusammenfassung eingefügt.
2025-02-03: Angaben, wo es die Sieger-ETFs zu kaufen gibt, aktualisiert. ISIN als zusätzliche Spalte bei der Übersicht der Sieger-ETFs eingefügt.
2025-01-30: Alle ETF-Daten der Sieger-ETFs und Finalisten an die Factsheets vom 31.12.2024 angepasst. «UBS ETF (CH) SLI (CHF) A-dis» (CH0032912732) neu als Finalist aufgenommen, da bessere Tracking Difference (0.25%) als ursprünglich berechnet (0.32%).
2025-01-23: Neue Auswertung 2025 mit teilweisen neu definierten Selektionskriterien. Indexübersicht eingefügt.
2024-07-26: Auf provisionsfreien Sieger-ETF VWRL von Vanguard hingewiesen, welcher Yuh neu im Sparplan anbietet.
2024-04-10: Den ETF von Xtrackers (IE00BTJRMP35) wegen Handelswährung CHF als Alternative für den Sieger-ETF „Schwellenländer thesaurierend“ erwähnt.
2024-02-26: Beim Siegerprodukt «ETF Entwickelte Welt thesaurierend» die neue Handelswährung CHF (statt bisher USD) eingetragen.
2023-10-14: Ergänzung bei Tabelle des Sieger-Produkts «ETF global thesaurierend» eingefügt, wonach dieser ETF neben USD auch in CHF an der CH-Börse SIX gehandelt werden kann.
2023-08-01: Hinweis eingefügt, dass sämtliche Sieger-ETFs bei Swissquote erhältlich sind.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Transparenzhinweis: Das Team von Schweizer Finanzblog ist zum Zeitpunkt der Publikation in die folgenden im Artikel erwähnten Aktien-ETFs investiert: Vanguard FTSE All-World Acc, SPDR MSCI World UCITS ETF und iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF Acc. Abgesehen von diesen Investments bestehen keine Geschäftsbeziehungen (Provisionen o.ä.) zu allen in diesem Bericht erwähnten Index- oder ETF-Anbietern.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel «Beste ETFs Schweiz und global» nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Dry January, Veganuary, mehr Sport oder alles zusammen? So sinnvoll diese und andere Vorsätze auch sein mögen, leider sind sie oft von kurzer Dauer. Das wollen wir zumindest für dein Geld ändern. Denn sind deine Finanzen einmal richtig aufgegleist, laufen sie über Jahrzehnte wie am Schnürchen.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du dein Vermögen stetig und automatisiert aufbaust und dabei gleichzeitig den vollen Überblick über deine Ausgaben behältst. Zudem erfährst du, weshalb das richtige Money-Mindset ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Weg zu deiner finanziellen Freiheit ist.
Finanzen sind nicht der Mittelpunkt unseres Lebens, sondern sollen uns dabei unterstützen, so zu leben, wie wir es uns wünschen. Diese fünf Finanzvorsätze helfen dir dabei, dieses Ziel zu erreichen:
Geldbildung aneignen Ohne Grundverständnis von Rendite, Risiko und Zinseszinseffekt fehlt die Basis für alles Weitere.
Eigene Finanzen kennen Nettovermögen und Sparquote sind dein Ausgangspunkt. Erst messen, dann optimieren.
Schulden tilgen & Notgroschen aufbauen Sicherheit vor Rendite. Ohne Puffer für unerwartete Ereignisse wird jede Strategie fragil.
Sparquote erhöhen
Wichtigster Hebel für Vermögensaufbau und finanzielle Freiheit.
Regelmässig Investieren Passiv, automatisiert, mit fixen Beträgen – jetzt wird das System umgesetzt.
Vermögensaufbau ist kein Selbstzweck. Wir wollen mit diesen Finanzvorsätzen weder eine kleinliche Rappenspalterei fördern noch bei sinnvollen Ausgaben wie Spenden den Rotstift ansetzen. Denn für uns ist klar: Finanzen sind nicht der Mittelpunkt unseres Lebens, sondern sollen uns dabei unterstützen, unser Leben so zu leben, wie wir es uns wünschen. Ein für uns lohnendes Ziel ist ein eigenverantwortliches Leben ausserhalb des Hamsterrads.
Egal, welche Ziele du verfolgst: Wenn du finanziell abgesichert bist, lässt es sich deutlich unbeschwerter leben – sei es im Job, auf Reisen oder wenn du wieder einmal die Lust verspürst, frei deine Meinung zu äussern.
Diese fünf Finanzvorsätze, auf die wir in diesem Beitrag vertieft eingehen, sollen dir den Weg zur finanziellen Freiheit und zu einem selbstbestimmten Leben ebnen:
Sind die eigenen Finanzen im Lot, lässt es sich unbeschwerter Leben.
Finanzvorsatz Nr. 1: Geldbildung aneignen
Weshalb sollte ich das tun?
Wir starten mit dem allgemeinsten aller Finanzvorsätze: deiner finanziellen Bildung. Die Hauptmotivation besteht darin, dass finanzielle Sicherheit ein entscheidender Faktor für ein unbeschwertes, freies Leben ist. Auf der «operativen Ebene» verleiht dir eine solide Finanzbildung bei deinen Anlageentscheidungen Stabilität und bewahrt dich vor unüberlegtem Handeln.
Konkret: Hast du dir die wichtigsten Finanzgrundlagen verinnerlicht, wirst du beim ersten grösseren Börsentaucher nicht aus Panik all deine Wertschriften verlustreich verkaufen.
Die Herausforderung ist damit vor allem mentaler Natur und hängt stark mit dem «richtigen» Money-Mindset zusammen – erst in zweiter Linie mit der korrekten praktischen Umsetzung.
Wie setze ich das um?
Die von uns bevorzugte passive Anlagestrategie mit breit diversifizierten Aktien-ETFs ist wissenschaftlich fundiert und einfach umzusetzen. Ganz ohne Geldbildung geht es aber nicht. Mindestens diese drei «Finanzweisheiten» solltest du verinnerlichen:
Das Zusammenspiel von Rendite und Risiko verstehen
Ohne Risiko gibt es keine Rendite. Und ohne Rendite verliert dein Vermögen durch die Inflation stetig an Kaufkraft. 2025 lag die Teuerung in der Schweiz bei 0,2%. Um den realen Wert zu erhalten, müsstest du dein Geld also mindestens so verzinsen. Mit sicheren Anlagen wie einem einlagengesicherten Bankkonto ist das kaum möglich, da die Sparzinsen auch 2026 auf breiter Front bei null liegen dürften.
Für Notgroschen und laufende Ausgaben sind solche sicheren und liquiden Anlagen trotzdem ideal. Hier zählen Sicherheit und sofortige Verfügbarkeit, nicht Rendite.
Beim langfristigen Vermögensaufbau – inklusive 3. Säule – ist es umgekehrt: Kurzfristige Schwankungen sind normal und notwendig. Ohne Aktien ist realer Vermögenserhalt kaum möglich. Breit diversifizierte Aktien-ETFs reduzieren dabei das Klumpenrisiko gegenüber Einzelaktien deutlich.
Kurz gesagt: Jede Geldanlage kann immer nur zwei der drei Ziele Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit erfüllen – nie alle drei gleichzeitig.
Albert Einstein soll einst gesagt haben: «Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.» Tatsächlich ist der Zinseszinseffekt einer der stärksten Hebel beim Vermögensaufbau. Entscheidend sind zwei Faktoren: Rendite und Zeit. Je höher die Verzinsung und je länger der Anlagehorizont, desto stärker wirkt der Effekt.
Selbst bei einem Startbetrag von nur 10’000 CHF ist der Zinseszinseffekt mächtig – vorausgesetzt, Verzinsung und Anlagedauer sind hoch genug.
Zinseszinsrechner🚀
CHF
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Jahre
%
Kalkulation
Endkapital
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Einzahlungen gesamt
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Zinsen gesamt oder Gesamtertrag
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Wenn du über 10 Jahre, monatlich100CHF zu 5% investierst, beträgt dein Endkapital 23.763CHF. Dieses setzt sich zusammen aus 17.000CHF Einzahlungen und 6.763CHF Zinsen oder Kapitalerträgen.
Diagramm
Noch eindrücklicher wirkt der Zinseszinseffekt bei einem höheren Startvermögen von 100’000 CHF und einer jährlichen Rendite von 8%: Nach 10 Jahren hast du bereits 215’892 CHF (+116%), nach 20 Jahren 466’096 CHF (+366%) und nach 30 Jahren bist du Millionär– notabene ganz ohne zusätzliche Einzahlungen.
Passives Investieren heisst, indexbasiert zu investieren und sich mit der Marktrendite zufriedenzugeben. Den Markt schlägst du damit nicht – musst du aber auch nicht. Bei Aktien liegt die langfristige durchschnittliche Rendite historisch bei rund 8% pro Jahr.
Wenn du davon ausgehst, dass Unternehmenswerte dank Innovation und Produktivität langfristig weiter wachsen (mit zwischenzeitlichen Rückschlägen), sind breit diversifizierte Aktien-ETFs die naheliegende Wahl. Sie sind die einfachste und günstigste Umsetzung des passiven Investierens.
Demgegenüber steht das aktive Investieren, das vor allem für Vermögensverwalter lukrativ ist. Für dich bedeutet es jedoch deutlich höhere Kosten: 1–2% pro Jahr gegenüber oft unter 20 Basispunkten (<0,20%) bei ETFs. Kein Wunder also, dass es kaum jemand schafft, den Markt langfristig und nach Kosten zu schlagen.
Aller Anfang ist schwer – mit Geldbildung werden deine Finanzen aber beherrschbar statt belastend.
Aller Anfang ist schwer, aber dank Geldbildung beisst du dir keine Zähne an deinen Finanzen mehr aus.
Finanzvorsatz Nr. 2: Deine Finanzen kennen
Weshalb sollte ich das tun?
Eine fundierte Standortbestimmung wird dir Klarheit über deine finanzielle Situation liefern. Aber nicht nur das: Du erfährst auch, welches deine grössten Ausgabenposten sind bzw. wo naturgemäss auch das grössteSparpotenzial schlummert.
Wie setze ich das um?
Bei der Bestandesaufnahme deiner Finanzen geht es darum, dass du deine Einkommensströme (aktive wie das Erwerbseinkommen und passive wie Dividenden), deine wichtigsten Ausgabenposten sowie als Differenz deine Sparrate ermittelst. Bei einem monatlichen verfügbaren Haushaltseinkommen von 10’000 CHF und Ausgaben von 8’000 CHF beträgt die Sparrate 2’000 CHF bzw. die Sparquote 20% (=2’000/10’000).
Zudem berechnest du dein Vermögen (im Wesentlichen bestehend aus deinen Barmitteln, Wertschriften und Immobilien), allfällige Schulden (z.B. Ausbildungs- und Konsumkredite, Hypotheken) sowie als Differenz dein Nettovermögen. Das Nettovermögen erachten wir als die wichtigste und aussagekräftigste Finanzkennzahl auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Denn anders als mit einem hohen Einkommen ist mit einem hohen Nettovermögen die finanzielle Sicherheit verbunden, oft in Kombination mit passiven Einkommensströmen wie Dividenden.
Sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen, ist ein unerlässlicher, wenn auch manchmal mühsamer Schritt auf dem Weg zur finanziellen Freiheit.
Um die finanzielle Freiheit zu erreichen, kommt es also weniger darauf an, wie viel Geld du verdienst, sondern wie viel du davon sparst – und rentabel investierst. Bevor es so weit ist, müssen wir uns jedoch noch der finanziellen Absicherung widmen. Damit kommen wir zum nächsten Vorsatz.
Finanzvorsatz Nr. 3: Schulden tilgen & Notgroschen aufbauen
Weshalb sollte ich das tun?
Wenn du (konsum-)schuldenfrei lebst, existenzielle Risiken versichert hast und für nicht versicherte, unvorhergesehene Ereignisse jederzeit einen Notgroschen in ausreichender Höhe parat hast, ist das Fundament für ein unbeschwertes Leben gelegt. Du kannst also die angenehmen Seiten des Lebens geniessen und dich den nicht finanziellen Herausforderungen widmen.
Nicht immer Liebe auf den ersten Blick: Der Notgroschen soll dazu dienen, die finanziellen Folgen von überraschenden und nicht versicherten Ereignissen zu decken.
Wie setze ich das um?
Bevor du mit dem Vermögensaufbau beginnst, solltest du zuerst allfällige Schulden abbauen. Im Vordergrund stehen dabei die hochverzinslichen Konsumschulden, deren Schuldzinsen üblicherweise deutlich höher sind, als die zu erwarteten Wertsteigerungen von Aktien-ETFs. Konkret:
Teilzahlungsoptionen bei Kreditkarten (die populäre Certo! verlangt dafür beispielsweise 12% p.a.) deaktivieren und auf kostenloses LSV umstellen oder
statt Kreditkarten nur noch Debitkarten ohne Überziehungsfunktion verwenden.
Sind die Konsumschulden abbezahlt, ist es unerlässlich, für unvorhergesehene Ereignisse wie eine hohe Zahnarztrechnung oder den unerwarteten Ersatz der Waschmaschine einen sogenannten Notgroschen aufzubauen. Dieser sollte je nach Einkommen und persönlicher Risikoeinschätzung etwa zwei bis drei Monatsgehälter betragen.
Wichtig: In der Schweiz bist du für viele existenzbedrohende Ereignisse wie Jobverlust, Krankheit oder Unfall gesetzlich abgesichert. Zusätzlich zu den obligatorischen Versicherungen lohnt sich eine private Haftpflichtversicherung, da sie dich ebenfalls vor dem finanziellen Ruin schützen kann.
Andere Versicherungen hingegen, die nur verhältnismässig geringe finanzielle Risiken abdecken (z.B. der «Rund-um-Schutz für dein Handy»), sollten gekündigt werden. Solche Schäden lassen sich im Ernstfall besser über den Notgroschen abdecken.
Gemäss unserer Erfahrung eignet sich die Smartphone-Bank Yuh besonders gut für die Aufbewahrung deines Notgroschens: sicher, separiert vom laufenden Zahlungsverkehr in einem eigenen Spartopf, dennoch jederzeit verfügbar und – abgesehen von historisch tiefen Zinsphasen wie aktuell – gut verzinst. Zudem ist die Kontoführung kostenlos. Mit unserem Aktionscode YUHSFB sicherst du dir einen Startbonus und unterstützt gleichzeitig unseren Blog.
Ausnahme Hypothekarschulden
Eine wichtige Ausnahme bilden Hypothekarschulden. Diese müssen nicht zwingend rasch getilgt werden – insbesondere bei historisch tiefen Zinssätzen. Selbstbewohntes Wohneigentum ist primär ein Konsumgut mit Vermögenswert-Charakter und keine klassische Anlageklasse. Trotzdem bindet es sehr viel Kapital in einem einzigen, wenig flexiblen Objekt. Eine vollständige Amortisation erhöht damit das Klumpenrisiko, weil ein grosser Teil des Vermögens «in Stein gehauen» ist.
In vielen Fällen ist es daher sinnvoller, einen Teil des Vermögens investiert zu lassen und von langfristigen Renditechancen zu profitieren, statt die Hypothek maximal zu amortisieren.
Finanzvorsatz Nr. 4: Sparquote erhöhen
Weshalb sollte ich das tun?
Wenn du finanziell frei werden möchtest, führt kein Weg an einer ambitionierten Sparquote vorbei. Sie ist dein zentraler Hebel: Je höher du sie ansetzt, desto rascher erreichst du finanzielle Freiheit bzw. Unabhängigkeit von deinem aktiv erwirtschafteten Erwerbseinkommen. Wie schnell es gehen kann, beschreiben wir im Artikel Finanzielle Freiheit – Hype oder erstrebenswertes Ziel?
Wie setze ich das um?
Zur Erinnerung: Die Sparquote wird in Prozenten ausgedrückt und setzt die Sparrate (in CHF) ins Verhältnis zu deinem Gesamteinkommen.
Doch wie soll man die Sparquote einfach so erhöhen? Zugegeben, das ist leichter gesagt als getan. Und trotzdem sind wir überzeugt, dass jede und jeder die Sparquote steigern kann. Dafür stehen dir zwei Hebel zur Verfügung: Erstens dein Einkommen erhöhen und zweitens deine Ausgaben reduzieren.
Am einfachsten und wirkungsvollsten lässt sich die Sparquote in besonderen Lebenssituationen steigern, indem du bei der sogenannten Lifestyle Inflation (einkommensabhängigen Konsumsteigerung) nicht mitmachst. Diese beschreibt das Phänomen, dass mit steigendem Einkommen meist auch der Lebensstandard und damit der Konsum zunimmt – und die Sparquote auf der Strecke bleibt. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich gut belegt und trifft auf die meisten Menschen zu.
Gerade deshalb liegt hier eine enorme Chance: Kaum in einer anderen Phase hast du bessere Möglichkeiten, deiner finanziellen Freiheit noch zu Lebzeiten deutlich näherzukommen, als in genau solchen Situationen mit spürbaren Lohnsprüngen.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung
Während des Studiums war ein bescheidener Lebensstil für uns Pflicht. Mit den damals knappen finanziellen Mitteln gab es schlicht keine Alternative. Nach dem Studium haben wir zwar erstmals «richtig» verdient, unseren Lebensstandard jedoch über Jahre kaum erhöht. (Stefan besitzt auch Jahrzehnte später immer noch kein Auto.) Der Grund: Wir hatten uns während des Studiums an einen genügsamen Lebensstil gewöhnt.
Nach solchen Lebensabschnittswechseln ist es oft erstaunlich einfach, die Sparquote von einem Tag auf den anderen massiv zu erhöhen – im Extremfall von 0 auf 50% oder mehr. Der umgekehrte Weg, also ein bewusster Downgrade des Lebensstandards, ist hingegen deutlich schwieriger. Einsparungen werden dann schnell als schmerzhafte Einschränkungen empfunden.
Wie erwähnt handelt es sich dabei um ausgewählte und eher seltene, manchmal sogar einmalige Gelegenheiten. Widmen wir uns nun den häufigeren Situationen, in denen du deine Sparquote bzw. deine Investitionen Schritt für Schritt erhöhen kannst.
Beim Erwerbseinkommen bist du kurzfristig auf den Goodwill deines Chefs sowie dein Verhandlungsgeschick angewiesen. Längerfristig kannst du dein Einkommen jedoch gezielt steigern – etwa durch Weiterbildungen und die Übernahme von mehr Verantwortung oder besser bezahlten Aufgaben.
Der Ausgabenhebel als sofortiger Sparquoten-Booster
Der Ausgabenhebel hat den grossen Vorteil, dass er sofort wirkt. Jeder eingesparte Franken erhöht direkt deine Sparquote. Gehe deshalb deine zuvor ermittelten Ausgabenpositionen gezielt durch und fokussiere dich auf die grossen Posten – genau dort liegt das grösste Einsparpotenzial.
Bei Verträgen für Handy & Co. lohnt es sich oft, diese vorsorglich zu kündigen. Das verschafft dir eine starke Verhandlungsposition und hält dir gleichzeitig die Option eines Anbieterwechsels offen.
Ein echter No-Brainer in der Schweiz ist der Krankenkassenwechsel. Da die Leistungen der Grundversicherung staatlich vorgegeben sind, kannst du jedes Jahr ohne Leistungseinbussen zur günstigsten Kasse wechseln. Zusätzlich lohnt sich für die meisten die maximale Franchise von CHF 2’500 – vorausgesetzt, ein Notgroschen für den Fall der Fälle ist vorhanden. Damit sind wir bereits beim nächsten Finanzvorsatz.
Finanzvorsatz Nr. 5: Regelmässig investieren
Weshalb sollte ich das tun?
Endlich kommt der wichtigste Teil für ein finanziell unbeschwertes Leben: das Investieren. Es ist nicht nur der wichtigste, sondern auch der mit der höchsten Priorität. Das passende Motto dazu lautet: Investiere heute, konsumiere morgen. Denn je früher du beginnst, desto stärker hilft dir der Zinseszinseffekt beim Vermögensaufbau.
Wenn du das Investieren nicht priorisierst, wird es tausend Gründe geben, deine Ersparnisse dem Konsum zuzuführen. Dieses Verhalten ist übrigens wissenschaftlich belegt und wird oft mit dem Parkinsonsche Gesetz erklärt. Demnach neigen wir dazu, verfügbare Ressourcen vollständig auszuschöpfen. Auf Geld übertragen heisst das: Unabhängig von der Höhe unseres Einkommens geben wir tendenziell alles aus – ausser wir folgen einem klaren, durchdachten Plan.
Wie setze ich das um?
Basierend auf deiner Sparrate geht es nun darum, das angesparte Geld sinnvoll und rentabel zu investieren.
Bei einem Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren kannst du deine Sparrate – oder einen Teil davon – nutzen, um dir Monat für Monat mit ETFs ein globales Aktienportfolio aufzubauen.
Wie hoch dein Aktienanteil sein soll, hängt von deinem Risikoprofil ab. Dieses besteht aus zwei Teilen: deiner Risikofähigkeit und deiner Risikobereitschaft.
Die Risikofähigkeit ist objektiv bestimmbar und hängt von Vermögen, Einkommen, Ausgaben und Anlagehorizont ab.
Die Risikobereitschaft ist subjektiv und beschreibt, wie gut du mit Kursschwankungen umgehen kannst. Konkret: Wie fühlt es sich für dich an, wenn dein Portfolio zwischenzeitlich 10, 20 oder sogar 50% im Minus steht? Je besser du damit umgehen kannst, desto höher darf deine Aktienquote sein.
Wichtig: Auch breit diversifizierte Aktienportfolios können in Extremphasen temporäre Verluste von bis zu 50% erleiden.
Unabhängig von deiner Aktienquote sollte der Vermögensaufbau möglichst regelbasiert und automatisiert über einen ETF-Sparplan erfolgen.
Konkret richtest du bei deiner Bank einen Dauerauftrag ein, mit dem du zu Beginn jedes Monats dein Wertschriftenportfolio – bei einem Online-Broker oder Robo-Advisor – aufstockst. Ergänzend dazu aktivierst du einen weiteren Dauerauftrag für deine wertschriftenbasierte Säule 3a.
Saxo Bank bietet neu alle Sparpläne ohne Kaufgebühren an – auch das gleichzeitige Besparen mehrerer ETFs ist möglich. Mehr dazu erfährst du in unserem ausführlichen Testbericht.
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Fazit zu den Finanzvorsätzen
Die Umsetzung dieser fünf Finanzvorsätze bildet aus unserer Sicht das Fundament für deine finanzielle Freiheit. Der Erfolg hängt dabei von zwei Faktoren ab: von deinem Money-Mindset und davon, wie gut du deine Finanzen organisierst. Ersteres entwickelst du durch Finanzbildung und praktische Erfahrung als Investor:in. Letzteres erreichst du durch Klarheit über deine finanzielle Situation, die konsequente Automatisierung deiner Investitionen via ETF-Sparplan und – nicht zuletzt – durch die kluge Wahl passender Finanzpartner und -lösungen.
Wie eingangs erwähnt, geht es bei unseren Finanzvorsätzen nicht darum, möglichst viel Geld um des Geldes willen anzuhäufen. Ein hohes Nettovermögen soll dir vielmehr finanzielle Unabhängigkeit und echte Selbstbestimmung ausserhalb des Hamsterrads ermöglichen. Ein Ziel, das nicht nur dein Konto, sondern dein Leben bereichert.
