Früher nahezu alternativlos, heute mit viel Konkurrenz um die Ohren: In diesem ausführlichen Review wollen wir dir über unsere Swissquote Erfahrungen berichten. Du erfährst, wo wir die Stärken und Schwächen beim grössten Schweizer Online-Broker sehen und für welche Anlegerinnen und Anleger sich ein Wechsel besonders lohnt – und für welche nicht. Schliesslich erklärt Marketingchef Romain Le Baud, vor welchen besonderen Herausforderungen Swissquote derzeit steht und wie sich das Unternehmen in einem zunehmend dynamischen Markt positioniert.

Stefan & Toni | 27 Kommentare
aktualisiert am 3.1.2026

Kurz & bündig

Die 1996 gegründete Schweizer Online-Bank Swissquote kombiniert Sicherheit, Innovation und ein breites Produkteangebot. Wenn du Trading, Banking und Sparen alles aus einer Hand möchtest, findest du hier eine der umfassendsten Lösungen am Markt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Unsere Swissquote Erfahrungen zeigen: Wenn du eine etablierte Schweizer Plattform mit breitem Angebot und fairen, aber nicht günstigsten Konditionen suchst, triffst du mit Swissquote eine starke Wahl – alles aus einer Hand.

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Unternehmensgeschichte

«Wir wollen weltweit die fortschrittlichste und intuitivste Online-Bank sein. Mit Innovation und Technologie stellen wir herkömmliche Konventionen in Frage und überdenken sie neu.» So lautet die Vision von Swissquote. 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1996 ist die Unternehmensgeschichte von Swissquote geprägt von Innovation und Wachstum. Letzteres erfolgte nicht nur organisch, sondern auch durch häufige Firmenübernahmen.

Heute zählt Swissquote über 700’000 Kund:innen und ist mit 12 Standorten rund um den Globus vertreten – ein klares Zeichen für die internationale Ausrichtung und die wachsende Bedeutung der Bank im globalen Online-Trading-Markt.

Mit 12 Standorten weltweit ist Swissquote international breit aufgestellt (Quelle: Swissquote).

Nachfolgend fokussieren wir uns auf jene Meilensteine, die für Privatanleger:innen besonders relevant sind.

Dass das von Dynamik geprägte Geschäftsmodell von Swissquote funktioniert, zeigt auch die erfreuliche Kursentwicklung der Bank. 

Vom 2. Juni 2000 (Börsengang Swissquote) bis 13. Januar 2025 hat Swissquote ihren Marktwert vervielfacht, während bei der noch einzig verbliebenen Schweizer Grossbank UBS im Langzeitvergleich Börsentristesse herrscht (Quelle: Swissquote TradingView).

Produktpalette

Das Angebot von Swissquote beurteilen wir als sehr umfassend. Gesamthaft bietet Swissquote über 3 Mio. Produkte an, darunter eine Fülle an ETFs, handelbar an über 50 Börsen auf der ganzen Welt.

Am bekanntesten ist wohl der elektronische Handel mit Wertschriften wie Aktien, Anlagefonds (inkl. ETFs), Optionen/Warrants und Obligationen sowie die Konto- und Depotführung für Privat- und Firmenkunden sowie Vermögensverwalter. Wie konkurrenzfähig Swissquote in ihrem Hauptgeschäft ist, zeigt sich auch daran, dass die grosse PostFinance das E-Trading seit 2015 ausschliesslich über die Plattform von Swissquote abwickelt.  

Zudem ermöglichte Swissquote bereits 2017 als erste Online-Bank das Handeln in Kryptowährungen Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Litecoin und Ripple.

Darüber hinaus bietet Swissquote weitere traditionelle Bankdienstleistungen an wie Hypotheken, Lombardkredite, Spar- und Multiwährungskonten sowie diverse Zahlungskarten, darunter auch die kostenlose, rein virtuelle Debitkarte «Light».

Schliesslich unterstreichen mächtige Analysetools sowie ein integriertes Robo-Advisory «Invest Easy» die breite Produktpalette und die grosse Innovationskraft des Unternehmens.

Fokus auf Aktien-ETFs: Swissquote bietet also eine vielseitige Multi-Asset-Plattform für die unterschiedlichsten Anlegergruppen an. Bekanntlich erachten wir die passive, kostengünstige, breit diversifizierte Buy and Hold-Anlagestrategie mit Fokus auf die Anlageklasse Aktien als die langfristig am erfolgversprechendste. Weiter sind wir überzeugt, dass eine solche Strategie am besten mit ETFs umgesetzt werden kann. Deshalb haben wir uns bei diesem Review über unsere Swissquote Erfahrungen auf Aktien-ETFs fokussiert. 

Sicherheit

Swissquote hat sich in ihrer über 25-jährigen Firmengeschichte als krisenresistent erwiesen. Abgesehen davon dürften für sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger insbesondere folgende Argumente eine Rolle spielen:

Kontoeröffnung

Die Kontoeröffnung erfolgt in wenigen Minuten rein digital u.a. mittels Scanning von Dokumenten. Auf Videoaufnahmen zur Personenerkennung verzichtet Swissquote. Alternativ bietet Swissquote die Kontoeröffnung in ihrer Lounge in Zürich persönlich an. So oder so: Die Kontoeröffnung gliedert sich in die folgenden drei Teile:

App und Plattform

Wie es sich für einen modernen Online-Broker gehört, bietet Swissquote sowohl webbasierten Zugang über den Desktop als auch eine App für mobile Geräte.

Während Swissquote sich bislang in einem eher nüchternen, wenig einladenden Kleid präsentierte, überzeugt der neue Auftritt durch eine klare Struktur und eine moderne Optik.

Im Menü «Bank» werden die Barbestände sowie die Kontenbewegungen auf den drei Standardkonten in CHF, EUR und USD angezeigt. Zusätzlich erhältst du eine Übersicht über deine Kartentransaktionen.

Die eigentliche Handelsplattform befindet sich im Menü «Trade». Dieses lässt sich individuell gestalten: Neben deinen bereits gehaltenen Positionen kannst du eine persönliche Watchlist mit für dich relevanten Wertschriften anlegen. So behältst du Kursentwicklungen, Marktdaten und potenzielle Kaufkandidaten jederzeit im Blick.

Swissquote
Neue Mobile App mit Charts, Bezahlkarte und Transaktionsübersicht (Quelle: Swissquote).

Swissquote Erfahrungen
Neue Swissquote Desktop-Plattform mit Marktübersicht und Trading-Funktionen (Quelle: Swissquote).

Swissquote ermöglicht es dir, an praktisch allen grösseren Börsenplätzen der Welt Wertschriften zu erwerben. Bekannte ETFs, in Abbildung unten beispielsweise der Vanguard FTSE All-World, werden oft an unterschiedlichen Börsen und in mehreren Währungen gehandelt. Die Visualisierung mittels Landesflagge deutet auf die Herkunft der Börse hin und unterstützt dich bei der Wahl des gewünschten Wertpapiers.

Hast du dich für ein Wertpapier entschieden, listet dir Swissquote alle möglichen Börsenplätze und Handelswährungen auf (Quelle: Swissquote).

Preise

Um es gleich vorweg zu nehmen: Gegen ausländische Anbieter wie Interactive Brokers oder DEGIRO kann Swissquote preislich nicht mithalten. Im innerschweizerischen Vergleich überzeugt Swissquote aber mit durchaus attraktiven Gebühren.

Gebühren-Highlights: Pauschal für 9 CHF / Sparpläne ab 3 CHF

Wie bereits erwähnt, ist uns bezüglich der Gebühren besonders positiv aufgefallen, dass Swissquote zahlreiche attraktive ETFs, sogenannte ETF Leaders, zu einer moderaten Flatrate von 9 CHF anbietet. Dieser faire Pauschaltarif soll gemäss Swissquote für insgesamt mehr als 9’000 ETFs gelten.

Wenn du regelmässig kleinere Beträge investieren möchtest, wartet Swissquote neu mit Sparplänen zu tiefen Gebühren ab 3 CHF auf.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Gebührenarten für dich zusammengestellt:

Depotgebühren

Depotgebühren sind transaktionsunabhängig. Sie werden bei Swissquote quartalsweise erhoben und betragen jeweils 0,025% des Depotwerts, mindestens jedoch 15 CHF und höchstens 50 CHF. Positiv: Swissquote setzt bei den Depotgebühren einen Kostendeckel ein. Die jährliche Maximalgebühr von 200 CHF wird ab einem Wertschriftenvermögen von 200’000 CHF erreicht. Bei Werten darunter wird es günstiger bis minimal 60 CHF p.a.

Wie wichtig ein Kostendeckel bei grösseren Vermögen für kostenbewusste Anlegerinnen und Anleger ist, zeigt der nachfolgende Vergleich:

Anbieter100’000 CHF500’000 CHF1 Mio. CHF
Swissquote100 (0.10%)200 (Cap)200 (Cap)
Migros Bank230 (0.23%)1’150 (0.23%)2’100 (0.21%)
Zürcher Kantonalbank300 (0.30%)1’500 (0.30%)3’000 (0.30%)
UBS350 (0.35%)1’750 (0.35%)3’500 (0.35%)
Depotgebühr-Vergleich Swissquote (mit Kostendeckel) mit anderen etablierten Schweizer Banken (ohne Kostendeckel): Je höher das Wertschriftenvermögen ist, desto wichtiger ist ein Kostendeckel bzw. desto besser schneidet Swissquote im Vergleich ab (Eigene Recherche; Stand 13.1.2025).

Courtagen (Transaktionsgebühren)

Positiv ins Auge sticht uns bei dieser wichtigen Gebührenposition die für schweizerische Verhältnisse moderate Flatrate von 9 CHF/USD/EUR (je nach Handelswährung). Swissquote bezeichnet ETFs, welche von diesem günstigen Pauschaltarif profitieren, «ETF Leaders». Dabei handelt es sich nicht etwa um unattraktive Restposten unbekannter Anbieter. Im Gegenteil: In diese Kategorie fallen Hunderte von ETFs der renommiertesten Anbieter wie Vanguard oder iShares (Blackrock). Ihre Gemeinsamkeit: Sie werden alle an der Schweizer Börse SIX gehandelt.

Erfreulich: Unsere Recherche hat zudem ergeben, dass sämtliche Sieger-ETFs, welche wir im Artikel Beste ETFs Schweiz und global nach einem mehrstufigen, strengen Auswahlverfahren auserkoren haben, von diesem günstigen Pauschaltarif profitieren.

Hier findest du alle ETFs, welche Swissquote zum «ETF Leaders» Spezialtarif anbietet.  

Kommen wir nochmals auf die Kosten zurück: Ein Kauf von 50 Anteilen des «ETF Leaders» Vanguard All World ETF (VWRL) zum Stückpreis von 94.00 CHF hat uns 4’718.25 CHF gekostet einschliesslich der Gebühren von 18.25 CHF. Nachfolgend schlüsseln wir diese transaktionsbedingten Kosten kurz auf:

Das heisst, die Gebühren von Swissquote betragen bei unserem Testtrade nur rund die Hälfte, die andere Hälfte streichen Bund und Börse ein. 

Swissquote Erfahrungen
Börsenauftrag für einen ETF-Kauf bei Swissquote.

Wenn du dich für keinen dieser Tiefpreis-ETFs erwärmen kannst, zahlst du für Transaktionssummen ab 2’000 CHF/USD/EUR deutlich höhere Courtagen, wie die nachfolgende Preisübersicht von Swissquote für Aktien und ETFs zeigt:  

Swissquote Erfahrungen

Courtagen beginnen bei Swissquote neu bereits ab 3 CHF, z.B. mittels eines Sparplans über 500 CHF.

Es liegt also auf der Hand: Wer Swissquote als Broker wählt und in ETFs investieren möchte, sollte sich vorzugsweise für «ETF Leaders» Produkte mit Pauschalcourtage von 9 CHF entscheiden. Die «normalen» Tarife erinnern an die Schweizer Hochpreisinsel und dürften für kostenbewusste Anlegerinnen und Anleger kaum in Frage kommen. Mit einer Ausnahme: Investierst du nämlich nur kleinere Beträge, z.B. regelmässig mittels Sparplan, bis 500 bzw. 1’000 CHF, fallen ebenfalls nur moderate Gebühren von 3 resp. 5 CHF an. 

Stempelsteuer (Transaktionssteuer)

Da Swissquote ein Schweizer Broker ist, wird bei jedem Trade die Stempelsteuer erhoben. Sie beträgt 0,075 Prozent für in der Schweiz domizilierte Fonds (erkennbar an der inländischen ISIN «CH…») und 0,15 Prozent für im Ausland domizilierte Fonds (ausländische ISIN wie z.B. «IE…» für Irland). Mehr zur Besteuerung von ETFs findest du in unserem separaten Steuerartikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 4 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

Fremdwährungsgebühren

Für den Währungstausch innerhalb von Hauptwährungen, wozu Swissquote u.a. den Schweizer Franken, den Euro, den US-Dollar, das britische Pfund oder den japanischen Yen zählt, fallen 0,95% Gebühren an. Für sogenannte Nebenwährungen gelten höhere Ansätze, welche du hier entnehmen kannst.

Bei Swissquote können nahezu beliebig viele Fremdwährungskonten geführt werden. Fremdwährungskonten sind vorteilhaft, denn sie können dir helfen, die relativ hohen Wechselgebühren zu sparen. Wenn du beispielswiese bereits über EUR-Barwerte verfügst und in einen ETF in EUR-Handelswährung investieren möchtest, fallen für dich keine Fremdwährungsgebühren an. Auch die eingehende EUR-Überweisung auf dein Swissquote Trading-Konto ist kostenlos.

Kontoführungsgebühren 

Bei Swissquote kannst du deine Barmittel auf unterschiedlichen Währungskonten gebührenfrei verwalten. Praktisch: Bereits bei der Kontoeröffnung erhältst du standardmässig je ein CHF-, USD- und EUR-Bankkonto.

Überweisungsgebühren

Erfreulich, wenn auch überfällig: Seit 1.1.2023 erhebt Swissquote keine Gebühren mehr für Inlandzahlungen. Zuvor musste für ausgehende Überweisungen pauschal eine Gebühr von 2 CHF bezahlt werden. Für uns ein No-Go, weshalb wir bei Veröffentlichung des Artikels davon abgeraten hatten, Swissquote als klassische Hausbank zu nutzen. Nun dürfte diese Option für manche Anleger:innen wieder in Frage kommen. Aber aufgepasst: Wenn du regelmässig internationale SEPA-Überweisungen in Euro tätigst, werden dir nach wie vor Gebühren von 2€ belastet. 

Kosten für Lombardkredite

Wer risikofreudiger anlegen will, kann mittels eines Wertschriftenkredits (Lombardkredite) seine Investments hebeln. Die aktuellen Zinssätze von Swissquote findest du hier.

Sollten Lombardkredite für dich ein Thema sein, lohnt es sich, wenn du die Angebote der verschiedenen Anbieter genau überprüfst. Denn es gibt auf diesem Nischenmarkt grosse Unterschiede, welche letztlich entscheidend für deine Performance sind.

Toni beispielsweise entschied sich anfangs 2022 für einen Lombardkredit von Interactive Brokers, deren (damals) tiefe Kreditzinsen letztlich dafür ausschlaggebend waren, dass er sein Hauptdepot seither bei IBKR führt.   

Gebühren für Robo-Advisory

Wer sein gesamtes Portfolio, also nicht nur einzelne Positionen im Sparplan, automatisiert verwalten möchte, für den oder die bietet Swissquote optional «Invest Easy» an. Die relativ hohen Gesamtgebühren von bis zu 0,81% dürften jedoch viele Privatanleger:innen abschrecken. Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigt unser Vergleich von drei etablierten Robo-Advisors.

Wertpapierleihe als zusätzliche Einnahmequelle

Die Wertpapierleihe ist ein kostenloser, optionaler Service von Swissquote, der dir eine zusätzliche Möglichkeit bietet, passives Einkommen aus deinem bestehenden Portfolio zu generieren. Und so funktioniert’s: Swissquote lässt in deinem Auftrag deine Wertpapiere an Institutionen ausleihen, die sie benötigen und du erhältst einen Anteil der dadurch erzielten Renditen. Dieser Anteil kann stark variieren: Gemäss Swissquote bewegt sich die Bruttorendite für ausgeliehene Wertpapiere je nach Leihgeschäft zwischen 0,5% und über 4%. Die Erträge werden monatlich gutgeschrieben.

Swissquote versichert, die Wertpapierleihe nur mit renommierten, erstklassig bewerteten Instituten zu betreiben und hält mindestens 105% an Sicherheiten. 

Auch mit der Verleihung deiner Wertschriften bleibst du deren wirtschaftlicher Eigentümer und erhältst auch weiterhin Dividenden.

Wichtig: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen seitens Swissquote gehst du mit  der Wertpapierleihe ein zusätzliches Risiko ein. Im Wesentlichen besteht dieses darin, dass im Schadensfall der Wert der Sicherheiten den Wert der verliehenen Wertpapiere nicht deckt. Mehr zur Wertpapierleihe von Swissquote erfährst du hier

Schema der Wertpapierleihe als optionaler Swissquote Service für passive Zusatzverdienste (Quelle: Swissquote).

Support

Ein klarer Pluspunkt von Swissquote stellt für uns deren Support dar: Kompetent, kostenlos, bei Bedarf deutschsprachig und flexibel via Telefon, Mail oder Chat.

Letzteres hat sich für uns als besonders effizient herausgestellt (Anders bei Telefonanfragen, wo wir kurz vor Mittag auch schon 15 Minuten in der Warteschlaufe verbrachten.): Während bei Standardfragen der Roboter gut zu helfen weiss, beantwortet spezifischere Anliegen das menschliche Supportteam. Zu beachten ist dabei, dass der Wechsel von Maschine zu Mensch jeweils mittels des Kommentars «Bitte einen Agenten.» einzuleiten ist.

Swissquote Erfahrungen
Effizientes Chatsystem von Swissquote dank fliegendem Wechsel von Maschine zu menschlichem Support.

Einmal hat uns der telefonische Support auf das Kontaktformular verwiesen, als wir auf einen Bug in der Demoversion hinwiesen. (Einige Widgets in unserem Arbeitsbereich wurden nicht mehr korrekt angezeigt.) Wir füllten also das Formular aus und fügten als „Beweismaterial“ einen Printscreen mit den fehlerhaften Widgets an. Per Mail bekamen wir von Swissquote noch gleichentags die Mitteilung, dass die Behebung des erwähnten Problems zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen würde, was dann auch zutraf.

Weniger bekannt dürfte für viele sein, dass die Online-Bank Swissquote neben dem Hauptsitz in Gland (VD) auch noch eine Lounge in Zürich betreibt. An zentraler Lage an der Löwenstrasse 62 bzw. fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, kannst du Swissquote persönlich begegnen. Und zwar nicht nur, wie oben bereits erwähnt, für die Kontoeröffnung, sondern auch um in entspannter Atmosphäre Börseninformationen & Co. abzurufen oder einfach einen Kaffee zu trinken.

Als Support im weiteren Sinn bietet Swissquote eine breite Ausbildungspalette in Form von kostenlosen Videokursen, Webinaren und eBooks rund ums Investieren an. Diese Ausbildungsformate richten sich in erster Linie an Börseneinsteiger-/innen, wie auch der nachfolgende Videobeitrag über das Funktionieren der Börse zeigt.

Eignung

Basierend auf unseren Swissquote Erfahrungen und der für diesen Review durchgeführten Recherchen eignet sich der Schweizer Pionier-Broker nach unserer Einschätzung insbesondere für Anlegerinnen und Anleger, die auf eines oder mehrere der folgenden Eigenschaften bei der Brokerwahl Wert legen:

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Interview mit Romain Le Baud, Head Marketing Swissquote

Als Marketingchef prägst du Swissquotes Positionierung. Welche Herausforderungen sind aktuell die wichtigsten?

Romain Le Baud: Der Markt ist heute digitaler, schneller und preissensitiver denn je. Für uns ergeben sich drei zentrale Herausforderungen:

  1. Auffallen in einem Markt, in dem alles gleich aussieht
    Viele Anbieter wirken ähnlich. Swissquote muss als innovative, verlässliche und mutige Marke klar erkennbar bleiben.
  2. Preissensitivität und Wertschöpfung in Einklang bringen
    Der Preisdruck steigt. Entscheidend ist, den Mehrwert sichtbar zu machen, der hinter einer regulierten Schweizer Bank mit breitem Angebot und stabiler Infrastruktur steht.
  3. Mit dem Tempo mithalten, ohne unsere langfristige Vision zu verwässern
    Die Branche beschleunigt – neue Technologien, neue Plattformen, neue Anlageklassen. Wir wollen agil bleiben, ohne unsere Ausrichtung oder ein konsistentes Kundenerlebnis zu verlieren.

Am Ende zählt, Swissquotes führende Position in einem immer dynamischeren Markt zu sichern – durch klare Identität, Innovation und Verlässlichkeit.

Swissquote erzielt Rekordzahlen, gleichzeitig geraten die Depotgebühren zunehmend in die Kritik. Gerade weil diese Gebühren auch dann anfallen, wenn man nicht handelt, sehen viele sie als Relikt des traditionellen Bankings. Wie steht ihr zu einem möglichen Gebührencut und der Chance, damit preissensitivere Anlegersegmente anzusprechen?

Romain Le Baud, Head Marketing Swissquote

Es ist entscheidend, zwischen einem Low-Cost-Broker und einer vollständig regulierten digitalen Bank zu unterscheiden. Swissquote ist die führende digitale Bank der Schweiz – mit Schweizer Regulierung, Kundendienst, interner Entwicklung und einem breiten Anlageuniversum von über 3 Millionen Produkten. Dieses Niveau an Sicherheit, Infrastruktur und Qualität hat seinen Preis, und wir sind überzeugt, dass der gelieferte Wert diesen klar rechtfertigt.

Unser Ziel ist nicht, der günstigste Anbieter zu sein, sondern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Für preissensitivere Kundinnen und Kunden, die ein einfacheres und reduziertes Angebot bevorzugen, bietet Yuh bereits eine moderne und wettbewerbsfähige Alternative ohne Depotgebühren.

Zum Schluss ein Blick in die Glaskugel: Wie werden Banking und Trading bis 2030 aussehen – hinsichtlich Technologie, Regulierung und Kundenverhalten? Und mit welchen neuen Funktionen oder Produkten wird uns Swissquote in naher Zukunft überraschen?

Über künftige regulatorische Entwicklungen lässt sich nur schwer verlässlich spekulieren, und ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu konkreten Produktneuheiten erst äussere, wenn sie spruchreif sind. Klar ist jedoch, dass zwei Kräfte die Finanzwelt bis 2030 prägen werden: Technologie und Kundenverhalten – und KI wird beide stark beschleunigen.

  1. Technologie: KI-basiert, reibungslos und stark personalisiert
    KI wird bis 2030 zum Kern des Trading- und Banking-Erlebnisses. Plattformen werden intelligenter, persönlicher und dialogorientierter – von Analyse und Risikokontrolle bis hin zu nahezu unsichtbaren Prozessen wie Onboarding oder Compliance. Technologie entwickelt sich damit vom Ausführungswerkzeug zum eigentlichen Intelligenz-Motor.
  2. Kundenverhalten: vom DIY-Trading zu KI-gestütztem Investieren
    Anlegerinnen und Anleger wollen weiterhin Kontrolle, aber weniger Komplexität. KI wird Entscheidungen vereinfachen und personalisierte, geführte Erlebnisse ermöglichen. Banking, Trading und digitale Assets werden dabei zunehmend zu einer nahtlosen Nutzerreise zusammenwachsen.

Vielen Dank Romain für die spannenden Einblicke.

(Das Interview mit Romain Le Baud wurde am 20.11.2025 schriftlich auf Englisch geführt und hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.)

Fazit zu unseren Swissquote Erfahrungen

Unsere Swissquote Erfahrungen haben gezeigt, dass der Schweizer Markführer ein attraktives Gesamtpaket anbietet für alle, die Wert auf einen Online-Broker mit Schweizer Banklizenz legen.

Diese Zielgruppe profitiert zudem von einer modernen Trading-Plattform sowie einem effizienten, deutschsprachigen Kundensupport.

Das entscheidende Kriterium für einen Wechsel zu Swissquote sehen wir jedoch im fairen Pauschaltarif von 9 CHF/EUR/USD, welcher Swissquote u.a. für zahlreiche attraktive ETFs eingeführt hat. Mit diesem cleveren Schachzug überzeugt Swissquote im Vergleich zu den meisten anderen CH-Anbietern auch in preislicher Hinsicht.

Aber auch wenn du nur kleinere Beträge investieren möchtest, z.B. bequem mittels eines automatisierten Sparplans, hat Swissquote nachgebessert und die Einstiegspreise deutlich gesenkt: ab 3 CHF für Investitionssummen bis 500 CHF.

Und noch etwas: Am 1.1.2023 hat Swissquote die Gebühren von Inlandzahlungen abgeschafft. Durch diese unseres Erachtens überfällige Anpassung überzeugt uns Swissquote nicht nur als Schweizer Online-Broker, sondern sie punktet neu auch als klassische Hausbank. 

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Updates

2026-01-03: Diverse Aktualisierungen bei Text und Bilder vorgenommen. 

2025-12-16: Neues Redesign der Plattformen vorgestellt. 

2025-12-02: Bonus (Trading Credits) auf 200 CHF erhöht. 

2025-11-21: Neues Interview mit Swissquotes Marketingchef Romain Le Baud eingefügt. 

2025-10-06: Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen. 

2025-07-15: Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen.  

2025-01-13: Neuer Kurschart Swissquote vs. UBS eingefügt. Gebührenvergleich aktualisiert. Diverse kleinere Anpassungen vorgenommen.

2024-11-19: Neues Sparplanangebot mit Gebühren ab 3 CHF erläutert und Preise aktualisiert. 

2024-04-11: Diverse Links aktualisiert; das neue Tool «Invest Easy» für die automatische Vermögensverwaltung und die neue, rein virtuelle gratis Debitkarte «Light» erwähnt; Hinweis eingefügt, dass PostFinance seit 2015 das E-Trading auf der Swissquote Plattform anbietet.

2024-01-29: Präzisiert, dass Swissquote weltweit über 50 Handelsplätze und mehr als 9’000 ETFs zum Pauschaltarif von 9 CHF anbietet.

2023-12-08: Hinweis zum Demokonto gelöscht, da dieses per 27.11.2023 eingestellt wurde.

2023-10-05: Neues Kapitel über die Wertpapierleihe eingefügt. 

2023-06-15: Umfassendes Produktangebot präzisiert und quantifiziert. 

2023-01-04: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt.

2022-12-12: Text ergänzt um neuen Investitionsplan für regelmässiges, automatisiertes Investieren.

2022-12-10: Gebühren aktualisiert: Abschaffung Gebühren im Inlandzahlungsverkehr per 1.1.2023 übernommen (zuvor 2 CHF Gebühr für ausgehende Zahlungen).

Disclaimer

Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Swissquote Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

Transparenzhinweis: Wir, Stefan und Toni, verfügen über grosse Swissquote Erfahrungen, da wir viele Jahre unsere Wertschriftendepots auf der E-Trading Plattform von Swissquote, auch via PostFinance, verwalteten und verwalten. Ergänzend haben wir für diesen Review ein Swissquote Demokonto eröffnet, darüber Trades abgewickelt und basierend darauf auf unterschiedlichen Kanälen den Swissquote Support getestet. 


Warum schmeissen wir unser Geld für unnötige Dinge zum Fenster hinaus und stellen unsere Wohnungen mit Dingen voll, die wir gar nicht brauchen? Wer sich im Leben bewusst auf das Wesentliche konzentriert, kann viel Zeit und Geld sparen und findet erst noch mehr Gelassenheit im Leben. Davon ist unser Gastautor mit 18 Jahren Minimalismus Erfahrungen überzeugt. 

| 5 Kommentare
Gastautor und Minimalist Martin Etter | publiziert am 11.11.2022

Ständig vergleichen wir: Schöner, grösser, weiter. Wer ist erfolgreicher im Job und wer trägt mehr Geld nach Hause? Das grossartige Auto, die coolen Klamotten, die angesagte Bar, die nächste Weltreise, sind Statussymbole im Alltag. Schlimm, wenn sich unsere Freunde, die Familie oder Arbeitskollegen mehr leisten können als wir selbst. Und so kaufen wir, was das Konto hergibt. Konsum ist heute das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Wir definieren uns unbewusst durch gekaufte Identitäten. So weit haben uns die Marketingleute und Werbemenschen gebracht. Viele geben Shoppen sogar als Freizeitbeschäftigung an. Und wir fühlen uns als Versager, wenn wir mit den anderen nicht mithalten können. Die Werbung suggeriert uns eine heile, sportliche, sinnvolle Welt, die wir ganz einfach haben können – durch Konsum.  

Aber sind wir deswegen glücklicher und zufriedener? Wer kauft um glücklich zu werden, wird dieses Glück nie finden oder wie es die Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin Juliet B. Schor vom Boston College sagt: «Ganz gleich, wieviel man hat, es ist niemals genug. Daraus ergibt sich die Erwartung, dass der nächste Einkauf Glück bringen wird und dann wieder der nächste. Wie Drogenabhängige brauchen auch Konsumenten ständig zusätzliche Kicks, um ein bestimmtes Mass an Zufriedenheit halten zu können.»

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Wertewandel: Was uns zufrieden macht

Wie schaffen wir es, mit weniger Konsum und ohne Statussymbole zufriedener zu werden? Werte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Werte sind keine Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen oder ein Dach über dem Kopf. Aber Werte sind bedeutsam für unser Leben. Wenn wir nicht wissen, wohin unsere Reise geht, werden wir nie zufrieden sein. Jeder Mensch hat Werte. Oft kennen wir sie nicht oder verdrängen sie.

Aber wenn wir nicht wissen, was uns wichtig ist, verursacht dies Stress und Unzufriedenheit. Und am Ende unseres Lebens fragen wir uns, was wir da eigentlich gemacht haben. Um tatsächlich glücklich auf ein erfülltes Leben zurückblicken zu können, ist es wichtig, sich über die eigenen Werte im Klaren zu sein. Werte helfen uns, unser Leben auszurichten. Zu wissen, was wir brauchen, was uns Freude bereitet und wann wir zufrieden sind. Leider leben wir oft nur um anderen zu gefallen oder um unbewusst die Werte und Ziele anderer Menschen zu erfüllen – Partner, Kinder, Eltern, Freunde oder der Chef.

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was DIR wichtig ist, abgesehen von Konsum, Beruf, Karriere und Aktienmärkten?

Die eigenen Werte zu kennen, hilft auch bei einem Leben mit weniger Ballast. Wir wissen dann, wohin wir wollen und wie wir in Zukunft leben möchten. Sind deine Werte beispielsweise «Freiheit», «Leichtigkeit» und «Ordnung», so wirst du den Entscheid, ob etwas weggeht oder bleibt, an diesen Werten messen.

Nimm dir Zeit für die Frage, ob du nach deinen eigenen Werten leben oder weiter vor allem anderen gefallen willst? Wie wäre es, mit weniger Ballast durchs Leben zu gehen, weniger zu vergleichen, genügsamer zu leben, weniger zu kaufen und zu konsumieren und dafür mehr Raum, Zeit und Freiheit geniessen zu können? Es kann sein, dass dir das Abwägen bei diesen Fragen schwerfällt. Ein Coach kann dir dabei helfen, deine Werte zu finden und dich auf dem Weg zu einem leichteren Leben zu begleiten.

