Die Schweiz ist beim Anlegen glücklicherweise längst nicht mehr ausschliesslich eine Hochpreisinsel. Dennoch zählt der europäische Marktführer gemäss unseren DEGIRO Erfahrungen Schweiz weiterhin zu den attraktivsten Brokern. In diesem ausführlichen Review zeigen wir, wo DEGIRO auch heute noch führend ist, wie sich das ETF-Angebot im Vergleich zu Swissquote & Co. einordnet und weshalb er uns beim Thema Sparpläne nicht überzeugt.

Stefan & Toni | 249 Kommentare
aktualisiert am 15.1.2026

Kurz & bündig

DEGIRO betreut europaweit rund 3 Millionen Kund:innen und ist seit 2016 auch in der Schweiz aktiv. Der niederländische Online-Broker zeichnet sich besonders durch Einfachheit und tiefe Gebühren aus. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Unsere DEGIRO Erfahrungen Schweiz zeigen: Wer auf tiefe Pauschalgebühren und ein schlankes Handelssystem setzt und auf automatisierte Sparpläne verzichten kann, findet hier eine überzeugende Handelsplattform – insbesondere bei grösseren Investitionen in Heimwährung.

🎁 Mit diesem Partnerlink kannst du dich gratis bei DEGIRO anmelden und dir die ersten 100 CHF Transaktionsgebühren sichern. (Mit Bedingungen. Disclaimer: Investieren birgt Verlustrisiken.)

Contents

CHF 100 Transaktionsgebühren geschenkt mit unserem DEGIRO Erfahrungen Schweiz Partnerangebot

Wenn du von unseren DEGIRO Erfahrungen Schweiz überzeugt bist, dann kannst du über diesen Partnerlink ein kostenloses Anlagekonto bei DEGIRO eröffnen, womit du unseren Blog unterstützt. Aber auch du profitierst: Denn aktuell erhältst du als Neukunde von DEGIRO die ersten 100 Franken Transaktionsgebühren geschenkt. Die entsprechenden Bedingungen findest du ebenfalls über den Partnerlink. Wir empfehlen nur Produkte, die wir getestet haben und von denen wir überzeugt sind.

So nutzt Stefan DEGIRO in der Praxis für grössere Anlagebeträge in Heimwährung – und ergänzend für zwei kleinere ETF-Investments für seine Kinder, die er langfristig hält.

– P a r t n e r a n g e b o t

– – – – –

Fokus auf ETFs

Wer unseren Blog kennt, der weiss, dass wir die passive, kostengünstige, breit diversifizierte Buy and Hold-Anlagestrategie befolgen. Wir sind überzeugt, dass eine solche Strategie am besten mit ETFs umgesetzt werden kann. Deshalb beurteilen wir den Anbieter in diesem DEGIRO Erfahrungen Schweiz Bericht primär aus der Sicht eines passiven ETF-Investors.

Ein Kurzportrait 

Im Jahr 2013 öffnete DEGIRO seine Tore für Privatanleger in den Niederlanden. Bereits im Jahr 2016 folgte der Markteintritt in der Schweiz. Bisher expandierte DEGIRO nach 15 europäischen Ländern und zählt nach eigenen Angaben bereits über 3 Millionen Kunden. Dadurch ist DEGIRO in atemberaubendem Tempo zum marktführenden Broker in Europa geworden.

DEGIRO sieht sich als ersten Grosshandelsbroker für Privatanleger. Als eine Plattform für jeden, egal ob Anleger, Investorin oder Trader mit folgender Mission: «DEGIRO will weltweit jedem Anleger bezahlbare und massgeschneiderte Finanzdienstleistungen zur Verfügung stellen.» 

Auf der Homepage schmückt sich der Broker mit über 100 internationalen Broker Awards.

DEGIRO B.V. fusionierte Anfang 2021 mit der flatexDEGIRO Bank AG und schuf den grössten Execution-only Online-Broker in Europa mit einer eigenen Banklizenz.

Wie sicher ist der Broker?

DEGIRO ist ein regulierter Broker, dessen Marktverhalten von der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht wird. DEGIRO ist jedoch nicht in der Schweiz durch die FINMA reguliert.

Bezüglich der Gefahren im Zusammenhang mit DEGIRO müssen unseres Erachtens die beiden potenziellen Risiken «Bankkonto» und «Wertpapierleihe» verstanden werden:

Risiko «Bankkonto»

Vor der Fusion mit Flatex im Jahr 2021 verfügte DEGIRO über keine Banklizenz, weshalb sie die Barmittel ihrer Kunden in Geldmarktfonds investierte. Das Risiko bestand damals darin, dass sich der Wert dieser Fonds ändern kann, wie bei jedem anderen Investment.

Seit der Fusion mit Flatex wird für jede Anlegerin und jeden Anleger automatisch ein Bankkonto (Geldkonto) auf ihren/seinen Namen bei der flatexDEGIRO Bank AG eröffnet. Das nicht angelegte Geld wird dann auf einem getrennten Bankkonto mit persönlicher IBAN gehalten. Dieses Geld ist bis zu 100’000€ durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken geschützt. Dieser Schutz ist gesetzlich garantiert.

Im Falle eines Konkurses der flatexDEGIRO Bank AG sehen wir bei Bareinlagen daher erst ein nennenswertes Risiko bei Beträgen, welche die Schwelle von 100’000€ übersteigen.

Risiko «Wertpapierleihe» – entfällt ohne Zustimmung

DEGIRO hat die automatische Wertpapierleihe abgeschafft – ein aus Kundensicht erfreulicher Schritt, der zugleich das bisher unvermeidbare Risiko beseitigt.

Neu verleiht DEGIRO Wertpapiere nur noch mit deiner ausdrücklichen Zustimmung und nach einem kurzen Eignungstest. Aktivierst du diese optionale Funktion, wirst du hälftig an den Erträgen aus der Wertpapierleihe beteiligt.

Ein Risiko entsteht somit nur, wenn du die Wertpapierleihe aktivierst – und selbst dann lediglich in einem seltenen Szenario: wenn sowohl der Kreditnehmer als auch DEGIRO gleichzeitig zahlungsunfähig werden und die hinterlegten Sicherheiten den Wert der verliehenen Wertpapiere nicht mehr vollständig decken, etwa weil sie gefallen sind oder die verliehenen Titel im Wert gestiegen sind.

Ein allfälliger Schaden wäre damit auf die Differenz zwischen den verliehenen Wertpapieren und der vom Kreditnehmer gestellten Sicherheit begrenzt.

Die Depotwahl 

Obschon die Depotvariante «Custody» für Neukunden nicht mehr angeboten wird, fassen wir an dieser Stelle kurz zusammen, wie «Basic» gegenüber dem früher zusätzlich angebotenen «Custody» positioniert ist:

App und Plattform

Wie es sich für einen modernen Online-Broker gehört, bietet DEGIRO Zugang über den Desktop, das Tablet als auch das Smartphone an.

ETF Sparplan Schweiz
Bei DEGIRO ist der Depotzugang mittels Desktop, Tablet oder Smartphone möglich. (Quelle: DEGIRO)

Die Benutzeroberfläche macht einen übersichtlichen, aufgeräumten Eindruck. Wählt man die Produktekategorie «ETFs» aus, so werden diese in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Durch die Filterung nach Kommissionstyp (z.B. «ETF Kernauswahl» steht für die provisionsfreien Produkte, bei denen jedoch – wie wir später noch genauer erläutern werden – eine Bearbeitungsgebühr von 1€ pro Trade anfällt), Gebiet (z.B. «Worldwide») oder diverser anderer Filter kannst du das laufend wachsende ETF-Angebot DEGIRO auf deine persönlichen Präferenzen einschränken. Dabei sind Mehrfach-Filter (z.B. alle globalen ETFs an der Börse SIX mit Kosten mit max. 0,25% Produktkosten) möglich, nicht jedoch Mehrfach-Selektionen innerhalb eines Filters (z.B. alle ETFs von iShares und Vanguard) .

ETF-Übersicht mit praktischer Filterfunktion: gezielte Auswahl z. B. nach Börse, Region, Benchmark und Kosten; gelb markiert sind die verwendeten Filter. (Quelle: DEGIRO Desktop-Ansicht; Stand: 9.1.2026)

Fazit zu unseren DEGIRO Schweiz Erfahrungen mit App und Plattform

Die Benutzeroberfläche von DEGIRO entspricht dem marktgängigen Standard und hebt sich unseres Erachtens nicht speziell von anderen Online-Anbietern ab. Was die Selektion von ETFs betrifft, so würden wir uns noch etwas präzisere Filter- und umfassendere Sortiermöglichkeiten wünschen.

Unsere analysierten Anwendungsfälle basierend auf unseren DEGIRO Erfahrungen Schweiz

Um möglichst realistische Aussagen zu machen, haben wir eigene Depots bei DEGIRO eröffnet und folgende Anwendungsfälle durchgespielt.

Dabei gehen wir immer gleich vor. Zuerst beschreiben wir, wie es funktioniert. Danach beurteilen wir den Anwendungsfall.

Wie kompetent und effizient ist der Support?

Wir haben den DEGIRO Help Desk mehrfach kontaktiert – sowohl telefonisch als auch per E-Mail, jeweils auf Deutsch. Für allgemeine Anfragen steht die E-Mail-Adresse clients@degiro.ch zur Verfügung. Schriftliche Anfragen wurden in der Regel zügig beantwortet, meist innert zwei bis drei Arbeitstagen.

Positiv hervorzuheben ist unser jüngster E-Mail-Kontakt über die spezifische Adresse transfers@degiro.ch rund um den Jahreswechsel 2025/26, im Zusammenhang mit einem Wertschriftenübertrag von PostFinance zu DEGIRO. Die Rückmeldung erfolgte innert 24 Stunden. Praktisch: Anschlussfragen wurden von derselben Ansprechperson bearbeitet, ohne dass ein neues Ticket eröffnet werden musste.

Unsere Empfehlung: Bevor du den Help Desk per E-Mail oder Telefon kontaktierst, lohnt sich ein Blick ins sehr gut ausgebaute Help Center sowie ins Wissenscenter von DEGIRO. Dort sind viele häufige und praxisrelevante Fragen bereits verständlich und übersichtlich geklärt, was in vielen Fällen Zeit und Aufwand spart.

Fazit zu unseren DEGIRO Erfahrungen Schweiz mit dem Support

Unser Gesamturteil zum Support fällt positiv aus. Dank des umfangreichen Help Centers können zahlreiche Fragen im Vorfeld selbstständig geklärt werden; für weiterführende Anliegen erwies sich der Help Desk als zuverlässig und effizient.

Wie läuft der Depoteröffnungsprozess ab?  

Die kostenlose Depoteröffnung läuft online in folgenden Schritten ab:

  1. DEGIRO Link anwählen
  2. eMail eingeben, Benutzername und Passwort definieren (es wird ein Bestätigungsmail generiert)
  3. Bestätigungsmail öffnen und «Registrierung abschliessen» bestätigen
  4. Profil vervollständigen: Vorname (wie im Ausweis), Nachname, Mobile-Nr. (es wird eine SMS für die Verifizierung der Mobile-Nr. zugestellt); Wohnadresse; Geburtsdaten
  5. Bankkonto verknüpfen mittels IBAN. Achtung: DEGIRO akzeptiert nur CHF-Überweisungen; also nur CHF-Bankkonten verknüpfen.
  6. Zusammenfassung der Profildaten prüfen, ggf. ändern und bestätigen.
  7. Identität verifizieren: Hierfür ist die Staatsangehörigkeit auszuwählen und der Reisepass zu scannen. Für den Scan kann die DEGIRO App heruntergeladen werden. Achtung: Nur mit CH-Reisepass erfolgt die Verifizierung automatisch; mit ID-Karte war dies bei unserem Versuch nicht möglich. (Die relevanten Ausweisinformationen werden nun automatisch eingelesen.)
  8. Eingelesene Ausweisinformationen prüfen, ggf. ändern und bestätigen.
  9. Steuerinformationen eintragen: Hauptsteuersitz und Steueridentifikationsnummer/TIN (In der Schweiz ist mit der TIN die AHV-Nummer gemeint.) und Richtigkeit bestätigen.
  10. Depotprofil «Basic» wählen bzw. dieses wird standardmässig angeboten.
  11. Eignungstest absolvieren, welcher du als aufmerksamer Leser unseres Blogs mit Bravour bestehen wirst. Pro Frage stehen jeweils zwei mögliche Antworten zur Auswahl, wobei nur eine korrekt ist.
  12. Einverständniserklärung (AGB) und Endnutzerlizenzvereinbarung elektronisch unterzeichnen.
  13. Erstüberweisung tätigen.

Hast du alle Schritte erfolgreich durchlaufen, werden dir die im Laufe des Anmeldeprozesses generierten Online-Dokumente angezeigt.

DEGIRO Review
Beispielhafte Übersicht der im Rahmen der Kontoeröffnung generierten Online-Dokumente bei DEGIRO. Die Darstellung stammt aus unserer Kontoeröffnung (2020); Aufbau und Inhalte sind sinngemäss weiterhin vergleichbar.

Als Folge der Fusion von DEGIRO mit Flatex im Jahre 2021 wird bei jeder Depoteröffnung automatisch ein Bankkonto (Geldkonto) mit persönlicher IBAN auf deinen Namen bei der flatexDEGIRO Bank AG eingerichtet. Aktuell sind bei DEGIRO keine Gemeinschaftskonten möglich.

Fazit zum Depoteröffnungsprozess 

Die folgenden beiden Punkte sind uns positiv aufgefallen:

Wie funktioniert die Geldüberweisung?

Fürs Investieren benötigst du Liquidität. Schweizer Kund:innen von DEGIRO können Einzahlungen ausschliesslich per kostenloser Banküberweisung von einem vorgängig verknüpften Referenzkonto vornehmen. Die Gutschrift erfolgt in der Regel innert ein bis zwei Arbeitstagen.

Ein- und Auszahlungen sind dabei nur in CHF möglich; Fremdwährungen werden nicht unterstützt. Wenn dir Multiwährungsfähigkeit bei Ein- und Auszahlungen wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf Interactive Brokers (Review). Wer hingegen bewusst auf Swissness setzt, findet mit Swissquote (Review) eine etablierte Schweizer Alternative.

Hinweis: Die früher für CH-Kunden verfügbare kostenpflichtige Sofortüberweisung über Klarna wird heute nicht mehr angeboten.

Gibt es Fremdwährungskonten?

Auch wenn wie oben erwähnt Ein- und Auszahlungen nur in Heimwährung CHF möglich sind bietet DEGIRO inzwischen Fremdwährungskonten in EUR, USD und GBP an. Wenn du eines oder mehrere Fremdwährungskonten führen möchtest, musst du jedoch die Standardeinstellung ändern bzw. «Manual FX» bei der entsprechenden Fremdwährung aktivieren.

DEGIRO Erfahrungen
Bis zu drei Fremdwährungskonten gibt es bei DEGIRO, vorausgesetzt «Manual FX» wird aktiviert. (Quelle: DEGIRO Desktop-Ansicht)

Manuell durchgeführte Währungsumrechnungen unterliegen jedoch höheren Gebühren, wie wir später noch sehen werden.

Fazit zur Geldüberweisung

Geldüberweisungen sind kostenlos und dauern in der Regel ein bis zwei Arbeitstage. Beachten solltest du, dass sowohl Überweisungen als auch Abhebungen nur in Heimwährung CHF möglich sind.

Was ist beim Depotübertrag zu beachten?

Für einen eingehenden Depotübertrag erhebt DEGIRO keine Gebühren. Kosten fallen in der Regel beim abgebenden Broker an – erfahrungsgemäss z.B. 50 CHF pro Position bei Swissquote sowie 100 CHF pro Position bei PostFinance.

Neben den Kosten solltest du vor allem Zeit einplanen: Ein Depotübertrag kann mehrere Wochen dauern und erfordert Geduld.

Der zentrale Vorteil eines Übertrags – auch einzelner Positionen – liegt darin, dass kein Verkauf und anschliessender Rückkauf nötig ist. So vermeidest du doppelte Transaktionskosten und bleibst durchgehend investiert.

Wir haben bereits vor einigen Jahren einen Depotübertrag zu DEGIRO durchgeführt und begleiten aktuell einen weiteren Übertrag von PostFinance zu DEGIRO. Der Ablauf ist grundsätzlich wie folgt:

Erfahrungsgemäss kann es im Verlauf des Prozesses zu Rückfragen durch den abgebenden Broker kommen. Diese dienen in der Regel Sicherheits- und Verifizierungszwecken, um sicherzustellen, dass der Übertrag tatsächlich vom rechtmässigen Kontoinhaber veranlasst wurde.

Fazit zum Depotübertrag

Ein Depotübertrag zu DEGIRO ist seitens DEGIRO kostenlos, erfordert jedoch etwas Geduld. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, empfehlen wir, die anfallenden Transfergebühren vorab beim bisherigen Broker abzuklären.

Was vor dem ETF-Kauf bei DEGIRO zu berücksichtigen ist?

Verfügbare Börsenplätze für ETF-Käufe

Gesamthaft bietet DEGIRO rund 50 Handelsplätze in 30 Ländern an.

Unser bevorzugtes Anlagevehikel, der ETF, lässt sich bei DEGIRO an 20 Börsen handeln, davon 18 in Europa (inklusive der Schweizer Börse SIX) sowie zwei in Asien. US-Börsen gehören nicht zum ETF-Handelsuniversum von DEGIRO. Entsprechend sind ETFs, die ausschliesslich an US-Börsen kotiert sind, über DEGIRO nicht handelbar.

DEGIRO bietet für den ETF-Handel Zugang zu 20 Börsenplätzen. (Quelle: DEGIRO; Stand: 9.1.2026)

ETF-Produkteangebot

Das ETF-Produktangebot besteht aus «normalen» ETFs und ETFs aus der Kernauswahl. Bei Letzteren werden keine Provisionen, sondern lediglich eine Pauschalgebühr von 1€ erhoben. Die besonders günstige Kernauswahl gibt es neu an der Berliner Börse Tradegate zu kaufen und umfasst rund 1’000 Produkte (hier geht es zur Produktübersicht).

Am einfachsten ist es nach unserer Erfahrung, den gewünschten ETF direkt über das Freitextfeld zu suchen – entweder mittels ISIN (z.B. IE00BK5BQT80) oder über den Börsenticker (z.B. VWRA). Diese Vorgehensweise eignet sich insbesondere dann, wenn der konkrete ETF bereits feststeht.

Ist dies noch nicht der Fall, lässt sich das ETF-Universum über die Filterfunktionen gezielt eingrenzen – etwa nach Region, Börsenplatz oder Kosten.

Konkretes Beispiel: Du suchst einen kostengünstigen Schweiz-ETF an der Heimbörse SIX, hast dich aber noch nicht auf ein bestimmtes Produkt festgelegt. In diesem Fall kannst du bei der Suche nach Handelsplatz, Gebiet und Kostenlimit filtern. So reduziert sich die Trefferliste schnell auf wenige, gut vergleichbare Produkte.

DEGIRO Erfahrungen Schweiz
Praktische Filterkombination: Durch die Auswahl von Handelsplatz, Gebiet und einem Kostenlimit lässt sich die Trefferliste gezielt auf wenige, gut vergleichbare ETFs reduzieren.
(Quelle: DEGIRO Desktop-Ansicht, Stand: 9.1.2026)

Basierend auf unseren Erfahrungen mit DEGIRO zeigt sich, dass sich über die Plattform problemlos auch breit diversifizierte Standard-ETFs handeln lassen. Aktuell investiert Stefan unter anderem in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating (ISIN IE00BK5BQT80, Ticker VWRA).

Zuvor wurden über DEGIRO auch weniger bekannte, thematisch oder strategisch spezialisierte Nischen-ETFs gehandelt, was für ein insgesamt breit aufgestelltes ETF-Angebot spricht.

Zahlreiche ETFs sind bei DEGIRO an mehreren Handelsplätzen und/oder in unterschiedlichen Handelswährungen verfügbar. Derselbe ETF kann somit je nach Börse und Währung mehrfach handelbar sein, was zusätzliche Flexibilität bei der Umsetzung der eigenen Anlagestrategie bietet.

DEGIRO Erfahrungen Schweiz
Gleiche ISIN, mehrere Handelsplätze: Derselbe ETF ist bei DEGIRO parallel an verschiedenen Börsen und in unterschiedlichen Handelswährungen handelbar. (Quelle: DEGIRO Desktop-Ansicht, Stand: 9.1.2026)

ETF-Aufnahme auf Anfrage: eine unterschätzte Stärke von DEGIRO

Eine wenig bekannte, aber positive Besonderheit von DEGIRO ist die Möglichkeit, ETFs nach einer einfachen Mail-Anfrage prüfen und aufnehmen zu lassen.
Am Beispiel von Stefans Erfahrungen wurde dieser Prozess mehrfach erfolgreich durchlaufen – zuletzt beim zuvor erwähnten Vanguard-ETF VWRA. Die Entscheidung liegt dabei stets bei DEGIRO.

Fazit zum ETF Kauf mit DEGIRO

DEGIRO ermöglicht den ETF-Handel an rund 20 Börsenplätzen mit klarem Schwerpunkt auf Europa (inklusive der Schweizer Börse SIX) sowie zwei asiatischen Handelsplätzen. US-Börsen sind für den ETF-Handel nicht angebunden, was vor allem für US-kotierte Produkte relevant ist.

Das ETF-Produktangebot ist breit und deckt neben klassischen Standard-ETFs auch spezialisiertere Nischenprodukte ab. Die Such- und Filterfunktionen unterstützen sowohl eine gezielte Produktauswahl als auch eine strukturierte Annäherung, wenn der konkrete ETF noch nicht feststeht.

Positiv überrascht hat uns die unkomplizierte Aufnahme zusätzlicher ETFs.

 

Welche Gebühren fallen beim ETF-Handel bei DEGIRO an?

Folgende potenzielle Kostenblöcke für ETF-Anleger:innen haben wir genauer unter die Lupe genommen:

Daneben fallen Produktkosten auf ETF-Ebene an, die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Diese wird vom jeweiligen ETF-Anbieter erhoben und fällt unabhängig vom gewählten Broker an.

Die vollständigen Gebühren sind in der offizielle Preisliste von DEGIRO (PDF) aufgeführt.

Depotgebühren

DEGIRO verzichtet im Gegensatz zu klassischen Banken und Onlinebrokern wie UBS, PostFinance oder Swissquote vollständig auf Depotgebühren.

Für dich bedeutet das: Solange du nicht handelst, fallen keine laufenden Fixkosten an. Du kannst ein Depot also eröffnen und halten, ohne dafür jährlich Gebühren zu bezahlen.

Transaktionsgebühren: Provisions- und Bearbeitungsgebühren

Bei DEGIRO setzen sich die Transaktionsgebühren aus fixen Provisionen und Bearbeitungsgebühren zusammen. Die Provision beträgt pauschal 2€ pro Trade, ergänzt um eine Bearbeitungsgebühr von 1€ beziehungsweise 1 CHF beim Handel über die Schweizer Börse.

Gerade bei grossen Beträgen ist dieses Modell aussergewöhnlich attraktiv: Selbst bei hohen Investitionssummen bleiben die absoluten Kosten im tiefen einstelligen Frankenbereich. So lassen sich auch Umschichtungen oder gezielte Anpassungen bei grossen Portfolios mit wenigen Franken Kosten umsetzen. In dieser Konsequenz positioniert sich DEGIRO im Vergleich zu klassischen Banken und vielen Onlinebrokern einzigartig. 

DEGIRO Erfahrungen Schweiz
Praxisbeispiel: Der Auftrag wurde von DEGIRO in zwei Ausführungen gesplittet, aber als ein Trade korrekt abgerechnet. Trotz eines Gesamtvolumens von rund 32’500 CHF fällt im Konkurrenzvergleich eine sehr tiefe Gebühr von nur 2.80 CHF (3€) an. (Quelle: DEGIRO Desktop-Ansicht, Stand: 9.1.2026)

Neu provisionsfrei: ETFs an der Börse Tradegate

Für die ETF-Kernauswahl entfallen die Provisionen vollständig. Unabhängig von der investierten Summe fällt lediglich eine pauschale Bearbeitungsgebühr von 1€ pro Trade an. Die Kernauswahl umfasst über 100 ETFs, die an der Berliner Börse Tradegate gehandelt werden.

Ein kleiner Wermutstropfen: Alle übrigen ETFs, die bislang Teil der Kernauswahl waren, unterliegen nun wieder dem normalen Gebührenmodell.

Fremdwährungsgebühren 

Als in der Schweiz registrierter Kunde kannst du bei DEGIRO Ein- und Auszahlungen ausschliesslich in CHF vornehmen. Handelst du Wertschriften ebenfalls in Heimwährung CHF, fallen keine Fremdwährungsgebühren an.

In allen anderen Fällen entstehen beim Währungstausch zusätzliche Gebühren.

Investieren mit DEGIRO
DEGIRO bietet beim Währungstausch zwei Gebührenmodelle für den automatisierten und manuellen Wechsel an. (Quelle: DEGIRO)

Für den Währungsumtausch bietet DEGIRO zwei Varianten:

Auto FX ist für die meisten ETF-Anleger:innen die einfachste und sinnvollste Lösung. Manual FX kann sich lohnen, wenn mehrere Trades in derselben Fremdwährung geplant sind und dadurch mehrere automatische Rückwechsel in CHF vermieden werden.

Zum Vergleich: Viele Banken verlangen bei Fremdwährungstransaktionen oft hohe Gebühren von rund 1%. Als Referenz für den Wechselkurs gilt der Interbankenkurs.

 

Stempelsteuer (Transaktionssteuer)

In der Schweiz fällt bei Wertschriftentransaktionen über inländische Banken eine Stempelsteuer an: 0,075% für inländische und 0,15% für ausländische Wertschriften. Die Steuer wirkt linear und fällt bei jeder Transaktion erneut an.

Ein Beispiel: Bei einem ETF-Kauf über 50’000 CHF in einen ausländischen ETF werden 75 CHF Stempelsteuer fällig. Schichtest du um – also Verkauf und anschliessender Neukauf –, fällt die Stempelsteuer zweimal erneut an. Bei 50’000 CHF summiert sich die Steuer damit auf insgesamt 225 CHF.

Da DEGIRO keine Schweizer Bank ist, fällt bei ETF-Transaktionen keine Stempelsteuer an.

Mehr zum Steuerthema findest du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Gebühr für die Einrichtung von Handelsmodalitäten

DEGIRO erhebt für den Handel an ausländischen Börsen pro Jahr und Börse eine Gebühr von maximal 2.50€. Handelst du als Anleger:in aus der Schweiz ausschliesslich über die heimische Börse SIX, fällt diese Gebühr nicht an.

Depotübertragsgebühr

Ein Depotübertrag ist optional. Da der Ablauf bereits erläutert wurde, steht hier die Kostenfrage im Fokus. DEGIRO unterscheidet dabei zwischen drei Varianten:

Wichtig: In der Regel erhebt der abgebende Broker Gebühren. Um Überraschungen zu vermeiden, solltest du diese Kosten vorab bei deinem bisherigen Anbieter abklären.der Anzahl Positionen und nicht deren Höhe abhängt.

Ist DEGIRO sparplanfähig?

DEGIRO eignet sich für ETF-Sparpläne rein betraglich durchaus: Durch die tiefen Fixgebühren von 1€ bzw. 3€ pro Transaktion lohnen sich Einzahlungen in der Regel bereits ab 500 CHF pro Kauf.

Beim Komfort zeigt sich jedoch ein klarer Nachteil: Es gibt kein Auto-Invest. Jeder Kauf muss manuell ausgelöst werden, was insbesondere bei regelmässigem Sparen zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Falls dir eine bequemere Lösung wichtig ist, schau‘ doch mal in unseren umfassenden Sparplanvergleichs ETF-Sparplan Schweiz: 3 starke Gründe für die Autopilot-Strategie.

Schlussfazit zu unseren DEGIRO Erfahrungen Schweiz

DEGIRO überzeugt vor allem durch sehr tiefe und transparente Gebühren. ETF-Trades kosten 1€ (Kernauswahl) oder 3€ – unabhängig vom Investitionsbetrag. Als ausländischer Anbieter erhebt DEGIRO zudem keine Stempelsteuer, und es fallen keine laufenden Depotgebühren an. Gerade bei grösseren Beträgen wirkt sich dieses Kostenmodell besonders positiv aus.

Auch in der Nutzung punktet DEGIRO mit Einfachheit: Die Plattform ist übersichtlich, klar strukturiert und bewusst schlank gehalten, ohne funktionalen Ballast. Kontoeröffnung und Handling sind rein digital und schnell erledigt.

Abstriche ergeben sich je nach Bedürfnissen: ETFs an US-Börsen sind nicht verfügbar, und automatisierte Sparpläne werden nicht unterstützt.

Insgesamt ist DEGIRO für viele Anleger:innen eine sehr attraktive Handelsplattform, insbesondere wenn tiefe Gebühren und ein schlankes Setup im Vordergrund stehen.

Wenn du dich für DEGIRO entscheidest, erhältst du über unseren Partnerlink die ersten 100 CHF Transaktionsgebühren gutgeschrieben. Gleichzeitig unterstützt du damit unseren Blog.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-01-15: Ganzer Artikel umfassend aktualisiert.  

2025-12-05: Neue Regelung bei der Wertpapierleihe erläutert.

2025-10-06: ETF-Kernauswahl aktualisiert: ausschliesslich ETFs an der Börse Tradegate

2025-02-03: Nicht mehr aktuelles Video entfernt.

2025-01-14: Sparplan-Eignung präzisiert (Pricing vs. Komfort). Diverse kleinere Aktualisierungen eingefügt.

2024-11-11: Diverse Anpassungen, u.a. Abbildungen aktualisiert sowie darauf hingewiesen, dass DEGIRO mittlerweile Fremdwährungskonten anbietet und die Filterfunktion verbessert hat. 

2024-10-31: Aktueller Transaktionsbeleg eines realen ETF-Kaufs von Stefan eingefügt. 

2024-02-01: Partnerangebot bzw. freie Trading Credits wieder auf ursprüngliches Niveau (100 CHF) angepasst. 

2024-01-02: Partnerangebot bzw. freie Trading Credits angepasst: neu 110 CHF (bisher 100 CHF)

2023-09-05: Depotübertragsgebühren angepasst. Fair Use Policy von DEGIRO im Zusammenhang mit dem Handel verlinkt. 

2023-08-31: Verzicht auf den Begriff „Gratis-ETFs“, da neu in jedem Fall eine Bearbeitungsgebühr von 1€ erhoben wird. Diverse Aktualisierungen bezüglich Börsenplätze sowie allgemeiner Informationen wie Auszeichnungen oder Kundenanzahl.

2023-08-08: Anpassung, dass neu eine Bearbeitungsgebühr von 1€ bei den Gratis-ETFs (0 CHF Provision) verrechnet wird. 

2023-01-09: Zusammenfassung „Kurz & bündig“ am Textanfang eingefügt. Diverse kleinere Aktualisierungen und damit verbundene Neuformulierungen vorgenommen. 

2022-11-18: Hinweis bezüglich Einführung von klassischen Bankkonten anstelle der bisherigen Geldmarktfonds eingefügt.

2022-09-01: Anpassung Transaktionsgebühr auf pauschal 3.00€ inkl. erhöhter Bearbeitungsgebühr von 1.00€ (bisher 0.50€). Bei Transaktionen an Schweizer Börsen wird eine Bearbeitungsgebühr von 1.00 CHF erhoben. Nicht betroffen von diesen Gebühren sind nach wie vor die Gratis-ETFs. 

2021-12-20: Gebührenanpassungen bei Courtagen und Währungswechsel: Transaktionsgebühr 2.50€ inkl. neu erhobener Bearbeitungsgebühr von 0.50€ (bisher 2.00€+ 0,03%); nach wie vor keine Gebühr bei  Gratis-ETFs; Manuelle Transaktion für alle Fremdwährungen 10.00€+ 0,25% (bisher: 10.00€+ 0,02%) / Auto FX Trader für alle Fremdwährungen: 0,25% (bisher: 0,1%).

2021-09-29: Änderung der Aufsichtsbehörde: Auf Hinweis von DEGIRO ist seit der Fusion mit der Flatex AG die deutsche BaFin zuständig. Bei Veröffentlichung des Artikels war noch die niederländische Aufsichtsbehörde für Finanzmärkte AFM erwähnt. 

2021-05-15: Hinweis eingefügt, dass der ursprünglich bei DEGIRO nicht erhältliche ETF UBS ETF MSCI ACWI Socially Responsible neu bei DEGIRO erhältlich ist. 

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere DEGIRO Erfahrungen Schweiz nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Über 2’000 ETFs allein an der Schweizer Börse SIX – und es werden laufend mehr. Die richtige Wahl zu treffen, gleicht für viele Anlegerinnen und Anleger einem Blindflug. Genau hier setzt unser unabhängiger Vergleich Beste ETFs Schweiz und global an.

Mit einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren reduzieren wir den ETF-Dschungel konsequent: Mittelmass und unvollkommene Produkte scheiden aus. Übrig bleiben nur ETFs, die unsere klar definierten Qualitätskriterien erfüllen.

Welche Produkte es tatsächlich ganz nach oben aufs Siegertreppchen schaffen – und ob sich in allen 16 Kategorien überhaupt ein überzeugender Sieger finden lässt – erfährst du in diesem grossen ETF-Vergleich.

 

Stefan & Toni | 194 Kommentare
aktualisiert am 12.2.2026

Kurz & bündig

Contents

Weshalb überhaupt in ETFs investieren?

ETFs (Exchange-Traded Funds; börsengehandelte Fonds) zählen seit Jahren zu den effizientesten Instrumenten für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie verbinden Einfachheit, breite Diversifikation und tiefe Kosten – und ermöglichen es, mit wenig Aufwand von der Entwicklung der globalen Aktienmärkte zu profitieren.

Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick:

Rendite und Risiko grosser Aktienmärkte im historischen Vergleich

Wenn du in ein globales Aktien-ETF-Portfolio investierst, beteiligst du dich an der Entwicklung von tausenden Unternehmen weltweit. Historisch lagen die durchschnittlichen Renditen langfristig bei gut 8% p.a. Dabei zählt neben der Performance auch der Weg dorthin. Die folgende Übersicht zeigt Rendite, Schwankungen und Rückschläge im historischen Vergleich.

MarktIndexRendite p.a.*Volatilität**Max. Drawdown***
GlobalMSCI ACWI8,78%14,31%58,08%
Entwickelte WeltMSCI World 8,92%14,54%57,46%
SchwellenländerMSCI Emerging Markets10,29%16,55%65,14%
Historisches Rendite- und Risikoprofil dreier zentraler Aktienmärkte
* Annualisierte Rendite seit 31.12.1987 (Gross Return, d.h. inkl. reinvestierter Dividenden, vor Quellensteuern und Produktkosten).
** Typische Schwankungsbreite des Marktes in den letzten 10 Jahren – je höher der Wert, desto desto unruhiger der Verlauf.
*** Grösster Verlust vom jeweils vorherigen Höchststand bis zum folgenden Tiefpunkt seit 31.12.1987.
Quelle: MSCI, Stand: 31.1.2026. Hinweis: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Renditen.

Entscheidend ist daher nicht nur die erwartete Rendite, sondern ob man die zwischenzeitlichen Rückschläge überhaupt durchhält.

Diversifikation vs. Konzentration

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Als ETF-Anleger:in begnügst du dich mit der Marktrendite – und kannst diese nicht systematisch übertreffen. ETFs folgen einem Index und bilden dessen Entwicklung konsequent ab.

Zahlreiche Studien zeigen, dass selbst professionelle Fondsmanager langfristig kaum in der Lage sind, nach Kosten eine nachhaltige Überrendite zu erzielen. Die regelmässig veröffentlichten SPIVA-Reports von S&P Dow Jones Indices kommen seit Jahren zum gleichen Ergebnis: Über 90% der aktiv gemanagten Fonds schlagen ihren jeweiligen Referenzindex über längere Zeiträume nicht.

Wer dennoch bewusst auf eine mögliche Überrendite setzt, kommt um Konzentration nicht herum – etwa durch gezielte Einzelinvestments. Damit steigt jedoch auch das Risiko deutlich: Einzelne Titel können sich ausserordentlich gut entwickeln, ebenso aber massiv an Wert verlieren (Nvidia vs. Credit Suisse).

Mit breit diversifizierten ETFs vermeidest du solche Extremrisiken und setzt stattdessen auf eine stabile Beteiligung an der langfristigen Entwicklung der globalen Aktienmärkte.

Welche Kriterien müssen beste ETFs Schweiz und global erfüllen?

Seit der Lancierung des ersten ETFs im Jahr 1993 ist das Angebot stark gewachsen. Heute existieren weltweit zehntausende ETFs.

Als Grundgesamtheit berücksichtigen wir ausschliesslich ETFs, die an der Schweizer Börse SIX gehandelt werden. Der Handelsplatz selbst ist kein Qualitätskriterium, kann in der Praxis für Anleger:innen aus der Schweiz jedoch gewisse Vorteile bieten – etwa ein breites Angebot sowie bei manchen Brokern  günstigere Handelskonditionen.