2025-03-11: Teuerungsraten und andere Daten aktualisiert. 5. Finanzvorsatz um das Kennen des eigenen Risikoprofils, bestehend aus Risikofähigkeit und Risikobereitschaft, ergänzt.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über fünf Finanzvorsätze fürs neue Jahr nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Gebühren runter, Funktionen rauf: Nach einer umfassenden Neuausrichtung verzichtet Saxo jetzt auf Depotgebühren und bietet erstmals alle ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen an. Entdecke, wie die Plattform mit attraktiven Konditionen, modernen Handelslösungen und Schweizer Regulierung überzeugt – und wo sie noch Luft nach oben hat. Zudem vergleichen wir die aufstrebende Saxo mit der etablierten Schweizer Marktführerin Swissquote und zeigen, welche Plattform sich für wen am besten eignet.
Ein kompaktes Interview mit Oliver Buomberger, COO & Deputy CEO Saxo Bank Schweiz, liefert zusätzlich spannende Einblicke hinter die Kulissen. Dies und noch viel mehr erfährst du in diesem grossen Review–fundiert und basierend auf unseren Saxo Bank Erfahrungen.
Mit substanziellem Gebührenabbau und neuen Funktionen wie ETF-Sparplänen ohne Kaufprovisionen positioniert sich Saxo Bank neu – für die smarte ETF-Investorin ebenso wie für den aktiven Trader. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
CH-Banklizenz & Einlagensicherung: Reguliert in der Schweiz mit Schutz bis 100’000 CHF.
Keine Depotgebühren: Die jährliche Depotgebühr wurde vollständig gestrichen.
Moderate Handelsgebühren: Je nach Kontomodell ab 0,03 %, 0,05 % oder 0,08 %, mit Mindestgebühr (z. B. 3 CHF / 1 USD), abhängig vom Handelsplatz.
Alle ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen: automatische monatliche Besparung («AutoInvest») mit individueller Gewichtung; es werden nur ganze ETF-Anteile gekauft, Restbeträge fliessen jeweils im Folgemonat wieder in den Sparplan.
Fremdwährungen & FX-Kosten: Pauschale Währungswechselgebühr von 0,25 %; Fremdwährungskonten (Unterkonten) können eingerichtet werden.
Moderne Handelsplattformen: Intuitive, nach Anlegertyp abgestimmte Handelsoberflächen, ideal auch für die mobile Nutzung.
Leistungsfähiger Support – mehrsprachig telefonisch, per E-Mail, Chatbot oder Ticketsystem
Gratis E-Steuerauszug: ab dem Steuerjahr 2025 kostenlos über die Plattform abrufbar.
Unsere Saxo Bank Erfahrungen zeigen: Wer eine kosteneffiziente, regulierte Schweizer Plattform sucht – mit Fokus auf langfristiges Investieren und flexibles Trading – findet hier eine überzeugende Lösung.
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📋Teilnahmebedingungen:
Du bist eine natürliche Person über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Schweiz.
Du tätigst eine erste Einzahlung innerhalb von 30 Tagen nach Kontoeröffnung. (Nach der Einzahlung wird dein Bonus innerhalb von drei Werktagen aktiviert. Die Rückerstattung von Handelsgebühren für ETFs, Aktien, Anleihen, Futures und Optionen erfolgt täglich direkt auf dein Konto.)
Das Angebot ist 90 Tage gültig. Nicht genutzte Gutschriften verfallen danach. Andere Gebühren werden regulär berechnet.
🔍 Transparenzhinweis:
Wir empfehlen ausschliesslich Produkte, die wir selbst getestet haben und von deren Qualität wir überzeugt sind. Wenn du über unseren Partnerlink ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision – für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
Unser Fokus: Passive ETF-Anlage mit Saxo
Wer unseren Blog kennt, der weiss, dass wir die passive, kostengünstige, breit diversifizierte «Buy and Hold»-Anlagestrategie befolgen. Wir sind überzeugt, dass eine solche Strategie am besten mit ETFs umgesetzt werden kann. Deshalb beurteilen wir den Anbieter in diesem Review über unsere Saxo Bank Erfahrungen primär aus der Sicht eines passiven ETF-Investors.
Die Saxo Bank – ein Kurzportrait
Die Saxo Bank wurde 1992 in Kopenhagen (Dänemark) gegründet und zählt heute zu den führenden Online-Brokern Europas mit internationaler Ausrichtung. Weltweit betreut sie über 1,5 Millionen Kundinnen und Kunden mit einem verwalteten Vermögen von über 100 MilliardenCHF in mehr als 170 Ländern (Stand Januar 2026).
Eine Besonderheit: Saxo kombiniert den Zugang zu globalen Märkten mit einer lokal regulierten Infrastruktur.
Konkret für Schweizer Anleger:innen heisst das: Die Saxo Bank (Schweiz) AG ist ein rechtlich eigenständiges Tochterunternehmen mit Sitz in Zürich und verfügt über eine Banklizenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. Zudem wurde Saxo im Jahr 2023 als systemrelevantes Finanzinstitut (SIFI) eingestuft.
Saxo betreibt in der Schweiz keine Filialen – der gesamte Service läuft digital ab. Das Angebot richtet sich primär an selbstentscheidende Anleger:innen, die Wert auf tiefe Gebühren und professionelle Handelsmöglichkeiten legen.
Saxo wurde in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet, u.a. für ihre Handelsplattformen, Innovationskraft und ihren Kundenservice.
Ausgezeichnete Bank: Ein kleiner Ausschnitt aus aktuellen Awards. (Quelle: Saxo Bank)
Wie sicher ist Saxo als Broker?
Die Sicherheit des investierten Kapitals ist für Anleger:innen zentral – besonders bei rein digitalen Anbietern. Die gute Nachricht: Saxo erfüllt sowohl regulatorisch als auch technisch hohe Sicherheitsstandards.
Konkret zeigen sich diese Standards für Schweizer Anleger:innen in drei zentralen Bereichen:
Einlagensicherung bei der Saxo Bank (Schweiz) AG Wie erwähnt, ist Saxo eine von der FINMA regulierte Schweizer Bank. Die Kundengelder werden gemäss den gesetzlichen Vorgaben der Schweiz verwaltet und sind durch die Einlagensicherung esisuissebis 100’000 CHF pro Kunde und Bank geschützt – auch im Falle eines Konkurses.
Separate Verwahrung von Wertschriften (Sondervermögen) Wertpapiere wie ETFs und Aktien gelten rechtlich als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der Bank aufbewahrt. Sie erscheinen nicht in der Bilanz der Bank und bleiben selbst im Insolvenzfall voll im Besitz der Anleger:innen. Ein Übertrag auf ein anderes Depot ist jederzeit möglich.
Technische Sicherheit und Schutz vor Cyberrisiken Der Zugriff auf das Saxo-Konto erfolgt ausschliesslich via Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Darüber hinaus setzt Saxo auf eine moderne IT-Infrastruktur mit Verschlüsselungstechnologien, regelmässigen Sicherheitstests und einem eigenen Cyber Security Operation Center (CSOC) zur Überwachung möglicher Angriffsversuche.
Welche Kontomodelle bietet Saxo?
Je nach investiertem Vermögen werden Kundinnen und Kunden der Saxo Bank automatisch einem der drei Kontomodelle «Classic», «Platinum» oder «VIP» zugewiesen. Während bei «Classic» keine Mindesteinlage erforderlich ist, beträgt sie bei «Platinum» 250’000 CHF und bei «VIP» 1 Mio. CHF.
Getreu dem Motto «Wer hat, dem wird gegeben» profitierst du bei den beiden Premium-Modellen von Vorzugskonditionen in Bezug auf Preise und Serviceleistungen – vereinfacht dargestellt:
Classic: Standardpreise und Standardleistungen
Platinum: Günstigere Preise und verbesserter Service
VIP: Günstigste Preise und bester Service
Kontomodelle im Überblick: Je nach investiertem Vermögen und anderen Faktoren profitieren Kunden von unterschiedlichen Preis- und Servicekonditionen. (Quelle: Saxo Bank)
Aber Achtung: Ein Upgrade in eine höhere Stufe gilt jeweils nur für ein Jahr – und hängt nicht nur von der Höhe deiner Einlage ab, sondern vor allem davon, wie viele Punkte du durch Trades & Co. sammelst.
Konkret: Je häufiger du handelst und je höher dein Handelsvolumen ist, desto mehr Punkte gibt’s. Das bedeutet auch: Überzeugte Buy-and-Hold-Anleger:innen, die naturgemäss selten handeln, werden wohl kaum in den Genuss der Privilegien von «Platinum» oder «VIP» kommen.
Mehr zum Punkteprogramm «Saxo Rewards» findest du hier.
Gebühren neu definiert – attraktiv nach dem Gebührensturz
Bisher empfanden wir die Saxo Bank aufgrund der vergleichsweise hohen Preise als wenig attraktiv. Mit dem neuen Gebührenmodell – insbesondere der Abschaffung der Depotgebühren per 1. Februar 2025 – hat sich das jedoch grundlegend geändert: Saxo bietet nun wirklich konkurrenzfähige Konditionen.
Zwar sehen wir ausländische Anbieter ohne Schweizer Banklizenz, wie DEGIRO oder Interactive Brokers, preislich nach wie vor vorne – nicht zuletzt, weil sie von der eidgenössischen Stempelsteuer befreit sind. Unter den in der Schweiz regulierten Anbietern hat sich Saxo hingegen dank ihres neuen Gebührenmodells definitiv als potenzielle Preis-/Leistungssiegerin positioniert.
Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die wichtigsten Preisschilder der drei Kontomodelle.
Depotgebühren – abgeschafft!
Jahr für Jahr bis zu 100 CHF Depotgebühren plus MWST hinblättern, unabhängig davon, ob gehandelt wird oder nicht? Das war einmal! Saxo hat diese Fixkosten für alle ihre Kontomodelle abgeschafft und dürfte so auch für preisbewusste Anleger:innen erstmals richtig interessant werden.
Ausserdem verrechnet Saxo Bank keine Inaktivitätsgebühren.
Courtagen (Transaktionsgebühren) – volumenabhängig mit Mindestkosten
Die Handelsprovisionen oder Kommissionen bei Saxo hängen vom Kontomodell ab – und dieses richtet sich nach deinem investierten Vermögen und anderen Faktoren, insbesondere Handelshäufigkeit und Handelsvolumen (vgl. Kapitel über die Kontomodelle oben). Aktuell gelten folgende Konditionen:
Classic (Depot bis 250’000 CHF)
An CH-Börsen gehandelte Aktien/ETFs: 0,08% des Handelsvolumens, mind. 3 CHF pro Trade. Preisbeispiel: 8 CHF Kommission bei einem Trade im Wert von 10’000 CHF
An europäischen Börsen gehandelte Aktien/ETFs: 0,08%, mind. 3 EUR
An US-Börsen gehandelte Aktien/ETFs: 0,08%, mind. 1USD
Platinum (Mindesteinlage 250’000 CHF)
Mindestgebühren wie Classic, jedoch tiefere Courtagen von 0,05%. Preisbeispiel: 5 CHF Kommission bei einem Trade im Wert von 10’000 CHF
VIP (Mindesteinlage 1 Mio. CHF)
Mindestgebühren wie Classic, jedoch tiefere Courtagen von 0,03%. Preisbeispiel: 3 CHF Kommission bei einem Trade im Wert von 10’000 CHF
Keine Kaufprovisionen bei Sparplänen
Erfreulich: Bei regelmässigen Investitionen mittels eines ETF-Sparplans («AutoInvest») erhebt Saxo keine Courtagen, und zwar unabhängig davon, wie hoch deine Tranche ist. Auf die Funktionsweise der Sparpläne von Saxo gehen wir später noch detailliert ein.
Hinweis zu weiteren Transaktionskosten
Die oben angegebenen Courtagen beziehen sich auf die von Saxo erhobenen Handelsprovisionen für die Ausführung der Trades. Zusätzlich fallen pro Transaktion allfällige Währungswechselgebühren (vgl. nächstes Kapitel) sowie die eidgenössische Stempelabgabe an:
0,075% auf Schweizer Wertpapiere
0,15% auf ausländische Wertpapiere
Stefans erster ETF-Kauf über die SaxoInvestor App: Bei rund 1’000 USD Transaktionsvolumen fielen 5.23 USD Handelsgebühren an – 3.73 USD Mindestkommission (3 CHF) plus 1.50 USD Stempelsteuer. Bei höherem Volumen gelten 0,08% Kommissionen, was prozentual günstiger ist. (Screenshot: SaxoInvestor App)
Währungswechselgebühren
Währungswechselgebühren entstehen bei Saxo immer dann, wenn du in einer anderen Währung handelst, als du auf dem Konto verfügbar hast – also z. B. mit US-Aktien tradest, aber nur CHF auf deinem Konto liegen. In diesem Fall wird automatisch ein Währungsumtausch ausgelöst – dabei fällt eine Umrechnungsgebühr von 0,25% auf den Betrag an, der gewechselt werden muss. Diese Marge gilt einheitlich für alle Kontomodelle (Classic, Platinum, VIP).
Um diese Gebühren möglichst gering zu halten, lohnt es sich, Fremdwährungskonten einzurichten – wie das funktioniert, zeigen wir weiter unten im Review.
Zinsen für Lombardkredite
Wer seine Renditechancen steigern möchte, kann bei Saxo einen Lombardkredit nutzen und bestehende Wertschriften als Sicherheit hinterlegen. Die aktuellen Zinssätze sind nach Kontomodell abgestuft und werden laufend aktualisiert. Sie erscheinen uns im Schweizer Vergleich attraktiv. Mehr zu Funktionsweise und Risiken von Lombardkrediten erfährst du in unserem Beitrag Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?.
Gratis E-Steuerauszug
Ab dem Steuerjahr 2025 stellt Saxo allen Kunden die Steuerauszüge kostenlos elektronisch über den Posteingang der Plattform zur Verfügung. Damit lässt sich die Schweizer Steuererklärung vereinfachen, da die Daten des E-Steuerauszugs automatisch eingelesen werden und nicht mehr manuell abgetippt werden müssen. Die Zustellung des E-Steuerauszugs erfolgt jeweils spätestens bis Ende März des Folgejahres.
So gut sind App & Handelsplattformen
Saxo stellt ihren Kundinnen und Kunden eine moderne und vielseitige Handelsumgebung zur Verfügung, die je nach Bedarf auf dem Desktop oder mobil genutzt werden kann. Seit dem 19. November 2025 bilden SaxoTraderGO und SaxoTraderPRO eine gemeinsame Plattform unter dem Namen SaxoTrader. Nachfolgend stellen wir die beiden verfügbaren Lösungen mit ihrem jeweiligen Funktionsumfang vor:
SaxoInvestor
SaxoTrader
Beide Plattformen sind kostenlos und für die Schweizer Kundschaft in den drei Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.
SaxoInvestor
Die Plattform für den raschen Einstieg – webbasiert am Desktop oder als App auf iOS- und Android-Geräten nutzbar. Sie bietet eine einfache, übersichtliche Bedienung und eignet sich besonders für Privatanleger:innen, die unkompliziert in Aktien, ETFs (mit oder ohne Sparplan) und andere Anlageklassen investieren möchten.
SaxoInvestor: Einsteigerfreundliche Plattform für langfristiges und regelbasiertes Investieren – verfügbar als Desktop und App. (Foto: Saxo Bank)
SaxoTrader
SaxoTrader richtet sich besonders an Personen, die aktiv handeln möchten. Die Plattform bietet eine breite Auswahl an Instrumenten sowie erweiterte Analyse- und Orderfunktionen. Der Handel mit ETFs, Aktien, Anleihen und Investmentfonds ist standardmässig möglich.
Für komplexere Produkte wie Forex, CFDs oder Futures ist ein zusätzlicher Angemessenheitstest erforderlich – dieser kann direkt online durchgeführt werden.
SaxoTrader ist sowohl webbasiert im Browser als auch in einer mobilen App verfügbar. Zudem steht ein Desktop-Download bereit, der ein Multi-Screen-Setup sowie zusätzliche Risiko- und Handelstools ermöglicht.
SaxoTrader: Ideal für aktive Trader:innen – zuhause oder unterwegs. (Foto: Saxo Bank)SaxoTrader: Für aktives Trading mit hohem Volumen – auch als Download und nutzbar auf bis zu sechs Screens. (Foto: Saxo Bank)
Unsere Eindrücke beim ETF-Kauf
Käufe lassen sich auf allen drei Plattformen reibungslos abwickeln und werden konsistent angezeigt. Unser erster Testkauf: 25 Anteile des iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) – direkt aus unserer Watchlist, in der wir alle Siegerprodukte unseres ETF-Vergleichs 2025 gesammelt haben. Getätigt haben wir den Kauf über die SaxoInvestor-App (siehe Screenshots oben im Gebührenkapitel); die Position wird selbstverständlich auch in SaxoTrader angezeigt:
Alles Wichtige auf einen Blick: Links die individuelle Watchlist, rechts der Kurschart und unten die eigenen Positionen bzw. unser erster ETF-Kauf. (Quelle: Screenshot SaxoTrader Desktop)
Hinweis zur Anzeige von Fremdwährungstransaktionen
Ein kleiner, aber praxisrelevanter Kritikpunkt: Beim Kauf von Wertpapieren in Fremdwährungen zeigt Saxo keinen ungefähren Gegenwert in Schweizer Franken an. Gerade bei weniger geläufigen Währungen wie dem japanischen Yen ist es dadurch schwierig abzuschätzen, ob das vorhandene Guthaben für den Kauf reicht. Eine automatische Anzeige des CHF-Betrags würde hier für mehr Transparenz sorgen und die Kaufentscheidung deutlich vereinfachen.
Ohne CHF-Bezug kann’s knifflig werden: Beim Kauf eines Japan-ETFs zeigt die Plattform nur Yen-Beträge an. Wer nicht gerade vertraut mit der japanischen Währung ist, tut sich schwer einzuschätzen, ob das CHF-Guthaben reicht. (Quelle: Screenshot SaxoTrader Desktop)
Fazit zu den Handelsplattformen
Saxo bietet mit ihren beiden Plattformen massgeschneiderte Lösungen – für die smarte, regelbasierte Investorin bis zum aktiven Heavy-Trader (oder umgekehrt).
Aus unserer Sicht als «Buy and Hold»-Anleger ist SaxoInvestor die überzeugendste Wahl, da diese Plattform eine gelungene Kombination aus nützlichem Funktionsumfang (inkl. ETF-Sparpläne) und benutzerfreundlicher Bedienung bietet.
Wer hingegen mit komplexen Produkten handeln möchte oder einfach noch mehr Funktionen und Auswertungen wünscht, z.B. um Stock Picking und Market Timing zu betreiben, ist mit SaxoTrader definitiv besser bedient.
Anlageprodukte & Services
Das Anlageuniversum der Saxo Bank
Die Saxo Bank bietet Zugang zu einem breiten Anlageuniversum: Über 7’400 ETFs und rund 23’000 Einzelaktien sind an mehr als 50 globalen Börsen handelbar – darunter auch an der Schweizer Börse SIX.
Wenig überraschend: Alle von uns gekürten Sieger ETFs aus unserem Review Beste ETFs Schweiz und global sind gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen ebenfalls verfügbar.
Ergänzt wird das Basisangebot durch Anleihen, Investmentfonds und Krypto-ETPs.
Wer darüber hinaus in Marginprodukte investieren möchte, findet bei Saxo ebenfalls eine grosse Auswahl: Dazu zählen börsengehandelte Optionen und Futures, Devisen, Devisenoptionen und Krypto-Devisen, CFDs sowie Rohstoffe.
Diese komplexeren Produkte werden allerdings erst nach einer zusätzlichen Eignungsprüfung freigeschaltet.
Fremdwährungskonten bei Saxo
Wenn du regelmässig in Fremdwährungen handelst, lohnt sich ein Fremdwährungskonto – denn so vermeidest du wiederholte Währungswechsel und sparst Gebühren. Bei Saxo kannst du neben der Referenzwährung CHF zusätzliche Währungskonten (sogenannte Unterkonten mit eigener IBAN) einrichten. Diese müssen für jede gewünschte Währung jedoch einzeln aktiviert werden.
Fremdwährungskonto in wenigen Sekunden eingerichtet: Die Eröffnung eines USD-Währungskontos mit eigener IBAN lässt sich direkt über die Plattform durchführen – einfach, schnell und ohne Medienbruch. (Quelle: SaxoInvestor App)
Knackpunkt: Wie der telefonische Support auf unsere Nachfrage bestätigte, lassen sich Währungswechselgebühren vermeiden, wenn Käufe in Fremdwährung gezielt über das passende Unterkonto erfolgen. Dieses muss nicht nur zuvor manuell eingerichtet werden, sondern auch mit genügend Barmitteln ausgestattet sein – denn eine automatische Verrechnung mit dem CHF-Hauptkonto findet nicht statt.
AutoInvest: Der ETF-Sparplan von Saxo
Mit AutoInvest bietet Saxo eine einfache und provisionsfreie Möglichkeit, regelmässig in ETFs zu investieren. Besonders positiv aufgefallen ist uns, dass mehrere ETFs gleichzeitig bespart werden können, was eine breite Diversifikation erlaubt – ganz ohne Kaufgebühren.
Die Ausführung erfolgt jeweils am 5. des Monats, was die Planbarkeit erhöht, aber die Flexibilität einschränkt. Investiert werden nur ganze ETF-Anteile, d.h. kein Fractional Trading. Dadurch kann es vorkommen, dass bei kleinen Sparbeträgen oder wertmässig teuren ETFs ein relativ hoher Restbetrag uninvestiert bleibt. Dieser wird jedoch automatisch für den Folgemonat reserviert.
Ein Blick in Stefans frisch eingerichteten Sparplan: Die beiden ETFs ergänzen sich ideal und lassen sich flexibel unterschiedlich gewichten – dazu gibt’s noch die tollen 0% Kaufkommissionen. Einziger Wermutstropfen: Ohne Bruchstückhandel bleibt fast ein Drittel der Spartranche ungenutzt. (Screenshot: SaxoInvestor App)
Wichtig: Jeder Sparplan wird über ein separates Unterkonto mit eigener IBAN geführt. Einzahlungen sollten idealerweise per Dauerauftrag von einem externen Konto (z.B. deiner Hausbank) erfolgen, da keine automatische Abbuchung vom Hauptkonto bei Saxo möglich ist. Diese Besonderheit wurde uns auf Nachfrage vom telefonischen Support der Saxo Bank bestätigt.
Für Sparpläne von Saxo stehen derzeit ETFs von iShares und Amundi zur Auswahl – zwei renommierte Anbieter, auch wenn die Produktpalette noch ausbaufähig ist. Die aktuell sparplanfähigen ETFs bei Saxo Bank findest du hier.
Trotz der genannten Schwachpunkte erachten wir AutoInvest insgesamt als gelungenen Einstieg ins regelmässige Investieren – zumal Saxo auf die üblichen Handelsprovisionen verzichtet.
Passives Einkommen durch Wertpapierleihe
Optional kannst du bei Saxo das Verleihen deiner Wertschriften direkt über die Plattform aktivieren und dir so ein passives Einkommen sichern.