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Meine Minimalismus Erfahrungen

Meine Minimalismus-Reise begann vor 18 Jahren. Ordentlich war ich zwar schon immer. Doch die Lektüre verschiedener Bücher zum Thema eines reduzierten Lebensstils hat damals meine Konsumeinstellung nochmals deutlich in Frage gestellt. Und so habe ich mich entschieden, mit weniger Dingen und weniger Ansprüchen durchs Leben zu gehen und dafür mehr Freiheiten zu geniessen. Über die Jahre habe ich meinen persönlichen Besitz kontinuierlich reduziert und unnötigen Ballast abgeworfen.

Natürlich ist das mit einer Familie nicht immer einfach umzusetzen. Es gilt, auf die Bedürfnisse von allen Rücksicht zu nehmen und die eigenen Ansichten und Wünsche nicht über die der Familie zu stellen. Aber es hat sich gelohnt. Heute arbeite ich Teilzeit und besitze nur noch das, was ich wirklich brauche und mir Freude bereitet. Auch auf Reisen nehme ich nur noch das Nötigste mit. So bin ich mit zwei bis drei Kilo in einem kleinen Rucksack sehr leicht unterwegs.

Ist weniger doch mehr?

Seit ein paar Jahren geistert das Thema Minimalismus durch alle Kanäle. Menschen berichten darüber, wie sie ihre Häuser und Wohnungen leerräumen und frei und ohne Ballast ein neues Leben beginnen. Und wir sitzen dabei gemütlich zuhause auf dem Sofa und schauen auf Netflix Marie Kondo beim Ausmisten zu. Nach einem Fernsehbeitrag fragen wir uns dann verwundert, ob es nun 5 oder 10 «Gesetze des Minimalismus» anzuwenden gilt oder ob wir gleich als digitale Nomaden durch die Welt jetten sollen. Haben wir versagt, wenn nach dem Aufräumen immer noch mehr als 100 oder 200 Gegenstände in der Wohnung herumliegen und wir die Kaffeetasse nicht immer sofort in die Spülmaschine räumen?

Entspannen wir uns! Erstens dürfte der Minimalismus-Hype seinen Zenit erreicht haben, zweitens sind Extremminimalisten selten wirkliche Vorbilder und drittens ist es in der Realität auch nicht immer so, wie es am Bildschirm den Anschein macht. Wir müssen unsere Wohnung nicht komplett leerräumen, um ein besseres und leichteres Leben zu leben!

Jedes Ding braucht Zeit und Raum

Vor hundert Jahren besass eine Durchschnittsfamilie etwa 200 Dinge, heute sind es 10’000. Es beginnt beim Auto, Velo und geht weiter zur gesamten Kücheneinrichtung vom Löffel bis zur Bratpfanne. Dazu kommen die vielen Kleidungsstücke, die wir zwar nie mehr anziehen, aber Platz in Schrank und Schubladen einnehmen. Weiter geht es mit den Büchern, die wir, Hand aufs Herz, kein zweites Mal lesen. Sie füllen Wände. Genau wie die CDs und DVDs, die vor sich hin stauben, weil wir Musik und Filme schon seit langem streamen. Auch die vielen Kabel, Elektrogeräte und das ganze ungenutzte Gerümpel in Keller und Garage gehören zu diesen Dingen, die sich im Laufe der Jahre angehäuft haben.

Und es werden immer mehr. Denn nur wenige Dinge finden den Weg auch wieder aus dem Haus.
Zu viele Dinge und zu viel Besitz belasten, wie wir später noch sehen werden. Hier kann dir ein reduzierter Lebensstil helfen. Mit einem klaren Blick auf die eigenen Werte und Ziele, wird es dir möglich, die Menge an Gegenständen und mentalem Ballast zu verringern. Dabei spielt die Anzahl der Dinge keine Rolle.

Minimalismus Erfahrungen
Aufgeräumt und mit wenigen Einrichtungsgegenständen: Eine Traumwohnung für Minimalisten.

Fokussiere dich auf nutzbringende Dinge, Tätigkeiten und Kontakte

Vielmehr geht es darum, sich bewusst zu entscheiden und das zu behalten, was gebraucht und geliebt wird – und den Rest loszulassen. Nicht Verzicht, sondern bewusste Wahl. Fokussiere dich auf die Dinge, die einen Nutzen für dein Leben bringen oder Sachen die regelmässig gebraucht werden. Dazu gehören Gegenstände mit einem hohen ästhetischen oder emotionalen Wert.

Und so reduzierst du deinen Besitz, deine Tätigkeiten und sozialen Beziehungen so weit, bis das übrig bleibt, was für dein Leben wichtig ist. Was nicht benutzt wird, was nicht wirklich hilft, ein Ziel zu erreichen oder keine Freude mehr macht, kommt weg. Das können Gegenstände oder Tätigkeiten sein, aber auch soziale Kontakte, die belasten.

Wenn du bis hierher gelesen hast, stellst du dir womöglich die Frage, wie du das Ziel, mit weniger Ballast durchs Leben zu gehen, am besten erreichst. Natürlich kannst du diesen Weg alleine gehen und dich Schritt für Schritt von Dingen, Tätigkeiten und Kontakten trennen. So habe ich das auch gemacht. Aber glaub’ mir, in Gemeinschaft und bei Bedarf mit professioneller Hilfe geht es viel schneller und macht deutlich mehr Spass!

Minimalismus als Wegbereiter für deine finanzielle Freiheit

Oft spüren wir erst mit dem Weggeben, wie viel leichter das Leben wird. Da ist die angefangene Bastel- oder Näharbeit, die wir schon lange fertigmachen wollten. Das Rennrad steht schon Jahre ungenutzt im Keller und die Skiausrüstung rostet vor sich hin. Es ist Zeit, sich von diesen Dingen zu trennen. Und mit dem Weggeben kommt die Erleichterung und das schlechte Gewissen verschwindet.

Und denke daran, jedes Ding braucht deine Aufmerksamkeit. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Die Sachen liegen einfach da. Aber sie brauchen Platz. Weniger Sachen bedeuten weniger Wohnfläche, weniger Möbel und weniger Stauraum. Positiver Nebeneffekt: Du musst auch weniger in Schuss halten. Die Dinge benötigen auch Zeit und Energie für Pflege, Wartung und Reinigung. Und es kostet Geld. Spätestens, wenn du zusätzliche Sachen kaufen musst, um die Dinge unterzubringen, merkst du, wieviel Geld du eigentlich sparen könntest.

Und nicht vergessen, am Schluss musst du das Zeugs auch noch entsorgen. Das kostet wieder Zeit, Energie und Geld. Geld, dass du sinnvoller verwenden oder anlegen kannst – für mehr finanzielle Freiheit.

Martin Etter beschäftigt sich seit rund zwanzig Jahren mit den Themen Vereinfachen, Strukturieren und einem erfüllten Leben mit weniger Ballast. 25 Jahre war er in verschiedenen Aufgaben in der Kommunikation und im Journalismus unterwegs. Heute begleitet er als Coach Menschen zu einem dauerhaft aufgeräumten Büro und Arbeitsplatz und auf dem Weg zu einem leichteren wert-vollen Leben. Martin Etter ist verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Kindern und wohnt in Winterthur.

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Viele, darunter die schädlichsten Anlagefehler basieren auf Verhaltensmuster, die wir uns über Jahrtausende für das Überleben unserer Spezies antrainiert haben. Das Problem: Bis heute sind diese irrationalen Verhaltensweisen tief in uns verankert. Denn mental sind wir weitgehend Jäger und Sammlerin geblieben. Handlungen, die für uns damals als Höhlenmenschen überlebenswichtig waren, sind heute bei unserer Geldanlage schädlich. Betroffen von diesen psychologischen Fallstricken sind übrigens Profis wie Privatanleger gleichermassen.

Mit diesem Artikel wollen wir dich für die grössten Denkfehler im Zusammenhang mit deiner Geldanlage sensibilisieren und dir wirksame Gegenmassnahmen aufzeigen. Dabei stützen wir uns auf wissenschaftliche Literatur im Bereich der neueren Forschungsrichtung «Behavioral Finance».

Stefan & Toni | 2 Kommentare
aktualisiert am 21.10.2025

Contents

Einleitung

Was bedeutet «Behavioral Finance» und «Bias»?

Bevor wir uns richtig in dieses spannende Thema vertiefen und uns den gemäss unserer Einschätzung 13 grössten psychologischen Fallstricken bei der Geldanlage widmen, wollen wir nachfolgend zwei Schlüsselbegriffe klären:

Behavioral Finance

Behavioral Finance  ist eine neuere Forschungsrichtung im Bereich Finance, welche die Psychologie des Investierens analysiert. Diese Kurzdefinition stammt von der Universität Zürich bzw. aus der Beschreibung ihres Lehrgangs «Behavioral Finance». In einer idealen Finanzwelt können die komplett rationalen Investoren („Homo oeconomicus“) alle Informationen am Markt fehlerfrei einordnen und rein logische Schlüsse daraus ziehen. Tatsächlich ist es aber so, dass Anlegerinnen und Anleger irrational handeln, gewisse Informationen als wichtiger oder unwichtiger einschätzen, als diese sind, und so auch falsche Anlageentscheide fällen. Die verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie, wie „Behavioral Finance“ auf Deutsch genannt wird, erklärt, weshalb dies so ist – und weshalb es durch eine Wiederholung dieser Entscheide zu vermeintlich unlogischen Entwicklungen an den Märkten kommt.

Bias

Bias sind Verzerrungen. Wir konzentrieren uns im vorliegenden Artikel auf kognitive Verzerrungen, welche systematischer und fehlerhafter Natur sind, wissenschaftlich bestätigt sind sowie in einem Zusammenhang mit dem Geldthema stehen. Bias gemäss dieser Definition verleiten uns zu irrationalem Verhalten bei unseren Finanzen.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Wenn du meinst, Bias betreffe nur Dummköpfe, dann irrst du leider. Denn Bias betrifft alle Bildungsschichten, wenn auch – je nach Bias – in unterschiedlichem Ausmass. Wie wir später noch sehen werden, sind manchmal sogar Hochgebildete stärker von Bias betroffen als schlichtere Gemüter.

Denkfehler oder psychologische Fallstricke verwenden wir im vorliegenden Artikel als Synonyme von Bias.

Wie werden Bias bestimmt?

Zur Bestimmung systematischer fehlerhafter kognitiver Verzerrungen müssen zunächst rationale Vergleichsstandards anhand prüfbarer Regeln entwickelt werden. Systematische, also nicht individuelle und zufällige, Abweichungen von diesen Standards gelten dann als irrational oder falsch.

Weshalb fiel die Wahl ausgerechnet auf diese 13 Denkfehler?

Wir sind systematisch vorgegangen und haben bei der Wahl der 13 grössten Denkfehler die folgenden vier Schritte durchlaufen.

  1. Lektüre von Fachliteratur verschiedener Autoren (vgl. dieses Kapitel)
  2. Treffen einer Vorselektion (Grundgesamtheit) von rund 100 Denkfehlern (massgeblich basierend auf den beiden Werken von Dobelli)
  3. Analyse der Vorselektion und Identifizierung der wichtigsten Denkfehler mit Bezug zum Geldthema
  4. Festlegung einer Rangfolge der zuvor identifizierten 13 Denkfehler (Ranking)

Übrigens: Auch wenn die Unglückszahl «13» natürlich gut für eine Rangliste mit den grössten Denkfehlern bei der Geldanlage passt, hatten wir zu Beginn unserer Analyse keine bestimmte Zahl anvisiert. Nach unserer Recherche blieben einfach 13 Denkfehler übrig, welche wir im Zusammenhang mit dem Geldthema als besonders relevant erachteten.

Jetzt aber genug der einleitenden Worte und viel Vergnügen bei der Lektüre!

Die 13 grössten Denkfehler bei der Geldanlage

Überblick

Folgende, für deine Geldanlage relevanten Denkfehler haben wir auserkoren und in absteigender Rangfolge sortiert. Das heisst, je tiefer die Rangnummer, desto folgenreicher bewerten wir den Denkfehler. Gemäss unserer Einschätzung hat also Denkfehler Nr. 1 den grössten (negativen) Impact auf deine Geldanlage.

In den weiteren Kapiteln stellen wir jeden dieser Denkfehler vor. Zu Beginn erhältst du jeweils eine allgemeine Erklärung, es folgen anlagebezogene Praxisbeispiele sowie ein Fazit mit Tipps, wie du den entsprechenden Denkfehler vermeiden könntest.

Und noch etwas: Wir freuen uns auf dein Feedback unten in den Kommentaren, egal ob du unsere Einschätzung teilst oder ihr widersprichst.

Vorstellung der einzelnen Denkfehler mit Erklärungen, Beispielen und Tipps

Denkfehler Nr. 13: Schwarzer Schwan

Wir starten unser Ranking mit dem Schwarzen Schwan – der «Wer hätte das gedacht?»-Denkfehler. Dabei handelt es sich im Sinne von Nassim Taleb, Autor des Bestsellers «The Black Swan», um einen undenkbaren Vorfall mit einem riesigen Einfluss auf unser Leben. Es gibt positive und negative Schwarze Schwäne.

Die Corona-Krise hatte beispielsweise sowohl positive als auch negative Schwarze Schwäne hervorgebracht. Negativ: Mit dem Lockdown mussten alle Gastrobetriebe, Fitnesscenter und andere Orte der Begegnung schliessen – mit oft einschneidenden finanziellen Folgen für Inhaber und Personal. Positiv zu Buche schlug hingegen Corona bei allen Anlegerinnen und Anlegern, welche im nur wenige Tage dauernden Corona-Crash ihre Aktien-ETFs aufgestockt und so von rund 30 Prozent tieferen Kursen profitiert haben.

Ein weiterer negativer Schwarzer Schwan verkörperte unsere einst nationale Fluggesellschaft Swissair. Am 3. Oktober 2001 sackten deren Aktien um 96% ab. Wenig später ging eine der traditionsreichsten Schweizer Firmen Pleite. Als Investor von Einzelaktien kommen solche Schwarze Schwäne in Form von Totalverlusten an der Börse häufiger vor als man gemeinhin denkt.

Neben der Swissair gibt es unzählige andere einst hochgelobte «Hero-to-Zero»-Unternehmen, welche praktisch von einem auf den anderen Tag die Segel strichen und ihr Geschäft einstellen mussten. Als weitere Beispiele seien an dieser Stelle an die globale Investmentbank Lehmann Brothers, den Energieriesen Enron oder den ambitionierten deutschen Zahlungsabwickler und einstigen Börsenliebling Wirecard erinnert.

Fazit: Investiere regelbasiert, diversifiziere deine Geldanlage breit und bewahre bei Börsenturbulenzen stets einen kühlen Kopf. Damit bleibst du zwar nicht vor Crashs und damit verbundenen Buchverlusten verschont. Im Gegensatz zu Einzeltitel-Investments erleidest du aber keine Totalverluste infolge von Firmenpleiten.

Denkfehler Nr. 12: Survivorship Bias – Überlebensirrtum

Bei diesem Denkfehler wird die Erfolgswahrscheinlichkeit systematisch überschätzt. Besonders häufig tritt dieser Irrtum bei aktiv gemanagten Anlagefonds auf. So publizieren Finanzpostillen regelmässig Rankings über die bestlaufenden Fonds ihrer Werbekunden. Schöne Momente für die Finanzbranche und ihre Marketingbüros, welche diese Good News natürlich genüsslich medial auf allen Kanälen ausschlachten. Wer könnte es ihnen auch verübeln?

Wo liegt also das Problem? Die Betrachtungsdauer ist zu kurz. Es ist keine grosse Kunst, kurzfristig über ein, zwei oder drei Jahre den Index zu schlagen. Längerfristig schaffen das aber nur die allerwenigsten aktiv gemanagten Fonds – nach Abzug der Kosten. Schlimmer noch – und jetzt kommen wir zum Kern dieses Bias: Die Mehrzahl der Fonds befindet sich auf dem Anlagefriedhof. Das heisst, die Fondsanbieter sieben mangels Erfolgs laufend ihre Loser-Fonds aus und entziehen sie somit dem Markt – und unserem Gedächtnis. Diese Negativstorys erscheinen natürlich nicht in den Hochglanzbroschüren, sondern laufen im stillen Kämmerlein ab. Übrig bleiben die wenigen medial gepushten «Gewinnerfonds».

Dieser Bias führt also dazu, dass wir irrtümlich davon ausgehen, dass es nur so von erfolgreichen aktiv gemanagten Anlagefonds wimmelt. Erfolgsprodukte also, die es problemlos schaffen, den Index zu schlagen.

Fakt ist aber, dass eine überwältigende Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds ein ungünstiges Risiko-/Renditeverhältnis aufweist. Das heisst, sie schaffen es nach Abzug der Kosten nicht, langfristig d.h. über zehn und mehr Jahre, den (bezogen auf das eingegangene Risiko korrekten) Index bzw. einen entsprechenden ETF zu schlagen.

Fazit: Lass’ dich von Erfolgsmeldungen aus der Finanzbranche nicht täuschen. Denk auch daran, dass Gewinner-Fonds der Vergangenheit oft die Flops von morgen sind (vgl. auch Denkfehler Nr. 7). Konzentriere dich bei der Wahl eines Anlageproduktes auf die wirklich relevante Frage: Wie hoch war bei deinem gewählten oder gewünschten Fonds die risikoadjustierte, langfristige Rendite nach Abzug aller Kosten im Vergleich zum passenden Index (Benchmark)? Falls du zur Erkenntnis gelangst, dass du die Marktrendite (Index) nicht schaffst, lege dir einen oder mehrere bewährte indexbasierte ETFs zu. Wenn dir die Wahl schwerfällt, schau’ doch mal in unseren unabhängigen ETF-Vergleich «Beste ETFs Schweiz und global: And the Winner is…» rein.

Denkfehler Nr. 11: Home Bias – Heimmarktneigung

Mit dem Home Bias ist die Tendenz gemeint, Geldanlagen auf dem Heimmarkt überproportional zu gewichten. Vereinfacht ausgedrückt, bedeutet dies, dass Schweizerinnen vorzugsweise in den «SMI», Deutsche in den «DAX» und Amerikanerinnen in den «S&P 500» investieren. Gründe für die Bevorzugung des Heimmarktes sind vielfältig und zumindest auf den ersten Blick nachvollziehbar: mehr Vertrauen in hiesige Unternehmen, eine bessere Informationsbasis, tiefere Transaktionskosten, keine Wechselkursrisiken.

Wissenschaftliche Studien belegen jedoch, dass weltweite Diversifikation bei deiner Anlage langfristig das beste Risiko-Rendite-Verhältnis bringt. Diese Erkenntnis schliesst nicht aus, dass beispielsweise der auf wenige CH-Titel konzentrierte Heimindex «SMI» auch mal über die eine oder andere Periode besser abschneidet als der breit diversifizierte Weltindex «MSCI World». Das Risiko, das du dabei eingehst, ist aber höher.

Behavioral Finance
Unterschiedliche Kursverläufe von 8.12.2010 bis 29.9.2022 zweier ausschüttender ETFs basierend auf den Indizes «SMI» (rot von iShares) und «MSCI World» (blau von HSBC). Die Wertveränderungen beinhalten Kosten (TER) und Ausschüttungen. (Quelle justetf.ch)

Denn beim SMI ist die Performance stark abhängig von wenigen Titeln. So machen die Top 3-Positionen im SMI Nestlé, Novartis und Roche mehr als 55% aus. Das heisst, wenn nur einer dieser Titel schwächelt, dann schwächelt der ganze Index. Anders beim breit diversifizierten MSCI World mit rund 1600 Aktiengesellschaften aus 23 Industriestaaten einschliesslich der Schweiz: Die Top 3 Apple, Microsoft und Amazon vereinen nur 11% der Gesamtmarktkapitalisierung des MSCI World.

Fazit: Übe dich in Geduld und nutze langfristig die Macht der Diversifikation. Damit erhältst du bei deiner Geldanlage das einzige Gratismittagessen, den sogenannten «Free Lunch». Das heisst, ein Vorteil, der nicht mit einem Nachteil bezahlt werden muss. Dieser Sachverhalt schlägt sich in einem optimalen Risiko-Rendite-Verhältnis nieder.

Denkfehler Nr. 10: Confirmation Bias – Bestätigungsfehler

Für Dobelli ist der Confirmation Bias der Vater aller Denkfehler. Deshalb hat er ihm wohl als einziger gleich zwei Kapitel in seinem lesenswerten Buch «Die Kunst des klaren Denkens» eingeräumt. Bei uns schafft es dieser Denkfehler immerhin in die Top 10.

Worum geht’s? Beim Bestätigungsfehler tendieren wir dazu, neue Informationen so zu interpretieren, dass sie mit unseren Überzeugungen, z.B. in Form von Theorien oder Weltanschauungen, kompatibel sind. Neue Informationen, die im Widerspruch zu unseren bestehenden Ansichten stehen, filtern wir aus. Dies ist gefährlich, denn «Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden», meinte einst der britische Schriftsteller und Philosoph Aldous Huxley.

Nehmen wir an, du bist felsenfest davon überzeugt, dass die Anlageklasse «Aktien» brandgefährlich ist, einfache Anlegerinnen und Anleger im Börsencasino übel abgezockt werden und sie deshalb über kurz oder lang nur Verluste erleiden werden. Wenn du dem Bestätigungsfehler unterliegst, wirst du alle neu eintreffenden Börsenmeldungen so interpretieren und filtern, dass deine Glaubensätze bestätigt werden. Damit wird dein negatives «Börsenweltbild» immer weiter verfestigt.

Fazit: Schreibe deine Glaubenssätze in Geldangelegenheiten auf. Widme dich danach der ebenso notwendigen wie mühseligen Arbeit, deine diesbezüglichen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen, indem du nach Gegenbeispielen suchst (Disconfirming Evidence). Wenn du noch wirksamer gegensteuern möchtest, dann fordere deine kritischsten Bekannten auf, deine Glaubenssätze zu «challengen» und sie bei Bedarf in Grund und Boden zu stampfen.

Denkfehler Nr. 9: Action Bias – Überaktivität

Dieser Fehler passiert häufig bei neuen oder unklaren Situationen. Wir verspüren dann den Impuls, etwas überhastet zu tun, irgendetwas – auch wenn es zu unserem Nachteil ist.

Gerade Börsenneulinge neigen dazu, ständig etwas an ihrem Portfolio herumzuwerkeln – beispielsweise mit überflüssigen Trades. Dadurch verursachen sie unnötig hohe Kosten.

Der Action Bias stammt aus unserer Jäger-und-Sammlerin-Zeit, als Aktivität dem Nichtstun in den meisten Situationen überlegen war. Ja mehr noch: Entschlossenes Reagieren war zu jener Zeit überlebenswichtig, während geduldiges Warten tödlich sein konnte. Man denke nur an den hinter dem Gebüsch lauernden Säbelzahntiger.

Fazit: In unklaren Situationen, wie wir sie aktuell mit dem Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Verwerfungen (Inflation, Stromkrise etc.) erleben, lohnt es sich, an der Börse ruhig, rational und regelbasiert vorzugehen. Ein wirksames Instrument gegen den Action Bias sehen wir in einem schriftlich festgehaltenen Leitbild über die eigenen Finanzen sowie eine auf das persönliche Risikoprofil angepasste Asset Allocation. Solche Instrumente geben dir in stürmischen Börsenzeiten Sicherheit. Ergänzend dazu können für dich Robo-Advisors nützlich sein, dank derer du dein Portfolio im Autopilot-Modus halten und so vor schädlichen Überaktivitäten schützen kannst.

So oder so zügelst du deine Ungeduld, indem du dir den 1999 verstorbenen Börsenguru André Kostolany bzw. seine Börsenweisheit zu Herzen nimmst: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich. “Bei den von uns favorisierten Aktien-ETFs stimmen wir diesem «Buy-and-hold»-Ansatz sofort zu. Um Totalverluste zu vermeiden, raten wir aber bei Einzelaktien vom Nichtstun bzw. Dauerschlaf dringend ab. Denn die Geschichte lehrt uns: Einzelne Firmen können häufiger und schneller, als man gemeinhin denkt, pleitegehen. (vgl. auch Denkfehler Nr. 13).

Denkfehler Nr. 8: Information Bias – Informationsüberfluss

Beim Information Bias handelt es sich um den Irrglauben, dass mehr Information automatisch zu besseren Entscheidungen führt. Als Anleger und Anlegerinnen werden wir jeden Tag mit Unmengen von irrelevanten und/oder falschen Finanzmeldungen konfrontiert.

Hier eine kleine Auswahl per 29. August 2022 zum Schweizer Aktienindex SMI: «Schwergewichte verhindern stärkere Verluste», «Drei negative Signale in Folge» (beide aus Finanz und Wirtschaft), «Angeschlagen: Nimmt der SMI nun Kurs auf das Jahrestief?» (Cash), «SMI – Einstiegschance an der Unterstützung» (Onvista). Während die erste Schlagzeile irrelevant, aber immerhin korrekt ist, sind bei den anderen drei sogenannte Charttechniker am Werk. Diese wollen aus dem bisherigen Kursverlauf künftige Entwicklungen voraussehen, was aus wissenschaftlicher Sicht völliger Quatsch ist. Autor Kommer tut solchen Hokuspokus in seinem lesenswerten Buch «Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs» schnöde als «Finanzpornographie» ab.

Fazit: Versuche mit dem Minimum an Börseninformationen durchs Leben zu kommen, ganz nach dem Motto «Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.» Fokussiere dich besser auf die relevanten Basics des Investierens, wie wir sie hier in acht Lektionen zusammengefasst haben. Lese oder höre ergänzend dazu ein oder mehrere seriöse Sachbücher (vgl. unsere Literaturempfehlungen in diesem Kapitel). Damit baust du dir ein in Finanzfragen stabiles und fundiertes Mindset auf, welches dich vor Verunsicherung und irrationalen, schädlichen Anlageentscheidungen schützt.

Denkfehler Nr. 7: “Regression-toward-the-mean”-Ignorance – Unkenntnis des Regressionseffekts

Die Regression zur Mitte ist ein etwas sperriger Begriff aus der Welt der Statistik. Er bezeichnet das Phänomen, dass nach einem extrem ausgefallenen Messwert die nachfolgende Messung wieder näher am Durchschnitt liegt. Extreme Leistungen wechseln sich also mit weniger extremen ab.

Auf die Börse übertragen, bedeutet der Regressionseffekt, dass der – bezogen auf die Wertentwicklung – erfolgreichste Aktien-ETF der letzten drei Jahre kaum mehr der erfolgreichste ETF der nächsten drei Jahre sein wird.

Wenn wir an der Börse dieses statistische Prinzip ignorieren, betreiben wir schädliches Performance Chasing, eine Variante von Market Timing. Getrieben von «Fomo» (“Fear of missing out”) rennen wir den Renditen hinterher. Kaufen also in überhitzten Märkten zu Höchstkursen, was an der Börse die absolute Verliererformel ist.

Aber weshalb verhalten wir uns so? Dieser Denkfehler ist wohl unseren menschlichen Instinkten geschuldet: Gewinnertypen ziehen uns magisch an.

Fazit: Eine einfache und wirksame Massnahme, das Prinzip der Regression zur Mitte zu berücksichtigen, ist die periodische Durchführung eines regelbasierten Rebalancing basierend auf vordefinierten Zielwerten. Damit investierst du antizyklisch und nicht in bereits heiss gelaufene Märkte mit hohem Absturzpotenzial.

Denkfehler Nr. 6: Social Proof – Herdentrieb

Social Proof bezieht sich auf unseren immer noch tief verankerten Herdentrieb. Aber warum ticken wir so? Weil dieses gruppenorientierte Verhalten sich in unserer evolutionären Vergangenheit als gute Überlebensstrategie erwiesen hat. Man denke wieder an den Säbelzahntiger. Wer zögerte und nicht mit seinen Artgenossen die Flucht ergriff, wurde verspeist und verschwand aus dem Genpool.

Heute und auf die Börse bezogen ist der Social Proof vor allem eines: Das grosse Übel hinter Blasen und Crashs.

Fazit: Das beste Rezept gegen Social Proof sehen wir in einer soliden Finanzbildung sowie natürlich in der Sensibilität für diesen Denkfehler.

Denkfehler Nr. 5: Hindsight Bias – Rückschaufehler

Beim Rückschaufehler scheint uns rückblickend eine Entwicklung jeweils völlig plausibel und erwartbar. Ein grosser Irrtum: Denn wer hat schon die Finanzkrise 2008 oder den Corona-Crash 2020 korrekt vorausgesagt? Niemand.

Der Rückschaufehler ist gemäss Dobelli einer der hartnäckigsten Denkfehler überhaupt. Er beschreibt ihn auch als «Ich-hab’s-schon-immer-gewusst-Phänomen». Gemäss Studien sollen sogar Leute, die diesen Denkfehler kennen, genauso häufig in die Falle tappen wie alle anderen.

Doch weshalb ist der Rückschaufehler so gefährlich für uns Anlegerinnen und Anleger? Weil er uns glauben macht, wir seien bessere Vorhersager, als wir tatsächlich sind. Das macht uns an der Börse übermütig und verleitet uns zu falschen Entscheidungen.

Fazit: Dobelli rät über unsere Wirtschaftsprognosen Tagebuch zu führen, damit wir uns jederzeit schwarz auf weiss unsere Fehleinschätzungen in Erinnerung rufen können. Eine weniger aufwendige, aber nicht minder wirksame Massnahme sehen wir im passiven, regelbasierten, prognose- und spekulationsfreien Investmentansatz, wie wir ihn auf unserem Blog vertreten und selber danach anlegen.

Denkfehler Nr. 4: Loss Aversion – Verlustaversion

Schaut man sich die rekordverdächtigen Ausgaben von Frau und Herr Schweizer für Versicherungen an, so dürften wir von diesem Denkfehler besonders stark betroffen sein. Worum geht es? Investoren haben die Tendenz, sensibler auf negative Kursentwicklungen zu reagieren als auf positive. Kursverluste von 20% belasten uns also in der Regel stärker als Kursgewinne in gleicher Höhe uns erfreuen.

Verlustaversion zeigt sich auch in einem übervorsichtigen Anlageverhalten. Risikoscheue Anlegerinnen und Anleger fühlen sich mit ihrem (zinslosen) Sparkonto am wohlsten, während sie risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien meiden.

In unserer evolutionären Vergangenheit war die Verlust- bzw. Risikoaversion übrigens noch stärker ausgeprägt als heute. Ein dummer Fehler reichte, und man schied aus dem Leben. Menschen, die unachtsam oder zu risikofreudig waren, starben bevor sie ihre Gene an die nächste Generation weitergeben konnten. Überlebt haben die Vorsichtigen – und wir als ihre Nachkommen.

Die Extremvariante der Verlustaversion sehen wir im sogenannten Null-Risiko-Fehler («Zero-Risk-Bias»). Gibt es überhaupt ein Nullrisiko in Finanzangelegenheiten, also die totale Sicherheit? Natürlich nicht. Selbst wenn du alle deine Aktien-ETFs verkaufst und das Geld auf ein Sparkonto transferierst, ist dein Vermögen nicht sicher. Die Bank könnte pleitegehen, die Inflation frisst täglich ein kleines Stück deiner Ersparnisse weg oder eine Währungsreform sorgt für böse Überraschungen.

Fazit: Risiken gehören zum Leben genauso wie zu deiner Geldanlage. Aus rationaler Sicht ist man gut beraten, existenzbedrohende Risiken abzusichern, alle anderen Risiken zu tragen und langfristig von Renditen zu profitieren, die über der Inflationsrate liegen.