Inhaltlich beschränken wir uns auf passive Aktien-ETFs, da diese langfristig das attraktivste Risiko-Rendite-Verhältnis aufweisen.

Zudem fokussieren wir uns auf Standard-Produkte (Core- bzw. «Brot-und-Butter»-ETFs), die einen Markt indexbasiert und nach Marktkapitalisierung gewichtet abbilden. Dies führt in der Regel zu einer sehr breiten Diversifikation.

Themen-, Strategie- und Faktor-ETFs schliessen wir bewusst aus. Sie eignen sich eher als Ergänzung, nicht als Basis eines Weltportfolios. Eine Core-Satellite-Strategie erachten wir dennoch als sinnvoll und verfolgen sie auch selbst.

Schliesslich berücksichtigen wir nur ETFs mit steuerlich vorteilhaften Fondsdomizilen aus Sicht von in der Schweiz steuerpflichtigen Personen.

Die folgende Tabelle zeigt unsere acht Auswahlkriterien samt Mindestanforderungen – bewusst sehr streng angesetzt, um aus unserer Sicht die besten ETFs zu identifizieren.

Für den 2026er-Vergleich haben wir die Anforderungen bei zwei Kriterien nochmals verschärft:

#KriteriumMuss-Anforderung BegründungSelektion
(Anteil an der Grundgesamtheit)
1HandelsplatzSchweizer Börse SIXUmfassendes Angebot; bekannt und etabliert; bei Brokern oft günstigere Konditionen 2'088 (100%)
2Anlageklassenur AktienFokus auf den Klassiker mit langjährigem, erfolgreichem Track Record1'358 (65%)
3MarkterfahrungAlter mind. 5 JahrePerformance-Tracking über einen längeren Zeitraum ist möglich869 (42%)
4MarkterfolgFondsvolumen mind. CHF 500 Mio.Impliziert einen geringeren Spread durch höheres Handelsvolumen; ausgezeichnete Marktetablierung; sehr kleines Risiko, dass ETF geschlossen wird und investiertes Geld umgeschichtet werden muss384 (18%)
5ReplikationsmethodeNur physische Replikation (inkl. Sampling); kein SwapMit Swap geht ein etwas höheres Risiko einher; Auslaufmodell335 (16%)
6GeografieFokus auf Regionen; keine länderspezifischen ETFs, ausser Schweiz und Japan (angebotsbedingt)Rascher Aufbau und einfaches Handling eines Weltportfolios mit wenigen ETFs; möglichst wenig Fragmentierung235 (11%)
(204 x Region, 16 x Schweiz, 15 x Japan)
7ProduktkostenTotal Expense Ratio (TER) von max. 0,20%Grundsatz: Je tiefer die Kosten, desto mehr Rendite bleibt übrig55 (3%)
8Anbieter-PerformanceTracking Difference von max. 025% annualisiert über die letzten 5 JahreEffektive Abweichung vom Index; ein Wert unter der TER bedeutet, dass der ETF einen Teil der Kosten wieder eingespielt hat; ein ETF mit Minuswerten schlägt sogar den Index45* (2%)
Anforderungskatalog für «Beste ETFs Schweiz und global»; * Anzahl Finalisten, nachdem zusätzlich weitere ETFs (Spezial-ETFs, unzureichend diversifizierte ETFs und steuerlich nicht geeignete ETFs) ausgesiebt wurden. (Quellen: justETF vom 26.1.2026; Anbieter-Factsheets per 31.12.2025)

Tracking Difference als finales Kriterium

Die Tracking Difference wird in der ETF-Diskussion oft unterschätzt. Auf den Factsheets der Anbieter ist sie meist nicht explizit ausgewiesen, weshalb eine manuelle Berechnung erforderlich ist. Dabei handelt es sich um eine der aussagekräftigsten Kennzahlen für dich als ETF-Anleger:in.

Die Tracking Difference misst, wie stark die Wertentwicklung eines ETF über einen bestimmten Zeitraum von jener seines Referenzindex abweicht. Aus Anlegersicht ist es ideal, wenn ein ETF möglichst nahe am Index liegt oder diesen sogar übertrifft.

Die Tracking Difference – ein einfaches Beispiel zur Einordnung

Angenommen, ein Index erzielt über fünf Jahre eine annualisierte Rendite von 10,0%. Der ETF weist eine TER von 0,10% p.a. auf.

In unseren Auswertungen gilt dabei folgende Logik:

Eine schlechtere Wertentwicklung des ETF gegenüber dem Index ist grundsätzlich normal, da dem Fonds im Gegensatz zum Index laufende Kosten (TER) belastet werden. Dennoch gibt es ETFs, die ihren Referenzindex über längere Zeiträume erreichen oder sogar leicht übertreffen.

Möglich ist dies unter anderem durch Zusatzerträge, etwa aus der Wertpapierleihe. Werden diese Einnahmen ganz oder teilweise dem Fonds gutgeschrieben, können sie die laufenden Kosten kompensieren und die Tracking Difference verbessern.

Knallharte Selektion: Nur jeder 46. ETF schaffts ins Finale!

Fassen wir zusammen: Von den ursprünglich 2’088 an der Schweizer Börse SIX handelbaren ETFs verbleiben nach der achtstufigen Filterung gemäss den Kriterien in der Tabelle sowie dem zusätzlichen Ausschluss von

nur noch 45 Produkte, die unseren Anforderungen an die besten ETFs genügen und sich damit fürs Finale qualifiziert haben.

Das bedeutet: Rund 98 Prozent aller ETFs scheitern an unserem strengen Selektionsverfahren.

Wichtig: Auch wenn wir pro Kategorie jeweils einen Sieger küren, verliefen die Rennen oft sehr eng. Je nach persönlicher Präferenz – etwa bei Handelswährung, Index oder ETF-Anbieter – kann daher auch ein Herausforderer, der sich ebenfalls fürs Finale qualifiziert hat, die passendere Wahl für dich sein. Diese Finalisten stellen wir ebenfalls mit den wichtigsten Kennzahlen vor.

Keine Kompromisse bei Nichterfüllung

In einer von 16 Kategorien («ETF Schweiz thesaurierend») erfüllte kein einziger ETF unsere Anforderungen. Deshalb haben wir in dieser Kategorie bewusst keinen Sieger gekürt.

Heimwährung schlägt Dollar & Co.

Erfüllen innerhalb einer Kategorie mehrere ETFs sämtliche Anforderungen, entscheidet das Gesamtbild. Ausschlaggebend sind dabei unter anderem tiefere Kosten, ein grösseres Fondsvolumen oder eine effizientere Indexabbildung.

Als zusätzlichen Pluspunkt werten wir, wenn ein ETF in Heimwährung CHF gehandelt werden kann. Dadurch lassen sich Gebühren für den Währungswechsel vermeiden. Die Handelswährung ist jedoch kein Muss-Kriterium und kann andere qualitative Vorteile nicht ersetzen.

Dividenden ausschütten oder reinvestieren?

Auf ein eigenes Ausschlusskriterium zur Ausschüttungsform haben wir bewusst verzichtet. Sowohl thesaurierende als auch ausschüttende ETFs haben ihre Berechtigung – abhängig von den individuellen Zielen und Präferenzen.

Auch bei uns hat sich der Fokus über die Zeit verschoben: Wir bevorzugen heute klar thesaurierende ETFs, weil sie Dividenden automatisch reinvestieren und den Zinseszinseffekt effizient ausschöpfen. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau sehen wir darin klare Vorteile.

Ausschüttende ETFs bleiben dennoch eine valide Option – etwa für Anleger:innen, die regelmässige Cashflows wünschen oder Ausschüttungen gezielt für Rebalancing oder laufende Ausgaben nutzen möchten.

Aus steuerlicher Sicht spielt die Ausschüttungsform für in der Schweiz steuerpflichtige Personen keine Rolle: Dividenden sind in beiden Fällen steuerpflichtig – unabhängig davon, ob sie ausgeschüttet oder automatisch reinvestiert werden.

Wahl der ultimativ besten ETFs Schweiz und global

In einem nächsten Schritt bestimmen wir für die folgenden Hauptkategorien die besten ETFs – jeweils in den Varianten thesaurierend und ausschüttend:

Daraus ergeben sich insgesamt 16 Sieger-Kategorien. Auf dieser Ebene haben wir jeweils jene ETFs ausgezeichnet, die im Gesamtvergleich am überzeugendsten abschneiden.

Die detaillierten Steckbriefe der Gewinner-ETFs findest du in den nachfolgenden Kapiteln. Direkt unter den Steckbriefen sind – falls vorhanden – die Herausforderer aufgeführt, die es ebenfalls ins Finale geschafft haben.

Mit Sieger-ETFs dein bevorzugtes Weltportfolio schmieden

Aus wenigen Siegerprodukten lässt sich mit geringem Aufwand ein individuelles Weltportfolio zusammenstellen. Je nach Präferenz und gewünschter Granularität bieten sich folgende Varianten an:

Bevor wir die konkreten ETFs auswählen, stellt sich jedoch eine Grundsatzfrage: Welcher Index eignet sich besser als Basis eines Weltportfolios – MSCI oder FTSE?

Die Wahl des geeigneten Index: MSCI vs. FTSE

Die meisten ETFs setzen auf den führenden Indexanbieter MSCI aus den USA, während Vanguard den britischen FTSE Russell bevorzugt.

Die folgende Aufstellung zeigt, dass FTSE Russell breiter diversifiziert ist und ein Index-Mix zu Lücken oder Überschneidungen im Weltportfolio führen kann.

Gegenüberstellung der Indexanbieter MSCI und FTSE Russell: Die aufgeführten Indizes umfassen Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung (Large und Mid Caps). Abweichungen in der Länderzuordnung sind hervorgehoben. (*EMEA = Europa, Mittlerer Osten und Afrika; Datenbasis: MSCI und FTSE Russell, Stand: 31.12.2025)

Bester globaler ETF

In dieser Kategorie suchen wir einen ETF, der sowohl die entwickelten Märkte (Industrienationen) als auch die Schwellenländer abdeckt.

Egal ob der zugrundeliegende Index der MSCI ACWI oder der FTSE All-World ist: Die Gewichtung der einzelnen Positionen basiert auf der Marktkapitalisierung. Das heisst, je höher der Börsenwert eines Unternehmens ist, desto stärker ist es im Index gewichtet. Nvidia ist aktuell das wertvollste börsenkotierte Unternehmen weltweit und entsprechend in beiden Indizes am höchsten gewichtet.

Das Verhältnis zwischen entwickelter Welt und Schwellenländern fällt dabei deutlich zugunsten der Industrienationen aus und liegt aktuell bei rund 9:1.

Der grosse Vorteil: Mit einem einzigen ETF lässt sich ein vollständiges, marktkapitalisierungsgewichtetes Weltportfolio abbilden. Einfacher geht es nicht.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF global thesaurierend»

BezeichnungSPDR MSCI All Country World UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00B44Z5B48 / ACWI
Auflegungsdatum13. Mai 2011
RegionGlobal (Entwickelte Welt und Schwellenländer)
Anzahl Positionen2’315
Fondsvolumen6’549 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,12% p.a.
Tracking Difference0,05% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
Handelswährung CHF (an der Börse SIX)
BegründungÜberzeugt mit einem starken Gesamtpaket und den tiefsten laufenden Kosten. Ideal für alle, die mit einem einzigen thesaurierenden ETF in Heimwährung effizient ein globales Aktienportfolio abbilden möchten.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF global thesaurierend». (Quelle: Factsheet State Street Global Advisors, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF global thesaurierend»

Drei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Hinweis: Der Vanguard-Finalist ist bei der Neobank Yuh im Sparplan ohne Kaufgebühren verfügbar. Details inklusive Startbonus findest du in unserem Artikel Yuh Erfahrungen: Was der Star am Schweizer Neobanken-Himmel draufhat – und was nicht.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF global ausschüttend»

BezeichnungVanguard FTSE All-World UCITS ETF Dis 
ISIN / BörsentickerIE00B3RBWM25 / VWRL
Auflegungsdatum22. Mai 2012
RegionGlobal (Entwickelte Welt und Schwellenländer)
Anzahl Positionen3’794
Fondsvolumen16’985 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,19% p.a.
Tracking Difference0,02% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungUnangefochtene Nummer 1 auf dem Markt für alle, die sich bequem in Heimwährung mit einem einzigen ausschüttenden ETF ein Aktien-Weltportfolio aufbauen möchten.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF global ausschüttend» (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF global ausschüttend»

Kein weiterer ETF erfüllte sämtliche Anforderungen und qualifizierte sich damit für das Finale. Die jüngste Kostensenkung per 7.10.2025 auf 0,19% TER (bisher 0,22%) stärkt die ohnehin starke Position des Sieger-ETF zusätzlich.

Hinweis: Auch der ausschüttende Sieger-ETF von Vanguard ist bei Yuh im Sparplan ohne Kaufgebühren verfügbar. Details inklusive Startbonus findest du in unserem Yuh Testbericht.

Bester ETF Entwickelte Welt

ETFs auf die entwickelte Welt bilden das Rückgrat vieler langfristiger Aktienportfolios. Entsprechend gross ist das Angebot – und entsprechend kompetitiv sind Kosten, Fondsvolumen und Produktqualität. Als bekanntester Referenzindex gilt der MSCI World, der Aktien aus den wichtigsten Industrienationen umfasst und von den meisten ETF-Anbietern abgebildet wird.

Im Vergleich zu einem einzigen globalen ETF liegt der Fokus hier bewusst ausschliesslich auf den entwickelten Märkten. Das ermöglicht eine klare Trennung von Schwellenländern, die – falls gewünscht – gezielt über einen separaten ETF beigemischt werden können.

Gerade bei Kombinationen aus entwickelter Welt und Schwellenländern ist Konsistenz wichtig: Wie in der Übersicht weiter oben gezeigt, unterscheiden sich MSCI- und FTSE-Indizes in ihrer regionalen Abgrenzung und Länderklassifizierung. Wer die entwickelte Welt mit einem separaten Schwellenländer-ETF kombiniert, sollte daher idealerweise beim gleichen Indexanbieter bleiben.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend»

BezeichnungSPDR MSCI World UCITS ETF
ISIN / BörsentickerIE00BFY0GT14 / SWRD
Auflegungsdatum28. Februar 2019
RegionEntwickelte Welt
Anzahl Positionen1’312
Fondsvolumen12’553 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,12% p.a.
Tracking Difference-0,21% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
HandelswährungUSD (an der Börse SIX)
BegründungBehauptet den Sieg knapp dank sehr starker Tracking Difference in einem zunehmend kompetitiven Umfeld.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend». (Quelle: Factsheet State Street Global Advisors, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt thesaurierend»

Vier weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend»

BezeichnungVanguard FTSE Developed World UCITS ETF Dis
ISIN / BörsentickerIE00BKX55T58 / VEVE
Auflegungsdatum30. September 2014
RegionEntwickelte Welt
Anzahl Positionen2’001
Fondsvolumen3’173 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,12% p.a.
Tracking Difference-0,14% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungVerteidigt den Sieg knapp dank der breitesten Diversifikation und einer über alle Kriterien hinweg starken Leistung. Ideal kombinierbar mit einem Schwellenländer-ETF, der ebenfalls auf einem FTSE-Index basiert.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Entwickelte Welt ausschüttend»

Drei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Bester ETF Schwellenländer (Emerging Markets)

ETFs auf Schwellenländer ergänzen ein Aktienportfolio um Regionen mit höherem wirtschaftlichem und politischem Risiko, bieten langfristig aber auch überdurchschnittliches Wachstumspotenzial. Entsprechend gelten sie für viele Anleger:innen nicht als alleinige Basis, sondern als gezielte Beimischung zur entwickelten Welt.

Auch hier solltest du auf die Index-Konsistenz achten: Ein MSCI Emerging Markets ETF passt in der Regel am besten zu einem MSCI World ETF, während FTSE Emerging Markets zusammen mit einem FTSE Developed ETF ein stimmiges Doppel bilden.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend»

BezeichnungiShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00BKM4GZ66 / EIMI
Auflegungsdatum30. Mai 2014
RegionSchwellenländer
Anzahl Positionen3’023
Fondsvolumen24’931 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,18% p.a.
Tracking Difference-0,06% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungUSD (an der Börse SIX)
BegründungSetzt sich auch 2026 dank sehr breiter Diversifikation, hohem Fondsvolumen und überzeugender Tracking Difference durch. Der zugrunde liegende MSCI EM IMI Index umfasst neben Large und Mid Caps auch Small Caps.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Schwellenländer thesaurierend»

Gleich fünf weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Hinweis: Der ETF von Vanguard (IE00BK5BR733) überschritt erneut unsere strenge Tracking-Difference-Limite von 0,25% (0,41%) und verpasste damit den Finaleinzug. 

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend»

BezeichnungUBS Core MSCI EM UCITS ETF USD dis
ISIN / BörsentickerLU0480132876 / EMMCHA
Auflegungsdatum12.11.2010
RegionSchwellenländer
Anzahl Positionen1’138
Fondsvolumen1’769 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,15% p.a.
Tracking Difference0,06% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungVerteidigt den Sieg souverän dank eines attraktiven Gesamtpakets und der jüngsten Kostensenkung.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend». (Quelle: Factsheet UBS, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Schwellenländer ausschüttend»

Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Hinweis: Der ETF von Vanguard (IE00B3VVMM84) überschritt erneut unsere strenge Tracking-Difference-Limite von 0,25% (0,41%) und verpasste damit den Finaleinzug. Gleiches gilt für den ETF von HSBC (IE00B5SSQT16), der ebenfalls an dieser Hürde scheiterte (0,31%).

Beste regionale ETFs

In diesem Kapitel betrachten wir eine alternative Möglichkeit, ein Weltportfolio abzubilden. Dabei wird die entwickelte Welt nicht über einen einzigen ETF, sondern regional aufgeteilt.

Konkret erfolgt die Aufteilung in die Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik. Angebotsbedingt sind für Asien-Pazifik zwei ETFs erforderlich, nämlich:

Diese regionale Zusammenstellung kann zusätzlich um einen separaten Schwellenländer-ETF ergänzt werden (vgl. unsere Sieger und Finalisten oben). Insgesamt ergibt sich damit ein Weltportfolio aus fünf ETFs.

Diese Lösung ist nicht grundsätzlich besser als ein Weltportfolio mit einem oder zwei ETFs. Sie ist jedoch deutlich komplexer im Handling und erfordert mehr Disziplin bei Gewichtung und Rebalancing.

Der Unterschied liegt vor allem in der Möglichkeit zur individuellen Steuerung der regionalen Gewichtung. So kann beispielsweise die starke US-Dominanz, die nach Marktkapitalisierung aktuell rund 65% des globalen Aktienmarkts ausmacht, bewusst reduziert werden.

Die Gewichtung für dein Weltportfolio mit regionalen ETFs lässt sich frei festlegen, etwa je 30% Nordamerika und Europa sowie je 20% Asien-Pazifik und Schwellenländer – mit oder ohne zusätzlichem Schweizer Akzent.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend»

BezeichnungVanguard FTSE North America UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00BK5BQW10 / VNRA
Auflegungsdatum23. Juli 2019
RegionNordamerika
Anzahl Positionen585
Fondsvolumen1’922 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,08% p.a.
Tracking Difference-0,15% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungVerteidigt den Sieg klar. Die jüngste Kostensenkung unterstreicht seine starke Position. Dieser ETF schneidet bei allen Kriterien sehr gut ab und bleibt aktuell ohne direkte Konkurrenz.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend». (Quelle: Factsheet Vanguard vom 31.12.2025)

Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF Nordamerika thesaurierend»

Kein weiterer ETF erfüllt sämtliche Anforderungen und qualifiziert sich damit für das Finale. Der Sieger-ETF überzeugt in allen relevanten Kriterien und ist zudem in Heimwährung CHF handelbar. Trotz fehlender Alternativen gehst du mit diesem Produkt keine Kompromisse ein.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend»

BezeichnungVanguard FTSE North America UCITS ETF Dis
ISIN / BörsentickerIE00BKX55R35 / VNRT
Auflegungsdatum30. September 2014
RegionNordamerika
Anzahl Positionen585
Fondsvolumen2’256 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,08% p.a.
Tracking Difference-0,15% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungAuch 2026 konkurrenzlos. Als einziger Nordamerika-ETF erfüllt er alle Anforderungen und überzeugt – wie das thesaurierende Pendant oben – mit einer starken Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Keine Herausforderer in der Kategorie «ETF Nordamerika ausschüttend»

Auch in dieser Kategorie erfüllt kein weiterer ETF sämtliche Anforderungen und schafft den Sprung ins Finale. Der Sieger-ETF überzeugt über alle relevanten Kriterien hinweg und ist zudem in Heimwährung CHF handelbar. Entsprechend gehst du mit diesem Produkt trotz fehlender Alternativen keine Kompromisse ein.

🏆Sieger in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend»

BezeichnungVanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00BK5BQX27 / VWCG
Auflegungsdatum23. Juli 2019
RegionEuropa
Anzahl Positionen528
Fondsvolumen1’889 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,10% p.a.
Tracking Difference-0,33% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungNeuer Sieger-ETF, der sich knapp durchsetzt. Die breiteste Diversifikation, die tiefsten Kosten und die beste Tracking Difference geben letztlich den Ausschlag zugunsten des Vanguard-ETF.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend» (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Europa thesaurierend»

Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend»

BezeichnungVanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF Dis
ISIN / BörsentickerIE00B945VV12 / VEUR
Auflegungsdatum21. Mai 2013
RegionEuropa
Anzahl Positionen528
Fondsvolumen3’853 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,10% p.a.
Tracking Difference-0,33% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungVerteidigt den Sieg knapp dank der tiefsten Kosten und der besten Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Europa ausschüttend»

Wenn du eine Alternative zum FTSE-Index suchst, worauf der Sieger-ETF basiert, solltest du diese beiden Finalisten von iShares genauer unter die Lupe nehmen:

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend»

BezeichnungiShares Core MSCI Pacific ex Japan UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00B52MJY50 / CSPXJ
Auflegungsdatum12. Januar 2010
RegionAsien-Pazifik ohne Japan
Anzahl Positionen94
Fondsvolumen2’672 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,20% p.a.
Tracking Difference0,14% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungUSD (an der Börse SIX)
BegründungBehauptet sich, obwohl ihm erstmals ernsthafte Konkurrenz erwächst. Die längere Markterfahrung und das höhere Fondsvolumen geben den Ausschlag zugunsten des iShares-ETF.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan thesaurierend»

Ein weiterer ETF erfüllt alle Anforderungen und steht ebenfalls im Finale:

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend»

BezeichnungVanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF Dis
ISIN / BörsentickerIE00B9F5YL18 / VAPX
Auflegungsdatum21. Mai 2013
RegionAsien-Pazifik ohne Japan
Anzahl Positionen373
Fondsvolumen1’186 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,15% p.a.
Tracking Difference0,09% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
Handelswährung CHF (an der Börse SIX)
BegründungGewinnt auch 2026 dank des höheren Fondsvolumens und der besseren Tracking Difference. Zudem ist der FTSE-Index deutlich breiter diversifiziert als das MSCI-Pendant.  
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend». (Quelle: Factsheet Vanguard, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Asien-Pazifik ohne Japan ausschüttend»

Auch in dieser Kategorie hat sich ein weiterer ETF fürs Finale qualifiziert:

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend»

BezeichnungiShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF Acc
ISIN / BörsentickerIE00B4L5YX21 / SJPA
Auflegungsdatum25. September 2009
RegionJapan
Anzahl Positionen956
Fondsvolumen5’587 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,12% p.a.
Tracking Difference0,10% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
HandelswährungJPY (an der Börse SIX)
BegründungErfüllt alle Anforderungen und siegt erneut dank eines überzeugenden Gesamtpakets, bestehend aus dem grössten Fondsvolumen und einem klaren Indexvorteil. Der zugrunde liegende MSCI Japan IMI Index umfasst auch Small Caps und sorgt damit für eine besonders breite Diversifikation. Einziger Wermutstropfen: Der ETF ist nicht in Heimwährung handelbar.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend». (Quelle: Factsheet iShares, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Japan thesaurierend»

Vier weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Hinweis: Branchenprimus iShares scheitert mit dem thesaurierenden Japan-ETF (IE00B53QDK08) an der zu hohen Tracking Difference von 0,31% und verpasst damit das Finale – trotz ansonsten überzeugender Werte.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend»

BezeichnungXtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D
ISIN / BörsentickerLU0839027447 / XNJP
Auflegungsdatum25. Januar 2013
RegionJapan
Anzahl Positionen225
Fondsvolumen1’723 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,09% p.a.
Tracking Difference-0,06% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (vollständig)
HandelswährungJPY (an der Börse SIX)
BegründungVerteidigt den Sieg dank der tiefsten Kosten und der besten Tracking Difference.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend». (Quelle: Factsheet DWS Xtrackers, Stand: 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «ETF Japan ausschüttend»

Zwei weitere ETFs erfüllen alle Anforderungen und stehen ebenfalls im Finale:

Hinweis: Auch beim ausschüttenden Japan-ETF von iShares (IE00B02KXH56) reicht es nicht fürs Finale: Die Tracking Difference liegt mit 0,38% deutlich über unserem Grenzwert (0,25%) und führt zum Ausschluss im letzten Selektionsschritt.

Bester ETF Schweiz

Auch wenn ein ausgeprägter Home Bias aus wissenschaftlicher Sicht bei der Geldanlage kritisch beurteilt wird, bevorzugen viele Anleger:innen Aktien aus dem eigenen Land. Dieses Verhalten ist keineswegs eine Schweizer Besonderheit, sondern lässt sich international beobachten.

Vor diesem Hintergrund widmen wir uns in diesem Kapitel dem besten ETF Schweiz. Für alle interessant, die ihr Portfolio bewusst um einen Schweizer Akzent erweitern möchten.

Unabhängig davon kann ein Engagement in Schweizer Aktien das Währungsrisiko reduzieren. Zudem fällt bei in der Schweiz domizilierten ETFs nur die halbe Stempelsteuer an. Diese Aspekte sind aus unserer Sicht nicht matchentscheidend, können bei Bedarf jedoch mitberücksichtigt werden.

Mehr zum Steuerthema erfährst du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Kein Sieger in der Kategorie «ETF Schweiz thesaurierend»

In dieser Kategorie konnte auch 2026 kein Sieger gekürt werden, da kein Produkt sämtliche Anforderungen erfüllte. Offenbar gehen die ETF-Anbieter davon aus, dass Schweizer Anleger:innen im Heimmarkt ausschüttende ETFs gegenüber thesaurierenden Varianten bevorzugen.

🏆 Sieger in der Kategorie «ETF Schweiz ausschüttend»

BezeichnungiShares Core SPI CH
ISIN / BörsentickerCH0237935652 / CHSPI
Auflegungsdatum28. April 2014
RegionSchweiz
Anzahl Positionen200
Fondsvolumen5’007 Mio. CHF
Produktkosten (TER)0,10% p.a.
Tracking Difference0,10% (5 Jahre, annualisiert)
ReplikationsmethodePhysisch (optimiert)
HandelswährungCHF (an der Börse SIX)
BegründungErfüllt sämtliche Anforderungen mit Bravour und setzt sich insbesondere dank hohem Fondsvolumen und solider Tracking Difference durch. Trotz breiter Abdeckung mit über 200 Positionen bleibt der Schweizer Aktienmarkt stark konzentriert: Die zehn grössten Titel machen rund 60% des Index aus.
Steckbrief Sieger-ETF in der Kategorie «ETF Schweiz ausschüttend». (Quelle: Factsheet iShares vom 31.12.2025)

Herausforderer in der Kategorie «Schweiz ausschüttend»

Ein weiterer ETF erfüllt alle Anforderungen und steht ebenfalls im Finale:

Übersicht «Beste ETFs Schweiz und global»

Für die insgesamt 16 untersuchten Sieger-Kategorien konnten wir also 15 Gewinner-ETFs auserkoren, die du in dieser Übersicht findest:

KategorieSieger-ETFISIN
ETF Global thesaurierendSPDR MSCI All Country World UCITS ETF AccIE00B44Z5B48
ETF Global ausschüttendVanguard FTSE All-World UCITS ETF DisIE00B3RBWM25
ETF Entwickelte Welt thesaurierendSPDR MSCI World UCITS ETFIE00BFY0GT14
ETF Entwickelte Welt ausschüttendVanguard FTSE Developed World UCITS ETF DisIE00BKX55T58
ETF Schwellenländer thesaurierendiShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF AccIE00BKM4GZ66
ETF Schwellenländer ausschüttendUBS Core MSCI EM UCITS ETF disLU0480132876
ETF Nordamerika thesaurierendVanguard FTSE North America UCITS ETF AccIE00BK5BQW10
ETF Nordamerika ausschüttendVanguard FTSE North America UCITS ETF DisIE00BKX55R35
ETF Europa thesaurierendVanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF AccIE00BK5BQX27
ETF Europa ausschüttendVanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF DisIE00B945VV12
ETF Asien-Pazifik ohne Japan thes.iShares Core MSCI Pacific ex Japan UCITS ETF AccIE00B52MJY50
ETF Asien-Pazifik ohne Japan aussch.Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF DisIE00B9F5YL18
ETF Japan thesaurierendiShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF AccIE00B4L5YX21
ETF Japan ausschüttendXtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1DLU0839027447
ETF Schweiz thesaurierendKein Sieger, da kein ETF alle Anforderungen erfüllt.
ETF Schweiz ausschüttendiShares Core SPI CHCH0237935652
Gesamtübersicht mit 16 Sieger-Kategorien und 15 Gewinner-ETFs.

Wo gibt es die Sieger-ETFs zu kaufen?

Die 15 Sieger-ETFs sowie deren Herausforderer sind breit verfügbar. Besonders gut aufgehoben bist du bei den folgenden vier etablierten Online-Brokern, die wir ausführlich getestet haben und empfehlen:

Saxo | Swissquote | DEGIRO | Interactive Brokers

Hinweis: Für iShares ETFs – auch aus diesem Vergleich – ist Saxo besonders attraktiv: Über die ETF-Sparpläne lassen sich diese ohne Kaufgebühren erwerben und flexibel kombinieren. Ein klarer Vorteil für alle, die automatisiert und kosteneffizient investieren möchten.

– Partnerangebot –

– – – – – 

Auf unserer kompakten Empfehlungsseite findest du die wichtigsten Informationen unserer bevorzugten Online-Broker, einschliesslich Startbonus.

Fazit zum Vergleich «Beste ETFs Schweiz und Global»

Ein globales Aktienportfolio lässt sich einfach und effizient mit einem bis sechs ETFs umsetzen – mit oder ohne Swiss Finish. Mehr brauchst du nicht, um breit diversifiziert an der globalen Aktienmarktentwicklung teilzuhaben.

Bei der Auswahl spielt der Indexanbieter eine zentrale Rolle: FTSE- und MSCI-Indizes sind nicht deckungsgleich und unterscheiden sich sowohl bei der Länderabdeckung als auch bei der Marktbreite. Kombinierst du mehrere ETFs, solltest du daher auf eine konsistente Indexbasis achten.

Aus über 2’000 an der Schweizer Börse SIX handelbaren ETFs haben wir das Angebot in einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren systematisch reduziert. Übrig blieben 45 Finalisten, aus denen wir 15 Sieger-ETFs bestimmt haben.

Die meisten Siege gehen erneut an die beiden Marktführer Vanguard und iShares. UBS hat die Kosten zuletzt deutlich gesenkt und rückt den US-Anbietern spürbar näher. Auch SPDR und Xtrackers konnten sich in einzelnen Kategorien durchsetzen.

Alle Sieger und Finalisten erfüllen hohe Qualitätsanforderungen wie tiefe Kosten, eine überzeugende Tracking Difference, hohes Fondsvolumen, breite Diversifikation und lange Markterfahrung. Die Unterschiede liegen im Detail – weshalb je nach persönlicher Präferenz auch ein Finalist die passendere Wahl für dich sein kann.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-02-12: Historischer Rendite-Risiko-Vergleich dreier Aktienmarkt-Indizes eingefügt.

2026-02-05: Artikel punktuell ergänzt.
2026-01-30: Lancierung des 2026er-Vergleichs.

2025-12-03: Auf Saxos ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren für iShares Produkte hingewiesen. 

2025-10-14: Preissenkung div. Vanguard ETFs berücksichtigt. 

2025-03-10: Rubrik «Kurz & bündig» als einleitende Zusammenfassung eingefügt.

2025-02-03: Angaben, wo es die Sieger-ETFs zu kaufen gibt, aktualisiert. ISIN als zusätzliche Spalte bei der Übersicht der Sieger-ETFs eingefügt.

2025-01-30: Alle ETF-Daten der Sieger-ETFs und Finalisten an die Factsheets vom 31.12.2024 angepasst. «UBS ETF (CH) SLI (CHF) A-dis» (CH0032912732) neu als Finalist aufgenommen, da bessere Tracking Difference (0.25%) als ursprünglich berechnet (0.32%).

2025-01-23: Neue Auswertung 2025 mit teilweisen neu definierten Selektionskriterien. Indexübersicht eingefügt.

2024-07-26: Auf provisionsfreien Sieger-ETF VWRL von Vanguard hingewiesen, welcher Yuh neu im Sparplan anbietet.

2024-04-10: Den ETF von Xtrackers (IE00BTJRMP35) wegen Handelswährung CHF als Alternative für den Sieger-ETF „Schwellenländer thesaurierend“ erwähnt. 

2024-02-26: Beim Siegerprodukt «ETF Entwickelte Welt thesaurierend» die neue Handelswährung CHF (statt bisher USD) eingetragen.

2023-10-14: Ergänzung bei Tabelle des Sieger-Produkts «ETF global thesaurierend» eingefügt, wonach dieser ETF neben USD auch in CHF an der CH-Börse SIX gehandelt werden kann. 

2023-08-01: Hinweis eingefügt, dass sämtliche Sieger-ETFs bei Swissquote erhältlich sind.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Transparenzhinweis: Das Team von Schweizer Finanzblog ist zum Zeitpunkt der Publikation in die folgenden im Artikel erwähnten Aktien-ETFs investiert: Vanguard FTSE All-World Acc, SPDR MSCI World UCITS ETF und iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF Acc. Abgesehen von diesen Investments bestehen keine Geschäftsbeziehungen (Provisionen o.ä.) zu allen in diesem Bericht erwähnten Index- oder ETF-Anbietern.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel «Beste ETFs Schweiz und global» nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Seit seiner Gründung im Jahr 1977 hat sich Interactive Brokers von einem US-Pionier im elektronischen Handel zu einem der weltweit führenden Online-Broker entwickelt. In diesem Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen zeigen wir, wo dieser mächtige und zahlreich preisgekrönte US-Anbieter gegenüber der Konkurrenz punktet und worauf du besonders achten solltest.

Stefan & Toni | 194 Kommentare
aktualisiert am 13.1.2026

Kurz & bündig

Contents

Vorbemerkungen zu unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen

Fokus auf ETFs

Wer unseren Blog kennt, weiss, dass wir eine passive, kostengünstige und breit diversifizierte Buy-and-Hold-Strategie verfolgen. Diese lässt sich aus unserer Sicht am sinnvollsten mit Aktien-ETFs umsetzen, weshalb wir den Fokus in diesem Review bewusst auf dieses Anlagevehikel legen.

Möchtest du (auch) in einzelne Aktien investieren, ist Interactive Brokers ebenfalls sehr attraktiv – wie diese IBKR-Preisvergleichstabelle für US-Aktien zeigt.

Transparenzhinweis 

Um glaubwürdig und realitätsnah aus erster Hand zu berichten, sind Toni und Stefan im Zuge der Recherchen zu diesem Bericht Kunden von Interactive Brokers geworden. Seither führen beide namhafte Wertschriftenpositionen bei IBKR und nutzen unter anderem die vorteilhaften Wechselkurse.

Das Angebot des renommierten US-Anbieters hat uns insgesamt überzeugt, weshalb wir eine Kooperation mit Interactive Brokers eingegangen sind. Dieser Artikel enthält Referral-Links. Bei Nutzung dieser Links können wir eine kleine Vergütung erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Unsere Einschätzung bleibt davon unbeeinflusst.

Traditionsreicher Broker mit Pioniergeist

Wer meint, dass es sich bei Interactive Brokers, IB oder IBKR (Börsenticker), wie diese US-Unternehmung auch genannt wird, um ein weiteres Startup im Fintech Bereich handelt, der wird nun eines Besseren belehrt. Denn Interactive Brokers kann auf eine lange und pionierhafte Unternehmensgeschichte von rund 50 Jahren zurückblicken.

So wurde die ursprüngliche Organisation bereits 1977 zunächst als Market Maker unter dem Namen TP & Co. gegründet und 1982 in Timber Hill Inc. umbenannt. Sie war die erste, die 1979 Fair-Value-Preisblätter auf einem Börsenparkett verwendete.

Gründer und aktuell Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Thomas Peterffy.

Peterffy hat sich in seiner langen beruflichen Laufbahn als Machertyp mit ausgeprägtem Pioniergeist bewiesen. So nutzte er 1983 als erster Handheld-Computer für den Handel. 1987 schuf er das erste vollautomatische algorithmische Handelssystem, um Aufträge automatisch zu erstellen und an einen Markt zu senden.