Der Deal: 50% der Erträge erhältst du, die andere Hälfte behält die Bank. Dabei wird sichergestellt, dass hochwertige Sicherheiten im Gegenwert von mindestens 102% auf einem separaten Schweizer Depot hinterlegt sind.
Wichtig: Deine Handelsfreiheit bleibt uneingeschränkt – du kannst deine Wertschriften jederzeit wie gewohnt kaufen oder verkaufen.
Unsere Saxo Bank Erfahrungen mit dem Support
Bei Saxo Bank stehen dir fünf Support-Kanäle zur Verfügung:
FAQs mit Video-Tutorials Besonders hilfreich für Neulinge sind die sogenannten Schnellstart-FAQs, die grundlegende Funktionen auch per Video erklären.
E-Mail Wer die klassische E-Mail bevorzugt, kann sein Anliegen an sales.ch@saxobank.com senden. Dieser Kanal richtet sich besonders an potenzielle Neukunden, die beispielsweise noch Fragen zur Kontoeröffnung haben.
Chatbot Dieser Kanal ist naturgemäss der effizienteste – und wird entsprechend stark gefördert. Standardfragen beantwortet der Chatbot schnell und in zufriedenstellender Qualität. Bei spezifischeren Anliegen – etwa ob beim Sparplan Einzahlungen zwingend von einem externen Konto erfolgen müssen – bleiben die Antworten jedoch häufig unpräzise oder unvollständig.
Telefon-Support Der Saxo Kundendienst ist während der Bürozeiten auf Deutsch und Französisch, rund um die Uhr auf Englisch erreichbar: +41 58 317 95 00.
Wir haben den deutschsprachigen Support von Saxo mit einigen kniffligen Fragen zu den Themen Plattformen, AutoInvest und Fremdwährungskonten kontaktiert – und jeweils nach kurzer Warteschlaufe kompetente Auskunft erhalten.
Während des Wartens informiert eine Bandansage über die aktuelle Position in der Warteschlaufe und weist auf die Möglichkeit hin, direkt zum (noch effizienteren) englischsprachigen Support zu wechseln.
Ticketsystem Für nicht dringende, jedoch komplexere Anfragen eignet sich das Ticketsystem direkt auf der Plattform. Nutzerinnen und Nutzer werden durch thematische Kategorien geführt, damit die Anfrage beim zuständigen Fachteam landet.
Fazit
Gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen ist der Support insgesamt sehr solide aufgestellt und bietet für unterschiedliche Anliegen passende Kanäle – von schnellen Antworten via Chatbot bis hin zu persönlicher Beratung am Telefon. Besonders positiv fiel uns der kompetente deutschsprachige Telefonsupport auf. Auch wenn der Chatbot bei komplexeren Fragen noch Verbesserungspotenzial hat, überzeugt die Kombination aus Hilfedokumentation, Videos, persönlichem Support und strukturiertem Ticketsystem mit einer guten Erreichbarkeit und klarer Ausrichtung auf Kundenzufriedenheit.
Wie läuft der Depoteröffnungsprozess ab?
Die Kontoeröffnung bei Saxo läuft komplett digital – und mit einem Bonus obendrauf.
Wichtig: Eröffne dein Konto über unseren Partnerlink, um bis zu 200 CHF Handelsgebühren zu sparen.
Halte für den Prozess dein Smartphone, einen gültigen Pass oder eine ID sowie ein paar Minuten Zeit bereit. Danach geht’s Schritt für Schritt weiter:
Start via Partnerlink Du gelangst direkt zur Registrierungsmaske von Saxo und gibst deine E-Mail-Adresse sowie deinen Namen ein.
Wirtschaftlich Berechtigte Person Du bestätigst, dass du selbst der wirtschaftlich Berechtigte des Kontos bist.
Persönliche Angaben Jetzt folgen dein Geschlecht, Geburtsdatum und Geburtsland.
Identitätsnachweis Du lädst einen Scan deines Passes oder deiner Identitätskarte hoch.
Beruf & Einkommen Angaben zu deinem Arbeitsverhältnis, dem Arbeitgeber, deiner Berufsbezeichnung, deinem Einkommen, Vermögen sowie der Herkunft der Mittel sind erforderlich.
Anlageerfahrung & -nutzung Saxo fragt dich nach deinen Erfahrungen mit Finanzinstrumenten und wie du das Konto nutzen möchtest.
Steuerliche Angaben Du gibst deinen Steuersitz an und bestätigst, dass du nicht politisch exponiert und keine US-Person bist.
Kontaktangaben Jetzt folgen deine Wohnadresse und deine Telefonnummer.
Rechtliches & Zugangsdaten Du akzeptierst die AGBs, legst dein Passwort fest – und bestätigst alles mit einer elektronischen Signatur.
Selfie & Abschluss Zum Schluss machst du ein kurzes Selfie mit deinem Smartphone oder der Webcam – zur Identitätsprüfung.
Prüfung durch Saxo Gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen dauerte die Prüfung nur kurz: Bereits fünf Minuten nach Abschluss des Antrags lag die Kontofreigabe per E-Mail vor – inklusive der neuen Kontoverbindung und der Saxo User-ID.
Saxo vs. Swissquote: Der direkte Vergleich
In dieser Übersicht vergleichen wir die Herausforderin Saxo mit der etablierten Marktführerin Swissquote – zwei Schweizer Anbieter mit unterschiedlichem Fokus: Saxo auf Investieren und Trading, Swissquote als umfassender Komplettanbieter mit zusätzlichen Bankdienstleistungen wie Karten und Zahlungsverkehr.
Saxo
Swissquote
CH-Banklizenz
Ja
Ja
Einlagensicherung
Bis 100’000 CHF
Bis 100’000 CHF
Produktangebot
Fokus auf Investieren und Trading
Sehr breit (alles aus einer Hand: Trading, Karten, Zahlungen, etc.)
Depotgebühren
Keine
CHF 60 – 200 pro Jahr (gestaffelt nach Depotwert)
Handelsgebühren Preisbeispiele für ETF-Trades: 10’000 CHF an CH-Börse 10’000 USD an US-Börse
3 – 8 CHF* 3 – 8 USD*
9 CHF** 30 USD
Währungswechsel
0,25%
0,95%
Sparpläne
Ohne Kaufgebühren
Mit Kaufgebühren ab 3 CHF
Bruchstückhandel (Fractional Trading)
Nein
Ja
Saxo überzeugt mit günstigen Gebühren, Swissquote mit umfassendem Angebot – beide bieten Schweizer Sicherheit; *je nach Kontomodell 0,03%, 0,05% oder 0,08%; **Pauschalgebühr (Quelle: Preislisten Saxo Bank und Swissquote per Stichtag 22.7.2025)
Fazit
Saxo bietet insgesamt deutlich tiefere Gebühren und richtet sich an Anlegerinnen und Anleger mit Fokus auf Investieren und aktives Trading.
Swissquote überzeugt als etablierter Komplettanbieter mit innovativen Features wie Fractional Trading und einem besonders breiten Angebot – von der Geldanlage über Karten bis hin zu umfassenden Bankdienstleistungen.
Beide Plattformen garantieren hohe Sicherheit, verlässliche Regulierung und kompetenten Support. Welche besser passt, hängt von deinen individuellen Anforderungen und Zielen ab.
Interview mit Oliver Buomberger, COO & Deputy CEO Saxo Bank Schweiz
Seit 2021 verantwortet Oliver Buomberger die operative Weiterentwicklung der Saxo Bank Schweiz. In diesem Interview verrät er, wie die jüngste Preisoffensive bei Schweizer Anlegerinnen und Anlegern angekommen ist, was sie besonders auszeichnet – und mit welchen Innovationen Saxo 2026 aufwarten wird.
Saxo hat in der Schweiz ein regelrechtes Streichkonzert hingelegt: Die Depotgebühren sind weg, und ETF-Sparpläne lassen sich neu ohne Kaufgebühren einrichten. Wie haben die traditionell eher wechselunwilligen Schweizer Anlegerinnen und Anleger auf eure Preisoffensive reagiert?
Oliver Buomberger: Unsere jüngste Preisoffensive hat bei den Schweizer Anlegern sehr positive Resonanz hervorgerufen. Die Abschaffung der Depotgebühren und die neuen ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren sind begeistert aufgenommen worden. Diese Massnahmen haben nicht nur viele neue Anleger angezogen, sondern auch das Vertrauen und die Zufriedenheit unserer bestehenden Kunden gestärkt. Tatsächlich konnten wir die Anzahl der Nutzer unserer Plattformen in zwei Jahren hintereinander verdoppeln. Dank substantieller Fortschritte bei der Kundenzufriedenheit, gemessen durch unseren NPS, zählen wir dort sicher zu den Besten – ein klarer Hinweis darauf, wie sehr unsere Schweizer Kunden unser Angebot schätzen.
Wir sind stolz auf dieses einzigartige Angebot, das den Einstieg ins Investieren erleichtert, und zwar zu minimalen Kosten. Diese erfolgreiche Strategie unterstreicht unser Engagement, innovative und kundenfreundliche Lösungen anzubieten, die den Schweizer Markt nachhaltig beeinflussen.
Ihr seid global unterwegs. Worin unterscheidet sich das Anlageverhalten eurer Schweizer Kundschaft von anderen Märkten?
Das Anlageverhalten unserer Schweizer Kundschaft zeichnet sich durch mehrere interessante Unterschiede gegenüber anderen Märkten aus. Einer der markantesten Aspekte ist das hohe Mass an Finanzwissen, das viele Schweizer Anleger mitbringen. Sie sind oft besser informiert und verfügen über eine ausgeprägte Kompetenz in finanziellen Angelegenheiten, was sich in ihren fundierten Investitionsentscheidungen widerspiegelt.
Zudem zeigt sich die Schweizer Kundschaft als besonders technikaffin. Sie navigiert geschickt durch unsere Plattform und nutzt ihre Funktionen effektiv, was ihnen den Zugang zu komplexeren Finanzprodukten erleichtert und diversifiziertere Portfolios ermöglicht. Ein weiterer Unterschied ist der Fokus auf Stabilität und Sicherheit, was oft zu konservativeren oder risikoärmeren Anlageentscheidungen führt.
Blick auf 2026: Worauf dürfen wir uns freuen – neue Features, weitere Gebührensenkungen oder ganz andere Überraschungen?
Wir werden weitere innovative Lösungen präsentieren, die das Investieren erleichtern und bereichern. Dazu gehören themenbasierte ETPs, die es unseren Kunden ermöglichen, mit nur einem Klick in Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Healthcare, Defense, Krypto & Blockchain oder Cyber-Sicherheit zu investieren – und das zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen.
Ausserdem planen wir den Ausbau unseres erfolgreichen Autoinvest-Produkts und arbeiten an einer Lösung für die Säule 3a. Auch die Saxo Investor Plattform wird weiter verbessert, um den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden und ein noch intuitiveres Nutzererlebnis zu bieten.
Vielen Dank Oliver für die spannenden Einblicke.
(Das Interview mit Oliver Buomberger wurde am 1.12.2025 schriftlich geführt und hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.)
Schlussfazit und Empfehlungen zu unseren Saxo Bank Erfahrungen
Saxo hat sich mit ihrem überarbeiteten Gebührenmodell ohne laufende Kosten und einem klaren Fokus auf digitalisiertes, selbstbestimmtes Investieren als ernstzunehmender Player unter den Schweizer Online-Brokern etabliert.
Gemäss unseren Saxo Bank Erfahrungen und als passive ETF-Anleger stechen für uns folgende Punkte besonders positiv hervor:
Keine Depotgebühren – ein grosser Pluspunkt für langfristig orientierte Investor:innen
Transparente und faire Courtagenab 1 USD / 3 CHF – besonders im Vergleich mit anderen Schweizer Anbietern
Moderate Währungswechselgebühren von 0,25% – ohne Mindestgebühr
ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen – ideal für regelmässiges Investieren ohne Zusatzkosten
Moderne Handelsplattformen – intuitiv und auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt
Hohe regulatorische Sicherheit – FINMA-Lizenz und Einlagensicherung bis 100’000 CHF
Breites Anlageuniversum – inkl. über 7’400 ETFs und mehr als 23’000 Aktien weltweit
Leistungsfähiger Support – mehrsprachig telefonisch, per E-Mail, Chatbot oder Ticketsystem
Natürlich gibt es auch Verbesserungspotenzial – diese sind uns insbesondere im Zusammenhang mit dem Sparplan (AutoInvest) aufgefallen: So löblich der Verzicht auf Kaufprovisionen auch ist, die technische Umsetzung wirkt im Detail noch ausbaufähig: keine automatische Belastung des Hauptkontos, kein Bruchstückhandel und keine flexiblen Ausführungsintervalle.
Unsere Empfehlung
Unsere Saxo Bank Erfahrungen zeigen: Die Plattform eignet sich sehr gut für Anleger:innen, die regelmässig, langfristig und kosteneffizient in ETFs investieren möchten – und dabei auf einen in der Schweiz regulierten Anbieter setzen.
Gerade für passive Investor:innen mit einer Buy-and-Hold-Strategie ist das Gesamtpaket überzeugend: Die Kombination aus regulatorischer Sicherheit, provisionsfreien ETF-Sparplänen und modernen Plattformen ergibt ein starkes Angebot.
Auch aktive Trader:innen dürften Saxo mit Blick auf das breite Produktuniversum und die professionellen Tools spannend finden – dieser Bereich war jedoch nicht Teil unseres Tests.
Um auf die im Titel aufgeworfene Frage zurückzukommen: Verdient Saxo nach dem Gebührenstreichkonzert den Titel «Bester Schweizer Broker»? Für viele langfristige ETF-Anleger:innen dürfte die Antwort klar Ja lauten. Das neue Gebührenmodell, kombiniert mit einem breiten Produktangebot, moderner Technologie und Schweizer Regulierung, macht Saxo derzeit zu einem der attraktivsten Broker am Markt.
Und das Beste zum Schluss: Wer jetzt über unseren Partnerlink in der untenstehenden Anzeige ein kostenloses Anlagekonto eröffnet, erhält 200 CHF Handelsgebühren – ein attraktiver Bonus zum Einstieg.
2026-03-20: Diverse kleinere Aktualisierungen angebracht.
2025-12-03: Interview mit Oliver Buomberger, COO Saxo Schweiz, eingefügt.
2025-11-20: Neue Plattform SaxoTrader als Fusion von SaxoTraderGO und SaxoTraderPro erläutert.
2025-07-24: Präzisiert, dass ein Upgrade auf die Kontomodelle «Platinum» und «VIP» jeweils auf ein Jahr befristet ist und nicht nur von der Höhe der Einlage abhängt, sondern auch von anderen Faktoren wie Handelshäufigkeit und Handelsvolumen.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Saxo Bank Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Transparenzhinweis: Wir sind von dem Angebot der aufstrebenden Schweizer Online-Bank überzeugt und haben daher eine provisionsbasierte Kooperation mit der Saxo Bank abgeschlossen. Unsere Einschätzungen bleiben dennoch unabhängig und basieren auf eigenen Erfahrungen sowie objektiven Kriterien.
Aufgewachsen im Nordosten Chinas, rund drei Autostunden von der Grenze zu Nordkorea entfernt, ist Charlene Cong heute selbständige Finanz- und Investmentcoach in Zürich. Nach rund zehn Jahren in der Bankenwelt – unter anderem bei J.P. Morgan – wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. Bereits mit Anfang 30 hatte sie über eine Million Franken Vermögen aufgebaut – ein Meilenstein, den sie einem starken Money Mindset, Disziplin und einer konsequenten Anlagestrategie zuschreibt.
Im Gespräch verrät sie, warum sie ihre Komfortzone verlassen hat, wie sie investiert – und weshalb finanzielle Unabhängigkeit für sie mehr bedeutet, als Geld auf dem Konto zu haben.
Kurz & bündig
Name: Charlene Cong Wohnort: Meilen (ZH) Beruf: selbständige Finanz- und Investmentcoach, rund zehn Jahre in der Bankenwelt u. a. bei J.P. Morgan Ausbildung: CFA Charterholder Finanzieller Meilenstein: Erste Million mit Anfang 30 Motto: Start before you’re ready.
Charlene, du bist in China, nahe der Grenze zu Nordkorea, aufgewachsen – also nicht gerade im Epizentrum des Kapitalismus. Wie hat dich diese Herkunft geprägt? Bei uns zu Hause war Geld kein Tabuthema – mein Vater ist Wirtschaftsprüfer und führt ein eigenes Unternehmen. Der Fokus lag aber eher auf «Geld verdienen und sparen» als auf Investieren. Schon als Kind wollte ich finanziell unabhängig von meiner Familie sein, weil ich darin den Schlüssel zu Freiheit und echten Wahlmöglichkeiten sah – und dazu, nicht bei allem auf sie hören zu müssen (lacht). Diese Haltung begleitet mich bis heute.
Wann hast du gemerkt, dass dich Finanzen und Investments faszinieren? Die Idee, mit Geld Geld zu verdienen, faszinierte mich schon früh – trotzdem kam ich nicht aus einem klassischen Finanzstudium. Ich habe einen Bachelor in Literatur und einen Master in Journalismus.
Der Wendepunkt kam mit dem Umzug von Peking nach Hongkong: In einem der weltweit führenden Finanzzentren war ich plötzlich ständig von Menschen umgeben, die über Investments und Märkte sprachen – das hat den Funken gezündet.
Nach dem Abschluss an der University of Hong Kong wurde ich Finanzjournalistin. Mein erster Vollzeitjob bestand darin, Multimillionäre, Milliardäre und ihre Banker zu interviewen. Ab da waren Finanzen nicht mehr nur Neugier – es wurde mein Beruf.
Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben – und wie denkst du, sehen dich andere? Neugierig, ambitioniert, tatkräftig. Manche meiner Freunde finden, ich sei manchmal etwas zu selbstsicher (lacht) – aber genau das braucht es, wenn man etwas Neues aufbaut und gegen den Strom schwimmt.
Teil 2 –Karriere und Wendepunkte
Du hattest einen gut bezahlten Job bei J.P. Morgan – was war deine Aufgabe dort, und warum hast du ihn aufgegeben? Bei J.P. Morgan in Hongkong arbeitete ich im Bereich Asset Management für Private-Banking-Kunden. 2022 zog ich nach Zürich und wechselte zu einem Technologieunternehmen im Private-Banking-Bereich.
«Irgendwann hatte ich das Gefühl, Reiche nur noch reicher zu machen.»
Nach zehn Jahren im Konzern begann ich mich zu fragen, welchen Sinn meine Arbeit eigentlich hatte. Ob als Finanzjournalistin, Bankerin oder Tech-Mitarbeiterin – ich diente immer derselben Zielgruppe: vermögenden Privatpersonen. Irgendwann fühlte es sich so an, als würde ich nur dazu beitragen, Reiche noch reicher zu machen.
Da fragte ich mich: Was, wenn ich mein Wissen nutze, um normalen Menschen zu helfen, Geld zu verstehen und Vermögen mit Zuversicht aufzubauen? Dieser Gedanke gab mir eine neue Motivation und einen tieferen Sinn.
Ehrlich gesagt war ich in meinem letzten Job auch nicht mehr glücklich. Zum Glück hatte ich durch mein frühes Investieren bereits ein Portfolio im siebenstelligen Bereich aufgebaut – das gab mir die Freiheit und Sicherheit, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen.
Welche Ängste hattest du beim Schritt in die Selbständigkeit – und wie bist du damit umgegangen? Viele. Was, wenn ich scheitere? Was denken die Leute? Was, wenn ich wieder einen Job suchen muss? Wie reagieren Familie, Partner und Freunde?
Doch irgendwann fragte ich mich: Ich habe keine Kinder, ein finanzielles Polster und keine grossen Verpflichtungen. Das Leben ist kurz – in ein paar Jahrzehnten sind wir alle nicht mehr hier. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Was war deine wichtigste Lektion als Angestellte aus deiner Konzernzeit? Während meiner Zeit als Journalistin habe ich über 500 Multimillionäre und ihre Banker interviewt. Fast alle sagten in irgendeiner Form dasselbe: Starte früh mit dem Investieren und lass dein Geld strategisch für dich arbeiten. Diese Kernbotschaft ist später die Basis meines Investment-Coachings geworden.
Teil 3 – Money Mindset & Vermögensaufbau: Charlenes Strategie
Du hast mit Anfang 30 bereits deine erste Million erreicht. Wie hast du dein beachtliches Vermögen strukturiert? Der grösste Teil meines Portfolios liegt in global diversifizierten Aktien, ergänzt durch eine kleine Position in Obligationen. Einen kleineren Anteil halte ich in alternativen Anlagen wie Kryptowährungen, Immobilien und Gold. In der Anfangsphase besass ich viele Einzelaktien, diese Positionen habe ich später reduziert.
Mein Ansatz ist konsequent zielbasiert: Welche Ziele will ich erreichen – und welche Anlageformen unterstützen meine kurz-, mittel- und langfristigen Pläne am besten? Genau das vermittle ich heute auch in meinen Coachings: Strategie vor Produkt.
Wie gross war der Einfluss des Zinseszinseffekts auf dein Vermögenswachstum – nach rund zehn Jahren bzw. zu dem Zeitpunkt, als du deine erste Million erreicht hattest? In rund zehn Jahren im Corporate-Bereich habe ich etwa 1 Mio. CHF verdient und etwas mehr als die Hälfte davon gespart. Durch konsequentes Investieren wuchs dieser Betrag von rund 500’000 CHF auf etwa 1 Mio. CHF. Und heute stammt der grösste Teil des Wachstums aus dem Zinseszinseffekt statt aus dem Sparen – das Geld wächst zunehmend von selbst weiter.
Die Brokerfrage wird in unserer Community leidenschaftlich diskutiert. Wie fiel deine Wahl aus – und warum? Ich nutze sowohl Swissquote als auch Interactive Brokers: Swissquote wegen der lokalen Nähe und Sicherheit, IB wegen der tiefen Gebühren und des weltweiten Marktzugangs. Entscheidend ist, dass der Broker zu den eigenen Bedürfnissen passt – Kosten, Benutzerfreundlichkeit, Zusatzfunktionen und Steuerreports sollte man immer mitbedenken.
Dein Finanzcredo lautet: «Geld verdienen, Geld sparen, Geld investieren». Beginnen wir mit dem ersten Teil – Geld verdienen: Du hattest in deiner Karriere als Angestellte mehrere Wechsel vollzogen – wie stark spielte dabei die finanzielle Weiterentwicklung eine Rolle? Sehr stark. Ich spreche relativ offen über Zahlen – darüber, wie viel ich in den letzten zehn Jahren verdient, gespart und investiert habe. Ich habe Stellen gewählt, bei denen ich sowohl lernen als auch mein Einkommen steigern konnte. Ich startete mit einem Jahreslohn von etwa 30’000 USD; als ich die Konzernwelt verliess, lag ich bei rund 200’000 USD – einschliesslich kleiner Nebeneinkünfte.
Diese Grafik zeigt die ungefähre Entwicklung von Charlenes Jahreseinkommen über die letzten zehn Jahre. Die Werte veranschaulichen, wie ihr Einkommen von rund 30’000 auf etwa 200’000 USD gestiegen ist – dank Weiterbildung, Gehaltsverhandlungen und Stellenwechseln. Die Zahlen sind indikativ und nicht exakt; kleinere jährliche Schwankungen wurden zugunsten der Übersichtlichkeit vereinfacht.