Denkfehler Nr. 3. Overconfidence Bias – Selbstüberschätzungseffekt

Fast geschafft! Wir kommen nun zu den Medaillenrängen: Bronze ist unserer Selbstüberschätzung gewidmet. Dieser Denkfehler besteht darin, dass wir systematisch unser Wissen und unsere Prognosefähigkeit überschätzen. Begünstigt wird dieser psychologische Fallstrick durch zuvor erlebte, zufällige Erfolge («Anfängerglück»).

So steckten viele Anleger in den späten 90er-Jahre ihre ganzen Ersparnisse in Internetaktien. Befeuert von anfänglichen Erfolgen bildeten sie sich ein, meisterhafte Fähigkeiten beim Stock-Picking bzw. bei der Wahl erfolgreicher Zukunftsaktien zu besitzen. Ein grosser Irrtum: Denn der gesamte Markt ging zu dieser Zeit einfach hoch. Und als die Dotcom-Blase platzte, war die finanzielle Tragödie zahlreicher Spekulanten perfekt.

Überraschend: Gemäss Dobelli leiden Experten wie beispielsweise Ökonomieprofessoren noch stärker an Selbstüberschätzung. Mit gravierenden Folgen, wenn wir bei unseren Investments blind den Prognosen dieser Profis folgen. Diese unkritische und schädliche Autoritätsgläubigkeit wird auch «Authority Bias» genannt.

Fazit: Ignoriere Prognosen oder sei zumindest gegenüber deiner eigenen Markteinschätzungen als auch denjenigen von sogenannten Börsenprofis stets skeptisch. Insbesondere dann, wenn es sich um kurzfristige Prognosen handelt. Die einzigen beiden Prognosen, die du als rationaler Aktieninvestor unseres Erachtens treffen solltest, sind

Wenn du diese beiden Einschätzungen teilst, dann spricht unserer Meinung nach nichts gegen ein langfristig ausgerichtetes Investment in einen oder mehrere passive, breit diversifizierte Aktien-ETFs.

Denkfehler Nr. 2: Sunk Cost Fallacy – Irrtum der versunkenen Kosten

Jede und jeder BWL-Studierende wird vor diesem Denkfehler, welchem wir die Silbermedaille verleihen, gewarnt. Um was geht’s? Egal, ob Firmenlenker oder Privatanlegerin, sie alle haben die Neigung, versunkene Kosten früherer Fehlentscheidungen bei der aktuellen Entscheidungsfindung weiterhin zu berücksichtigen.

So werden für erfolglose Projekte weitere Kosten in Kauf genommen («gutes Geld schlechtem hinterherwerfen»), statt das Projekt zu beenden und sich die Fehlinvestition einzugestehen. Mit anderen Worten: Stellst du ein Projekt heute auf den Prüfstand, so sollten für dich nur das künftige Nutzen-Kosten-Verhältnis in deine Entscheidungsfindung einfliessen, nicht aber die vergangenen, bereits versunkenen Kosten. Denn diese sind unwiederbringlich verloren.

Beispiel: Du bist seit vielen Jahren in einen teuren, aktiv gemanagten Aktienfonds investiert. Nennen wir ihn «The World’s Best Stocks Premium Fund». Du stellst fest, dass wegen der hohen Kosten die Performance dieser Anlage im Mehrjahresvergleich deutlich dem Benchmark des MSCI World Index hinterherhinkt. Was tust du? Als rationaler Anleger ziehst du die Reissleine: Du stoppst die hohen Kosten, akzeptierst allfällige Exitgebühren und investierst stattdessen in einen günstigen (passiven) Aktienfonds. Dasselbe solltest du übrigens auch bei überteuerten Brokern tun.

Fazit: Betrachte versunkene Kosten als wertvolles, wenn auch manchmal teures Lehrgeld und handle nach dem Motto «Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende».

– P a r t n e r a n g e b o t

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Denkfehler Nr. 1: Verkennen des exponentiellen Wachstums

Gold für das exponentielle Wachstum! Diese Wahl mag dich vielleicht überraschen. Aber exponentielles Wachstum, das sich bei deiner Geldanlage im Zinseszinseffekt niederschlägt, ist derart mächtig, dass wir dessen Verkennung als den grössten psychologischen Fallstrick sehen. Bei deiner Geldanlage ist der Zinseszinseffekt dein engster Verbündeter und langfristig ein Performance-Booster ohnegleichen, wie wir später noch sehen werden.

Albert Einstein soll ja einst gesagt haben: «Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.» Im Gegensatz zu linearem Wachstum, was wir intuitiv verstehen, übersteigt exponentielles Wachstum unsere Vorstellungskraft. Denn unsere evolutionäre Vergangenheit hat uns nicht darauf vorbereitet. So waren die Erfahrungen unserer Vorfahren vorwiegend linearer Art. Wer beispielsweise doppelt so viel Zeit mit Beerensammeln aufwendete, brachte die doppelte Ernte ein.

Fürs bessere Verständnis folgendes Szenario: Grosszügig wie du bist, möchtest du für deinen minderjährigen Nachwuchs (alternativ kann’s natürlich auch das Göttikind sein) einmalig 10’000 Franken anlegen. Dabei prüfst du drei Investmentmöglichkeiten über einen Anlagehorizont von 40 Jahren.

Option A ist ein festverzinsliches Wertpapier in Form einer Unternehmensanleihe (Obligation) mit einem jährlichem Zinscoupon von 8%. Option B ist ein Aktien-ETF «MSCI World» mit erwarteten Kurssteigerungen von durchschnittlich 8% pro Jahr. Option C ist ein aktiv gemanagter «Aktien-Fonds weltweit» von deiner Hausbank mit einer erwarteten Rendite von 6% (Marktrendite abzüglich 2% Management Fees & Co.). Inflation und Steuern lassen wir zur Vereinfachung aussen vor. Wofür würdest du dich entscheiden?

Bravo, du hast wahrscheinlich auf B getippt und somit die «richtige» Wahl getroffen.

Behavioral Finance
Je länger die Haltedauer, desto stärker schlägt der Zinseszinseffekt bei Option B und C durch.

Womit du womöglich aber nicht gerechnet hast, sind die riesigen Differenzen bei den Wertsteigerungen der drei Anlageoptionen (vgl. Abb. 3).

Behavioral Finance
Frappante Unterschiede beim Wertzuwachs zwischen den drei Anlageoptionen bei einer Haltedauer von 40 Jahren.

Vergleichen wir zuerst einmal die Optionen A und B. Beide werden zu 8% verzinst. Entscheidend ist hier also nicht die Zinshöhe, sondern das exponentielle Wachstum bei Option B. Denn beim ETF greift der Zinseszinseffekt bzw. die zu verzinsende Basis steigt jährlich um 8%: 10’000, 10800, 11’664 usw. Bei der Obligation bleibt sie hingegen konstant bei 10’000 CHF, weshalb auch der Zinsertrag über die Jahre stabil bleibt (lineares Wachstum).

Erstaunlich ist, dass dank des Zinseszinseffektes der ETF die Obligation nicht nur um 20, 30 oder 50% schlägt, sondern um 548%!

Vergleichen wir die Optionen A und C, so fällt auf, dass auch hier der Zinseszins mächtiger ist als die Zinshöhe. Denn trotz geringerer Verzinsung (8% vs. 6%) performt Option C gegenüber A um 190% besser.

Aktienorientierte Anlegerinnen und Anlegern dürfte jedoch die beträchtliche Differenz bei der Wertentwicklung zwischen Option B und C interessieren. Gleiche Anlageklasse, aber ein vermeintlich geringer Zinsunterschied von 2%, basierend auf höheren Nebenkosten, bedeutet nach 40 Jahren bei der aktiv gemanagten Anlage 114’388 Franken Minderertrag.

Fazit: Nutze bei deiner Geldanlage die Kraft des Zinseszinseffekts. Investiere passiv statt aktiv und wähle einen günstigen, für dich geeigneten Broker, um die Nebenkosten des Investierens möglichst tief zu halten. Denn diese laufenden Kosten haben wegen des negativen Zinseszinseffektes eine langfristig drastische Auswirkung auf dein Vermögen, wie der Vergleich zwischen Option B und C eindrücklich gezeigt hat. Last but not least: Verlass’ dich bei Wachstumsraten besser nicht auf dein Gefühl, sondern auf deinen Taschenrechner bzw. die Zinseszinsformel: [=Anfangsinvestition*(1+Zins/100)^Haltedauer)-Anfangsinvestition] bzw.  beispielhaft für Option B: [=10000*(1+8/100)^40-10000] (Excel)

Noch einfacher geht’s mit unserem interaktiven Zinseszinsrechner – die effizientere Alternative, ohne dich mit Formeln herumschlagen zu müssen. Einfach Startkapital, Monatsrate, Anlagehorizont und erwartete Rendite eingeben – und sofort sehen, wie sich dein Vermögen über die Jahre entwickelt.

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CHF
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Jahre
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Kalkulation

Endkapital
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Wenn du über 10 Jahre, monatlich 100CHF zu 5% investierst, beträgt dein Endkapital 23.763CHF. Dieses setzt sich zusammen aus 17.000CHF Einzahlungen und 6.763CHF Zinsen oder Kapitalerträgen.

Diagramm

Weil wir überzeugt sind, dass der Zinseszinseffekt gar nicht überschätzt werden kann, haben wir ihm einen eigenen Blogartikel gewidmet: «Warum sind wir nicht längst alle Millionäre, wenn der Zinseszinseffekt doch so einfach ist? 6 Stolpersteine»

Darin zeigen wir mit zusätzlichen Beispielen, wie stark er dein Vermögen über die Jahre beeinflusst – und weshalb das Verständnis dieses Effekts für jede Anlegerin und jeden Anleger zentral ist.

Literaturhinweise (inkl. Buchtipps)

Bei unserer Lektüre diverser Bücher, welche Bias bzw. psychologische Denkfehler zum Thema haben, ist ein Name besonders häufig zitiert worden: Daniel Kahnemann, Psychologe, Nobelpreisträger und Experte auf dem Gebiet der Verhaltensökonomik. Er hat viele wissenschaftliche Arbeiten zu kognitiven Verzerrungen geschrieben, wie beispielsweise sein bekanntes Buch «Schnelles Denken, langsames Denken». Dieses und andere Werke, welche uns beim Verfassen dieses Artikels inspirierten, haben wir dir nachfolgend zusammengestellt:

Alle genannten Bücher finden wir lesens- und empfehlenswert. Wenn du dich in der Breite und auf unterhaltsame Weise über psychologische Fallstricke (auch ausserhalb des Finanzthemas) informieren möchtest, dann liegst du mit den beiden Bestsellern des Schweizer Autors Rolf Dobelli goldrichtig. Ebenfalls leichtere Kost bietet das (Hör-)Buch von US-Autor Morgan Housel, worin er in 20 Kurzgeschichten anschaulich erklärt, weshalb wir immer wieder schlechte Finanzentscheidungen treffen.

Die übrigen drei Werke sind zwar etwas weniger unterhaltsam, dafür bieten sie mehr wissenschaftlichen Tiefgang. Darunter sehen wir insbesondere Gerd Kommers «Souverän investieren…» als Pflichtlektüre für alle, welche sich einen rationalen, wissenschaftsbasierten Buy-and-Hold-Investitionsansatz aneignen wollen. Dieses Standardwerk gibt’s übrigens gratis bei Spotify als Hörbuch, und zwar sowohl im Original als auch in der ebenfalls empfehlenswerten gekürzten Fassung für Einsteiger.

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Updates

2025-10-21: Zinseszinsrechner eingefügt; auf separaten Blogartikel zum Thema Zinseszins verwiesen.

Disclaimer

Haftungsausschluss: Dieser Artikel stellt keine Anlageempfehlung dar, sondern dient lediglich deiner Information.

Melina ist eine leidenschaftliche Schweizer Finfluencerin. Manchen dürfte sie bereits aus den Sozialen Medien wie LinkedIn oder Instagram bekannt sein. Über diese Kanäle publiziert sie regelmässig Beiträge rund ums Thema Geld. Daneben hat sie sich auf Finanzcoachings für Frauen spezialisiert. Im Gespräch mit Stefan spricht Melina unter anderem über ihre ersten Gehversuche im Geldverdienen in ihrer Kindheit, wie aus ein paar Urlaubstagen in Panama vier prägende Arbeitsjahre wurden, worauf sie die den Frauen oft nachgesagte Risikoscheue zurückführt und wie die drohende Vorsorgelücke geschlossen werden könnte. Schliesslich gibt sie – für Frauen und Männer – ihre fünf wichtigsten Finanztipps preis.

Das ausführliche Interview mit Melina zum Thema „Frauen und Finanzen Schweiz“ ist in die folgenden drei Teile gegliedert:

Contents

Teil 1 «Person Melina Scheuber»

Melina, du bist eine der wenigen Frauen, die sich nicht nur für Finanzthemen interessieren, sondern auch aktiv darüber sprechen. Wer bist du und wie kam es zu deiner Passion fürs Geld?  

Ich bin 34 Jahre alt und lebe mit meinem Mann in der Region Zürich. Beruflich bin ich einerseits als Portfoliomanagerin bei einer kleineren Vermögensverwaltung tätig. Anderseits führe ich als Selbständige Finanz-Coachings für Frauen durch. Meiner Passion fürs Geld ging eine längere Entwicklung voraus.

Welche Schlüsselerlebnisse haben dich in finanzieller Hinsicht besonders geprägt?

Ein einschneidendes Erlebnis für mich war sicherlich die Scheidung meiner Eltern. Ich war damals erst acht Jahre alt. Wir lebten in einem Dorf in der Innerschweiz. Das traditionelle Rollenmodell, wonach die Mutter auf die Kinder schaute und der Vater das Geld verdiente, war das dominierende und auch das gesellschaftlich am besten akzeptierte.

Wie erlebtest du diese Zeit nach der Scheidung?

Es war eine harte Zeit, die von vielen materiellen Entbehrungen geprägt war. Meine Mutter musste sehr sparsam haushalten. Aber nicht nur das: Sie war auch gezwungen, nach Jahren ohne Erwerbstätigkeit von einem Tag auf den anderen einen Job zu suchen. Nur mit rigorosem Sparen und einem Zusatzverdienst kamen sie, meine Schwester und ich finanziell einigermassen über die Runden.

Und da wurde dir die finanzielle Abhängigkeit bewusst, in die deine Mutter sich begeben hatte?

Ja genau. Diese schmerzvolle Lektion für meine Mutter war auch prägend für mich. Ich lernte daraus, dich nie von einem Partner, vom Staat oder Arbeitgeber finanziell abhängig zu machen.

Welche anderen Ereignisse haben dein Wille nach finanzieller Unabhängigkeit gefestigt?

Als ich 18 war, zogen wir nach Zürich zum damaligen Freund und heutigen Mann meiner Mutter. Am Familientisch diskutierte mein Stiefvater oft und gerne über Wirtschaft und Finanzen. Mich inspirierten diese Gespräche sehr und so gewann ich mehr und mehr Interesse am Thema «Geld».

Frauen und Finanzen Schweiz
Melina Scheuber, Schweizer Finfluencerin

Wie hast du dein erstes Geld verdient?

Die ersten Franken habe ich bereits als Kind verdient. So habe ich beispielsweise Armbänder gebastelt und diese dann verkauft. Ein anderes Geschäftsmodell von mir war der Eiervertrieb. Und das ging so: Zuerst habe ich mich im Quartier erkundigt, wer frische Eier benötigt. Die bestellten Eier habe ich dann beim «Hühner-Nachbarn» gekauft, welcher mir jeweils eine Süssigkeit mit auf den Weg gab. Mein eigentlicher Lohn daraus bestand jedoch aus dem Münz, welches mir die Eierkäufer für meinen Service zusteckten.

Später als Teenager folgten dann einige Sommerjobs, wo ich beispielsweise im Geschäft meines Vaters mit einfachen Arbeiten ein paar Franken verdient habe.

Nach diesen ersten Gehversuchen im Geldverdienen: Wie entwickelten sich deine Cashflows weiter?

Klassisch mittels einer Lehre. Ich entschied mich für eine Banklehre bei der UBS. Von meiner Mutter vor die Wahl gestellt, einen Teil meines Lohnes abzugeben oder alles selber zu finanzieren, entschied ich mich für Letzteres.

Ein guter Deal?

Nein, in finanzieller Hinsicht war es ein schlechter Deal. Aber selbstbestimmt über meine Finanzen zu walten, war mir einfach wichtiger. Heute vor die Wahl gestellt, würde ich wieder genau gleich entscheiden.

Nach der Banklehre hast du ein Betriebswirtschaftsstudium an der ZHAW absolviert. Danach folgten verschiedene Auslandaufenthalte. Inwieweit hat deine Reisefreude deine Passion für Geldfragen beeinflusst? 

Meine Einblicke in andere Kulturen und Wirtschafssysteme in Asien, Zentral- und Südamerika haben mein Mindset für Geldfragen stark beeinflusst. So wurde mir die finanzielle Misere vieler Frauen deutlich vor Augen geführt. Insbesondere, wenn Kinder im Spiel sind und die Väter keine Verantwortung übernehmen wollen, droht den Frauen in diesen Ländern der rasche Abstieg in die Armut.

Worin liegen deiner Meinung nach die Ursachen für diese Misere?

Das Hauptproblem sehe ich in der fehlenden Gleichstellung der Frauen sowie in der schlechten Bezahlung. Im Angestelltenverhältnis, z.B. als Bürogehilfe oder als Reinigungskraft, verdient man in diesen Ländern sehr wenig. Im Gegensatz zur Schweiz führt in Zentral- und Südamerika ein Leben in Wohlstand oft nur über eine selbständige Tätigkeit.

Du verbrachtest mehrere Jahre in Panama. Wie kam es dazu?

Eigentlich wollte ich dort nur einen Freund für einige Tage besuchen. Als ich bei seiner Arbeitsstelle, eine lokale Bank, auf ihn wartete, kam ein Berater zu mir und bot mir spontan einen Job in der Kundenberatung an. Ich nahm an – zu einem Monatslohn von 1’400 USD. Die darauffolgenden vier Jahre blieb ich als Bankangestellte in Panama, wenngleich ich meinen ersten Arbeitgeber nach neun Monaten wechselte.

Keine Frage, als frischgebackene Betriebsökonomin hättest du in der Schweiz ein Mehrfaches verdient. Aber kaufkraftbereinigt war es kein schlechter Lohn, oder?

Da die Preise in Panama verhältnismässig hoch sind, kam ich mehr schlecht als recht über die Runden. Aber ja, für panamaische Verhältnisse war es ein guter Lohn. Im Rückblick betrachtet, war die Zeit in Panama für mich vor allem eine wertvolle Lebensschule und weniger ein Karrierebooster.

Vor vier Jahren kehrtest du in die Schweiz zurück. Ein Kulturschock? 

Ja, zumindest was gewisse Finanzthemen betrifft. So war es für mich anfänglich nicht einfach, den Durchblick über unser Versicherungssystem zu haben. Doch ich liess nicht locker und habe mich akribisch, ja geradezu wie ein Nerd in dieses Thema eingelesen, bis ich es verstand. Ich bin nicht der Typ, der sich gerne auf andere verlässt.

Fühlst du dich auch als Frau in der Schweiz manchmal diskriminiert?

Ja, ich erlebe eine gewisse Ungleichbehandlung auch in der Schweiz. Um nur ein Beispiel zu nennen: Mir wurden von einem früheren Arbeitgeber schlechtere Konditionen für mein berufsbegleitendes Studium angeboten, als zwei meiner männlichen Arbeitskollegen im gleichen Jahr erhalten haben. Erst dank der Intervention meines damaligen Chefs wurde diese Ungerechtigkeit korrigiert.

Wie regelst du persönlich deine Finanzen?

Ich verfolge einen ganzheitlichen Ansatz und richte mich dabei an die Vermögenspyramide. Diese besteht aus den folgenden vier, nacheinander zu durchlaufenden Stufen:

  1. Versicherungen abschliessen mit dem Ziel, sich vor existenzbedrohenden Ereignissen finanziell abzusichern
  2. Notgroschen sicherstellen, um für Unvorhergesehenes finanziell gewappnet zu sein
  3. in die Altersvorsorge 3a einzahlen, um Vermögen im Alter aufzubauen und Steuern zu sparen
  4. Wertschriftensparen, um Vermögen aufzubauen

Und wie gehst du dabei konkret vor?

Zuerst habe ich ein Budget erstellt mit allen Einnahmen und Ausgaben. Darauf basierend habe ich dann die Sparbeträge festgelegt. Dabei verfolge ich das Prinzip «Zahle dich zuerst!». Das heisst, zuerst werden immer die Sparbeiträge investiert. Wenn es am Ende des Monats einmal knapp wird, schränke ich meinen Konsum ein und verzichte beispielsweise auf einen Restaurantbesuch.

Ist der konzeptionelle Teil erledigt, geht’s in die Umsetzung. Und da bin ich ein absoluter Fan von Effizienz.

Das heisst, du möchtest «im laufenden Betrieb» möglichst wenig Zeit für Finanzangelegenheiten aufwenden?

Ja genau. Die meisten Finanztransaktionen laufen bei mir komplett automatisiert ab.

Für welche Anbieter hast du dich bei deiner Finanzanlage entschieden?  

Ich möchte vorausschicken, dass ich nicht an bestimmte Anbieter gebunden bin. Das heisst, es handelt sich nachfolgend um eine Momentaufnahme, die morgen wieder anders aussehen kann.

Bezüglich meiner Altersvorsorge 3a habe ich bei Viac zwei Konten mit 100% Aktienanteil eingerichtet. Darauf wird automatisch bzw. mittels zweier Daueraufträge monatlich je einen fixen Betrag überwiesen.

Und auch beim freien Wertschriftensparen habe ich einen möglichst einfachen Weg gewählt. Per Dauerauftrag zahle ich monatlich einen Fixbetrag auf ein Wertschriftendepot des Robo-Advisors Clevercircles ein.

Neben dem Investieren im Sparplanmodus verfüge ich zudem über ein Wertschriftendepot bei Swissquote mit einigen Aktien-ETFs und -Indexfonds. Darin investiere ich manuell und unregelmässig, je nach Marktlage.

Weshalb hast du dich für den Robo-Advisor Clevercircles entschieden?

Ausschlaggebend für den Entscheid für Clevercircles war damals das breite Spektrum an Anlageklassen. So bin ich dort neben Aktien, auch in Immobilien, Edelmetalle und Rohstoffe investiert. Zweiter Pluspunkt ist, dass Clevercircles eine Währungsabsicherung anbietet. Schliesslich hat mich die hohe Flexibilität beim Rebalancing angesprochen.

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Fürs Gottenkind hast du dich für einen anderen Robo-Advisor, nämlich Findependent, entschieden. Weshalb diese Wahl?

Bei Findependent war für mich der tiefe Mindestanlagewert ab 500 CHF und die super einfache Handhabung ausschlaggebend.

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Weshalb bist du bei Swissquote und nicht bei einem günstigen ausländischen Broker wie DEGIRO oder Interactive Brokers?

Bei Swissquote bin ich schon viele Jahre. Damals hatte ich mein Depot wegen der hohen Gebühren von einer Grossbank zur deutlich günstigeren Swissquote transferiert. Die Wahl eines Schweizer Brokers ist mir aus Sicherheitsüberlegungen wichtig.

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Swissquote Erfahrungen

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Könntest du deine Sicherheitsbedenken gegenüber ausländischen Brokern noch etwas genauer ausführen? Teilweise bieten diese ja eine grosszügigere Einlagesicherung an als CH-Anbieter.

Bestärkt in dieser Haltung haben mich meine Aufenthalte in Südamerika. Mir wurde da bewusst, wie wichtig das Domizil deiner Finanzanlage ist und wie schnell diese durch politisch instabile Verhältnisse in Gefahr kommen kann.

Die Nachwehen von Corona und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führen global zu ökonomischen Verwerfungen, was sich aktuell auch in grösseren Kursverlusten an der Börse niederschlägt. Wie beeinflusst die aktuelle Weltlage dein Anlageverhalten?

An den monatlichen Sparplänen ändere ich überhaupt nichts. Bei einem kleinen Teil meiner Anlage verhalte ich mich opportunistisch und stocke meine Wertschriftenanlage bei Kursaussetzern auf. Solche antizyklischen Investments habe ich in den letzten Wochen einige gemacht.

Wie gehst du mit finanziellen Verlusten um?

Mittlerweile sehr gelassen. Aktuell sind bei mir viele Positionen durch die jüngste Korrektur an der Börse in die Verlustzone geraten. Ich bin aber überzeugt, dass langfristig und nicht zuletzt dank des Zinseszinseffekts eine positive Rendite resultieren wird.

Auf die Vorbereitung auf dieses Interview bin ich auf eine Aussage von dir gestossen, wonach du deine Finanzen von denjenigen deines Mannes trennst. Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend?

Mein Mann und ich verfolgen in Finanzfragen die gleichen langfristigen Ziele. Darüber bin ich sehr froh, denn diesbezüglich stark unterschiedliche Ansichten können eine Beziehung belasten, ja bis zu deren Bruch führen. Bei der konkreten Umsetzung gibt es jedoch bei uns Unterschiede. Deshalb haben wir die Vermögensanlage voneinander separiert. Die laufenden Haushaltsausgaben finanzieren wir aber über ein Gemeinschaftskonto.

Vorsorge im Allgemeinen und der sogenannte «Gender Pension Gap» im Speziellen sind bevorzugte Themen von dir. Bitte erläutere, was damit gemeint ist?

Ja, sehr gerne. Ich muss da allerdings etwas ausholen. Denn Vorsorge fängt bei mir bei der Geburt an und geht über den eigenen Tod hinaus. Das Vorsorgethema reduziert sich also nicht nur auf die Altersvorsorge in Form unseres Dreisäulenmodells, sondern beinhaltet die gesamte Finanzplanung. Je nach Lebenssituation, in welcher sich ein Mensch befindet, rücken unterschiedliche Vorsorgethemen in den Fokus.

Mit dem «Gender Pension Gap» ist die Vorsorgelücke der Frauen gegenüber den Männern gemeint.

Du schreibst in einem aktuellen Beitrag auf LinkedIn, dass diese Vorsorgelücke im Alter rund 37% zuungunsten der Frauen betrage. Welche Rahmenbedingungen müssten deines Erachtens geändert werden, um mittelfristig diese Lücke zu schliessen?

Diese Vorsorgelücke hat vor allem kulturelle und strukturelle Ursachen. Dementsprechend sollten wir bei der Problemlösung dort ansetzen.

Gehen wir zuerst auf die kulturellen Ursachen ein. Was meinst du damit?

Gemäss einer NZZ-Umfrage von 2020 gaben 38% der Befragten an, dass Frauen nach der Geburt zuhause bleiben sollten, da eine Erwerbstätigkeit dem Kind schadet. Bei diesem kulturellen Aspekt müsste ein Umdenken in der Gesellschaft sattfinden, z.B. durch Aufklärung.

Meine Beobachtung ist zudem, dass es einen Stadt-Land-Graben gibt. Während Städterinnen nach dem Mutterschaftsurlaub oft 70% oder mehr arbeiten, sind es bei Frauen auf dem Land tendenziell geringere Pensen.

Und wo siehst du strukturell Handlungsbedarf?

Das mangelnde Angebot an Kindertagesstätten sowie deren hohe Preise erachte ich in struktureller Hinsicht als Hauptproblem. Hier könnte ich mir vorstellen, dass bei der Kinderbetreuung – analog zu unserer Volkschule – der Staat ein ausreichendes Angebot sicherstellt.

Aber auch die Wirtschaft sollte umdenken und vermehrt bereit sein, auch hochqualifizierte Arbeit in Teilzeit anzubieten.

Die Vorsorgelücke, die du ansprichst, betrifft die Pensionskasse, also die 2. Säule. Wäre es angesichts des stetig sinkenden Rentenumwandlungssatzes nicht klüger, statt sich auf die staatliche Vorsorge zu verlassen, stärker auf freies Wertschriftensparen zu setzen?  

Wie erwähnt, mein Ziel ist die finanzielle Unabhängigkeit. Das heisst im Pensionsalter möchte ich unabhängig von staatlichen Leistungen sein. Viele Leute können das aber nicht. Diese Menschen sind auf die AHV und die PK angewiesen. Und deshalb ist auch diese Vorsorgelücke von rund 37%, womit Frauen im Pensionsalter konfrontiert sind, von grosser gesellschaftlicher Relevanz. Diese Lücke bedeutet immerhin 20’000 CHF weniger Rente pro Jahr.

Verlassen wir die Altersvorsorge. In welche Anlageklassen investierst du und weshalb?

Cash halte ich für die Bezahlung laufender Rechnungen sowie für den Notgroschen. Bei meinen risikobehafteten Anlagen ist mir eine breite Diversifikation über mehrere Assetklassen wichtig. Aktuell bin ich in Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle und ganz wenig Krypto investiert.

Welche Anlageklassen meidest du und weshalb?

Im jetzigen Marktumfeld investiere ich nicht in Obligationen. Die diesbezüglichen Renditen sind mir zu gering.

Teil 2 «Frauen und Finanzen»

In deiner Tätigkeit als Finanzcoach berätst du ja vorwiegend Frauen in Geldfragen. Welche Frauen kommen zu dir und welche Beweggründe haben sie?

Meistens coache ich Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahre. Ihre Motivation ist oft die Einsicht nach einer längeren Phase des Hinauszögerns, dass es nun höchste Zeit ist, sich ernsthaft mit den eigenen Finanzen auseinandersetzen. Oft möchte die Frau auch einfach wissen, wie ihre finanzielle Situation oder jene der Familie aussieht und sicherstellen, dass sie / die Familie genügend abgesichert ist.

Manchmal ist der Auslöser auch konkreter Natur wie beispielsweise die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, ein bevorstehender Jobwechsel mit neuer Pensionskasse oder eine Sendung über Finanzthemen wie beispielsweise die SRF-Dokuserie «Frauen und Geld».

Welche Themen stehen bei deinen Kundinnen im Fokus?

Grundsätzlich basieren meine Coachings auf einem ganzheitlichen Ansatz. Die Altersvorsorge ist aber oft das Thema, das meine Kundinnen zu Beginn aktiv einbringen. Zudem wollen sie – wie ich – ein möglichst einfaches bzw. effizientes Handling ihrer Finanzen.

Welches Vorwissen bringen sie mit?

Ihr Vorwissen in Finanzfragen ist eher gering. Dies zeigt sich auch daran, dass Cash in den meisten Fällen ihre grösste Vermögensposition ist.

Apropos hohe Cashbestände: Wie beurteilst du die den Frauen oft nachgesagte Risikoscheue beim Investieren?

Ja, es dürfte zutreffen, dass eine ausgeprägte Risikoscheue dem Naturell vieler Frauen entspricht. Von meinen Coachings weiss ich aber auch, dass Frauen durchaus in der Lage sind, risikospezifische Sachverhalte bei der Geldanlage zu verstehen. Es muss ihnen dies einfach jemanden verständlich erklären.

Und wie gehst du vor, um die Risikoscheue bei deinen Kundinnen abzubauen?

In einem ersten Schritt ist es wichtig, das eigene Risikoprofil zu kennen. Ich arbeite zudem gerne mit Grafiken, um die Funktionsweise der Börse und der unterschiedlichen Anlageklassen zu veranschaulichen. Es hilft die an sich etwas trockene Materie besser zu verstehen. Von meinen Kundinnen erhalte ich das Feedback, dass die Charts sehr hilfreich für das Verständnis sind.

Begegnest du auch Frauen, welche grundsätzlich gegen die Anlageklasse «Aktien» sind?