Zwischen 1993 und 1994 wurde die Unternehmensgruppe Interactive Brokers Group sowie die Tochtergesellschaft Interactive Brokers LLC gegründet, um ihr elektronisches Brokerage zu kontrollieren und es von Timber Hill, das Market Making durchführt, getrennt zu halten.

Im Jahr 2014 war Interactive Brokers der erste Online-Broker, der direkten Zugang zu IEX, einem privaten Forum für den Handel mit Wertpapieren, anbot.

Derzeit werden rund 70% der Aktien von IBKR von Mitarbeitenden und den mit IBKR verbundenen Unternehmen gehalten; Gründer Peterffy ist grösster Aktionär.

Wer noch mehr über die Firmengeschichte von Interactive Brokers erfahren möchte, findet auf der IBKR-Homepage in der Rubrik «Über uns» vertiefte Informationen.

Auszeichnungen unterstreichen starke Marktposition

Die zahlreichen Auszeichnungen von unabhängiger Seite sind ein weiteres Indiz, wie erfolgreich sich IBKR über die Jahre am Markt positioniert hat.

Bester Broker hier, bester Broker da: Eine kleine Auswahl von zahlreichen Auszeichnungen, womit sich Interactive Brokers auf ihrer Website schmückt.

Interactive Brokers fasst auf ihrer Website unter der Rubrik «Warum IBKR» die ihrer Ansicht nach wichtigsten Argumente, welche für IBKR sprechen, zusammen.

Welches Geschäftsmodell verfolgt IBKR heute?

IBKR entwickelt mächtige Trading-Tools und bietet diese anderen Brokern sowie Endkunden an.

Zwei wichtige Einnahmequellen von IBKR bestehen also aus Lizenzgebühren von Drittbrokern sowie Handelsprovisionen von Privatkunden, einschliesslich Zinseinnahmen aus Vergaben von Wertschriftenkrediten.

Wie wir später noch eindrücklich sehen werden, bietet IBKR seinen Privatkunden mehrere Kontotypen, verschiedene Handelsplattformen sowie vielschichtige Konditionen an, womit der Anspruch von IBKR deutlich wird: Nicht nur die vermeintlichen Profis und Heavy Traders stehen im Fokus, sondern grundsätzlich alle Investoren und Anlegerinnen sollen angesprochen werden, beginnend mit den Börsenneulingen.

Wie sicher ist IBKR?

Bei Interactive Brokers handelt es sich um einen regulierten Broker-Dealer, welcher sich in seiner rund 50-jährigen Firmengeschichte als sehr krisenresistent bewiesen hat.

IBKR positioniert sich denn auch als sehr sicheren Broker und unterstreicht dabei seine grosse Finanzkraft. Wie es konkret und aktuell um die Finanzen von IBKR steht, geht aus den auditierten Jahresberichten hervor, welche IBKR transparent für die Öffentlichkeit publiziert.

Wie bin ich nun aber geschützt, wenn IBKR doch einmal in eine ernsthafte finanzielle Schieflage gerät? Im unwahrscheinlichen Worstcase-Szenario «Konkurs» dürften für dich als Schweizer Anleger:in insbesondere folgende vier Sicherheitsaspekte relevant sein:

Und für alle, die gegenüber US-Anbietern wegen des dort herrschenden Rechtssystems skeptisch sind, kann Entwarnung gegeben werden: Vertragspartner für Kund:innen aus der Schweiz ist Interactive Brokers UK, womit in letzter Konsequenz der Gerichtsstand London wäre. Dies geht aus dem «Interactive Brokers (U.K.) Limited and Interactive Brokers LLC Client Agreement» (Kapitel A17, Ziffer 1.1) hervor.

Soweit sollte es jedoch gar nicht kommen. IBKR hat uns auf Anfrage versichert, dass allfällige Streitigkeiten grundsätzlich zuerst aussergerichtlich und im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden sollen. Zu diesem Zweck steht ein sogenanntes Beschwerdeticket zur Verfügung, womit Reklamationen und ähnliche Anliegen eingereicht werden können.

Über welche Börsen kann bei IBKR gehandelt werden?

IBKR bedient ein umfassendes Angebot mit allen wichtigen internationalen Börsen – darunter auch die Schweizer SIX. Zu beachten ist, dass IBKR die SIX unter dem Kürzel «EBS» (Elektronische Börse Schweiz) führt.

Wie umfassend ist das ETF-Produktangebot?

Bevor du dich für Interactive Brokers entscheidest, solltest du abklären, ob deine Wunsch-ETFs überhaupt erhältlich sind. Praktisch: Auch als Nichtkunde kannst du dich über den nachfolgenden Link über das ETF-Produktangebot von IBKR ins Bild setzen: ETF-Produktangebot nach Börse (auf roten Button «nach Produkten und Börsen suchen» klicken)

Das Produktangebot von Interactive Brokers ist auch mit Blick auf die Schweizer Börse beachtlich: Über 3’000 Wertpapiere, darunter 2’439 ETFs, stehen zur Verfügung (Stand: 3.1.2026).

Erfreulich ist nicht nur das umfassende ETF-Angebot, das sich über zahlreiche Börsenplätze weltweit erstreckt, sondern auch, dass IBKR mittlerweile vernünftige Filter- und Sortiermöglichkeiten sowie eine Direktsuche nach einzelnen Wertpapieren bietet.

Falls du dich dennoch schwertust, deinen Wunsch-ETF oder deine bevorzugte Aktie zu finden, teile uns doch einfach in einem Kommentar unten ISIN oder Ticker/Symbol und – falls relevant – den Börsenplatz mit. Als IBKR-Kunden verfügen wir über einen direkten Zugang und kommen womöglich schneller ans Ziel.

Verfügt man bereits über ein IBKR-Konto, steht für die ETF-Recherche zusätzlich der sogenannte Marktscanner zur Verfügung. Bei ETFs beschränken sich die Filter- und Sortiermöglichkeiten aktuell jedoch auf Produkte, die an der US-Börse Nasdaq gelistet sind.

Welche Kontotypen bietet IBKR an?

Bei IBKR stehen dir die folgenden drei Kontotypen zur Wahl:

Nachfolgend gehen wir kurz auf ihre wichtigsten Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale ein.

Kontotyp «Barmittel»

Für die meisten Schweizer Anleger:innen dürfte der Kontotyp «Barmittel» erste Wahl sein. Denn im Gegensatz zu den anderen beiden Kontotypen ist hier die Wertpapierleihe optional, und es gibt keine Mindestanlagesumme und auch keine Kreditvergabe. Wir werden uns deshalb in diesem Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen auf diesen Kontotyp konzentrieren.

Die Kontotypen «Margin» und «Portfolio Margin» – Voraussetzung für Lombardkredite

Diese beiden Kontotypen sprechen risikoorientierte und nervenstarke Investor:innen an, die ihre Anlagen mit Wertschriften- bzw. Lombardkrediten (teil-)finanzieren möchten.

Damit erreichen sie eine Hebelwirkung («Leverage-Effekt»). Das heisst, steigen die Kurse, winken satte Gewinne. Im gegenteiligen Fall kumulieren sich die Verluste.

Die Konditionen für Lombardkredite von Interactive Brokers zählen im Konkurrenzvergleich zu den attraktivsten am Markt.

CHFEURUSD
DEGIRO2,50%* – 4,00%4,75%* – 6,25%5,25%* – 6,90%
Interactive Brokers1,50%**3,451%**5,14%**
Saxo Bank2,00%***3,91%***6,80%***
Swissquote3,00%4,93%6,82%
Unterschiedliche Margin-Konditionen je nach Währung und Anbieter per Stichtag 12.1.2026. *Festvorschuss, d.h. Zinsen fallen auf den gesamten zugeteilten Betrag an, unabhängig davon wie viel tatsächlich verwendet wird. **bis 90’000 CHF/EUR resp. 100’000 USD, danach stufenweise günstiger. ***bei Kontomodell Classic, tiefere Zinsen bei den Kontomodellen Platinum und VIP.

Die stets aktuellen Zinsen für Lombardkredite findest du auf der Website von Interactive Brokers.

Für das Hebeln mit Wertschriften wie ETFs ist das Herunterladen der separaten IBKR-Software Trader Workstation (TWS) empfehlenswert. Dort lassen sich unter anderem Angaben zur Initial Margin und Maintenance Margin abrufen.

Beim «Betongold» – egal ob Eigenheim oder Anlageobjekt – sind Fremdfinanzierungen die Regel und gesellschaftlich breit akzeptiert. Bei Wertschriften beobachten wir medial hingegen eher eine skeptische bis ablehnende Haltung. Wie wir das einordnen, erfährst du im Artikel Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?

Einzel- und Gemeinschaftskonten für alle Kontotypen

Alle drei erwähnten Kontotypen stehen dir sowohl als Einzelkunde, als auch als Gemeinschaft, d.h. mit zwei Kontoinhabern, offen. Letzteres steht unter anderem als Variante «Joint Tenants with Rights of Survivorship (Gemeinschaftseigentümer mit gegenseitigem Erbanspruch in Bezug auf das Kontoeigentum)» zur Wahl und kann für die bessere finanzielle Absicherung im Todesfall eines Kontoinhabers eine interessante Option sein.

Auch ein Wechsel von einem Kontotyp zum anderen mit Übertrag von Barmitteln und Wertschriften ist gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen einfach und ohne Kostenfolge möglich.

Welche Gebühren fallen an?

Hohe Gebühren, wie sie insbesondere bei CH-Brokern leider immer noch allzu oft vorkommen, schmälern Jahr für Jahr deine Rendite. Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigen innovative ausländische Anbieter wie Interactive Brokers.

Basierend auf unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben wir folgende, für CH-Anleger:innen übliche Kostenblöcke für den IBKR Kontentyp «Barmittel» untersucht:

Depotgebühren

Im Gegensatz zu den meisten CH-Brokern fallen bei Interactive Brokers Schweiz keine Depotgebühren an, und zwar unabhängig davon, wie viele Transaktionen du tätigst und wie hoch deine Einlage ist. Positiv für dich: Das Einsparen dieser laufenden Kosten kommt letztlich deiner Rendite zugute.

Courtagen (Transaktionskosten)

Die transaktionsbedingten Courtagen bestehen im Wesentlichen aus den Provisionen zugunsten IBKR sowie allfälligen zusätzlichen externen Kosten wie Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren. IBKR bietet drei verschiedene Preismodelle für ETFs an:

Abgesehen von den Gratis-ETFs , bei denen keine Courtagen anfallen, kannst du bei jedem Trade zwischen den Preismodellen «Gestaffelt» und «Festpreis» frei wählen. Dies bietet dir einerseits Flexibilität, anderseits kann es auch eine gewisse Verunsicherung auslösen bezüglich der Wahl des für den jeweiligen Trade geeigneten Preismodells.

Wichtig: Erfahrungsgemäss und wie uns IBKR auf Anfrage bestätigt hat, tritt ein angepasstes Preismodell jeweils erst am Folgearbeitstag in Kraft. Das heisst, wenn du morgen einen Trade mit einem anderen Preismodell planst, solltest du schon heute das aktuell aktivierte bei den Einstellungen ändern.

Du siehst also, die transaktionsbedingten IBKR Gebühren sind etwas erklärungsbedürftig, weshalb wir in den nachfolgenden beiden Kapiteln die Preismodelle «Gestaffelt» und «Festpreis» genauer unter die Lupe nehmen. Dennoch so viel vorweg:

Der Hauptunterschied zwischen den Preismodellen «Gestaffelt» und «Festpreis» liegt darin, dass ersteres nur die Provisionen abdeckt, während letzteres die gesamten Courtagen, also Provisionen und externe Kosten, beinhaltet, was dir mehr Transparenz bezüglich der anfallenden Kosten bietet.

Preismodell «Gestaffelt»

Bei diesem Preismodell sinken prozentual die Gebühren bei zunehmendem Handelsvolumen – zumindest theoretisch. Denn die erste Rabattstufe für den Handel an einer Schweizer Börse wird erst ab einem monatlichen Handelswert von 50 Mio. EUR (!) erreicht, was für die meisten Privatanleger:innen (selbst aus der reichen Schweiz) nicht in Frage kommen dürfte. Deutlich stärker werden die Preise hingegen vom Handelsplatz und von der Handelswährung beeinflusst.

Konkret bedeutet dies für den Handel von ETFs und Aktien an der Schweizer Börse SIX, dass die relevante Provision 0,05% des Handelswerts beträgt – mindestens 1.50 CHF, 1.25 EUR oder 1.70 USD und maximal (Kostendach) 49 CHF, 29 EUR oder 39 USD.

Eine vollständige Übersicht zu den Gebühren an europäischen Börsen stellt Interactive Brokers zur Verfügung.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Preismodell «Gestaffelt» bei Handel von ETFs und Aktien über die Schweizer Börse SIX für die Handelswährungen EUR, CHF und USD. (Quelle: Interactive Brokers)

Sechs Preisbeispiele für den ETF-Handel über die Schweizer Börse SIX mit unterschiedlichen Handelswährungen:

Zu beachten ist, dass beim Preismodell «Gestaffelt» zusätzlich externe Kosten wie Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren anfallen können. Falls eine Börse Rabatte anbietet, werden diese von IBKR ganz oder teilweise an den Kunden weitergegeben. In diesem Kapitel findest du anhand von diversen realen Trades die gesamten Transaktionskosten bzw. Courtagen, also Provisionen einschliesslich der externen Kosten.

Dieses Preismodell eignet sich insbesondere für Anleger:innen, die ETFs und Aktien wertmässig im drei- und vierstelligen Bereich handeln möchten und sich vor einen gewisser Intransparenz bezüglich der externen Kosten nicht abschrecken lassen. Bei höheren Transaktionssummen bist du – bezogen auf Schweizer Börsen – mit dem Preismodell «Festpreis» meistens besser bedient, welches wir im nächsten Kapitel behandeln.

Preislich besonders attraktiv ist bei Interactive Brokers der Handel von ETFs und Aktien an US-Börsen. Abhängig von der Anzahl Aktien- oder ETF-Anteile beträgt die Mindestgebühr lediglich 0.35 USD pro Trade. Weiterführende Informationen findest du in der IBKR Übersicht zu US-Börsen.

Kaufst du beispielsweise 100 Aktien oder ETF-Anteile an einer US-Börse, dann beträgt die IBKR Provision beim Preismodell «Gestaffelt» lediglich 0.35 USD (100 x 0.0035 USD). (Quelle: Interactive Brokers)

Dieser Konkurrenzvergleich zeigt, wie gut IBKR bei Trades mit US-Aktien im Vergleich zu anderen Brokern abschneidet.

Weitere Informationen zum Preismodell «Gestaffelt» findest du bei Interactive Brokers.

Preismodell «Festpreis»

Das Preismodell «Festpreis» eignet sich grundsätzlich für Anleger:innen, welche es etwas einfacher und transparenter mögen. Denn bei diesen Gebühren sind neben der IBKR-Provision auch die externen Kosten wie die Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren inkludiert.

Zudem sollten die Trades mindestens im viertstelligen Bereich liegen, da ansonsten die Mindestgebühr bei diesem Preismodell zu stark ins Gewicht fällt.

Drei Preisbeispiele für den ETF-und Aktien-Handel über diverse europäische Börsen, u.a. in CH, D, F und UK, mit unterschiedlichen Handelswährungen:

Für grössere Beträge gilt pauschal eine Gebühr von 0,05%. Das heisst, bei einem Trade im Wert von 20’000 CHF/EUR/USD fallen 10 CHF Transaktionsgebühren an bzw. 0,05% vom Handelswert.

Im nachfolgenden Gebührenmodell findest du drei weitere Berechnungsbeispiele von IBKR.

Preismodell «Festpreis» für den Handel von ETFs und Aktien in unterschiedlichen Währungen und an diversen europäische Börsen mit drei Berechnungsbeispielen. (Quelle: Interactive Brokers)

Erkenntnis: Einen gleichbleibenden, fixen Gebührenbetrag – wie es das Preismodell «Festpreis» suggeriert – gibt es an den oben aufgeführten europäischen Börsen also nur bis zu einem limitierten Betrag, welcher zudem je nach Handelswährung variiert. Bei Beträgen über dieser Limite fallen pauschal 0,05% vom Handelswert an – ohne Kostendach.

Noch deutlich günstiger wird es auch bei diesem Preismodell, wenn du deine ETFs und Aktien über eine US-Börse handelst, wie nachfolgender Gebührenauszug eindrücklich zeigt.

Preismodell «Festpreis» für den Handel von ETFs und Aktien an US-Börsen mit drei Berechnungsbeispielen. Das Pricing für Aktien gilt grundsätzlich auch für ETFs. (Quelle: Interactive Brokers)

Weitere Informationen zum Preismodell «Festpreis» findest du auf der Website von Interactive Brokers.

ETFs ohne Transaktionsgebühren

Interactive Brokers bietet eine recht grosse Auswahl an Gratis-ETFs an. Die bei IBKR gelisteten Produkte dürften jedoch für viele Anleger:innen hierzulande kaum bekannt sein.

Da die Transaktionsgebühren bei IBKR ohnehin sehr tief sind bzw. kaum ins Gewicht fallen, empfehlen wir, bei der Produktwahl keine Kompromisse einzugehen. So solltest du dich nur dann für einen Gratis-ETF von IBKR entscheiden, wenn dich das Produkt vollends überzeugt.

Transaktionsgebühren bei realen Trades

Spannend ist natürlich, welche Gebühren bei realen Transaktionen anfallen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist bei IBKR, dass unmittelbar nach dem Trade – anders als beispielsweise bei Swissquote oder DEGIRO – kein automatisch generierter Transaktionsbeleg mit Kurs- und Gebührenangaben zugestellt wird («Push-Prinzip»).

Stattdessen kannst du bei IBKR diverse Kontoauszüge für einzelne Tage oder eine gewünschte Periode manuell aufbereiten («Pull-Prinzip»).

Zu beachten ist zudem, dass die verrechneten Gebühren gemäss unseren Erfahrungen jeweils erst am Folgetag auf dem Report ausgewiesen werden. Die folgenden Kontoauszüge von Interactive Brokers veranschaulichen die Gebührensituation an CH- und US-Börsen anhand unserer realen Trades – darunter drei ETFs sowie ein Verkauf von Tesla-Aktien mit anschliessendem Währungswechsel.

Transaktionsübersicht von IBKR mit Ausweis der Gesamtgebühren für unterschiedliche ETF-Trades. Es wurde mehrheitlich das Preismodell «Gestaffelt» gewählt. Einzig beim ersten Kauf der 9 ETF-Anteile «VWRL» schlugen Gebühren von 5.00 CHF gemäss Preismodell «Festpreis» zu Buche (nicht geeignet bei Beträgen in dieser Grössenordnung); die ETFs «ESREU» und «VWRL» wurden über die Schweizer Börse SIX gehandelt, «VNQI» über die US-Börse Nasdaq mit unschlagbaren Gebühren von nur je 0.35 USD, einmal mit Bruchteilen («Fractional Trading»).
Interactive Brokers mit super günstigen Gebühren bei US-Trades: Am 16.12.2024 kostete der Verkauf von 32 Tesla-Aktien (14’656 USD) nur 1.41 USD (1.27 CHF) an Provisionen. Der anschliessende Währungswechsel von 14’600 USD in CHF fiel mit der Mindestgebühr von 2 USD (1.79 CHF) ebenfalls minimal aus.

Währungswechselgebühren

Währungswechselgebühren fallen an, wenn du beispielsweise einen ETF mit Handelswährung Euro in CHF bezahlst. Die IBKR Gebühr für den Währungswechsel beträgt gemäss IBKR zwischen 0.08 bis 0.20 Basispunkte (BPS) bzw. 0,0008 bis 0,002 Prozent (!), was unseres Erachtens ein sehr fairer Deal ist. IBKR betont, dass darin keine versteckten Spreads oder Aufschläge enthalten sind. Zu beachten ist hingegen, dass IBKR eine Mindestwechselgebühr von 2 USD pro Transaktion verrechnet.

Basierend auf unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben wir dir drei Tipps zum Thema Währungswechsel zusammengestellt:

Tipp Nr. 1: Fremdwährungsbestände gezielt einsetzen

Wenn du bereits auf deinem Schweizer Bankkonto über Fremdwährungsbestände verfügst und gleichzeitig in Anlagen mit fremdländischer Handelswährung investieren möchtest, kannst du dir die Fremdwährungsgebühren von IBKR ganz einsparen. Denn bei IBKR ist es möglich, über 100 Fremdwährungskonten zu führen. Wir empfehlen dies uneingeschränkt beim Euro, da EUR-Transaktionen von deiner Schweizer Bank zu IBKR über den Europäischen Zahlungsraum SEPA gebührenfrei sind.

Tipp Nr. 2: IBKR als Währungswechselstube nutzen

Stefan hat bei IBKR mehrere solche Geldwechsel getätigt, u.a. am 6.12.2022 1’500 CHF (1’515 EUR) und am 29.11.2023 4’100 CHF (4’249.80 EUR). Die EUR-Beträge hat er jeweils via SEPA-Überweisung gratis auf das EUR-Konto seiner CH-Hausbank überwiesen. Zwei Erkenntnisse daraus:

Tipp Nr. 3: ETFs mit Fremdwährung gezielt nutzen

Durch die tiefen Fremdwährungsgebühren von IBKR fallen die Kosten für den Währungswechsel beim Trading kaum ins Gewicht, z.B. wenn du CHF in USD wechselst, um einen ETF in Handelswährung USD zu kaufen.

Aber Achtung: Definitiv nicht empfehlen können wir USD-Transaktionen von der CH-Hausbank zu IBKR. Denn gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen fallen – bis das Geld bei IBKR eintrifft –happige Gebühren an, welche nicht durch IBKR erhoben werden und deren Zusammensetzung intransparent ist (vgl. unsere Testüberweisung in diesem Kapitel).

Stempelsteuer (Transaktionssteuer)

Positiv für deine Rendite: Bei Transaktionen über Interactive Brokers fallen keine Stempelsteuern an.

Bei Schweizer Brokern und Banken werden hingegen bei jeder Transaktion Stempelsteuern durch den Bund erhoben. Diese betragen für inländische Wertschriften 0,075% (inländische ISIN) und für ausländische 0,15% (ausländische ISIN). Bei einem Trade im Wert von 20’000 CHF sparst du also bei IBKR 15 bzw. 30 CHF Stempelsteuern.

Mehr zur Besteuerung von ETFs erfährst du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Sonstige Gebühren

Eine detaillierte und laufend aktualisierte Übersicht zu den sonstigen Gebühren von Interactive Brokers kannst du dir online abrufen.

Aber bitte nicht erschrecken: Es erwartet dich einen ziemlichen Gebührendschungel, durch den auch wir uns – teilweise mit Unterstützung des IBKR-Supports – durchkämpfen mussten.

Unsere Erkenntnis zu den «Sonstigen Gebühren»: Die meisten dort aufgeführten Positionen werden für dich nicht relevant sein. Oder mit anderen Worten: Die Gebühren bei IBKR sind für CH-Anleger:innen äusserst attraktiv und beschränken sich im Wesentlichen auf die oben beschriebenen Kostenblöcke.

Schliesslich gibt es noch Produktkosten für den ETF, die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Diese wird jedoch vom ETF-Anbieter erhoben, ist produktspezifisch und somit unabhängig von der Brokerwahl. Deshalb haben wir die TER im vorliegenden Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen nicht berücksichtigt.

Was taugen die IBKR Handelsplattformen?

Wie wir bereits dargelegt haben, bietet Interactive Brokers mehrere Kontotypen und mehrere Preismodelle an. Doch damit nicht genug: Auch bei den Handelsplattformen hast du die Qual der Wahl. Insgesamt stehen dir sieben unterschiedliche Lösungen zur Verfügung – vom einfachen Web-Zugang bis zur professionellen Trading-Software.

Die nachfolgende Übersicht zeigt, welche Anlageprodukte auf welcher Lösung handelbar sind.

Die Qual der geeigneten Plattformwahl: Nicht weniger als sieben Varianten bietet Interactive Brokers seinen Privatanleger:innen an. Die Tabelle zeigt, welche Anlageprodukte auf welcher IBKR Plattform handelbar sind. (Quelle: Interactive Brokers)

PortfolioAnalyst – kostenloses Analyse-Tool (keine Handelsplattform)

PortfolioAnalyst ist bewusst keine Handelsplattform und wird daher in der obigen Übersicht nicht aufgeführt. Statt Trades auszuführen, dient das Tool der umfassenden Portfolio-Analyse – und ist frei zugänglich, auch für Nicht-Kunden.

IBKR PortfolioAnalyst
PortfolioAnalyst ist ein separates, kostenloses Analyse-Tool und keine Handelsplattform. Es ist auch für Nicht-Kunden frei zugänglich. (Quelle: Interactive Brokers)

Besonders hilfreich ist PortfolioAnalyst für:

Damit ergänzt PortfolioAnalyst die IBKR-Plattformen ideal, ohne in Konkurrenz zu ihnen zu stehen.

Weitere Informationen zu PortfolioAnalyst findest du auf der Website von Interactive Brokers.

TWS und IBKR Desktop für aktive Trader

Mit dem Flagship Trader Workstation (TWS) richtet sich Interactive Brokers an aktive Trader. Über diese Plattform können nicht nur Aktien, Optionen, Futures, Währungen, Anleihen und Fonds an mehr als 150 Märkten weltweit gehandelt werden, sondern auch entsprechende technische Analysen erstellt werden.

Mit IBKR Desktop steht mittlerweile eine abgespeckte, ebenfalls app-basierte Version der Trader Workstation (TWS) zur Verfügung.

Weitergehende Informationen zu den beiden Trader-Plattformen TWS und IBKR Desktop findest du auf der Website von Interactive Brokers. 

Die neuste Plattform «IBKR Desktop» ist App-basiert, eignet sich für den grossen Bildschirm und soll gemäss IBKR mit seinem komplett neuen UI-Framework das Beste aus bewährten und neuen Technologien vereinen. (Quelle: Interactive Brokers)

Buy and Hold-Anleger:innen, welche mehrheitlich in passive und breit diversifizierte ETFs investieren, interessiert das spekulative Day-Trading natürlich nicht.

Wir wollen deshalb unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen auf die folgenden drei bewährten Standard-Plattformen beschränken:

Das Client Portal

Das Client Portal ist die zentrale Plattform, worüber du folgende Schlüsselaktivitäten ausführen kannst:

Im Gegensatz zu anderen IBKR Plattformen ist das Client Portal webbasiert, es ist also kein Download notwendig. Übrigens können per Klick die Texte auf dem Portal in unterschiedlichen Sprachen, u.a. deutsch, angezeigt werden. Das Client Portal richtet sich gemäss IBKR an Anfänger, Fortgeschrittene und Provis gleichermassen. Damit ist sie bezüglich das Zielpublikums die am breitesten aufgestellte IBKR Plattform.

Nützlich: Bei der Erstanmeldung und in den darauffolgenden Tagen wird auf der Startseite ein Einstiegsleitfaden eingeblendet, welcher Schritt für Schritt die wichtigsten Funktionen und Einstellungen von IBKR erläutert.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Startseite mit nützlichem Einstiegsleitfaden für Schlüsselfunktionen und -einstellungen auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

Nach einigen Tagen verschwindet der Einstiegsleitfaden wieder und Informationen über das eigene Portfolio rücken in den Fokus.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Startseite mit Wertentwicklung des eigenen Portfolios auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

Mit einem Klick auf «Performance» wechselst du von der Liquiditäts- (vgl. Abbildung oben) zur Performancekurve (vgl. Abbildung unten).

Dabei sind die Gewinn- (grün) und Verlustphasen (rot) während der Abrufperiode anschaulich markiert.

Ebenso hilfreich finden wir, dass die Performance des eigenen Portfolios einem Benchmark gegenübergestellt werden kann. Wir haben den marktbreiten «Vanguard Total World Stock Index» gewählt, dessen Wertentwicklung mittels blauer Kurve abgebildet ist.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Startseite mit Performanceentwicklung des Portfolios und Benchmark auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

Doch dies ist nur ein Vorgeschmack. Die Auswertungsmöglichkeiten, die das Client Portal von IBKR bietet, gehen noch viel weiter.

Wie gut diversifiziert ist dein Portfolio?

So kannst du dir unter der Rubrik «Performance & Reports» beispielsweise die Konzentration deines Portfolios auswerten lassen. Dabei wird dein ETF-Portfolio in alle Einzelaktien «zerlegt», jeweils mit Angabe des absoluten Wertes sowie der prozentualen Gewichtung. Jede Einzelposition lässt sich zudem aufklappen, womit eine Verbindung zu den entsprechenden ETFs hergestellt wird (vgl. die letzten beiden Zeilen in Abbildung unten).

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Auf dem Client Portal von Interactive Brokers sind Diversifikationscheck sogar auf Ebene Einzelaktien im Portfolio möglich.

Scrollt man weiter nach unten, wird das Portfolio klassisch nach Assetklasse, Sektor, Region, Land und Finanzinstrument aufgeschlüsselt.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Die Verteilung der Assetklassen auf einem Blick.

Wie grün ist dein Portfolio?

Wie wir in unserem Beitrag Grüne Aktien: 40 ETFs im Vergleich aufgezeigt haben, gibt es mittlerweile zahlreiche attraktive ETFs, die sich an die stark wachsende Gruppe der nachhaltig orientierten Anleger:innen richten.

Interactive Brokers ermöglicht es dieser Investorengruppe mittels dem Feature «ESG», ihr Portfolio mit einem Klick nach den ESG-Schwerpunkten «Umwelt», «Soziales» und «Unternehmensführung» zu analysieren, und zwar mittels nicht weniger als zehn Kriterien.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
ESG-Auswertungen des eigenen Portfolios sind auf dem IBKR Client Portal mit einem Klick möglich.

Wem die Standardauswertungen im Client Portal nicht ausreichen, bietet das separate Analyse-Tool PortfolioAnalyst zusätzliche Möglichkeiten.

Weitere Informationen zum kostenlosen PortfolioAnalyst findest du auf der Website von Interactive Brokers. 

Apps fürs Smartphone: IBKR Mobile und IBKR GlobalTrader

Als sinnvolle Ergänzung zum Client Portal bietet Interactive Brokers mit IBKR Mobile oder IBKR GlobalTrader gleich zwei App-basierte Plattformen für die Hosentasche an (Apple und Android).

Während IBKR Mobile über zahlreiche Funktionen und die gesamte IBKR Produktepalette verfügt, konzentriert sich die neuere IBKR GlobalTrader App auf die wichtigsten Funktionen (weltweites Trading einschliesslich das Handeln von Aktien- und ETF-Bruchteilen, sog. Fractional Trading) sowie die drei Produktegruppen Aktien, Investmentfonds und Optionen.

Gleich zwei Apps fürs Smartphone stehen zur Wahl: IBKR Mobile (links) mit umfassenden Informationen und erweiterten Funktionen sowie IBKR GlobalTrader (rechts), übersichtlich gestaltet und mit Fokus auf das Wesentliche. (Eigene Screenshots)

Weitere Informationen zu den beiden praktischen Handy-Apps IBKR Mobile (umfassend) und IBKR GlobalTrader (übersichtlich) findest du auf der Interactive Brokers Website. 

Gratis-Demoversion für Unentschlossene

IBKR bietet unterschiedliche Demoversionen an, welche kostenlos und unverbindlich getestet werden können, u.a. für die zuvor vorgestellten Plattformen Client Portal, IBKR Mobile und IBKR GlobalTrader. Die Demoversion wird im Tool auch «Paper» (beim Login) oder «Paper-Trading-Konto» (in den Einstellungen) genannt.

Unsere Anwendungsfälle für den Interactive Brokers Review

Um möglichst realistische Aussagen zu machen, haben wir eigene Konten bei IBKR eröffnet, eigenes Geld investiert und folgende Anwendungsfälle durchgespielt.

Dabei beschreiben wir jeweils zuerst, wie es funktioniert. Danach beurteilen wir den Anwendungsfall.

Wie läuft der Kontoeröffnungsprozess ab?

Die kostenlose Kontoeröffnung erfolgt ohne Papierkram online, ist durchgehend auf Deutsch möglich und dauert ungefähr 20 Minuten.

Zuerst entscheidest du dich für einen Benutzernamen und ein Passwort.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Anmeldemaske bei IBKR mit E-Mail-Adresse, Benutzername und Passwort.

Interactive Brokers benötigt von jedem neuen Kontoinhaber und jeder neuen Kundin die folgenden Angaben:

Dies gilt für Einzelkunden. Falls du dich für ein Gemeinschaftskonto entscheidest, sind zusätzlich einige Basisinformationen über die berechtige Zweitperson notwendig.

Bei den Freitextfeldern dürfen übrigens keine Umlaute verwendet werden (also: «Zuerich» statt «Zürich»).

Damit du effizient das Anmeldeprozedere meisterst, solltest du Reisepass oder Führerausweis bereithalten (ID wird nicht akzeptiert).

Ausserdem solltest du dir bereits vorgängig einige Gedanken über deine Vermögensquellen machen. Denn IBKR erwartet von ihren Kunden eine Aussage über die Herkunft der bestehenden Vermögenswerte.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
IBKR möchte wissen, woher dein bestehendes Kundenvermögen stammt.

Die Hauptquelle des bestehenden Vermögens dürfte für die meisten Schweizer Anleger und Investorinnen «Einkommen aus Erwerbstätigkeit» sein.

Andere Quellen wie Erbschaften oder Dividenden können bei Bedarf ausgewählt und mit entsprechenden Prozentsätzen versehen werden. Erst wenn die Vermögensquellen kumuliert genau 100 Prozent ergeben, kannst du den Anmeldeprozess fortsetzen.

Es liegt auf der Hand, dass es bei den Vermögensquellen nur um eine grobe Schätzung gehen kann. Lass’ dich also von dieser vermeintlichen Knacknuss nicht abschrecken!

Nach der kostenlosen Kontoeröffnung erfolgen die künftigen Logins mittels der sogenannten Zwei-Faktor-Authentisierung, womit erhöhte Sicherheitsstandards erfüllt werden.

Praktisch: Bei jedem Login kannst du zwischen den Varianten «Live» (Standard) und «Paper» (Demo) auswählen. Ersteres bildet dein reales Portfolio ab und ist für «scharfe» Transaktionen gedacht. Letzteres eignet sich, wenn du Transaktionen in einem Musterportfolio nur simulieren möchtest.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Login mit den Varianten «Live» und «Paper» (Demo).

Wie überweise ich Geld?

Geld kann bequem über deine Schweizer Hausbank überwiesen werden, und zwar in unterschiedlichen Währungen.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Ob CHF, EUR, USD oder andere Währungen: Separate Konten für zahlreiche Währungen sind bei IBKR problemlos möglich.

Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen kommen dank SEPA bei Überweisungen in den Währungen CHF und EUR jeweils 100% bzw. gebührenfrei auf dem jeweiligen Währungskonto von IBKR an.

Nicht empfehlen können wir hingegen USD-Überweisungen. Bei unserer Testüberweisung kamen nämlich von ursprünglich 200 USD gerade mal 186 USD an. Doch damit nicht genug: Je nach CH-Bank fallen bei solchen Überweisungen zusätzlich noch Pauschalgebühren deiner Hausbank an. Im Falle von PostFinance werden beispielsweise 2 CHF verrechnet.

Zu beachten ist, dass bevor du eine Überweisung via Hausbank veranlasst, du IBKR bezüglich des Betrags und der Währung benachrichtigst.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Benachrichtigung IBKR über künftige Überweisungen.

Wenn du also beispielsweise in einen ETF mit Handelswährung USD investieren möchtest, fährst du deutlich günstiger, wenn du deine CHF oder EUR direkt via IBKR wechseln lässt (vgl. Kapitel Währungswechselgebühren).

Falls du Barmittel von IBKR wieder auf deine Hausbank zurücküberweisen möchtest, dann ist gemäss unseren Erfahrungen jeweils eine Transaktion pro Monat gratis, jede zusätzliche schlägt mit 11 CHF zu Buche.

Was ist beim Depotübertrag zu beachten

Beim Depotübertrag unterscheidet man zwischen externen Transfers (Brokerwechsel) und internen Überträgen innerhalb desselben Anbieters.

Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben sich Wertschriftenüberträge zu Interactive Brokers in den letzten Jahren spürbar verbessert: Während ein externer Übertrag im Jahr 2022 noch zeitaufwendig war, wurden spätere Transfers von PostFinance – darunter Tesla-Aktien sowie zuletzt über den Jahreswechsel 2025/26 ein ETF – jeweils innert weniger Tage reibungslos abgewickelt.

IBKR selbst erhebt für Depotüberträge keine Gebühren. Zu beachten sind hingegen die teils happigen Kosten der abgebenden Broker, bei PostFinance beispielsweise 100 CHF pro Position.

Unsere Einschätzung: Trotz dieser Gebühren kann ein Depotübertrag sinnvoll sein – lieber einmalige Kosten in Kauf nehmen, als sich dauerhaft über einen zu teuren Broker zu ärgern. Wenn du noch unschlüssig bist, kannst du zunächst mit frischem Kapital bei IBKR starten und einen Übertrag später prüfen.