Und wenn wir über den zweiten Teil sprechen – Geld sparen: Wie sorgst du dafür, dass du deine Sparziele konsequent einhältst?
«Mit steigendem Einkommen erreichte ich Sparquoten von 50 Prozent und mehr.»
Ich automatisiere alles, was geht. Sobald mein Gehalt eingeht, fliesst ein fixer Prozentsatz direkt in mein Depot. Sparen behandle ich wie eine nicht verhandelbare Fixrechnung. Am Anfang, als ich nur rund 30’000 USD verdiente, war der Betrag klein, aber der Prozentsatz blieb gleich. Mit steigendem Einkommen erreichte ich Sparquoten von 50 Prozent, manchmal sogar mehr.
Diese Grafik zeigt eine geschätzte Entwicklung von Charlenes jährlicher Sparquote: von etwa 20% in den ersten Jahren bis über 50% – und in späteren Jahren sogar rund 60%. Die Werte dienen der Illustration und stellen keine präzisen Jahreszahlen dar.
Kommen wir zum dritten Teil – Geld investieren: Wie setzt du deine Anlagestrategie konkret um? Ich arbeite mit einem zielbasierten Ansatz und teile mein Portfolio in drei Töpfe: kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele – jeder mit eigener Allokation. Einmal im Jahr überprüfe und rebalanciere ich alles.
Meine ehrliche Meinung: Für die meisten klassischen Angestellten (nicht für sehr erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer) ist der einfachste und zugleich nachhaltigste Weg zum Vermögensaufbau erstaunlich simpel – verdiene Geld, spare Geld, investiere Geld. So habe ich es selbst gemacht, und genau so funktioniert es auch für andere.
Diese Grafik zeigt eine ungefähre kumulierte Entwicklung von Charlenes investiertem Vermögen über zehn Jahre. Im Gegensatz zu den beiden ersten Grafiken ist diese Darstellung kumuliert – daher wirkt der Anstieg entsprechend stärker.
Wie gehst du mit der Lifestyle-Inflation um – einem weit verbreiteten Phänomen, das viele um ihre finanzielle Freiheit bringt? Ich gönne mir heute deutlich mehr als vor zehn Jahren, aber ich würde nicht sagen, dass ich der Lifestyle-Inflation ernsthaft verfallen bin. Ein Gedanke hilft mir: Bringt mir diese Ausgabe langfristigen Nutzen oder nur kurzfristige Freude?
«Ich lasse mir die Haare nie in Zürich schneiden – das ist mir hier schlicht zu teuer.»
Zum Beispiel investiere ich jedes Jahr gern ein paar Tausend Franken in Fitness- und Business-Coachings – das stärkt meine Energie und Produktivität und zahlt sich langfristig aus. Aber ich verzichte meist auf Dinge wie Designer-Handtaschen (bis auf eine einzige Gucci-Tasche) oder aufwendige Gourmet-Dinners. Und ich lasse mir die Haare nie in Zürich schneiden – das ist hier schlicht zu teuer. Das mache ich, wenn ich in Asien bin (lacht).
Volle finanzielle Freiheit würde bedeuten, dass du ganz auf einen aktiven Erwerb verzichten könntest – also ausschliesslich von passivem Einkommen und Vermögensverzehr leben würdest. Könntest du das morgen tun? Theoretisch könnte ich aufhören zu arbeiten, wenn ich meinen Lebensstil im Rahmen halte. Aber ganz ehrlich: Ich liebe, was ich tue. Finanzielle Freiheit bedeutet für mich nicht, am Strand zu liegen und frühpensioniert zu sein, sondern Entscheidungen frei treffen zu können. Mein grösstes Ziel ist jetzt, anderen zu zeigen, wie sie durch frühes und strategisches Investieren denselben Punkt erreichen können.
Teil 4 – Leben in der Schweiz
Du lebst seit einigen Jahren in der Schweiz. Was schätzt du an der Schweiz besonders? Die Natur, die Sicherheit, die Lebensbalance – das ist schwer zu übertreffen.
Gibt es etwas Besonderes, das du aus deiner asiatischen Heimat vermisst? Essen! Ich liebe Meeresfrüchte und scharfes Sichuan-Essen – das fehlt mir wirklich.
Schweizer Lebensqualität geniessen – asiatische Küche vermissen. Charlenes Leben zwischen zwei Zuhause.
Teil 5 – Ausblick, Learnings und Spezialangebot
Wo siehst du dich in fünf Jahren – privat und beruflich? Privat sehe ich mich zwischen der Schweiz und einem tropischen Ort hin- und herpendeln. Beruflich ist mein Ziel, dass unsere VISION Investment Academy zum führenden Bildungsprogramm für Menschen in der Schweiz wird – insbesondere für jene ohne Finanzhintergrund, die endlich die Kontrolle über ihr Geld übernehmen möchten.
Was rätst du Menschen, die finanzielle Freiheit anstreben? Fange früh an zu investieren und tue es strategisch! Folge nicht einfach irgendwelchen Finanzgurus, die sagen, du sollst ein paar ETFs, Aktien oder Kryptowährungen kaufen.
Wenn du deine wichtigsten Learnings in drei Punkten zusammenfassen müsstest – welche wären das? 1. Nicht warten – jetzt handeln. 2. Mit Zielen starten, nicht mit «heissen Tipps». 3. Automatisierung schlägt Willenskraft.
Abgesehen von guten Englischkenntnissen: Was braucht man sonst, um an deinen Finanzcoachings teilzunehmen? Ein offener Geist und die Bereitschaft zu lernen – mehr braucht es eigentlich nicht.
Ich habe Personen begleitet, die mehrere Doktortitel haben, CEOs und Bereichsleitende globaler Firmen. Und genauso mit Menschen, die als Köche, Elektriker oder in einfachen Jobs tätig sind – bis hin zu Flüchtlingen, die nie die Primarschule abgeschlossen haben. Dein Hintergrund bestimmt nicht deine finanzielle Zukunft.
Und wo hadern sie – was sind aus deiner Erfahrung die grössten Stolpersteine auf ihrem Weg zur finanziellen Freiheit? Überforderung. Es gibt zu viel Lärm – YouTube, Reddit, TikTok. Jeder sagt: «Folge einfach meiner Strategie» oder «Kauf diese ETFs und halte», aber kaum jemand zeigt, wie man einen Plan um die eigenen Lebensziele herum aufbaut. Genau das versuche ich zu ändern.
Und wer noch mehr über deine Herangehensweise erfahren möchte? Der Transparenz halber: Wir bieten sowohl ein kostenloses Training als auch ein kostenpflichtiges Programm an. Mein ehrlicher Rat: Starte mit der kostenlosen Session. Wenn sie dich anspricht und du tiefer einsteigen willst, kannst du dich später unserer VISION Investment Academy anschliessen – ganz ohne Druck, deine Entscheidung.
Angebot: Wenn du nach dem Gratis-Training weitermachen möchtest, kannst du den Code sfbfriendsfür einen Rabatt von 520 CHF Rabatt auf die VISION Investment Academy nutzen – und wir, beim Schweizer Finanzblog, erhalten eine kleine Provision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
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Herzlichen Dank, Charlene, für die spannenden Einblicke und das inspirierende Gespräch.
(Das Gespräch fand am 27. Oktober 2025 statt. Charlene und Stefan lernten sich an einem Event von Swissquote kennen und tauschten sich einige Wochen später im Zürcher Restaurant Ruby ausführlicher aus – die Grundlage für dieses Interview. Das Interview wurde auf Englisch geführt; die Originalfassung ist hier verfügbar.)
Wir haben in diesem Blog schon oft über den Zinseszinseffekt geschrieben. In Gesprächen merken wir aber immer wieder: Selbst sehr kluge Menschen können sich die Kraft dahinter kaum vorstellen. Auch wir ertappen uns dabei, linear zu denken – exponentielles Wachstum bleibt abstrakt.
Höchste Zeit, genauer hinzuschauen: Warum erleben die meisten das «8. Weltwunder» – wie es Albert Einstein angeblich genannt haben soll – gar nie? Und was kann man dagegen tun? Oder zugespitzt gefragt: Wenn der Effekt so einfach ist – weshalb scheitern so viele daran, ihn in echtes Vermögen zu verwandeln?
Der Zinseszinseffekt ist die Grundlage für langfristigen Vermögensaufbau.
Viele spüren ihn kaum, weil sie zu früh aufgeben oder linear statt exponentiell denken.
Die ersten 10 Jahre wirken oft ernüchternd – danach zündet der Turbo.
Praktikertipp: Die 72er-Regel zeigt, wie schnell sich dein Kapital durch den Zinseszinseffekt verdoppelt (72 : Rendite in % = Jahre bis zur Verdoppelung).
Wer finanzielle Freiheit anstrebt, muss den Zinseszinseffekt konsequent nutzen.
Die Sparrate ist der grösste Hebel: je höher und je früher, desto grösser der absolute Effekt.
Am einfachsten gelingt das mit regelmässigen, automatischen Sparplänen in breit diversifizierte Aktien-ETFs – zu tiefen Gebühren und ohne unnötige Entnahmen.
Der deutschsprachige Begriff führt leicht in die Irre: Mit «Zinsen» sind nicht nur klassische Bankzinsen gemeint – die spielen heute ohnehin kaum mehr eine Rolle. Entscheidend ist das Prinzip des Wiederanlegens von Erträgen. Das umfasst alles, was eine Anlage abwirft: Zinsen, Dividenden und auch Kursgewinne. Im Englischen ist das klarer: Compounding beschreibt das Zusammenspiel all dieser Erträge. Genau dieses Prinzip sorgt dafür, dass Vermögen mit der Zeit nicht linear, sondern exponentiell wachsen kann.
Man kann sich das vorstellen wie einen Arbeiter, den du anfangs alleine bezahlen musst. Doch sobald die ersten Erträge entstehen und wieder investiert werden, stellst du weitere «Arbeiter» ein. Jeder von ihnen verdient für dich Geld, ohne dass du selber einen Finger krümmen musst. Mit Geduld wächst dieses «Team» stetig – und irgendwann übertrifft das so generierte passive Einkommen den klassischen Arbeitsertrag deutlich.
Ein kurzes Rechenbeispiel
Wer 10’000 CHF während 40 Jahren mit einer jährlichen Rendite von 8% anlegt und sämtliche Erträge konsequent wieder investiert, erzielt dank Zinseszins ein Vermögen von rund 243’000 CHF.
Würde man die jährlichen 8% dagegen wie einen Coupon auf ein separates, unverzinstes Konto legen, käme man nach 40 Jahren nur auf etwa 42’000 CHF.
In den ersten Jahren scheint der Unterschied kaum der Rede wert – nach 10 Jahren beträgt der Vorsprung der Zinseszins-Variante lediglich 22’196 CHF gegenüber 18’000 CHF beim Coupon.
Doch ab diesem Zeitpunkt beginnt sich die Schere immer weiter zu öffnen: Je länger die Anlagedauer, desto stärker beschleunigt sich das Wachstum.
Nach 40 Jahren beträgt der Unterschied bereits über 200’000 CHF – das macht den Zinseszinseffekt zum legendären «8. Weltwunder»!
Der Unterschied ist enorm: 10’000 CHF wachsen bei 8% p.a. (monatlich verzinst) in 40 Jahren auf über 240’000 CHF – ohne Wiederanlegen nur 42’000 CHF.
Die 72er-Regel: Zinseszinseffekt für Praktiker
Wenn du den Zinseszinseffekt ohne Taschenrechner verstehen willst, kannst du dich an einer simplen Faustregel orientieren – der 72er-Regel. Sie zeigt, nach wie vielen Jahren sich dein Kapital ungefähr verdoppelt, wenn du die jährliche Rendite kennst:
72 : Rendite in % = Jahre bis zur Verdoppelung
Beispiel:
Bei 6% Rendite dauert es rund 12 Jahre,
bei 8% nur 9 Jahre.
Diese einfache Überschlagsrechnung macht sofort sichtbar, wie stark schon kleine Renditeunterschiede wirken – und weshalb sich langfristiges Investieren lohnt. Je höher die Rendite oder je länger der Anlagehorizont, desto mächtiger entfaltet sich der Zinseszinseffekt.
Wenn du es genau wissen willst, nutze unseren interaktiven Zinseszinsrechner unten.
Wir sind evolutionär darauf trainiert, lineare Entwicklungen zu verstehen: Schritt für Schritt, Jahr für Jahr. Im Alltag funktioniert vieles linear – fahre ich eine Stunde mit 60 km/h, komme ich 60 km weit; arbeite ich doppelt so viele Stunden, verdiene ich ungefähr doppelt so viel; laufe ich jede Woche 10 km, habe ich nach 10 Wochen 100 km zurückgelegt.
Exponentielles Wachstum hingegen bleibt für uns schwer greifbar. Ein klassisches Beispiel ist das Reiskorn auf dem Schachbrett: Auf das erste Feld kommt ein Korn, auf das zweite zwei, auf das dritte vier – und so weiter. Nach der Hälfte des Brettes sieht es noch harmlos aus, am Ende liegen aber über 18 Trillionen Körner (18’000’000’000’000’000’000) dort – eine fast unvorstellbare Zahl.
Die ersten zehn Jahre können frustrierend sein. Beispiel: Wer 10’000 CHF mit 8% Rendite anlegt, hat nach 10 Jahren erst rund 22’000 CHF – ein Plus von 12’000 CHF. Nach 20 Jahren sind es 49’000 CHF, nach 30 Jahren 109’000 CHF, nach 40 Jahren bereits 243’000 CHF.
Das Entscheidende: Der grosse Hebel kommt erst spät. Viele geben vorher auf und investieren lieber in Konsum – und schöpfen das Potenzial nie aus.
Jahr
Wert (CHF)
Zunahme pro 10 Jahre (CHF)
0
10’000
0
10
22’196
+12’196
20
49’268
+27’072
30
109’357
+60’089
40
242’734
+133’377
Die Tabelle zeigt vier Zeiträume à 10 Jahre bei einer konstanten Bruttorendite von 8% p.a. Trotz gleicher Dauer und Rendite nimmt die Wertsteigerung dank Zinseszins von Dekade zu Dekade überproportional zu.
Stolperstein Nr. 3: Zu kleine Beträge
Wer regelmässig Kleinbeträge investiert, profitiert ebenfalls vom Zinseszins, doch der «Wow-Moment» kommt erst bei höheren Sparraten.
Der Mechanismus ist identisch – aber in absoluten Zahlen macht es einen gewaltigen Unterschied, ob am Ende ein sechsstelliger Betrag für etwas mehr Sicherheit oder ein siebenstelliger Betrag als Basis für finanzielle Freiheit steht.
Die Höhe der Sparrate bewirkt grosse Unterschiede – und der Zinseszinseffekt liefert den Löwenanteil: Bei 8% p.a. werden aus 1’000 CHF/Monat (total 480k) in 40 Jahren rund 3.5 Mio. CHF (Zinseszinseffekt gegenüber reiner Sparrate: ca. 3 Mio. CHF). Aus 200 CHF/Monat (total 96k) werden rund 698’000 CHF (Zinseszinseffekt: ca. 602’000 CHF).
– P a r t n e r a n g e b o t –
Regelmässig kleinere oder grössere Beträge investieren, ist für den systematischen Vermögensaufbau das A und O. Am einfachsten geht das mit einem automatischen Sparplan. Saxo bietet seit neuestem alle ihre über 100 sparplanfähigen ETFs ohne Kaufprovisionen an.
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Stolperstein Nr. 4: Unterbrechungen
Wer nach einigen Jahren Kapital abzieht, zerstört den Zinseszinseffekt. Compounding funktioniert nur, wenn über längere Zeit keine Entnahmen erfolgen.
Bei 8% Rendite werden aus 10’000 CHF in 40 Jahren rund 243’000 CHF. Eine einmalige Entnahme von 5’000 CHF nach 10 Jahren senkt den Endwert jedoch auf nur 188’000 CHF – ein Verlust von 55’000 CHF, ausgelöst durch eine vorzeitige Entnahme von lediglich 5’000 CHF.
Eine einmalige Entnahme von 5’000 CHF nach 10 Jahren reduziert das Endvermögen nach 40 Jahren um rund 55’000 CHF – also das Elffache des entnommenen Betrags (bei monatlicher Verzinsung).
Stolperstein Nr. 5: Emotionen & Volatilität
Marktschwankungen verunsichern. Wer in Panik verkauft, nimmt sich selbst die Chance auf jahrzehntelanges Wachstum.
Ein Beispiel: Im Corona-Crash im März 2020 verlor der MSCI World innert weniger Wochen rund –30%. Viele Anleger verkauften aus Angst – nur um wenige Monate später zuzusehen, wie die Märkte auf neue Rekordstände kletterten. Wer ausgestiegen ist, hat genau die Phase verpasst, in der die grössten Gewinne gemacht wurden.
Emotionen können den Zinseszinseffekt also gleich doppelt zerstören:
Panik in Krisen: Kapital wird mit Verlust verkauft und fehlt beim Aufschwung.
Euphorie in Hochphasen: Anleger steigen teuer ein und kaufen, wenn Kurse schon überhitzt sind.
Die Börse belohnt nicht die Klügsten oder Schnellsten, sondern die Disziplinierten, die durchhalten. Investorenlegende Warren Buffett bringt es auf den Punkt: «Die Börse ist ein Instrument, um Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen zu transferieren.»
Panikverkauf am Corona-Tief (März 2020) mit spätem Wiedereinstieg verpasst die schnelle Erholung – statt rund +21 % Gewinn resultiert deutlich weniger; der Rückstand bleibt auch nach Reinvestition bestehen (für ein 60/40-Portfolio – 60 % Aktien, 40 % Obligationen).
Risikofreudigere Anleger wie Toni nutzten als Zinseszins-Booster zusätzlich Lombardkredite. Damit lassen sich Renditen in Aufschwüngen verstärken – und nach Kurstauchern gezielt günstiger nachkaufen. Doch im Gegenzug drohen höhere Risiken: Nachschusspflichten oder gar Zwangsverkäufe können den Effekt ins Gegenteil verkehren.
Stolperstein Nr. 6: Kosten, Steuern, Inflation & Währungsrisiken
Der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle Kraft nur, wenn er nicht durch Kosten, Steuern, Inflation oder Währungsrisiken ausgebremst wird. Auf diese vier Faktoren gehen wir im Folgenden genauer ein.
Gebühren: Ein ETF mit 0,1% Kostenquote (TER) ist einem Fonds mit 1,5% TER langfristig haushoch überlegen. Über 40 Jahre kann das leicht mehrere Hunderttausend Franken Unterschied ausmachen (vgl. Abbildung unten).
Steuern: In der Schweiz sind Anleger:innen privilegiert, da Kapitalgewinne steuerfrei sind. Versteuert werden lediglich die Dividenden sowie das Vermögen als solches. Mehr über mögliche Steuerersparnisse im Zusammenhang mit deiner Vermögensanlage erfährst du im BeitragETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.
Inflation: Sie frisst Kaufkraft, ist aber nicht steuerbar. In der Schweiz ist sie historisch deutlich tiefer als in den USA oder der Eurozone – meist nur rund 1% p.a. Das ist ein Vorteil: Nominale Renditen von 6 – 8 % bedeuten hierzulande oft immer noch 5 – 7 % reale Rendite. Dennoch gilt: Auch eine moderate Inflation kann über Jahrzehnte die Kaufkraft spürbar mindern.
Währungsrisiken: Schweizer Anleger:innen investieren oft in global diversifizierte ETFs. Diese breite Streuung ist langfristig vorteilhaft, da man von der Entwicklung der Weltwirtschaft profitiert. Gleichzeitig kann der starke Franken jedoch einen Teil der Rendite abschwächen, weil ausländische Erträge beim Umrechnen in CHF weniger wert sind. Das wirkt dämpfend auf den Zinseszinseffekt und sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Vermeintlich kleine Kostenunterschiede von 1,4% p.a. entfalten über die Jahre einen grossen Effekt: Bei gleichem Startkapital und 8% Bruttorendite liegt das günstige ETF-Portfolio nach 40 Jahren 68% oder rund 100’000 CHF über der aktiv gemanagten Lösung – die Differenz landet als Gebühr bei der Bank.
Fazit: Wer den Zinseszinseffekt wirklich für sich nutzen will, setzt auf kostengünstige ETFs, achtet wo möglich auf steuerliche Optimierung – und behält Inflation wie auch Währungsrisiken stets im Auge.
Finanzielle Freiheit braucht Compounding
Wer finanzielle Freiheit erreichen will, kommt am Zinseszinseffekt nicht vorbei. Alternativen wie Erbschaften oder Lottogewinne hängen vom Glück ab – sie sind weder planbar noch verlässlich.
Albert Einstein soll den Zinseszins einst als das «achte Weltwunder» bezeichnet haben: «Wer ihn versteht, verdient an ihm… wer ihn nicht versteht, bezahlt ihn.»
Aber Achtung: Die Realität ist nicht linear
Die Charts, die wir im Beitrag gezeigt haben, basieren auf einer konstanten Durchschnittsrendite – im Beispiel 8% p.a. In der Praxis läuft es natürlich nicht so glatt:
Einige Jahre bringen +20% oder mehr.
Andere Jahre enden mit -10% oder gar -30 %.
Erst über längere Zeiträume glättet sich der Effekt.
Ist 8% überhaupt realistisch?
Die Zahl ist kein Fantasiewert:
Der S&P 500 erzielte über die letzten 100 Jahre im Schnitt etwa 10% nominal pro Jahr. Nach Inflation bleiben rund 6 – 7% real.
Der MSCI World kam in den letzten Jahrzehnten auf rund 7 – 9% nominal, also 4 – 6% real.
Auch der SPI (Schweizer Aktienmarkt) liegt langfristig in dieser Grössenordnung, wenn auch leicht tiefer.
Wichtig: Unsere Beispielrechnungen mit 8% sind nominal – Steuern, Gebühren und Inflation sind nicht berücksichtigt.
Anlagevehikel für den Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt lebt davon, dass Erträge nicht konsumiert, sondern konsequent reinvestiert werden. Nur so kann langfristig der Schneeballeffekt entstehen. In der folgenden Übersicht zeigen wir, welche Anlageformen dafür besonders geeignet sind – und welche weniger.
Anlagen mit (+) und ohne (-) Zinseszinseffekt
Thesaurierende Aktien-ETFs oder Indexfonds: Dividenden werden automatisch reinvestiert, ideal für Compounding.
Ausschüttende Aktien-ETFs oder Indexfonds: Zinseszinseffekt greift immer bei Kursgewinnen. Dividenden verstärken ihn nur, wenn sie manuell reinvestiert werden.
Einzelaktien: Compounding durch Kursgewinne. Dividenden wirken nur bei Reinvestition, dazu Klumpenrisiko bis hin zum Totalverlust.
Immobilienfonds: Mieterträge werden reinvestiert oder ausgeschüttet. Reinvestition erhöht den Effekt.
Obligationen: Zinscoupons können reinvestiert werden, der Effekt bleibt aber deutlich schwächer wegen tiefer Renditen.
P2P-Kredite / Crowdinvesting (plattformbasierte Kredit- und Beteiligungsmodelle): Zinseszins entsteht, wenn Rückflüsse wieder angelegt werden. Theoretisch stark, praktisch aber riskant wegen Ausfällen, Illiquidität und Plattformrisiken.