Ja, das gibt es durchaus. Wenn ich aber den Unterschied zwischen Sparen und Investieren grafisch aufzeige, ändern viele meiner Kundinnen ihre anfänglich kritische Haltung gegenüber Aktien. Sie verstehen dann besser, dass langfristig Aktien besser rentieren und Schwankungen, auch wenn sie kurzfristig stark ausfallen können, zu dieser Anlageklasse einfach dazugehören. Da der Grossteil meiner Kundinnen langfristig investiert, bleiben sie dann bei kurzfristigen Korrekturphasen auch ruhig.

Welche Feedbacks erhältst du von deinen Klientinnen? Gibt es auch Beschwerden, wenn sie nach Börsentauchern Verluste einfahren?

Nein, bisher glücklicherweise nicht. Im Gegenteil: Die Frauen zeigen grosse Dankbarkeit und streichen positiv heraus, wie erleichtert sie sind, endlich mit meiner Unterstützung die eigenen Finanzen geregelt zu haben. Für mich persönlich ist das sehr erfüllend.

Neben reinen Frauenevents nimmst du auch regelmässig an gemischtgeschlechtlichen Finanzanlässen teil. Welche Unterschiede inhaltlicher, aber vor allem auch atmosphärischer Natur stellst du dabei fest?

Bei Frauenevents herrscht jeweils eine super Stimmung. Erst kürzlich habe ich beispielsweise einen Workshop mit Frauen durchgeführt. Es gab viele Fragen, was zu tollen Interaktionen führte. Allgemein erlebe ich den Umgang unter Frauen als sehr unkompliziert. Sie geben sich Tipps, tauschen sich aus und vernetzen sich sehr einfach.

Gemischte Finanzanlässe bestehen in der Regel aus über 80% Männern. Dabei dominieren meist ernste Businessthemen.

Die meisten Finanzblogs sprechen eher Männer an. Schweizerfinanzblog.ch ist da keine Ausnahme. Was machen wir falsch?

(Lacht.) Diese Frage müssten wohl besser die Leute ausserhalb unserer Finfluencer-Bubble beantworten.

Lass’ mich vorausschicken, dass ich eure Artikel sehr gut verständlich finde. Ich denke aber, dass manche Frauen noch etwas mehr Story «drumherum» wünschten, d.h. die Einbettung des Finanzthemas in einen lebensnahen, alltäglichen Kontext. Zudem fokussiert euer und andere Finanzblogs stark auf das Thema «Investieren». Gemäss meinen Erfahrungen bevorzugen jedoch viele Frauen einen ganzheitlichen «Vorsorge»-Ansatz, der über das Geldanlegen hinausgeht.

Teil 3 «Persönliche Finanztipps»

Welches sind deine wichtigsten Finanztipps, welche du unsere Community zum Abschluss dieses Interviews noch auf den Weg geben möchtest?  

Da könnte ich dir zahlreiche aufzählen. Aber die für mich wichtigsten Tipps sind die folgenden fünf:

Tipp Nr. 1: Eigenverantwortung übernehmen

Das Wichtigste für mich ist die Erkenntnis, dass Finanzen, ob wir wollen oder nicht, uns das ganze Leben beschäftigen. Wir können die Regelung unserer Finanzen nicht an den Staat, den Arbeitgeber oder den Partner delegieren. Stattdessen müssen wir unsere Finanzen selber in die Hand nehmen. Und besonders an die Frauen gerichtet: Wir können nicht warten, bis sich alle kulturellen und strukturellen Rahmenbedingungen verbessert haben. Denn dies dauert zu lange.

Tipp Nr. 2: Am eigenen Mindset arbeiten

Um die erforderlichen Kompetenzen in Geldfragen aufzubauen und zu erhalten sollte sich jede und jeder regelmässig mit den eigenen Finanzen beschäftigen. Am besten eingebettet in den Tagesablauf. Ich selber höre mir wöchentlich mehrere Podcasts zu den Themen Wirtschaft und Finanzen an. Ständige Stimulierung fördert das Finanzverständnis. Zudem rate ich jeder und jedem über Geld zu reden. Auch dies fördert das Verständnis. Ich bin überzeugt, dass sich das Interesse in Geldfragen bei jedem Menschen entwickeln kann. Man muss sich nur damit auseinandersetzen. Wir planen so viel, Wochenenden, Ausflüge, Ferien etc. Aber viele regeln ihre Finanzen nicht, was sich früher oder später schmerzhaft rächen wird.

Tipp Nr. 3: Beim Jobwechsel die Pensionskasse genau ansehen

Es ist für mich ein absolutes Muss, vor einer Jobzusage die entsprechende Pensionskassen-Lösung des potenziellen Arbeitgebers zu analysieren. Nur so kann ich mir ein Gesamtbild und eine Entscheidungsgrundlage verschaffen, ob für mich der Job in Frage kommt oder nicht. Insofern kann jede und jeder Einfluss auf seine Pensionskasse nehmen. Mir scheint, dass Stellensuchende zu stark auf das Salär fokussiert sind, wenn es um den monetären Bestandteil geht. Wir sollten die Pensionskasse ebenfalls als Salärbestandteil betrachten und ihr ein höheres Gewicht beimessen. Eine gute Pensionskassen-Lösung ist schliesslich ein riesiger Hebel für die spätere Altersrente. Und nicht nur das: Es geht auch um die Risikoabdeckung bei Tod und Invalidität durch Unfall oder Krankheit. Ein aktuelles Beispiel dazu sind Arbeitsausfälle infolge von Long-Covid.

Tipp Nr. 4: Vorsicht bei der Reduktion des Arbeitspensums

Jede Reduktion des Arbeitspensums sollte bezüglich der langfristigen finanziellen Auswirkungen genau abgeklärt werden. Ziel ist es, auch für den Worstcase wie Scheidung (wenn Kinder im Spiel sind) oder Todesfall des Partners gut gewappnet zu sein. Dabei gilt es zu vermeiden, von Dritten finanziell abhängig zu werden. Mein Rat: Bleibt zumindest mit einem Bein im Erwerbsleben.

Tipp Nr. 5: Investieren und vom Zinseszins profitieren

Geldanlegen muss wirklich nicht kompliziert sein. Wichtig ist, dass man zeitnah beginnt und so möglichst lange vom Zinseszinseffekt profitieren kann. Für alle, die sich mit manuellen Trades an der Börse schwertun, gibt es heutzutage Robo-Advisors. Einfach einen Sparplan mittels eines Dauerauftrags einrichten und Monat für Monat automatisiert investieren. Einfacher geht’s nimmer!

Herzlichen Dank Melina für die interessanten Einblicke.

(Das Gespräch fand am 6. Juli 2022 im Restaurant Roots in Zürich statt. Das erste Mal begegneten sich Melina und Stefan einige Wochen zuvor am SIX BörsenTalk Flagship Event, wo sie beide an der Finfluencers Paneldiskussion teilnahmen. Wir berichteten über diesen Anlass hier.)

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Die Schweizer Bank Cler lancierte 2018 mit Zak eine innovative Banklösung, die es bisher auf dem Schweizer Markt noch nicht gab: gratis und unkompliziert auf deinem Smartphone. Gut ein Jahr ist es her, seit wir erstmals über Zak berichtet haben. Seither ist bei der ersten Mobile Banking App der Schweiz einiges passiert. Mit diesem umfassenden Zak Online Bank Schweiz Update erfährst du, mit welchen Innovationen diese smarte Schweizer Neobank aufwarten kann und ob sie für dich geeignet ist.

Stefan & Toni | 2 Kommentare
publiziert am 26.7.2022 | aktualisiert am 31.10.2023

Kurz & bündig

Contents

Vorbemerkungen zum Zak Online Bank Schweiz Update

Auflösung Kooperation mit Zak: Per 31.10.2023 wurde im gegenseitigen Einvernehmen die mehrjährige Kooperation zwischen diesem Blog und Zak beendet. Stattdessen sind wir neue Kooperationen mit den Schweizer Marktführern Yuh und neon eingegangen. Denn wir sind der Meinung, dass diese beiden führenden Neobanken nicht nur erfolgreicher am Markt agieren, sondern aktuell auch klar das attraktivere Angebot anbieten. Die wichtigsten Konditionen haben wir auf unserer Empfehlungsseite inkl. Aktionscodes zusammengestellt.

Abgrenzung:  Dieser Review bezieht sich auf Zak, eine App basierte Banklösung der Bank Cler. Bank Cler spezifische Leistungen, welche nicht für Zak angeboten werden, sind nicht Gegenstand dieses Reviews.

Irrtum vorbehalten: Wir haben für diesen Zak Online Bank Schweiz Review nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Unser Ziel ist es, eine möglichst objektive und aussagekräftige Momentaufnahme zu präsentieren, welche dich bei der Wahl deiner Bank unterstützt. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein und/oder sind wichtige Aspekte vergessen gegangen, so bist du herzlich eingeladen, uns entsprechende Verbesserungen mitzuteilen.

Was ist Zak?

Zak ist eine Schweizer Mobile Banking App, mit der du sparen, zahlen, einkaufen, vorsorgen und andere Finanzgeschäfte regeln kannst.

Online Bank Schweiz
Abbildung 1: Zak die Schweizer Bank auf dem Smartphone neu mit Debitkarte von Visa und eBill.

Wem gehört Zak?

Zak ist ein Produkt der Bank Cler. Die Bank Cler ist eine Schweizer Bank mit Hauptsitz in Basel und seit 2019 eine Tochtergesellschaft der Basler Kantonalbank.

Wann wurde Zak gegründet?

Am 27. Februar 2018 lancierte die Bank Cler mit Zak die erste Neobanking-App der Schweiz.

Welche Verbesserungen hat Zak seit unserem letzten Review umgesetzt?

Zak entwickelt sich dynamisch weiter. Seit unserem letztem Zak Review im Mai 2021 sind uns besonders die folgenden Innovationen positiv aufgefallen:

Wir werden diese Verbesserungen später im Bericht noch näher erläutern.

Wie sicher ist Zak?

Folgende Argumente sprechen für eine hohe Sicherheit:

Wie kann ich bei Zak ein Konto eröffnen?

Stefan und Toni sind bereits seit über einem Jahr zufriedene Zak-Kunden. Das heisst, unsere Kontoeröffnungen liegen schon länger zurück. An dieser Stelle deshalb nur so viel: Die Kontoeröffnung erfolgt komplett online über das Smartphone – in weniger als 15 Minuten.

Die zu durchlaufenden sieben Schritte des Anmeldeprozederes findest du in unserem ersten Zak Erfahrungsbericht.

Welche Basisleistungen bietet Zak an?

Zu den Basisleistungen gehören das Privatkonto Zak, die Zak Visa Debitkarte sowie der Zahlungsverkehr. Positiv: Die meisten der damit verbundenen Services sind gratis. Nachfolgend gehen wir auf diese drei Bankleistungen näher ein:

Privatkonto Zak

Mit Zak erhältst du ein gratis Privatkonto. Das heisst, du bezahlst für die Kontoführung keine Jahresgebühren.

Bei Zak steht dir nur ein Konto, welches in Heimwährung CHF geführt wird, zur Verfügung.

Auf deinem Privatkonto erhältst du bis 25’000 CHF 0,75% Zins (Stand: 5.5.2023).

Hingegen kannst du dein Konto in sogenannte «Spartöpfe» und «Gemeinsame Töpfe» thematisch aufgliedern. Dank dieses praktischen Feature kannst du deine Finanzen, seien es deine täglichen Haushaltsausgaben oder spezielle Anschaffungen, ganz einfach und transparent planen.

Neu ist es dir zudem möglich, an jedem beliebigen Kalendertag eines Monats zu sparen, und zwar mit oder ohne vordefinierten Sparbetrag. Zur Veranschaulichung haben wir dir folgende Beispiele zusammengestellt:

Online Bank Schweiz
Abbildung 2: Dank des zakschen Topfsystems deine Finanzen jederzeit im Griff.

Das folgende Video Tutorial erklärt dir anschaulich das zaksche Topfsystem.

Zak Visa Debit: Eine Karte für alles

Endlich: Zak hat dem Kartendschungel ein Ende gesetzt: Statt Kreditarte, Maestro-Karte und Prepaid-Karte gibt es neu die Zak Visa Debitkarte für alles.

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Abbildung 3: Eine Karte für alles – die neue Zak Visa Debit.

Damit sind Zahlungen weltweit möglich – online und in Geschäften. Und wenn dir eine physische Karte zu umständlich ist, kannst du die Zak Visa Debit im virtuellen Wallet deines Smartphones hinterlegen und bequem über Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay bezahlen.

Der volle Überblick über deine Finanzen: Alle Kartenzahlungen werden gleich von deinem Konto abgebucht und im Menü «Meine Bewegungen» angezeigt.

Wichtig ist dabei, dass du immer einen positiven Kontosaldo aufweist. Denn Kontoüberzüge und damit verbundene hohe Zinszahlungen sind – im Gegensatz zu einer Kreditkarte – mit der Debitkarte nicht möglich.

Optional kannst du zudem bei jeder Bewegung eine Push-Nachricht anfordern. Du kannst deine Zahlungen auch sofort deinen Töpfen zuordnen.

Erfreulich: Mit dieser neuen Debitkarte bezahlst du keine Jahresgebühr. Zahlungen in der Schweiz sind ebenfalls kostenlos und auch im Ausland fallen keine zusätzlichen Bearbeitungsgebühren an. Schliesslich sind Bargeldbezüge an Bancomaten der Bank Cler gebührenfrei.

Nur in folgenden drei Situationen fallen beim Einsatz der Zak Visa Debit Karte Gebühren an:

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Abbildung 4: Überweisungsarten von Zak auf einen Blick.
  • 20 CHF für Ersatzkarte bei Verlust.
  • Die letzten beiden Kostenpositionen sind vermeidbar, weshalb wir sie als nicht relevant erachten.

    Zahlungsverkehr

    Einzelzahlungen manuell oder via QR-Code, Daueraufträge sowie Lastschriftverfahren (LSV) sind bei Zak kostenlos.

    Neu und ebenfalls gratis bietet Zak den praktischen Service eBill an – die digitale Rechnung für die Schweiz. Damit können mit wenigen Klicks Rechnungen geprüft und bezahlt werden.

    Auslandzahlungen innerhalb des SEPA-Raums sind in Heimwährung CHF kostenlos. Überweisungen in Euro erfolgen mittels eines automatischen Währungswechsels. Dabei kommt der jeweilige Tageskurs der Bank Cler zur Anwendung. Bei unserer Testüberweisung am 4.7.2022 kam ein Devisenkurs von EUR/CHF von 1.02204 zur Anwendung, was einer (zu hohen) Marge von rund 2% (!) entspricht.

    Der Zahlungsverkehr bei Zak kennt folgende beiden Einschränkungen:

    Gutschriften in CHF sind kostenlos. Zahlungseingänge in Fremdwährungen werden automatisch in CHF umgerechnet, und zwar basierend auf den jeweiligen Tagesdevisenkursen der Bank Cler.

    Gemäss vier Testüberweisungen in Euro und US-Dollar auf das Zak CHF-Konto kamen folgende Devisenkurse zur Anwendung:

    In Abstimmung mit den präzisen Interbanken-Kursen gemäss dem Währungsrechner von SIX beinhalten die Devisenkurse von Zak eine Marge von rund 2% (!), was vergleichsweise sehr hoch ist. Auf unsere Anfrage hat uns Zak diesen Wert bestätigt.

    Schliesslich bietet Zak für den «internen» Zahlungsverkehr optional das Plug-in «Zak Instant» an. Mit dessen Aktivierung können Zak-Kundinnen und -Kunden sich Geldbeträge überweisen, und zwar – wie bei Twint – in Echtzeit.

    Welche Zusatzleistungen bietet Zak an?

    Ja, die Zak App kann noch mehr als die zuvor genannten Basisleistungen. Sie deckt auch Themen wie Vorsorgen, Versicherungen, Shopping sowie das kostenpflichtige Leistungspaket Zak Plus ab. Darauf gehen wir nachfolgend näher ein:

    Vorsorgen

    Vorsorgen in der Säule 3a ist in steuerlicher Hinsicht attraktiv. Zak bietet hierzu zwei Modelle an, welche auch kombinierbar sind: «Vorsorgekonto 3» und «Wertschriften». (Die nachfolgenden Ausführungen bezüglich des Anlagehorizonts sind keine Empfehlungen von Zak, sondern entsprechen unserer Überzeugung, wonach kurzfristig nicht in die schwankungsanfällige Aktienklasse «Aktien» investiert werden sollte.)

    Wer einen kürzeren Anlagehorizont hat, z.B. weil er in drei Jahren ein Eigenheim erwerben oder nächstes Jahr auswandern möchte, der dürfte sich vorzugsweise für das «Vorsorgekonto 3» entscheiden. Diese Variante ist keinen Marktturbulenzen ausgesetzt, da ausschliesslich Barmittel angelegt werden. Die Verzinsung beträgt aktuell 0,10%. Es fallen keine Gebühren an.

    Wer hingegen einen längeren Anlagehorizont verfolgt, für den bietet Zak alternativ oder in Kombination drei nachhaltige Anlagelösungen mit Wertschriften an. Das Depot sowie alle Transaktionen sind kostenlos. Die laufenden Kosten (TER) betragen jährlich 1,25% des angelegten Betrags. Das erscheint uns relativ hoch, weshalb wir vor Abschluss dieser Vorsorgelösung einen Konkurrenzvergleich empfehlen.

    Online Bank Schweiz
    Abbildung 5: Vorsorgen mit verzinsten Bareinlagen (links) oder mit Wertschriften (rechts).

    8.2  Versicherungen

    Neu ist Zak eine Kooperation mit dem innovativen Versicherer LINGS eingegangen. Speziell daran ist, dass du deine liebsten Stücke taggenau versichern kannst.

    Für Stefan, leidenschaftlicher Hobby-Fotograf, kostet seine Kamera mit Objektiv für eine eintägige Fotosession beispielsweise gerade mal 75 Rappen (vgl. Abbildung 6). Ein fairer Deal!

    Kranken-, Reisegepäck- und Cyberversicherungen runden das Assekuranzangebot bei Zak ab.

    Online Konto Schweiz
    Abbildung 6: Versicherungsschutz für ausgewählte Tage von LINGS

    Shopping

    Schnäppchenjäger finden in der App unter der Rubrik «Zaktion» laufend neue Angebote, wie beispielsweise ein JBL Go 3 Minilautsprecher für 33.00 statt 46.90 CHF.

    Zak Plus – kostenpflichtige Zusatzleitungen

    «Das perfekte Angebot für alle, die flexibel bleiben wollen. Klimaschutz inklusive.» So zumindest wird dieses Leistungspaket für monatlich 8 CHF von der Bank Cler angepriesen.

    «Flexibel» bedeutet hier der unbeschränkte Zugang zu allen Geldautomaten weltweit zu günstigen Konditionen.

    Und mit «Klimaschutz inklusive» sind die 0,2 Rappen gemeint, welche Zak für jeden Franken, den Zak Plus Kundinnen und Kunden mit ihrer Karte ausgeben, fürs Klima spenden. Also nach dem Motto «Mit gutem Gewissen Geld ausgeben». Konkret geht es um ein jährlich wechselndes Klimaschutzprojekt im Rahmen der Zak Green Impact Initiative.

    Schliesslich wird Zak Plus Kundinnen und Kunden in den Geschäftsstellen der Bank Cler ein Kaffee spendiert.

    Worin unterscheiden sich die Leistungen von Zak und Zak Plus?

    Nachfolgende Abbildung stellt den Leistungsumfang von Zak und Zak Plus gegenüber.

    Online Bank Schweiz
    Abbildung 7: Leistungsvergleich zwischen den beiden Kontovarianten Zak (gratis) und Zak Plus (kostenpflichtig).

    Womit verdient Zak Geld und welche Leistungen sind gratis?

    In der nachfolgenden Tabelle findest du die Preise für alle wesentlichen Leistungen der beiden Kontomodelle Zak und Zak Plus.

    LeistungenZakZak PlusBemerkungen
    Privatkonto Zak
    Kontoführunggratis8 CHF pro Monat
    Zinssatz0,00%0,00%Kontoüberzüge sind nicht möglich
    PDF-Kontoabschluss per 31.12.gratisgratis
    PDF-Kontoauszug, monatlichgratisgratis
    Rückzugsbeschränkungkeinekeine
    Zak Visa Debitkarte
    Bargeldbezug an Bank Cler Bancomaten
    - von CHF
    - von EUR
    gratis
    ca. 0,5% Wechselkursaufschlag
    gratis
    ca. 0,5% Wechselkursaufschlag

    basierend auf Visa-Referenzkurs
    Bargeldbezug an fremden Bancomaten in der Schweiz
    - von CHF
    - von EUR
    2 CHF pro Bezug
    5 CHF pro Bezug plus ca. 0,5% Wechselkursaufschlag
    gratis
    ca. 0,5% Wechselkursaufschlag

    basierend auf Visa-Referenzkurs
    Bargeldbezug an Geldautomaten im Ausland 5 CHF pro Bezug plus ca. 0,5% Wechselkursaufschlagca. 0,5% Wechselkursaufschlagbasierend auf Visa-Referenzkurs
    Einkäufe bezahlen
    - in der Schweiz
    - im Ausland
    gratis
    ca. 0,5% Wechselkursaufschlag
    gratis
    ca. 0,5% Wechselkursaufschlag

    basierend auf Visa-Referenzkurs
    Kartensperrung
    - temporär via App
    - permanent via Kundenberater
    gratis
    50 CHF
    gratis
    50 CHF
    Ersatzkarte20 CHF20 CHF
    Zahlungsverkehr
    Zahlungseingänge
    - in CHF
    - in Fremdwährungen
    gratis
    zum Tageskurs von Bank Cler
    gratis
    zum Tageskurs von Bank Cler

    Wechselkurs-Marge von ca. 2%
    Zahlungen, Dauerauftrag und LSV in der Schweiz in CHFgratis
    gratis
    Zahlungen und Dauerauftrag in der Schweiz in Eurozum Tageskurs von Bank Clerzum Tageskurs von Bank Cler
    Wechselkurs-Marge von ca. 2%
    Zahlungen und Dauerauftrag im Ausland in Eurozum Tageskurs von Bank Clerzum Tageskurs von Bank ClerWechselkurs-Marge von ca. 2%;
    Zahlungen ausserhalb SEPA-Raum nicht möglich
    Tabelle 1: Gegenüberstellung der Gebühren der Kontomodelle Zak und Zak Plus.

    Wie Tabelle 1 zeigt, sind bei Zak die Basisleistungen Kontoführung sowie Zahlungsverkehr und Kartennutzung im Inland gratis.

    Kosten fallen für dich immer dann an, wenn Fremdwährungen, sei es bei Einkäufen im Ausland, beim Bargeldbezug oder beim Zahlungsverkehr, im Spiel sind.

    Die preislichen Unterschiede zwischen den Kontomodellen Zak und Zak Plus sind überschaubar. Für die monatlichen 8 CHF Kontogebühr bei Zak Plus erhältst du im Wesentlichen mehr Flexibilität beim Bargeldbezug.

    Konkret sparst du mit Zak Plus die Fixgebühren bei allen Barbezügen an fremden Geldautomaten (d.h. an nicht Bank Cler Bancomaten) im In- und Ausland.

    Im Umkehrschluss heisst das für dich: Wenn du hauptsächlich mit Karte bezahlst bzw. nicht auf (fremde) Geldautomaten im In- und Ausland angewiesen bist, dann bist du mit dem gratis Kontomodell Zak definitiv besser bedient.

    Was taugt der Zak Support?

    Allgemein empfehlen wir alle Anfragen zuerst dem Chat Bot von Zak via App mitzuteilen. Denn so können (für ihn) einfache Standardfragen umgehend beantwortet werden.

    Wenn er nicht weiterhelfen kann, dann ist er so freundlich und verweist auf die Hotline des menschlichen Supports der Bank Cler.

    Diese kostenlose Hotline für spezifischere Anfragen haben wir als recht effizient (mit einigen Minuten in der Warteschlaufe muss jeweils gerechnet werden), durchwegs in schweizerdeutscher Sprache, immer freundlich und meistens kompetent erlebt. Letzteres hängt naturgemäss von der jeweiligen Auskunftsperson ab.

    Weitere Informationen zum Zak Support findest du in unserem ersten Zak Erfahrungsbericht.

    Für wen eignet sich Zak besonders gut?

    Zak eignet sich für alle digital affinen Sparfüchse, welche

    Für wen eignet sich Zak nicht?

    Wenn du auf einen oder mehrere der folgenden vier Services Wert legst, können wir dir Zak nicht empfehlen:

    Das könnte dich auch interessieren

    Updates

    2023-10-31: Auf Auflösung Kooperation und Neobanken-Alternativen hingewiesen. 
    2023-05-05: Zinssatz auf 0,75% aktualisiert.
    2023-02-16: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt; neuer Zinssatz von 0,4% erwähnt. 

    Zugegeben: Etwas überrascht waren wir schon, als uns die Verantwortlichen der Schweizer Börse SIX für eine Teilnahme am diesjährigen BörsenTalk Flagship Event anfragten. Eine Panel-Diskussion mit etablierten Finanzbloggern aus der Schweiz sei geplant – eine Premiere für die SIX. Der Auftrag: Den rund 200 mehrheitlich männlichen Ü50-Finanzprofis unsere Arbeit als sogenannte Finfluencers näherbringen. Infotainment stehe im Vordergrund und bitte keine Produktempfehlungen wurde uns im Vorgespräch noch auf den Weg gegeben.  

    Am 31. Mai 2022 war es dann soweit: Stefan stieg für diesen Blog in den Ring (während Toni auf Ibiza lag) und stellte sich zusammen mit Melina (Finanzcoach für Frauen), Reto (Finanzdepot) und Fabio (FinanzFabio) den Fragen von Moderator Dani (Avaloq).

    Schweizer Finanzblog Gruppenfoto
    Nach angeregter Diskussion das Gruppenbild (v.l.n.r.) mit André Buck (Event-Organisator), Daniel Manser (Moderator), Stefan Huser (Schweizer Finanzblog), Melina Scheuber (Finanzcoach), Reto Stalder (Finanzdepot) und Fabio Marchesin (FinanzFabio)

    Herausgekommen sind spannende Einsichten in unterschiedliche, teils auch kontroverse Themen: unsere Entstehungsgeschichten, das Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Kommerz sowie die Erkenntnis, weshalb die wichtigsten Blogartikel nicht die erfolgreichsten sind.

    Schliesslich wurden wir zum Wunschkonzert aufgefordert: An die heimische Finanzindustrie gerichtet, gaben wir eure mutmasslich grössten Wünsche und Pains zum Besten. Wenig überraschend: Die unbefriedigende Gebührensituation bei Schweizer Brokern wurde gleich mehrfach thematisiert.

    Im nachfolgenden Video erfährst du die ganze Story.

    Wie könnte es auch anders sein: Auch das übrige Programm drehte sich primär um Finanzen. Neben den obligaten Wirtschaftsdaten und -prognosen standen die beiden Trendthemen ESG und Crypto im Fokus. Keynote-Speaker Dr. Fritz Zurbrügg von der Schweizer Nationalbank rundete den abwechslungsreichen Anlass ab.

    – P a r t n e r a n g e b o t

    – – – – –

    Seit seiner Gründung im Jahr 1977 hat sich Interactive Brokers von einem US-Pionier im elektronischen Handel zu einem der weltweit führenden Online-Broker entwickelt. In diesem Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen zeigen wir, wo dieser mächtige und zahlreich preisgekrönte US-Anbieter gegenüber der Konkurrenz punktet und worauf du besonders achten solltest.

    Stefan & Toni | 194 Kommentare
    aktualisiert am 13.1.2026

    Kurz & bündig

    Contents

    Vorbemerkungen zu unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen

    Fokus auf ETFs

    Wer unseren Blog kennt, weiss, dass wir eine passive, kostengünstige und breit diversifizierte Buy-and-Hold-Strategie verfolgen. Diese lässt sich aus unserer Sicht am sinnvollsten mit Aktien-ETFs umsetzen, weshalb wir den Fokus in diesem Review bewusst auf dieses Anlagevehikel legen.

    Möchtest du (auch) in einzelne Aktien investieren, ist Interactive Brokers ebenfalls sehr attraktiv – wie diese IBKR-Preisvergleichstabelle für US-Aktien zeigt.

    Transparenzhinweis 

    Um glaubwürdig und realitätsnah aus erster Hand zu berichten, sind Toni und Stefan im Zuge der Recherchen zu diesem Bericht Kunden von Interactive Brokers geworden. Seither führen beide namhafte Wertschriftenpositionen bei IBKR und nutzen unter anderem die vorteilhaften Wechselkurse.

    Das Angebot des renommierten US-Anbieters hat uns insgesamt überzeugt, weshalb wir eine Kooperation mit Interactive Brokers eingegangen sind. Dieser Artikel enthält Referral-Links. Bei Nutzung dieser Links können wir eine kleine Vergütung erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Unsere Einschätzung bleibt davon unbeeinflusst.

    Traditionsreicher Broker mit Pioniergeist

    Wer meint, dass es sich bei Interactive Brokers, IB oder IBKR (Börsenticker), wie diese US-Unternehmung auch genannt wird, um ein weiteres Startup im Fintech Bereich handelt, der wird nun eines Besseren belehrt. Denn Interactive Brokers kann auf eine lange und pionierhafte Unternehmensgeschichte von rund 50 Jahren zurückblicken.

    So wurde die ursprüngliche Organisation bereits 1977 zunächst als Market Maker unter dem Namen TP & Co. gegründet und 1982 in Timber Hill Inc. umbenannt. Sie war die erste, die 1979 Fair-Value-Preisblätter auf einem Börsenparkett verwendete.

    Gründer und aktuell Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Thomas Peterffy.

    Peterffy hat sich in seiner langen beruflichen Laufbahn als Machertyp mit ausgeprägtem Pioniergeist bewiesen. So nutzte er 1983 als erster Handheld-Computer für den Handel. 1987 schuf er das erste vollautomatische algorithmische Handelssystem, um Aufträge automatisch zu erstellen und an einen Markt zu senden.

    Zwischen 1993 und 1994 wurde die Unternehmensgruppe Interactive Brokers Group sowie die Tochtergesellschaft Interactive Brokers LLC gegründet, um ihr elektronisches Brokerage zu kontrollieren und es von Timber Hill, das Market Making durchführt, getrennt zu halten.

    Im Jahr 2014 war Interactive Brokers der erste Online-Broker, der direkten Zugang zu IEX, einem privaten Forum für den Handel mit Wertpapieren, anbot.

    Derzeit werden rund 70% der Aktien von IBKR von Mitarbeitenden und den mit IBKR verbundenen Unternehmen gehalten; Gründer Peterffy ist grösster Aktionär.

    Wer noch mehr über die Firmengeschichte von Interactive Brokers erfahren möchte, findet auf der IBKR-Homepage in der Rubrik «Über uns» vertiefte Informationen.

    Auszeichnungen unterstreichen starke Marktposition

    Die zahlreichen Auszeichnungen von unabhängiger Seite sind ein weiteres Indiz, wie erfolgreich sich IBKR über die Jahre am Markt positioniert hat.

    Bester Broker hier, bester Broker da: Eine kleine Auswahl von zahlreichen Auszeichnungen, womit sich Interactive Brokers auf ihrer Website schmückt.

    Interactive Brokers fasst auf ihrer Website unter der Rubrik «Warum IBKR» die ihrer Ansicht nach wichtigsten Argumente, welche für IBKR sprechen, zusammen.

    Welches Geschäftsmodell verfolgt IBKR heute?