Änderung auf Gemeinschaftskonto erfordert Depotübertrag

Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen erfordert eine Änderung des Kundentyps ebenfalls einen Depotübertrag, und zwar einen internen. Das heisst, eine simple Mutation bei den Einstellungen des bestehenden Kontos ist nicht möglich. So haben sowohl Stefan als auch Toni je ein neues Gemeinschaftskonto (Kundentyp «Gemeinschaft») eröffnet und danach Barmittel und Wertpapiere in zwei separaten Schritten IBKR intern von ihrem bisherigen Einzelkonto (Kundentyp «Einzelkunde») zu den neuen Gemeinschaftskonten transferiert.

Dieser interne Übertrag erforderte nur einige Klicks, war in wenigen Minuten (Stefan mit Kontotyp «Barmittel») bzw. einigen Tagen (bei Toni mit Kontotyp «Margin» ) vollzogen und ist kostenlos. Das bisherige Einzelkonto bleibt bestehen bzw. kann bei Bedarf separat gelöscht werden.

Wie funktioniert der ETF-Kauf?

Über die Schaltfläche «Handel» können ETFs in wenigen Sekunden gekauft werden. Das Angebot ist riesig, wie wir bereits in diesem Kapitel erläutert haben.

Nachdem das entsprechende IBKR Konto mit ausreichend Barmittel «gefüttert» worden ist, geht es nun darum, den von dir bevorzugten ETF auszuwählen.

Die Erstselektion erfolgt über das Freitextfeld. Am einfachsten gestaltet sich die Suche gemäss unserer Erfahrung mittels Eingabe des Tickers, welcher den ETF oder die Aktie in der Regel mit vier Buchstaben identifiziert. Oft werden mehrere Treffer angezeigt.

Nun gilt es, die Suchergebnisse weiter einzugrenzen, indem der gewünschte Börsenplatz sowie die bevorzugte Handelswährung ausgewählt werden.

Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
Kaufbestätigung (rechts) für den an der CH-Börse SIX (EBS) in Handelswährung CHF (und Fondswährung USD) gehandelte ETF «Vanguard All-World UCITS» mit Ticker «VWRL» auf dem IBKR Client Portal.

Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen poppt «ami-typisch» bis zum endgültigen Kauf das eine oder andere Warnfenster auf. Wir haben uns davon nicht verunsichern lassen und die Risikohinweise jeweils grosszügig weggeklickt.

Fractional Trading und wiederkehrende Investments (Sparplan) möglich!

Mit Bruchteilen von ETFs und Aktien zu handeln, ist eine Spezialität von Interactive Brokers. Dies dürfte besonders für Anleger:innen attraktiv sein, welche nur über ein kleines Budget verfügen und/oder mittels eines Sparplans monatlich einen fixen Betrag investieren möchten.

Dieses Angebot gilt für über 22’000 Aktien und ETFs (Stand: 3.1.2026), die an nordamerikanischen und europäischen Börsen gehandelt werden (vgl. unser Kauf von 3.5 ETF-Anteilen des Vanguard-ETF «VNQI» in Kontoauszug oben).

Wichtig: Damit du vom Fractional Trading profitieren kannst, musst du zuerst bei den Einstellungen unter «Handelsberechtigungen», «Aktien ändern/hinzufügen», «Weltweit – global (Bruchteilhandel)» diese Funktion aktivieren.

Die Aktivierung dieser Funktion ermöglicht es dir zudem, einen automatischen Sparplan einzurichten. Du kannst also für alle bruchteilfähigen Produkte einen fixen Betrag und ein Intervall definieren, um deine Investments in den Autopilot-Modus zu setzen.

Wie kompetent und effizient ist der Helpdesk?

Interactive Brokers bietet einen deutschsprachigen Kundendienst und unterhält zudem eine Schweizer Niederlassung im Kanton Zug. Der Support erfolgt über ein strukturiertes Ticketsystem, das einen guten Überblick über offene und erledigte Anfragen ermöglicht.

Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen ist die Qualität des Supports insgesamt uneinheitlich. Während der englischsprachige Support häufig schneller reagiert und fachlich überzeugender ausfällt, sind die Rückmeldungen des deutschsprachigen Supports teilweise verzögert oder inhaltlich wenig hilfreich. 

Lerncenter / IBKR Campus

Für allgemeine, nicht kontospezifische Fragen bietet der IBKR Campus eine breite Auswahl an Informations- und Lerninhalten rund um Finanzthemen. Das kostenlose Angebot umfasst unter anderem Erklärvideos, Webinare zu aktuellen Themen sowie Podcasts.

Die umfassenden Lerninhalte sind frei zugänglich und für bestehende Kund:innen auch direkt über das Client Portal abrufbar. Der Schwerpunkt liegt auf englischsprachigen Beiträge, ergänzt durch ausgewählte Inhalte auf Deutsch und Französisch; mithilfe der Sprachfilter lassen sich diese gezielt anzeigen.

Welche Interactive Brokers Alternativen gibt es?

Als europäische Alternativen zum US-Anbieter Interactive Brokers können wir den niederländischen Online-Broker DEGIRO, die Schweizer Marktführerin Swissquote sowie – nach dem jüngsten Gebührenstreichkonzert – die ebenfalls in der Schweiz regulierte Saxo Bank empfehlen. Die wichtigsten Eigenschaften (inkl. Startbonus) dieser Broker haben wir auf unserer Empfehlungsseite zusammengefasst. Zusätzlich haben wir dir die Wahl des passenden Online-Brokers in diesem Artikel vereinfacht: Bester Broker Schweiz: 6 entscheidende Faktoren, die du kennen musst.

Fazit aus unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen

Ähnlich wie DEGIRO punktet auch dieser ausländische Broker mit sehr tiefen Kosten (insbesondere beim Wertschriftenhandel an US-Börsen!), keinen Depotgebühren und keinen Stempelsteuern. Damit dürfte IBKR grundsätzlich für alle renditeorientierten, kostenbewussten Schweizer Anleger:innen in die engere Wahl kommen.

Doch im Gegensatz zu DEGIRO mutet Interactive Brokers zumindest zu Beginn ziemlich komplex an: Gleich mehrere Kontotypen, Preismodelle und Plattformen stehen einem vor die Qual der (vermeintlich) richtigen Wahl. Das heisst, wer etwas geduldig ist und sich unbeirrt durch diesen Erfahrungsbericht gekämpft hat, wird sich vom wohl vielschichtigsten Broker auf diesem Planeten nicht verunsichern lassen, ja ihn mittelfristig vielleicht sogar deswegen speziell wertschätzen.

Die sicherheitsbewusste Investorin dürfte die erfolgreiche, krisenfeste Firmengeschichte von rund 50 Jahren, die grosszügige Einlagensicherung sowie der (optionale) Verzicht auf das Verleihen der eigenen Wertpapiere überzeugen.

Weitere Pluspunkte sind für uns die nützlichen Instrumente für die Portfolio-Analyse, die extrem tiefen Währungswechselgebühren sowie die vergleichsweise äusserst attraktiven Zinsen des risikobehafteten Wertschriftenkreditgeschäfts.

Ebenfalls positiv werten wir bei IBKR die vielen praktischen Erleichterungen wie beispielsweise die Möglichkeit, Bruchteile von ETFs und Aktien zu erwerben oder einen automatisierten Sparplan einzurichten.

Schliesslich punktet IBKR mit dem Angebot, sich unverbindlich mit einer Demo-Version vertraut zu machen und sich bei Fragen aller Art auch in deutscher Sprache an den Kundensupport zu wenden.

Negativ zu Buche schlägt hingegen, dass teils mit langen Antwortzeiten von einer Woche und mehr gerechnet werden muss.

Ausserdem hat uns anfänglich das fehlende Reporting nach getätigten Trades etwas irritiert. Diese Reports werden nämlich nicht automatisch generiert und zugestellt, wie wir es uns von anderen Brokern gewohnt sind. Stattdessen kann der entsprechende Transaktionsbeleg inkl. Gebührenangaben erst am Folgetag abgerufen werden. Mittlerweile haben wir uns damit jedoch recht gut abgefunden.

Schlussfazit

Im Titel dieses Artikels haben wir die Frage aufgeworfen, ob IBKR der beste Broker für Schweizer Anleger:innen sei. Nach unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen beurteilen wir IBKR als einen äusserst attraktiven Broker. Erste Wahl dürfte der mehrfach preisgekrönte US-Anbieter insbesondere für dich sein, wenn du besonderen Wert auf tiefe Kosten (einschliesslich Währungswechselgebühren und Lombardkreditzinsen), hohe Sicherheitsstandards, ein grosses ETF-Produktangebot und/oder vielfältige Analysemöglichkeiten deines Portfolios legst – und dich last but not least von der Vielschichtigkeit von Interactive Brokers nicht verunsichern lässt.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-01-13: Umfassend aktualisiert und neu strukturiert. Neues Kapitel zum Tool PortfolioAnalyst eingefügt.

2025-10-31: Als IBKR-Alternative zusätzlich die Saxo Bank hinzugefügt.

2025-03-28: Zusätzlicher realer Transaktionsbeleg eingefügt zur Veranschaulichung der Gebührensituation bei US-Trades.

2025-01-12: Neue Abbildung über das Produktangebot von IBKR an der Schweizer Börse eingefügt. Auf verbesserte Filter- und Sortiermöglichkeiten bei der Produkt- und Börsensuche hingewiesen. Pricing eingefügt für Überweisungen von Bargeld zurück an die Hausbank (u.a. gratis bei monatlichen Transfers). Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen.

2024-07-09: IBKR Campus mit umfassenden, auch deutschsprachigem Infomaterial erwähnt.

2024-05-27: In Ergänzung zum Einzelkonto das Gemeinschaftskonto als Option erläutert, einschliesslich des Ablaufs eines internen Depotübertrags vom Einzel- auf ein Gemeinschaftskonto. 

2024-05-18: Übersicht über alle sieben Plattformen eingefügt und neue Plattform «IBKR Desktop» vorgestellt. Stefans Übertrag seiner Tesla-Aktien zu IBKR erwähnt. 

2024-05-13: Erläuterungen der Preismodelle vertieft und um die Gebühren an US-Börsen ergänzt.  

2024-01-29: Anhand eines konkreten Beispiels Hinweis eingefügt, dass auch der englischsprachige Support teilweise überlastet ist bzw. eine Antwort zu lange auf sich warten lässt. 

2023-11-29: Wechselkursgebühren: Wechselkursvergleich CHF/EUR über eine Summe von 4’100 CHF mit Wise eingefügt. Tipp Nr. 3 eingefügt. 

2023-10-27: Regelung über die Einlagensicherung nach Video-Call mit IBKR-Supportteam Schweiz angepasst. 

2023-09-04: Angebot von Fractional Trading präzisiert. Hinweis, dass wiederkehrende Investitionen im Autopilot-Modus neu möglich sind.  

2023-06-12: Anpassungen bei gestaffelter Tarifstruktur vorgenommen. 

2023-05-19: Hinweis, dass ETFs bezüglich der Einlagensicherung als Sondervermögen betrachtet werden, gelöscht, da dies gemäss Support bei Interaktive Brokers UK nicht der Fall ist. Hinweis eingefügt, dass Wartezeiten beim deutschsprachigen Support teilweise mehrere Wochen dauern können. 

2023-03-31: Änderungen bei der Einlagensicherung: Neue Organisation und Limite eingefügt. 

2023-02-03: Hinweis eingefügt, dass beim Wechsel des Preismodells das neue Preismodell nicht sofort, sondern erst am Folgearbeitstag in Kraft tritt.

2023-01-13: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt. Vertragspartner UK und Gerichtsstand London ergänzt. Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen. 

2022-12-16: Hinweis und reales Beispiel eingefügt, dass IBKR auch als „Wechselstube“ geeignet ist.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Interactive Schweiz Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Du hast deine Vermögensaufteilung festgelegt und weisst, welchen ETF du willst – und jetzt? Jetzt kommt der einfachste Teil: der eigentliche Kauf. Wie du online in weniger als einer Minute einen ETF erwirbst und worauf du dabei achten musst, erfährst du in dieser achten und letzten Lektion unseres Finanzleitfadens.

< Lektion 7 | Überblick >

Stefan & Toni | 104 Kommentare
aktualisiert am 7.5.2026

Kurz & bündig

Contents

Trading-Depot: Die Voraussetzung für den ETF-Kauf

Einen ETF kaufen kannst du nur über ein Depot bei einem Online-Broker oder einer klassischen Bank. Als konkretes Beispiel begleitet uns durch diesen Artikel der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF – gehandelt in CHF an der Schweizer Börse SIX. Er bildet den FTSE All-World Index ab und deckt rund 4’000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern weltweit ab. Es gibt ihn in zwei Varianten: thesaurierend (Ticker: VWRA, Erträge werden reinvestiert) und ausschüttend (Ticker: VWRL, Erträge werden ausbezahlt). Er ist die Ein-ETF-Lösung, die wir in Lektion 7 als einfachsten Einstieg empfohlen haben. Eine systematische ETF-Selektion – mit Vergleich der besten Alternativen – findest du in unserem Testbericht Beste ETFs Schweiz und global.

Zurück zum Depot: Online-Broker sind gegenüber klassischen Banken aus Kostengründen klar im Vorteil. Worauf du bei der Wahl achten solltest, erklären wir in unserem Artikel Bester Broker Schweiz. Nachfolgend erläutern wir die drei entscheidenden Kriterien: Kosten, Leistungen und Marktstellung.

Die Kosten

Unabhängig vom Anbieter solltest du beim ETF kaufen diese drei Kostenblöcke genau kennen:

Die Leistungen

Wenn du selbstbestimmt anlegen willst, prüfe deinen (künftigen) Broker auf die folgenden vier Leistungen:

Anlageberatung oder aktiv verwaltete Lösungen? Teuer und nicht mehr nötig, jetzt, wo du ja bestens informiert bist.

Die Marktstellung

Wähle einen etablierten Broker, keine Eintagsfliege mit Lockvogel-Angeboten. Zwar gelten ETFs in der Schweiz als Sondervermögen und sind bei einer Pleite rechtlich geschützt – die Rückabwicklung ist aber mühsam und kostet Nerven. Wer ohnehin langfristig investiert, will sich solchen Ärger sparen.

ETF kaufen

Depot eröffnet, Geld überwiesen, Plattform kennengelernt? Dann geht’s ans Eingemachte. Da ETFs wie Aktien an der Börse gehandelt werden, solltest du sie während der normalen Börsenöffnungszeiten ordern. An der Schweizer Börse SIX ist das werktags von 9.00 bis 17.30 Uhr möglich. 

Welcher Handelsplatz darf’s sein?

Viele in der Schweiz handelbare ETFs sind an mehreren Börsen verfügbar – beispielsweise an der Schweizer SIX, an der deutschen XETRA und an der London Stock Exchange (LSE). Drei Kriterien helfen bei der Wahl:

ETF kaufen: Was in die Kaufmaske gehört

Damit ist der Handelsplatz festgelegt – bleiben fünf Angaben für die eigentliche Order.

Nützliche Praxis-Tipps für den ETF-Kauf

Drei Stolpersteine, die Anfängern oft Kopfzerbrechen bereiten – und schnell entschärft sind:

ETF kaufen: So sieht’s in der Praxis aus

Zur Veranschaulichung zeigen wir dir nachfolgend Auszüge aus dem Kaufprozess am Beispiel des Online-Brokers Saxo. Das grundlegende Vorgehen ist bei allen gängigen Brokern vergleichbar.

ETF kaufen bei Saxo
Schritt 1 – Suche bei Saxo: Nach Eingabe des Tickers «VWRA» erscheinen zwei Treffer. Es handelt sich um denselben ETF an unterschiedlichen Börsen (LSE in London, SIX in Zürich). Wir wählen die Schweizer SIX. (Quelle: Saxo Investor Handelsplattform)
ETF kaufen bei Saxo
Schritt 2 – Detailansicht bei Saxo: Der Vanguard FTSE All-World handelt aktuell zu Brief 145.28 CHF. Der Spread (Differenz zwischen Geld 145.22 und Brief 145.28) beträgt nur 0.06 CHF – das sind 0,04% und entspricht typischer Liquidität an der SIX. Beachte den Hinweis «15 Minuten verspätet» rechts oben: Realtime-Kurse müssen separat abonniert werden, teils kostenpflichtig. (Quelle: Saxo Investor Handelsplattform)
ETF kaufen bei Saxo
Schritt 3 – Die Kaufmaske bei Saxo (links) mit 70 Anteilen VWRA, Limit 145.26 CHF, Tagesauftrag. Geld 145.12 / Brief 145.18 zeigt nochmals den engen Spread; das Limit liegt leicht über dem aktuellen Briefkurs, damit die Order durchgeht. Rechts die Handelsbedingungen mit allen Konditionen auf einen Blick: Courtage 0,08% (mind. 3.00 CHF), Stempelsteuer 0,15% bei ausländischen Wertpapieren, ETF-Verwaltungskosten 0,19% pro Jahr. «Drittanbieter-Zahlungskosten 0» bedeutet: keine versteckten Kickbacks vom ETF-Anbieter. (Quelle: Saxo Investor Handelsplattform)

Bei liquiden Märkten wird der ETF in wenigen Sekunden gekauft und in deinem Depot angezeigt. Dort soll er dann auch möglichst lange bleiben. Oder wie es der schillernde und weltberühmte Investor André Kostolany einst ausgedrückt hat: 

«Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.»

André Kostolany, Investorenlegende

Sparplan: Die clevere Alternative

Den ganzen Prozess oben kannst du dir auch sparen – mit einem Sparplan. Statt jede Tranche manuell zu ordern, richtest du einmal einen Auftrag ein: monatlich, vierteljährlich, wie du willst. Den Rest erledigt der Broker.

Drei Gründe, warum das oft die bessere Lösung ist:

Welche Schweizer Anbieter Sparpläne bieten und wie sie sich bei Konditionen und ETF-Auswahl unterscheiden, haben wir in unserem Sparplan-Vergleich systematisch verglichen.

– Partnerangebote –

Noch auf der Suche nach der passenden Finanzlösung? Unsere Empfehlungen – mit attraktiven Startboni.

Empfehlungen DE

– – – – –

Fazit

Der Kauf selbst ist der einfachste Teil – hast du Handelsplatz, Ticker, Spread, Limit, Anzahl und Gültigkeit im Griff, bist du in unter einer Minute durch. Die Arbeit liegt davor: in der sorgfältigen Wahl von Depot und ETF. Noch entspannter geht’s mit einem Sparplan – einmal eingerichtet, läuft der Vermögensaufbau automatisch.

Damit schliesst sich der Bogen unseres Finanzleitfadens. In acht Lektionen hast du von Rendite und Risiko über Diversifikation, Vermögensaufteilung und Rebalancing bis zum ETF-Kauf alles erarbeitet, was du brauchst. Die Theorie ist abgeschlossen. Jetzt kommt der schöne Teil – loslegen.

Einen Gesamtüberblick über alle Lektionen findest du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-05-07: Artikel vollständig überarbeitet und aktualisiert.

2026-01-12: Punktuell angepasst und neu strukturiert.

2025-01-15: Sparplanfähigkeit der Anbieter als Leistungskriterium aufgenommen.

2024-10-10: Zusätzlicher Hinweis auf einen neuen Artikel bezüglich der geeigneten Brokerwahl. 

2024-06-18: Umfassende Aktualisierung insbesondere der Kosten, einschliesslich des Einbezugs der Neobanken Yuh und neon. 

2024-02-01: Depotgebühren bei Postfinance angepasst.

2023-10-02: Hinweis, wie Wechselkursgebühren tief gehalten werden können, eingefügt.

2023-01-11: Zusammenfassung „Kurz & bündig“ zu Beginn des Textes eingefügt. Die Notwendigkeit,  die Gültigkeit des Börsenauftrags zu definieren, im Artikel erwähnt. Diverse Textstellen aktualisiert.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über das ETF Kaufen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Allzu gerne verdrängen wir sie, doch zu Beginn eines jeden Jahres holt sie uns gnadenlos ein: die Schweizer Steuererklärung. Mit diesem ausführlichen ETF Steuern Schweiz Bericht wollen wir alle relevanten Steueraspekte im Zusammenhang mit ETFs durchleuchten. Zudem stellen wir dir fünf nützliche Steuerspartipps vor, womit du die Besteuerung deines ETF-Portfolios optimieren kannst – selbstverständlich ganz legal.

Stefan & Toni | 45 Kommentare
aktualisiert am 12.3.2026

Kurz & bündig

Contents

ETF Steuern Schweiz: Übersicht

Als in der Schweiz steuerpflichtige Person kommen für dein ETF-Portfolio folgende Steuerarten in Frage:

Die nachfolgende Übersicht zeigt für drei im Zusammenhang mit der ETF-Anlage relevanten Steuerobjekte, welche Steuerart betroffen ist und welche Behörde (Steuerhoheit) die Steuer erhebt.

Steuerhoheiten, Steuerobjekte und Steuerarten im Zusammenhang mit ETFs

Steuerarten / Steuerobjekte
EinkommensteuerVermögenssteuerStempelsteuerVerrechnungssteuer
ETF-DividendenBund/Kanton/GemeindeBund
ETF-VermögenKanton/Gemeinde
ETF-HandelBund
Je nach Steuerobjekt fallen unterschiedliche Steuerarten an, welche von den Steuerhoheiten Gemeinde, Kanton und/oder Bund erhoben werden (Quelle: eigene Recherchen).

Verzicht auf Kapitalgewinnsteuer

Im Unterschied zu den meisten anderen Ländern erhebt die Schweiz bei Kursgewinnen keine Kapitalgewinnsteuer. Im Gegenzug sind Kursverluste aber auch nicht vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig.

Schweizer Steuersystem geprägt vom «Kantönligeist»

Auch wenn die Tabelle oben eine klare und einheitliche Regelung der ETF-Besteuerung suggeriert, ist die eigentliche Steuerbelastung von Person zu Person sehr unterschiedlich, und zwar auch dann, wenn Einkommen und Vermögen auf einem vergleichbaren Niveau sind.

Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass alle 26 Schweizer Kantone ihre eigenen Steuergesetze anwenden. Die Höhe der Abzüge und Steuertarife variiert von einem Kanton zum andern und folglich auch die Steuerbelastung.

In den nachfolgenden Kapiteln nehmen wir die für die ETF-Besteuerung relevanten Steuerarten Einkommenssteuer, Vermögenssteuer, Stempelsteuer, Verrechnungssteuer und ausländische Quellensteuer genauer unter die Lupe.

ETF Steuern Schweiz: Detailbetrachtung der relevanten Steuerarten

Einkommenssteuer

ETF-Erträge in Form von Dividenden (Aktien) und Zinsen (Anleihen) unterliegen der Einkommensteuer. Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob Dividenden ausgeschüttet oder reinvestiert (thesaurierender ETF) werden. Die Einkommensteuer wird durch Bund, Kanton und Gemeinde erhoben.

Da bei der Einkommenssteuer ein progressiver Steuersatz zur Anwendung kommt, erhöht sich die Steuer bei steigendem Einkommen überproportional. (Zwei Ausnahmen: Die Kantone Obwalden und Uri kennen eine sogenannte Flat-Rate-Tax, wodurch die Einkommen prozentual gleich besteuert werden.)

Grenzsteuersatz bestimmt Steuerbelastung

Wie stark die Einkommenssteuer bei Dividenden zu Buche schlägt, hängt vom sogenannten Grenzsteuersatz ab. Er drückt aus, wie stark ein zusätzlicher Franken Einkommen besteuert wird. Beträgt der Grenzsteuersatz beispielsweise 20%, gehen von 1000 CHF Dividenden deren 200 CHF an den Fiskus bzw. es verbleiben dir netto noch 800 CHF.

Wie hoch dein Grenzsteuersatz ist, kannst du mittels Steuerrechner deines Wohnkantons einfach herausfinden, indem du dein bisheriges steuerbares Einkommen um z.B. 1’000 CHF erhöhst und dann die ermittelte Steuerbelastung mit derjenigen gemäss tieferem Ausgangsbetrag vergleichst. Bei 200 CHF Mehrbelastung beträgt dein Grenzsteuersatz also 20%.

Grundsätzlich gilt also, je höher dein Grenzsteuersatz ist, desto weniger Dividenden bleiben dir netto übrig bzw. desto weniger lohnt es sich (auch) aus steuerlichen Gründen, auf eine Anlagestrategie zu setzen, die auf sogenannte Dividendenperlen fokussiert.

ETF Steuern Schweiz Spartipp #1: Sparen von Einkommenssteuern durch Verzicht auf eine Dividendenstrategie

Wie wir später beim ETF Steuern Schweiz Spartipp #5 noch sehen werden, kannst du die Einkommenssteuer zusätzlich reduzieren, indem du die maximal zulässigen Wertschriftenabzüge in deiner Steuererklärung geltend machst.

Steuerfreie Ausnahme

Verfügt ein CH-Unternehmen in einem ETF über Kapitaleinlagereserven (KER) und schüttet aus diesem Topf aus, muss dieser Betrag nicht als Einkommen versteuert werden. Diese Art von Ausschüttung wird in Bankbelegen manchmal etwas irreführend als «Kapitalgewinn» bezeichnet.

ETF Steuern Schweiz
Gewinne aus Kapitaleinlagereserven (KER) sind von der Einkommenssteuer befreit (Gutschriftanzeige von PostFinance).

Vermögenssteuer

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die eine Vermögenssteuer für Privatpersonen kennt. Das in ETFs angelegte Vermögen unterliegt somit der Vermögenssteuer. Sie wird nur auf der Ebene der Kantone und der Gemeinden erhoben – nicht hingegen beim Bund.

Wie bei der Einkommenssteuer kommt auch bei der Vermögenssteuer ein progressiver Steuersatz zur Anwendung, welcher aber deutlich geringer ausfällt. Je nach Kanton können vom Nettovermögen unterschiedliche Freibeträge abgezogen werden. Im Kanton Zürich beispielsweise werden für die Steuerperiode 2025 erst Nettovermögen ab 159’000 CHF bei Verheirateten bzw. 80’000 CHF bei Alleinstehenden besteuert.

Die Vermögenssteuer fällt im Vergleich zur Einkommenssteuer für die meisten in der Schweiz steuerpflichtigen Personen betraglich kaum ins Gewicht.

Stempelsteuer

Die Stempelsteuer ist eine Transaktionssteuer (Umsatzabgabe). Der Bund erhebt sie beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers wie beispielsweise beim Handeln mit ETFs. Sie beträgt 0,75 Promille für in der Schweiz domizilierte Fonds (erkennbar an der inländischen ISIN «CH…») und das Doppelte bzw. 1,5 Promille für im Ausland ansässige Fonds (erkennbar an der ausländischen ISIN wie z.B. «IE…» für Irland).

Die Schweizer Stempelsteuer fällt bei kleineren und mittleren Transaktionsbeträgen betraglich also kaum ins Gewicht. Sie wird direkt eingezogen, wodurch dir eine spezielle Deklaration in der Steuererklärung erspart wird.

ETF Steuern Schweiz
Die eidg. Stempelsteuer wird beim Kauf und Verkauf von Wertschriften erhoben, vorausgesetzt es handelt sich wie vorliegend um eine inländische Finanzgesellschaft (ETF-Kaufbeleg von PostFinance).

Ungleiche Spiesse: Während dir inländische Finanzdienstleister von Gesetzes wegen die eidg. Stempelsteuer belasten und direkt dem Fiskus weiterleiten müssen, entfällt diese Steuer bei ausländischen Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO.

Ausländische Broker erheben keine eidg. Stempelsteuer. Bei diesem ETF-Kauf sind dadurch rund 48 CHF (0,15% vom Transaktionswert) eingespart worden. Die Gesamtkosten für diesen Trade betrugen lediglich 2.72 CHF bzw. 3€ (ETF-Kaufbeleg von DEGIRO).

ETF Steuern Schweiz Spartipp #2: Vermeidung der Stempelsteuer durch Wahl eines ausländischen Brokers wie Interactive Brokers oder DEGIRO

– Partnerangebot

DEGIRO ist bekannt für seine tiefen Gebühren. Mit einem Klick auf die Anzeige unten kannst du dich direkt beim europäischen Marktführer anmelden. Damit sicherst du dir Trading Credits im Wert von 100 CHF und unterstützt gleichzeitig unseren Blog.

– – – – –

Verrechnungssteuer

Die Verrechnungssteuer (VST) wird vom Bund auf schweizerische Kapitalerträge wie Dividenden und Zinsen erhoben. Die Steuer beträgt hohe 35% und wird direkt durch die Bank oder den Broker an den Bund abgeführt.

ETF Steuern Schweiz
Die Verrechnungssteuer wird von der Dividende abgezogen und direkt an den Fiskus abgeführt. Sie kann aber mittels Deklaration in der Steuererklärung vollumfänglich zurückgefordert werden, vorausgesetzt das Fondsdomizil liegt in der Schweiz (Dividendengutschrift von PostFinance).

Diese Steuer verfolgt primär den Zweck, Steuerhinterziehung einzudämmen. Sie ist eine sogenannte Sicherungssteuer. Denn als in der Schweiz wohnhafte und am entsprechenden Ertrag berechtigen Person kannst du dir die Verrechnungssteuer wieder gutschreiben lassen. Konkret: Bei korrekter Deklaration der Dividendeneinkünfte in deiner Steuererklärung bezahlst du unter dem Strich keinen müden Franken Verrechnungssteuer!

Trotz dieser steuerlichen Vorteile erachten wir aus Rendite-/Risikoüberlegungen bzw. um den aus Anlegersicht schädlichen Home Bias zu vermeiden, ein global diversifiziertes ETF-Portfolio als die bessere Wahl.

Bei ETFs, welche mehrere Länder bzw. ganze Regionen umfassen, könnte die Verrechnungssteuer nur für die im ETF enthaltenen Schweizer Aktien zurückgefordert werden. Zudem müsste der Fonds in der Schweiz domiziliert sein. Eine solche Kombination ist uns nicht bekannt.

Insbesondere bei grösseren Anlagesummen schliesst unsere grundsätzlich skeptische Haltung im Zusammenhang mit dem Home Bias jedoch nicht aus, den einen oder anderen ETF, welcher auf einem CH-Index basiert, im Portfolio zu haben.

Steuerdomizil des Fonds beeinflusst deine Rendite

Aber Achtung: Wählst du einen Schweizer Aktien-ETF mit einem ausländischen Domizil, entfällt der Rückforderungsanspruch der Verrechnungssteuer. Dieser Steuereffekt schlägt sich direkt auf die Performance aus, wie ein langfristiger Vergleich von vier Schweizer Aktien-ETFs, alle basierend auf dem Swiss Leader Index (SLI), eindrücklich zeigt.

Quellensteuern
Performance-Vergleich (inkl. Dividenden) bei vier ETFs, die alle den Swiss Leader Index (SLI) abbilden. Bei ETFs, die den Schweizer Markt abdecken, schneiden diejenigen mit CH-Domizil (orange und blau) aus steuerlichen Gründen besser ab als ihre Pendants (rot und grau) mit ausländischem Domizil (Chart: justETF).

In der nachfolgenden Gegenüberstellung geht zudem hervor, dass der steuerliche Effekt sogar stärker auf die Perfomance durchschlägt als die laufenden Produktkosten (TER).

Steuereffekte: Beträchtlicher Einfluss des ETF-Domizils auf die Performance

ETF-BezeichnungISINFondsdomizilKosten (TER)Performance
(25.1.2008 – 10.3.2026)
UBS ETF SLI A-disCH0032912732Schweiz0,20%+186%
iShares SLI CH0031768937Schweiz0,35%+172%
iShares SLI UCITS ETFDE0005933964Deutschland0,51%+154%
Xtrackers SLI UCITS ETF 1DLU0322248146Luxemburg0,25%+150%
Steueroptimierung dank Rückforderung der Verrechnungssteuer infolge Wahl des geeigneten Fondsdomizils: Fonds, die den CH-Markt abdecken (z.B. SLI) performen mit CH-Domizil deutlich besser als mit ausländischem Fondsdomizil (Datenquelle: justETF).

So performte im 18-Jahresvergleich das teurere iShares-Produkt mit einer TER von 0,35% und CH-Fondsdomizil rund 22 Prozentpunkte besser als der günstigere Xtrackers-ETF mit einer TER von nur 0,25%, aber Fondsdomizil Luxemburg. Als erste Wahl punkto Kosten und Performance sticht das UBS-Produkt mit CH-Fondsdomizil heraus.

ETFs ohne CH-Domizil, welche einen Schweizer Aktienindex wie den «SLI» abbilden, dürften sich aus steuerlicher Sicht also nur für nicht in der Schweiz steuerpflichtige Anleger:innen eignen.

ETF Steuern Schweiz Spartipp #3: Rückerstattung der Verrechnungssteuer bei einem Schweizer Aktien-ETF mittels Wahl eines CH-Fondsdomizils

Ausländische Quellensteuer

Kommen wir zur wohl komplexesten und am wenigsten transparenten Steuer. Damit wir bei der Quellensteuer durchblicken, müssen wir zuerst zwei Beziehungen unterscheiden:

Beziehung 1: Quellensteuer zwischen Unternehmen und Fonds

Diese Steuer hängt jeweils von den Domizilen des Unternehmens (z.B. USA für Apple) und des Fonds (z.B. Irland) ab. Wenn ein Fonds also in Irland domiziliert ist, dann sind die entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Irland und den Domizilen der entsprechenden Unternehmen im Fonds entscheidend. Bei einem MSCI World ETF, bei dem Unternehmen von 23 verschiedenen Ländern einschliesslich Irland vertreten sind, gibt es also 22 Doppelbesteuerungsabkommen. Der entsprechende Quellensteuersatz variiert von Land zu Land.

Bevor ein ETF-Anbieter also einen Fonds lanciert, wird er, je nach anvisierter Region (Welt, Europa, Eurozone, Schwellenländer etc.) eine steuerliche Gesamtschau auf Länderbasis vornehmen und basierend darauf das für die anvisierte Zielgruppe (z.B. Privatanleger aus der Schweiz) das attraktivste Fonds-Steuerdomizil auswählen. Dies ist meistens Irland, welches mit den im ETF vertretenen Unternehmensstandorten offenbar vergleichsweise attraktive Steuerabkommen abgeschlossen hat.

Praktisch: Die maximal mögliche Rückforderung der Quellensteuer übernimmt der Fonds, wodurch du als Investor also administrativ entlastet wirst. Zwei Beispiele: Im Falle von US-Unternehmen fordert der in Irland domizilierte Fonds dank Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA direkt 15% der US-Quellenbesteuerung zurück. Die anderen 15% werden nicht ausgeschüttet bzw. verbleiben beim US-Fiskus.

Noch besser fährst du mit einem von US-Unternehmen dominierten Fonds wie beispielsweise einen ETF, welcher den populären MSCI World Index abbildet, wenn das Fondsdomizil USA ist. Denn zwischen US-Firmen und dem in den USA domizilierten Fonds gibt es keine Quellensteuer.

Beziehung 2: Quellensteuer zwischen Fonds und Anleger

Diese Steuer hängt jeweils von den Domizilen des Fonds (z.B. Irland oder USA) und des Anlegers (CH) ab.

Dank zahlreicher Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz werden je nach ETF-Domizil keine Quellensteuern erhoben (z.B. Irland) oder diese können zumindest teilweise zurückgefordert werden (z.B. USA).

Das Fondsdomizil Irland unterhält ein Steuerabkommen mit der Schweiz, welches aktuell keine Quellensteuern auf Dividenden vorsieht. Deshalb ist auch keine Rückforderung durch den CH-Investor möglich/nötig. Das Fondsdomizil Irland kann also aus Sicht des CH-Anlegers sowohl als steuerfreundlich (günstig) als auch als steuereinfach (ohne Aufwand) bezeichnet werden.

Anders sieht es – zumindest was die Steuereinfachheit betrifft – beispielsweise beim Fondsdomizil USA aus: Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA gibt es ebenfalls, welches eine manuelle Rückforderung durch die in der Schweiz steuerpflichtige Person zulässt.

Bei Fonds, welche in den USA domiziliert sind, empfiehlt es sich also, mittels des Steuerformulars DA-1 einen manuellen Rückforderungsantrag zu stellen. Die entsprechenden Rückforderungsbeträge entnimmst du aus der Dividendenabrechnung deiner Bank.

ETF Steuern Schweiz
Bei US-Fonds werden Quellensteuer und zusätzlicher Steuerrückbehalt von je 15% von der Brutto-Dividende abgezogen. Mittels Steuererklärung können diese Abzüge teilweise wieder zurückgefordert werden (Dividendengutschrift von PostFinance).

Aus eigener Erfahrung werden auf diesem Weg 15% zurückerstattet, wenn auch zeitlich einige Monate verzögert. Bei den anderen 15% ist zumindest eine teilweise Rückforderung möglich, basierend auf einem recht komplexen Kalkulationsschlüssel der Steuerbehörde.

Neben dem administrativen Mehraufwand ist bei Fonds mit US-Domizil zu beachten, dass im Todesfall Erbschaftssteuern anfallen können.

ETF Steuern Schweiz Spartipp #4: Wahl eines steuerfreundlichen Fondsstandorts ohne Quellensteuern oder mit Rückforderungsmöglichkeit

Entwarnend möchten wir an dieser Stelle festhalten, dass du in aller Regel davon ausgehen kannst, dass die ETF-Anbieter für ihre Produkte und deren Zielgruppe das jeweils steuerlich attraktivste Fondsdomizil auswählen. Dies ist häufig Irland, je nach regionaler Ausrichtung des ETF können aber auch Luxemburg oder andere Domizile, wie beispielsweise die Schweiz für einen ETF, der den CH-Markt abbildet, erste Wahl sein.

Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens

Die bisherigen vier Steuertipps betreffen den Broker oder das ETF-Produkt. Spartipp #5 lässt sich dagegen direkt beim Ausfüllen der Steuererklärung umsetzen – unabhängig davon, wo und was du handelst.

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Kanton Zürich, dürften aber in den meisten anderen Kantonen sinngemäss gelten.

ETF Steuern Schweiz
Bei passiven ETF-Investoren mit Online-Broker fallen in der Regel nur geringe Kosten an, weshalb sich in den meisten Fällen der Pauschalabzug steuerlich mehr lohnt als der Abzug der effektiven Wertschriftenkosten (Quelle: Wegleitung zur Steuererklärung 2025 des Kantons Zürich).

Konkret geht es um den Pauschalabzug für die Verwaltung des Wertschriftenportfolios durch Dritte. Wichtig: Gemäss Steuerpraxis im Kanton Zürich gilt auch die blosse Verwahrung von ETF-Positionen durch einen Broker als «Verwaltung durch Dritte». Der Pauschalabzug kann also geltend gemacht werden, auch wenn du deine ETFs selber handelst.

Alternativ können die effektiven Kosten abgezogen werden – das ist aber administrativ aufwändiger und lohnt sich kaum. Nicht abzugsfähig sind nämlich alle Kauf- und Verkaufskosten sowie die TER, wie uns das Steueramt des Kantons Zürich auf Anfrage bestätigte. Letztlich verbleiben für passive ETF-Investor:innen somit nur noch allfällige Depotgebühren – und selbst diese fallen bei den meisten unserer empfohlenen Anbieter gar nicht erst an.

Der Pauschalabzug beträgt im Kanton Zürich 3‰, maximal 6’000 CHF (ab einem Wertschriftenvermögen von 2 Mio. CHF).

ETF Steuern Schweiz Spartipp #5: Abzug der (höheren) Pauschale statt der (tieferen) effektiven Wertschriftenkosten

Fazit zu ETF Steuern Schweiz

So mühselig das Thema «ETF Steuern Schweiz» sein mag, an der Steuerfront lässt sich viel Geld sparen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten fünf Steuerspartipps für deine ETF-Anlage nochmals zusammengefasst: 

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-03-12: Text, Belege und Tabellen aktualisiert.

2025-03-13: Alle Belege und Tabellen aktualisiert. Auf den Zusammenhang zwischen Steuerbelastung und Grenzsteuersatz hingewiesen.

2024-02-08: Hinweis eingefügt, dass bei Fonds mit Domizil USA Erbschaftssteuern anfallen können. 

2024-02-02: Steuerspartipps #5 neu hinzugefügt. Text zu Quellensteuer präzisiert.  

2023-02-17: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die ETF Steuern Schweiz nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Gratis Multiwährungskonto, kostenlose Debitkarte, keine Depotgebühren und ETF-Sparpläne ohne Kaufprovisionen: Dass Yuh nicht nur beim Zahlen, sondern auch beim Investieren mit attraktiven Konditionen punktet, hat uns neugierig gemacht.

Wir haben neben Konto, Karten & Co. auch das ETF-Anlageuniversum von Yuh genauer unter die Lupe genommen und sind auf überraschende Erkenntnisse gestossen. Unsere Yuh Erfahrungen mit der neuen Überfliegerin in der Schweizer Neobanken-Szene haben wir in diesem ausführlichen Yuh Review zusammengefasst.

Stefan & Toni | 36 Kommentare
aktualisiert am 21.4.2026

Kurz & bündig

Yuh ist eine 2021 gegründete Schweizer Neobank mit über 300’000 Kund:innen. Die 100%-Tochter von Swissquote setzt auf Einfachheit: Zahlen, Sparen, Investieren und Vorsorgen bequem übers Smartphone.

Unsere Yuh Erfahrungen zeigen: Yuh ist besonders interessant für digitalaffine, kostenbewusste Personen – für den Zahlungsverkehr in verschiedenen Währungen ebenso wie regelmässiges Sparplan-Investieren in gebührenfreie ETFs. Dank fehlender Konto- und Depotgebühren auch ideal als Zweitbank.

🎁Mit unserem Aktionscode YUHSFB profitierst du von 50 Trading Credits und 250 Swissqoins.

Contents

CHF 50 Trading Credits und 250 Swissqoins – mit Aktionscode YUHSFB

Wenn dich das Angebot von Yuh überzeugt, kannst du dir ein attraktives Willkommenspaket sichern:
🎁 50 CHF Trading Credits
🎁 250 Swissqoins als Startguthaben

Mit dem Bonus kannst du gebührenfrei Investitionen bis 10’000 CHF tätigen und gleichzeitig vom möglichen Kursgewinn deiner Swissqoins profitieren. Zudem unterstützt du unseren Blog.

👉 So funktioniert’s:

  1. Lade die Yuh App herunter und registriere dich als Neukunde.
  2. Gib bei der Anmeldung den Bonuscode YUHSFB im Feld «Dein Aktionscode von Yuh» ein (nicht bei «Freunde werben Freunde»).
  3. Überweise mindestens 500 CHF auf dein neues Yuh Konto.
  4. Du erhältst deine Trading Credits und Swissqoins innerhalb von 24 Stunden gutgeschrieben.

📌 Deine Trading Credits sind vier Monate lang gültig – ideal für deine ersten Schritte beim Investieren (ausgenommen Kryptowährungen & Währungstausch).

Was ist Yuh?

Die neuste Schweizer Smartphone-Bank wurde im Mai 2021 als gemeinsames Produkt der privaten Swissquote Bank und der staatlichen PostFinance ins Leben gerufen. Seit Juli 2025 gehört Yuh zu 100% Swissquote, nachdem diese die Anteile von PostFinance gekauft hat.

Trotz des relativ späten Markteintritts ist Yuh mit über 300’000 Kunden die am schnellsten wachsende Neobank der Schweiz – und nach nur vier Jahren bereits in die Gewinnzone vorgestossen. Zum Vergleich: Zak, welche als Schweizer Pionierin von der Bank Cler bereits drei Jahre früher lanciert wurde, zählt rund 60’000 Kund:innen. Yuh ist also aktuell die unbestrittene Überfliegerin in der Schweizer Neobanken-Szene.

Yuh im Höhenflug: In vier Jahren von 0 auf 300’000 Kunden – und bereits profitabel.

Dem schrillen Marketing und der lockeren Du-Kultur zufolge möchte Yuh sich offensichtlich an ein jüngeres Publikum richten. Dafür spricht auch, dass bei Yuh das Online-Banking nur übers Handy möglich ist.

Yuh verspricht zudem grösstmögliche Einfachheit, und zwar nicht nur beim Trading, sondern auch beim Zahlen, Sparen und Vorsorgen. Damit dürfte Yuh die umfassendste Neobank der Schweiz sein. Mehr über das Angebot von Yuh erfährst du im nächsten Kapitel.

Und ja, auch bei der obersten Führung zeigte sich Yuh erfrischend experimentierfreudig: Von September bis Oktober 2025 sass mit Fin nämlich eine KI-Kreation auf dem CEO-Stuhl – kein realer Machtwechsel, aber ein gelungener und vielbeachteter Marketing-Gag allemal. Seit November 2025 ist wieder ganz klassisch ein Mensch am Ruder: Jan de Schepper, langjähriges GL-Mitglied von Swissquote. Ende gut, alles gut: Die KI durfte kurz ran – entscheiden darf nun wieder jemand aus Fleisch und Blut.

CEO-Stabsübergabe: Das Bild zeigt den damaligen CEO Markus Schwab mit der KI-Kreation Fin (rechts) während deren kurzem Gastspiel. Seit November 2025 steht bei Yuh mit Jan de Schepper wieder ein CEO aus Fleisch und Blut an der Spitze.

Was bietet Yuh?

Wie bereits erwähnt, ist die Angebotspalette von Yuh im Vergleich zu anderen Neobanken vielfältig und beinhaltet die folgenden vier Services:

Wir werden in diesem Yuh Review all diese Leistungen erläutern, beurteilen und jeweils ein Preisschild anhängen. Das Thema «Investieren» werden wir – treu unserer Mission – natürlich besonders genau und kritisch unter die Lupe nehmen.

Yuh Erfahrungen
Praktisch und übersichtlich: Über «Startseite» lässt sich das Gesamtvermögen in die Kategorien «Zahlen», «Sparen» und «Investieren» aufschlüsseln (Bild links). Per Klick auf «Aktivität» geht’s in die Detailansicht, wo die einzelnen Transaktionen chronologisch angezeigt werden. (Bild rechts).

Unsere Yuh Erfahrungen mit dem Zahlungsverkehr

Während Investieren, Sparen und 3a-Vorsorgen freiwillig sind, kommt Frau und Herr Schweizer um den Zahlungsverkehr nicht herum. Diese Tatsache ist wohl auch der Grund, weshalb bei bisherigen Yuh-Tests stets das wenig spektakuläre Online-Banking mit Privatkonto, Karten und Zahlungsfunktionen im Fokus standen.

So auch beim Kassensturz von SRF, welcher das sensationelle Abschneiden von Yuh in dieser Disziplin im April 2023 einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Yuh hatte sich damals gegen 18 andere Banken mit Schweizer Banklizenz klar durchgesetzt.

SRF stützt sich dabei auf die Ergebnisse des Vergleichsportals Moneyland. Dieses hat den Vergleich anhand der Profile «durchschnittliche Nutzung» und «Vielnutzung» durchgeführt. Die untersuchten Transaktionen sind jeweils dieselben, nämlich Zahlungsverkehr im In- und Ausland, Einkäufe und Barbezüge mit Debitkarte im In- und Ausland. Die beiden Profile unterscheiden sich nur punkto Nutzungsintensität und durchschnittlicher Kontostand.

Yuh Erfahrungen
Yuh als klare Testsiegerin bei durchschnittlicher Nutzung des Privatkontos: Dank den Zinsen resultiert unter dem Strich ein Plus von 66.35 CHF. Mit deutlichem Negativsaldo weit abgeschlagen fungieren die klassischen Banken.
Yuh Erfahrungen
Yuh als klare Testsiegerin auch bei Vielnutzung des Privatkontos: Dank den Zinsen gibt’s auch bei dieser Nutzergruppe unter dem Strich ein deutliches Plus von 140.40 CHF. Weit abgeschlagen sind wieder die klassischen Banken.

Da es sich bei diesem Test um eine Momentaufnahme handelt und die zugrundeliegenden Profile nicht mit deinem realen Nutzungsverhalten übereinstimmen, gehen wir nachfolgend auf die einzelnen Leistungen und Konditionen von Yuh ein (vgl. auch Preisliste von Yuh).

Bezüglich des Zahlungsverkehrs lässt dir Yuh kaum Wünsche offen, mit vielleicht einer Ausnahme: Kontoüberziehung ist nicht erlaubt. Beginnen wir mal mit den selbsterklärenden…

Yuh Standardleistungen beim Zahlen

Yuh Erfahrungen
Mit Yuh stehen dir vielfältige Zahlungsoptionen zur Verfügung (Bild links). Zahlungen per Karte werden dir laufend vom Konto abgebucht. Das monatliche Limit beträgt standardmässig 10’000 CHF, kann aber in der Yuh App individuell angepasst werden. (Bild rechts).

…und fahren fort mit den (erklärungsbedürftigen)…

Yuh Spezialleistungen beim Zahlen

Beim Zahlungsverkehr sind uns zwei interessante Besonderheiten aufgefallen, welche wir nachfolgend erläutern.

Multiwährungskonto

Yuh bietet ein sogenanntes Multiwährungskonto für nicht weniger als 13 Währungen an.

Damit profitierst du gleich von zwei Vorteilen: Einerseits läuft alles über ein einziges Konto bzw. eine IBAN ab, was den Zahlungsverkehr in Fremdwährungen vereinfacht.

Andererseits ermöglicht dir das Multiwährungskonto, Geld ohne Währungstausch zu überweisen (auch im Ausland mit der Karte). Damit sparst du die Wechselgebühren, z.B. während deinen Ferien im Ausland.

Yuh Erfahrungen
Das Multiwährungskonto von Yuh ermöglicht dir einen Direktzugriff auf 13 Währungen. Neben den Standardwährungen CHF, EUR und USD (Bild links) können auch Guthaben in zehn anderen Währungen separat verwaltet werden (Bild rechts).
Yuh Erfahrungen
Zahlen in Fremdwährung – ganz ohne Gebühren! Diesmal im Dunkelmodus: Zwei Screens aus Stefans Yuh-Multiwährungskonto. Links das zuvor per SEPA kostenlos überwiesene EUR-Guthaben, rechts eine gebührenfreie Kartenzahlung in EUR für Familientickets auf den Eiffelturm. In dieser Konstellation geht’s nirgends günstiger!

Vom Multiwährungskonto profitierst du übrigens auch bei deinen Investments. Werden dir beispielsweise Dividenden in US-Dollar ausgeschüttet, so kannst du später wieder auf diese Dollars ohne Währungswechselgebühren zugreifen, sei es indem du neue Wertschriften kaufst oder Zahlungen in USD tätigst. 

Bei der Konkurrenz wird dir üblicherweise entweder nur ein Konto in Heimwährung oder pro Fremdwährung ein separates Konto mit eigener IBAN angeboten.

Über diesen Link erfährst du, wie Yuh ihr Multiwährungskonto anpreist.

Geldwechsel sofort oder mit Zielwechselkurs

Trotz Multiwährungskonto wirst du nicht um den einen oder anderen Währungswechsel herumkommen. Die diesbezüglichen Gebühren hängen vom jeweiligen Währungspaar ab.

Für die oben erwähnten 13 Standardwährungen verlangt Yuh eine Umrechnungsgebühr von 0,95% des Transaktionsbetrags. Für andere Währungen beträgt die Umrechnungsgebühr bei Verwendung der Debitkarte im Ausland 1,5%.

Positiv: Yuh verrechnet keine Transaktionsgebühren. Diese können bei anderen Kartenherausgebern bis zu 1,5% pro Auslandtransaktion betragen. Von einer solchen Gebühr ist übrigens auch das Online-Shopping bei einem ausländischen Anbieter betroffen, auch wenn dieser in CHF abrechnet.

Falls du nur zu einem von dir bestimmten Devisenkurs Geld wechseln möchtest, kannst du bei Yuh optional deinen bevorzugten Zielwechselkurs hinterlegen. Sobald dein Wunschkurs erreicht wird, veranlasst Yuh für dich den Geldwechsel. Dieses Feature stellt für uns ebenfalls eine interessante Besonderheit von Yuh dar, auch wenn sie natürlich nur für jene in Frage kommt, die keine Eile beim Geldwechseln haben.  

Yuh Erfahrungen
Der Währungstausch kostet bei Yuh für die 13 Standardwährungen 0,95% und erfolgt wahlweise sofort oder zu einem von dir definierten Ziel-Wechselkurs. Die Gebühren sind im angezeigten Wechselkurs (Bild links) bereits enthalten und werden nach erfolgtem Tausch separat ausgewiesen (Bild rechts).

Fazit zum Zahlen mit Yuh

Was Privatkonto, Zahlungsverkehr und Kartennutzung betrifft, so bietet Yuh preislich ein äusserst attraktives Gesamtpaket an. Dies haben nicht nur unsere Yuh Erfahrungen und Recherchen gezeigt, sondern bestätigen auch Tests von Dritten.

Wenn für dich das Online-Banking übers Handy normal und easy ist, dann könnte Yuh schon bald deine neue, günstige Hausbank werden.

Unsere Yuh Erfahrungen mit Sparen

Sparen mittels praktischer Yuh Spartöpfe wird deine Budgetplanung bezüglich der Finanzierung künftiger Anschaffungen und Projekte stark vereinfachen. Abgesehen davon und natürlich einem Notgroschen ziehen wir dem Geldhorten auf dem Bankkonto das Investieren vor, weil es schlicht mehr Rendite abwirft.

Nachfolgend fassen wir die wichtigsten Services und Konditionen von Yuh rund ums Sparen zusammen:

Seit dem 1.7.2024 werden – wenn überhaupt – nur noch Guthaben auf «Sparen» verzinst. Je nach Zinssituation kann es sich daher lohnen, nicht kurzfristig benötigte Barmittel gezielt auf «Sparen» zu transferieren. Aktuell erfolgt keine Verzinsung.

Und das funktioniert so: Du gehst auf «Sparen» und klickst auf «Gelder hinzufügen». Der entsprechende Betrag wird dir dann sofort von «Zahlen» auf «Sparen» übertragen, womit du deine Sparprojekte definieren kannst.  

Ebenso einfach funktioniert der umgekehrte Weg. Wenn du dein Erspartes für anstehende Zahlungen (oder Investitionen) verwenden möchtest, dann gehst du wieder auf «Sparen», klickst auf «Gelder hinzufügen» (!) und dann «Gelder abheben». In Nullkommanichts werden die Salden bei «Sparen» und «Zahlen» angepasst.

Was leider (noch) nicht geht, ist dass der Transfer «Sparen» zu «Zahlen» automatisiert per hinterlegtem Datum erfolgt, z.B. um fristgerecht genügend Mittel auf «Zahlen» zu haben bzw. die entsprechende Rechnung bezahlen kann.

Dein Sparziel kannst du aus rund 15 vordefinierten Sparprojekten wie Party, Steuern oder Notfall wählen. Wenn dein gewünschtes Sparziel nicht in dieser Auswahl enthalten ist, kannst du alternativ dein Sparprojekt individuell benennen, z.B. wie in unserem Beispiel «Fotokamera». Dein Sparguthaben im Verhältnis zu deinem Sparprojekt wird dir von Yuh berechnet und visualisiert.

Yuh Erfahrungen
Mit Yuh kannst du beliebig viele Sparziele verfolgen. Bei jedem Sparprojekt kannst du dir Sparquote (Bild links) und Sparchart (Bild rechts) anzeigen lassen. Ein Projekt besparen kannst du entweder manuell oder automatisiert wiederkehrend.

Praktisch: Neben dem manuellen Sparen kannst du bei Yuh optional auch automatisch Sparen. In diesem Fall definierst du einmalig dein gewünschtes Sparintervall (täglich, wöchentlich oder monatlich) sowie den wiederkehrenden Sparbetrag. Basierend darauf berechnet Yuh für dich den Stichtag, wann du dein Sparziel erreicht haben wirst. Solltest du mal eine Pause einlegen wollen, so kannst du jederzeit das automatische Sparen unterbrechen.

Leider geht der umgekehrte Weg von «Sparen» zu «Zahlen» (noch) nicht automatisiert. Dies wäre ebenfalls praktisch, um jederzeit genügend Liquidität auf «Zahlen» zu haben bzw. damit entsprechende Rechnungen fristgerecht bezahlt werden können.

Fazit zum Sparen mit Yuh

Wenn du gerne systematisch auf ein oder mehrere Sparziele hinarbeiten möchtest und dabei von einer relativ guten Verzinsung profitieren möchtest, bietet Yuh ein nützliches Feature.

Unsere Eindrücke von der Yuh 3a-Vorsorge

Privates Vorsorgen über die Säule 3a ist steuerlich attraktiv. Hierfür benötigst du ein separates 3a-Konto einer Schweizer Bank. Bei Yuh kannst du ein solches Konto in rund fünf Minuten über die App eröffnen.  

Mit dem Vorsorgesparen ist oft ein langer Anlagehorizont verbunden. Deshalb bevorzugen wir Lösungen mit einem möglichst hohen Aktienanteil, global diversifiziert und passiv gemanagt basierend auf günstigen ETFs oder Indexfonds.

Schauen wir uns also mal an, ob Yuh unsere Anforderungen erfüllen würde.

Die jährlichen Gesamtkosten betragen bei Yuh fix 0,50% des 3a-Vorsorgevermögens, womit sie zu den günstigeren Anbietern der Schweiz gehört.

Auch der Aktienanteil von 20% bis zu 99%, basierend auf fünf frei wählbaren Strategien, überzeugt uns. Ebenso die Tatsache, dass das Anlageuniversum aus passiven Indexfonds-Produkten besteht. Alle Produkte werden übrigens von Swisscanto angeboten.

Yuh Erfahrungen
Das passiv gemanagte Yuh Anlageuniversum besteht aus fünf frei wählbaren Strategien von «Mild» bis «Feurig» mit 99% Aktienanteil (Printscreen Yuh Homepage).

Fazit zu 3a-Vorsorgen mit Yuh

Passiver Anlageansatz und die Möglichkeit, bis zu 99% in die Anlageklasse «Aktien» zu investieren, sind für uns überzeugende Argumente. Dennoch werden wir aufgrund der grösseren Flexibilität bei der Portfoliozusammenstellung und den noch etwas günstigeren Preisen aktuell keinen Wechsel von Viac (vgl. unseren ausführlichen Testbericht Unsere VIAC Erfahrungen mit dem 3a Vorsorge-Pionier: Diese 5 starken Argumente überzeugen uns) in Betracht ziehen.

Unsere Yuh Erfahrungen mit Investieren

Wie sich Yuh als Wertschriften-Broker schlägt, interessiert uns natürlich als passionierte Privatanleger am meisten.

Auch für Yuh dürfte die Investieren-Funktion die mit Abstand interessanteste auf ihrer App sein. Denn anders als beim Zahlungsverkehr klingelt beim Traden nach jeder Transaktion die Kasse.

Entsprechend offensiv bewirbt Yuh denn auch das Investieren: «Investiere mit dem Yuh-Faktor», «Das Beste vom Besten» oder «Liebe deine Trades».

Die Message dahinter ist klar und dürfte sich vor allem an Börseneinsteiger:innen richten: «Investiere super easy (und möglichst oft) und stelle dir jetzt dein persönliches Wertschriften-Portfolio zusammen».

Unsere Empfehlung: Ignoriere konsequent alle Trading-Botschaften von Yuh! Sie sollen dich bloss zum häufigen Traden animieren. Aus Sicht von Yuh und natürlich auch von allen anderen Brokern ist diese Geschäftspraxis nachvollziehbar: Denn Trades gehören zu ihren wichtigsten Einnahmequellen. Statt dich also vom lauten Börsengetöse beeinflussen zu lassen, solltest du als rationaler Anleger, als smarte Investorin besser folgende Börsenregel beherzigen: «Hin und her macht Taschen leer». Du und Yuh verfolgen also hier konträre Interessen. Halte dich besser an deine eigenen Regeln basierend auf deiner Anlagestrategie und deinem Risikoprofil (Mehr zu diesen Anlagebasics findest du in unserer Rubrik Lerne investieren – in acht Lektionen.)

Die Eckdaten fürs Investieren mit Yuh stimmen uns durchwegs positiv:

Keine Frage: Das liest sich alles sehr attraktiv und wie wir erwartet haben, ist das Handling über die Yuh App sehr intuitiv und kinderleicht. Bravo Yuh, ihr habt geliefert!

Yuh Erfahrungen
Stefans Trading-Première bei Yuh: Fixbetrag (Fractional Trading) von 200 CHF in einen «Global Blue Chips» ETF von Vanguard investiert (Bild links). Börsenkurs, Anzahl ETF-Anteile und die geschätzten Gebühren werden vor dem Kauf separat angezeigt (Bild rechts).

Gemäss Abbildung oben wurden für Stefans ersten ETF-Kauf bei Yuh im Wert von 200 USD die Gebühren auf 1.30 USD geschätzt, bestehend aus den Yuh Kommissionen (0,50%) und Stempelsteuern.

Die effektiven Kosten, einschliesslich der Berücksichtigung von allfälligen Guthaben (50 CHF Trading Credits mit unserem Aktionscode «YUHSFB») werden erst nach dem Trade in einem detaillierten Transaktionsbeleg ausgewiesen. Darin nicht enthalten sind allfällige Wechselkursgebühren.

Yuh Erfahrungen
Auszug aus dem Yuh Transaktionsbeleg mit Angabe von Kommission (0,50%), Stempelsteuer und Gutschrift (Trading Credit). Die Kosten für den Währungstausch (0,95%) werden nicht ausgewiesen.
Yuh Erfahrungen
Das Wertschriftenvermögen wird wahlweise in der «Kacheloptik» (Bild links, einschliesslich eines überflüssigen Hinweises auf einen Tagessieger) oder graphisch als Chart und Kuchendiagramm dargestellt (Bild rechts).

Traden bei Yuh lohnt sich nur bei kleineren Beträgen…

Bei der linearen Gebührenstruktur von Yuh (d.h. immer 0,50% vom Transaktionsbetrag ohne Kostendach, mind. 1 CHF) sollte dir jedoch stets folgende Faustregel bewusst sein: Je kleiner deine investierte Tranche ist, desto attraktiver ist Yuh im Konkurrenzvergleich. (Zu beachten ist, dass bei Investitionssummen von weniger als 200 CHF immer die Yuh Mindestkommission von 1 CHF zum Tragen kommt, d.h. prozentual zahlst du in diesen Fällen mehr als 0,50% Kommission).

Ein Rechenbeispiel: Investierst du 200 CHF, zahlst du lediglich die Mindestgebühr von 1 CHF, bei 1’000 CHF sind es moderate 5 CHF, bei 2’000 CHF immer noch akzeptable 10 CHF.

Bevorzugst du es hingegen, grössere Tranchen zu investieren, bist du bei anderen Brokern definitiv besser aufgehoben. So zahlst du beim Mutterhaus Swissquote für viele ETFs eine Pauschalgebühr von 9 CHF. Für einen Trade im Wert von 10’000 CHF fährst du also bei Swissquote mehr als fünf Mal günstiger als bei Yuh (9 vs. 50 CHF).

…oder mit ETFs ohne Kaufprovisionen im Yuh Sparplan…

Tolle Neuigkeiten! Aktuell bietet Yuh 21 ETFs ohne Kaufprovisionen an(Stand Januar 2026). Wählst du also einen solchen ETF im Yuh Sparplan, kannst du die durchschnittlichen Yuh Provisionen also glatt auf 0,25% halbieren, denn die Verkaufsprovisionen von 0,50% fallen weiterhin an und irgendwann, wenn auch vielleicht in ferner Zukunft, wirst du deine ETFs auch wieder verkaufen wollen oder müssen.

Yuh Erfahrungen
Global diversifizierte Vanguard-Schwergewichte im Sparplan ohne Kaufgebühren: Das ETF-Angebot von Yuh ist von sechs (2024) auf 21 ETFs (Stand: Januar 2026) gewachsen – darunter die global diversifizierten Vanguard-Klassiker VWRL und dessen thesaurierendes Pendant VWRA.

…oder bei den Fee-Free Trading Days

Positiv hervorzuheben sind die regelmässigen Fee-Free Trading Days, die Yuh bislang in jedem Jahr angeboten hat. Während eines klar definierten Zeitfensters entfallen sämtliche Trading-Gebühren.

Das für 2026 zuletzt kommunizierte Angebot gilt vom 2. März (12:00 Uhr) bis 6. März (12:00 Uhr) und umfasst:

Entscheidend ist der Ausführungszeitpunkt der Order innerhalb des Aktionsfensters.

Solche Aktionen relativieren die lineare 0,50%-Preisstruktur von Yuh punktuell – insbesondere, wenn Trades bewusst gebündelt werden. Eine Garantie für zukünftige Angebote besteht jedoch nicht.

 

Das Anlageuniversum von Yuh

Tiefe Gebühren und coole Trading-Features nützen dir aber rein gar nichts, wenn die auf der App handelbaren Produkte schlecht sind.

Das Anlageuniversum besteht bei Yuh am 4.1.2026 aus den folgenden Produkten:

Bei den letzten beiden Anlagekategorien handelt es sich um strukturierte Produkte, bei welchen infolge Intransparenz und hoher Kosten besondere Vorsicht geboten ist.

Was taugt die ETF-Auswahl von Yuh?

Im Gegensatz zu anderen Testern, die das Trading in der Yuh-App kaum oder nur oberflächlich beleuchten, wollen wir diese Lücke schliessen und eine vertiefte Analyse mit Fokus auf die ETF-Aktienanlage liefern. Ist das Angebot tatsächlich das «Beste vom Besten»?

Quantitativ zeigt sich: Mit rund 80 ETFs ist das Angebot noch überschaubar. Das muss jedoch kein Nachteil sein – entscheidend ist, ob die relevanten ETFs enthalten sind, denn zusätzliche Produkte schaffen für dich nicht automatisch Mehrwert

Positiv: Yuh hat die frühere ETF-Liste durch eine dynamische Produkteübersicht ersetzt. Anbieter, Index sowie Kennzahlen wie TER und Fondsvolumen sind per Klick einsehbar. Die Daten stammen von TradingView.

Yuh Erfahrungen
Das Anlageuniversum von Yuh, wie es sich auf der Yuh Webpage präsentiert. Mit einem Klick auf den gewünschten ETF werden zusätzliche Informationen wie Charts, Produktkosten oder Fondsvolumen angezeigt. Datenlieferant ist der Yuh Partner TradingView.

Bestehende Kunden können sich natürlich auch direkt über die App einen Überblick über das Yuh Anlageuniversum verschaffen.

So oder so: Mit unserer sortierbaren Eigenkreation unten erhältst du eine noch bessere Vergleichsmöglichkeit der wichtigsten ETFs von Yuh.

ETF-Anlageuniversum von Yuh

KategorieETFSymbolIndexTERHandels-
währung
BörseReplikations-
methode
Div.*0%-Spar-
plan**
Dividendentitel EuropaSPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF (Dist)SPYWS&P Euro High Yield Dividend Aristocrats0,30%EURXETRAPhysischA
Dividendentitel GlobalVanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETFVHYAVanguard FTSE All-World High Dividend Yield0,29%CHFSIXPhysischTx
Dividendentitel GlobalVanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETFVHYLVanguard FTSE All-World High Dividend Yield0,29%CHFSIXPhysischAx
Dividendentitel SchweiziShares Swiss Dividend (CH)CHDVDSPI Select Dividend 200,15%CHFSIXPhysischA
Dividendentitel USASPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETFUDVDS&P High Yield Dividend Aristocrats Index0,35%USDLondon SETSPhysischA
Edelmetalle: GoldSwisscanto Gold ETF AA CHFZGLD-0,40%CHFSIXPhysischAx
Edelmetalle: SilberSwisscanto Silver ETF AA (CHF)ZSIL-0,60%CHFSIXPhysischA
Entwickelte WeltiShares MSCI World CHF Hedged UCITS ETFIWDCMSCI World0,55%CHFSIXPhysisch (Sampling)Tx
ESG Entwickelte WeltInvesco MSCI World ESG Unversal Screened UCITS ETF AccESGWMSCI World ESG Universal Select0,19%USDSIXPhysischT
ESG Entwickelte WeltSwisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity World UCITS ETFSWCSWSwisscanto ESGen SDG World0,35%CHFSIXPhysischTx
ESG GlobalVanguard ESG Global All Cap UCITS ETFV3AAFTSE All Cap Choice Index0,24%CHFSIXPhysischTx
ESG SchweizSwisscanto (CH) ESGen SDG Index Equity Switzerland ETFSWCSSSwisscanto ESGen SDG CH0,35%CHFSIXPhysischAx
ESG USAInvesco MSCI USA ESG Universal Screened UCITS ETF AccESGUMSCI USA ESG Universal Select0,09%USDSIXPhysischT
GlobalVanguard FTSE All-World UCITS ETFVWRAFTSE All-World0,19%CHFSIXPhysischTx
GlobalVanguard FTSE All-World UCITS ETFVWRDFTSE All-World0,19%USDLondon SETSPhysischA
GlobalVanguard FTSE All-World UCITS ETFVWRLFTSE All-World0,19%CHFSIXPhysischAx
Global CHF hdgInvesco FTSE All-World UCITS ETF CHF PfHdg AccFWCAFTSE All-World Index0,20%CHFSIXPhysischTx
Global min. VolatilitätiShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETFMVSHMSCI World Minimum Volatility0,35%CHFSIXPhysisch (Sampling)T
Global MomentumiShares Edge MSCI World Momentum ETFIWMOMSCI World Momentum0,25%USDLondon SETSPhysisch (Sampling)T
Immobilien SchweizUBS ETF (CH) SXI Real Estate Funds (CHF) A-disSRECHASXI Real Estate Funds Broad0,97%CHFSIXPhysischA
Land: AustralieniShares MSCI Australia UCITS ETFSAUSMSCI Australia0,50%AUDSIXPhysischT
Land: BrasilienXtrackers MSCI Brazil UCITS ETF 1CXMBRMSCI Brazil0,25%CHFSIXPhysischT
Land: ChinaXtrackers CSI300 Swap UCITS ETF 1CXCHACSI 3000,5%CHFSIXSwap-basiertT
Land: DeutschlandXtrackers DAX UCITS ETF 1CXDAXDAX0,09%EURXETRAPhysischT
Land: ItalieniShares FTSE MIB UCITS ETF (Acc)CSMIBFTSE MIB0,33%EURBorsa ItalianaPhysischT
Land: JapanXtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1DXNJPNikkei 2250,09%JPYSIXPhysischA
Land: KanadaUBS ETF (LU) MSCI Canada UCITS ETF A-disCANCDAMSCI Canada0,33%CADSIXPhysischA
Land: SchweiziShares Core SPI ETF (CH)CHSPISPI0,10%CHFSIXPhysisch (Sampling)A
Land: SchweiziShares SMI ETF (CH)CSSMISMI0,35%CHFSIXPhysischAx
Land: SpanienXtrackers Spanish Equity UCITS ETF 1CXESPSolactive Spain 40 Index0,30%EURXETRAPhysischT
Land: UKVanguard FTSE 100 UCITS ETF DistributingVUKEFTSE 1000,09%GBPLondon SETSPhysischA
Land: USAVanguard S&P 500 UCITS ETFVUSDS&P 5000,07%USDLondon SETSPhysischA
Land: USAXtrackers S&P 500 UCITS ETF 4CXDPUS&P 5000,05%CHFSIXPhysischTx
Mid Cap: SchweizUBS ETF CH SMIMSMMCHASMI Mid Index0,25%CHFSIXPhysischA
Region: EuropaLyxor EURO STOXX 50 (DR) UCITS ETFMSEEURO STOXX 500,20%EUREuronext ParisPhysischT
Region: Euro-Raum CHF HdgXtrackers MSCI EMU UCITS ETF 3C CHF HedgedXDUEMSCI EMU CHF Hdg0,17%CHFSIXPhysischTx
Region: LateinamerikaAmundi MSCI Emerging Markets Latin America UCITS ETFAMELMSCI EM Latin America0,20%EURXETRASwap-basiertT
Region: Nordische StaatenXtrackers MSCI Nordic UCITS ETF 1DXDN0MSCI Nordic Countries0,30%EURXETRAPhysischA
Region: PazifikShares Core MSCI Pacific ex-Japan UCITS ETF (Acc)CSPXJMSCI Pacific ex-Japan0,20%USDSIXPhysischT
Region: SchwellenländerXtrackers Emerging Markets UCITS ETF 1CXMMEMSCI Emerging Markets0,18%CHFSIXPhysischTx
Region: Schwellenländer AsieniShares MSCI EM Asia UCITS ETFCSEMASMSCI Emerging Markets Asia0,20%USDSIXPhysischT
Sektor: Finanzen USAInvesco US Financials S%PXLFSS&P Select Sector Capped 20% Financials0,14%USDSIXSwap-basiertT
Sektor: Gesundheit USASPDR S&P U.S. Health Care Select Sector UCITS ETFSXLVS&P Health Care Select Sector Daily Capped 25/200,15%USDSIXPhysischT
Sektor: Grundstoffe USAInvesco Materials S&P US Select Sector UCITS ETFXLBSS&P Select Sector Capped 20% Materials0,14%USDSIXSwap-basiertT
Sektor: Infrastruktur globaliShares Global Infrastructure UCITS ETFINFRFTSE Global Core Infrastructure0,65%USDSIXPhysischA
Sektor: Tech USAInvesco EQQQ NASDAQ-100 UCITS ETFEQCHNASDAQ-1000,35%CHFSIXPhysischTx
Sektor: Tech USAInvesco EQQQ NASDAQ-100 UCITS ETFEQQQNASDAQ-1000,30%USDSIXPhysischA
Sektor: Tech USASPDR S&P U.S. Technology Select Sector UCITS ETFSXLKS&P Technology Select Sector Daily Capped 25/200,15%USDSIXPhysischT
Small Cap: Entwickelte WeltSPDR MSCI World Small Cap UCITS ETFWOSCMSCI World Small Cap0,45%CHFSIXPhysisch (Sampling)T
Thema: KI & Big DataXtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETFXAIXNASDAQ Global AI & Big Data0,35%CHFSIXPhysischTx
Die Tabelle zeigt eine Auswahl von 50 ETFs aus dem ETF-Anlageuniversum von Yuh, inkl. zwei Edelmetall-ETFs und einem Themen-ETF; ohne Obligationen-ETFs und Krypto-ETPs. (Quelle: Yuh sowie verlinkte Factsheets der ETF-Anbieter in der Yuh App; *Div. = Dividenden; A = Ausschüttend; T = Thesaurierend; **ohne Kaufprovisionen im Sparplan. Stand: 5.1.2026)

Dank dieser Fleissarbeit haben wir das ETF-Produkteangebot von Yuh im Detail analysiert. Unsere Yuh Erfahrungen führen nach einer gründlichen Aktualisierung (Stand: 5.1.2026) zu folgenden Erkenntnissen:

Unsere ETF-Favoriten im Yuh-Anlageuniversum

Folgende ETFs erachten wir als besonders prüfenswert und sind teilweise selbst darin investiert:

Die obige Auswahl zeigt aus unserer Sicht attraktive ETFs, ist jedoch auf das Yuh-Anlageuniversum beschränkt. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du weiterführende Analysen in unseren Beiträgen Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is… und Lohnt sich Factor Investing? Die besten 5 Faktorprämien im Renditecheck.