Bankkonto / Sparkonto: Kaum oder keine Zinsen, Effekt praktisch vernachlässigbar
Gold: Keine laufenden Erträge, nur Kursbewegungen. Da keine Wertschöpfung entsteht, fehlt der Zinseszinseffekt.
Bitcoin & Krypto: Ebenfalls keine Erträge, nur Preisbewegungen. Im Unterschied zu Aktien erhöhen Kurssteigerungen nicht automatisch die Basis für künftige Erträge – es bleibt bei reinen Buchgewinnen. Deshalb entsteht hier kein echter Zinseszinseffekt.
Sammlerstücke (z. B. Kunst, Oldtimer, Uhren, Wein): Ebenfalls keine laufenden Erträge, nur Wertsteigerung durch Verkauf möglich. Märkte sind oft illiquide, Transaktionskosten hoch – kein echter Zinseszinseffekt.
Konsumgüter: Verlust an Wert statt Rendite, negativer Compounding-Effekt
Die Theorie ist das eine – noch spannender wird es, wenn du deine eigenen Zahlen einsetzen kannst: Startkapital, Sparrate, erwartete Rendite, Anlagehorizont.
Genau dafür haben wir unseren Zinseszinsrechner entwickelt. Damit siehst du sofort:
wie viel aus deinem Kapital in 10, 20 oder 40 Jahren werden kann,
wie stark sich schon kleine Veränderungen bei Rendite oder Sparrate auswirken,
und welche Bedeutung Geduld wirklich hat.
Hier geht’s zum Zinseszinsrechner:
Zinseszinsrechner🚀
CHF
CHF
Jahre
%
Kalkulation
Endkapital
?
Einzahlungen gesamt
?
Zinsen gesamt oder Gesamtertrag
?
Wenn du über 10 Jahre, monatlich100CHF zu 5% investierst, beträgt dein Endkapital 23.763CHF. Dieses setzt sich zusammen aus 17.000CHF Einzahlungen und 6.763CHF Zinsen oder Kapitalerträgen.
Diagramm
Die Zutaten müssen zusammenpassen
Der Zinseszinseffekt ist mächtig – aber nur, wenn mehrere Faktoren gemeinsam wirken. Eine einzelne Zutat reicht nicht:
Viel Geduld: Der Effekt braucht Zeit, um sichtbar zu werden. Erst ab einem Anlagehorizont von über 10 Jahren kommt der Schneeball ins Rollen und nimmt mit jedem Jahr mehr Fahrt auf.
Relevante Sparquote: Als Faustregel mindestens 10% des Einkommens. Wer sein Einkommen steigert, sollte die Sparrate in absoluten Zahlen mitwachsen lassen – oder noch wirkungsvoller die Sparquote selbst erhöhen, z.B. auf 15% oder mehr.
Renditestarke Anlage: Die Anlageklasse Aktien hat sich historisch als mit Abstand am attraktivsten erwiesen. Am besten geeignet sind kostengünstige Aktien-ETFs auf globale Indizes wie MSCI World oder FTSE All World.
Ein Paradebeispiel ist Warren Buffett: Bereits im zarten Alter von 11 Jahren kaufte er seine erste Aktie. Heute gehört er zu den reichsten Menschen der Welt. Das Bemerkenswerte: Rund 99% seines heutigen Vermögens (über 100 Milliarden USD) entstanden erst nach seinem 50. Lebensjahr – dank viel Geduld, stetigem Investieren und dem Compounding, also dem Zinseszinseffekt.
Wichtig für alle, die bis zur (Früh-)Rente nicht 40 Jahre Vermögensaufbau betreiben wollen oder können: Der Zinseszinseffekt entfaltet sich auch in kürzeren Zeiträumen. Ab etwa 10 Jahren gewinnt die Entwicklung an Tempo. Wer einen Horizont von 10 oder 20 Jahren hat, kann mit einem hohen Startkapitalund/oder hohen Sparraten ebenfalls auf beträchtliche Summen kommen.
Ein Beispiel bei 8% Rendite und 15 Jahren Laufzeit:
Start mit 200’000 CHF führt zu Endwert von ca. 661’000 CHF
Start mit 100’000 CHF + 1’000 CHF/Monat führt zu Endwert von ca. 676’000 CHF
Und was, wenn das Ziel erreicht ist?
Der Zinseszinseffekt zeigt seine ganze Stärke im Aufbau der Vermögensbasis. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr ums Sparen und Investieren geht, sondern ums Leben vom aufgebauten Kapital.
Eine oft zitierte Faustregel ist die 4-Prozent-Regel: Wer jährlich 4% seines investierten Vermögens entnimmt, soll statistisch gesehen auch über 30 Jahre hinweg nicht in Gefahr geraten, sein Geld vorzeitig aufzubrauchen. Sie liefert einen nützlichen Startpunkt, ersetzt aber keine individuelle Planung.
Denn die Realität ist komplexer:
Marktphasen verlaufen nie linear. Besonders in den ersten Jahren der Entnahmephase kann ein Börsencrash gefährlich werden (sogenanntes Sequence-of-Returns-Risiko).
Die persönliche Situation zählt. Steuern, Lebenshaltungskosten oder zusätzliche Einkommen wie AHV- und BVG-Renten haben einen grossen Einfluss.
Flexibilität erhöht die Sicherheit. Wer in schlechten Börsenjahren seine Entnahmen reduziert oder verschiebt, verringert das Risiko, das Kapital zu früh aufzubrauchen.
2025-11-06: 72er-Regel zur einfachen Berechnung des Zinseszinseffekts erläutert.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die magische Kraft des Zinseszinses nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Bester Broker Schweiz? Ja, es gibt ihn – aber nicht für alle ist er derselbe. Denn die passende Brokerwahl für deine Wertschriften hängt stark von deinen individuellen Bedürfnissen und Erwartungen ab. In diesem Artikel stellen wir dir sechs entscheidende Faktoren vor, damit du sicher deinen persönlichen Favoriten findest – oder gleich mehrere. Dafür vergleichen wir sechs führende Broker, die wir in separaten Reviews sorgfältig getestet haben.
Den einen besten Broker für Herrn und Frau Schweizer gibt es nicht. Alle Anbieter haben ihre Stärken und Schwächen. Welcher dein bester Broker Schweiz ist, hängt massgeblich von deinen individuellen Bedürfnissen ab.
Diese sechs Faktoren solltest du vor der Brokerwahl unbedingt prüfen bzw. mit deinen Bedürfnissen spiegeln:
Gebühren & Kosten
Wertschriftenangebot
Benutzerfreundlichkeit der Plattform
Sicherheit & Regulierung
Kundendienst & Support
Zusatzservices
Die ausländischen Schwergewichte DEGIRO und Interactive Brokers bieten in der Regel günstigere Preise als beispielsweise die beiden in der Schweiz regulierten Anbieter Saxo und Swissquote. Letztere trumpfen jedoch mit Swissness auf – sei es bezüglich des lokalen Kundensupports, der praktischen Reportings oder des breiten Wertschriftenangebots an der Schweizer Börse SIX.
Wenn du dich nicht auf einen einzigen Broker festlegen möchtest, dann wählst du eine Multi-Broker-Strategie, womit du dir das Beste aus unterschiedlichen «Broker-Welten» zusammenstellst.
Wir haben in einem unserer meistbeachteten Artikel Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is… anhand von acht Kriterien schrittweise die Top-ETFs in unterschiedlichen Kategorien auserkoren. Mit diesem Artikel widmen wir uns nun den Plattformen, worüber diese und andere Wertschriften gehandelt werden können. Im Gegensatz zu den ETFs, wo es unseres Erachtens möglich ist, nach rationalen, allgemeingültigen Kriterien die wirklich besten Produkte zu bestimmen, ist das Vorgehen, um zum besten Broker zu gelangen, komplexer.
«Den perfekten Broker gibt es nicht.»
Denn der perfekte Broker für alle böte die tiefsten Preise, das grösste Angebot an Wertschriften, den besten Service und noch vieles mehr, was dein Anlegerherz begehren würde. Doch leider gibt es einen solchen «Über-Broker» nicht. Vielmehr sind grundsätzlich alle Betreiber von Handelsplattformen, egal ob es sich um in- oder ausländische Anbieter handelt, einem starken Wettbewerb ausgesetzt, welcher sie zwingt, sich auf dem Markt klar zu positionieren bzw. von den Mitbewerbern abzugrenzen.
Das heisst für dich als Schweizer Anleger:in, dass du bei der Brokerwahl deine diesbezüglichen Bedürfnisse kennen solltest. Also was ist mir bei der Verwaltung meiner Wertschriften besonders wichtig? Aber auch: Wo bin ich zu Kompromissen bereit?
Wenn du also beispielsweise wie Toni nur in eine Handvoll bekannter «Brot-und-Butter»-ETFs investieren möchtest, benötigst du keinen Broker, welcher mit einem riesigen Angebot an alternativen Nischenprodukten punktet. Oder wenn du (fast) keine Gebühren zahlen möchtest, akzeptierst du womöglich längere Wartezeiten beim Kundenservice und/oder dass der «Billig-Broker» deines Vertrauens zwecks Erschliessung einer zusätzlichen Einnahmequelle, die dich nichts kostet, deine Wertschriften verleiht.
«Eine geeignete Plattform kann dir viel Geld und Ärger sparen!»
Um dir die Wahl des passenden Brokers zu erleichtern, vergleichen wir in diesem Artikel sechs führende Anbieter. Eine kluge Plattformwahl kann dir langfristig viel Geld und Ärger ersparen – deshalb haben wir alle selbst umfassend geprüftund jeweils in einem ausführlichen Testbericht dokumentiert.
Wenn für dich ein Startbonus eine Rolle spielt, findest du in den jeweiligen Testberichten die aktuellen Angebote für den Einstieg.
Um die teils deutlichen Preisunterschiede greifbarer zu machen, ziehen wir stellenweise auch drei in der Schweiz sehr bekannte Banken zum Vergleich heran: Migros Bank, PostFinance und UBS – sie gelten als populär, sind aber oft deutlich teurer.
Nachfolgend gehen wir nun die sechs wichtigsten Faktoren durch, die du für die Wahl des richtigen Brokers unbedingt kennen solltest. Wenn du jedoch direkt erfahren möchtest, welche Anbieter sich für welche Anlegerprofile besonders eignen, kannst du gleich zum Schlussfazit springen.
– Partnerangebote –
Mit einem Klick auf unsere Empfehlungen unten kommst du direkt zu den Steckbriefen führender Online-Broker wie DEGIRO, Interactive Brokers, Saxo und Swissquote sowie Neobanken wie Yuh und neon, welche – abhängig von deinen individuellen Bedürfnissen – mit interessanten Angeboten einschliesslich Startbonus aufwarten.
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Und wenn du dich nicht mit einzelnen Wertschriften herumschlagen möchtest, sondern dir lieber automatisiert ein ganzes Anlageportfolio aufbaust, dann benötigst du überhaupt keinen Broker, sondern einen guten Robo-Advisor.
Die wichtigsten Facts & Figures etablierter Robo-Advisors findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Dieser Faktor dürfte niemanden kalt lassen. Denn jeden einzelnen Franken, den du für Gebühren & Co. ausgibst, geht dir von deiner Rendite ab. Nachfolgend haben wir dir die wichtigsten Kosten aufgelistet, welche dir der Broker verrechnen kann:
Depotgebühren
Diese wiederkehrende Gebühr fällt zugunsten des Brokers an – unabhängig davon, ob du handelst oder nicht. Du bezahlst damit für die Verwahrung und Verwaltung deiner ETFs und anderer Wertschriften. Die Kosten richten sich dabei häufig nach der Höhe deines Portfolios.
Ein Negativbeispiel ist die Grossbank UBS: Sie verlangt pauschal 0,35% pro Jahr – bei einem Depot von 100’000 CHF also stolze 350 CHF, Jahr für Jahr. Auch die Migros Bank verfolgt mit 0,23% eine lineare Preisstruktur, ab 750’000 CHF wird’s dann minim günstiger (0,21%).
Andere Anbieter setzen immerhin ein Kostendach: Der führende Schweizer Online-Broker Swissquote verrechnet 0,1% pro Jahr, mindestens jedoch 60 CHF und maximal 200 CHF. Bei PostFinance, die ebenfalls die Plattform von Swissquote nutzt, fällt unabhängig von der Depotgrösse eine fixe Jahresgebühr von 72 CHF an.
Besonders attraktiv sind Plattformen wie Saxo, Interactive Brokers und DEGIRO sowie Neobanken wie Yuh und neon: Bei ihnen fallen gar keine Depotgebühren an – dein Guthaben bleibt also vollständig investiert und wird nicht durch jährliche Fixkosten geschmälert.
Depotgebühren kannst du also mittlerweile ganz vermeiden – das lohnt sich vor allem bei kleineren Vermögen. Falls du dich dennoch für einen Anbieter mit Gebühren entscheidest, achte wenigstens darauf, dass ein klares Kostendach besteht.
Courtagen (Handelsgebühren)
Dies ist die transaktionsbedingte Provision zugunsten des Brokers, die bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie ETFs anfällt. Das entsprechende Pricing fällt je nach Broker sehr unterschiedlich aus. Grundsätzlich gibt es folgende Preismodelle:
Variable Provisionen
Fixe Provisionen
Keine Provisionen
Variable Provisionen
Bei diesem Preismodell variieren die Gebühren in Abhängigkeit des Transaktionswertes: Dieses Preismodell gilt häufig bei etablierten Schweizer Brokern wie PostFinance und teilweise Swissquote. (Beide verfügen über dieselbe Swissquote Plattform. Im Gegensatz zu PostFinance bietet Swissquote auch relativ günstige Fixprovisionen an, vgl. nächster Punkt.) Oft nehmen die Gebühren dabei mit zunehmendem Transaktionswert prozentual ab.
Nicht so bei Saxo: Dort gilt in der Basiskontolösung «Classic» generell 0,08% (Mindestgebühr 3 CHF / 1$ pro Trade), also betraglich ebenfalls variable Provisionen – allerdings zu einem vergleichsweise tiefen, konstanten Prozentsatz. Da es jedoch kein Kostendach gibt, ist Saxo vor allem bei kleineren bis mittleren Beträgen bis rund 10’000 CHF attraktiv. Bei hohen Beträgen wird der absolute Betrag zunehmend spürbar (z.B. 80 CHF Provision bei Trades im Wert von 100’000 CHF).
Ebenfalls mit einem linearen Preismodell unterwegs, aber mit 0,50% deutlich teurer, sind die beiden führenden Schweizer Neobanken Yuh (Mindestgebühr 1 CHF) und neon (keine Mindestgebühr).Damit sind sie preislich nur für Trades im dreistelligen Bereich akzeptabel – etwa bei automatisierten ETF-Sparplänen. Bei grösseren Beträgen werden diese Gebühren wegen des fehlenden Kostendachs schnell unattraktiv (z.B. 50 CHF Provision bei Trades im Wert von 10’000 CHF).
«Heutzutage sind zweistellige Provisionsbeträge für einen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.»
Fixe Provisionen
Dabei werden dir Pauschalgebühren unabhängig des Transaktionsbetrages verrechnet. Dieses Preismodell gilt generell bei DEGIRO (pauschal max. 2€ plus 1€ Bearbeitungsgebühr) sowie teilweise bzw. je nach ETF bei Swissquote (9 CHF). Einige Anbieter wie Cash (29 CHF via Partnerbank Zweiplus) oder die Migros Bank (40 CHF online und 100 CHF über Kundenberater) werben regelmässig für ihr vermeintlich attraktives Fixgebührenmodell. Doch seien wir ehrlich: Heutzutage sind zweistellige Provisionen für einen simplen ETF-Trade schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.
Keine Provisionen
Manche Plattformen wie DEGIRO und Interactive Brokers verzichten bei gewissen ETFs ganz auf Provisionen, andere wie Saxo, Yuh oder neon schenken dir die Kaufgebühren, wenn du einen automatischen ETF-Sparplan einrichtest. (Wer bei den Sparplänen die Nase vorn hat, schauen wir uns später genauer an.) So oder so: Dahinter stecken meist Vereinbarungen zwischen den Brokern und den ETF-Anbietern, welche bestimmte ETFs pushen möchten und deshalb die Provisionen übernehmen bzw. den Brokern rückvergüten.
Wichtig: Provisionsfreie Trades sind für dich nur dann wirklich interessant, wenn es sich bei diesen sogenannten «Gratis-ETFs» um attraktive und bereits etablierte Produkte handelt, deren laufende Produktkosten (TER) und weitere Eigenschaften mit jenen von Top-ETFs vergleichbar sind.
«Provisionsfrei bedeutet nicht gratis.»
Ein besonders grosses Angebot an attraktiven und provisionsfreien ETFs bietet der europäische Marktführer DEGIRO an. Aber Achtung: Provisionsfrei ist nicht gleichbedeutend mit gratis. Auch bei DEGIRO nicht. So verrechnet der europäische Marktführer bei jedem Trade pauschal 1€ Bearbeitungsgebühr (vgl. Kapitel unten «Weitere Kosten»).
– Partnerangebot –
DEGIRO bietet ein sehr einfaches Gebührenmodell mit Pauschalpreisen an, welches insbesondere bei grösseren Summen kaum zu schlagen ist.Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung mit Bonusangebot.
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Währungswechselgebühren
Diese Gebühr fällt immer dann an, wenn du für den Wertschriftenhandel Währungen tauschen musst.
«Die Kosten für den Währungstausch werden allgemein unterschätzt, obschon sie bei den Trades oft am stärksten zu Buche schlagen.»
Die damit verbundenen Kosten werden leider von vielen unterschätzt, auch weil sie oft gut versteckt bzw. separat abgerechnet werden. Schade, denn betragsmässig können gerade die Kosten für den Währungstausch bei deinen Trades am stärksten zu Buche schlagen.
Bei Swissquote beispielsweise zahlst du 0,95% Währungswechselgebühren, was dich bei einer Transaktion im Wert von 10’000 CHF stolze 95 CHF kostet! Immerhin: Bei der Schweizer Marktführerin kannst du (fast) beliebig viele Fremdwährungskonten führen. So könntest du etwa bestehende Euro-Bestände auf dein Multiwährungskonto bei Swissquote transferieren, um bei deinem nächsten ETF-Trade in Euro die Währungswechselgebühren einzusparen. Yuh funktioniert hier ähnlich wie ihre Muttergesellschaft Swissquote.
Deutlich günstigere Währungswechselgebühren von 0,25% bieten Saxo und DEGIRO.
Unsere Erfahrung zeigt: Beim Währungstausch ist Interactive Brokers kaum zu schlagen:0,002% (Mindestgebühr 2$) – und obendrein gibt es Multiwährungskonten.
Am günstigsten fährst du aber definitiv, wenn du den Währungstausch vermeidest, indem du deine ETFs in deiner Referenzwährung CHF handelst.
Eine Sonderposition nimmt diesbezüglich neon ein: ETFs sind hier nur an der Berner Börse BXSwiss mit Handelswährung CHF verfügbar, womit der Währungswechsel entfällt.
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Interactive Brokers machen Vorzüge wie extrem tiefe Währungswechselgebühren für viele Anleger:innen sehr attraktiv.
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Stempelsteuern
Für Transaktionen in der Schweiz fällt die Eidgenössische Umsatzabgabe an. Diese Abgabe, auch Stempelsteuer genannt, fällt linear, d.h. im Verhältnis zum Transaktionswert an, und zwar 0,075% für inländische und 0,15% für ausländische Wertpapiere. Das heisst, bei einem Transaktionswert von 10’000 CHF zahlst du 7.50 bzw. 15 CHF an den Schweizer Fiskus.
Steuerspartipp: Bei ausländischen Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO fallen keine Stempelsteuern an.
Ferner belasten die Börsen den Banken und Brokern Börsengebühren. Diese Gebühren werden je nach Broker, Preismodell oder Börse voll, teilweise oder gar nicht weiterverrechnet.
Bezogen auf den Aktien- und ETF-Handel sind diese Gebühren bei Saxo und Swissquote bereits in den Provisionen enthalten bzw. werden nicht separat verrechnet. Bei Interactive Brokers wiederum sind sie nur beim Preismodell «Fixpreis» inkludiert, während sie bei DEGIRO für CH-Anleger:innen nur bei ausländischen Handelsplätzen verrechnet werden, und zwar als «Gebühren für Handelsmodalitäten» von jährlich 2.50€ pro Fremdbörse und Jahr.
Weitere Kosten, welche einige Broker separat verrechnen, sind Bearbeitungsgebühren. Bei DEGIRO beläuft sich diese Gebühr auf 1€ pro Trade.
Fazit zu den Gebühren & Kosten
Egal, welcher Anlegertyp du bist, dem Kostenfaktor solltest du grosse Bedeutung beimessen. Denn hohe Gebühren bedeuten weniger Rendite für dich.
Bevorzuge also Handelsplattformen ohne laufende Kosten und wenn schon Depotgebühren, dann sollten sie wie bei Swissquote nach oben gedeckelt sein und nicht mehr als 0,1% des Depotwerts betragen.
Die Courtagen wiederum sollten idealerweise (deutlich) weniger als 1% des Transaktionswerts betragen und gleichzeitig 10 CHF nicht übersteigen. Wähle keinen «Gratis-ETF», nur weil er provisionsfrei ist. Die produktspezifischen Konditionen müssen auch stimmen.
Auch Gebühren für den Währungstausch solltest du möglichst tief halten (max. 0,25%) oder besser ganz vermeiden. Letzteres ist mittels Multiwährungskonten möglich oder (einfacher) indem du Wertschriften in Handelswährung CHF handelst.
Zudem kann es sich insbesondere bei hohen Investitionssummen lohnen, auf einen ausländischen, stempelsteuerfreien Broker wie Interactive Brokers oder DEGIRO auszuweichen.
Schliesslich solltest du auch weitere Kosten wie allfällige Börsen- oder Bearbeitungsgebühren, die einige Broker erheben, kennen und bei der Brokerwahl berücksichtigen, auch wenn diese Gebühren in der Regel moderat ausfallen.
Dieser Faktor ist insbesondere dann wichtig, wenn du klare Vorstellungen bezüglich deiner Anlagen hast. Also du möchtest beispielsweise in ganz bestimmte ETFs investieren und diese womöglich auch noch an deiner bevorzugten Börse erwerben. In einem solchen Fall kommt für dich nur ein Broker in Frage, welcher über das entsprechende Angebot verfügt.
Für Schweizer Anleger:innen, welche bevorzugt über die Schweizer Hauptbörse SIX und/oder mit Nischenprodukten handeln möchten, dürfte Swissquote unschlagbar sein. Swissquote bietet auch alle von uns auserkorenen Sieger-ETFs an der Schweizer Hauptbörse SIX an.
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Der Pionier-Broker Swissquote bietet für Schweizer Investor:innen nicht nur die grösste Auswahl an Anlageprodukten. Alle an der CH-Börse SIX gehandelten ETFs erhältst du zudem zum fairen Pauschalpreis. Mit dem Aktionscode MKT_SFB sicherst du dir Trading Credits und unterstützt gleichzeitig unseren Blog. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung.