    IBKR entwickelt mächtige Trading-Tools und bietet diese anderen Brokern sowie Endkunden an.

    Zwei wichtige Einnahmequellen von IBKR bestehen also aus Lizenzgebühren von Drittbrokern sowie Handelsprovisionen von Privatkunden, einschliesslich Zinseinnahmen aus Vergaben von Wertschriftenkrediten.

    Wie wir später noch eindrücklich sehen werden, bietet IBKR seinen Privatkunden mehrere Kontotypen, verschiedene Handelsplattformen sowie vielschichtige Konditionen an, womit der Anspruch von IBKR deutlich wird: Nicht nur die vermeintlichen Profis und Heavy Traders stehen im Fokus, sondern grundsätzlich alle Investoren und Anlegerinnen sollen angesprochen werden, beginnend mit den Börsenneulingen.

    Wie sicher ist IBKR?

    Bei Interactive Brokers handelt es sich um einen regulierten Broker-Dealer, welcher sich in seiner rund 50-jährigen Firmengeschichte als sehr krisenresistent bewiesen hat.

    IBKR positioniert sich denn auch als sehr sicheren Broker und unterstreicht dabei seine grosse Finanzkraft. Wie es konkret und aktuell um die Finanzen von IBKR steht, geht aus den auditierten Jahresberichten hervor, welche IBKR transparent für die Öffentlichkeit publiziert.

    Wie bin ich nun aber geschützt, wenn IBKR doch einmal in eine ernsthafte finanzielle Schieflage gerät? Im unwahrscheinlichen Worstcase-Szenario «Konkurs» dürften für dich als Schweizer Anleger:in insbesondere folgende vier Sicherheitsaspekte relevant sein:

    Und für alle, die gegenüber US-Anbietern wegen des dort herrschenden Rechtssystems skeptisch sind, kann Entwarnung gegeben werden: Vertragspartner für Kund:innen aus der Schweiz ist Interactive Brokers UK, womit in letzter Konsequenz der Gerichtsstand London wäre. Dies geht aus dem «Interactive Brokers (U.K.) Limited and Interactive Brokers LLC Client Agreement» (Kapitel A17, Ziffer 1.1) hervor.

    Soweit sollte es jedoch gar nicht kommen. IBKR hat uns auf Anfrage versichert, dass allfällige Streitigkeiten grundsätzlich zuerst aussergerichtlich und im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden sollen. Zu diesem Zweck steht ein sogenanntes Beschwerdeticket zur Verfügung, womit Reklamationen und ähnliche Anliegen eingereicht werden können.

    Über welche Börsen kann bei IBKR gehandelt werden?

    IBKR bedient ein umfassendes Angebot mit allen wichtigen internationalen Börsen – darunter auch die Schweizer SIX. Zu beachten ist, dass IBKR die SIX unter dem Kürzel «EBS» (Elektronische Börse Schweiz) führt.

    Wie umfassend ist das ETF-Produktangebot?

    Bevor du dich für Interactive Brokers entscheidest, solltest du abklären, ob deine Wunsch-ETFs überhaupt erhältlich sind. Praktisch: Auch als Nichtkunde kannst du dich über den nachfolgenden Link über das ETF-Produktangebot von IBKR ins Bild setzen: ETF-Produktangebot nach Börse (auf roten Button «nach Produkten und Börsen suchen» klicken)

    Das Produktangebot von Interactive Brokers ist auch mit Blick auf die Schweizer Börse beachtlich: Über 3’000 Wertpapiere, darunter 2’439 ETFs, stehen zur Verfügung (Stand: 3.1.2026).

    Erfreulich ist nicht nur das umfassende ETF-Angebot, das sich über zahlreiche Börsenplätze weltweit erstreckt, sondern auch, dass IBKR mittlerweile vernünftige Filter- und Sortiermöglichkeiten sowie eine Direktsuche nach einzelnen Wertpapieren bietet.

    Falls du dich dennoch schwertust, deinen Wunsch-ETF oder deine bevorzugte Aktie zu finden, teile uns doch einfach in einem Kommentar unten ISIN oder Ticker/Symbol und – falls relevant – den Börsenplatz mit. Als IBKR-Kunden verfügen wir über einen direkten Zugang und kommen womöglich schneller ans Ziel.

    Verfügt man bereits über ein IBKR-Konto, steht für die ETF-Recherche zusätzlich der sogenannte Marktscanner zur Verfügung. Bei ETFs beschränken sich die Filter- und Sortiermöglichkeiten aktuell jedoch auf Produkte, die an der US-Börse Nasdaq gelistet sind.

    Welche Kontotypen bietet IBKR an?

    Bei IBKR stehen dir die folgenden drei Kontotypen zur Wahl:

    Nachfolgend gehen wir kurz auf ihre wichtigsten Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale ein.

    Kontotyp «Barmittel»

    Für die meisten Schweizer Anleger:innen dürfte der Kontotyp «Barmittel» erste Wahl sein. Denn im Gegensatz zu den anderen beiden Kontotypen ist hier die Wertpapierleihe optional, und es gibt keine Mindestanlagesumme und auch keine Kreditvergabe. Wir werden uns deshalb in diesem Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen auf diesen Kontotyp konzentrieren.

    Die Kontotypen «Margin» und «Portfolio Margin» – Voraussetzung für Lombardkredite

    Diese beiden Kontotypen sprechen risikoorientierte und nervenstarke Investor:innen an, die ihre Anlagen mit Wertschriften- bzw. Lombardkrediten (teil-)finanzieren möchten.

    Damit erreichen sie eine Hebelwirkung («Leverage-Effekt»). Das heisst, steigen die Kurse, winken satte Gewinne. Im gegenteiligen Fall kumulieren sich die Verluste.

    Die Konditionen für Lombardkredite von Interactive Brokers zählen im Konkurrenzvergleich zu den attraktivsten am Markt.

    CHFEURUSD
    DEGIRO2,50%* – 4,00%4,75%* – 6,25%5,25%* – 6,90%
    Interactive Brokers1,50%**3,451%**5,14%**
    Saxo Bank2,00%***3,91%***6,80%***
    Swissquote3,00%4,93%6,82%
    Unterschiedliche Margin-Konditionen je nach Währung und Anbieter per Stichtag 12.1.2026. *Festvorschuss, d.h. Zinsen fallen auf den gesamten zugeteilten Betrag an, unabhängig davon wie viel tatsächlich verwendet wird. **bis 90’000 CHF/EUR resp. 100’000 USD, danach stufenweise günstiger. ***bei Kontomodell Classic, tiefere Zinsen bei den Kontomodellen Platinum und VIP.

    Die stets aktuellen Zinsen für Lombardkredite findest du auf der Website von Interactive Brokers.

    Für das Hebeln mit Wertschriften wie ETFs ist das Herunterladen der separaten IBKR-Software Trader Workstation (TWS) empfehlenswert. Dort lassen sich unter anderem Angaben zur Initial Margin und Maintenance Margin abrufen.

    Beim «Betongold» – egal ob Eigenheim oder Anlageobjekt – sind Fremdfinanzierungen die Regel und gesellschaftlich breit akzeptiert. Bei Wertschriften beobachten wir medial hingegen eher eine skeptische bis ablehnende Haltung. Wie wir das einordnen, erfährst du im Artikel Lombardkredit beim ETF-Kauf: Booster für deine Eigenkapitalrendite oder Spiel mit dem Feuer?

    Einzel- und Gemeinschaftskonten für alle Kontotypen

    Alle drei erwähnten Kontotypen stehen dir sowohl als Einzelkunde, als auch als Gemeinschaft, d.h. mit zwei Kontoinhabern, offen. Letzteres steht unter anderem als Variante «Joint Tenants with Rights of Survivorship (Gemeinschaftseigentümer mit gegenseitigem Erbanspruch in Bezug auf das Kontoeigentum)» zur Wahl und kann für die bessere finanzielle Absicherung im Todesfall eines Kontoinhabers eine interessante Option sein.

    Auch ein Wechsel von einem Kontotyp zum anderen mit Übertrag von Barmitteln und Wertschriften ist gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen einfach und ohne Kostenfolge möglich.

    Welche Gebühren fallen an?

    Hohe Gebühren, wie sie insbesondere bei CH-Brokern leider immer noch allzu oft vorkommen, schmälern Jahr für Jahr deine Rendite. Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigen innovative ausländische Anbieter wie Interactive Brokers.

    Basierend auf unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben wir folgende, für CH-Anleger:innen übliche Kostenblöcke für den IBKR Kontentyp «Barmittel» untersucht:

    Depotgebühren

    Im Gegensatz zu den meisten CH-Brokern fallen bei Interactive Brokers Schweiz keine Depotgebühren an, und zwar unabhängig davon, wie viele Transaktionen du tätigst und wie hoch deine Einlage ist. Positiv für dich: Das Einsparen dieser laufenden Kosten kommt letztlich deiner Rendite zugute.

    Courtagen (Transaktionskosten)

    Die transaktionsbedingten Courtagen bestehen im Wesentlichen aus den Provisionen zugunsten IBKR sowie allfälligen zusätzlichen externen Kosten wie Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren. IBKR bietet drei verschiedene Preismodelle für ETFs an:

    Abgesehen von den Gratis-ETFs , bei denen keine Courtagen anfallen, kannst du bei jedem Trade zwischen den Preismodellen «Gestaffelt» und «Festpreis» frei wählen. Dies bietet dir einerseits Flexibilität, anderseits kann es auch eine gewisse Verunsicherung auslösen bezüglich der Wahl des für den jeweiligen Trade geeigneten Preismodells.

    Wichtig: Erfahrungsgemäss und wie uns IBKR auf Anfrage bestätigt hat, tritt ein angepasstes Preismodell jeweils erst am Folgearbeitstag in Kraft. Das heisst, wenn du morgen einen Trade mit einem anderen Preismodell planst, solltest du schon heute das aktuell aktivierte bei den Einstellungen ändern.

    Du siehst also, die transaktionsbedingten IBKR Gebühren sind etwas erklärungsbedürftig, weshalb wir in den nachfolgenden beiden Kapiteln die Preismodelle «Gestaffelt» und «Festpreis» genauer unter die Lupe nehmen. Dennoch so viel vorweg:

    Der Hauptunterschied zwischen den Preismodellen «Gestaffelt» und «Festpreis» liegt darin, dass ersteres nur die Provisionen abdeckt, während letzteres die gesamten Courtagen, also Provisionen und externe Kosten, beinhaltet, was dir mehr Transparenz bezüglich der anfallenden Kosten bietet.

    Preismodell «Gestaffelt»

    Bei diesem Preismodell sinken prozentual die Gebühren bei zunehmendem Handelsvolumen – zumindest theoretisch. Denn die erste Rabattstufe für den Handel an einer Schweizer Börse wird erst ab einem monatlichen Handelswert von 50 Mio. EUR (!) erreicht, was für die meisten Privatanleger:innen (selbst aus der reichen Schweiz) nicht in Frage kommen dürfte. Deutlich stärker werden die Preise hingegen vom Handelsplatz und von der Handelswährung beeinflusst.

    Konkret bedeutet dies für den Handel von ETFs und Aktien an der Schweizer Börse SIX, dass die relevante Provision 0,05% des Handelswerts beträgt – mindestens 1.50 CHF, 1.25 EUR oder 1.70 USD und maximal (Kostendach) 49 CHF, 29 EUR oder 39 USD.

    Eine vollständige Übersicht zu den Gebühren an europäischen Börsen stellt Interactive Brokers zur Verfügung.

    Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
    Preismodell «Gestaffelt» bei Handel von ETFs und Aktien über die Schweizer Börse SIX für die Handelswährungen EUR, CHF und USD. (Quelle: Interactive Brokers)

    Sechs Preisbeispiele für den ETF-Handel über die Schweizer Börse SIX mit unterschiedlichen Handelswährungen:

    Zu beachten ist, dass beim Preismodell «Gestaffelt» zusätzlich externe Kosten wie Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren anfallen können. Falls eine Börse Rabatte anbietet, werden diese von IBKR ganz oder teilweise an den Kunden weitergegeben. In diesem Kapitel findest du anhand von diversen realen Trades die gesamten Transaktionskosten bzw. Courtagen, also Provisionen einschliesslich der externen Kosten.

    Dieses Preismodell eignet sich insbesondere für Anleger:innen, die ETFs und Aktien wertmässig im drei- und vierstelligen Bereich handeln möchten und sich vor einen gewisser Intransparenz bezüglich der externen Kosten nicht abschrecken lassen. Bei höheren Transaktionssummen bist du – bezogen auf Schweizer Börsen – mit dem Preismodell «Festpreis» meistens besser bedient, welches wir im nächsten Kapitel behandeln.

    Preislich besonders attraktiv ist bei Interactive Brokers der Handel von ETFs und Aktien an US-Börsen. Abhängig von der Anzahl Aktien- oder ETF-Anteile beträgt die Mindestgebühr lediglich 0.35 USD pro Trade. Weiterführende Informationen findest du in der IBKR Übersicht zu US-Börsen.

    Kaufst du beispielsweise 100 Aktien oder ETF-Anteile an einer US-Börse, dann beträgt die IBKR Provision beim Preismodell «Gestaffelt» lediglich 0.35 USD (100 x 0.0035 USD). (Quelle: Interactive Brokers)

    Dieser Konkurrenzvergleich zeigt, wie gut IBKR bei Trades mit US-Aktien im Vergleich zu anderen Brokern abschneidet.

    Weitere Informationen zum Preismodell «Gestaffelt» findest du bei Interactive Brokers.

    Preismodell «Festpreis»

    Das Preismodell «Festpreis» eignet sich grundsätzlich für Anleger:innen, welche es etwas einfacher und transparenter mögen. Denn bei diesen Gebühren sind neben der IBKR-Provision auch die externen Kosten wie die Börsen-, Aufsichts- und Clearinggebühren inkludiert.

    Zudem sollten die Trades mindestens im viertstelligen Bereich liegen, da ansonsten die Mindestgebühr bei diesem Preismodell zu stark ins Gewicht fällt.

    Drei Preisbeispiele für den ETF-und Aktien-Handel über diverse europäische Börsen, u.a. in CH, D, F und UK, mit unterschiedlichen Handelswährungen:

    Für grössere Beträge gilt pauschal eine Gebühr von 0,05%. Das heisst, bei einem Trade im Wert von 20’000 CHF/EUR/USD fallen 10 CHF Transaktionsgebühren an bzw. 0,05% vom Handelswert.

    Im nachfolgenden Gebührenmodell findest du drei weitere Berechnungsbeispiele von IBKR.

    Preismodell «Festpreis» für den Handel von ETFs und Aktien in unterschiedlichen Währungen und an diversen europäische Börsen mit drei Berechnungsbeispielen. (Quelle: Interactive Brokers)

    Erkenntnis: Einen gleichbleibenden, fixen Gebührenbetrag – wie es das Preismodell «Festpreis» suggeriert – gibt es an den oben aufgeführten europäischen Börsen also nur bis zu einem limitierten Betrag, welcher zudem je nach Handelswährung variiert. Bei Beträgen über dieser Limite fallen pauschal 0,05% vom Handelswert an – ohne Kostendach.

    Noch deutlich günstiger wird es auch bei diesem Preismodell, wenn du deine ETFs und Aktien über eine US-Börse handelst, wie nachfolgender Gebührenauszug eindrücklich zeigt.

    Preismodell «Festpreis» für den Handel von ETFs und Aktien an US-Börsen mit drei Berechnungsbeispielen. Das Pricing für Aktien gilt grundsätzlich auch für ETFs. (Quelle: Interactive Brokers)

    Weitere Informationen zum Preismodell «Festpreis» findest du auf der Website von Interactive Brokers.

    ETFs ohne Transaktionsgebühren

    Interactive Brokers bietet eine recht grosse Auswahl an Gratis-ETFs an. Die bei IBKR gelisteten Produkte dürften jedoch für viele Anleger:innen hierzulande kaum bekannt sein.

    Da die Transaktionsgebühren bei IBKR ohnehin sehr tief sind bzw. kaum ins Gewicht fallen, empfehlen wir, bei der Produktwahl keine Kompromisse einzugehen. So solltest du dich nur dann für einen Gratis-ETF von IBKR entscheiden, wenn dich das Produkt vollends überzeugt.

    Transaktionsgebühren bei realen Trades

    Spannend ist natürlich, welche Gebühren bei realen Transaktionen anfallen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist bei IBKR, dass unmittelbar nach dem Trade – anders als beispielsweise bei Swissquote oder DEGIRO – kein automatisch generierter Transaktionsbeleg mit Kurs- und Gebührenangaben zugestellt wird («Push-Prinzip»).

    Stattdessen kannst du bei IBKR diverse Kontoauszüge für einzelne Tage oder eine gewünschte Periode manuell aufbereiten («Pull-Prinzip»).

    Zu beachten ist zudem, dass die verrechneten Gebühren gemäss unseren Erfahrungen jeweils erst am Folgetag auf dem Report ausgewiesen werden. Die folgenden Kontoauszüge von Interactive Brokers veranschaulichen die Gebührensituation an CH- und US-Börsen anhand unserer realen Trades – darunter drei ETFs sowie ein Verkauf von Tesla-Aktien mit anschliessendem Währungswechsel.

    Transaktionsübersicht von IBKR mit Ausweis der Gesamtgebühren für unterschiedliche ETF-Trades. Es wurde mehrheitlich das Preismodell «Gestaffelt» gewählt. Einzig beim ersten Kauf der 9 ETF-Anteile «VWRL» schlugen Gebühren von 5.00 CHF gemäss Preismodell «Festpreis» zu Buche (nicht geeignet bei Beträgen in dieser Grössenordnung); die ETFs «ESREU» und «VWRL» wurden über die Schweizer Börse SIX gehandelt, «VNQI» über die US-Börse Nasdaq mit unschlagbaren Gebühren von nur je 0.35 USD, einmal mit Bruchteilen («Fractional Trading»).
    Interactive Brokers mit super günstigen Gebühren bei US-Trades: Am 16.12.2024 kostete der Verkauf von 32 Tesla-Aktien (14’656 USD) nur 1.41 USD (1.27 CHF) an Provisionen. Der anschliessende Währungswechsel von 14’600 USD in CHF fiel mit der Mindestgebühr von 2 USD (1.79 CHF) ebenfalls minimal aus.

    Währungswechselgebühren

    Währungswechselgebühren fallen an, wenn du beispielsweise einen ETF mit Handelswährung Euro in CHF bezahlst. Die IBKR Gebühr für den Währungswechsel beträgt gemäss IBKR zwischen 0.08 bis 0.20 Basispunkte (BPS) bzw. 0,0008 bis 0,002 Prozent (!), was unseres Erachtens ein sehr fairer Deal ist. IBKR betont, dass darin keine versteckten Spreads oder Aufschläge enthalten sind. Zu beachten ist hingegen, dass IBKR eine Mindestwechselgebühr von 2 USD pro Transaktion verrechnet.

    Basierend auf unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben wir dir drei Tipps zum Thema Währungswechsel zusammengestellt:

    Tipp Nr. 1: Fremdwährungsbestände gezielt einsetzen

    Wenn du bereits auf deinem Schweizer Bankkonto über Fremdwährungsbestände verfügst und gleichzeitig in Anlagen mit fremdländischer Handelswährung investieren möchtest, kannst du dir die Fremdwährungsgebühren von IBKR ganz einsparen. Denn bei IBKR ist es möglich, über 100 Fremdwährungskonten zu führen. Wir empfehlen dies uneingeschränkt beim Euro, da EUR-Transaktionen von deiner Schweizer Bank zu IBKR über den Europäischen Zahlungsraum SEPA gebührenfrei sind.

    Tipp Nr. 2: IBKR als Währungswechselstube nutzen

    Stefan hat bei IBKR mehrere solche Geldwechsel getätigt, u.a. am 6.12.2022 1’500 CHF (1’515 EUR) und am 29.11.2023 4’100 CHF (4’249.80 EUR). Die EUR-Beträge hat er jeweils via SEPA-Überweisung gratis auf das EUR-Konto seiner CH-Hausbank überwiesen. Zwei Erkenntnisse daraus:

    Tipp Nr. 3: ETFs mit Fremdwährung gezielt nutzen

    Durch die tiefen Fremdwährungsgebühren von IBKR fallen die Kosten für den Währungswechsel beim Trading kaum ins Gewicht, z.B. wenn du CHF in USD wechselst, um einen ETF in Handelswährung USD zu kaufen.

    Aber Achtung: Definitiv nicht empfehlen können wir USD-Transaktionen von der CH-Hausbank zu IBKR. Denn gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen fallen – bis das Geld bei IBKR eintrifft –happige Gebühren an, welche nicht durch IBKR erhoben werden und deren Zusammensetzung intransparent ist (vgl. unsere Testüberweisung in diesem Kapitel).

    Stempelsteuer (Transaktionssteuer)

    Positiv für deine Rendite: Bei Transaktionen über Interactive Brokers fallen keine Stempelsteuern an.

    Bei Schweizer Brokern und Banken werden hingegen bei jeder Transaktion Stempelsteuern durch den Bund erhoben. Diese betragen für inländische Wertschriften 0,075% (inländische ISIN) und für ausländische 0,15% (ausländische ISIN). Bei einem Trade im Wert von 20’000 CHF sparst du also bei IBKR 15 bzw. 30 CHF Stempelsteuern.

    Mehr zur Besteuerung von ETFs erfährst du in unserem Artikel ETF Steuern Schweiz: Mit diesen 5 Steuerspartipps optimierst du dein Portfolio.

    Sonstige Gebühren

    Eine detaillierte und laufend aktualisierte Übersicht zu den sonstigen Gebühren von Interactive Brokers kannst du dir online abrufen.

    Aber bitte nicht erschrecken: Es erwartet dich einen ziemlichen Gebührendschungel, durch den auch wir uns – teilweise mit Unterstützung des IBKR-Supports – durchkämpfen mussten.

    Unsere Erkenntnis zu den «Sonstigen Gebühren»: Die meisten dort aufgeführten Positionen werden für dich nicht relevant sein. Oder mit anderen Worten: Die Gebühren bei IBKR sind für CH-Anleger:innen äusserst attraktiv und beschränken sich im Wesentlichen auf die oben beschriebenen Kostenblöcke.

    Schliesslich gibt es noch Produktkosten für den ETF, die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Diese wird jedoch vom ETF-Anbieter erhoben, ist produktspezifisch und somit unabhängig von der Brokerwahl. Deshalb haben wir die TER im vorliegenden Bericht über unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen nicht berücksichtigt.

    Was taugen die IBKR Handelsplattformen?

    Wie wir bereits dargelegt haben, bietet Interactive Brokers mehrere Kontotypen und mehrere Preismodelle an. Doch damit nicht genug: Auch bei den Handelsplattformen hast du die Qual der Wahl. Insgesamt stehen dir sieben unterschiedliche Lösungen zur Verfügung – vom einfachen Web-Zugang bis zur professionellen Trading-Software.

    Die nachfolgende Übersicht zeigt, welche Anlageprodukte auf welcher Lösung handelbar sind.

    Die Qual der geeigneten Plattformwahl: Nicht weniger als sieben Varianten bietet Interactive Brokers seinen Privatanleger:innen an. Die Tabelle zeigt, welche Anlageprodukte auf welcher IBKR Plattform handelbar sind. (Quelle: Interactive Brokers)

    PortfolioAnalyst – kostenloses Analyse-Tool (keine Handelsplattform)

    PortfolioAnalyst ist bewusst keine Handelsplattform und wird daher in der obigen Übersicht nicht aufgeführt. Statt Trades auszuführen, dient das Tool der umfassenden Portfolio-Analyse – und ist frei zugänglich, auch für Nicht-Kunden.

    IBKR PortfolioAnalyst
    PortfolioAnalyst ist ein separates, kostenloses Analyse-Tool und keine Handelsplattform. Es ist auch für Nicht-Kunden frei zugänglich. (Quelle: Interactive Brokers)

    Besonders hilfreich ist PortfolioAnalyst für:

    Damit ergänzt PortfolioAnalyst die IBKR-Plattformen ideal, ohne in Konkurrenz zu ihnen zu stehen.

    Weitere Informationen zu PortfolioAnalyst findest du auf der Website von Interactive Brokers.

    TWS und IBKR Desktop für aktive Trader

    Mit dem Flagship Trader Workstation (TWS) richtet sich Interactive Brokers an aktive Trader. Über diese Plattform können nicht nur Aktien, Optionen, Futures, Währungen, Anleihen und Fonds an mehr als 150 Märkten weltweit gehandelt werden, sondern auch entsprechende technische Analysen erstellt werden.

    Mit IBKR Desktop steht mittlerweile eine abgespeckte, ebenfalls app-basierte Version der Trader Workstation (TWS) zur Verfügung.

    Weitergehende Informationen zu den beiden Trader-Plattformen TWS und IBKR Desktop findest du auf der Website von Interactive Brokers. 

    Die neuste Plattform «IBKR Desktop» ist App-basiert, eignet sich für den grossen Bildschirm und soll gemäss IBKR mit seinem komplett neuen UI-Framework das Beste aus bewährten und neuen Technologien vereinen. (Quelle: Interactive Brokers)

    Buy and Hold-Anleger:innen, welche mehrheitlich in passive und breit diversifizierte ETFs investieren, interessiert das spekulative Day-Trading natürlich nicht.

    Wir wollen deshalb unsere Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen auf die folgenden drei bewährten Standard-Plattformen beschränken:

    Das Client Portal

    Das Client Portal ist die zentrale Plattform, worüber du folgende Schlüsselaktivitäten ausführen kannst:

    Im Gegensatz zu anderen IBKR Plattformen ist das Client Portal webbasiert, es ist also kein Download notwendig. Übrigens können per Klick die Texte auf dem Portal in unterschiedlichen Sprachen, u.a. deutsch, angezeigt werden. Das Client Portal richtet sich gemäss IBKR an Anfänger, Fortgeschrittene und Provis gleichermassen. Damit ist sie bezüglich das Zielpublikums die am breitesten aufgestellte IBKR Plattform.

    Nützlich: Bei der Erstanmeldung und in den darauffolgenden Tagen wird auf der Startseite ein Einstiegsleitfaden eingeblendet, welcher Schritt für Schritt die wichtigsten Funktionen und Einstellungen von IBKR erläutert.

    Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
    Startseite mit nützlichem Einstiegsleitfaden für Schlüsselfunktionen und -einstellungen auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

    Nach einigen Tagen verschwindet der Einstiegsleitfaden wieder und Informationen über das eigene Portfolio rücken in den Fokus.

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    Startseite mit Wertentwicklung des eigenen Portfolios auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

    Mit einem Klick auf «Performance» wechselst du von der Liquiditäts- (vgl. Abbildung oben) zur Performancekurve (vgl. Abbildung unten).

    Dabei sind die Gewinn- (grün) und Verlustphasen (rot) während der Abrufperiode anschaulich markiert.

    Ebenso hilfreich finden wir, dass die Performance des eigenen Portfolios einem Benchmark gegenübergestellt werden kann. Wir haben den marktbreiten «Vanguard Total World Stock Index» gewählt, dessen Wertentwicklung mittels blauer Kurve abgebildet ist.

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    Startseite mit Performanceentwicklung des Portfolios und Benchmark auf dem Client Portal von Interactive Brokers.

    Doch dies ist nur ein Vorgeschmack. Die Auswertungsmöglichkeiten, die das Client Portal von IBKR bietet, gehen noch viel weiter.

    Wie gut diversifiziert ist dein Portfolio?

    So kannst du dir unter der Rubrik «Performance & Reports» beispielsweise die Konzentration deines Portfolios auswerten lassen. Dabei wird dein ETF-Portfolio in alle Einzelaktien «zerlegt», jeweils mit Angabe des absoluten Wertes sowie der prozentualen Gewichtung. Jede Einzelposition lässt sich zudem aufklappen, womit eine Verbindung zu den entsprechenden ETFs hergestellt wird (vgl. die letzten beiden Zeilen in Abbildung unten).

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    Auf dem Client Portal von Interactive Brokers sind Diversifikationscheck sogar auf Ebene Einzelaktien im Portfolio möglich.

    Scrollt man weiter nach unten, wird das Portfolio klassisch nach Assetklasse, Sektor, Region, Land und Finanzinstrument aufgeschlüsselt.

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    Die Verteilung der Assetklassen auf einem Blick.

    Wie grün ist dein Portfolio?

    Wie wir in unserem Beitrag Grüne Aktien: 40 ETFs im Vergleich aufgezeigt haben, gibt es mittlerweile zahlreiche attraktive ETFs, die sich an die stark wachsende Gruppe der nachhaltig orientierten Anleger:innen richten.

    Interactive Brokers ermöglicht es dieser Investorengruppe mittels dem Feature «ESG», ihr Portfolio mit einem Klick nach den ESG-Schwerpunkten «Umwelt», «Soziales» und «Unternehmensführung» zu analysieren, und zwar mittels nicht weniger als zehn Kriterien.

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    ESG-Auswertungen des eigenen Portfolios sind auf dem IBKR Client Portal mit einem Klick möglich.

    Wem die Standardauswertungen im Client Portal nicht ausreichen, bietet das separate Analyse-Tool PortfolioAnalyst zusätzliche Möglichkeiten.

    Weitere Informationen zum kostenlosen PortfolioAnalyst findest du auf der Website von Interactive Brokers. 

    Apps fürs Smartphone: IBKR Mobile und IBKR GlobalTrader

    Als sinnvolle Ergänzung zum Client Portal bietet Interactive Brokers mit IBKR Mobile oder IBKR GlobalTrader gleich zwei App-basierte Plattformen für die Hosentasche an (Apple und Android).

    Während IBKR Mobile über zahlreiche Funktionen und die gesamte IBKR Produktepalette verfügt, konzentriert sich die neuere IBKR GlobalTrader App auf die wichtigsten Funktionen (weltweites Trading einschliesslich das Handeln von Aktien- und ETF-Bruchteilen, sog. Fractional Trading) sowie die drei Produktegruppen Aktien, Investmentfonds und Optionen.

    Gleich zwei Apps fürs Smartphone stehen zur Wahl: IBKR Mobile (links) mit umfassenden Informationen und erweiterten Funktionen sowie IBKR GlobalTrader (rechts), übersichtlich gestaltet und mit Fokus auf das Wesentliche. (Eigene Screenshots)

    Weitere Informationen zu den beiden praktischen Handy-Apps IBKR Mobile (umfassend) und IBKR GlobalTrader (übersichtlich) findest du auf der Interactive Brokers Website. 

    Gratis-Demoversion für Unentschlossene

    IBKR bietet unterschiedliche Demoversionen an, welche kostenlos und unverbindlich getestet werden können, u.a. für die zuvor vorgestellten Plattformen Client Portal, IBKR Mobile und IBKR GlobalTrader. Die Demoversion wird im Tool auch «Paper» (beim Login) oder «Paper-Trading-Konto» (in den Einstellungen) genannt.

    Unsere Anwendungsfälle für den Interactive Brokers Review

    Um möglichst realistische Aussagen zu machen, haben wir eigene Konten bei IBKR eröffnet, eigenes Geld investiert und folgende Anwendungsfälle durchgespielt.

    Dabei beschreiben wir jeweils zuerst, wie es funktioniert. Danach beurteilen wir den Anwendungsfall.

    Wie läuft der Kontoeröffnungsprozess ab?

    Die kostenlose Kontoeröffnung erfolgt ohne Papierkram online, ist durchgehend auf Deutsch möglich und dauert ungefähr 20 Minuten.

    Zuerst entscheidest du dich für einen Benutzernamen und ein Passwort.

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    Anmeldemaske bei IBKR mit E-Mail-Adresse, Benutzername und Passwort.