Fazit zum Investieren mit Yuh

Dank der einfachen, linearen Kostenstruktur und des überschaubaren ETF-Angebots eignet sich Yuh weiterhin besonders gut für Börseneinsteiger:innen, die mit kleineren Beträgen erste Erfahrungen im Wertschriftenhandel sammeln möchten.

Gleichzeitig hat sich das ETF-Anlageuniversum seit unserer ersten Analyse spürbar verbessert und wirkt heute insgesamt stimmiger. Damit spricht Yuh zunehmend auch erfahrenere Investor:innen an. Besonders attraktiv sind dabei die stetig wachsende Zahl an ETFs ohne Kaufgebühren im Sparplan.

Im Gegensatz zu Yuh bietet ihre Muttergesellschaft Swissquote für Schweizer Anleger:innen ein riesiges Angebot an ETFs, viele zum fairen Fixpreis von 9 CHF (Hier geht’s zu unseren Swissquote Erfahrungen). 

Swissquote Erfahrungen

– – – – –

Was taugt der Support von Yuh?

Natürlich unterhält Yuh keine kostspieligen oldschool Bankfilialen, wo du dein Anliegen gemütlich am Schalter besprechen könntest. Persönliche Kontakte sind bei Yuh nicht vorgesehen. Hingegen wird eine lockere Du-Kultur hochgehalten.

Bei Fragen stehen dir bei Yuh grundsätzlich drei unterschiedliche Kanäle zur Verfügung:

  1. Online-Hilfeportal: Dort findest du zahlreiche FAQs, übersichtlich gegliedert nach Themen. Diesen Service gibt es auch über die App.
  2. Chatbot: Alternativ und ebenfalls unkompliziert kannst du dich mit der digitalen Assistentin Yulia austauschen. Deine Erwartungen sollten allerdings nicht allzu hoch sein. Denn Yulia schien uns doch relativ rasch überfordert zu sein (z.B. bei den Stichworten «Sicherheit» oder «Dividendenausschüttungen»). Bei wirklich simplen Themen wie «Gebühren» blüht sie jedoch regelrecht auf und liefert brauchbare Antworten ab. Diesen automatisierten Antwortservice kannst du über die App unter «Nachrichtenzentrum» / «Schreibe uns» abrufen.
  3. Telefonsupport: Je spezifischer dein Anliegen ist, desto eher kommst du mit dem Yuh Supportteam aus Fleisch und Blut ans Ziel. Unsere Erfahrung: hilfsbereit, kompetent und auf Schweizerdeutsch. Für unsere fünf Anrufe betrug die Wartezeit akzeptable zwei bis fünf Minuten. Der telefonische, seitens Yuh kostenlose Helpdesk ist unter der Nummer 044 825 87 89 (Mo. – Fr. / 08:00 – 22:00 Uhr) erreichbar. Dass der Support auch als ungenügend bzw. überlastet wahrgenommen wird, wie unten teilweise aus den Kommentaren hervorgeht, ist wohl vor allem dem rasanten Kundenzustrom bzw. dem unglaublichen Erfolg von Yuh geschuldet.

Wie funktioniert die Anmeldung?

Bevor du Yuh Neukunde werden kannst, musst du dich einmalig registrieren. Das diesbezügliche Verfahren benötigt nur rund 10 Minuten und erfolgt rein digital. Wichtig: Wenn du vom Bonus im Wert von 50 CHF Trading Credits plus den 250 Swissqoins profitieren möchtest, trägst du unseren Aktionscode YUHSFB im Feld «Dein Aktionscode von Yuh» ein und nicht bei «Freunde werben Freunde» o.ä.

Folgende fünf Schritte gilt es bei der Yuh Anmeldung zu durchlaufen:

  1. E-Mail verifizieren (mittels Bestätigungsmail von Yuh in deinem Postfach)
  2. Identität überprüfen (mittels Reisepass oder ID; Selfie)
  3. Vertrag unterzeichnen (mittels elektronischer Unterschrift)
  4. Wohnsitz nachweisen einschliesslich Eingabe der Steueridentifikationsnummer (=AHV-Nr.) in den Einstellungen bei «Steuerwohnsitz»
  5. Erste Einzahlung tätigen (Bitte beachte, dass du von den spendierten Trading Credits und den 250 Swissqoins erst profitieren kannst, wenn du mindestens 500 CHF auf dein neues Yuh Konto überwiesen hast.)

Positiv: Yuh beschränkt sich auf die gesetzlich notwendigen Daten von dir: also keine Detailfragen zu deinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen, deinem Arbeitspensum etc. Für Swissquote oder PostFinance Kunden gibt es ein verkürztes Verfahren.

Die physische Yuh Karte (Mastercard Debitkarte) und der dazugehörige PIN-Code wird dir übrigens wenige Tage nach der Anmeldung separat per Post zugestellt. Wichtig: Bevor du die Karte einsetzen kannst, musst du sie in der App aktivieren.

Yuh Erfahrungen
Yuh Aktionscode YUHSFB während des Anmeldeverfahrens eingeben und 50 Trading Credits sichern (nach Ersteinzahlung von 500 CHF, Bild links). Nach der Anmeldung sind vier von fünf Schritten erledigt (Bild rechts). Die definitive Konto-Eröffnung erfolgt erst nach der Erstüberweisung (Schritt 5).

Wie sicher ist Yuh?

Deine Barmittel, egal ob fürs Zahlen oder Sparen, sind bei der staatlich regulierten Swissquote Bank angelegt und sind im Falle eines Konkurses mit einer Einlagensicherung von 100’000 CHF geschützt. Wenn du also bereits Swissquote Kunde bist, müsstest du entsprechende Barmittel ebenfalls addieren und darauf achten, dass diese gesamthaft 100’000 CHF nicht übersteigen.

ETF-Anlagen unterliegen natürlich dem Marktrisiko, gelten aber als Sondervermögen und fallen deshalb nicht in die Konkursmasse. 

Wirksamen Schutz gegen Betrug und unzulässigen Zugriff auf dein Yuh Konto bietet dir die biometrische Authentifizierung mit Gesichtserkennung oder Fingerabdruck. Zudem kannst du in den Einstellungen Push-Nachrichten für deine Transaktionen aktivieren.

Nach dem Ausloggen wird dir mit dem Yuh Key wieder Zugang zu deinem Yuh Konto gewährt. Der Yuh Key ist eine sechsstellige Nummer, welche du während der Kontoeröffnung definierst.

Zusätzlich gibt es für deine Yuh Karte einen vierstelligen PIN-Code. Diesen erhältst du separat per Briefpost.

Schliesslich bieten Mastercard und Yuh mit 3-D Secure ein sicheres Verfahren für das Bezahlen im Internet an. Dabei gibst du nach der Kaufbestätigung die Transaktion mit deinem Smartphone frei und sicherst dich so gegen Betrug beim Online-Shopping ab. 3-D Secure kannst du in der Yuh App aktivieren.

Fazit zur Sicherheit mit Yuh

Abgesehen von den üblichen Marktrisiken, die du beim Wertschriftenhandel immer eingehst, beurteilen wir Yuh als eine sichere Schweizer Online-Bank.  

Was um Himmels Willen sind Swissqoins?

Yuh beschreibt Swissqoin (SWQ) als einen innovativen Krypto-Token, dessen Wert stetig steigt, da Yuh jeden Monat Geld in ihn zurückfliessen lässt. Zudem gilt: Je mehr du die App benutzt, desto mehr Swissqoins erhältst du und desto mehr kannst du von Yuhs Prämien profitieren.

So erhältst du 5 SWQ pro Trade und 0,5 SWQ pro Kartenzahlung (bis 15.4.2026 waren es bei Kartenzahlungen doppelt so viel; Mindestbetrag pro Transaktion: 1 CHF). Positiv: Swissqoins lassen sich jederzeit verkaufen – der Gegenwert wird in CHF gutgeschrieben.

Dein Startguthaben beträgt 250 SWQ, was bei uns am 20.9.2023 genau 3.74 CHF Wert war. Das heisst 1 SWQ = 0.01496 CHF. Per 21.4.2026 lag der Verkaufskurs für 1 SWQ bereits bei 0.02122296 CHF – eine Steigerung von 42%.

Swissqoins steigen im Wert stetig, weil ein Teil der Einnahmen von Yuh wieder in den Token zurückfliesst. Swissqoins kannst jederzeit verkaufen bzw. in CHF umwandeln.

Fazit zu den Swissqoins

Swissqoins sind wie die Cumulus-Punkte von der Migros: Eine nette Spielerei, welche dir einen stetigen monetären Mehrwert bringen kann, insbesondere dann, wenn du viele kleinere Beträge ab 1 CHF mit deiner Yuh Karte begleichst. Voraussetzung ist jedoch, dass du rational bleibst und dich nie wegen ein paar zusätzlichen Swissqoins zu unüberlegten Transaktionen verleiten lässt. 

Vor- und Nachteile von Yuh

Bevor wir diesen Yuh Review mit einem Schlussfazit beenden, wollen wir basierend auf unseren Yuh Erfahrungen die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser jüngsten und wohl innovativsten Neobank der Schweiz zusammenfassen.

Umfassendes Gesamtpaket in einem modernen Kleid und intuitiver Bedienung
Attraktive Konditionen rund ums Zahlen und Sparen mit zahlreichen Gratisleistungen
Vergleichsweise ansprechende Sparzinsen (ausser bei Nullzinsphasen)
Praktisches, gebührensparendes Multiwährungskonto für 13 Währungen
Investieren zu tiefen Gebühren bei kleinen Tranchen um die 1’000 CHF
Komfortables Investieren mit Sparplan im Autopilot-Modus möglich, neu auch mit attraktiven «Gratis-ETFs»
Fractional-Trading (Bruchteile von Aktien, Aktien-ETFs) bei allen Anlageprodukten möglich
Einlagensicherung von 100’000 CHF
Hohe Kosten bei grösseren Investitionssummen durch lineare Gebühr von pauschal 0,5 % (Ausnahme: provisionsfreie ETFs).
Relativ hohe Währungswechselgebühren von 0,95%

Schlussfazit zu unseren Yuh Erfahrungen

Für digitalaffine und kostenbewusste Personen, die bereits heute viele Geschäfte übers Handy regeln, dürfte Yuh für den Zahlungsverkehr weit oben in der Gunst stehen.

Verfügst du bereits über Fremdwährungsguthaben, so fallen – dem Multiwährungskonto sei Dank – bei Kartenzahlungen im Ausland keine Gebühren an. Ansonsten sind bei Yuh die Währungswechsel mit 0,95% Gebühren nicht gerade günstig.

Das Investieren mit Yuh beurteilen wir grundsätzlich als empfehlenswert – mit zwei Einschränkungen:
Auch wenn Yuh sehr attraktive ETFs im Angebot hat, ist die Auswahl im Vergleich zu klassischen Online-Brokern noch limitiert. Zudem schlagen die Kosten bei höheren Investitionssummen aufgrund der linearen Preisstruktur stärker zu Buche.

Im Umkehrschluss heisst dies aber auch: Wenn der eine oder andere Wunsch-ETF bei Yuh angeboten wird und du jeweils kleinere Tranchen bis rund 1’000 CHF handelst, kann das Investieren mit Yuh eine durchaus attraktive Wahl sein. Umso mehr, als dir aktuell 50 CHF Trading Credits sowie 250 Swissqoins geschenkt werden.

Ein klarer Pluspunkt bei Yuh ist der automatische Sparplan: 21 ETFs ohne Kaufprovisionen lassen sich neu besparen, darunter auch zwei global diversifizierte Vanguard-Klassiker.

Egal, ob fürs Zahlen, Sparen und/oder Investieren, Yuh könnte also für dich die bevorzugte Banklösung sein.

Yuh eignet sich aber definitiv auch ergänzend zu deiner Hausbank und deinem Online-Broker. Du kannst mit einer solchen «Doppellösung» eigentlich nichts falsch machen, denn Yuh ist insofern risikolos, als für dich keine laufenden Gebühren bei Kontoführung und Wertschriftendepot anfallen.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-04-21: Swissqoin-Kurs und -Gutschrift bei Kartenzahlung angepasst. 

2026-02-23: Fee-Free Trading Days Angebote von Yuh erläutert.  

2026-01-19: Umfassende Aktualisierung vorgenommen.

2025-09-05: Neuen CEO Fin vorgestellt. 

2025-07-08: Darauf hingewiesen, dass Yuh nach dem Kauf der Anteile von PostFinance zu 100% Swissquote gehört.

2025-06-20: Zusätzlicher Bonus von 250 Swissqoins erwähnt, Swissqoin Wertentwicklung Grafik eingefügt und Sparzinsen (0,00%) aktualisiert. 

2025-05-27: Neue Abbildung mit gebührenfreier EUR-Kartenzahlung eingefügt.

2025-04-01: Sparzinsen (0,10%) aktualisiert.

2025-03-27: Darauf hingewiesen, dass Yuh nach vier Jahren bereits Gewinne schreibt und bei Unzufriedenheit mit dem Support als zusätzliche Option der Yuh CEO Markus Schwab direkt per Mail (makurs.schwab@yuh.com) kontaktiert werden kann.

2025-01-12: Sparzinsen und Anlageuniversum aktualisiert. Hinweis, dass automatischer Transfer von «Sparen» zu «Zahlen» nicht möglich ist. Rechenbeispiel mit Wertsteigerung eines Swissqoin eingefügt.

2024-10-14: Yuh Anlageuniversum aktualisiert und auf neue, aussagekräftigere Yuh Produktübersicht hingewiesen. 

2024-10-03: Zinskonditionen angepasst.

2024-07-26: Zusätzliches Kapitel inkl. Visualisierung über das neue Yuh Sparplan-Angebot mit 6 «Gratis-ETFs» eingefügt.

2024-07-21: Auf neues Yuh Sparplan-Angebot mit «Gratis-ETFs» hingewiesen. 

2024-07-01: Änderung, dass nur noch Spareinlagen verzinst werden, eingefügt. 

2024-06-20: Befristetes Angebot für gratis Währungswechsel erwähnt.

2024-06-12: Kleinere Anpassungen, u.a. Verlinkungen zu passenden Drittartikeln, vorgenommen.

2024-04-23: Auf die aussagekräftigeren ETF-Bezeichnungen in der Yuh App hingewiesen.

2024-01-09: Anmeldeverfahren präzisiert mit Erläuterung, unter welchen Bedingungen Bonus von 50 CHF Trading Credits aktiviert wird. Fazit mit der Besonderheit von Yuh ergänzt, dass auch die Barmittel für den Zahlungsverkehr von Sparzinsen profitieren. 

2023-11-02: Ursprünglich sind wir, basierend auf den damaligen FAQs, von einem aktiven Anlageansatz bei der 3.-Säule-Lösung von Yuh ausgegangen. Beim diesbezüglichen Anlageuniversum haben wir zudem die fehlende Transparenz bemängelt. Beide Aspekte sind nun im Beitrag richtiggestellt worden: passiver Anlageansatz und Produktetransparenz (d.h. die entsprechenden Indexfonds sind auf der Yuh Internetseite verlinkt).  

Disclaimer

Transparenzhinweis: Das Gesamtpaket von Yuh hat uns überzeugt, weshalb wir eine Partnerschaft mit Yuh eingegangen sind. Mit dem Yuh Aktionscode «YUHSFB» kannst du dir Trading Credits im Wert von 50 CHF sichern und gleichzeitig unseren Blog unterstützen. Um glaubwürdig und realitätsnah aus erster Hand zu berichten, sind Toni und Stefan im Zuge dieses Beitrags Neukunden von Yuh geworden.

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Yuh Review basierend auf unseren Yuh Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Früher nahezu alternativlos, heute mit viel Konkurrenz um die Ohren: In diesem ausführlichen Review wollen wir dir über unsere Swissquote Erfahrungen berichten. Du erfährst, wo wir die Stärken und Schwächen beim grössten Schweizer Online-Broker sehen und für welche Anlegerinnen und Anleger sich ein Wechsel besonders lohnt – und für welche nicht. Schliesslich erklärt Marketingchef Romain Le Baud, vor welchen besonderen Herausforderungen Swissquote derzeit steht und wie sich das Unternehmen in einem zunehmend dynamischen Markt positioniert.

Stefan & Toni | 27 Kommentare
aktualisiert am 3.1.2026

Kurz & bündig

Die 1996 gegründete Schweizer Online-Bank Swissquote kombiniert Sicherheit, Innovation und ein breites Produkteangebot. Wenn du Trading, Banking und Sparen alles aus einer Hand möchtest, findest du hier eine der umfassendsten Lösungen am Markt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Unsere Swissquote Erfahrungen zeigen: Wenn du eine etablierte Schweizer Plattform mit breitem Angebot und fairen, aber nicht günstigsten Konditionen suchst, triffst du mit Swissquote eine starke Wahl – alles aus einer Hand.

🎁Mit dem Swissquote Aktionscode MKT_SFB sicherst du dir bei der Kontoeröffnung 100 CHF Trading Credits.

Contents

Swissquote Aktionscode MKT_SFB

Falls dich das Angebot von Swissquote überzeugt, dann sichere dir bei der Kontoeröffnung mit dem Aktionscode MKT_SFB einen Startbonus in Form von Trading Credits (Gebührenerlass auf Trades). Zudem unterstützt du damit unseren Blog.

– Partnerangebot

– – – – –

Unternehmensgeschichte

«Wir wollen weltweit die fortschrittlichste und intuitivste Online-Bank sein. Mit Innovation und Technologie stellen wir herkömmliche Konventionen in Frage und überdenken sie neu.» So lautet die Vision von Swissquote. 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1996 ist die Unternehmensgeschichte von Swissquote geprägt von Innovation und Wachstum. Letzteres erfolgte nicht nur organisch, sondern auch durch häufige Firmenübernahmen.

Heute zählt Swissquote über 700’000 Kund:innen und ist mit 12 Standorten rund um den Globus vertreten – ein klares Zeichen für die internationale Ausrichtung und die wachsende Bedeutung der Bank im globalen Online-Trading-Markt.

Mit 12 Standorten weltweit ist Swissquote international breit aufgestellt (Quelle: Swissquote).

Nachfolgend fokussieren wir uns auf jene Meilensteine, die für Privatanleger:innen besonders relevant sind.

Dass das von Dynamik geprägte Geschäftsmodell von Swissquote funktioniert, zeigt auch die erfreuliche Kursentwicklung der Bank. 

Vom 2. Juni 2000 (Börsengang Swissquote) bis 13. Januar 2025 hat Swissquote ihren Marktwert vervielfacht, während bei der noch einzig verbliebenen Schweizer Grossbank UBS im Langzeitvergleich Börsentristesse herrscht (Quelle: Swissquote TradingView).

Produktpalette

Das Angebot von Swissquote beurteilen wir als sehr umfassend. Gesamthaft bietet Swissquote über 3 Mio. Produkte an, darunter eine Fülle an ETFs, handelbar an über 50 Börsen auf der ganzen Welt.

Am bekanntesten ist wohl der elektronische Handel mit Wertschriften wie Aktien, Anlagefonds (inkl. ETFs), Optionen/Warrants und Obligationen sowie die Konto- und Depotführung für Privat- und Firmenkunden sowie Vermögensverwalter. Wie konkurrenzfähig Swissquote in ihrem Hauptgeschäft ist, zeigt sich auch daran, dass die grosse PostFinance das E-Trading seit 2015 ausschliesslich über die Plattform von Swissquote abwickelt.  

Zudem ermöglichte Swissquote bereits 2017 als erste Online-Bank das Handeln in Kryptowährungen Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Litecoin und Ripple.

Darüber hinaus bietet Swissquote weitere traditionelle Bankdienstleistungen an wie Hypotheken, Lombardkredite, Spar- und Multiwährungskonten sowie diverse Zahlungskarten, darunter auch die kostenlose, rein virtuelle Debitkarte «Light».

Schliesslich unterstreichen mächtige Analysetools sowie ein integriertes Robo-Advisory «Invest Easy» die breite Produktpalette und die grosse Innovationskraft des Unternehmens.

Fokus auf Aktien-ETFs: Swissquote bietet also eine vielseitige Multi-Asset-Plattform für die unterschiedlichsten Anlegergruppen an. Bekanntlich erachten wir die passive, kostengünstige, breit diversifizierte Buy and Hold-Anlagestrategie mit Fokus auf die Anlageklasse Aktien als die langfristig am erfolgversprechendste. Weiter sind wir überzeugt, dass eine solche Strategie am besten mit ETFs umgesetzt werden kann. Deshalb haben wir uns bei diesem Review über unsere Swissquote Erfahrungen auf Aktien-ETFs fokussiert. 

Sicherheit

Swissquote hat sich in ihrer über 25-jährigen Firmengeschichte als krisenresistent erwiesen. Abgesehen davon dürften für sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger insbesondere folgende Argumente eine Rolle spielen:

Kontoeröffnung

Die Kontoeröffnung erfolgt in wenigen Minuten rein digital u.a. mittels Scanning von Dokumenten. Auf Videoaufnahmen zur Personenerkennung verzichtet Swissquote. Alternativ bietet Swissquote die Kontoeröffnung in ihrer Lounge in Zürich persönlich an. So oder so: Die Kontoeröffnung gliedert sich in die folgenden drei Teile:

App und Plattform

Wie es sich für einen modernen Online-Broker gehört, bietet Swissquote sowohl webbasierten Zugang über den Desktop als auch eine App für mobile Geräte.

Während Swissquote sich bislang in einem eher nüchternen, wenig einladenden Kleid präsentierte, überzeugt der neue Auftritt durch eine klare Struktur und eine moderne Optik.

Im Menü «Bank» werden die Barbestände sowie die Kontenbewegungen auf den drei Standardkonten in CHF, EUR und USD angezeigt. Zusätzlich erhältst du eine Übersicht über deine Kartentransaktionen.

Die eigentliche Handelsplattform befindet sich im Menü «Trade». Dieses lässt sich individuell gestalten: Neben deinen bereits gehaltenen Positionen kannst du eine persönliche Watchlist mit für dich relevanten Wertschriften anlegen. So behältst du Kursentwicklungen, Marktdaten und potenzielle Kaufkandidaten jederzeit im Blick.

Swissquote
Neue Mobile App mit Charts, Bezahlkarte und Transaktionsübersicht (Quelle: Swissquote).

Swissquote Erfahrungen
Neue Swissquote Desktop-Plattform mit Marktübersicht und Trading-Funktionen (Quelle: Swissquote).

Swissquote ermöglicht es dir, an praktisch allen grösseren Börsenplätzen der Welt Wertschriften zu erwerben. Bekannte ETFs, in Abbildung unten beispielsweise der Vanguard FTSE All-World, werden oft an unterschiedlichen Börsen und in mehreren Währungen gehandelt. Die Visualisierung mittels Landesflagge deutet auf die Herkunft der Börse hin und unterstützt dich bei der Wahl des gewünschten Wertpapiers.

Hast du dich für ein Wertpapier entschieden, listet dir Swissquote alle möglichen Börsenplätze und Handelswährungen auf (Quelle: Swissquote).

Preise

Um es gleich vorweg zu nehmen: Gegen ausländische Anbieter wie Interactive Brokers oder DEGIRO kann Swissquote preislich nicht mithalten. Im innerschweizerischen Vergleich überzeugt Swissquote aber mit durchaus attraktiven Gebühren.

Gebühren-Highlights: Pauschal für 9 CHF / Sparpläne ab 3 CHF

Wie bereits erwähnt, ist uns bezüglich der Gebühren besonders positiv aufgefallen, dass Swissquote zahlreiche attraktive ETFs, sogenannte ETF Leaders, zu einer moderaten Flatrate von 9 CHF anbietet. Dieser faire Pauschaltarif soll gemäss Swissquote für insgesamt mehr als 9’000 ETFs gelten.

Wenn du regelmässig kleinere Beträge investieren möchtest, wartet Swissquote neu mit Sparplänen zu tiefen Gebühren ab 3 CHF auf.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Gebührenarten für dich zusammengestellt:

Depotgebühren

Depotgebühren sind transaktionsunabhängig. Sie werden bei Swissquote quartalsweise erhoben und betragen jeweils 0,025% des Depotwerts, mindestens jedoch 15 CHF und höchstens 50 CHF. Positiv: Swissquote setzt bei den Depotgebühren einen Kostendeckel ein. Die jährliche Maximalgebühr von 200 CHF wird ab einem Wertschriftenvermögen von 200’000 CHF erreicht. Bei Werten darunter wird es günstiger bis minimal 60 CHF p.a.

Wie wichtig ein Kostendeckel bei grösseren Vermögen für kostenbewusste Anlegerinnen und Anleger ist, zeigt der nachfolgende Vergleich:

Anbieter100’000 CHF500’000 CHF1 Mio. CHF
Swissquote100 (0.10%)200 (Cap)200 (Cap)
Migros Bank230 (0.23%)1’150 (0.23%)2’100 (0.21%)
Zürcher Kantonalbank300 (0.30%)1’500 (0.30%)3’000 (0.30%)
UBS350 (0.35%)1’750 (0.35%)3’500 (0.35%)
Depotgebühr-Vergleich Swissquote (mit Kostendeckel) mit anderen etablierten Schweizer Banken (ohne Kostendeckel): Je höher das Wertschriftenvermögen ist, desto wichtiger ist ein Kostendeckel bzw. desto besser schneidet Swissquote im Vergleich ab (Eigene Recherche; Stand 13.1.2025).

Courtagen (Transaktionsgebühren)

Positiv ins Auge sticht uns bei dieser wichtigen Gebührenposition die für schweizerische Verhältnisse moderate Flatrate von 9 CHF/USD/EUR (je nach Handelswährung). Swissquote bezeichnet ETFs, welche von diesem günstigen Pauschaltarif profitieren, «ETF Leaders». Dabei handelt es sich nicht etwa um unattraktive Restposten unbekannter Anbieter. Im Gegenteil: In diese Kategorie fallen Hunderte von ETFs der renommiertesten Anbieter wie Vanguard oder iShares (Blackrock). Ihre Gemeinsamkeit: Sie werden alle an der Schweizer Börse SIX gehandelt.

Erfreulich: Unsere Recherche hat zudem ergeben, dass sämtliche Sieger-ETFs, welche wir im Artikel Beste ETFs Schweiz und global nach einem mehrstufigen, strengen Auswahlverfahren auserkoren haben, von diesem günstigen Pauschaltarif profitieren.

Hier findest du alle ETFs, welche Swissquote zum «ETF Leaders» Spezialtarif anbietet.  

Kommen wir nochmals auf die Kosten zurück: Ein Kauf von 50 Anteilen des «ETF Leaders» Vanguard All World ETF (VWRL) zum Stückpreis von 94.00 CHF hat uns 4’718.25 CHF gekostet einschliesslich der Gebühren von 18.25 CHF. Nachfolgend schlüsseln wir diese transaktionsbedingten Kosten kurz auf:

Das heisst, die Gebühren von Swissquote betragen bei unserem Testtrade nur rund die Hälfte, die andere Hälfte streichen Bund und Börse ein. 

Swissquote Erfahrungen
Börsenauftrag für einen ETF-Kauf bei Swissquote.

Wenn du dich für keinen dieser Tiefpreis-ETFs erwärmen kannst, zahlst du für Transaktionssummen ab 2’000 CHF/USD/EUR deutlich höhere Courtagen, wie die nachfolgende Preisübersicht von Swissquote für Aktien und ETFs zeigt:  

Swissquote Erfahrungen

Courtagen beginnen bei Swissquote neu bereits ab 3 CHF, z.B. mittels eines Sparplans über 500 CHF.

Es liegt also auf der Hand: Wer Swissquote als Broker wählt und in ETFs investieren möchte, sollte sich vorzugsweise für «ETF Leaders» Produkte mit Pauschalcourtage von 9 CHF entscheiden. Die «normalen» Tarife erinnern an die Schweizer Hochpreisinsel und dürften für kostenbewusste Anlegerinnen und Anleger kaum in Frage kommen. Mit einer Ausnahme: Investierst du nämlich nur kleinere Beträge, z.B. regelmässig mittels Sparplan, bis 500 bzw. 1’000 CHF, fallen ebenfalls nur moderate Gebühren von 3 resp. 5 CHF an. 

Stempelsteuer (Transaktionssteuer)

Da Swissquote ein Schweizer Broker ist, wird bei jedem Trade die Stempelsteuer erhoben. Sie beträgt 0,075 Prozent für in der Schweiz domizilierte Fonds (erkennbar an der inländischen ISIN «CH…») und 0,15 Prozent für im Ausland domizilierte Fonds (ausländische ISIN wie z.B. «IE…» für Irland). Mehr zur Besteuerung von ETFs findest du in unserem separaten Steuerartikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 4 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Fremdwährungsgebühren

Für den Währungstausch innerhalb von Hauptwährungen, wozu Swissquote u.a. den Schweizer Franken, den Euro, den US-Dollar, das britische Pfund oder den japanischen Yen zählt, fallen 0,95% Gebühren an. Für sogenannte Nebenwährungen gelten höhere Ansätze, welche du hier entnehmen kannst.

Bei Swissquote können nahezu beliebig viele Fremdwährungskonten geführt werden. Fremdwährungskonten sind vorteilhaft, denn sie können dir helfen, die relativ hohen Wechselgebühren zu sparen. Wenn du beispielswiese bereits über EUR-Barwerte verfügst und in einen ETF in EUR-Handelswährung investieren möchtest, fallen für dich keine Fremdwährungsgebühren an. Auch die eingehende EUR-Überweisung auf dein Swissquote Trading-Konto ist kostenlos.

Kontoführungsgebühren 

Bei Swissquote kannst du deine Barmittel auf unterschiedlichen Währungskonten gebührenfrei verwalten. Praktisch: Bereits bei der Kontoeröffnung erhältst du standardmässig je ein CHF-, USD- und EUR-Bankkonto.

Überweisungsgebühren

Erfreulich, wenn auch überfällig: Seit 1.1.2023 erhebt Swissquote keine Gebühren mehr für Inlandzahlungen. Zuvor musste für ausgehende Überweisungen pauschal eine Gebühr von 2 CHF bezahlt werden. Für uns ein No-Go, weshalb wir bei Veröffentlichung des Artikels davon abgeraten hatten, Swissquote als klassische Hausbank zu nutzen. Nun dürfte diese Option für manche Anleger:innen wieder in Frage kommen. Aber aufgepasst: Wenn du regelmässig internationale SEPA-Überweisungen in Euro tätigst, werden dir nach wie vor Gebühren von 2€ belastet. 

Kosten für Lombardkredite

Wer risikofreudiger anlegen will, kann mittels eines Wertschriftenkredits (Lombardkredite) seine Investments hebeln. Die aktuellen Zinssätze von Swissquote findest du hier.

Sollten Lombardkredite für dich ein Thema sein, lohnt es sich, wenn du die Angebote der verschiedenen Anbieter genau überprüfst. Denn es gibt auf diesem Nischenmarkt grosse Unterschiede, welche letztlich entscheidend für deine Performance sind.

Toni beispielsweise entschied sich anfangs 2022 für einen Lombardkredit von Interactive Brokers, deren (damals) tiefe Kreditzinsen letztlich dafür ausschlaggebend waren, dass er sein Hauptdepot seither bei IBKR führt.   

Gebühren für Robo-Advisory

Wer sein gesamtes Portfolio, also nicht nur einzelne Positionen im Sparplan, automatisiert verwalten möchte, für den oder die bietet Swissquote optional «Invest Easy» an. Die relativ hohen Gesamtgebühren von bis zu 0,81% dürften jedoch viele Privatanleger:innen abschrecken. Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigt unser Vergleich von drei etablierten Robo-Advisors.

Wertpapierleihe als zusätzliche Einnahmequelle

Die Wertpapierleihe ist ein kostenloser, optionaler Service von Swissquote, der dir eine zusätzliche Möglichkeit bietet, passives Einkommen aus deinem bestehenden Portfolio zu generieren. Und so funktioniert’s: Swissquote lässt in deinem Auftrag deine Wertpapiere an Institutionen ausleihen, die sie benötigen und du erhältst einen Anteil der dadurch erzielten Renditen. Dieser Anteil kann stark variieren: Gemäss Swissquote bewegt sich die Bruttorendite für ausgeliehene Wertpapiere je nach Leihgeschäft zwischen 0,5% und über 4%. Die Erträge werden monatlich gutgeschrieben.

Swissquote versichert, die Wertpapierleihe nur mit renommierten, erstklassig bewerteten Instituten zu betreiben und hält mindestens 105% an Sicherheiten. 

Auch mit der Verleihung deiner Wertschriften bleibst du deren wirtschaftlicher Eigentümer und erhältst auch weiterhin Dividenden.

Wichtig: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen seitens Swissquote gehst du mit  der Wertpapierleihe ein zusätzliches Risiko ein. Im Wesentlichen besteht dieses darin, dass im Schadensfall der Wert der Sicherheiten den Wert der verliehenen Wertpapiere nicht deckt. Mehr zur Wertpapierleihe von Swissquote erfährst du hier

Schema der Wertpapierleihe als optionaler Swissquote Service für passive Zusatzverdienste (Quelle: Swissquote).

Support

Ein klarer Pluspunkt von Swissquote stellt für uns deren Support dar: Kompetent, kostenlos, bei Bedarf deutschsprachig und flexibel via Telefon, Mail oder Chat.

Letzteres hat sich für uns als besonders effizient herausgestellt (Anders bei Telefonanfragen, wo wir kurz vor Mittag auch schon 15 Minuten in der Warteschlaufe verbrachten.): Während bei Standardfragen der Roboter gut zu helfen weiss, beantwortet spezifischere Anliegen das menschliche Supportteam. Zu beachten ist dabei, dass der Wechsel von Maschine zu Mensch jeweils mittels des Kommentars «Bitte einen Agenten.» einzuleiten ist.

Swissquote Erfahrungen
Effizientes Chatsystem von Swissquote dank fliegendem Wechsel von Maschine zu menschlichem Support.

Einmal hat uns der telefonische Support auf das Kontaktformular verwiesen, als wir auf einen Bug in der Demoversion hinwiesen. (Einige Widgets in unserem Arbeitsbereich wurden nicht mehr korrekt angezeigt.) Wir füllten also das Formular aus und fügten als „Beweismaterial“ einen Printscreen mit den fehlerhaften Widgets an. Per Mail bekamen wir von Swissquote noch gleichentags die Mitteilung, dass die Behebung des erwähnten Problems zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen würde, was dann auch zutraf.

Weniger bekannt dürfte für viele sein, dass die Online-Bank Swissquote neben dem Hauptsitz in Gland (VD) auch noch eine Lounge in Zürich betreibt. An zentraler Lage an der Löwenstrasse 62 bzw. fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, kannst du Swissquote persönlich begegnen. Und zwar nicht nur, wie oben bereits erwähnt, für die Kontoeröffnung, sondern auch um in entspannter Atmosphäre Börseninformationen & Co. abzurufen oder einfach einen Kaffee zu trinken.

Als Support im weiteren Sinn bietet Swissquote eine breite Ausbildungspalette in Form von kostenlosen Videokursen, Webinaren und eBooks rund ums Investieren an. Diese Ausbildungsformate richten sich in erster Linie an Börseneinsteiger-/innen, wie auch der nachfolgende Videobeitrag über das Funktionieren der Börse zeigt.

Eignung

Basierend auf unseren Swissquote Erfahrungen und der für diesen Review durchgeführten Recherchen eignet sich der Schweizer Pionier-Broker nach unserer Einschätzung insbesondere für Anlegerinnen und Anleger, die auf eines oder mehrere der folgenden Eigenschaften bei der Brokerwahl Wert legen:

– Partnerangebot

– – – – –

Interview mit Romain Le Baud, Head Marketing Swissquote

Als Marketingchef prägst du Swissquotes Positionierung. Welche Herausforderungen sind aktuell die wichtigsten?

Romain Le Baud: Der Markt ist heute digitaler, schneller und preissensitiver denn je. Für uns ergeben sich drei zentrale Herausforderungen:

  1. Auffallen in einem Markt, in dem alles gleich aussieht
    Viele Anbieter wirken ähnlich. Swissquote muss als innovative, verlässliche und mutige Marke klar erkennbar bleiben.
  2. Preissensitivität und Wertschöpfung in Einklang bringen
    Der Preisdruck steigt. Entscheidend ist, den Mehrwert sichtbar zu machen, der hinter einer regulierten Schweizer Bank mit breitem Angebot und stabiler Infrastruktur steht.
  3. Mit dem Tempo mithalten, ohne unsere langfristige Vision zu verwässern
    Die Branche beschleunigt – neue Technologien, neue Plattformen, neue Anlageklassen. Wir wollen agil bleiben, ohne unsere Ausrichtung oder ein konsistentes Kundenerlebnis zu verlieren.