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Fazit zum Wertschriftenangebot
Das Wertschriftenangebot ist insofern für dich wichtig, als deine Wunsch-ETFs & Co. an deiner bevorzugten Börse auf der Plattform handelbar sein sollten. Bei all unseren empfohlenen Anbietern können wir bei Bedarf für dich entsprechende Produktabklärungen vornehmen. Schreib’ uns einfach dein Anliegen unten in die Kommentare.
«Bester Broker Schweiz» Faktor #3: Benutzerfreundlichkeit der Plattform
Wenn du es bevorzugst, deine Finanzen wahlweise sowohl über den Desktop als auch übers Handy zu regeln, dann bist du bei klassischen Online-Brokern wie Saxo, Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO bestens bedient. Wir benutzen all diese Plattformen und kommen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit damit problemlos zurecht – so sehr sie sich auch beim «Look & Feel» unterscheiden.
Was aber offensichtlich ist: Das vielfältigste Angebot an Plattformen bietet Interactive Brokers an: Nicht weniger als sieben Plattformen, darunter gleich zwei Handy-Apps, mit unzähligen Features stehen für die Börseneinsteigerin bis zum routinierten Trader zur Auswahl.
Die Qual der geeigneten Plattformwahl: Nicht weniger als sieben Handelsplattformen bietet Interactive Brokers seinen Privatanleger:innen an.
Unterschiedliche Ansichten bei Interactive Brokers: für den grossen Bildschirm das klassische, webbasierte IBKR Client Portal (links) und die mächtige IBKR Trader Workstation als Download (rechts) sowie als App für die Hosentasche die übersichtliche IBKR Global Trader (links) und die umfassende IBKR Mobile (rechts).
Auch Saxo richtet sich mit den beiden Plattformen SaxoInvestor und SaxoTrader, die du im Web, per App und – bei SaxoTrader – zusätzlich als Desktop-Download nutzen kannst, gezielt an unterschiedliche Nutzertypen. Swissquote wiederum arbeitet mit einer einzigen Handelsplattform, die sowohl webbasiert als auch als App verfügbar ist. Diese lässt sich aber über individuelle Layouts und Widgets personalisieren. DEGIRO bietet, ähnlich wie Swissquote, eine einzige Plattform, die sowohl webbasiert als auch als App genutzt werden kann – allerdings ohne nennenswerte Möglichkeiten zur Individualisierung.
Am anderen Ende der Skala sind die Plattformen von Neobanken wie Yuh oder neon, die sich auf das mobile Trading per App beschränken und ganz auf webbasierte Lösungen am grossen Bildschirm verzichten.
Neben dem «Look & Feel» der Plattform steuern nützliche Reports wie Transaktionsbestätigungen, Dividendenabrechnungen oder Steuerberichte auch einen wichtigen Teil zur Benutzerfreundlichkeit der Plattform bei. Beim Reporting punkto Aussagekraft und Komfort haben für uns die einheimischen Anbieter Swissquote und Saxo die Nase vorn.
Während nämlich beispielsweise bei Swissquote Dividendeneingänge einschliesslich allfälliger Steuern separat mittels eines übersichtlichen PDF automatisch im Kundenpostfach landen, müssen diese Informationen bei DEGIRO und Interactive Brokers manuell abgerufen werden.
Saxo wiederum bietet ab dem Steuerjahr 2025 elektronische Steuerauszüge kostenlos an. Praktisch, denn die entsprechenden Wertschriftendaten können dadurch automatisch in die Steuererklärung übertragen werden – was dir insbesondere bei komplexeren Portfolios viel Zeit spart.
Fazit zur Benutzerfreundlichkeit der Plattform
Alle Plattformen sind heute grundsätzlich benutzerfreundlich – ob dir eine Oberfläche gefällt, ist wohl einfach Geschmackssache.
Interactive Brokers und Saxo bieten mit mehreren Plattformen und hoher Individualisierung den grössten Funktionsumfang. Swissquote nutzt nur eine Plattform (Web + App), lässt sich aber über Widgets gut personalisieren. DEGIRO bleibt bewusst schlank und bietet kaum Anpassungsmöglichkeiten, ist dafür schnell und übersichtlich. Yuh und neon konzentrieren sich ganz auf mobiles Trading via App und verzichten vollständig auf Desktop- oder Browserlösungen.
Einheimische Broker wie Saxo und Swissquote machen es dir bei Transaktionsbelegen, Steuerunterlagen und anderen Reportings deutlich einfacher als viele ausländische Anbieter.
Bezüglich dieses Faktors solltest du dir insbesondere die folgenden drei Fragen stellen:
Ist der Broker von einer renommierten Finanzaufsichtsbehörde reguliert?
Wie ist mein Vermögen im Falle einer Insolvenz des Brokers geschützt?
Verleiht der Broker meine Wertschriften?
Wir beurteilen die Sicherheitsstandards bei all unseren Kooperationspartnern als hoch, auch wenn sich die einzelnen Sicherheitsaspekte stark voneinander unterscheiden. Gemeinsam und ebenfalls der Sicherheit förderlich sind Saxo, Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers gleichermassen das hohe Renommee und die starke Marktstellung.
Saxo,Swissquote (beide CH) und DEGIRO (NL/D) verfügen beispielsweise über Banklizenzen und sind somit staatlich reguliert. Das heisst, dass ETFs als Sondervermögen gelten und somit vor einer Insolvenz des Brokers geschützt sind. Interactive Brokers hingegen verfügt über keine Banklizenz. Folglich werden Barmittel und Wertschriften separat verwahrt, womit deine Vermögenswerte bei einer Insolvenz des Brokers ebenfalls geschützt wären bzw. nicht in die Konkursmasse fielen.
Die bereits seit 1977 existierende Interactive Brokers gewährt überdies eine überdurchschnittlich hohe Einlagensicherung von 500’000 USD, während sie bei Saxo, Swissquote und DEGIRO bei 100’000 CHF bzw. EUR beträgt.
Bei den ETF-Anbietern ist die Wertpapierleihe weit verbreitet. Ob ein ETF verliehen wird, steht jeweils im Kleingedruckten des Produktdatenblatts. Aber auch dein Broker kann deine Wertschriften gegen Sicherheiten an Dritte verleihen, um einen Zusatzverdienst zu generieren. Das damit verbundene Verlustrisiko schätzen wir als sehr gering ein.
Dennoch: Bei Brokern ohne Wertpapierleihe entfällt dieses Risiko. Bei DEGIRO können deine Wertschriften verleiht werden, ob du willst oder nicht. Die generierten Einnahmen daraus verwendet DEGIRO, um ein möglichst tiefes Preisniveau anzubieten. Das heisst, es fliessen keine Gelder direkt an dich zurück. Diesbezüglich ist die Regelung bei Saxo,Swissquote und Interactive Brokers für dich vorteilhafter: Im Gegensatz zu DEGIRO werden deine Wertpapiere nur optional, d.h. mit deiner Zustimmung verleiht. Zudem wirst du am Gewinn beteiligt (vgl. auch Kapitel unten «Zusatzverdienste durch Wertpapierleihe»).
Fazit zu Sicherheit & Regulierung
Auch wenn dieses Thema bei Saxo, Swissquote, Interactive Brokers oder DEGIRO unterschiedlich ausgestaltet ist, beurteilen wir alle vier renommierten und erfolgreichen Broker als sehr sicher. Wenn du jedoch aus Risikoüberlegungen deine Wertschriften nicht verleiht haben möchtest, fällt DEGIRO raus.
«Bester Broker Schweiz» Faktor #5: Kundendienst & Support
Professionell gemachte Erklärvideos und informative FAQs bieten mittlerweile fast alle Broker an. Der Kundenservice ist besonders dann relevant, wenn dir eine spezifische Frage mit einer gewissen Dringlichkeit und Wichtigkeit unter den Nägeln brennt. Denn in solchen Fällen zeigt sich, wie leistungsfähig der Kundensupport der Plattform wirklich ist.
Als Faustregel gemäss unseren Erfahrungen gilt: Heimische Anbieter wie Saxo und Swissquote, aber auch die hiesigen Neobanken Yuh und neon, bieten oft einen effizienteren Kundenservice an als die internationalen Schwergewichte DEGIRO und Interactive Brokers. Letzterer fällt insbesondere durch lange Antwortzeiten ab, welche teilweise über eine Woche betragen können.
Für manche mag es auch ein relevanter Pluspunkt sein, dass bei den genannten CH-Anbietern die Anliegen direkter (telefonisch) und in vertrautem Rahmen (Muttersprache und besseres Verständnis für CH-spezifische Anfragen wie beispielsweise Steuerthemen) behandelt werden können.
Fazit zum Kundendienst und Support
Wem kurze Antwortzeiten, hohe Kompetenz bei CH-spezifischen Anliegen und/oder ein direkter telefonischer Kontakt im vertrauten Rahmen am Herzen liegen, ist in der Regel mit heimischen Anbietern wie Saxo oder Swissquote klar besser bedient als mit ausländischen Playern.
«Bester Broker Schweiz» Faktor #6: Zusatzservices
Es gibt unzählige Features, womit sich die Broker von der Konkurrenz abheben wollen. Doch viele davon dürften für dich – wenn überhaupt – nur einen bescheidenen Zusatznutzen bieten. Folgende Zusatzservices betrachten wir als besonders interessant:
Systematischer Vermögensaufbau mit Sparplänen
Regelmässiges, automatisches Investieren mittels Sparplan ist eine entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Vermögensaufbau. Diesem wichtigen Thema haben wir mit ETF-Sparplan Schweiz: 3 starke Gründe für die Autopilot-Strategie einen separaten Beitrag gewidmet. Besonders attraktiv in Bezug auf Preis und Auswahl präsentiert sich dabei Saxo: Der Broker bietet alle seine über 100 sparplanfähigen ETFs ohne Kaufgebühren an.
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Saxo Bank bietet nicht nur eine grosse Auswahl an sparplanfähigen ETFs ohne Kaufgebühren an, sondern überzeugt allgemein mit einem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis. Mit einem Klick auf die Anzeige unten geht’s direkt zur Kontoeröffnung mit Bonusangebot.
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Hebelwirkung durch Wertpapierkredite
Wenn du ein risikofreudiges und renditeorientiertes Naturell wie Toni bist, dürften Wertpapierkredite bzw. sogenannte Lombardkredite eine prüfenswerte Option für dich sein. Mit einem solchen Kredit hebelst du deine Wertschriften, was zu stärkeren Wertschwankungen deines Portfolios und – im positiven Fall – zu beträchtlich höherer Rendite führen kann. Entscheidend dabei sind möglichst tiefe Zinsen: Toni hebelt sein ETF-Portfolio seit einigen Jahren bei Interactive Brokers aufgrund der vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen für Lombardkredite. Neben den tiefen Zinsen ist ihm als Kreditnehmer eine hohe Flexibilität bezüglich Laufzeit, Verfügbarkeit und Währungen wichtig.
CHF
EUR
USD
DEGIRO
2,50%* – 4,00%
4,75%* – 6,25%
5,25%* – 6,90%
Interactive Brokers
1,50%**
3,451%**
5,14%**
Saxo Bank
2,00%***
3,91%***
6,80%***
Swissquote
3,00%
4,93%
6,82%
Unterschiedliche Margin-Konditionen je nach Währung und Anbieter per Stichtag 12.1.2026. *Festvorschuss, d.h. Zinsen fallen auf den gesamten zugeteilten Betrag an, unabhängig davon wie viel tatsächlich verwendet wird. **bis 90’000 CHF/EUR resp. 100’000 USD, danach stufenweise günstiger. ***bei Kontomodell Classic, tiefere Zinsen bei den Kontomodellen Platinum und VIP.
Die Wertpapierleihe haben wir bereits beim Faktor #4 «Sicherheit & Regulierung» erwähnt. Zur Erinnerung: Sie dient der Erzielung zusätzlicher Einnahmen und zum Ausgleich von Kosten. Bei Online-Brokern ist die Wertpapierleihe für dich nur dann interessant, wenn sie optional ist und du an den Einnahmen beteiligt wirst. Dies ist bei Saxo, Swissquote, Interactive Brokers und neu auch bei DEGIRO der Fall. Toni und Stefan partizipieren beide am «Programm zur Optimierung der Aktienrendite» von Interactive Brokers, indem sie ihre Portfolios durch Interactive Brokers verleihen lassen und damit an den «marktüblichen» Zinseinnahmen zu 50% beteiligt werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt anhand des Beispiels von Swissquote, wie die Wertpapierleihe in der Praxis funktioniert.
Schema der Wertpapierleihe als optionaler Swissquote Service für passive Zusatzverdienste. (Quelle: Swissquote)
Alles aus einer Hand
Swissquote ist nicht nur ein Online-Broker wie Saxo, DEGIRO oder Interactive Brokers, sondern bietet zusätzlich vollwertige Banking-Funktionen. Neben dem Handel können Swissquote Kund:innen Zahlungen tätigen und Karten nutzen – ein klarer Vorteil für alle, die Trading und Banking in einer einzigen Plattform vereinen möchten.
Auch Anbieter wie neon oder Yuh kombinieren Banking und Anlagemöglichkeiten, allerdings in deutlich vereinfachter Form. Während sich diese Lösungen primär an Börsenneulingen richten, positioniert sich Swissquote mit ihrem breiteren Funktionsumfang und der professionellen Handelsplattform klar im Segment der vollwertigen Online-Banken und Broker.
Bester Broker Schweiz: Schlussfazit
Den perfekten Broker für alle gibt es nicht. Tiefste Preise, grösste Auswahl und bester Service – das wäre die Quadratur des Kreises. Wie wir anhand unserer sechs Faktoren gesehen haben, weist jeder Broker seine eigenen Stärken und Schwächen auf. Entscheidend ist, was dir wichtig ist und wo du bereit bist, Kompromisse einzugehen.
Broker-Vergleich Schweiz als Orientierungshilfe
Bezogen auf den Wertschriftenhandel fassen wir nachfolgend die wichtigsten Stärken und Schwächen von vier führenden Online-Brokern – Saxo, Swissquote, DEGIRO und Interactive Brokers – sowie von den beiden grössten Schweizer Neobanken Yuh und neon zusammen.
In separaten Testberichten haben wir diese Anbieter ausführlich getestet, sind von ihnen überzeugt und deshalb eine Kooperation eingegangen. Weitere Informationen über diese Anbieter einschliesslich Aktionscodes und Links zu den Reviews findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Natürlich gibt es noch viele andere Broker auf dem Markt – unsere Auswahl soll dir eine praxisnahe Orientierung bei der Wahl der für dich passenden Plattform bieten.
Nach dem Gebührenstreichkonzert in den vergangenen Jahren bietet Saxo ein für Schweizer Banken sehr attraktives Pricing: keine Depotkosten, faire Handelsgebühren und alle ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen. Wenn dir zudem Vielfalt bei den Plattformen und/oder Sicherheitsaspekte wie eine Schweizer Banklizenz mit Einlagensicherung von 100’000 CHF wichtig sind, dürfte Saxo dein Favorit sein.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem Saxo Bank Testbericht.
Bester Broker Schweiz «Swissquote»: Trading & Banking aus einer Hand
Legst du Wert auf einen effizienten Kundenservice mit Verständnis für schweizspezifische Anliegen, ein besonders vielseitiges Angebot verschiedener Anlageklassen und die Kombination von Trading und klassischem Banking – also alles aus einer Hand – und akzeptierst dafür allgemein etwas höhere Preise als bei den günstigsten Online-Brokern, dann ist die heimische Marktführerin Swissquote vermutlich deine erste Wahl.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem Swissquote Textbericht.
Bester Broker Schweiz «DEGIRO»: Tiefe Pauschalpreise für alle Trades – besonders attraktiv bei grossen Summen
Schätzt du hingegen ein einfaches Preismodell ohne Depotgebühren und Stempelsteuern sowie mit unglaublich tiefen Pauschalpreisen – egal, wie hoch deine Investitionen sind – und akzeptierst Einschränkungen bei Produktangebot und bei Features (z. B. keine automatischen Sparpläne), dann wirst du dich beim europäischen Marktführer DEGIRO sehr gut aufgehoben fühlen.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unserem DEGIRO Testbericht.
Bester Broker Schweiz «Interactive Brokers»: Extrem günstige Gebühren & hohe Komplexität
Schliesslich wirst du mit Interactive Brokers insbesondere dann glücklich, wenn du von den extrem günstigen Preisen bei Trading (vor allem an US-Börsen), Lombardkrediten, Währungswechseln und dem vielschichtigen Plattformen-Angebot profitieren möchtest. Auf der anderen Seite solltest du dich von der komplexen Gebührenstruktur, den umständlich manuell zu erstellenden Reportings und dem teilweise trägen Kundenservice nicht abschrecken lassen.
Neobanken wie Yuh oder neon überzeugen mit Übersicht, Kompaktheit und einem gut verständlichen Gebührenmodell, ideal für kleinere Investitionssummen oder automatisierte ETF-Sparpläne, die teilweise ohne Kaufprovisionen verfügbar sind. Das Angebot an Anlageprodukten ist derzeit noch überschaubar, einzelne ETFs sind jedoch durchaus attraktiv. Wer unkompliziert ausschliesslich über die Handy-App starten und erste Erfahrungen im Wertschriftenhandel sammeln möchte, findet hier einen einfachen Einstieg.
Weitere Informationen inklusive Startbonus findest du in unseren Testberichten zu Yuh und neon.
Muss ich mich überhaupt auf einen einzigen Broker festlegen?
Nein, natürlich nicht. Denn mit Ausnahme von Swissquote fallen weder bei den Online-Brokern Saxo, DEGIRO und Interactive Brokers noch bei den Neobanken Yuh undneon Depotgebühren oder andere laufende Kosten an. Das heisst: Du kannst mehrere Anbieter ohne zusätzliche Kosten parallel nutzen oder sie ganz einfach einmal ausprobieren.
Ein möglicher Ansatz ist daher eine Multi-Broker-Strategie, bei der du gezielt die Stärken verschiedener Plattformen kombinierst und genau die Services nutzt, die dir jeweils am meisten bringen. So stellst du dir nach deinem Gusto das Beste aus unterschiedlichen «Broker-Welten» zusammen. Genau so handhabt es beispielsweise Stefan, der sein Anlageportfolio bewusst auf mehrere Plattformen verteilt hat.
Welcher ist dein bester Broker Schweiz? Teile uns gerne mit, welche Kriterien für dich bei der Wahl deines Wunschbrokers entscheidend sind und welche Erfahrungen du gemacht hast – wir freuen uns auf deine Meinung in der Kommentarspalte.
2025-12-06: Saxo bei optionaler Wertpapierleihe erwähnt.
2025-11-20: Erläuterungen zu den Plattformen SaxoInvestor und SaxoTrader aktualisiert.
2025-10-20: Neuer Abschnitt bei den Zusatzservices eingefügt: «Alles aus einer Hand»
2025-08-22: Umfassende Aktualisierung und Ergänzung um den Online-Broker Saxo Bank (Schweiz).
2025-01-15: Zinssätze für Lombardkredite aktualisiert.
2024-11-11: Erwähnt, dass DEGIRO Fremdwährungskonten eingeführt hat.
2024-07-21: Deutlicher darauf hingewiesen, dass fürs bessere Verständnis ein Broker-Vergleich Schweiz beigezogen wurde.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen «Bester Broker Schweiz…»-Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben und fürs bessere Verständnis einen Broker-Vergleich Schweiz mit sechs zuvor sorgfältig getesteten Anbietern beigezogen. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
B
Der wohl wichtigste Erfolgsfaktor beim Vermögensaufbau ist regelmässiges Investieren. Am einfachsten gelingt dies mit einem ETF-Sparplan Schweiz. Lange Zeit gab es hierzulande infolge hoher Gebühren kaum akzeptable Angebote. Dank internationaler Konkurrenz und heimischer Innovation gehört die Sparplanwüste Schweiz glücklicherweise der Vergangenheit an. In diesem Beitrag stellen wir dir drei Sparplan-Varianten vor und zeigen dir auf, welche Anbieter sich dafür besonders gut eignen.
Ein ETF-Sparplan Schweiz ist die wohl cleverste und einfachste Anlagestrategie, wofür du dich entscheiden kannst!
Dabei investierst du regelmässig fixe Beträge in einen oder mehrere ETFs.
Damit baut sich dein Vermögen stetig auf, erhöht sich deine Rendite durch die wachstumsstarke Anlageklasse «Aktien» in Kombination mit dem Zinseszinseffekt und reduziert sich das Risiko von Marktturbulenzen dank des «Cost-Average-Effekts».
Es stehen dir drei Sparplan-Varianten mit unterschiedlichen Komfort-Levels zur Verfügung:
Manuelles Investieren in einen oder mehrere ETFs
Automatisches Investieren in einen oder mehrere ETFs
Automatisches Investieren in ein diversifiziertes Anlageportfolio
Grundsätzlich kannst du bei allen Anbietern einen ETF-Sparplan Schweiz umsetzen. Doch die meisten sind schlicht zu teuer und eignen sich deshalb nicht für einen ETF-Sparplan Schweiz.
Ein geeignetes Wertschriftendepot sollte insbesondere folgende beiden Kriterien erfüllen:
Attraktives Produktangebot (passive ETFs oder Indexfonds)
Auch wenn es keine allgemein gültige Definition gibt und die Bezeichnung «ETF-Investitionsplan» eigentlich die zutreffendere wäre, werden wir in diesem Beitrag den in der Finanzwelt gebräuchlichen Sparplan-Begriff bzw. als ein auf die Schweiz ausgerichteter Finanzblog die Bezeichnung «ETF-Sparplan Schweiz» verwenden.
Ein ETF-Sparplan Schweiz ist grundsätzlich eine Anlagestrategie, bei der regelmässig Beträge in einen oder mehrere Exchange Traded Funds (ETFs) investiert werden. Ein ETF ist ein Investmentfonds, der an einer Börse gehandelt wird und eine breite Palette von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe abbildet. Mehr zum Thema «ETF» findest du in unserem Artikel ETFs: Die Revolution der Geldanlage.
Der ETF-Sparplan Schweiz ermöglicht es Investorinnen und Anlegern, kontinuierlichGeld in einen oder mehrere ETFs zu investieren, anstatt eine einmalige Kapitalanlage oder unregelmässige Investitionen zu tätigen.
Ein ETF-Sparplan Schweiz funktioniert sehr einfach: Du legst fest, wie viel Geld du regelmässig anlegen möchtest und wählst einen oder mehrere ETFs aus, in die das Geld investiert werden soll. Im Beitrag Beste ETFs Schweiz und global 2025: And the Winner is… findest du eine nützliche Orientierungshilfe bei der ETF-Wahl.
Im Zusammenhang mit Sparplänen sind übrigens thesaurierende ETFs (also ETFs, bei denen die Dividenden automatisch reinvestiert werden) den ausschüttenden vorzuziehen, um optimal vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
Ein solches Vorhaben könnte wie folgt formuliert sein: «Immer am 1. des Monats bzw. am nächstmöglichen Börsentag investiere ich 200 Franken in meinen ETF-Sparplan Schweiz.»
Zur Umsetzung dieses Vorhabens stehen dir drei Varianten zur Verfügung: Du investierst manuell (Variante 1), automatisch (Variante 2) in einen oder mehrere ETFs oder in ein gesamtes Anlageportfolio (Variante 3).