    Interactive Brokers benötigt von jedem neuen Kontoinhaber und jeder neuen Kundin die folgenden Angaben:

    Dies gilt für Einzelkunden. Falls du dich für ein Gemeinschaftskonto entscheidest, sind zusätzlich einige Basisinformationen über die berechtige Zweitperson notwendig.

    Bei den Freitextfeldern dürfen übrigens keine Umlaute verwendet werden (also: «Zuerich» statt «Zürich»).

    Damit du effizient das Anmeldeprozedere meisterst, solltest du Reisepass oder Führerausweis bereithalten (ID wird nicht akzeptiert).

    Ausserdem solltest du dir bereits vorgängig einige Gedanken über deine Vermögensquellen machen. Denn IBKR erwartet von ihren Kunden eine Aussage über die Herkunft der bestehenden Vermögenswerte.

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    IBKR möchte wissen, woher dein bestehendes Kundenvermögen stammt.

    Die Hauptquelle des bestehenden Vermögens dürfte für die meisten Schweizer Anleger und Investorinnen «Einkommen aus Erwerbstätigkeit» sein.

    Andere Quellen wie Erbschaften oder Dividenden können bei Bedarf ausgewählt und mit entsprechenden Prozentsätzen versehen werden. Erst wenn die Vermögensquellen kumuliert genau 100 Prozent ergeben, kannst du den Anmeldeprozess fortsetzen.

    Es liegt auf der Hand, dass es bei den Vermögensquellen nur um eine grobe Schätzung gehen kann. Lass’ dich also von dieser vermeintlichen Knacknuss nicht abschrecken!

    Nach der kostenlosen Kontoeröffnung erfolgen die künftigen Logins mittels der sogenannten Zwei-Faktor-Authentisierung, womit erhöhte Sicherheitsstandards erfüllt werden.

    Praktisch: Bei jedem Login kannst du zwischen den Varianten «Live» (Standard) und «Paper» (Demo) auswählen. Ersteres bildet dein reales Portfolio ab und ist für «scharfe» Transaktionen gedacht. Letzteres eignet sich, wenn du Transaktionen in einem Musterportfolio nur simulieren möchtest.

    Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
    Login mit den Varianten «Live» und «Paper» (Demo).

    Wie überweise ich Geld?

    Geld kann bequem über deine Schweizer Hausbank überwiesen werden, und zwar in unterschiedlichen Währungen.

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    Ob CHF, EUR, USD oder andere Währungen: Separate Konten für zahlreiche Währungen sind bei IBKR problemlos möglich.

    Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen kommen dank SEPA bei Überweisungen in den Währungen CHF und EUR jeweils 100% bzw. gebührenfrei auf dem jeweiligen Währungskonto von IBKR an.

    Nicht empfehlen können wir hingegen USD-Überweisungen. Bei unserer Testüberweisung kamen nämlich von ursprünglich 200 USD gerade mal 186 USD an. Doch damit nicht genug: Je nach CH-Bank fallen bei solchen Überweisungen zusätzlich noch Pauschalgebühren deiner Hausbank an. Im Falle von PostFinance werden beispielsweise 2 CHF verrechnet.

    Zu beachten ist, dass bevor du eine Überweisung via Hausbank veranlasst, du IBKR bezüglich des Betrags und der Währung benachrichtigst.

    Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
    Benachrichtigung IBKR über künftige Überweisungen.

    Wenn du also beispielsweise in einen ETF mit Handelswährung USD investieren möchtest, fährst du deutlich günstiger, wenn du deine CHF oder EUR direkt via IBKR wechseln lässt (vgl. Kapitel Währungswechselgebühren).

    Falls du Barmittel von IBKR wieder auf deine Hausbank zurücküberweisen möchtest, dann ist gemäss unseren Erfahrungen jeweils eine Transaktion pro Monat gratis, jede zusätzliche schlägt mit 11 CHF zu Buche.

    Was ist beim Depotübertrag zu beachten

    Beim Depotübertrag unterscheidet man zwischen externen Transfers (Brokerwechsel) und internen Überträgen innerhalb desselben Anbieters.

    Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen haben sich Wertschriftenüberträge zu Interactive Brokers in den letzten Jahren spürbar verbessert: Während ein externer Übertrag im Jahr 2022 noch zeitaufwendig war, wurden spätere Transfers von PostFinance – darunter Tesla-Aktien sowie zuletzt über den Jahreswechsel 2025/26 ein ETF – jeweils innert weniger Tage reibungslos abgewickelt.

    IBKR selbst erhebt für Depotüberträge keine Gebühren. Zu beachten sind hingegen die teils happigen Kosten der abgebenden Broker, bei PostFinance beispielsweise 100 CHF pro Position.

    Unsere Einschätzung: Trotz dieser Gebühren kann ein Depotübertrag sinnvoll sein – lieber einmalige Kosten in Kauf nehmen, als sich dauerhaft über einen zu teuren Broker zu ärgern. Wenn du noch unschlüssig bist, kannst du zunächst mit frischem Kapital bei IBKR starten und einen Übertrag später prüfen.

    Änderung auf Gemeinschaftskonto erfordert Depotübertrag

    Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen erfordert eine Änderung des Kundentyps ebenfalls einen Depotübertrag, und zwar einen internen. Das heisst, eine simple Mutation bei den Einstellungen des bestehenden Kontos ist nicht möglich. So haben sowohl Stefan als auch Toni je ein neues Gemeinschaftskonto (Kundentyp «Gemeinschaft») eröffnet und danach Barmittel und Wertpapiere in zwei separaten Schritten IBKR intern von ihrem bisherigen Einzelkonto (Kundentyp «Einzelkunde») zu den neuen Gemeinschaftskonten transferiert.

    Dieser interne Übertrag erforderte nur einige Klicks, war in wenigen Minuten (Stefan mit Kontotyp «Barmittel») bzw. einigen Tagen (bei Toni mit Kontotyp «Margin» ) vollzogen und ist kostenlos. Das bisherige Einzelkonto bleibt bestehen bzw. kann bei Bedarf separat gelöscht werden.

    Wie funktioniert der ETF-Kauf?

    Über die Schaltfläche «Handel» können ETFs in wenigen Sekunden gekauft werden. Das Angebot ist riesig, wie wir bereits in diesem Kapitel erläutert haben.

    Nachdem das entsprechende IBKR Konto mit ausreichend Barmittel «gefüttert» worden ist, geht es nun darum, den von dir bevorzugten ETF auszuwählen.

    Die Erstselektion erfolgt über das Freitextfeld. Am einfachsten gestaltet sich die Suche gemäss unserer Erfahrung mittels Eingabe des Tickers, welcher den ETF oder die Aktie in der Regel mit vier Buchstaben identifiziert. Oft werden mehrere Treffer angezeigt.

    Nun gilt es, die Suchergebnisse weiter einzugrenzen, indem der gewünschte Börsenplatz sowie die bevorzugte Handelswährung ausgewählt werden.

    Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen
    Kaufbestätigung (rechts) für den an der CH-Börse SIX (EBS) in Handelswährung CHF (und Fondswährung USD) gehandelte ETF «Vanguard All-World UCITS» mit Ticker «VWRL» auf dem IBKR Client Portal.

    Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen poppt «ami-typisch» bis zum endgültigen Kauf das eine oder andere Warnfenster auf. Wir haben uns davon nicht verunsichern lassen und die Risikohinweise jeweils grosszügig weggeklickt.

    Fractional Trading und wiederkehrende Investments (Sparplan) möglich!

    Mit Bruchteilen von ETFs und Aktien zu handeln, ist eine Spezialität von Interactive Brokers. Dies dürfte besonders für Anleger:innen attraktiv sein, welche nur über ein kleines Budget verfügen und/oder mittels eines Sparplans monatlich einen fixen Betrag investieren möchten.

    Dieses Angebot gilt für über 22’000 Aktien und ETFs (Stand: 3.1.2026), die an nordamerikanischen und europäischen Börsen gehandelt werden (vgl. unser Kauf von 3.5 ETF-Anteilen des Vanguard-ETF «VNQI» in Kontoauszug oben).

    Wichtig: Damit du vom Fractional Trading profitieren kannst, musst du zuerst bei den Einstellungen unter «Handelsberechtigungen», «Aktien ändern/hinzufügen», «Weltweit – global (Bruchteilhandel)» diese Funktion aktivieren.

    Die Aktivierung dieser Funktion ermöglicht es dir zudem, einen automatischen Sparplan einzurichten. Du kannst also für alle bruchteilfähigen Produkte einen fixen Betrag und ein Intervall definieren, um deine Investments in den Autopilot-Modus zu setzen.

    Wie kompetent und effizient ist der Helpdesk?

    Interactive Brokers bietet einen deutschsprachigen Kundendienst und unterhält zudem eine Schweizer Niederlassung im Kanton Zug. Der Support erfolgt über ein strukturiertes Ticketsystem, das einen guten Überblick über offene und erledigte Anfragen ermöglicht.

    Gemäss unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen ist die Qualität des Supports insgesamt uneinheitlich. Während der englischsprachige Support häufig schneller reagiert und fachlich überzeugender ausfällt, sind die Rückmeldungen des deutschsprachigen Supports teilweise verzögert oder inhaltlich wenig hilfreich. 

    Lerncenter / IBKR Campus

    Für allgemeine, nicht kontospezifische Fragen bietet der IBKR Campus eine breite Auswahl an Informations- und Lerninhalten rund um Finanzthemen. Das kostenlose Angebot umfasst unter anderem Erklärvideos, Webinare zu aktuellen Themen sowie Podcasts.

    Die umfassenden Lerninhalte sind frei zugänglich und für bestehende Kund:innen auch direkt über das Client Portal abrufbar. Der Schwerpunkt liegt auf englischsprachigen Beiträge, ergänzt durch ausgewählte Inhalte auf Deutsch und Französisch; mithilfe der Sprachfilter lassen sich diese gezielt anzeigen.

    Welche Interactive Brokers Alternativen gibt es?

    Als europäische Alternativen zum US-Anbieter Interactive Brokers können wir den niederländischen Online-Broker DEGIRO, die Schweizer Marktführerin Swissquote sowie – nach dem jüngsten Gebührenstreichkonzert – die ebenfalls in der Schweiz regulierte Saxo Bank empfehlen. Die wichtigsten Eigenschaften (inkl. Startbonus) dieser Broker haben wir auf unserer Empfehlungsseite zusammengefasst. Zusätzlich haben wir dir die Wahl des passenden Online-Brokers in diesem Artikel vereinfacht: Bester Broker Schweiz: 6 entscheidende Faktoren, die du kennen musst.

    Fazit aus unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen

    Ähnlich wie DEGIRO punktet auch dieser ausländische Broker mit sehr tiefen Kosten (insbesondere beim Wertschriftenhandel an US-Börsen!), keinen Depotgebühren und keinen Stempelsteuern. Damit dürfte IBKR grundsätzlich für alle renditeorientierten, kostenbewussten Schweizer Anleger:innen in die engere Wahl kommen.

    Doch im Gegensatz zu DEGIRO mutet Interactive Brokers zumindest zu Beginn ziemlich komplex an: Gleich mehrere Kontotypen, Preismodelle und Plattformen stehen einem vor die Qual der (vermeintlich) richtigen Wahl. Das heisst, wer etwas geduldig ist und sich unbeirrt durch diesen Erfahrungsbericht gekämpft hat, wird sich vom wohl vielschichtigsten Broker auf diesem Planeten nicht verunsichern lassen, ja ihn mittelfristig vielleicht sogar deswegen speziell wertschätzen.

    Die sicherheitsbewusste Investorin dürfte die erfolgreiche, krisenfeste Firmengeschichte von rund 50 Jahren, die grosszügige Einlagensicherung sowie der (optionale) Verzicht auf das Verleihen der eigenen Wertpapiere überzeugen.

    Weitere Pluspunkte sind für uns die nützlichen Instrumente für die Portfolio-Analyse, die extrem tiefen Währungswechselgebühren sowie die vergleichsweise äusserst attraktiven Zinsen des risikobehafteten Wertschriftenkreditgeschäfts.

    Ebenfalls positiv werten wir bei IBKR die vielen praktischen Erleichterungen wie beispielsweise die Möglichkeit, Bruchteile von ETFs und Aktien zu erwerben oder einen automatisierten Sparplan einzurichten.

    Schliesslich punktet IBKR mit dem Angebot, sich unverbindlich mit einer Demo-Version vertraut zu machen und sich bei Fragen aller Art auch in deutscher Sprache an den Kundensupport zu wenden.

    Negativ zu Buche schlägt hingegen, dass teils mit langen Antwortzeiten von einer Woche und mehr gerechnet werden muss.

    Ausserdem hat uns anfänglich das fehlende Reporting nach getätigten Trades etwas irritiert. Diese Reports werden nämlich nicht automatisch generiert und zugestellt, wie wir es uns von anderen Brokern gewohnt sind. Stattdessen kann der entsprechende Transaktionsbeleg inkl. Gebührenangaben erst am Folgetag abgerufen werden. Mittlerweile haben wir uns damit jedoch recht gut abgefunden.

    Schlussfazit

    Im Titel dieses Artikels haben wir die Frage aufgeworfen, ob IBKR der beste Broker für Schweizer Anleger:innen sei. Nach unseren Interactive Brokers Schweiz Erfahrungen beurteilen wir IBKR als einen äusserst attraktiven Broker. Erste Wahl dürfte der mehrfach preisgekrönte US-Anbieter insbesondere für dich sein, wenn du besonderen Wert auf tiefe Kosten (einschliesslich Währungswechselgebühren und Lombardkreditzinsen), hohe Sicherheitsstandards, ein grosses ETF-Produktangebot und/oder vielfältige Analysemöglichkeiten deines Portfolios legst – und dich last but not least von der Vielschichtigkeit von Interactive Brokers nicht verunsichern lässt.

    Das könnte dich auch interessieren

    Updates

    2026-01-13: Umfassend aktualisiert und neu strukturiert. Neues Kapitel zum Tool PortfolioAnalyst eingefügt.

    2025-10-31: Als IBKR-Alternative zusätzlich die Saxo Bank hinzugefügt.

    2025-03-28: Zusätzlicher realer Transaktionsbeleg eingefügt zur Veranschaulichung der Gebührensituation bei US-Trades.

    2025-01-12: Neue Abbildung über das Produktangebot von IBKR an der Schweizer Börse eingefügt. Auf verbesserte Filter- und Sortiermöglichkeiten bei der Produkt- und Börsensuche hingewiesen. Pricing eingefügt für Überweisungen von Bargeld zurück an die Hausbank (u.a. gratis bei monatlichen Transfers). Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen.

    2024-07-09: IBKR Campus mit umfassenden, auch deutschsprachigem Infomaterial erwähnt.

    2024-05-27: In Ergänzung zum Einzelkonto das Gemeinschaftskonto als Option erläutert, einschliesslich des Ablaufs eines internen Depotübertrags vom Einzel- auf ein Gemeinschaftskonto. 

    2024-05-18: Übersicht über alle sieben Plattformen eingefügt und neue Plattform «IBKR Desktop» vorgestellt. Stefans Übertrag seiner Tesla-Aktien zu IBKR erwähnt. 

    2024-05-13: Erläuterungen der Preismodelle vertieft und um die Gebühren an US-Börsen ergänzt.  

    2024-01-29: Anhand eines konkreten Beispiels Hinweis eingefügt, dass auch der englischsprachige Support teilweise überlastet ist bzw. eine Antwort zu lange auf sich warten lässt. 

    2023-11-29: Wechselkursgebühren: Wechselkursvergleich CHF/EUR über eine Summe von 4’100 CHF mit Wise eingefügt. Tipp Nr. 3 eingefügt. 

    2023-10-27: Regelung über die Einlagensicherung nach Video-Call mit IBKR-Supportteam Schweiz angepasst. 

    2023-09-04: Angebot von Fractional Trading präzisiert. Hinweis, dass wiederkehrende Investitionen im Autopilot-Modus neu möglich sind.  

    2023-06-12: Anpassungen bei gestaffelter Tarifstruktur vorgenommen. 

    2023-05-19: Hinweis, dass ETFs bezüglich der Einlagensicherung als Sondervermögen betrachtet werden, gelöscht, da dies gemäss Support bei Interaktive Brokers UK nicht der Fall ist. Hinweis eingefügt, dass Wartezeiten beim deutschsprachigen Support teilweise mehrere Wochen dauern können. 

    2023-03-31: Änderungen bei der Einlagensicherung: Neue Organisation und Limite eingefügt. 

    2023-02-03: Hinweis eingefügt, dass beim Wechsel des Preismodells das neue Preismodell nicht sofort, sondern erst am Folgearbeitstag in Kraft tritt.

    2023-01-13: Textblock „Kurz & bündig“ eingefügt. Vertragspartner UK und Gerichtsstand London ergänzt. Diverse kleinere Aktualisierungen vorgenommen. 

    2022-12-16: Hinweis und reales Beispiel eingefügt, dass IBKR auch als „Wechselstube“ geeignet ist.

    Disclaimer

    Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

    Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel über unsere Interactive Schweiz Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

    In diesem Bericht wollen wir uns den Robotern unter den Anlageberatern widmen. Der Durchbruch scheint geschafft. Das Angebot in der Schweiz ist mittlerweile gross und unübersichtlich. Grund genug für uns, drei der innovativsten Robo-Advisors der Schweiz genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem umfassenden Robo-Advisor Schweiz Vergleich erfährst du, was diese modernen Arbeitsmaschinen taugen, worin sie sich unterscheiden und ob sie für dich geeignet sind.

    Stefan & Toni | 6 Kommentare
    aktualisiert am 26.3.2026

    Kurz & bündig

    Contents

    Einleitung ins Thema «Robo-Advisor Schweiz»

    Bevor wir zum spezifischen Robo-Advisor Schweiz Vergleich kommen, wollen wir einleitend das Grundverständnis für Robo-Advisors schärfen und allgemein über deren Sinn und Zweck informieren.

    Was sind Robo-Advisors?

    Ein Robo-Advisor ist ein Algorithmen-basiertes System, das automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage gibt und diese auch umsetzen kann. Die Bezeichnung ist ein Kofferwort, zusammengesetzt aus den englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater). Robo-Advisors haben das Ziel, die Dienstleistungen eines traditionellen Finanzberaters zu digitalisieren und zu automatisieren. Der Begriff «Robo-Advisor» wird auch als Bezeichnung für Finanzdienstleister verwendet, die mit entsprechenden Systemen arbeiten. (Quelle: Wikipedia)

    Wie lässt sich ein Robo-Advisor mit unserer Mission vereinbaren?

    Gut. Denn die drei untersuchten Robo-Advisors unterstützen eine passive bzw. indexbasierte Anlagestrategie. So stellen ausschliesslich passive Anlagevehikel wie ETFs und/oder Indexfonds jeweils das Anlageuniversum dar. Die laufenden Kosten liegen zwar etwas höher als bei der rein selbstorganisierten Anlage. Im Gegenzug werden aber die Courtagen (z.B. beim Sparplan per Dauerauftrag oder beim Rebalancing) eingespart. Und schliesslich liegen unter dem Strich die Gesamtkosten deutlich unter denjenigen, welche bei einer konventionellen, aktiven Anlageberatung entstehen.

    Für wen eignen sich Robo-Advisors?

    Falls du dich zu mindestens einer der drei nachfolgenden Gruppen zählst, sind Robo-Advisors eine prüfenswerte Option für dich:

    «Sparplan-Enthusiasten»: Mit Robo-Advisors ist es einfach, regelmässig auch kleinere Beträge zu investieren. Egal, wie häufig du investierst und wie hoch dein investierter Betrag ist, es fallen für dich im Gegensatz zu einem klassischen Broker keine Transaktionsgebühren in Form von Courtagen an.

    «Faulpelze»: Robo-Advisors automatisieren deine Finanzanlage weitgehend. Basierend auf deiner individuellen Anlagestrategie und dem entsprechenden Risikoprofil kümmert sich der Robo-Advisor um deine Geldanlage. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass du ihn mit Geld «fütterst». Dieses investiert er dann regelbasiert in die entsprechenden Anlageklassen und Anlageprodukte. Zudem gestaltet sich das manuell eher mühsame Rebalancing mit einem Robo-Advisor kinderleicht.

    «Kompromissler»: Für diejenigen, welche die oft (sehr) hohen Gebühren der klassischen Vermögensverwaltung bzw. die daraus resultierende Minderrendite abschrecken, gleichzeitig aber den Mehraufwand der «Do it yourself»-Anlage scheuen, mögen Robo-Advisors den goldenen Mittelweg darstellen. Denn sie sind substanziell günstiger als die traditionelle Vermögensverwaltung und dennoch sehr einfach in der Handhabung.

    Was passiert, wenn der Robo-Advisor Schweiz Pleite geht?

    Deine Anlagen sind durch zwei Massnahmen geschützt:

    Wie präsentiert sich der Schweizer Robo-Advisor Markt?

    Der Schweizer Robo-Advisor Markt hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Mittlerweile präsentiert sich das Angebot als ebenso vielfältig wie unübersichtlich. Der Vergleichsdienst moneyland.ch hat in einer aktuellen Studie die Vermögensverwaltungskosten von klassischen Banken und nicht weniger als 14 verschiedenen Robo-Advisors verglichen. Die Studie kommt u.a. zum Schluss, dass Mandate von traditionellen Banken mehr als doppelt so teuer sind wie die neuen Online-Angebote.

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich

    In diesem Kapitel gehen wir auf folgende drei Robo-Advisors ein, welche sich auf dem Schweizer Markt ganz unterschiedlich positionieren:

    Mit allen drei Robo-Advisors sind wir eine Kooperation eingegangen. Du profitierst als Neukund:in von einem Startbonus und unterstützt gleichzeitig unseren Blog.

    Steckbriefe der drei Robo-Advisors Schweiz

    Bevor wir Anmeldeprozess, Anlageuniversum, Handling und Pricing genauer unter die Lupe nehmen, findest du in der Tabelle unten die wichtigsten Eckdaten der drei von uns geprüften Robo-Advisors Schweiz Anbieter.

    Steckbriefe Robo-Advisors

    clevercirclesfindependentSelma
    Slogan«Die erste selbstbestimmte Vermögensverwaltung»«Anlegen war noch nie so einfach»«Finanzen richtig verwalten»
    Gründungsjahr201820202016
    Rechtsform / SitzAG / BaselAG / AarauAG / Zürich
    GeschäftsführerSebastian CommentMatthias BrynerPatrik Schär
    PartnerbankBank CIC AG (Eigentümerin von clevercircles)keine (findependent ist kontoführendes Wertpapierhaus mit Lizenz)Saxo Bank AG
    Pauschalgebühren0,65% TCHF 5 – 100
    0,55% TCHF 100 – 200
    0,45% ab TCHF 200
    0,25% ab CHF 1 Mio.
    Mindestgebühren CHF 40
    0,40% TCHF 50 (bis TCHF 2 gratis)
    0,38% TCHF 50 – 150
    0,35% TCHF 150 – 250
    0,33% TCHF 250 – 500
    0,31% TCHF 500 – 1 Mio.
    0,29% TCHF ab CHF 1 Mio.
    Keine Gebühren auf dem Cashbestand
    0,68% TCHF 2 – 50
    0,55% TCHF 50 – 150
    0,47% ab TCHF 150
    Mindestbetrag
    Initialinvestition
    CHF 5’000CHF 500CHF 2'000
    Sparplanfähigkeit / MindestbetragJa / CHF 100Ja / CHF 100Ja / CHF 100
    HandelsplattformInternet & AppAppInternet & App
    Kommunikations-
    kanäle
    Chat / Telefon / E-MailChat / Telefon / E-MailChat / Telefon / E-Mail
    Spezialitäten
    (optional)
    Währungsabsicherung, flexibles Rebalancing, eigenes Anlagekomitee, Gratis-DemoversionEigene Anlagelösung für grösstmögliche Selbstbestimmung, Anlegen für KinderAusrichtung des Portfolios nach ESG-Grundsätzen per Knopfdruck, auf der Plattform integrierte Vorsorgelösung 3a, KI-unterstützte Beratung und Portfolio-Analyse
    Neukunden-Code / StartbonusSFB / CHF 100SFB20 / CHF 20sfbselma / CHF 34
    Tabelle 1: Steckbriefe der Robo-Advisors clevercircles, findependent und Selma

    Wie läuft das Onboarding ab?

    Das Onboarding in unserem Robo-Advisor Schweiz Vergleich beinhaltet bei allen drei Anbietern die folgenden vier Prozessschritte:

    Wichtig: Der Onboarding-Prozess ist bei Robo-Advisors viel mehr als eine Formsache. So wird mit dem auszufüllenden Fragenkatalog dein Risikoprofil erhoben. Das Risikoprofil wiederum beeinflusst direkt, in welche Anlageklassen zu welchen Anteilen du investierst. Daraus ergibt sich deine Asset Allocation (Vermögensstrukturierung), welche letztlich deine Rendite massgeblich beeinflusst.

    Und noch etwas: Bei der Geldüberweisung immer sich selber (und nicht den Robo-Advisor) als Begünstigter angeben. Ansonsten gibt es eine ungewollte Rückerstattung, wie wir selber erfahren mussten.

    Positiv: Bei allen drei Anbietern kann per sofort oder zumindest auf Monatsende (clevercircles) ohne Kostenfolge gekündigt werden.

    clevercircles

    Das Onboarding läuft rein digital ab und dauert rund 15 Minuten. Dazu gehört auch die Installation der Smartphone-App «clevercircles». Clevercircles interessiert sich als einziger Anbieter nicht für die aktuellen Einkommensverhältnisse, was wir begrüssen.

    findependent

    Das Onboarding läuft rein digital über die App ab und dauert seit der Erlangung der Lizenz als kontoführendes Wertpapierhaus im Jahr 2026 nur noch rund 10 Minuten.

    Selma  

    Im Gegensatz zu den beiden anderen Anbietern wird das Onboarding neben dem digitalen Part mit einer Interaktion mit einer Kundenberaterin (aus Fleisch und Blut) ergänzt. So wird man in einem Video-Call mittels Download einer App oder via Webbrowser aufgefordert, das entsprechende Ausweisdokument in die Kamera zu halten. Zusätzlich werden auf der Tonspur diverse Daten wie Name und Geburtsdatum zwecks Personenidentifikation in Erfahrung gebracht. Schliesslich wird man aufgefordert, mündlich die Vertragsannahme zu bestätigen. Dieses für uns überraschende Intermezzo und der vergleichsweise doch recht umfangreiche Fragenkatalog führen dazu, dass das Onboarding in unserem Robo-Advisor Schweiz Vergleich hier am längsten dauerte.

    Wie präsentiert sich das Anlageuniversum und wie plausibel ist es?

    Alle drei Anbieter in unserem Robo-Advisor Schweiz Vergleich setzen ausschliesslich die von uns bevorzugten passiven Anlagevehikel ETFs und/oder Indexfonds ein. Dabei ist zwischen dem Anlageuniversum des Robo-Advisors und des Anlegers zu unterscheiden. In diesem Kapitel wollen wir auf ersteres eingehen und uns dabei insbesondere auf die Anlageklasse «Aktien» konzentrieren.

    clevercircles

    Das Anlageuniversum von clevercircles besteht aus 16 Produkten, welche sich auf folgende Assetklassen verteilen:

    Alle angebotenen Produkte basieren auf Indizes, welche auch für Nicht-Kunden hier transparent abrufbar sind. Mit der Anlageklasse «Aktien» werden die wichtigsten Märkte aus der entwickelten Welt sowie den Schwellenländern abgedeckt. Einzelne Länder wie Kanada, Australien und vereinzelte Staaten ausserhalb der Euro-Zone (z.B. Norwegen) werden jedoch nicht berücksichtigt. Ein «Schönheitsfehler», der die Rendite jedoch nur minim tangiert. Zudem: Wenn du Wert auf Anlagen in nachhaltige ESG-Produkte legst, bist du bei clevercircles an der falschen Adresse. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen Anbietern bietet clevercircles keine grünen Aktien an.

    findependent

    Das Anlageuniversum von findependent besteht aus rund 40 Produkten, welche sich auf folgende Assetklassen verteilen:

    Alle angebotenen Produkte sind ETFs, welche auch für Nicht-Kunden hier transparent abrufbar sind. Mit der Anlageklasse «Aktien» werden lückenlos sämtliche Märkte aus der entwickelten Welt sowie den Schwellenländern abgedeckt. Dabei fällt auf, dass findependent auf nachhaltige Anlagen fokussiert und mit entsprechenden Ratings und Screenings arbeitet. Zudem bietet findependent als weiteres Alleinstellungsmerkmal fünf ETFs für die Trendthemen «Saubere Energie», «Robotik & Automation», «Digitalisierung», «Gesundheit» und «Gender» an. Im Gegensatz zu den beiden anderen Anbietern sind Edelmetalle bei findependent kein Thema.

    Selma

    Selma bietet folgende Assetklassen an:

    Eine Produkteliste, welche das Anlageuniversum abbildet, wird nicht veröffentlicht. Auf Nachfrage haben wir aber dennoch vertiefte Einblicke erhalten. So werden mit Ausnahme von Kanada und Australien in der Anlageklasse «Aktien» die wichtigsten Märkte aus der entwickelten Welt sowie den Schwellenländern abgedeckt. Zudem ist eine nachhaltige ESG-Ausrichtung des Portfolios optional und einfach per Knopfdruck möglich.

    Wie plausibel und flexibel sind Risikoprofil und Asset Allocation?

    Basierend auf dem beim Onboarding ausgefüllten Fragebogen wird bei allen drei Anbietern unseres Robo-Advisor Schweiz Vergleichs dein Risikoprofil ermittelt, woraus sich wiederum deine individuelle Asset Allocation ergibt, also dein persönliches Anlageuniversum.

    Man kann es nicht oft genug erwähnen: Die Asset Allocation ist für deine Geldanlage das A und O. Als Faustregel gilt, dass je höher dein Aktienanteil ist, desto mehr Rendite und Risiko kannst du erwarten. Als rationale Anleger mit langem Anlagehorizont streben wir einen möglichst hohen Aktienanteil mit globaler Ausrichtung an.

    Dies heisst natürlich nicht, dass wir flüssige Mittel per se ablehnen. Cashreserven sind zweifelsohne wichtig für laufende Ausgaben, aber auch für Unerwartetes. Aber dafür benötigen wir keinen Robo-Advisor. Zahlungsverkehr & Co. wickeln wir bequem über unsere Hausbank ab, wo wir auch unseren «Notgroschen» parkieren.

    clevercircles

    Bei clevercircles wird zwischen «Portfolio» (aktuelle Asset Allocation) und «Strategie» (anvisierte bzw. strategische Asset Allocation) unterschieden. Zu Beginn liegt der Cash-Anteil bei 100%, denn das Investitionsintervall beträgt bei clevercircles 10 Tage.

    Neben der attraktiven Visualisierung ist uns positiv aufgefallen, dass wir die vorgeschlagene Strategie bzw. Asset Allocation, welche für unseren Geschmack etwas zu konservativ ausgefallen ist, mittels Regler super-einfach anpassen konnten. Also haben wir bei unserer Ziel-Allokation in Nullkommanichts den Aktienanteil erhöht, die Immos belassen, die Oblis rausgenommen und den Cash-Anteil auf das noch zulässige Minimum von 4% reduziert.

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich
    Strategische Asset Allocation als Ziel-Portfolio. (Quelle: clevercircles / eigenes Portfolio)

    Das Ist-Portfolio lehnt an die Strategie an, wie die Abbildung unten zeigt. Abweichungen können alle zwei Monate mittels Rebalancing ausgeglichen werden.