Am Ende zählt, Swissquotes führende Position in einem immer dynamischeren Markt zu sichern – durch klare Identität, Innovation und Verlässlichkeit.

Swissquote erzielt Rekordzahlen, gleichzeitig geraten die Depotgebühren zunehmend in die Kritik. Gerade weil diese Gebühren auch dann anfallen, wenn man nicht handelt, sehen viele sie als Relikt des traditionellen Bankings. Wie steht ihr zu einem möglichen Gebührencut und der Chance, damit preissensitivere Anlegersegmente anzusprechen?

Romain Le Baud, Head Marketing Swissquote

Es ist entscheidend, zwischen einem Low-Cost-Broker und einer vollständig regulierten digitalen Bank zu unterscheiden. Swissquote ist die führende digitale Bank der Schweiz – mit Schweizer Regulierung, Kundendienst, interner Entwicklung und einem breiten Anlageuniversum von über 3 Millionen Produkten. Dieses Niveau an Sicherheit, Infrastruktur und Qualität hat seinen Preis, und wir sind überzeugt, dass der gelieferte Wert diesen klar rechtfertigt.

Unser Ziel ist nicht, der günstigste Anbieter zu sein, sondern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Für preissensitivere Kundinnen und Kunden, die ein einfacheres und reduziertes Angebot bevorzugen, bietet Yuh bereits eine moderne und wettbewerbsfähige Alternative ohne Depotgebühren.

Zum Schluss ein Blick in die Glaskugel: Wie werden Banking und Trading bis 2030 aussehen – hinsichtlich Technologie, Regulierung und Kundenverhalten? Und mit welchen neuen Funktionen oder Produkten wird uns Swissquote in naher Zukunft überraschen?

Über künftige regulatorische Entwicklungen lässt sich nur schwer verlässlich spekulieren, und ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu konkreten Produktneuheiten erst äussere, wenn sie spruchreif sind. Klar ist jedoch, dass zwei Kräfte die Finanzwelt bis 2030 prägen werden: Technologie und Kundenverhalten – und KI wird beide stark beschleunigen.

  1. Technologie: KI-basiert, reibungslos und stark personalisiert
    KI wird bis 2030 zum Kern des Trading- und Banking-Erlebnisses. Plattformen werden intelligenter, persönlicher und dialogorientierter – von Analyse und Risikokontrolle bis hin zu nahezu unsichtbaren Prozessen wie Onboarding oder Compliance. Technologie entwickelt sich damit vom Ausführungswerkzeug zum eigentlichen Intelligenz-Motor.
  2. Kundenverhalten: vom DIY-Trading zu KI-gestütztem Investieren
    Anlegerinnen und Anleger wollen weiterhin Kontrolle, aber weniger Komplexität. KI wird Entscheidungen vereinfachen und personalisierte, geführte Erlebnisse ermöglichen. Banking, Trading und digitale Assets werden dabei zunehmend zu einer nahtlosen Nutzerreise zusammenwachsen.

Vielen Dank Romain für die spannenden Einblicke.

(Das Interview mit Romain Le Baud wurde am 20.11.2025 schriftlich auf Englisch geführt und hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.)

Fazit zu unseren Swissquote Erfahrungen

Unsere Swissquote Erfahrungen haben gezeigt, dass der Schweizer Markführer ein attraktives Gesamtpaket anbietet für alle, die Wert auf einen Online-Broker mit Schweizer Banklizenz legen.

Diese Zielgruppe profitiert zudem von einer modernen Trading-Plattform sowie einem effizienten, deutschsprachigen Kundensupport.

Das entscheidende Kriterium für einen Wechsel zu Swissquote sehen wir jedoch im fairen Pauschaltarif von 9 CHF/EUR/USD, welcher Swissquote u.a. für zahlreiche attraktive ETFs eingeführt hat. Mit diesem cleveren Schachzug überzeugt Swissquote im Vergleich zu den meisten anderen CH-Anbietern auch in preislicher Hinsicht.

Aber auch wenn du nur kleinere Beträge investieren möchtest, z.B. bequem mittels eines automatisierten Sparplans, hat Swissquote nachgebessert und die Einstiegspreise deutlich gesenkt: ab 3 CHF für Investitionssummen bis 500 CHF.

Und noch etwas: Am 1.1.2023 hat Swissquote die Gebühren von Inlandzahlungen abgeschafft. Durch diese unseres Erachtens überfällige Anpassung überzeugt uns Swissquote nicht nur als Schweizer Online-Broker, sondern sie punktet neu auch als klassische Hausbank. 

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-01-03: Diverse Aktualisierungen bei Text und Bilder vorgenommen. 

2025-12-16: Neues Redesign der Plattformen vorgestellt. 

2025-12-02: Bonus (Trading Credits) auf 200 CHF erhöht. 

2025-11-21: Neues Interview mit Swissquotes Marketingchef Romain Le Baud eingefügt. 

2025-10-06: Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen. 

2025-07-15: Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen.  

2025-01-13: Neuer Kurschart Swissquote vs. UBS eingefügt. Gebührenvergleich aktualisiert. Diverse kleinere Anpassungen vorgenommen.

2024-11-19: Neues Sparplanangebot mit Gebühren ab 3 CHF erläutert und Preise aktualisiert. 

2024-04-11: Diverse Links aktualisiert; das neue Tool «Invest Easy» für die automatische Vermögensverwaltung und die neue, rein virtuelle gratis Debitkarte «Light» erwähnt; Hinweis eingefügt, dass PostFinance seit 2015 das E-Trading auf der Swissquote Plattform anbietet.

2024-01-29: Präzisiert, dass Swissquote weltweit über 50 Handelsplätze und mehr als 9’000 ETFs zum Pauschaltarif von 9 CHF anbietet.

2023-12-08: Hinweis zum Demokonto gelöscht, da dieses per 27.11.2023 eingestellt wurde.

2023-10-05: Neues Kapitel über die Wertpapierleihe eingefügt. 

2023-06-15: Umfassendes Produktangebot präzisiert und quantifiziert. 

2023-01-04: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt.

2022-12-12: Text ergänzt um neuen Investitionsplan für regelmässiges, automatisiertes Investieren.

2022-12-10: Gebühren aktualisiert: Abschaffung Gebühren im Inlandzahlungsverkehr per 1.1.2023 übernommen (zuvor 2 CHF Gebühr für ausgehende Zahlungen).

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Swissquote Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Transparenzhinweis: Wir, Stefan und Toni, verfügen über grosse Swissquote Erfahrungen, da wir viele Jahre unsere Wertschriftendepots auf der E-Trading Plattform von Swissquote, auch via PostFinance, verwalteten und verwalten. Ergänzend haben wir für diesen Review ein Swissquote Demokonto eröffnet, darüber Trades abgewickelt und basierend darauf auf unterschiedlichen Kanälen den Swissquote Support getestet. 


Über 2’000 ETFs allein an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange – wie soll man da den richtigen finden? Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Kriterien schrumpft das Angebot auf eine überschaubare Auswahl zusammen. Die noch bessere: Für die meisten Anleger:innen reicht ein einziger ETF. Welche Kriterien wirklich zählen, wie du den ETF-Dschungel systematisch lichtest und wie du den für dich passenden ETF auswählen kannst, erfährst du in dieser 7. Lektion unseres Finanzleitfadens.

< Lektion 6 | Überblick | Lektion 8 >

Stefan & Toni | 24 Kommentare
aktualisiert am 24.4.2026

Kurz & bündig

Contents

ETF ist nicht gleich ETF

In Lektion 6 hast du erfahren, was ETFs sind und warum sie für dich das ideale Anlagevehikel darstellen. Doch ETF ist nicht gleich ETF. Das Universum ist riesig – und deckt weit mehr ab als nur Aktien. Alleine an der Schweizer Börse SIX findest du über 2’000 ETFs auf die unterschiedlichsten Anlageklassen: Aktien, Obligationen, Immobilien, Rohstoffe oder sogar Kryptowährungen. Hinzu kommen ETFs, die auf bestimmte Branchen, Themen, Strategien oder Faktoren setzen.

In ETFs investieren
Aktien-ETFs dominieren den Schweizer Markt mit rund zwei Dritteln Anteil – insgesamt sind über 2’000 ETFs an der SIX handelbar. (Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Daten von justETF, 15.4.2026)

Für den Aufbau deines Portfolios ist es deshalb entscheidend, die richtige Kategorie zu wählen – bevor du dich mit einzelnen Produkten beschäftigst.

Brot-und-Butter-ETFs als Kern deines Portfolios

Für den langfristigen Vermögensaufbau – und davon gehen wir in diesem Leitfaden aus – eignen sich breit diversifizierte Aktien-ETFs, die einen globalen Index nach Marktkapitalisierung abbilden, als Basis deines Portfolios am besten. Wir handhaben es genauso. Diese sogenannten Core- oder Brot-und-Butter-ETFs investieren in tausende Unternehmen und bilden das Fundament eines soliden Weltportfolios. Manche Anbieter kennzeichnen diese Produkte auch explizit: iShares etwa verwendet das Label «Core» für seine Standardprodukte, im Gegensatz zu «Edge» für spezialisierte und thematische ETFs.

In unserem ETF-Vergleich Beste ETFs Schweiz und global konzentrieren wir uns ausschliesslich auf solche Core-Produkte – und auch in dieser Lektion stehen sie im Mittelpunkt.

Spezial-ETFs als Satelliten

Daneben gibt es ETFs, die gezielt in einzelne Sektoren (z.B. Technologie), Faktoren (z.B. Small Caps, Value), Strategien (z.B. Dividenden) oder Themen (z.B. Clean Energy, Künstliche Intelligenz) investieren. Diese Produkte sind schmaler aufgestellt, weniger diversifiziert und oft teurer – können aber als gezielte Ergänzung interessant sein.

Hier kommt die Core-Satellite-Strategie ins Spiel, die wir in Lektion 3 vorgestellt haben: Der Kern (Core) deines Portfolios besteht aus einem oder wenigen breit diversifizierten ETFs. Die Satelliten sind optionale Beimischungen, mit denen du bewusst Akzente setzen kannst – etwa auf eine bestimmte Region, ein Thema oder eine Anlageklasse wie Immobilien. Wer sich für faktorbasierte Ansätze wie Small Caps oder Value interessiert, findet in unserem Artikel Lohnt sich Factor Investing? eine vertiefte Analyse.

Wichtig: Die Satelliten sind Kür, nicht Pflicht. Wer sich den Aufwand sparen will, fährt mit einem reinen Core-Portfolio genauso gut – oft sogar besser, weil einfacher und günstiger.

In den folgenden Kapiteln konzentrieren wir uns auf den Core: Welchen Index wählst du, und nach welchen Kriterien kannst du den passenden ETF auswählen?

Den richtigen ETF finden – der Index kommt zuerst
 

Der Index bestimmt, in welche Märkte, Regionen und Unternehmen du investierst. Der ETF selbst ist nur das Vehikel – der Index ist das Steuer. Wer den richtigen ETF finden will, beginnt deshalb nicht beim Produkt, sondern beim Index. Wie du in Lektion 3 gelernt hast, ist breite Diversifikation der Schlüssel zu einem robusten Portfolio. Für die Indexwahl heisst das konkret: Indizes, die ganze Regionen oder die gesamte Welt abdecken, sind einem engen Länder- oder Branchenindex vorzuziehen.

Ein ETF genügt – die einfachste Lösung

Wenn du es maximal einfach haben willst, wählst du einen einzigen globalen ETF, der sowohl Industrie- als auch Schwellenländer abdeckt. Zwei Indizes kommen dafür infrage:

Der FTSE All-World umfasst über 4’200 grosse und mittlere Unternehmen aus rund 50 Ländern. Sein Pendant von MSCI, der MSCI ACWI (All Country World Index), deckt mit rund 2’500 Positionen einen ähnlich breiten Markt ab. Die noch breitere Variante MSCI ACWI IMI schliesst zusätzlich kleinere Unternehmen (Small Caps) ein und kommt auf über 8’000 Positionen.

Mit einem einzigen ETF auf einen dieser Indizes hast du ein komplettes, marktkapitalisierungsgewichtetes Weltportfolio – ohne dich um Gewichtungen zwischen Regionen kümmern zu müssen. Einfacher geht es nicht.

Zwei ETFs – entwickelte Welt und Schwellenländer getrennt

Wer die Gewichtung zwischen Industrie- und Schwellenländern selbst steuern möchte, kombiniert zwei ETFs: einen auf die entwickelte Welt (z.B. MSCI World oder FTSE Developed World) und einen auf die Schwellenländer (z.B. MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging Markets).

 

Regionale Aufteilung – für mehr Kontrolle

Wer die US-Dominanz im MSCI World reduzieren möchte – US-Aktien machen dort aktuell rund 70% aus –, kann die entwickelte Welt in einzelne Regionen aufteilen: Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik. Da es für den asiatisch-pazifischen Raum angebotsbedingt keinen einzelnen ETF gibt, brauchst du hier zwei: einen für Asien-Pazifik ohne Japan und einen für Japan. Zusammen mit einem Schwellenländer-ETF ergibt das ein Weltportfolio aus fünf bis sechs ETFs – je nachdem, ob du zusätzlich einen Schweiz-ETF beimischen möchtest.

Diese Variante bietet mehr Kontrolle über die regionale Gewichtung, bedeutet aber auch mehr Aufwand beim Rebalancing (vgl. Lektion 5).

MSCI oder FTSE – aber bitte nicht mischen 

Die beiden grossen Indexanbieter – MSCI (USA) und FTSE Russell (Grossbritannien) – decken die globalen Aktienmärkte unterschiedlich ab. Konkret: Sie klassifizieren einzelne Länder nicht immer gleich. So ordnet FTSE beispielsweise Südkorea und Polen den entwickelten Märkten zu, während MSCI beide Länder (noch) als Schwellenland führt.

Das klingt nach einem Detail, hat aber praktische Folgen: Wer einen ETF auf den FTSE Developed World mit einem ETF auf den MSCI Emerging Markets kombiniert, hätte Südkorea und Polen doppelt im Portfolio. Umgekehrt würden diese Länder bei der Kombination MSCI World + FTSE Emerging Markets komplett fehlen.

«Entscheide dich für einen Indexanbieter – MSCI oder FTSE – und bleibe dabei.»

Die einfache Regel: Bleibe bei einem Indexanbieter. Wer MSCI für die entwickelte Welt nutzt, wählt auch MSCI für die Schwellenländer – und umgekehrt. Bei einem einzigen globalen ETF stellt sich die Frage ohnehin nicht. Eine detaillierte Gegenüberstellung der Länderklassifizierung beider Anbieter findest du in unserem ETF-Vergleich.

 

Home Bias: Warum Schweizer Indizes allein nicht reichen

Manche setzen instinktiv auf den heimischen Aktienmarkt. Doch der bekannteste Schweizer Index, der SMI, enthält nur 20 Titel – Nestlé, Roche und Novartis machen zusammen rund 45% aus. Das ist das Gegenteil von Diversifikation. Der breitere SPI (Swiss Performance Index) mit über 200 Titeln ist besser, bleibt aber ein reiner Länder-Index. Hinzu kommt: Weder SMI noch SPI sind UCITS-konform – die Produktvielfalt und der Wettbewerb sind geringer als bei globalen Indizes.

Als alleinige Basis eines Portfolios eignen sich Schweizer Indizes deshalb nicht. Schweizer Aktien sind in einem globalen ETF wie dem FTSE All-World ohnehin mit rund 2% vertreten – du bist also bereits dabei. Wer dennoch einen Swiss Finish möchte, etwa um den Franken-Anteil im Portfolio bewusst zu erhöhen, kann einen Schweiz-ETF als Satellit beimischen. Das ist dann aber eine bewusste Übergewichtung – und kein Muss. Konkrete Produkte dafür findest du in unserem ETF-Vergleich.

Weshalb ein starker Home Bias einer der häufigsten und teuersten Fehler bei der Geldanlage ist, haben wir in Lektion 3 erläutert.

Den passenden ETF auswählen: Die wichtigsten Kriterien

Hast du dich für einen Index entschieden, geht es zur konkreten Produktwahl. Denn auf denselben Index gibt es oft Dutzende von ETFs verschiedener Anbieter. Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Kriterien lässt sich das Feld bei der ETF Auswahl systematisch einengen. In unserem ETF-Vergleich Beste ETFs Schweiz und global wenden wir ein strenges, mehrstufiges Selektionsverfahren an – am Ende schaffen es nur eine Handvoll Produkte ins Finale. Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

Kosten (TER)

Die Total Expense Ratio (TER) gibt die laufenden jährlichen Kosten eines ETF an. Sie wird direkt dem Fondsvermögen belastet und schmälert laufend deine Rendite. Je tiefer die TER, desto besser. Für breit diversifizierte Welt-ETFs zahlst du heute typischerweise zwischen 0,10% und 0,20% pro Jahr. ETFs mit einer TER über 0,25% sind bei marktbreiten Indizes kaum noch zu rechtfertigen.

Tracking Difference – die unterschätzte Kennzahl

Noch aussagekräftiger als die TER ist die Tracking Difference. Sie misst, wie stark die tatsächliche Wertentwicklung eines ETF von seinem Referenzindex abweicht – und zeigt damit das Gesamtbild: inklusive Zusatzerträge, etwa aus der Wertpapierleihe, die die laufenden Kosten teilweise oder vollständig kompensieren können. Eine negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF seinen Index trotz Kosten leicht geschlagen hat.

Die Tracking Difference findest du oft nicht direkt auf den Factsheets der Anbieter. Aber du kannst sie daraus herleiten, indem du die Fondsperformance mit der Indexentwicklung vergleichst. Alternativ eignet sich die Plattform trackingdifferences.com. Als Faustregel gilt: Die Tracking Difference sollte sich im Bereich der TER bewegen – oder sogar darunter liegen. Ist sie deutlich höher, weist das auf versteckte Kosten hin.

Fondsgrösse

Obwohl der ETF-Markt rasant wächst, werden regelmässig ETFs geschlossen oder fusioniert. Dein investiertes Geld geht dabei nicht verloren – es ist als Sondervermögen geschützt –, aber der Vorgang ist umständlich und kann Kosten verursachen. Das Hauptargument für ein grosses Fondsvolumen ist aber ein anderes: Grosse ETFs werden häufiger gehandelt, was zu engeren Spreads und damit tieferen Handelskosten bei jedem Kauf und Verkauf führt.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, solltest du einen etablierten ETF auswählen – mit grossem Fondsvolumen. In unserem ETF-Vergleich setzen wir ein Mindestvolumen von 500 Mio. CHF voraus.

Replikationsmethode

Grundsätzlich stehen dir zwei Varianten zur Verfügung: Physisch replizierende ETFs kaufen die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich – entweder vollständig oder als optimierte Auswahl (Sampling). Synthetische ETFs hingegen bilden den Index über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Gegenpartei ab, was ein zusätzliches Risiko birgt. Synthetische ETFs sind ein Auslaufmodell; wir meiden sie.

Auflagedatum

Ein ETF sollte mindestens fünf Jahre am Markt sein. Nur dann lassen sich aussagekräftige Performancevergleiche anstellen und die Tracking Difference über einen längeren Zeitraum beurteilen. Ein frisch aufgelegter ETF mag günstig sein – ob er seine Versprechen langfristig hält, lässt sich aber erst nach einigen Jahren beurteilen.

Fondsdomizil

Das Domizil eines ETF hat steuerliche Konsequenzen. Für Personen aus der Schweiz sind ETFs mit Domizil Irland in der Regel steuerlich am günstigsten, gefolgt von Luxemburg. Hintergrund sind die Doppelbesteuerungsabkommen, die sich auf die Quellensteuerbelastung auswirken. In der Praxis ist das Domizil bei den gängigen ETFs auf MSCI- oder FTSE-Indizes fast immer Irland oder Luxemburg – du musst dir also selten aktiv Gedanken darüber machen.

Vertiefende Informationen findest du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Was der Name eines ETF verrät

ETF-Bezeichnungen wirken auf den ersten Blick kryptisch, folgen aber einem klaren Muster. Nehmen wir ein konkretes Beispiel auseinander:

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating

ETF auswählen
Aufbau eines ETF-Namens am Beispiel des Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating. (Quelle: Eigene Darstellung)

Wenn du diese Bestandteile kennst, entschlüsselst du jeden ETF-Namen innert Sekunden. In unserem Artikel ETF-Abkürzungen verstehen: 1C, UCITS, MSCI & Co. einfach erklärt findest du eine ausführliche Übersicht aller gängigen Kürzel.

Das Thema Währung

Beim Thema Währung herrscht in unserer Community regelmässig Klärungsbedarf – verständlicherweise, denn es gibt gleich drei verschiedene Währungsebenen:

Die Fondswährung ist die Abrechnungswährung des ETF. Sie steht oft im Namen (z.B. «USD» oder «CHF»). Die Fondswährung ist kosmetisch: Ob der ETF intern in USD oder CHF rechnet, ändert nichts an deiner Rendite. Einen praktischen Unterschied gibt es allerdings bei ausschüttenden ETFs: Dort bestimmt die Fondswährung, in welcher Währung die Dividenden ausbezahlt werden.

Die Handelswährung ist die Währung, in der du den ETF an der Börse kaufst und verkaufst. Viele ETFs sind an der SIX sowohl in CHF als auch in USD handelbar. Wenn du in CHF kaufst, sparst du dir die Kosten für den Währungswechsel bei deinem Broker.

Die Titelwährung ist die Währung, in der die einzelnen Aktien im ETF notieren – also US-Dollar für Apple, Euro für ASML, Yen für Toyota. Diese Ebene kannst du nicht beeinflussen, und genau hier liegt das viel diskutierte Währungsrisiko: Verliert der Dollar gegenüber dem Franken an Wert, sinkt der Frankenwert deiner US-Positionen – selbst wenn die Aktienkurse in Dollar stabil bleiben. Wichtig: Dieses Risiko hängt ausschliesslich mit der Titelwährung zusammen, nicht mit der Fonds- oder Handelswährung.

Warum Währungsabsicherung unnötig ist

Manche ETFs bieten eine Währungsabsicherung (Hedging) an. Das klingt nach weniger Risiko, hat aber seinen Preis: Neben einer oft höheren TER fallen implizite Kosten an, die sich aus der Zinsdifferenz zwischen den Währungen ergeben. Beim Franken gegenüber dem Dollar können diese Kosten über die Jahre erheblich ins Gewicht fallen.

Für Personen mit langfristigem Anlagehorizont ist Währungsabsicherung in der Regel nicht sinnvoll. Über Zeiträume von zehn Jahren und mehr gleichen sich Währungsschwankungen erfahrungsgemäss weitgehend aus. Die Absicherungskosten zahlst du hingegen jedes Jahr – egal ob der Franken steigt, fällt oder seitwärts tendiert.

Unser Rat: Verzichte auf Währungsabsicherung und spare dir die Kosten.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Bei der Gewinnverwendung stehen dir zwei Varianten zur Auswahl:

Ausschüttende ETFs zahlen die vereinnahmten Dividenden regelmässig auf dein Konto aus – typischerweise quartalsweise oder halbjährlich. Du siehst den Zahlungseingang und kannst frei entscheiden, was du mit dem Geld machst.

Thesaurierende ETFs reinvestieren die Dividenden automatisch im Fonds. Das Geld bleibt im ETF und arbeitet sofort weiter. Du siehst keinen Zahlungseingang, dafür steigt der Kurs des ETF entsprechend.

Für den langfristigen Vermögensaufbau bevorzugen wir thesaurierende ETFs. Der Grund: Die automatische Wiederanlage nutzt den Zinseszinseffekt optimal aus – ohne dass du aktiv werden musst. Zudem sparst du dir die Transaktionskosten, die bei einer manuellen Reinvestition von Ausschüttungen anfallen.

Ausschüttende ETFs können aber durchaus sinnvoll sein – etwa wenn du regelmässige Erträge wünschst oder die Ausschüttungen gezielt für das Rebalancing (vgl. Lektion 5) verwenden möchtest.

Steuerlich spielt die Wahl in der Schweiz keine Rolle: Dividenden sind in beiden Fällen einkommenssteuerpflichtig – unabhängig davon, ob sie ausgeschüttet oder reinvestiert werden.

Nachhaltig investieren mit ETFs

Wenn dir das Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig ist, spielt bei der Frage «welcher ETF passt zu mir?» auch der ESG-Aspekt eine Rolle (Environmental, Social, Governance). Mittlerweile gibt es eine wachsende Auswahl an ETFs, die Unternehmen nach ökologischen, sozialen und unternehmensethischen Massstäben filtern.

Allerdings ist der ESG-Markt unübersichtlich: Es gibt keine einheitliche Definition von «nachhaltig», und die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich. Manche ESG-ETFs schliessen nur die offensichtlichsten Sünder aus (z.B. Waffenhersteller, Kohle), andere filtern deutlich strenger und reduzieren das Anlageuniversum spürbar – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Diversifikation.

In unserem Leitfaden konzentrieren wir uns auf Standard-ETFs ohne ESG-Filter, da diese breiter diversifiziert sind und in der Regel tiefere Kosten aufweisen. Wenn du dich für nachhaltige ETFs interessierst, findest du eine ausführliche Analyse in unserem Artikel Grüne Aktien: 40 ETFs im Vergleich.

Welcher ETF passt zu mir?

Fassen wir zusammen. Wenn du einen ETF auswählen willst, der zu deinem Weltportfolio passt, zählen vor allem diese Punkte:

  1. Index zuerst: Wähle einen breit diversifizierten, marktkapitalisierungsgewichteten Aktienindex. Für die meisten Anleger:innen ist ein einziger globaler ETF die beste Lösung.
  2. Kosten tief halten: Achte auf eine TER von maximal 0,25% und eine Tracking Difference, die möglichst nahe bei null liegt – oder sogar negativ ist.
  3. Grösse zählt: Ein Fondsvolumen ab 500 Mio. CHF gibt Sicherheit und Liquidität.
  4. Physisch replizierend: Meide synthetische ETFs.
  5. Keine Währungsabsicherung: Langfristig kosten Hedging-Produkte mehr als sie bringen.
  6. Indexanbieter nicht mischen: Entweder MSCI oder FTSE – durchgehend.

Damit hast du das Rüstzeug, um aus dem riesigen ETF-Angebot an der SIX den richtigen ETF zu finden. In unserem ausführlichen ETF-Vergleich Beste ETFs Schweiz und global haben wir genau das getan: In einem strengen, mehrstufigen Selektionsverfahren haben wir das gesamte Angebot durchkämmt und die besten Produkte gekürt.

– Partnerangebot –

Noch auf der Suche nach der passenden Finanzlösung? Unsere Empfehlungen – mit attraktiven Startboni.

Empfehlungen DE

– – – – –

Fazit

Den für dich passenden ETF auswählen ist keine Hexerei – wenn du weisst, worauf es ankommt. Der Index bestimmt, wohin dein Geld fliesst; die Produktkriterien stellen sicher, dass möglichst wenig davon unterwegs verloren geht. Und für die einfachste Variante reicht ein einziger, breit diversifizierter ETF auf die ganze Welt.

In Lektion 8 wird es konkret: Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deinen ersten ETF über einen Online-Broker kaufst – vom Depot-Eröffnen bis zur ersten Order.

Einen Gesamtüberblick über alle Lektionen findest du hier: Investieren lernen – in acht Lektionen.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2026-04-24: Artikel vollständig überarbeitet und aktualisiert.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über den richtigen ETF auswählen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Vermögen aufzubauen ist relativ simpel, beispielsweise indem du regelmässig in einen Aktien-ETF investierst. Komplexer ist es, das angesparte Vermögen wieder abzubauen, sodass es über viele Jahre deinen Lebensstandard sichert und bis zum Lebensende reicht. Damit du entspannt in Frührente gehen kannst, benötigst du einen cleveren Entnahmeplan als Schlüssel zu deiner finanziellen Freiheit, ja sozusagen als Happy End deiner Finanzplanung! In diesem Artikel stellen wir dir drei Entnahmepläne vor, zeigen dir auf, welcher unser Favorit ist und weshalb wir die populäre «4-Prozent-Regel» für untauglich halten.   

Stefan & Toni | 19 Kommentare
publiziert am 12.2.2023 | aktualisiert am 11.9.2023

Kurz & bündig

Contents

Einige Fragen, die du dir vor deiner Frührente stellen solltest

Was ist ein Entnahmeplan?

Beim Entnahmeplan, auch Entnahmestrategie oder Entsparplan genannt, geht es darum, das angesparte Vermögen nach einem vordefinierten Vorgehen in Konsum umzuwandeln. Der Entnahmeplan wird also während der Entnahmephase eingesetzt, welche das Gegenstück zur Vermögensaufbauphase darstellt

Vermögen aufzubauen, ist relativ einfach umzusetzen. Unsere Grundregeln lassen sich denn auch in wenige Worte zusammenfassen: Langfristig, regelmässig, global diversifiziert und kostengünstig in einen oder mehrere Aktien-ETFs investieren.

Das so über mehrere Dekaden (hoffentlich) stark angewachsene Vermögen wieder abzubauen, ist hingegen deutlich komplexer. Denn im Idealfall sollte dir ein cleverer Entnahmeplan folgende drei Bedürfnisse abdecken:

Wie wir später noch sehen werden, gibt es leider keinen Entnahmeplan, welcher alle diese Bedürfnisse ohne Abstriche erfüllen kann.

Basierend auf diesen drei Bedürfnissen solltest du dir folgende vier Fragen stellen, deren Beantwortung wir nach aufsteigender Komplexität sortiert haben:

Wer benötigt (k)einen Entnahmeplan?

Auch wenn wir in diesem Artikel den Begriff „Frührente“ gebrauchen, wollen wir damit eigentlich alle ansprechen, die mit einem Vermögen in Rente gehen wollen. Es ist also grundsätzlich egal, ob der Renteneintritt konventionell Mitte 60 geplant ist, erst mit 70 oder – was aktuell stark im Trend liegt – früher, beispielsweise mit 50 oder gar schon mit 40 (vgl. auch unseren Artikel «Finanzielle Freiheit – Hype oder erstrebenswertes Ziel?».

Es liegt jedoch auf der Hand, dass ein verlässlicher Entnahmeplan bei der Frührente noch wichtiger ist, da bis zum ordentlichen Renteneintritt keine staatlich gesicherten Rentenleistungen erfolgen bzw. der Konsum ausschliesslich mittels Vermögensverzerr gedeckt wird.

Zudem will unser Zielpublikum sein verfügbares Kapital langfristig bzw. bis zu seinem Tod konsumieren, um so seinen gewohnten Lebensstandard zu sichern und zu optimieren. 

Weniger interessant dürfte das Thema «Frührente mit Entnahmeplan» hingegen für Personen sein, welche bis zum Renteneintritt kein oder kaum Vermögen angespart haben werden. Denn diese benötigen schlicht keinen Entnahmeplan. In der Schweiz ist ihre Rente staatlich geregelt, basierend auf AHV (1. Säule), Pensionskasse (2. Säule) sowie bei Bedarf Ergänzungsleistungen.

Diese Personen geniessen eine hohe Sicherheit, was die zuverlässige Zahlung ihrer staatlichen Rente betrifft, und zwar bis zu ihrem Tod. Im Gegensatz dazu müssen sie mehr oder weniger grosse Abstriche bei ihrem Lebensstandard in Kauf nehmen. Denn unsere staatlichen Rentenleistungen sind primär auf die existenziellen Bedürfnisse wie Ernährung, Wohnen und Gesundheit ausgerichtet. Ein weiterer Nachteil ist, dass Personen ohne eigene Ersparnisse das Renteneintrittsalter nicht frei bestimmen bzw. nicht freiwillig in Frührente gehen können.   

Welche Risiken gibt es bei der Frührente?

Risiken stehen immer im Zusammenhang mit Unsicherheiten. Und diese gibt es bei der Frührente bzw. den damit verbundenen Entnahmeplänen reichlich. Je sorgfältiger du dich aber mit deinem individuellen Entnahmeplan auseinandersetzt (einschliesslich der Beantwortung der Fragen in den Kapiteln zuvor), desto besser wirst du die nachfolgenden Risiken im Griff haben: 

Für unsere traditionell sicherheitsbewussten Landsleute dürfte das Pleiterisiko als das gravierendste Risiko betrachtet werden. Deshalb wird wohl ein Grossteil der Rentner:innen zu vorsichtig kalkulieren.

In der Schweiz federn jedoch eine garantierte staatliche Rente und – wenn alle Stricke reissen – Ergänzungsleistungen dieses Risiko ab. Diese staatliche Altersvorsorge gilt natürlich nur für Personen, welche das ordentliche Rentenalter Mitte 60 erreicht haben. Wer in Frührente gehen will, kann sich darauf nicht verlassen. Er oder sie sind umso mehr auf einen durchdachten Entnahmeplan angewiesen.

Deshalb glauben wir und die späteren Marktsimulationen deuten darauf hin, dass das viel wahrscheinlichere Risiko das «Ungeplante Erbe» ist. Dieses Risiko mutet harmlos an, doch kann es sehr einschneidend sein. Konkret: Aus Angst vor dem Pleiterisiko schränkt sich Herr und Frau Schweizer während des Entnahmezeitraums, also in der Regel über mehrere Dekaden, beim Konsum zu stark ein. Dadurch leidet die eigene Lebensqualität – zugunsten der glücklichen Erben!

Wie soll ich Geld meinem Vermögen entnehmen?

Bevor wir die wichtigsten Entnahmepläne durchleuchten und bewerten, widmen wir uns noch dieser letzten, nicht matchentscheidenden Frage. Es geht hier um die Entnahmetechnik. Grundsätzlich stehen dir folgende drei Varianten zur Wahl:

Die Verwendung von Dividenden und Zinsen dürfte etwas günstiger sein, weil die Broker hierfür in der Regel keine Gebühren verlangen. Bei Teilverkäufen hingegen fallen in der Regel nicht nur Courtagen an, sondern – wenn es sich um einen Schweizer Broker wie Swissquote (Review) handelt – zusätzlich noch die Stempelsteuer. Zwei auf dem Schweizer Markt etablierte ausländische Broker mit tiefen Gebühren und ohne Stempelsteuer sind DEGIRO (Review) und Interactive Brokers (Review).

Zudem sind Ausschüttungen komfortabler, da sie automatisch erfolgen, wohingegen Teilverkäufe in der Regel manuell «angestossen» werden müssen.

Bezüglich der Einkommensteuer spielt es übrigens keine Rolle, ob du auf die Cashflows zugreifst oder Vermögensteile verkaufst. Denn Dividenden müssen sowohl bei ausschüttenden als auch thesaurierenden Wertschriften als Einkommen versteuert werden. Im Artikel  «ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 4 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio» findest du ausführlichere Informationen zum  Steuerthema.

Realistischerweise wird bei den meisten Anleger:innen eine Entnahmetechnik erste Wahl sein, welche aus einer Kombination aus Dividenden und Zinsen einerseits und – betraglich relevanter – aus Vermögensverkäufen andererseits besteht. Denn wer nur von Dividenden und Zinsen leben kann, benötigt ein sehr grosses Vermögen. Zudem widerspricht es dem eigentlichen Zweck einer Entnahmestrategie, nur auf die Früchte zuzugreifen, ohne das eigentliche Vermögen anzutasten.  

– P a r t n e r a n g e b o t

– – – – –

Welche Entnahmepläne gibt es?

Es dürfte unzählige Entnahmepläne geben. Wir konzentrieren uns auf folgende drei Entnahmepläne, welche auf jeweils unterschiedlichen Grundstrategien basieren:

Diese drei Varianten sind sowohl kombinierbar als auch individuell modifizierbar. Sie unterscheiden sich also bezüglich der beiden Faktoren Entnahmebeträge (statisch vs. flexibel) und Marktrisiko (ohne vs. mit). Nachfolgend nehmen wir diese drei Entnahmepläne sowie einige Untervarianten unter die Lupe und beurteilen sie.

Frührente-Entnahmeplan Variante 1: Fixe Entnahmebeträge ohne Marktrisiko

Bei dieser ersten Variante ist das Vermögen während der Entnahmephase nicht an der Börse investiert bzw. es unterliegt keinen Marktschwankungen.

Nehmen wir also an, dass dein verfügbares Vermögen sicher auf dem Bankkonto liegt mit einer Verzinsung, welche jeweils genau der Inflation entspricht. Mehr Rendite kannst du nicht erwarten.

Die Vorteile dieser Variante liegen auf der Hand: Planbarkeit, konstanter Konsum und keine (vorzeitige) Pleite. Wichtig: Letzteres bezieht sich auf deinen definierten Entnahmezeitraum. Wenn du diesen überlebst, gehst du auch ein Pleiterisiko ein.

Diese Variante eignet sich also insbesondere für sehr vermögende Personen, welche es sich leisten können, auf reale Vermögenszuwächse und das damit verbundene Marktrisiko zu verzichten. Wenn du beispielsweise zu Beginn der Entnahmephase ein liquidierbares Vermögen von 3 Mio. CHF angespart und auf deinem Bankkonto liegen hast, kannst du während 30 Jahren jährlich real 100’000 CHF konsumieren. Dies reicht für einen in finanzieller Hinsicht sorgenfreien Lebensabend. Dies umso mehr, als die staatlichen Renten noch dazukommen.