Welches auch immer deine bevorzugte Variante ist, du benötigst in jedem Fall ein dafür passendes Wertschriftendepot. Dabei solltest du insbesondere auf die Gebühren achten. Denn grundsätzlich kannst du bei allen Anbietern auf die eine oder andere Weise einen ETF-Sparplan Schweiz einrichten. Doch die meisten Anbieter sind schlicht zu teuer und deshalb für Sparpläne ungeeignet.
Weiter unten im Text stellen wir dir die drei Sparplan-Varianten und die dazu passenden Depots verschiedener Anbieter vor.
Für wen eignet sich ein ETF-Sparplan Schweiz?
Einfach ausgedrückt, eignet sich ein ETF-Sparplan Schweiz grundsätzlich für alle Privatanleger:innen, welche sich in der Vermögensaufbauphase befinden. Dabei spielt es keine Rolle, welche konkreten Ziele du damit verfolgst, sei es die finanzielle Freiheit, eine längere Auszeit, Sparen fürs Alter oder Materielles. Je länger dabei dein Anlagehorizont und je höher deine Sparrate sind, desto schneller wächst dein Vermögen an.
Soweit so klar. Was aber viele unterschätzen, ist der Zinseszinseffekt,welcher langfristig der ultimative Booster für dein Vermögen ist – vorausgesetzt du legst dein Vermögen rentabel an, z.B. in Aktien-ETFs.
Bei allen drei Optionen beträgt die monatliche Sparrate 200 CHF. Doch nach 20 Jahren hat die Option C «ETF-Sparplan» dank des Zinseszinseffekts klar die Nase vorn.
Welche Vorteile bietet ein ETF-Sparplan Schweiz?
Bevor wir auf die sparplanspezifischen Vorzüge eingehen, wollen wir zwei entscheidende Vorteile von ETFs (d.h. unabhängig, ob mit oder ohne Sparplan) in Erinnerung rufen:
Tiefe Kosten: ETFs haben oft deutlich niedrigere Gebühren als viele andere Fonds, insbesondere aktiv gemanagte Investmentfonds. Typischerweise liegt das Verhältnis der Produktkosten (TER) etwa bei 1:10 (!) zugunsten von ETFs.
Breite Diversifikation: Im Gegensatz zu Investitionen in einzelne Unternehmen bilden ETFs einen Index ab, was eine breite Streuung des Investments ermöglicht und das Klumpenrisiko eines Totalverlusts praktisch ausschliesst.
Ok, alles klar, aber weshalb sollte ich einen ETF-Sparplan Schweiz einrichten? Nachfolgend haben wir die für uns wichtigsten drei Vorteile zusammengestellt:
Langfristiges Wachstum: Dank der regelmässigen Investitionen über einen längeren Zeitraum hinweg bietet ein ETF-Sparplan Schweiz beste Voraussetzungen, langfristiges Kapitalwachstum aufzubauen und vom mächtigen Zinseszinseffekt zu profitieren.
Mehr Rendite: Die regelmässige Ausführung eines Sparplans ermöglicht es dir, diszipliniert in Aktien-ETFs zu investieren. Dieser Automatismus hat den positiven Effekt, dass du in Summe mehr von deinem Geld rentabel anlegst bzw. weniger davon konsumierst oder unrentabel auf dem Bankkonto hortest.
Weniger Risiko: Die Marktvolatilität bzw. das Risiko von schwankenden Kursen reduzierst du nicht nur durch die Wahl eines breit diversifizierten ETF (im Vergleich zu einem Einzeltitel), sondern auch durch das regelmässige Investieren mittels eines Sparplans. Die Praxis des Investierens zu Durchschnittspreisen wird als «Cost-Average-Effekt» bezeichnet. Dieser Effekt tritt auf, wenn du regelmässig denselben Betrag in eine Anlage investierst, unabhängig von aktuellen Marktpreisen. Dadurch kaufst du mehr Einheiten der Anlage, wenn die Preise niedrig sind, und weniger davon, wenn die Preise hoch sind.
Anlegen und entspannen: Ein ETF-Sparplan zeichnet sich nicht nur durch einen stetigen Vermögensaufbau und ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis aus, sondern dürfte auch die bequemste Anlagestrategie überhaupt sein.
Welche Arten von ETF-Sparplänen gibt es?
Wir unterscheiden drei Sparplan-Varianten (aufsteigend sortiert nach Reifegrad bzw. Komfort-Level):
Variante 1: Manuelles Investieren in einen oder mehrere ETFs
Variante 2: Automatisches Investieren in einen oder mehrere ETFs
Variante 3: Automatisches Investieren in ein diversifiziertes Anlageportfolio
Alle drei Varianten haben die Regelmässigkeit des Investierens gemeinsam.
Drei unterschiedliche Sparplan-Varianten mit einer Gemeinsamkeit: Mit einem ETF-Sparplan wächst dein Vermögen durch regelmässiges Investieren stetig an.
«ETF-Sparplan Schweiz» Variante 1: Manuelles Investieren in einen oder mehrere ETFs
Bei dieser Variante lässt du regelmässig einen fixen Betrag per Dauerauftrag auf dein Wertschriftendepot überweisen. Das eigentliche Investment musst du in einem zweiten Schritt jedoch manuell anstossen. Das heisst, du kaufst entsprechend deiner überwiesenen Rate, so viele ETF-Anteile wie möglich. Allfällige Restbeträge investierst du beim nächsten Mal.
Diese Restbeträge sollten natürlich möglichst tief sein, weshalb du sogenannte «Low-Priced ETFs» bevorzugen solltest, deren einzelne Anteile zu relativ tiefen Kursen angeboten werden, z.B. zu rund 10 CHF/USD/EUR.
Finanziell lohnt sich diese Variante für dich nur dann, wenn du ein Depot hast, bei dem die Transaktionsgebühren im Verhältnis zur investierten Rate nicht zu hoch sind. Wir wenden dabei die Faustregel an, dass die gesamten Transaktionskosten, also Provisionen einschliesslich allfällige Börsen- und Wechselgebühren sowie Stempelsteuern, maximal 1% der investierten Rate betragen sollten. Denn je weniger Gebühren dir abgezwackt werden, desto mehr Rendite kannst du mit deiner Anlage herausholen.
Unser Kooperationspartner DEGIRO (Review mit 100 CHF Bonus), grösster Online-Broker Europas, der keine automatisierten ETF-Sparpläne anbietet, erfüllt dieses Kriterium: Abhängig von deiner ETF-Wahl bezahlst du bei DEGIRO fix 1€ oder 3€ pro investierte Rate. Das bedeutet: Je höher deine Sparrate ist, desto geringer fällt die Gebühr prozentual ins Gewicht.Die tiefen Fixgebühren machen DEGIRO besonders attraktiv, wenn du grössere Beträge investierst. Zudem fallen bei DEGIRO als ausländischem Anbieter keine Stempelsteuern an.
– P a r t n e r a n g e b o t –
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Wichtig: Anbieter wie Yuh, neon, Saxo Bank, Swissquote oder Interactive Brokers eignen sich ebenfalls für diese manuelle Sparplan-Variante. Doch da bei ihnen auch automatisiertes Investieren möglich ist, behandeln wir sie ausführlich in der Sparplan-Variante 2, welche ein höheres Komfortlevel bietet.
Die Sparplan-Variante 1 bietet dir viel Flexibilität bei wenig Komfort.
Fazit zur «ETF-Sparplan Schweiz» Variante 1
Diese Sparplan-Variante bietet dir den geringsten Komfort. Die Trades musst du nämlich alle manuell «anstossen». Vergisst du dies, handelt es sich lediglich um Bargeld ohne nennenswerte Rendite. Immerhin kannst du dir regelmässig und automatisch (mittels eines Dauerauftrags) einen fixen Anlagebetrag auf dein Wertschriftendepot überweisen.
Diese Variante eignet sich insbesondere für Personen, die diszipliniert sind und regelmässig manuell in ihren Wunsch-ETF investieren. Damit hast du die volle Kontrolle. So kannst du beispielsweise mal den einen, mal einen anderen ETF besparen – ganz nach deinem Gusto. Wie bei allen Sparplänen ist es auch bei dieser Variante wichtig, dass du auf die Gebühren achtest und über ein Wertschriftendepot mit tiefen Transaktionskosten verfügst.
«ETF-Sparplan Schweiz» Variante 2: Automatisches Investieren in einen oder mehrere ETFs
Diese Variante ist der Klassiker unter den Sparplänen. Sind einmal der zu besparende ETF, die Ratenhöhe sowie Startdatum und Intervall ausgewählt, werden die Trades automatisch ausgeführt. Da der Wert des ETF ständig schwankt, investierst du zwar immer denselben Betrag, erhältst dafür aber – je nach Kurs – unterschiedlich viele ETF-Anteile oder Bruchteile davon. Letzteres nennt sich Fractional Trading und ist Voraussetzung für das Investieren eines wiederkehrenden Fixbetrags.
Bevor wir uns ansehen, welche Anbieter dieses nützliche Feature unterstützen, kommen wir zuerst zur entscheidenden Preisfrage – denn je niedriger die Gebühren, desto mehr bleibt für deinen Vermögensaufbau übrig.
Die Variante 2 ist der Sparplan-Klassiker: regelmässiges, automatisches Investieren mit fix hinterlegten Beträgen.
Provisionsfreie ETF-Sparpläne bei der Saxo Bank
In der Sparplan-Disziplin besonders hervorzuheben ist die in der Schweiz regulierte Saxo Bank (Review plus 200 CHF Bonus mit Klick aufs Partnerangebot unten): Seit 2024 können hier alle über 100 sparplanfähigen ETFsohne Kaufprovisionen erworben werden, was sie besonders attraktiv für kostenbewusste Anleger:innen macht.
– P a r t n e r a n g e b o t –
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Bei Interactive Brokers (Review) betragen die Provisionen tiefe 0,05%, jedoch je nach Handelswährung mindestens 1.50 CHF, 1.25€ bzw. 1.70$. Yuh (Review mit 50 CHF Bonus) und neon (Review mit 20 CHF Bonus) verlangen pauschal 0,5% pro Sparplan-Rate, bieten aber zusätzlich ausgewählte ETFs ohne Kaufprovisionen an. Dank der Senkung der Einstiegspreise auf 3 CHF für Beträge bis 500 CHF kommt auch Swissquote (Review mit 100 CHF Bonus) für Sparpläne in Frage.
Sparpläne ohne Restbeträge dank Fractional Trading
Das komfortable Feature «Fractional Trading» in Kombination mit automatischem Investieren bieten unsere drei Kooperationspartner Interactive Brokers, die Smartphone-Bank Yuh und seit 2024 auch der heimische Marktführer Swissquote an.
Bei den Konkurrenten Saxo Bank und neon kannst du ebenfalls einen Sparplan mit einem Fixbetrag einrichten. Doch können bei diesen beiden Anbietern keine Bruchteile (Fractional Trading) investiert werden, womit jeweils ein Restbetrag übrigbleibt, welcher dann für die nächste Tranche bereitsteht.
Automatische ETF-Sparpläne – Kosten und Vorteile im Überblick
Anbieter
Gebühren pro Sparplan-Rate
Positive Besonderheiten
Interactive Brokers
0,05%, mind. 1.50 CHF / 1.25€ / 1.70$
Fractional Trading, keine Stempelsteuer
neon
Pauschal 0,5%
Ausgewählte ETFs ohne Kaufprovision
Saxo Bank
Pauschal 0,0%
Alle Sparplan-ETFs (>100) ohne Kaufprovision, mehrere ETFs in einem Sparplan möglich
Swissquote
ab 3 CHF bei Raten ≤500 CHF
Fractional Trading
Yuh
Pauschal 0,5%
Fractional Trading, ausgewählte ETFs ohne Kaufprovision
Grosse Unterschiede bei automatischen ETF-Sparplänen: Die Tabelle zeigt die Handelsgebühren pro Rate und positive Eigenschaften wie Fractional Trading, keine Stempelsteuer oder ETFs ohne Kaufprovision. (Quelle: eigene Erhebungen, Stand 18.8.2025)
ETF-Sparplan Schweiz – reale Trades
Nachfolgend haben wir bei den Anbietern Saxo Bank, Interactive Brokers, Yuh und neon einen ETF-Sparplan eingerichtet. Dabei haben wir jeweils einen oder mehrere unserer Gewinner-ETFs aus den Jahren 2024 oder 2025 ausgewählt: Ein Kinderspiel, das in wenigen Sekunden erledigt ist und dir automatische Investments über viele Jahre sichern kann!
ETF-Sparplan Schweiz von Saxo Bank
Gleich zwei Vorteile bei der Saxo Bank: Bei allen ETF-Sparplänen entfallen die Kaufgebühren, und im selben Sparplan lässt sich in mehrere ETFs mit frei wählbarer Gewichtung investieren. Fractional Trading ist jedoch nicht möglich, sodass Restbeträge erst im nächsten Intervall angelegt werden.
ETF-Sparplan Schweiz von Interactive Brokers
Eingabemaske für einen ETF-Sparplan bei Interactive Brokers: ETF, Anfangsdatum, Betrag, Intervall und allfälliges Enddatum sind einmalig zu erfassen. Beim gestaffelten Gebührenmodell von IBKR, was bei kleineren Beträgen zu empfehlen ist, würden Transaktionskosten von 0,05% bzw. im vorliegenden Fall von 1.25€ (Mindestgebühr) anfallen. Achtung: ETF-Sparpläne sind bei IBKR nicht für alle Produkte möglich. So konnte der von IBKR ebenfalls angebotene, nahezu identische ETF, jedoch in Handelswährung CHF und an der Börse SIX, nur manuell bespart werden.
ETF-Sparplan Schweiz von Yuh
Eingabemaske für einen ETF-Sparplan bei Yuh: ETF, Betrag, Startdatum und Intervall sind einmalig zu erfassen. Positiv: Die geschätzten ETF-Anteile («Fractional Trading») sowie die zu erwartenden Gebühren (ausser allfällige Wechselgebühren) werden bei Yuh bereits vor der Transaktion transparent ausgewiesen und liegen mit 1.15 CHF absolut im grünen Bereich bzw. deutlich unter unserer «Schmerzgrenze» von 1% der investierten Rate. Bei Handelswährung CHF, wie beim vorliegenden ETF, entfällt die Wechselgebühr, welche bei Yuh mit 0,95% relativ hoch ist.
ETF-Sparplan Schweiz von neon
Bei neon können nur ganze Anteile gekauft werden (d.h. kein «Fractional Trading»). Die Mindestinvestition ist demzufolge der geschätzte Wert eines Anteils einschliesslich einer Reserve. Der Restbetrag steht jeweils für die nächste Sparplan-Ausführung zur Verfügung.
Fazit zur «ETF-Sparplan Schweiz» Variante 2
Diese einfache und flexible Variante dürfte für viele die bevorzugte Wahl sein. Voraussetzung sind dabei geringe oder – wie bei der Saxo Bank seit 2025 – gar keine Kaufgebühren auf sparplanfähige ETFs. Wichtig ist auch, dass dein Wunsch-ETF überhaupt im Sparplan verfügbar ist. Unsere Erfahrung bei den untersuchten Anbietern zeigt, dass das Angebot an sparplanfähigen ETFs teilweise noch eingeschränkt ist – jedoch sind bei allen bereits attraktive ETFs für Sparpläne verfügbar. Anbieter mit dem Feature «Fractional Trading» sorgen zudem dafür, dass der volle Sparbetrag investiert wird – ganz ohne Restbeträge.
Ist dir eine solche Sparplan-Lösung noch nicht komfortabel genug? Ja dann dürfte Variante 3 im nächsten Kapitel genau das Richtige für dich sein.
«ETF-Sparplan Schweiz» Variante 3: Automatisches Investieren in ein Anlageportfolio
Anbieter solcher «Rundum-Sorglos-Pakete» sind meist sogenannte Robo-Advisors. Ihr entscheidender Vorteil gegenüber der zuvor beschriebenen Variante 2: Du investierst nicht nur regelmässig und automatisiert in einzelne ETFs, sondern in ein ganzes Anlageportfolio – bestehend aus mehreren ETFs oder Indexfonds und, je nach Strategie, verteilt auf klassische Anlageklassen wie Aktien und Obligationen sowie alternative Investments wie Immobilien, Rohstoffe oder Kryptowährungen.
Die Variante 3 ist der Goldstandard unter den Sparplänen! Mit jeder Überweisung wird automatisch in ein auf das eigene Risikoprofil abgestimmtes Anlageportfolio, bei Bedarf über verschiedene Anlageklassen, investiert.
Bezüglich des Preismodells unterscheiden sich Robo-Advisors deutlich von den zuvor beschriebenen Sparplänen. Denn die Gebühren fallen in der Regel nicht pro Trade an, sondern in Form von Verwaltungs- und Depotgebührenbasierend auf dem investierten Vermögen. Wir setzen die diesbezügliche «Schmerzgrenze» bei 0,5% p.a. an, womit ein Grossteil der Anbieter nicht mithalten kann.
Hohe Gebühren sind für dein Vermögen wegen des Zinseszinseffekts ein Renditekiller. Bei 3a-Vorsorgepionier und Preisbrecher Viac belaufen sich die jährlichen Gebühren je nach Anlagelösung auf 0,00% bis 0,44%. (Quelle: VIAC)
Die Zusammensetzung eines solchen Sparplan-Portfolios hängt im Wesentlichen von deinem Risikoprofil ab und gilt – einmal definiert – bei jeder Investition bis auf Widerruf oder Änderung deiner Anlagestrategie. Das heisst, bei jeder Überweisung wird dein Portfolio regelbasiert aufgestockt. Überweist du hingegen kein Geld, wird auch nichts investiert. Du bist also auch bei einem Robo-Advisor nicht verpflichtet, regelmässig zu investieren.
Unsere drei Robo-Advisor Kooperationspartner findependent, Selma und clevercircles bieten nicht nur kostengünstige Sparpläne bereits ab 100 CHF an, sondern auch ein passives Anlageuniversum mit ETFs und/oder Indexfonds. Neben diesen beiden Muss-Kriterien (für uns) sind sie recht unterschiedlich positioniert. In diesen Steckbriefen (inkl. Aktionscodes) haben wir ihre wichtigsten Merkmale zusammengefasst.
Der ETF-Sparplan von findependent zeichnet sich nicht nur durch tiefe Gebühren aus, sondern auch durch flexible Anlagelösungen. So kannst du auf Wunsch dein Portfolio auch selber zusammenstellen oder gleich mehrere Sparpläne einrichten, z.B. für dich und deine (Götti-/Gotti-/Enkel-) Kinder.
Während beim privaten Investieren das Do-it-yourself-Portfolio nach wie vor populär ist, drängt sich beim 3a-Vorsorgesparen automatisches Investieren in ein ganzes Anlageportfolio geradezu auf. Gründe hierfür sind die gut planbaren, staatlich vorgegebenen Maximalbeträge pro Jahr, die du beispielsweise in monatliche Raten stückeln kannst, der je nach Alter oft lange Anlagehorizont sowie natürlich die Steuervorteile.
Toni und Stefan halten mehrere 3a-Wertschriftendepots bei der digitalen Vorsorgepionierin VIAC (vgl. Review mit Bonusangebot) und besparen diese regelmässig seit deren Gründung im Jahr 2015. Die vergleichsweisen tiefen Gebühren von Viac belaufen sich je nach Anlagesumme und Aktienanteil auf 0.00% bis 0.44%.
Die 3a-Vorsorgelösung von VIAC besticht durch tiefe Gebühren, attraktive Anlageprodukte und der Option, sich sein eigenes Portfolio zusammenzustellen (links auf dem Bild die standardisierte Strategie «Global 100»; rechts die individuelle «Eigene Strategie»; beide mit maximalem Aktienanteil und somit höchster Risikostufe).
Inzwischen gibt es zahlreiche digitale 3a-Angebote auf dem Markt. Ebenfalls zu den günstigeren Anbietern von 3a-Lösungen gehört die Smartphone-Bank Yuh, welche für alle ihre passiven Swisscanto-Anlagelösungen pauschal 0,5% Gebühren pro Jahr verlangt. Mehr dazu erfährst du in unserem Yuh Review inkl. Starbonus von 50 CHF.
Fazit zur «ETF-Sparplan Schweiz» Variante 3
Bei dieser Variante handelt es sich um den Goldstandard unter den Sparplänen – mehr Komfort geht nicht! Mit buchstäblich einem Klick investierst du in ein auf deine Bedürfnisse zugeschnittenes Portfolio, bestehend aus klassischen Anlageklassen wie Aktien und Obligationen sowie optionalen alternativen Investments wie Immobilien oder Rohstoffe.
Neben dem 3a-Vorsorgesparen dürfte diese Variante auch beim freien bzw. nicht staatlich regulierten Vermögensaubauerste Wahl sein, wenn du
besonderen Wert auf eine ganzheitliche Anlagelösung im Autopilot-Modus legst,
dich mit der durch den Robo-Advisor vorselektionierten (ETF-)Produkteauswahl anfreunden kannst und
die tendenziell etwas höheren Kosten für den gebotenen Komfort akzeptierst.
Fazit zum ETF-Sparplan Schweiz
Egal, ob beim freien Sparen oder bei der reglementierten 3a-Vorsorge: Ein ETF-Sparplan Schweiz kann dein grösster Helfer beim Vermögensaufbau sein! Aber nicht nur dies: Mit der Strategie des regelmässigen Investierens profitierst du auch optimal vom mächtigen Zinseszinseffekt, insbesondere, wenn du in thesaurierende ETFs investierst – also ETFs, bei denen die Dividenden laufend reinvestiert werden.
Einmal eingerichtet und regelmässig mit Geld «gefüttert», leisten dir Sparpläne über viele Jahretreue Dienste. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass du einen Dauerauftrag bei deiner Hausbank einrichtest, womit beispielsweise monatlich eine fixe Summe auf dein Wertschriftendepot überwiesen wird.
Je nach deinen Präferenzen stehen dir drei Sparplan-Varianten mit verschiedenen Leveln punkto Komfort und Flexibilität zur Auswahl. Mit Flexibilität ist gemeint, wie leicht und rasch du dein Investment anpassen kannst – zum Beispiel die Sparrate verändern, Anteile wieder verkaufen oder neue ETFs hinzufügen.
Sparplan Variante 1: Manuelle ETF-Trades
Komfort: gering
Flexibilität: hoch
GeeigneteAnbieter: DEGIRO – bei hohen Sparraten preislich kaum zu schlagen dank tiefen Fixpreisen; alle Anbieter gemäss Sparplan-Variante 2
Sparplan-Variante 2: Automatische ETF-Trades
Komfort: hoch
Flexibilität: mittel
Geeignete Anbieter: Saxo Bank, Interactive Brokers, Yuh, neon, Swissquote
Sparplan-Variante 3: Automatische Trades in ein gesamtes Anlageportfolio
Komfort: maximal
Flexibilität: eher gering
Geeignete Anbieter:
freies Sparen: findependent, VIAC, Selma, clevercircles (Swissquote bietet mit «Invest Easy» ebenfalls ein Rundum-Paket an, das wir aufgrund der vergleichsweise hohen Preise jedoch nicht empfehlen.)
gebundenes 3a-Sparen: VIAC, Yuh
Informative Steckbriefe inkl. attraktive Bonusangebote zu allen in diesem Artikel erwähnten Anbietern von Sparplänen findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Je nach Sparplan-Variante eignen sich unterschiedliche Anbieter. Die Smartphone-Bank Yuh eignet sich sogar für alle drei Varianten, bei Variante 3 jedoch nur im Zusammenhang mit der 3a-Vorsorge.