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich
    Ist-Investments nach Anpassung der Strategie. (Quelle: clevercircles / eigenes Portfolio)

    Hinweis: Der zu investierende Mindestbetrag beträgt bei clevercircles eigentlich 5’000 CHF. clevercircles gewährte Stefan und Toni  für diesen Robo-Advisor Schweiz Vergleich eine Ausnahme. So konnten sie mit separaten Accounts clevercircles zu je 2’500 CHF testen.

    findependent

    Auch bei findependent füllen wir den angenehm kurzen Fragenkatalog nach bestem Wissen und Gewissen aus und erhalten das Anlegerprofil «mutig». Bei genauerer Betrachtung bedeutet dies ein Ziel-Portfolio mit einem Aktienanteil von 80%, Immobilien von 10%, Anleihen von 8% und Cash von 2%.

    Um die (aktuell nahezu zinslosen) Anleihen rauszuwerfen, müssen wir manuell ein Risiko-Upgrade auf «risikofreudig» vornehmen. (Gemäss Mitteilung von findependent wird die höchste Risikostufe «risikofreudig» nie direkt durch den Robo-Advisor vorgeschlagen, sondern hat immer manuell durch den Kunden zu erfolgen.) Die entsprechende Anpassung in der Ziel-Allokation erfolgt in Sekundenschnelle. Der Unterschied zwischen dem Profil «mutig» und «risikofreudig» besteht im Wesentlichen darin, dass der Aktienanteil erhöht und die Oblis eliminiert werden.

    Unterschied in den Ziel-Allokationen «mutig» und «risikofreudig». (Quelle: findependent / eigenes Portfolio)

    Abbildung unten stellt die Wertentwicklung der fünf von findependent angebotenen Risikoprofile von 2005 bis 2025 dar und bestätigt eindrücklich den Anlagegrundsatz: Je höher das Risiko, desto höher die Rendite.

    Je nach Risikoprofil unterschiedliche Wertentwicklungen für eine einmalige Investition von 1’000 CHF von 2015 bis 2025, nach Verwaltungs- & Depotgebühren und Produktkosten (Quelle: findependent).

    Auf Wunsch hohe Individualität: Neben den fünf fixfertigen Anlagelösungen im Standardangebot kann – basierend auf dem Anlageuniversum von findependent – ab einer Summe von 5’000 CHF eine eigene Anlagelösung aus rund 40 vorselektionierten ETFs zusammengestellt werden. Damit bietet findependent den höchsten Selbstbestimmungsgrad im Portfolio aller drei untersuchten Robo-Advisors an.

    Selma

    Bei Selma erhält jeder Anleger seinen eigenen Planeten, z.B. im Fall von Antun «Antunium». Wie schon bei den beiden anderen Anbietern dünkt uns die ermittelte Asset Allocation als zu konservativ ausgerichtet. Wir möchten also den Aktienanteil erhöhen, den Barbestand möglichst eliminieren und die vom Robo-Advisor getätigten Investitionen in Assetklassen Cash, Oblis und Edelmetalle wieder rauskippen.

    Robo-Advisors Schweiz Vergleich
    Dashboard mit allgemeinen Infos von Bot „Selma“, Planetensymbolik und Bergkulisse. (Quelle: Selma / eigenes Portfolio)

    Bei Selma einfacher gesagt als getan! Denn Selma ist der einzige Anbieter, welcher keine direkte Manipulation an der Asset Allocation zulässt. Per Chat erfahren wir, dass die Asset Allocation nur indirekt via Anpassung des Risikoprofils verändert werden kann. Konkret müssen wir die erste Frage bezüglich der Risikobereitschaft neu beantworten. Die «richtige» Antwort, die ausgewählt werden muss, lautet «Ich spekuliere gern & mag Risiko».

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich
    Risikoprofil mit den «richtigen» Antworten für einen möglichst hohen Aktienanteil und dem entsprechenden Chatverlauf (Quelle: Selma / eigenes Portfolio).

    Worin der Zusammenhang zwischen Spekulation und einem höheren Aktienanteil in Form von passiven ETF-Aktienanlagen besteht, erschliesst sich uns nicht. Bezüglich der Anlageklasse «Aktien» wäre für uns Daytrading in Form von Stock Picking und Market Timing ein spekulatives Anlageverhalten, was wir als Verfechter der Buy and Hold-Strategie bekanntlich ablehnen.

    Immerhin: Mit der Anpassung des Risikoprofils sind wir die Oblis losgeworden, nicht jedoch die Edelmetalle. Hierzu erklärt uns Supporter Marco im Chat: «Zurzeit ist der Edelmetallanteil erhöht, dies wird auch noch länger so bleiben, bis die Märkte nicht mehr so überteuert sind.»

    Selma scheint also nicht so recht an effiziente Märkte zu glauben, die gemäss Portfoliotheorie stets korrekt bewertet sind.

    Positiv: Die Anpassung erfolgt zeitnah bzw. am darauffolgenden Tag.

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich
    Asset Allocation mit relativ hohen Anteilen an Edelmetallen und Cash auch beim risikofreudigen Profil (Quelle: Selma / eigenes Portfolio)

    Wie wir später von Selma erfahren haben, wird – im Gegensatz zu den anderen beiden Anbietern – die der Asset Allocation zugrunde liegende Anlagestrategie dynamisch angepasst, und zwar unter Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation des Kunden als auch marktbedingt.

    So beeinflussen Faktoren wie eine veränderte Vermögenssituation (z.B. durch Hauskauf) oder das nahende Pensionsalter das Risikoprofil und somit die Asset Allocation. Zu den marktbezogenen Faktoren, welche die Asset Allocation beeinflussen, gehören Veränderungen globaler Marktkapitalisierungen sowie Verschiebungen von Über- und Unterbewertungen nach CAPE.

    Wie läuft das Rebalancing ab?

    Je nach Marktentwicklung kann dein Portfolio mit der Zeit mehr oder weniger stark von deinem Ziel-Portfolio abweichen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, periodisch ein Rebalancing vorzunehmen, wodurch dein Portfolio wieder an die von dir bestimmte Vermögensstruktur (Asset Allocation) angeglichen wird.

    Bei Robo-Advisors ist das Rebalancing sehr einfach, was wir als klaren Vorteil gegenüber dem «Do it yourself»-Portfolio sehen. Bei letzterem wird produktbezogen durch manuell in Auftrag gegebene Transaktionen umgeschichtet. Dieses Prozedere kann mühsam und kostspielig sein. Bei den Robo-Advisors hingegen erfolgt das Rebalancing bequem übers ganze Portfolio, wobei wir zwischen den Anbietern durchaus signifikante Unterschiede feststellen konnten.

    clevercircles

    clevercircles bietet beim Rebalancing die grösste Flexibilität an. Als einziger Anbieter verzichtet er nämlich auf einen Automatismus. Optional, jedoch bequem per Knopfdruck kann der Anleger alle zwei Monate ein Rebalancing durchführen lassen. Wenn er nichts unternimmt, dann wird nicht umgeschichtet.

    Robo-Advisor Schweiz Vergleich
    Flexibles Rebalancing per Knopfdruck als Alleinstellungsmerkmal von clevercircles. (Quelle: clevercircles / eigenes Portfolio)

    findependent

    Bei findependent erfolgt das Rebalancing täglich automatisiert.

    Selma

    Bei Selma erfolgt das Rebalancing grundsätzlich alle vier Wochen automatisiert und berücksichtigt wie erwähnt sowohl kunden- wie auch marktspezifische Faktoren.

    Wie hoch sind die Kosten und wie setzen sie sich zusammen?

    Bei allen drei Robo-Advisors besteht die Haupteinnahmequelle aus einer Pauschalgebühr, welche prozentual im Verhältnis zur Anlagesumme erhoben wird. Diese Gebühr spart sich der «Do it yourself»-Anleger. Dafür sind beim Robo-Advisor die Verwaltungs- und Depotgebühren sowie die Courtagen inkludiert.

    Alle drei Robo-Advisors setzen auf kostengünstige ETFs oder Indexfonds. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Produktkosten (TER) grosso modo identisch mit einem «Do it yourself»-Portfolio sind. Ebenso erwarten wir bei den Wechselkurszuschlägen und den Stempel- & Börsenabgaben keine wesentlichen Unterschiede.

    Fürs bessere Verständnis haben wir die wichtigsten Kostenblöcke in nachfolgender Tabelle aufgeschlüsselt und mit denjenigen eines «Do it yourself»-Portfolios verglichen:

    Kostenvergleich Robo-Advisor und "Do it yourself"

    KostenblöckeRobo-Advisor«Do it yourself»
    Pauschalgebührenx
    Depotgebührenx*
    Transaktionskosten / Courtagenx
    Produktkosten (TER)xx
    Wechselkurszuschlägexx
    Stempel- & Börsenabgabenxx**
    Tabelle 2: Kostenblöcke bei Robo-Advisors und bei der selbstorganisierten Vermögensverwaltung. *Bei manchen Online-Brokern wie Interactive Brokers oder DEGIRO entfallen die Depotgebühren (vgl. auch unsere ausführlichen Reviews.) ** Je nach Gebührenmodell des Broker teilweise bereits in den Courtagen inkludiert.

    clevercircles

    clevercircles verfolgt ein degressives Gebührenmodell mit vier Tarifstufen, welche je nach Anlagesumme 0,65% (TCHF 5 – 100), 0,55% (TCHF 100 – 200), 0,45% (ab TCHF 200) oder 0,25% (ab CHF 1 Mio.) betragen, wobei mindestens 40 Franken pro Jahr verrechnet werden. Erreicht man eine günstigere Tarifstufe, so gilt diese für die gesamte Anlagesumme. Belohnt werden also die vermögenden Anleger.

    findependent

    findependent verfolgt ein in der Branche recht unkonventionelles, aber durchaus sympathisches Gebührenmodell. So werden für die ersten 2’000 Franken überhaupt keine Pauschalgebühren verlangt. Deshalb überrascht es nicht, dass findependent preislich besonders für Kleinanleger attraktiv ist.

    Danach wird ein stufenweiser Ansatz gewählt und abhängig von der Anlagesumme 0,40% (bis 50’000 CHF), 0,38% (ab 50k), 0,35% (ab 150k), 0,33% (ab 250k), 0,31% (ab 500k) oder 0,29% (ab 1 Mio.) Gebühren erhoben. Wird eine neue Stufe erreicht, so gilt der neue Tarif für den ganzen Anlagebetrag. Fair: Allfällige Barmittel sind von der Pauschalgebühr ausgenommen.

    Selma

    Selma wiederum bietet wie clevercircles ein degressives Gebührenmodell mit drei Tarifstufen an, welche je nach Anlagesumme 0,68% (TCHF 2 – 50),  0,55% (TCHF 50 – 150) oder 0,47% (ab TCHF 150) betragen. Erreicht man eine günstigere Tarifstufe, so gilt diese für die gesamte Anlagesumme. Belohnt werden also wie bei clevercircles die vermögenden Anleger. Positiv: Selma berücksichtigt bei den Tarifstufen auch allfällig einbezahlte Gelder in die auf ihrer Plattform integrierte 3a-Vorsorge.

    Robo-Advisor Kostenvergleich mit unterschiedlichen Anlagesummen

    AnbieterCHF 25'000CHF 100’000CHF 500’000CHF 1'000’000
    clevercirclesCHF 163CHF 550CHF 2’250CHF 2'500
    findependentCHF 92CHF 372CHF 1'544CHF 2'894
    SelmaCHF 170CHF 550CHF 2’350CHF 4’700
    Tabelle 3: Im Robo-Advisor Schweiz Kostenvergleich tiefste Pauschalgebühren bei Anlagesummen unter 1 Mio. CHF bei findependent; ab 1 Mio. CHF hat clevercircles die Nase vorn.

    Was taugt der Support?

    Alle drei Anbieter unseres Robo Advisor Schweiz Vergleichs verfügen über ein freundliches und kompetentes Support-Team. Zudem bieten alle verständliche und informative FAQs an. Naturgemäss wird auf persönliche Beratungen verzichtet. Unterschiede haben wir in den Kommunikationskanälen und den Antwortzeiten festgestellt.

    Erfahrungen mit Support bei clevercircles

    Positiv bei clevercircles ist, dass jeweils fundiert auf die einzelnen Fragestellungen eingegangen wird. Anfragen per Mail werden in der Regel am Folgetag beantwortet. Alternativ steht eine Telefon-Hotline zur Verfügung. Die Chatfunktion auf der Webseite konnten wir nicht testen, weil sie temporär bzw. während unserer Testphase aus technischen Gründen nicht zur Verfügung stand. clevercircles teilt uns diesbezüglich mit, dass der Chat ab Januar 2022 wieder in Betrieb gegangen sei und zu Bürozeiten laufend betreut werde.

    Erfahrungen mit Support bei findependent

    Gemäss unserer Erfahrung bietet findependent den effizientesten Support an. Alle unsere Anfragen sind per Chat innert weniger Minuten beantwortet worden. Damit erfüllt findependent den eigenen ambitionierten Anspruch, wonach üblicherweise innerhalb von ein paar Minuten geantwortet werde, mit Bravour! Die Chatfunktion gibt es nicht nur auf der Webpage, sondern zusätzlich in der App. Neben dem Chat sind bei findependent Anfragen per Telefon und E-Mail möglich.

    Erfahrungen mit Support bei Selma

    Selma bietet E-Mail, Telefon und Chat als Kommunikationskanale an. Antworten im Chat erfolgen in der Regel gleichentags, jedoch etwas später als bei findependent. (Per Mail wird jeweils mitgeteilt, dass eine neue Chat-Nachricht eingegangen ist.) Positiv: Im Gegensatz zu findependent erfolgt der Chat über das Login, weshalb die Chatverläufe jederzeit wieder aufgerufen werden können.

    Seit 2024 gibt’s bei Selma wahlweise eine KI-unterstützte Robo-Beratung basierend auf der Technologie von OpenAI. So kannst du dein Vermögen, deine Anlagestrategie oder deine Investitionen anhand diverser vorgegebener Fragestellungen durch künstliche Intelligenz beurteilen lassen (vgl. Beispiel unten).

    Selma Künstliche Intelligenz
    Tonis Portfolio bei Selma beurteilt durch künstliche Intelligenz: positiv-konstruktives Feedback mit einem mahnenden Fazit.

    Welche Zusatzleistungen werden  angeboten?

    In diesem Kapitel wollen wir die drei Robo-Advisor Schweiz Anbieter bezüglich spezieller Services genauer unter die Lupe nehmen. Damit definieren wir Zusatzleistungen, welche nicht jeder Robo-Advisor anbietet oder gar ein Alleinstellungsmerkmal (USP) darstellt. Wichtig: Diese Leistungen sind alle optional. Das heisst, der Anleger kann diese Leistungen beziehen, muss sie aber nicht.

     clevercircles

    clevercircles bietet zweifelslos das breiteste Angebot an Spezialservices an:

    findependent

    findependent steigt mit folgendem Alleinstellungsmerkmal ins Rennen:

    Selma

    Selma bietet folgende Zusatzservices an:

    Fazit Robo-Advisor Schweiz Vergleich: Welcher Schweizer Robo-Advisor passt am besten zu dir?

    Unseres Erachtens eignen sich Robo-Advisors besonders gut für die «Sparplan-Enthusiasten», die «Faulpelze» und die «Kompromissler».

    Zusammenfassend sehen wir folgende vier Hauptvorteile gegenüber einem «Do it yourself»-Portfolio:

    Demgegenüber bleibt für Anlegerinnen und Anleger, die besonderen Wert auf ein umfassendes Produkteangebot und/oder die geringstmöglichen Kosten das «Do it yourself»-Portfolio erste Wahl. Hierfür benötigst eine geeignete Handelsplattform: Auf unserer Empfehlungsseite findest du eine Auswahl von uns getesteter Online-Broker inkl. Startguthaben (vgl. auch unsere Artikelserie Lerne investieren – in acht Lektionen).

    Entscheidungshilfe Robo-Advisor Schweiz

    Nachdem wir zuvor das Profil der drei untersuchten Robo-Advisor Schweiz Anbieter geschärft haben, findest du anhand der nachfolgenden Tabelle eine Entscheidungshilfe bezüglich des für dich geeigneten Anbieters. Bei den Kriterien handelt es sich um Unterscheidungsmerkmale, welche nicht auf alle drei untersuchten Robo-Advisors zutreffen und welche je nach Anlegertyp unterschiedlich relevant sind:

    Robo-Advisor: Unterscheidungsmerkmale

    KriterienclevercirclesfindependentSelma
    Multikanal (App & Web)xx
    Tiefste Kosten und Startinvestitionx
    Höchster Startbonusx
    Höchster Selbstbestimmungsgrad beim Portfolioaufbaux
    Nachhaltige Anlagenxx
    Anlagen in Trendthemenx
    Assetklasse «Edelmetalle»xxx
    Währungsabsicherung (optional)x
    Flexibles Rebalancing (optional)x
    Portfolio-Abstimmung mit Experten und der Community (optional)x
    Unverbindliche Demo-Version (optional)x
    Integrierte 3a-Vorsorge (optional)x
    Automatische Anpassungen der Anlagestrategie an die individuelle Lebenssituation des Kundenx
    Anlegen für Kinder (Investieren in unterschiedliche Anlageziele)x
    KI-unterstützte Finanzberatung (optional)x
    Tabelle 4: Unterscheidungsmerkmale der drei Robo-Advisors als Entscheidungshilfe

    Ergänzend bezüglich der Positionierung der drei Robo-Advisors Schweiz ist uns aufgefallen, dass clevercircles und findependent den Anlegern weitreichende Freiheiten bieten, während Selma das Zepter stärker in die Hand nimmt. Dieses vergleichsweise hohe Mass an Führung (oder je nach Standpunkt Einschränkung an Flexibilität) dürfte insbesondere unerfahrene oder an Finanzthemen wenig interessierte Anleger ansprechen.

    Startbonus für Neukunden

    Hat dich das Angebot eines Anbieters in diesem Robo-Advisor Schweiz Vergleich überzeugt? Wenn ja, sichere dir ein Startguthaben, indem du einfach einen der nachfolgenden Bonus-Coupons auswählst und bei der Registrierung den entsprechenden Code eingibst.

    clevercircles Bonus-Coupon im Wert von CHF 100 (Robo-Advisor Schweiz Vergleich)

    Robo Advisor Vergleich Clevercircle Coupon Code
    Robo Advisor Vergleich Clevercircle Coupon Code mobile

    findependent Bonus-Coupon im Wert von CHF 20 (Robo-Advisor Schweiz Vergleich)

    Robo Advisor Vergleich Findependent Coupon Code
    Robo Advisor Vergleich Findependent Coupon Code mobile

    Selma Bonus-Coupon im Wert von CHF 34 (Robo-Advisor Schweiz Vergleich)

    Robo Advisor Vergleich Schweiz Selma Coupon Code
    Robo Advisor Vergleich Schweiz Selma Coupon Code mobile

    Das könnte dich auch interessieren

    Updates

    2026-03-26: Bei findependent die Lizenz als kontoführendes Wertpapierhaus und deren Folgen erwähnt. 

    2026-01-12: Punktuell aktualisiert.

    2024-10-31: Hinweis, dass Chatfunktion neu auch in die App integriert wurde. 

    2024-06-17: Neue KI-unterstützte Analysen von Selma erwähnt, einschliesslich ein Beispiel von Tonis Portfolio.

    2024-05-22: Bei findependent (tiefere) Gebühren aktualisiert. 

    2023-07-03: Bei findependent neue, gestaffelte und günstigere Tarifstruktur sowie Hinweis bezüglich der neuen Möglichkeit „Anlegen für Kinder“ eingefügt.

    2023-05-25: Präzisierung bei Selma, dass die in die integrierte 3a-Vorsorge einbezahlte Gelder bei den Tarifstufen berücksichtigt werden. 

    2023-05-12: Neuer Onboarding-Prozess via App bei findependent erwähnt. 

    2023-04-13: Anlageuniversum bei findependent auf über 30 ETFs erhöht (von 25); automatisiertes Rebalancing erfolgt neu täglich (ursprünglich monatlich). Neue und günstigste Tarifstufe von 0,25% bei clevercircles erwähnt.

    2023-02-17: Die neue Rubrik „Kurz & bündig“ zu Beginn des Artikels eingefügt.

    Disclaimer

    Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

    Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

    Transparenzhinweis: Um glaubwürdig und realitätsnah aus erster Hand zu berichten, ist das Team vom Schweizer Finanzblog zum Zeitpunkt der Publikation Kunde bei den drei untersuchten Schweizer Robo-Advisors bzw. mit eigenem Geld investiert. Mit allen drei Anbietern bestehen zudem Kooperationen, die es uns erlauben, dir attraktive Sonderkonditionen in Form von Startguthaben zu gewähren.

    Immobilien stehen bei Schweizer Investoren als alternative Anlageklasse seit eh und je hoch im Kurs. Medial liegt der Fokus aktuell aber vor allem auf den stetig steigenden Immobilienpreisen und den damit verbundenen (ausgeträumten) Traum vom Eigenheim für den Schweizer Mittelstand.  

    Weniger bekannt ist, dass Immobilieninvestments nicht zwingend einen hohen Kapitalbedarf erfordern und ein Klumpenrisiko darstellen müssen. Deshalb wollen wir uns in diesem Artikel den Immobilien-ETFs widmen. Wir zeigen dir auf, weshalb Immobilien-ETFs ein interessantes Investment für dich sein können, welche Produkte sich auf dem Schweizer Markt durchgesetzt haben, was es mit den hohen Dividenden auf sich hat und worauf du vor dem Kauf achten solltest.  

    Stefan & Toni | 10 Kommentare
    publiziert am 13.11.2021

    Contents

    Wie kann ich überhaupt in Immobilien investieren?

    Zuerst sollte zwischen direkten und indirekten Immobilienanlagen unterschieden werden. Selbstgenutztes Wohneigentum sehen wir nicht als Immobilienanlage, sondern verbinden es eher mit einer Lifestyle-Entscheidung. Denn anders als bei einem Renditeobjekt wird beim Eigenheim weder ein Cashflow generiert, noch steht die Wertentwicklung im Vordergrund.

    Direkte Immobilienanlage (als Renditeobjekt)

    Bei einer direkten Immobilienanlage investierst du direkt in eine oder mehrere spezifische Immobilien. Dieses «Betongold», wie Immobilieninvestitionen auch glorifiziert werden, wird üblicherweise mittels einer Kombination aus Eigenkapital und einer Hypothek finanziert. Die Finanzierung kann aber auch im Crowdfunding-Verfahren erfolgen, womit das Eigentum auf mehrere Investoren aufgeteilt wird. Beispiele für direkte Immobilienanlagen sind:

    Mit einem solches Direktinvestment gehen oft folgende Aspekte einher:

    Als rationale Anleger verzichten wir aufgrund des Aufwands und des Klumpenrisikos auf Direktinvestments in Renditeliegenschaften. Zudem erachten wir die in den letzten Jahren stark steigenden Immobilienpreise in Ballungszentren nicht als ein Naturgesetz. So gab es in der Vergangenheit immer auch Marktphasen, wo Einzelobjekte an Toplagen („Lage, Lage, Lage“) starken Schwankungen ausgesetzt waren und grosse Wertverluste zu verzeichnen hatten.

    Indirekte Immobilienanlage

    Bei indirekten Immobilienanlagen beteiligt sich der Investor über einen separaten Rechtsträger (beispielsweise über einen Fonds) an Immobilien. Man wird nicht selbst Eigentümer von Liegenschaften, partizipiert aber an deren Wertentwicklung.

    Die beiden wichtigsten indirekten Anlagemöglichkeiten sind:

    Mit solchen indirekten Immobilienanlagen gehen oft die gegenteiligen Aspekte als bei Direktinvestments einher:

    Indirekte Immobilienanlagen erachten wir nur dann als sinnvoll, wenn ein einfacher, transparenter Marktzugang sichergestellt ist und zusätzlich ein breit diversifizierter Ansatz gewählt wird.

    Konkret heisst dies, einfach mit einer Transaktion über die Börse in zahlreiche Immobilienunternehmen unterschiedlicher Länder und Regionen zu investieren. Und da finden wir den Immobilien-ETF als Anlagevehikel unschlagbar.

    Was sind Immobilien-ETFs?

    Wie wir bereits erläutert haben, handelt es sich beim Immobilien-ETF um eine indirekte Immobilienanlage. Investiert wird in einen ETF. In unserem Artikel «ETFs: Die Revolution der Geldanlage» findest du eine detaillierte Beschreibung dieses genialen Anlagevehikels.

    Beim Erwerb eines Immobilien-ETF investiert du also ausschliesslich in börsennotierte Unternehmen, welche der Immobilienbranche angehören. Du partizipiert so direkt an deren Wertentwicklung.

    Wie bei einem «normalen» bzw. branchenübergreifenden ETF handelt es sich auch beim Immobilien-ETF um eine passive Anlage basierend auf einem Index.

    Die beiden wichtigsten Index-Anbieter, woran sich die Immobilien-ETFs bzw. deren Anbieter orientieren, sind FTSE Russel und S&P Global.

    Immobilien-ETFs setzen sich hauptsächlich aus Immobilienfirmen zusammen, welche auf dem Markt als sogenannte REITs fungieren.

    Was sind REITs?

    REITs (Real Estate Investment Trusts) wurden in den USA bereits 1960 lanciert und erfreuen sich seither grosser Beliebtheit bei Privatanlegern. Ziel war und ist es auch heute, breiten Anlegerkreisen leichten Zugang zu Immobilieninvestitionen und damit regelmässige Renteneinkünfte in Form von Dividenden zu ermöglichen.

    Gegenwärtig existieren in rund 20 Ländern REIT-Strukturen, neben den USA u.a. in Grossbritannien, Japan, Deutschland und Frankreich. In der Schweiz fehlt die rechtliche Grundlage für REITs.

    REITs werden steuerlich begünstigt, weshalb sie aber auch strenger reguliert sind als «normale» Immobilienunternehmen. Die wichtigsten Merkmale von REITs sind:

    Es gibt folgende drei Grundformen von REITs:

    Für wen eignen sich Immobilien-ETFs?

    Falls du dich zu mindestens einer der nachfolgenden Gruppen zählst, sind Immobilien-ETFs eine prüfenswerte Option:

    Dividendenjäger: Mit Immobilien-ETFs wird in der Regel eine höhere Dividendenrendite erzielt als mit einem marktneutralen ETF (vgl. dieses Kapitel). Neben branchenspezifischen Gründen spielen bei REITs regulatorische Vorgaben wie die bereits erwähnte Mindestausschüttungsquote von bis zu 90% eine zentrale Rolle.

    «Bequeme» Immobilieninteressierte: Immobilien haben zweifellos etwas Faszinierendes. Tagtäglich begegnen wir ihnen, sei es beim Wohnen und Arbeiten oder bei Spiel, Sport und Kultur. Und auch im politischen Diskurs kommen wir nicht um Immobilien herum. Denken wir nur an die omnipräsenten Mietpreisdebatten, die Meinungsverschiedenheiten, was gute Architektur ist, die Schattenwürfe bei Hochbauten…. Mit Anlagen in Immobilien-ETFs partizipierst du indirekt an den Erträgen, welche mit Immobilien unterschiedlicher Nutzungen erwirtschaftet werden, ohne dich mit schwierigen Handwerkern und/oder mühsamen Mietern herumschlagen zu müssen. Einfacher geht’s nimmer!

    Rationale Anleger: Wie im Punkt zuvor angedeutet, entfallen bei Immobilien-ETFs sowohl die zwischenmenschlichen als auch die objektspezifischen Emotionen, welche bei Direktinvestitionen in «Betongold» natürlich möglich sind. Dies ist dem rationalen Anleger aber auch egal. Denn er mischt Immobilien-Aktien seinem Portfolio einfach deshalb bei, weil er sich dadurch ein besseres Risiko-/Rendite-Verhältnis erhofft (vgl. auch dieses Kapitel).

    Welche Immobilien-ETFs gibt es auf dem Schweizer Markt?

    An der Schweizer Börse SIX werden gemäss justetf.ch per 12. November 2021 19 Immobilien-ETFs angeboten. Nachfolgend die wichtigsten Fakten dazu:

    Überregionale Immobilien-ETFs im Vergleich

    Marktübersicht Schweiz

    Innerhalb der Immobilien-ETFs erachten wir die überregionalen als die attraktivsten. Denn so bist du mit nur einem ETF global oder zumindest in den wichtigsten Industriestaaten investiert.

    In Abbildung 1 haben wir die fünf grössten überregionalen ETFs (Fondvermögen > 100 Mio. CHF), welche es an der Schweizer Börse SIX zu erwerben gibt, gegenübergestellt.

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 1: Die fünf grössten Immobilien-ETFs mit überregionaler Ausrichtung.

    Auffällig ist, dass alle ETFs auf einem anderen Referenzindex basieren. Ungewöhnlich ist zudem, dass mit den beiden globalen Immobilien-ETFs, welche sowohl auf Industrie- als auch Schwellenländer ausgerichtet sind, in eine geringere Anzahl an Unternehmen investiert wird als bei den drei anderen ETFs (Nr. 3 – 5), welche nur die entwickelte Welt (Industriestaaten) abdecken.

    Bei diesen drei Indizes handelt es sich um den Mutterindex «FTSE EPRA/NAREIT Developed Index» (Nr. 3) sowie um die beiden selektiveren Sub-Indizes «FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index» (Nr. 4 mit Dividendenfokus) und «FTSE EPRA/Developed Green Index» (Nr. 5 mit Nachhaltigkeitsfokus bezüglich Green-Building-Zertifizierung und Energienutzung).

    iShares sammelt mit teuerstem Produkt am meisten Geld ein

    Bezüglich der eingesammelten Gelder ist das iShares-Produkt (Nr. 4) mit einem Fondsvolumen von knapp 2 Mia. Franken der mit Abstand erfolgreichste Immobilien-ETF, welches es an der Schweizer Börse zu erwerben gibt. Eigentlich erstaunlich, ist er doch mit einer TER von stolzen 0,59% der teuerste. Möglicherweise finden viele Anleger den zugrunde liegenden Index attraktiv, welcher sich auf Unternehmen mit einer erwarteten Dividendenrendite von mindestens 2% konzentriert. Sicher spielt für das hohe Fondsvolumen aber auch die Tatsache eine Rolle, dass dieser ETF bereits im Jahr 2006 lanciert wurde.

    Unterschiede bei Performance und Kosten

    Bezüglich der Performance der vergangenen fünf Jahre (inkl. Ausschüttungen) ist der ETF des holländischen Nischenanbieters VanEck (Nr. 2) mit einem Plus von rund 33 Prozent am erfolgreichsten. Dicht gefolgt vom HSBC-Produkt (Nr. 3), welches bezüglich der Anzahl Indexkomponenten mit 376 am breitesten diversifiziert ist.

    Positiv: Die günstigsten überregionalen ETFs gibt es bereits ab einer TER von 0,25% (Nr. 2 + 5) zu haben.

    Credit Suisse nach Strategiewechsel wieder im ETF-Geschäft

    Die CS, welche ihr ETF-Geschäft im Jahr 2013 an Marktführer BlackRock (Anbieter der iShares-Produkte) verkauft hat, bietet – nach einem Strategiewechsel – seit 2020 wieder eigene ETFs an. Dazu gehört auch der im Juni 2020 lancierte Immobilien-ETF (Nr. 5). Es ist das einzige Produkt in unserem Vergleich, welches auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und die Dividenden nicht ausschüttet, sondern reinvestiert.