Ebenfalls geeignet ist diese Variante für risikoscheue Personen, welche nur wenig Geld fürs Leben benötigen. Wenn du beispielsweise zu Beginn der Entnahmephase ein Vermögen von «nur» 1 Mio. CHF auf deinem Sparkonto liegen hast, kannst du während 30 Jahren jährlich real 33’333 CHF konsumieren. Damit wirst du auf der Hochpreisinsel Schweiz zwar keine grossen Sprünge machen können. Doch wenn du die staatlichen Renten mitberücksichtigst, dürftest du dennoch recht gut über die Runden kommen.

Vor-/Nachteile bei Frührente-Entnahmeplan Variante 1: Fixe Entnahmebeträge ohne Marktrisiko

Keine vorzeitige Pleite
Konstanter Konsum
Kein ungeplantes Erbe: Vermögen wird vollständig aufgebraucht
Eingeschränkter Konsum durch Verzicht auf höhere Rendite (keine Risikoprämie)
Gehobener Lebensstandard nur bei hohem Vermögen möglich

Zeilenabstand

Frührente-Entnahmeplan Variante 2: Fixe Entnahmebeträge mit Marktrisiko

Auch bei dieser zweiten Variante entnimmst du eine fixe Entnahmesumme plus Teuerungsausgleich. Das heisst, deine Entnahmerate bleibt in Summe real konstant. Im Unterschied zu Variante 1 unterliegt jedoch dein verfügbares Vermögen marktbedingten Schwankungen.

Wie Variante 1 garantiert dir auch diese Variante dank der fixen Entnahmerate einen gleichbleibenden Lebensstandard. Im Gegensatz zu Variante 1 profitierst du von der Risikoprämie in Form von Wertsteigerungen deiner Aktienanlagen. 

Zwei Risiken gehst du jedoch ein: Ungeplantes Erbe und Pleiterisiko. Da sich diese beiden Risiken gegenseitig ausschliessen, kann nur eines von beiden eintreten. Wie wir später noch sehen werden, ist die Eintrittswahrscheinlichkeit für das Risiko «Ungeplantes Erbe» auch bei grosszügigen Entnahmequoten von 5% deutlich höher als die vorzeitige Pleite. Allgemein gilt, dass je kleiner die Entnahmerate ist, desto grösser wird das Risiko «Ungeplantes Erbe» und je grösser die Entnahmerate ist, desto eher droht die vorzeitige Pleite.

Die «4-Prozent-Regel»

Lange gab dieser statischen Entnahmevariante die sogenannte «4-Prozent-Regel», welche von Bill Bergen bereits im Jahr 1994 entwickelt wurde, einen konkreten Rahmen. Diese Regel besagt, dass du ab Beginn der Entsparphase jährlich 4% deines Startvermögens entnimmst – und dank der Risikoprämie bis zu deinem Ableben nicht Pleite gehen solltest. Das heisst, der dem Vermögen entnommene Betrag bleibt konstant. Damit die Kaufkraft erhalten bleibt, ist es jedoch sinnvoll, wenn du mit realen Entnahmebeträgen kalkulierst, d.h. jährlich die Inflation berücksichtigst. 

Die Mannheimer Studie

Im Zuge unserer Recherchen sind wir auf die Studie «Entsparen im Alter – Portfolioentnahmestrategien in der Rentenphase» gestossen, welche von den beiden Professoren Philipp Schreiber und Martin Weber von der Uni Mannheim im Jahr 2017 erstmals veröffentlicht und 2020 zuletzt aktualisiert wurde. (Nach Veröffentlichung dieses Beitrags wurde der Entspar-Simulator aktualisiert.) Weber ist einer breiteren Öffentlichkeit vor allem als Erfinder des ARERO-Anlagefonds bekannt. Das Besondere an diesem gemischten Weltfonds ist, dass er die Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe über Indizes in einem einzigen Produkt und nach einem wissenschaftlichen Konzept abbildet.

Nun wollen wir näher auf die Mannheimer Studie eingehen. Auf Anfrage hat uns Jan Mertes, Doktorant an der Universität Mannheim, die Studie bezüglich der Portfoliozusammensetzung und der Renditesimulation noch etwas genauer erläutert:

Überraschende Ergebnisse bei den Renditen
Basierend auf diesem riesigen Datenfundus haben wir die historischen Renditen genauer unter die Lupe genommen und sind zu folgenden, teilweise erstaunlichen Ergebnissen gekommen:

Durchschnittsrendite7,2%
Anteil Minus-Renditen27%
Anteil Plus-Renditen73%
Anteil Plus-Renditen 0 – 10%35%
Anteil Plus-Renditen >10%39%

Positiv überrascht hat uns insbesondere, dass in etwa vier von zehn Börsenjahren Renditen von mehr als 10% erzielt werden konnten. Und was ist nun mit der «4-Prozent-Regel»? Diese scheint gemäss Mannheimer Studie recht gut zu funktionieren (vgl. Abb. 1)

Abb. 1: Challenge der «4-Prozent-Regel» mittels Entnahmesimulator der Uni Mannheim.

Erläuterung zu Abb. 1: Bei einer fixen Entnahme des Vermögens von 4% des Anfangsvermögens von 1 Mio. CHF (also 40’000 CHF p.a.), einschliesslich einer Inflation von 1% p.a., über eine Entnahmedauer von 30 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass du vorzeitig Pleite gehst, 4,68%. Dein kaufkraftbereinigtes (reales) durchschnittliches Endvermögen beträgt mehr als das 2,5-fache des Anfangsvermögens, nämlich 2’527’974 CHF.

Basierend auf den historischen Daten der Mannheimer Studie führt die «4-Prozent-Regel» also häufig zu einem ungeplanten Erbe und relativ selten zur vorzeitigen Pleite.

Bezüglich des Pleiterisikos müssen wir noch einen wichtigen Aspekt berücksichtigen: Das Pleiterisiko erhöht sich bei ungünstigem Renditeverlauf. Das heisst, wenn zu Beginn der Entnahmephase schlechte Börsenjahre folgen. Es handelt sich dabei um das Rendite-Reihenfolge-Risiko.

In besagter Studie ist die Simulation 9 ein gutes Beispiel für ein erhöhtes Rendite-Reihenfolge-Risiko. Nachfolgend lassen wir uns für folgende Parameter die Entnahmeraten berechnen:  

Anfangsvermögen1 Mio. CHF
Entnahmezeitraum30 Jahre
Entnahme p.a.5%
Erwartete Inflation p.a.1%

Die Reihenfolge der 30 Renditen der Simulation 9 ist in nachfolgender Tabelle aufgeführt.

JahrHistorische Renditen aus Simulation 9 der Mannheimer Studie
1-12,30%
2-4,50%
35,04%
4-2,26%
513,42%
6-2,08%
731,19%
8-0,63%
9-8,87%
10-11,53%
1126,27%
127,83%
1327,02%
1429,77%
15-8,23%
164,13%
17-12,33%
183,90%
198,77%
20-7,12%
2125,07%
2212,40%
2313,56%
2412,87%
2517,60%
26-0,05%
274,67%
285,38%
29-6,79%
3011,99%
Tab. 1: Rendite-Simulation 9 gemäss Mannheimer Studie mit ungünstiger Rendite-Reihenfolge.

Da es zu Beginn der Entnahmeperiode einige Börsentaucher gab, ist im Laufe des 25. Entnahmejahres vorzeitig die Pleite eingetreten (vgl. Abb. 2).

Frührente
Abb. 2: In diesem Beispiel führt eine ungünstige Rendite-Reihenfolge im Laufe des 25. Entnahmejahres in die Pleite.

Wie unglaublich stark dieser Rendite-Reihenfolge Effekt ist, zeigt sich in der nachfolgenden Abbildung. Wir haben lediglich die Rendite im 1. Jahr (-12,30%) mit derjenigen des 30. Jahres (+11,99%) vertauscht.

Frührente
Abb. 3: Keine Pleite dank Renditetausch, dafür verbleibt nach der Entnahmephase ein ungeplantes Erbe (grau = Simulation 9 der Mannheimer Studie).

Statt vorzeitig Pleite zu gehen, verfügen wir nach 30 Jahren immer noch über ein stattliches Vermögen von real 868’088 CHF!

Da wir das Börsengeschehen nicht nach unserem Gutdünken beeinflussen können, müssen wir andere Wege finden, wie wir das Rendite-Reihenfolge-Risiko in den Griff bekommen.

Verlassen wir aber vorerst die Einzelbeispiele und widmen wir uns wieder den Durchschnittswerten basierend auf dem gesamten historischen Datenbestand der Mannheimer Studie.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir ausgehend von einem Anfangsvermögen von 1 Mio. CHF und einer Inflation von 1% pro Jahr die Ergebnisse aus neun Simulationen mit je drei unterschiedlichen Entnahmeraten und Entnahmeperioden zusammengestellt.

Entnahme-dauerØ Endvermögen real bei Entnahme von 30 TCHF p.a. (3%)PRØ Endvermögen real bei Entnahme von 40 TCHF p.a. (4%)PRØ Endvermögen real bei Entnahme von 50 TCHF p.a. (5%)PR
20 JahreCHF 2’099’002 0,04%CHF 1’697’2480,32%CHF 1’298’9313,30%
25 JahreCHF 2’646’4260,12%CHF 2’047’0911,98%CHF 1’467’31610,20%
30 JahreCHF 3’391’0690,45%CHF 2’527’9744,68%CHF 1’718’88917,95%
Tab. 2: Entwicklung eines Anfangsvermögens von 1 Mio. CHF bei unterschiedlichen Entnahmeperioden und Entnahmeraten gemäss Entnahmesimulator der Uni Mannheim (PR = Pleiterisiko).

Diese Resultate aus Tabelle 2 haben uns verblüfft und führen uns zu folgenden vier Erkenntnissen:

Das von der Universität Mannheim kostenlos zur Verfügung gestellte Entnahmestrategie-Tool (Excel) mit der oben beschriebenen Weltportfolio-Simulation gibt es in dieser Form nicht mehr. Die aktualisierte Version kannst du dir über diesen Link herunterladen. 

Kritik an der «4-Prozent-Regel»

In letzter Zeit wird die «4-Prozent-Regel» zunehmend angezweifelt. Dabei steht weniger die statische Entnahme in der Kritik (worauf unser Fokus liegt), sondern vielmehr werden die «4 Prozent» in Frage gestellt bzw. als zu optimistisch beurteilt. 

So kommt die US-Studie «The Safe Withdrawal Rate: Evidence from a Broad Sample of Developed Markets» vom 22. September 2022 zum Schluss, dass die populäre «4-Prozent-Regel» auf einer nicht geeigneten Datengrundlage basiert: kein internationaler Fokus (Home Bias) und ein für die heutige Zeit nicht mehr repräsentativer Betrachtungszeitraum (1926 – 1991). Deshalb sei sie zu wenig sicher bzw. das Pleiterisiko zu hoch. Statistisch betrachtet so die Studie, dürfe ein US-Ehepaar im Alter von 65 Jahren nämlich höchstens einen Betrag von 2,26% ihres Anfangsvermögens entnehmen, damit ihr Pleiterisiko 5% nicht übersteige.

Dies sind natürlich deprimierende News, denn je tiefer die Entnahmerate fällt, desto weniger Geld steht für den Konsum zur Verfügung. Man müsste also mit einem bescheideneren Lebensstandard vorliebnehmen, später in Rente gehen oder eine Kombination von beiden.

Doch wir teilen diese alarmistische Grundstimmung nicht. Abgesehen von den erwähnten handfesten Nachteilen, welche eine immer tiefer liegende Entnahmerate mit sich bringt, erachten wir das statische Konzept dahinter als nicht zielführend. Schauen wir uns also im nächsten Kapitel einige Beispiele von flexiblen Entnahmeplänen an.

Vor-/Nachteile bei Frührente-Entnahmeplan Variante 2: Fixe Entnahmebeträge mit Marktrisiko

Konstanter Konsum
Höherer Konsum dank Risikoprämie
Pleiterisiko
Ungeplantes Erbe

Zeilenabstand

Frührente-Entnahmeplan Variante 3: Flexible Entnahmebeträge mit Marktrisiko

Im Unterschied zu den Varianten 1 und 2 wird hier nicht jedes Jahr der gleiche, kaufkraftbereinigte Betrag entnommen. Stattdessen werden bei einer flexiblen Entnahmerate die Marktschwankungen berücksichtigt.

Du definierst also deine Entnahmerate jedes einzelne Jahr neu. So wird es Jahre geben, bei welchen du finanziell über die Stränge schlagen kannst. Andere Jahre wiederum werden dir Einbussen beim Konsum bescheren.

Konkret bedeutet dies zweierlei: Erstens hängt dein Lebensstandard ein Stück weit von der Entwicklung an der Börse ab. Und zweitens sind alle Ausgaben, die für dich nicht (lebens-)notwendig sind, Manövriermasse.

Wir bevorzugen klar einen flexiblen Entnahmeplan, weil es für uns das beste Vor-/Nachteil-Verhältnis aufweist. Der schwankende Konsum, welcher wir als einzigen Nachteil sehen, nehmen wir in Kauf, solange er sich in einer für uns akzeptablen Bandbreite abspielt. 

Dieses Risiko müssen wir aber in den Griff bekommen. Wichtig dabei ist, dass die Finanzierung deiner existenziellen Ausgaben bzw. deiner Grundbedürfnisse jederzeit sichergestellt ist. Dazu gehören beispielsweise folgende Kostenpositionen:

Zur Disposition bzw. als Manövriermasse steht jedoch der nicht existenzielle Konsum. Wir nennen ihn Lifestyle-Konsum. Dazu zählen wir beispielsweise folgende Kostenpositionen:

Nach einem «Börsencrashjahr» wären also beispielsweise Ferien auf Balkonien angesagt – statt auf Hawaii.

Vor-/Nachteile bei Frührente-Entnahmeplan Variante 3: Flexible Entnahmebeträge mit Marktrisiko

Höherer Konsum möglich dank Risikoprämie
Keine vorzeitige Pleite
Kein ungeplantes Erbe: Vermögen wird vollständig aufgebraucht (nur bei Annuitätenregel ohne Bandbreite sichergestellt)
Schwankender Konsum

Zeilenabstand

So setzt du einen flexiblen Entnahmeplan mit Marktrisiko um

Wir wollen nun einige flexible Entnahmepläne bzw. deren Umsetzung genauer anschauen. So verschieden die nachfolgenden Untervarianten sind, alle lassen sich durch einen variablen Entnahmebetrag charakterisieren.  

Praktikermethode mit gleichem Zinssatz

Wir beginnen mit der einfachsten Variante: Zu Beginn jedes Jahres entnimmst du einen fixen Prozentsatz deines verfügbaren (Rest-)Vermögens. Wir beziehen uns wiederum auf die historischen Renditen aus der Mannheimer Studie bzw. auf die Simulation 9 mit ungünstigem Renditeverlauf.

Für die Berechnung haben wir für die drei erforderlichen Parameter folgende Annahmen getroffen:

Anfangsvermögen1 Mio. CHF
Entnahmezeitraum30 Jahre
Entnahme p.a.5%
Erwartete Inflation p.a.1%
Frührente
Abb. 4: Bei einer fixen prozentualen Entnahme bleibt immer ein Restvermögen übrig.

Durch das Restvermögen nach 30 Jahren ist das Risiko «Ungeplantes Erbe» eingetreten. Diese Praktikermethode ist zwar einfach umzusetzen, doch bei gleichbleibender prozentualer Entnahme ist es mathematisch nicht möglich, das Vermögen am Ende der Entnahmephase ganz aufzubrauchen. Dies führt dazu, dass insgesamt zu wenig Vermögen entnommen wird und somit der Lebensstandard während der Entsparphase tiefer ist, als er eigentlich hätte sein können. 

Deshalb können wir diese Entnahmeplan-Variante nicht empfehlen.

Annuitätenregel mit und ohne Obergrenze

Widmen wir uns nun der Urvariante der flexiblen Entnahmepläne. Bei der Annuitätenregel wird in jeder Periode der Konsum berechnet, der unter Berücksichtigung der erwarteten Rendite für das restliche Vermögen entnommen werden kann, sodass am Ende des Planungshorizonts das Vermögen aufgebraucht ist. Bei dieser Regel können je nach Börsenentwicklung sowohl die betragliche als auch die prozentuale Entnahme (stark) schwanken.

Die Annuitätenregel bzw. die Entnahmerate pro Jahr basiert auf folgender Formel (ohne Steuern und Inflation):

Frührente

E = Entnahmerate zu Beginn des Jahres nach Annuitätenregel

V = (Rest-)Vermögen zu Jahresbeginn

R = Erwartete Rendite (also z.B. 0,08 bei einer erwarteten Rendite von 8%)

T = Restjahre

Rechnungsbeispiel: Bei einem Anfangsvermögen von 750’000 CHF, einer Restlaufzeit von 25 Jahren und einer Renditeerwartung von 8% ergibt sich eine Entnahmerate von 70’259 CHF. Die Entnahmerate muss jedes Jahr wieder neu berechnet werden.

70’259 CHF = 750’000 CHF * 1.0825 * 0.08 / (1.0825 – 1)

Im letzten Jahr des definierten Planungseitraums beträgt die prozentuale Entnahme jeweils 100%. Dadurch wird das Vermögen vollständig aufgebraucht und das Risiko «Ungeplantes Erbe» eliminiert.

Für die Berechnung der Annuitätenregel haben wir für die vier erforderlichen Parameter folgende Annahmen getroffen:

Anfangsvermögen1 Mio. CHF
Entnahmezeitraum30 Jahre
Erwartete Rendite p.a.8%
Erwartete Inflation p.a.1%

Die Annuitätenregel sowie die zugrundeliegende Formel sind ebenfalls im Entnahmestrategie-Tool (vgl. Variante „Dynamische Entnahme“ im neu verlinkten, aktualisierten Tool) von der Universität Mannheim enthalten. Wir beziehen uns wiederum auf die historischen Renditen gemäss Simulation 9. Zur Erinnerung: Es handelt sich dabei um eine ungünstige Renditekonstellation, welche uns zuvor beim statischen Entnahmeplan vorzeitig bzw. im 25. Jahr in die Pleite geführt hätte.

Abb. 5: Challenge der Annuitätenregel ohne Bandbreite mittels Entnahmesimulator der Uni Mannheim.

Erläuterung zu Abb. 5: Bei einem Anfangsvermögen von 1 Mio. CHF und einer flexiblen Entnahmerate ohne Bandbreiten, einschliesslich 1% Inflation, schwankt der Konsum durchschnittlich um 44,06%. Am Ende des definierten Planungszeitraums von 30 Jahren wird das Vermögen komplett aufgebraucht sein. Es besteht also weder ein vorzeitiges Pleiterisiko noch das Risiko «Ungeplantes Erbe». Wir sind von einer erwarteten Rendite von 8% ausgegangen.

Toll, dass wir mit der Annuitätenregel ohne Bandbreiten sowohl das Pleiterisiko als auch das Risiko «Ungeplantes Erbe» ausgemerzt haben! Doch ein Problem bleibt: Die Schwankungen der Entnahmeraten sind (zu) stark, wie nachfolgende Abbildung eindrücklich zeigt.

Frührente
Abb. 6: Annuitätenregel ohne Bandbreiten: Starke Schwankungen bei der jährlichen Entnahmerate (Rohdaten: Uni Mannheim).

So pendelt bei unserem Beispiel die jährliche Entnahmerate zwischen grosszügigen 88’827 CHF und bescheidenen 18’251 CHF.

Mittels einer Obergrenze können wir diese marktbedingten Schwankungen reduzieren. Wir wählen also zusätzlich zu den bisherigen Parametern eine Obergrenze der jährlichen Entnahmerate von 50’000 CHF (vgl. Abb. 7).

Abb. 7: Challenge der Annuitätenregel mit Obergrenze mittels Entnahmesimulator der Uni Mannheim.

Erläuterung zu Abb. 7: Bei einer flexiblen Entnahme des Vermögens mit einer Obergrenze von 50’000 CHF p.a., einschliesslich 1% Inflation, schwankt der Konsum durchschnittlich um 11,37%. Es besteht kein Pleiterisiko innerhalb des definierten Planungszeitraums von 30 Jahren. Das Risiko «Ungeplantes Erbe» tritt jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit ein. Wir sind von einer erwarteten Rendite von 8% ausgegangen.

Abbildung 8 zeigt, dass bei unseren Renditen aus Simulation 9 und einer Obergrenze von 50’000 CHF die Schwankungen deutlich abgemildert werden können. Dennoch pendelt die Entnahmerate zwischen 24’695 und 50’000 CHF bzw. mit 50% noch immer recht stark.

In diesem Beispiel haben wir unser Vermögen am Ende der 30-jährigen Entnahmephase vollständig aufgebraucht bzw. das Risiko «Ungeplantes Erbe» ist nicht eingetreten. Doch wie oben erwähnt, kann dieses Risiko bei der Annuitätenregel mit einer Obergrenze nicht ausgeschlossen werden.

Frührente
Abb. 8: Annuitätenregel mit Obergrenze (grün): Geringere Schwankungen bei der jährlichen Entnahmerate im Vergleich zur Annuitätenregel ohne Bandbreiten (grau; Rohdaten: Uni Mannheim).

Um die Schwankungen noch weiter abzumildern, müsste neben der Obergrenze auch eine Untergrenze festgelegt werden. Eine Untergrenze der Entnahmerate erachten wir insbesondere dann sinnvoll, wenn die existenzsichernden Ausgaben nicht durch staatliche Renten gedeckt werden können. Doch mit einer zusätzlichen Untergrenze bestünde bei der Annuitätenregel die Gefahr, vorzeitig Pleite zu gehen, was dem Hauptzweck dieser Regel widersprechen würde.

Deshalb ist etwas Kreativität gefragt, womit wir zum Fazit kommen.   

Fazit: Für die Frührente das Beste aus beiden Welten nehmen

Die bisherigen Ausführungen und Auswertungen haben vor allem eines gezeigt: Alle drei Entnahmepläne und ihre Untervarianten können gravierende Nachteile haben. Wir fassen kurz zusammen: Die fixe Entnahme ohne Marktrisiko führt zu einem im Schnitt tieferen Lebensstandard, bei der fixen Entnahme mit Marktrisiko drohen entweder die Pleite oder ein ungeplantes Erbe und bei der flexiblen Entnahme mit Marktrisiko sind wir den Launen der Börse ausgesetzt, was zu einem stark schwankenden Lebensstandard führen kann.

Deshalb wollen wir abschliessend eine Praktikermethode Marke «Eigenbau» vorstellen, welche die flexible mit der statischen «Entnahmewelt» verbindet, zumindest punktuell.  

Als Referenz dient uns die oben beschriebene Annuitätenregel, worauf die flexible Entnahmestrategie basiert.

Wie wir zuvor eindrücklich gesehen haben, können je nach Rendite-Verlauf die Marktschwankungen bei der flexiblen Entnahmestrategie problematisch sein. Im Extremfall bzw. nach starken Kursverlusten können die reduzierten Entnahmeraten nicht einmal mehr den notwendigen Konsum decken. Und genau hier müssen wir ansetzen. Ohne das ganze Konzept der flexiblen Entnahmestrategie über den Haufen zu werfen bzw. mit folgenden zwei korrigierenden Massnahmen bekommst du zu stark schwankende Entnahmeraten in den Griff.

Massnahme 1: Setze eine Obergrenze für das «Best-Case-Szenario»

Diese Obergrenze kommt nach sehr guten Börsenjahren zum Tragen. Die maximale Entnahmerate sollte nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch angesetzt sein. Denn wenn du sie zu tief ansetzt, läufst du Gefahr, dass dein Vermögen nicht aufgebraucht wird (Risiko «Ungeplantes Erbe). Wenn du sie hingegen zu hoch ansetzt, kannst du die Schwankungen kaum abmildern. In unserer Simulation oben haben wir bei einem Anfangsvermögen von 1 Mio. CHF die maximale Entnahmerate bei 50’000 CHF gedeckelt. Dieser Wert liegt 25% über der «4-Prozent-Regel» (50’000 CHF vs. 40’000 CHF). Bei Bedarf kann die Obergrenze noch etwas grosszügiger ausfallen. Man gönnt sich ja sonst nichts😊.

Massnahme 2: Halte eine Cash-Reserve als Notgroschen bereit

Bei dieser zweiten Massnahme greifen wir auf die fixe Entnahmestrategie ohne Marktrisiko zurück. Konkret heisst dies: Deine Entnahmestrategie besteht aus zwei Entnahmetöpfen: Aktien-ETFs und Cash. Halte für verlustreiche Börsenjahre auf deinem Bankkonto Barmittel im Wert von mindestens zwei jährlichen Entnahmeraten bereit. Bei einem Anfangsvermögen von 1 Mio. CHF und durchschnittlichen Konsumausgaben von 45’000 CHF wären dies also rund 90’000 CHF. Diesen Cash-Joker setzt du bei den ersten eintreffenden schlechten Börsenjahren ein (z.B. bei Kursverlusten ab 10% p.a.). 2022 wäre beispielsweise so ein Joker-Jahr gewesen, da der marktbreite MSCI World Index um rund 17% absackte.

Der Zeitpunkt ist wegen des Rendite-Reihenfolge-Risikos entscheidend. Also wenn beispielsweise die Börse im dritten Entnahmejahr um 10% nach unten korrigiert, solltest du diesen Joker sofort ausspielen, denn der positive Effekt auf die nachfolgenden Entnahmeraten bzw. deren Schwankungen ist zu Beginn am grössten. Hinten raus, also wenn du den Joker statt im 3. erst im 23. Jahr ziehst, fällt der abmildernde Effekt auf die Schwankungen hingegen deutlich geringer aus. 

Für viele Anleger:innen tabu, doch womöglich eine Alternative für kühle Rechner: Wer nicht unverzinst Barmittel für den «Notfall» horten möchte, kann stattdessen seinen Konsum für das Entnahmejahr nach einem Börsentaucher mittels Lombardkredit fremdfinanzieren. Das ausschliesslich mit Marktrisiko angelegte Vermögen diente in einem solchen Fall als Sicherheit für den Kreditgeber. Zurückbezahlt würde der Kredit erst nach Erholung der Börsenkurse wieder, und zwar wie im Entnahmeplan üblich durch den Verkauf von Vermögensteilen. Wichtig ist natürlich, dass der Kredit zu möglichst tiefen Zinsen finanziert wird. Vergleichsweise attraktive Zinskonditionen für Lombardkredite bietet gemäss unserer Erfahrung Interactive Brokers an.

Schlussbemerkungen

Wie wir gesehen haben, sind einige Vorkehrungen nötig, um entspannt in Frührente zu gehen. Besonders wichtig ist, dass du auf einen durchdachten Entnahmeplan zurückgreifen kannst. Flexibilität bei der Vermögensentnahme ist dabei das A und O. Als Grundregel gilt, dass nach schlechten Börsenjahren nicht oder nur in beschränktem Masse das Aktienvermögen veräussert werden soll.

Das könnte dich auch interessieren

Updates

2023-09-11: Link zum Entspar-Simulator der Uni Mannheim durch neue Version ersetzt.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

In diesem Artikel widmen wir uns der unter Privatanlegern sehr populären Dividenden-Strategie. Wie der Titel schon erahnen lässt, erachten wir diese Strategie als nicht sinnvoll. Nachfolgend durchleuchten wir sie kritisch und zeigen dir auf, weshalb sie insbesondere für CH-Anleger eigentlich ein No-Go ist. 

Stefan & Toni | 17 Kommentare
publiziert am 22.6.2020

Contents

Dividenden als der neue Zins

Im Zuge der aktuellen und wohl noch länger anhaltenden Tiefzinsphase wird die Dividende oft als der neue Zins verklärt. Auch wenn der Vergleich hinkt, (ein Zins, z.B. einer Anleihe, ist fixiert, eine Dividende nicht), scheinen Dividenden-Strategien bei vielen Privatanlegern eine magische Anziehungskraft auszulösen. So findet man beispielsweise auf Youtube unzählige Beiträge zum Thema mit oft hochtrabenden Titeln wie „Mit Dividenden reich werden“ (Finanzfokus), „Einfach Dividenden kassieren“ (Bulle und Bär), „Die besten Dividendenaktien“ (Aktien mit Kopf), „Was für eine Dividendenstrategie spricht“ (Die Aktionärin) oder gar „Mit der Dividendenstrategie zum Sofortrentner“ (Der Weg zum Top-Investor). Der Grundtenor ist dabei immer derselbe: „Dividendentitel sind die besseren Aktien“.

Doch mehren sich im Netz (zurecht) die kritische Stimmen: Mal wird dies eher diplomatisch postuliert wie beim Finanzfluss („Dividendenstrategien sind keine gute Idee“, vgl. Video unten in den Shownotes), mal etwas rustikaler wie beim Sparkojoten („Dividenden sind Bullshit“).  Letzterer hält übrigens trotz seines deutlichen Verdikts an der Dividenden-Strategie fest, was doch ziemlich masochistisch anmutet.

Von Dividenden-Aristokraten & Co.

Worum geht es eigentlich bei der Dividenden-Strategie? Grundsätzlich kauft der Anleger bei dieser Form des Investierens nur Aktien von Unternehmen, welche Dividenden ausschütten. Unter diesen Titeln werden dann oft noch die Dividenden-Musterschüler ausgesucht. Eigentlich ein sehr simples Konzept.

Am bekanntesten sind dabei die sogenannten „Dividenden-Aristokraten“. Darunter wird landläufig ein Unternehmen bezeichnet, das die Dividende über mindestens 25 Jahre hinweg kontinuierlich erhöht hat. Diese Kerndefinition stimmt mit der des S&P 500 Dividend Aristocrats überein (Quelle Wikipedia).

Im deutschsprachigen Raum kursiert zudem die Wortkreation „Dividenden-Adel“ des Herrn Röhl. Zugrunde liegende Selektionskriterien für die Aufnahme in seine beiden D- und CH-Dividendenfonds (Er verzichtet auf eine globale Diversifikation.) sind Ausschüttungskontinuität und -quote sowie Dividendenwachstum und -rendite.

Vorteilhafter bzw. breiter diversifiziert ist der MSCI High Yield Dividend. Darin enthalten sind rund 320 Firmen, welche überdurchschnittlich hohe Dividenden ausschütten. Die Selektion basiert auf dem MSCI World Index, welcher rund 1600 Firmen enthält. Letzterer schneidet im langfristigen Performance-Vergleich (Gross Returns, d.h. inkl. Dividenden, jedoch ohne Berücksichtigung der Kosten) besser ab.

Dividenden-Strategie
Abbildung 1: Dividenden-Strategie auf dem Prüfstand: Im Performance-Vergleich 2005 – 2020 schlägt der „MSCI World“ den „MSCI High Dividend“.

Linke Tasche, rechte Tasche

Als Aktionär, sei es direkt oder über einen ETF, bist du (Mit-)Eigentümer derjenigen Firmen, in welche du investiert bist. Das heisst, du partizipierst am Börsenwert. Deine Einnahmequellen bestehen – falls vorhanden – aus realisierten Kursgewinnen und Dividenden.  Grundsätzlich gibt es zwei Arten von börsenkotierten Unternehmen: Firmen, die Dividenden ausschütten (z.B. Daimler, UBS) und solche, die keine Dividenden ausschütten (z.B. Tesla, Amazon).

Nüchtern betrachtet, bietet die Ausschüttung von Dividenden erst einmal keinen grundsätzlichen Vorteil gegenüber der Reinvestition. Denn als Anteilseigner der Firma wird dir mit der Dividendenzahlung einfach ein Teil deines eigenen Geldes periodisch wieder zurückbezahlt. Im anderen Fall bzw. bei der Reinvestition wird das Geld in „deiner“ Firma belassen. Für den Anleger hat das den Effekt „linke Tasche, rechte Tasche“.

Verpasste Chancen und andere Nachteile

Oft handelt es sich bei Firmen, welche relativ hohe Dividenden ausschütten, um Unternehmen, die kaum mehr wachsen oder sich gar im Krebsgang befinden. Beispiele hierfür sind europäische Grossbanken, Ölmultis oder Tabakkonzerne. Mit anderen Worten: auf all die an der Börse enorm erfolgreichen Wachstumstitel wie Tesla (+378% Kursgewinn in den letzten 5 Jahren), Amazon (+592%) oder Facebook (+192%) verzichtet der Dividendensammler. Denn diese Unternehmen schütten konsequent 0% Dividende aus.

Nachfolgend haben wir die unseres Erachtens drei grössten Nachteile von Dividenden-Strategien aufgeführt:

Nachteil Nr. 1: Hohe Steuern

Der gewichtigste Nachteil ergibt sich für Schweizer Anleger aus unseren Steuergesetzen. Denn bekanntlich unterliegen Dividenden für den Privatanleger der Einkommensteuer, während Kapitalgewinne steuerfrei sind. Je nach individuellem Grenzsteuersatz kann sich deine Rendite mit Dividendentiteln also substanziell reduzieren.

Der steuerliche Worst Case besteht bei Firmen, die Dividenden ausschütten und deren Kurse rückläufig sind. Mit solchen Titeln im Portfolio zahlt man Jahr für Jahr Steuern auf die ausgeschütteten Dividenden, obschon unter dem Strich, d.h. kumulierte Dividenden minus realisierter Kursverlust bei Verkauf, keine Gewinne oder gar Verluste resultieren.

Mehr zum Thema ETF-Besteuerung erfährst du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 4 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Nachteil Nr. 2: Ungünstiges Risiko-/Renditeverhältnis

Durch die Fokussierung auf genau ein einziges Auswahlkriterium bist du in nur eine relativ kleine Anzahl Firmen investiert. Damit verzichtest du auf den einzigen „Free Lunch“ im Investing, welcher dir dank breiter Diversifikation spendiert wird (vgl. Diversifikation: Nicht alle Eier in den gleichen Korb). In all die vielversprechenden Nebenwerte („Small Caps“) und wachstumsstarken Techriesen, welche naturgemäss keine oder kaum Dividenden ausschütten, bist du dann nicht investiert, womit du ein ungünstigeres Risiko-/Renditeverhältnis eingehst.

Nachteil Nr. 3: Höhere Kosten

Investierst du in einen Dividenden-ETF, so fallen im Vergleich zu einem „normalen“, d.h. nach Marktkapitalisierung zusammengesetzten ETF oft deutlich höhere Kosten (TER) an, was dir zusätzlich die Rendite schmälert, und zwar Jahr für Jahr. Bei den oben erwähnten Produkten „Dividenden-Adel“ beispielsweise betragen die Kosten satte 0.95%, also ein Mehrfaches des Preises eines marktbreiten, etablierten ETF-Produktes.

Apropos Kosten: Neben den Produktkosten sind die durch den Broker erhobenen Gebühren besonders relevant. Interactive Brokers zeichnet sich beispielsweise durch sehr tiefe Gebühren aus (vgl. auch unseren ausführlichen Review). Ebenso hat sich Konkurrent DEGIRO erfolgreich als Preisbrecher auf dem europäischen Markt positioniert (vgl. Partnerangebot unten).

– P a r t n e r a n g e b o t –

Ein aktuell besonders attraktiver Broker ist gemäss unserer Erfahrung und aufgrund der niedrigen Kosten für ETFs «DEGIRO» (Link zum DEGIRO Review). Bei Interesse kannst du dich bei DEGIRO über unseren Partnerlink anmelden, womit du dir Trading Credits von 100 CHF (mit Bedingungen) sicherst und gleichzeitig unseren Blog unterstützt.

– – – – –

Fazit

Auch wenn für uns die Dividenden-Strategie ein Irrweg mit gravierenden Nachteilen darstellt, wollen wir uns um einen versöhnlichen Abschluss bemühen. Die Schlüsselfrage ist doch: Was fasziniert den Anleger eigentlich an der Dividenden-Strategie? In erster Linie sind es wohl die regelmässigen Cashflows, die direkt auf seinem Konto landen. Cooles, passives Einkommen also! Zudem mögen Dividendenausschüttungen praktisch in der Entnahmephase und fürs Rebalancing sein (vgl. auch unseren Artikel Dank Rebalancing dein Vermögen wieder im Lot).

Egal ob Cashflows, Entnahmen und/oder Rebalancing deine Motivation sind, dies alles geht auch ohne Befolgung einer Dividenden-Strategie. Unser Vorschlag: Wähle einfach einen oder mehrere ausschüttende, breit diversifizierte, passive Aktien-ETFs, welche nach Marktkapitalisierung zusammengesetzt sind.

Ausschüttend? Das sind ja auch Steuern, die ich bezahlen muss! Ja schon. Steuern bezahlst du auf alle Dividenden, egal ob bei Einzeltiteln, ausschüttenden oder thesaurierenden ETFs. Doch die Steuerbelastung wird geringer ausfallen, weil du in den gesamten Markt investierst, also auch in all die erfolgreichen Wachstumstitel, die keine oder nur geringe Dividenden ausschütten. Zudem profitierst du von einem attraktiverem Risiko-/Renditeverhältnis und geringeren Produktkosten (TER).

Das könnte dich auch interessieren

Wissenschaftlicher Exkurs von Gerd Kommer zur Dividenden-Strategie:

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über die Dividenden-Strategie nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.