2025-08-18: Umfassende Aktualisierung inkl. Aufnahme der neuen provisionsfreien ETF-Sparpläne von Saxo Bank.
2024-11-19: Neue Sparpläne von Swissquote erläutert.
2024-07-26: Hinweis, dass die Neobanken Yuh und neon im Sparplan auch provisionsfreie ETFs anbieten.
2024-06-10 Smartphone-Bank neon ebenfalls der Sparplan Variante 2 zugefügt, da neon neu automatisierte Sparpläne anbietet.
Disclaimer
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über den ETF-Sparplan Schweiz nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.
Starke Kursrückgänge lösen oft genau das aus, was an der Börse besonders gefährlich ist: emotionales Handeln. Angst, Unsicherheit und der Drang, etwas zu tun, sind natürliche Reaktionen – führen jedoch selten zu klugen Anlageentscheiden.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie wir in der letzten Korrekturphase vorgegangen sind, welche Überlegungen uns dabei geleitet haben – und in welchen zwei Situationen ein Verkauf dennoch notwendig sein kann.
Ausserdem werfen wir einen Blick zurück: Welche Muster sich in früheren Börsencrashs gezeigt haben – und wie du dieses Wissen für künftige Anlageentscheidungen nutzen kannst.
Börsencrashs gehören dazu. Marktschwankungen sind Teil des Zyklus – sie dauern oft nur eine kurze Weile und bieten langfristig Chancen für geduldige Anleger:innen.
Emotionales Handeln vermeiden. Panikverkäufe und schnelle Entscheide führen selten zu positiven Ergebnissen. Setze auf einen klaren Plan und bleibe ruhig.
Ziel-Allokation prüfen. Nutze Rückgänge, um dein Portfolio zurück in die Balance zu bringen – sei es durch Zukäufe oder Anpassungen.
Verkaufen nur, wenn nötig. Ein Verkauf sollte nicht aus Angst oder kurzfristigen Überlegungen erfolgen, sondern wohlüberlegt im Einklang mit deinem Risikoprofil.
Nutze Krisen als Chance. Wer vorbereitet ist und eine langfristige Perspektive hat, kann von Marktkrisen profitieren, sobald sich die Märkte wieder erholen.
Märkte im Umbruch – zwischen Korrektur und Zeitenwende
Die Finanzmärkte bleiben wohl noch auf längere Sicht volatil. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weisse Haus, geopolitische Spannungen sowie wirtschaftspolitische Unsicherheiten in den USA und China verstärken die Nervosität vieler Anlegerinnen und Anleger spürbar. Die Märkte reagieren darauf mit heftigen Ausschlägen – mal nach unten, mal mit kurzlebigen Erholungen.
In solchen Phasen stellen sich viele die Frage: Ist das noch Teil des normalen Börsengeschehens – oder erleben wir gerade eine echte Zeitenwende?
Auch wir spüren, wie politische Unsicherheit das Bedürfnis nach Kontrolle auslöst – und damit die Versuchung, im Portfolio aktiv zu werden. Doch gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, Finanzentscheide nicht aus dem Bauch heraus zu treffen. Nicht jeder Rückgang verlangt nach einer Reaktion – aber manche Umbrüche können ein strategisches Umdenken notwendig machen.
Wir gehen später noch auf die verschiedenen Handelsoptionen bei einem Börsencrash ein. Eines vorweg ist jedoch glasklar: Wer in der Krise überhastet verkauft, den Erlös an der Seitenlinie parkiert und erst wieder einsteigt, wenn sich die Börse erholt hat, riskiert spürbare Verluste im Portfolio. Die nachfolgende Grafik zeigt, wie stark sich das auswirken kann.
Beispiel: Panikverkauf eines 60/40-Portfolios (Aktien/Obligationen) am Tiefpunkt des Corona-Crashs – mit Reinvestition nach der Erholung. Wer im März 2020 während des Corona-Crashs verkauft und den Erlös an der Seitenlinie parkiert, verpasst die rasche Markterholung. Die Folge in diesem konkreten Fall: Statt +21 % Gewinn resultiert ein deutlich schwächeres Ergebnis. Zwar kann sich das Portfolio später erholen – doch die verpassten Gewinne bleiben langfristig ein Nachteil gegenüber einer Strategie des Aussitzens. (Quelle: Vanguard Research)
Psychologie in Crash-Zeiten – warum unser Bauchgefühl selten ein guter Ratgeber ist
Wenn die Börsen fallen, steigt der Puls. Das Gefühl, jetzt etwas tun zu müssen, ist tief in uns verankert – evolutionär gesehen war schnelle Reaktion oft überlebenswichtig. Doch an der Börse ist genau dieser Reflex problematisch: Wer sich von Angst oder kurzfristigen Schlagzeilen treiben lässt, trifft selten gute Entscheide.
Typische emotionale Reaktionen in solchen Phasen sind:
Verlustangst: Wir gewichten Verluste psychologisch stärker als Gewinne. Der Gedanke, dass es noch weiter nach unten gehen könnte, verleitet dazu, zum schlechtesten Zeitpunkt auszusteigen.
Herdenverhalten: Wenn «alle» verkaufen, scheint es richtig, es auch zu tun – selbst, wenn die eigene Lage stabil ist.
Kontrollillusion: Durch aktives Eingreifen wollen wir Unsicherheit reduzieren, obwohl Nichtstun oft klüger wäre.
Diese psychologischen Fallen sind keine Schwäche – sie betreffen uns alle, auch erfahrene Anlageprofis. Deshalb ist es so wichtig, sich ihrer bewusst zu sein und klare Prinzipien im Umgang mit Marktschwankungen zu haben. Genau das war auch unser Leitfaden in der aktuellen Phase: zuerst beobachten, dann nachdenken – und erst danach, falls überhaupt nötig, handeln.
Ein kühler Kopf zahlt sich an der Börse fast immer aus – emotionales Handeln hingegen leider sehr selten.
Plötzlicher Börsencrash: Diese drei Optionen hast du jetzt
Option 1 beim Börsencrash: Verkaufen
Der Exit-Schritt, der meist aus der Angst heraus erfolgt – aber in bestimmten Fällen durchaus berechtigt sein kann. Grundsätzlich sehen wir zwei legitime Verkaufsgründe:
Grund #1: Persönlich-praktische Gründe
Wer kurzfristig auf Kapital angewiesen ist oder merkt, dass das eigene Risikoprofil nicht mehr zur Lebenssituation passt, kann über einen (Teil-)Verkauf nachdenken. Allerdings zeigt sich in solchen Fällen oft ein strategisches Versäumnis: Wer auf Aktienanlagen setzt, sollte über einen ausreichend langen Anlagehorizont verfügen – idealerweise zehn Jahre oder mehr. Denn die Vergangenheit zeigt, dass sich Börsenkurse über längere Zeiträume immer wieder erholen. Wer mitten in einer Korrektur verkaufen muss, weil das Geld bald gebraucht wird, hat sein Portfolio nicht sauber mit seinen Bedürfnissen abgestimmt.
Grund #2: Fundamentale Systemzweifel
Ein weiterer Grund für einen Verkauf ist tiefes Misstrauen gegenüber den Kapitalmärkten an sich. Wer davon überzeugt ist, dass der Kapitalismus langfristig scheitert oder freie Märkte strukturell vor dem Aus stehen, muss seine Anlagestrategie grundsätzlich hinterfragen. In diesem Fall ist nicht ein Kursrückgang das Problem, sondern das Vertrauen in das gesamte System.
Fazit
Egal aus welchem Grund: Ein Verkaufsentscheid sollte nie aus einem Bauchgefühl heraus getroffen werden, sondern auf einer fundierten Einschätzung basieren – nüchtern, strategisch und professionell.
Option 2 beim Börsencrash: Aussitzen
Die wohl häufigste – und oft auch sinnvollste – Strategie: nichts tun. Wer ein breit diversifiziertes Portfolio hat, das zur eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft passt, kann vorübergehende Rückgänge in der Regel gut aushalten. Historisch gesehen haben sich die Märkte nach Krisen oft schneller erholt, als viele erwartet hätten. Geduld zahlt sich also in den meisten Fällen aus – vorausgesetzt, man hat die Nerven dazu.
Zum Nichtstun gehört übrigens auch, den laufenden Sparplan nicht zu unterbrechen, sondern einfach weiter laufen zu lassen und sich an den günstigen Kursen zu erfreuen.
Wer in Krisenzeiten seinen Sparplan unbeirrt weiterlaufen lässt oder wie in Option 3 unten seine Investments sogar erhöht, profitiert vom Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effect). Das heisst, dank den tieferen Börsenkursen bekommst du mehr Anteile für den gleichen Betrag.
Option 3 beim Börsencrash: Zukaufen
Die beiden Zitate, die oft dem Bankier Nathan Rothschild zugeschrieben werden – «Kaufe, wenn die Kanonen donnern.» und «Kaufe, wenn Blut auf den Strassen fliesst – selbst wenn es dein eigenes ist.» – bringen die Idee des antizyklischen Investierens pointiert auf den Punkt. Sie stehen sinnbildlich für die Strategie, gerade in Zeiten grösster Verunsicherung beherzt zuzukaufen.
Zukaufen während einer Marktkorrektur kann tatsächlich eine der besten Möglichkeiten sein, von Rückgängen zu profitieren – vorausgesetzt, du verfolgst eine regelbasierte Strategie.
Angenommen, du hast ein Portfolio mit einer Ziel-Allokation von 80% Aktien und 20% Liquidität. Dein gesamtes Vermögen beträgt 200’000 CHF, also:
Aktien: 160’000 CHF (80% des Portfolios)
Liquidität: 40’000 CHF (20% des Portfolios)
Nun korrigiert die Börse um 20%, was dein Portfolio beeinflusst. Dein Vermögen beträgt nun nur noch 168’000 CHF, und die Aufteilung hat sich verändert:
Aktien: 128’000 CHF (sinkt auf 76% des Portfolios)
Liquidität: 40’000 CHF (steigt auf 24% des Portfolios)
Um deine ursprüngliche Ziel-Allokation von 80% Aktien und 20% Liquidität wiederherzustellen, musst du deinen Aktienanteil aufstocken, sodass deine Aktienposition wieder auf 80% des neuen Gesamtvermögens von neu 168’000 CHF kommt, also:
Das bedeutet, du investierst aus Mitteln des Spartopfs zusätzliche 6’400 CHF in Aktien(-ETFs), um dein Portfolio wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Dieser regelbasierte Ansatz hilft dir, in einem Marktabschwung nicht aus Angst oder Euphorie zu handeln, sondern deine ursprüngliche Strategie beizubehalten. Wenn du kontinuierlich diesen Ansatz verfolgst, kannst du von tieferen Kursen profitieren und bleibst gleichzeitig fokussiert auf deine langfristigen Ziele.
Bitte beachte, dass du beim Kauf von Aktien bzw. bei dieser Art von Rebalancing deine Liquiditätsreserve stets unangetastet lassen solltest. Eine Faustregel besagt, dass du mindestens drei Monatsausgaben als Geldpuffer für kurzfristige Engpässe oder unerwartete Ausgaben bereithalten solltest. Damit bleibst du jederzeit finanziell flexibel.
Wie wir gehandelt haben – zwei Wege, ein Ziel
Nach dem Überblick über drei Handlungsoptionen auf eine Marktkorrektur – verkaufen, aussitzen oder zukaufen – möchten wir dir zeigen, wie wir beim letzten Kurssturz, verursacht durch Trumps Zollhammer, konkret vorgegangen sind Denn Theorie ist das eine. Entscheidend wird es, wenn’s echt wird.
Stefan bleibt ruhig – und investiert konsequent weiter
Stefan liess sich nicht beirren und hielt an seinem langfristigen Plan fest: Bereits im Dezember 2024 – kurz vor der Eskalation des Zollstreits – startete er ergänzend zu seinem ETF-Portfolio einen neuen Sparplan über VIAC Invest in ein globales Aktienportfolio. Sein Ziel: Den stetigen Vermögensaufbau mit einem laufenden Rebalancing zu verbinden – automatisch, diszipliniert und ohne hektische Eingriffe.
Denn wenn die ursprünglich anvisierte Vermögensverteilung durch Marktbewegungen über die Zeit vom realen Portfolio abweicht, braucht es nicht zwingend manuelle Umschichtungen. Mit dem Sparplan à la VIAC Invest, findependent oder anderen günstigen Robo-Advisors lässt sich nicht nur bequem mittels eines Dauerauftrags das Vermögen aufbauen, sondern auch das Gleichgewicht im Portfolio Schritt für Schritt wiederherstellen – ganz einfach per Knopfdruck.
Zur Veranschaulichung: Der US-Aktienanteil lag etwas über dem Zielwert, weshalb er diesen im neuen Sparplan untergewichtete.
Diese Herangehensweise hat klare Vorteile: Bei fallenden Kursen bekommt Stefan dank des bereits erläuterten Cost-Average-Effect mehr Anteile für den gleichen Betrag. Gleichzeitig minimiert die «Dauerauftrag»-Methode das Risiko, grössere Summen zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren – und sorgt für emotionale Stabilität, wenn es an den Märkten stürmisch wird.
Trotz des Kursrutsches nach Trumps überraschendem «Liberation Day» am 2. April 2025 blieb Stefan seinem automatischen, global ausgerichteten Sparplan von VIAC Invest treu (linker Chart, stufenartiger Verlauf in Schwarz). Während die Märkte zwischenzeitlich einbrachen (rechter Chart, orange Linie), nutzte er die günstigen Aktienkurse unbeirrt – und lag schon Anfang Mai wieder im Plus.
Toni wählt einen offensiveren Weg – mit System, Mut und Hebel
Toni setzt ebenfalls auf einen klaren Plan – geht dabei aber offensiver vor. Auch er bleibt durchgehend voll investiert und hält kein Cash für «bessere» Kurse zurück. Stattdessen nutzt er bei ausgeprägten Rücksetzern von 20%, 30% und 40% gezielt Lombardkredite, um sein bestehendes Portfolio mit zusätzlichem Kapital zu verstärken.
Sein Vorgehen folgt festen Regeln: Ein moderater, je nach Stärke der Korrektur gestaffelter Hebel (Loan-to-Value ab 20% bis max. 40%), kein unnötiges Risiko und kein Einsatz «aus dem Bauch heraus».
Dank dem allgemein tiefen Zinsniveau und den attraktiven Konditionen von Interactive Brokers – für seinen letzten Wertschriftenkredit im April 2025 bezahlte Toni lediglich 1% Zinsen – bleibt die Strategie insbesondere in Tiefzinsphasen tragfähig.
Bei breit diversifizierten ETF-Portfolios wie dem MSCI World liegt die erforderliche Sicherheitsleistung (Maintenance Margin) typischerweise bei rund 15% des gesamten Portfoliowerts – also gemessen am Marktwert aller Positionen, ohne Abzug des eingesetzten Fremdkapitals.
Tonis Strategie ist so ausgestaltet, dass selbst grössere Rückschläge – wie der rund 55-prozentige Einbruch während der Finanzkrise – keinen Margin Call ausgelöst hätten. Zwar wird Fremdkapital eingesetzt, was das Risiko grundsätzlich erhöht, doch die Belehnungsgrenzen sind bewusst konservativ gewählt. Dadurch kann Toni auch bei starken Kursschwankungen gelassen bleiben und behält die Kontrolle über seine Positionen.
In den letzten Jahren hat Toni diese Strategie bei drei markanten Rücksetzern erfolgreich angewendet: beim «Trump-Zollhammer» 2025, beim Aktienmarktrückgang 2022 und beim Corona-Crash 2020. Sobald sich die Kurse wieder alten Höchstständen annähern, veräussert Toni die zugekauften Anteile wieder und nutzt die Erlöse, um den Lombardkredit zurückzuzahlen.
Der Vorteil seiner Hebelstrategie: Sofortige Wirkung und maximale Kapitaleffizienz. Die Kehrseite: höhere Volatilität – in beide Richtungen.
Eine regelbasierte Strategie und etwas Glück: Tonis letzte ETF-Tranche erfolgte – gehebelt mit einem Lombardkredit – präzise zum Kurstiefpunkt während der von Trump losgetretenen Zolldebatte.
Zwei Wege, eine Haltung
Abgesehen von einer Liquiditätsreserve für unerwartete Ausgaben halten weder Stefan noch Toni Liquidität zurück, um auf bessere Börsenzeitpunkte zu «warten» – denn wir glauben nicht an Market Timing, sondern an Time in the Market. Entscheidend ist nicht, den perfekten Moment zu treffen, sondern überhaupt dabei zu bleiben – mit Disziplin, System und einem klaren Plan.
So unterschiedlich unsere Wege auch sind – das zugrunde liegende Prinzip ist dasselbe: langfristig investiert zu bleiben, rational zu handeln und die Marktschwäche als Chance zu nutzen.
Ein Blick zurück: Was uns die Geschichte lehrt
Bei Börsencrashs (rapide Korrektur) oder Bärenmärkten (langsamere Korrektur) fallen die Aktienkurse aufgrund des weit verbreiteten Pessimismus und der negativen Anlegerstimmung von den jüngsten Höchstständen um 20 Prozent oder mehr, bis ein neuer temporärer Tiefpunkt erreicht ist. Bei Kursabschlägen zwischen 10 und 20 Prozent spricht man von einer Börsenkorrektur.
Börsencrashs fühlen sich im Moment des Geschehens immer beängstigend an – doch sie sind nichts Neues. Wer einen Schritt zurücktritt, erkennt: Die Finanzmärkte haben in der Vergangenheit schon viele Krisen erlebt – und sich jedes Mal wieder erholt. Ein Blick in die Geschichte hilft dir, aktuelle Turbulenzen besser einzuordnen und Panikreaktionen zu vermeiden.
150 Jahre ein ständiges Auf und Ab mit langfristig steigender Tendenz: Auch unter Berücksichtigung der Inflation wäre ein US-Dollar, der im Jahr 1871 in einen hypothetischen US-Aktienindex investiert wurde, bis Ende Januar 2025 auf 31.255 USD angewachsen. Die blaue waagrechte Linie zeigt die Dauer des Bärenmarkts bis zur vollständigen Erholung. (Grafik: Morningstar)
Der beträchtliche Zuwachs eines investierten US-Dollars im Chart oben unterstreicht die enormen Vorteile einer langfristigen Anlage. Dennoch war es alles andere als ein stetiger Anstieg in diesem superlangen Zeitraum von über 150 Jahren. So kam es zu nicht weniger als 19 Marktzusammenbrüchen, die unterschiedlich schwerwiegend waren.
Fünf heftige Börsencrashs
Nachfolgend wollen wir auf fünf besonders spektakuläre Börsencrashs näher eingehen:
2020: Corona-Pandemie
2008: Globale Finanzkrise
2000: Platzen der Internetblase
1987: Schwarzer Montag
1929: Der Beginn der Grossen Depression
2020: Corona-Pandemie
Am 12. März 2020, einen Tag nach der offiziellen Pandemie-Erklärung durch die internationale Gesundheitsbehörde WHO, brechen die Börsen weltweit ein. Der Dow Jones verliert über 10%, der grösste Tagesverlust seit dem «Schwarzen Montag» 1987. Auch in den folgenden Tagen geht es steil bergab – am 16. März fällt der US-Markt nochmals um über 12%. Und doch: Nur wenige Monate später sind viele Indizes wieder auf Vorkrisenniveau.
Ausgehend von der US-Immobilienblase (insbesondere Subprime-Markt) gerät das globale Finanzsystem ins Wanken. Nach der Lehman-Pleite im September 2008 geraten die Börsen weltweit unter Druck: Von Januar bis Oktober verlieren viele Indizes 30 bis 50%. Die USA rutschen in eine tiefe Rezession – und trotzdem folgt ab 2009 eine der längsten Börsenhausse der Geschichte.
2000: Platzen der Internetblase
Die Euphorie rund um neue Technologien und Internetfirmen treibt die Börsen auf Rekordhöhen – bis im Frühjahr 2000 die Realität zuschlägt. Der Nasdaq verliert allein im April fast 30%, über das Jahr gesehen sogar 39,3%. Viele Techfirmen verschwinden, doch langfristig entwickelt sich der Technologiesektor zum Wachstumsmotor.
Eine Frage des Anlagehorizonts – und des eigenen Nervenkostüms: Selbst wer kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase in den Tech-Index Nasdaq investierte, hätte mit genügend Geduld sein Vermögen bis heute vervielfachen können. (Chart: Google)
1987: Schwarzer Montag
Am 19. Oktober 1987 verliert der Dow Jones 22,6% – an einem einzigen Tag. Die Gründe: Haushaltsdefizite, Zinserhöhungen und automatisierte Verkaufsprogramme. Die Panik greift weltweit um sich. Der Schock sitzt tief, doch die schwarzen Wolken am Börsenhimmel verziehen sich allmählich: Ein Jahr später haben sich die Kurse weitgehend erholt.
Ein erschöpfter Börsenhändler am «Schwarzen Montag» im Jahr 1987. (Foto: T. Clark/AP)
1929: Der Beginn der Grossen Depression
Die vielleicht berühmteste Krise beginnt mit einem Kursrutsch am 24. Oktober 1929, dem «Schwarzen Donnerstag». Was folgt, ist ein massiver Ausverkauf, der zur schwersten jemals erfassten Wirtschaftskrise führt. Die Kurse stürzen global bis zu 80% ab, und es dauerte über 20 Jahre, bis sich die Märkte vollständig erholten – ein extremer Fall, der aber auch von der fehlenden wirtschaftspolitischen Reaktion geprägt war.
Arbeitskampf 1935 in Zürich: Die Grosse Depression erschütterte nicht nur die Finanzmärkte, sondern führte auch zu einer massiven Verarmung weiter Teile der Bevölkerung. (Foto: Schweizerisches Sozialarchiv)
Dein langfristiger Erfolg beginnt jetzt
Krisen sind unvermeidlich – sie gehören zu den Märkten genauso wie Perioden der Stabilität und des Wachstums. Doch was zählt, ist nicht, wie oft die Märkte einbrechen, sondern wie du auf diese Rückschläge reagierst. Die Vergangenheit zeigt uns unmissverständlich, dass die Märkte sich langfristig immer wieder erholen und du nach Börsencrashs gestärkt herauskommst, wenn du ruhig bleibst, deinen Plan verfolgst und nicht in Panik gerätst.
Oder wie der legendäre Investor Warren Buffett treffend sagt: «Nur wenn die Flut zurückgeht, sieht man, wer ohne Badehose schwimmt.»
Nutze die Lehren aus vergangenen Krisen, um deinen eigenen, individuell auf deine Ziele und dein Risikoprofil abgestimmten Plan zu verfeinern. Denke daran: Die Börse ist ein Marathon, kein Sprint.
Dein erfolgreicher Weg an den Finanzmärkten beginnt mit der Überzeugung, ruhig zu bleiben – auch wenn die Märkte verrückt zu spielen drohen. Wer langfristig und überlegt handelt, gehört selbst in turbulenten Zeiten zu den Gewinnern.
Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.
Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel zum Thema Börsencrash nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.