    Starke US-Dominanz

    Bei allen Unterschieden haben die fünf untersuchten ETFs eine starke US-Dominanz (>50%) gemeinsam (vgl. auch Kap. 7.2). Damit unterscheiden sie sich nicht von den branchenneutralen Indizes wie MSCI ACWI oder MSCI World, welche ein ähnlich starkes US-Gewicht aufweisen.

    Wem dieser Anteil zu hoch ist, kann auf regionale Immobilien-ETFs ausweichen, wobei das Angebot in der Schweiz– im Gegensatz zu den USA – sehr überschaubar ist und die Emerging Markets aktuell nicht abgedeckt werden.

    Alternativ kann sich ein Blick über den Atlantik lohnen. So werden an den US-Börsen zahlreiche sogenannte «ex-US»-ETFs angeboten. Diese decken die ganze Welt ohne USA ab. In Kombination mit einem US-ETF ist so ein globales Investment mit individueller US-Gewichtung sichergestellt. Stefan hat 2016 diesen Weg gewählt und ist zum Zeitpunkt der Publikation dieses Artikels in die folgenden beiden Immobilien-ETFs investiert:

    Fazit

    Alle fünf zuvor untersuchten ETFs sind auf dem Schweizer Markt etabliert und verfügen über positive Alleinstellungsmerkmale. Die Wahl hängt letztlich von deinen individuellen Präferenzen ab. Als Entscheidungshilfe könntest du dir folgende Fragen stellen:

    – P a r t n e r a n g e b o t

    Ein aus Kostensicht besonders attraktiver Broker für ETFs ist gemäss unserer Erfahrung „DEGIRO“. Alle fünf oben aufgeführten Immobilien-ETFs bietet DEGIRO an. Nr. 1, 2, 4 und 5 über die Schweizer Börse SIX. Nr. 2 und 4 sogar besonders günstig (Kernauswahl) über die Börse Euronext Amsterdam (EAM). Bei Interesse kannst du dich bei DEGIRO mit Klick auf die Anzeige unten anmelden, womit du eine Trading-Gutschrift von 100 CHF erhältst und gleichzeitig unseren Blog unterstützt.

    – – – – –

    Profil des «FTSE EPRA/NAREIT Developed Index»

    In diesem Kapitel wollen wir den Index «FTSE EPRA/NAREIT Developed Index», worauf der zuvor vorgestellte ETF von HSBC basiert (vgl. Abbildung 1, ETF Nr. 3), etwas genauer unter die Lupe nehmen. Die anderen vier Indizes verfügen über ähnliche Eigenschaften bzw. weichen von den nachfolgenden Ausführungen nicht wesentlich ab.

    Top10-Unternehmen

    Abbildung 2 zeigt die nach Marktkapitalisierung bzw. Börsenwert grössten zehn Immobilienunternehmen im Index. Gesamthaft erreichen sie knapp 24 Prozent, wobei die grösste Position bei rund 5 Prozent liegt. Dies werten wir bezüglich der Diversifikation und eines allfälligen Klumpenrisikos als akzeptable Werte.

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 2: Top10 mit starker US-Dominanz (Quelle: FTSE Russel v. 29.10.2021).

    Branchenprimus bzw. das im Index mit rund 5 Prozent am stärksten gewichtete Unternehmen ist Prologis, globaler Eigentümer, Betreiber und Entwickler von Logistik-Immobilien. Die US-Firma Prologis ist ein REIT und trotz globaler Marktführerschaft in der breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Das nachfolgende Firmenportrait in Form eines (Werbe-)Videos skizziert das Geschäftsmodell von Prologis.

    Länderverteilung: Starke US-Dominanz

    Wie bei branchenneutralen Indizes ist auch im Immobiliensektor eine klare US-Dominanz vorhanden (vgl. Abbildung 3). Im untersuchten Index sind US-Firmen mit über 59 Prozent gewichtet, gefolgt von Japan mit knapp 10 Prozent.  Auf den Plätzen drei und vier folgen UK (4,72%) und Deutschland (3,49%).

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 3: Starke Dominanz der Immobilienfirmen aus den USA (Quelle: FTSE Russel v. 29.10.2021).

    Die Schweiz mit ihren sieben Immobilienunternehmen im Index vereint lediglich 1 Prozent. Grösster Anbieter ist dabei die Swiss Prime Site mit einem Anteil von 0,4 Prozent.

    Nachfolgend sind die sieben CH-Anbieter nach Indexgewichtung sortiert aufgeführt (Quelle: FTSE Russel vom August 2021):

    Immobiliensektoren: Fokus auf REITs und gewerbliche Nutzung

    Abbildung 4 zeigt, dass REITs mit rund 84 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Der Rest sind Immobilienfirmen ohne REIT-Status (vgl. die ersten beiden Positionen in der Tabelle). Dazu gehören beispielsweise alle CH-Unternehmen im Index (vgl. Abb. 3).

    Abbildung 4: REITs und gewerbliche Nutzungen dominieren den Index (Quelle: FTSE Russel v. 29.10.2021).

    Innerhalb der REITs fällt eine breite Streuung bezüglich der Nutzung auf, wobei kommerzielle Nutzungen bzw. Gewerbeobjekte dominieren. Investments in reine Wohnliegenschaften («Residential REITs») sind dabei mit knapp 15 Prozent eher marginal vertreten.

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 5: Wohnliegenschaften stellen in Immobilien-ETFs in der Regel eher eine Randerscheinung dar.

    Hohe Dividendenerträge bei Immobilien-ETFs möglich

    Für Dividendenjäger dürften Immobilien-ETFs besonders interessant sein. Im Vergleich zum branchenneutralen Gesamtmarkt resultierten nämlich in den letzten fünf Jahren durchwegs höhere Dividenden (vgl. Abbildung 6).

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 6: Überdurchschnittlich hohe Dividenden im Immobiliensektor (Quelle: FTSE Russel v. 29.10.2021).

    Mit der grauen und blauen Kurve wird die Dividendenentwicklung zweier Immobilien-Indizes abgebildet, während sich die rote Kurve auf den Gesamtmarkt bezieht. Alle drei Indizes richten sich an die entwickelte Welt, d.h. ohne Schwellenländer, aus.

    Zu beachten ist jedoch, dass die effektive, durch den ETF ausgeschüttete Dividende infolge Steuern allgemein etwas tiefer liegt als die Abbildung 6 suggeriert (vgl. auch Abbildung 1).

    Risiken bei Immobilien-ETFs nicht unterschätzen

    Immobilien-ETFs können stark schwanken. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass sie an der Börse gehandelt werden. Anderseits sind sie stark von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängig, da es sich – wie wir in Kapitel 7 aufzeigt haben – mehrheitlich um gewerblich genutzte Immobilien handelt.

    Die mitunter starke Volatilität hat sich eindrücklich beim letzten, pandemiebedingten Börsencrash im Jahr 2020 gezeigt.

    Aus Abbildung 7 geht hervor, dass in den letzten fünf Jahren eine Minderperformance des Immobilien-Index «FTSE EPRA Nareit Developed» gegenüber dem marktneutralen Index «FTSE Developed» resultierte. Zudem fällt auf, dass der pandemiebedingte Kurssturz im Jahr 2020 deutlicher und die darauffolgende Erholung zaghafter ausfiel als im Gesamtmarkt.

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 7: Minderperformance des Immobilien-Index «FTSE EPRA Nareit Developed» gegenüber dem branchenneutralen Index «FTSE Developed» von 10.2016 bis 10.2021 (Quelle: FTSE Russel v. 29.10.2021).

    Betrachtet man hingegen einen längeren Zeitraum, so präsentiert sich bezüglich der Performance ein anderes Bild.

    Abbildung 8 zeigt die realen Kursverläufe einschliesslich Ausschüttungen des Immobilien-ETF «iShares Developed Markets Property Yield» (basierend auf dem Index «FTSE EPRA Nareit Developed Dividend+») im Vergleich zum branchenneutralen ETF «iShares Core MSCI World UCITS» (basierend auf dem «MSCI World Index»).

    Dabei fällt auf, dass der Immobilien-ETF von September 2009 bis August 2016 besser performte. Erst danach wendete sich das Blatt zugunsten des branchenneutralen Index.

    Immobilien-ETFs
    Abbildung 8: Während der Immobilien-ETF von 09.2009 bis 08.2016 besser performte, wendete sich danach das Blatt (Quelle: justETF.com vom 29.10.2021).

    Besseres Rendite-Risiko-Verhältnis dank geringer Korrelation zum Gesamtmarkt

    Ob eine Beimischung der Anlageklasse «Immobilien» sinnvoll ist, hängt neben der langfristigen Renditeerwartung auch davon ab, wie stark Immobilien zum Gesamtmarkt korrelieren.

    Diesbezüglich greifen wir auf den von uns häufig zitierten Gerd Kommer zurück, welcher in seiner 5. Auflage des Standardwerks «Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs» folgendes Résumé zieht:

    «In den 27 Jahren von 1990 bis 2016 produzierte der S&P Global REIT Index eine höhere Rendite als der Weltaktienmarkt, gemessen am MSCI ACWI. Die Korrelation zwischen den beiden Indizes war mit +0,66 erfreulich niedrig. Alles in allem erscheint eine Beimischung einer global oder wenigstens europaweit diversifizierten Immobilienkomponente im Weltportfolio erwägenswert.»

    Wie du konkret dein Vermögen über verschiedene Anlageklassen strukturieren kannst, findest du in unserem Artikel «Asset Allocation: Das A und O deiner Geldanlage».

    Schlussfazit

    Im Vergleich zu anderen Immobilienanlagen erachten wir den Erwerb von Immobilien-ETFs als die geeignetste Investition. Einfachheit, tiefe Kosten, hohe Liquidität, breite Diversifikation sowie geringe Kapitalbindung (kein Klumpenrisiko) sind starke Argumente für Immobilien-ETFs.

    Im Vergleich zur Anlage in einen globalen, branchenübergreifenden Aktien-ETF fallen die oben genannten Vorteile als Alleinstellungsmerkmale zwar weg. Doch durch die relativ geringe Korrelation zum Gesamtmarkt sehen wir – in Anlehnung an die Portfoliotheorie – die Chance, ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis im Gesamtportfolio zu erreichen.

    Angebotsseitig sind wir ebenfalls positiv gestimmt. So gibt es an der Schweizer Börse SIX mittlerweile ein ausreichendes, wenn auch nicht üppiges Angebot an auf dem Markt etablierten, überregionalen Immobilien-ETFs zu fairen Preisen ab einer TER von 0,25%.

    Aus den dargelegten Gründen erachten wir Immobilien-ETFs als Beimischung (max. 20%) in einem globalen, branchenübergreifenden Aktien-(ETF-)Portfolio als prüfenswert.

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    Disclaimer

    Haftungsausschluss: Investieren birgt Verlustrisiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

    Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.

    Transparenzhinweis: Das Team vom Schweizer Finanzblog ist zum Zeitpunkt der Publikation in Immobilien-ETFs der Anbieter iShares und Vanguard investiert. Abgesehen von diesen Investments bestehen keine Geschäftsbeziehungen (Provisionen o.ä.) zu allen in diesem Bericht erwähnten Index- oder ETF-Anbietern.

    Die schillernde Börsenlegende André Kostolany meinte einmal: «Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.» In diesem Artikel durchleuchten wir die unbestritten langweiligste, aber wahrscheinlich am meisten unterschätzte Anlagestrategie: Buy and Hold. Wir zeigen dir, wie einfach sie funktioniert, wo ihre Chancen und Tücken liegen und weshalb sie von der Finanzindustrie nicht gerne gesehen wird.

    Stefan & Toni | 1 Kommentare
    aktualisiert am 4.11.2025

    Kurz & bündig

    Contents

    Was ist eine Buy and Hold-Strategie und wie funktioniert sie in der Praxis?

    Gemäss Wikipedia ist Buy and Hold, deutsch: Kaufen und (be)halten, eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, Geldanlagen langfristig zu behalten. Weiter geht hervor, dass der Grundgedanke hinter der Strategie des «Buy and Hold» es sei, nach vorgenommener Strukturierung der Anlagen im Sinne der Portfoliotheorie auf den Versuch zu verzichten, durch Umschichtung des Portfolios einen Zusatzertrag zu erwirtschaften (z. B. durch Stock Picking).

    Einfache Umsetzung von «Buy and Hold»

    Wie einfach eine solche Vermögensstrukturierung funktioniert, erfährst du in unserem Artikel «Asset Allocation: Das A und O deiner Geldanlage». Entscheidend dabei ist, dass du dein Vermögen prozentual in unterschiedliche Assetklassen aufteilst – und dich daran langfristig orientierst.

    Statt also ständiges Umschichten nach dem Motto «Hin und Her macht Taschen leer» nimmst du nur sporadisch, z.B. jährlich oder ereignisbasiert bei grösseren Kursschwankungen, ein sogenanntes Rebalancing vor.

    Dabei prüfst du, ob die zu Beginn definierten Zielwerte (z.B. Aktienanteil = 50%) mit den effektiven Werten (einigermassen) übereinstimmen. Bei Bedarf nimmst du entsprechende Korrekturen in Form von Transaktionen vor.

    Wie wir später noch sehen werden, wirkt sich ein regelbasiertes Rebalancing positiv auf die Rendite aus. Mehr zum Rebalancing findest du in unserem Artikel «Dank Rebalancing dein Vermögen wieder im Lot».

    Aktien-ETFs drängen sich als Anlagevehikel für «Buy and Hold» geradezu auf

    Es liegt auf der Hand, dass sich der renditebasierte Teil einer Buy and Hold-Strategie am besten durch Aktien-ETFs, welche den globalen Markt abdecken, umsetzen lässt.

    Denn zur Philosophie des «Buy and Hold» gehört unseres Erachtens auch dazu, dass man nicht ständig sein Portfolio checken muss, sondern sich mehr oder weniger gemütlich zurücklehnen kann.

    Worauf du beim ETF-Kauf achten solltest, haben wir in diesem Artikel erläutert.

    Einzelaktien und «Buy and Hold» passen nicht zusammen

    Das Investieren in Einzeltitel erachten wir als ungeeignet für eine Buy and Hold-Strategie. Denn das Halten von Aktien einzelner Unternehmen erfordert regelmässiges Beobachten von Geschäftsentwicklung und strategischer Ausrichtung.

    Und diese mehr oder weniger intensive Auseinandersetzung mit einer Unternehmung widerspricht dem langfristigen Ansatz von Buy and Hold.

    Denn notwendigerweise musst du ein Titel rasch wieder abstossen, wenn beispielsweise durch Managementfehler die Pleite droht. Als eindrückliches Beispiel und stellvertretend für jährlich unzählige andere sei hier der ehemalige Branchenprimus Nokia erwähnt, welcher den Trend vom Handy zum tastenlosen Smartphone verschlafen hatte. Und in No-Time von der Bildfläche verschwand.

    Fazit

    Zusammenfassend handelt es sich also bei einer Buy and Hold-Strategie idealerweise um

    Kannst du mit einer Buy and Hold-Strategie reich werden?

    Befolgst du den zuvor beschriebenen, breit diversifizierten Buy and Hold-Ansatz, partizipierst du 1:1 an der globalen Kursentwicklung von Aktien.

    Beruhigend für dich: Mit Buy and Hold gehst du kein Totalverlustrisiko wie bei Einzeltiteln ein.

    Gleichzeitig erfordert die Strategie jedoch die finanzielle und mentale Stärke, auch in den heftigsten Marktturbulenzen einen kühlen Kopf zu bewahren und investiert zu bleiben (vgl. unseren «Ratgeber Börsencrash: Wie du souverän Marktkrisen meisterst und langfristig profitierst»).

    Denn so paradox es klingen mag: Genau dieses «Im-Markt-Investiert-Bleiben» bzw. «Time in the Market» ist das Erfolgsrezept von Buy and Hold, wie die nachfolgende Tabelle eindrücklich zeigt.

    Wertentwicklung Aktienmärkte von 1996 bis 2016 und verpasste Chancen durch Abseitsstehen

    Indizesimmer investiert (Buy and Hold)ohne die 10 besten Börsentageohne die 20 besten Börsentage
    SPI TR*+322%+129%+42%
    Dow Jones Eurostoxx 50+328%+93%+8%
    FTSE 100 TR*+295%+104%+31%
    S&P 500 TR*+440%+170%+68%
    (*TR = Total Return, also mit Dividende. Im Falle des DJ Eurostoxx 50 ab Anfang 2001 mit Total Return. Datenquelle: Privatbank Bellerive; publiziert in Cash Online vom 6. Juli 2017)

    Wenige ausgewählte Tage an der Seitenlinie stehend, können also deine Rendite extrem reduzieren.

    Untersuchungen von Erwin Heri, Schweizer Professor an der Uni Basel, haben zudem ergeben, dass die besten und schlechtesten Tage zeitlich oft sehr nahe beieinanderliegen. Dabei konstatiert er, dass Anlegerpsychologie und Medienhype gerade in solch turbulenten Börsenphasen oft in die Irre führten.

    Will heissen: Nach Tagen negativer Kursentwicklungen verlieren viele Anleger die Nerven, verkaufen und verpassen die darauffolgenden «Supertage». Schliesslich resümiert Heri in bester Buy and Hold-Manier: «Lehnen Sie sich zurück und denken Sie an Ihren langen Anlagehorizont».

    Mit Buy and Hold langfristig über 8 Prozent Rendite kassieren

    Bei einem global diversifizierten Investment in einen Aktien-ETF hättest du vom 31.12.1987 bis 30.9.2025, also einem Zeitraum von rund 38 Jahren, einschliesslich aller Börsencrashs eine annualisierte Rendite vor Steuern und Kosten von 8,68% erwirtschaftet (Quelle: MSCI ACWI Factsheet). Diese beachtliche Langfristrendite lässt sich durch ein regelbasiertes Rebalancing sogar noch um bis zu 0,5 Prozentpunkte pro Jahr verbessern (vgl. unseren Artikel «Dank Rebalancing dein Vermögen wieder im Lot»).

    Eine absolute Sicherheit, dass ein solch ansehnliches Renditeniveau auch künftig erzielt werden kann, gibt es natürlich nicht.

    Im Umkehrschluss bedeutet eine Buy and Hold-Strategie auch, dass du auf den Anspruch verzichtest, den Markt schlagen und eine Überrendite erzielen zu wollen.

    Die Macht des Zinseszinses bei Buy and Hold

    Beim Buy and Hold-Ansatz kann zudem der mächtige Zinseszinseffekt seine volle Kraft entfalten, da du langfristig und permanent investiert bleibst.

    Zur Veranschaulichung ein einfaches Beispiel:

    Ein investiertes Startgutgaben von 20’000 Franken, eine Anlagedauer von 30 Jahren und eine jährliche Wertsteigerung von 8% führt zu einem stattlichen Endkapital von 218’715 Franken. Mehr als eine Verzehnfachung deines Einsatzes!

    Würdest du zusätzlich monatlich noch 600 Franken investieren, so wärst du nach 30 Jahren bereits Millionär.

    Wie stark dieser Effekt in der Praxis wirkt – und weshalb ihn viele trotzdem nicht konsequent nutzen – erklären wir im Artikel «Warum sind wir nicht längst alle Millionäre, wenn der Zinseszinseffekt doch so einfach ist? 6 Stolpersteine».

    Also ja, Zinseszinseffekt sei Dank, kannst du mit einer Buy and Hold-Strategie reich werden! Vorausgesetzt du verfügst über eine gehörige Portion Geduld und investierst etwas Startkapital und/oder eine monatliche Sparrate in einen globalen Aktien-ETF.

    Oder eben, um das eingangs erwähnte Zitat von Kostolany zu wiederholen: «Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.»

    Buy and Hold
    Ob mit oder ohne Schlaftabletten: Bei Buy and Hold zahlt sich Geduld aus.

    Abgrenzung zu anderen Anlageansätzen

    Um das Verständnis bezüglich der Strategie von Buy and Hold zu schärfen, seien hier zwei bekannte «Gegenstrategien», welche sich rund ums aktive Investieren drehen, skizziert:

    Stock Picking

    Stock Picking mittels Fundamentalanalyse

    Stock Picking ist wohl das am häufigsten praktizierte Anlageverhalten von Privatanlegern. Im Wesentlichen basiert es auf einer kennzahlenbasierten Aktienanalyse, anhand dessen der Stock Picker entscheidet, ob eine Aktie unterbewertet und somit kaufenswert ist.

    Dabei analysiert der Stock Picker das volkswirtschaftliche Umfeld und zieht eine oder mehrere unternehmensspezifische Kennzahlen wie beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei.

    Kern dieser Strategie ist es, dass der Stock Picker glaubt, die künftige Marktentwicklung vorherzusehen. Das heisst, er meint – anders als der übrige Markt – eine unterbewertete Aktie sowie den Zeitpunkt, wenn diese Aktie den fairen Wert erreicht hat, zu erkennen. Dann stösst er die Aktie wieder ab, womit sich das Prozedere wiederholt.

    Eine solche Strategie kann aus Sicht der Markteffizienzhypothese, welche die theoretische Grundlage der modernen Portfoliotheorie darstellt, nicht funktionieren. Denn diese geht davon aus, dass die Märkte grundsätzlich transparent sind und somit börsenkotierte Unternehmen jederzeit «korrekt» bewertet sind.

    Stock Picking mittels Chartanalyse

    Neben der Analyse von Fundamentaldaten gibt es auch noch das Stock Picking mittels Chartanalyse, auch «Technische Analyse» genannt. Damit ist der Versuch gemeint, Trends basierend von Kursveränderungen und Handelsvolumina zu erkennen.

    Im Gegensatz zur zuvor beschriebenen Fundamentalanalyse geht es bei der Chartanalyse primär um das Verhalten des Finanzmarktes und nicht um die Ermittlung einer allfälligen Unterbewertung basierend auf Fundamentaldaten.

    Aus Sicht der Wissenschaft wird diese Thematik mehrheitlich kritisch betrachtet und von deren Exponenten oft als reinen Hokuspokus abgetan.

    Buy and Hold
    Alles Hokuspokus bei der Chartanalyse? Gleitende Durchschnitte, Handelsvolumina und farbige Candlestick-Grafiken zur besseren Erkennung vermeintlicher Trends.

    Market Timing

    Im Fokus dieser Strategie stehen weniger einzelne Aktien, sondern das Umschichten von ganzen Assetklassen («Die Zeit ist jetzt reif für das Übergewichten von Rohstoffen.»), Märkten («Subito raus aus den Emerging Markets!») oder Branchen («Das Aufstocken von Versicherungswerten bietet jetzt überdurchschnittliche Renditechancen.») basierend auf einem vermeintlich günstigen Zeitpunkt.

    Auch diese Strategie fällt aus wissenschaftlicher Sicht mehrheitlich durch bzw. steht im Widerspruch zur Portfoliotheorie, wonach die Märkte effizient sind und somit alle Entwicklungen laufend eingepreist werden.

    Wie renditeschädigend Market Timing sein kann, führt uns ein gemeinsamer Kollege bei unseren sporadischen Treffen jeweils eindrücklich vor Augen. Seit rund zehn Jahren ist er nämlich nicht mehr nennenswert in Aktien investiert. Die regelmässig erreichten Höchststände an den Aktienbörsen deutet er als Überbewertung und schrecken ihn ab.

    Stattdessen hält er eine immer grösser werdende Cashposition. Immer darauf wartend, den richtigen Einstiegszeitpunkt doch noch zu finden. An der Seitenlinie stehend, entgehen ihm so Jahr für Jahr Renditen in Form von Kursgewinnen und Dividenden.

    Statt also «Timing the Market» wird beim Buy and Hold-Ansatz das Prinzip «Time in the Market» hochgehalten.

    Wissenschaft gegen Stock Picking und Market Timing

    Wie bereits schon angedeutet, haben aktive Anlagestrategien wie das Stock Picking und das Market Timing aus wissenschaftlicher Sicht einen schweren Stand. Denn empirisch betrachtet, schlägt kaum eine aktive Anlagestrategie langfristig den Markt bzw. den entsprechenden Benchmark.

    Auch der wissenschaftsorientierte Buchautor Dr. Gerd Kommer steht aktivem Traden kritisch gegenüber. So resümiert er in seinem lesenswerten Standardwerk «Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs» (5. Auflage):

    « Seriöse, in der Wissenschaft endgültig anerkannte Untersuchungen, welche für Privatanleger Outperformance durch intensives Traden oder Fonds-Picking nach Berücksichtigung von Kosten, Steuern und Risiko nachweisen, existieren praktisch nicht. Eine einfache Buy and Hold-Strategie ist einer Strategie des intensiven Tradens oder Switchens langfristig fast immer überlegen und die wenigen Ausnahmen hiervon wechseln von Zeitfenster zu Zeitfenster, sind also wahrscheinlich zufallsbedingt. » 

    Gerd Kommer, Buchautor

    Wieso verfolgen die meisten Anleger keine Buy and Hold-Strategie?

    Wie wir zuvor gesehen haben, ist Buy and Hold eine äusserst erfolgsversprechende Anlagestrategie. Und dennoch wird sie von der Mehrheit der Privatinvestoren nicht befolgt. Wir sehen hierfür vor allem folgende drei Ursachen:

    Eigene Profitgier

    Fairerweise muss man konstatieren, dass du mit einer Buy and Hold-Strategie nicht rasch reich wirst. Wer beim Anlegen zu Ungeduld neigt und/oder Mondrenditen erwartet, der wird kurzfristige, hochspekulative Deals bevorzugen.

    Doch ein allgemeingültiges Rezept für raschen Reichtum hat selbst die schillernde Börsenlegende Kostolany nicht parat:

    « Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden. »

    André Kostolany, Börsenlegende

    Mächtige Interessenvertreter

    Ein Buy and Hold-Anleger verursacht deutlich weniger Kosten als ein aktiv orientierter Investor. Was aus Sicht des passiven Anlegers einen grossen Vorteil für seine Rendite darstellt, ist naturgemäss nicht im Sinne der Finanzindustrie. Denn sie profitiert einerseits von den häufiger anfallenden Transaktionsgebühren durch regelmässiges Traden. Anderseits sackt sie verhältnismässig hohe Gebühren für bankeigene, aktiv gemanagte Anlageprodukte ein.

    Deshalb ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass dir dein Bankberater ETFs empfiehlt.

    Ausser vielleicht er verfügt über das Format und die Unabhängigkeit eines Warren Buffetts. Denn der bekannte Starinvestor, welcher im Grundsatz ebenfalls eine Buy and Hold-Strategie verfolgt, zollte dem Pionier des passiven Index-Investings, John «Jack» Bogle, grösstmöglichen Respekt.

    In dieser kurzen und eindrücklichen Filmsequenz lobt Buffett anlässlich der Jahresversammlung 2017 seines Firmenkonglomerats Berkshire Hathaway die ausserordentlichen Verdienste des anwesenden Bogle und gratuliert ihm zu seinem 88. Geburtstag.

    So würdigt Buffett, keiner habe dem amerikanischen Privatanleger mehr Nutzen gestiftet als Bogle. Gegen den erbitterten Widerstand der mächtigen Finanzlobby seien dank der von Bogle ab Mitte der 1970er-Jahre lancierten Indexfonds Abermilliarden an Gebühren eingespart worden, wodurch die Anleger bessere Renditen erzielt hätten als die «Professionals». Bogle verstarb 2019 im Alter von 89 Jahren.

    Psychologische Gründe

    Die Anlegerpsychologie sehen wir als dritte wichtige Ursache, weshalb die Buy and Hold-Strategie nicht mehr Anhänger findet.

    Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der wir schon früh lernen, dass es ohne Fleiss keinen Preis gibt. Auch sind wir uns einig darüber, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist.

    Im Alltag wird uns die vermeintliche Richtigkeit dieser Volksweisheiten regelmässig bestätigt. So ist es im Beruf, Sport oder in der Musik doch üblicherweise so, dass wenn wir die entsprechende Aktivität intensiver ausüben, wir darin auch besser und erfolgreicher werden.

    Alternativ suchen wir – im Sinne der modernen Arbeitsteilung – einen Spezialisten auf, beispielsweise den Schreiner, die Coiffeuse, den Schuhmacher unseres Vertrauens. Und siehe da: Das Ergebnis ist doch deutlich besser, als wenn wir selber Hand angelegt hätten!

    Deshalb gehen wir auch bei der Geldanlage intuitiv davon aus, mit aktivem Engagement, sei es mittels Stock Picking oder Market Timing, eine bessere Performance zu erreichen als mit einer passiven Buy and Hold-Strategie.

    Fehlt uns die Zeit, das Interesse oder beides, uns selber mit der Geldanlage zu beschäftigen, dann gehen wir halt zum Spezialisten – in diesem Fall also zum Anlageberater. Die hohen Gebühren nehmen wir dabei in Kauf, denn Leistung und Qualität haben nun mal ihren Preis. So weit, so gut also? Leider nein.

    Denn bei der Geldanlage wird aktives Verhalten üblicherweise nicht mit einer besseren Performance belohnt. Im Gegenteil. Eine der Hauptursachen liegt in den Mehrkosten, die im Gegensatz zu «Buy and Hold» durch höhere Gebühren für Transaktionen und/oder die externe Vermögensverwaltung anfallen.

    Vorteile und Tücken der Buy and Hold-Strategie

    Fünf Vorteile von «Buy and Hold»

    Wir sehen die folgenden fünf Vorteile der Buy and Hold-Strategie, die wir aus Überzeugung selber konsequent befolgen:

    – P a r t n e r a n g e b o t

    Ein aktuell besonders attraktiver Broker ist gemäss unserer Erfahrung und aufgrund der niedrigen Kosten für ETFs «DEGIRO» (Link zum DEGIRO Review). Bei Interesse kannst du dich bei DEGIRO über unseren Partnerlink anmelden, womit du dir Trading Credits von 100 CHF (mit Bedingungen) sicherst und gleichzeitig unseren Blog unterstützt.

    – – – – –

    Fünf Tücken von «Buy and Hold»

    Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Über folgende fünf Herausforderungen der Buy and Hold-Strategie solltest du dir bewusst sein:

    Schlussfazit

    Die auf ETFs basierte Buy and Hold-Strategie in Eigenregie ist die einfachste, günstigste und – wissenschaftlich betrachtet – diejenige Anlagestrategie mit dem wohl besten Risiko-/Renditeverhältnis. Sie funktioniert nach der Philosophie «In der Ruhe liegt die Kraft».

    Dass sie von Privatanlegern nicht häufiger praktiziert wird, hängt unseres Erachtens mit der eigenen Profitgier, der mächtigen Finanzlobby und last but not least mit psychologischen Faktoren zusammen. Denn Nichtstun ist in anderen Lebensbereichen in der Regel keine erfolgreiche Strategie.

    Dennoch ist die Buy and Hold-Strategie nur für Anlegerinnen und Anleger geeignet, welche diszipliniert und nervenstark sind sowie langfristig investieren wollen und können.

    Wie denkst du darüber? Egal, ob du unsere Meinung teilst oder nicht. Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

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    Updates

    2025-11-04: MSCI ACWI Factsheet aktualisiert; Rubrik «Kurz & bündig» eingefügt.

    Disclaimer

    Haftungsausschluss: Investieren birgt Risiken. Du musst selbst entscheiden, ob du diese Risiken tragen möchtest oder nicht.

    Irrtum vorbehalten: Wir haben diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unser Ziel ist es, dir als Privatanleger:in möglichst objektive und aussagekräftige Informationen rund ums Thema Finanzen zu liefern. Sollten uns dennoch Fehler unterlaufen sein, sind wichtige Aspekte vergessen gegangen und/oder nicht mehr aktuell, so sind wir dir für entsprechende Hinweise dankbar.